„Pausen müssen nicht immer starr sein, …“

Ein Beitrag von einem Lehramtsstudenten im 2. Semester

In meiner Praktikumsschule wird neben JüL (= jahrgangsübergreifendem Unterricht) auch Unterricht in 90-Minuten-Blöcken praktiziert, weswegen oft innerhalb eines Blocks zwei Fächer behandelt werden, wie zum Beispiel an diesem Tag Mathematik und Deutsch. Die Klassenlehrerin Frau X der JüL Klasse 4-6 arbeitet im Unterricht mit selbst erstellten „Lernwegen“ für die Kinder. Dies sind Aufgabenhefte unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die es den Schülerinnen und Schülern (SuS) ermöglichen, entsprechend ihres Leistungsniveaus Aufgaben in Selbstarbeit und durch Kooperation mit Tischnachbarn zu lösen. Die individuellen Leistungsziele werden am Ende einer jeden Woche für die jeweils nächste Woche von den Kindern selbst definiert und in ihren Logbüchern eingetragen.
Am Montag im ersten Block besprach die Lehrerin mit den SuS noch einmal deren selbst gesteckte Wochenziele. Dabei gab sie lediglich vor, dass zunächst mit den Deutschaufgaben angefangen werden sollte, um im zweiten Teil des 90-Minuten-Blocks dann die Mathematik-Lernwege zu bearbeiten. Nach individueller Absprache mit der Lehrerin und unter Angabe von konkreten Gründen durften einige SuS auch mit den Mathematik Aufgaben beginnen.
In (für mich) erstaunlich ruhiger und motivierter Weise bildeten sich selbstständig Lerngruppen, die die jeweiligen Aufgaben in konzentrierter und kooperativer Weise durchgingen. „„Pausen müssen nicht immer starr sein, …““ weiterlesen

„Man sollte sich sicher sein, was genau passiert ist, bevor man eine Strafe erteilt.“

Ein Beitrag von Thore Hinrichsen

Die Situation fand in der 5. Stunde im Englischunterricht einer siebten Klasse statt. Die Klasse besteht aus 28 Schülern, davon 15 weiblich und 13 männlich. Die Schüler*innen sollen eine Vokabelübung in Stillarbeit machen. Währenddessen fallen zwei Schüler wiederholt auf, weil sie miteinander reden, wobei es nach meiner Einschätzung nur einer der Schüler war, der zu dem anderen sprach. Nachdem die Lehrerin Frau H. sie bereits ermahnt hatte, entschied sie bei der zweiten Störung, einen der beiden Schüler wegzusetzen, und zwar den meiner Meinung nach stilleren Schüler (im Folgenden Paul genannt, Name geändert). Paul reagiert verständnislos, da er seiner Ansicht nach nichts falsch gemacht hat. Er soll dann mit einer Schülerin aus einer anderen Reihe (im Folgenden Frida genannt, Name geändert) die Plätze tauschen. Frida ist entrüstet und beschwert sich: „Warum immer ich?“ Auch sie will nicht von ihren Nachbarn getrennt werden. Für den Rest der Stunde ist Frida beleidigt und anfangs sogar den Tränen nahe. Auch Paul ist danach eher noch abgelenkter als zuvor, unter anderem auch durch denselben Mitschüler wie zuvor, der jetzt nur zwei Plätze vor ihm sitzt. „„Man sollte sich sicher sein, was genau passiert ist, bevor man eine Strafe erteilt.““ weiterlesen

“ … wie schon kleine Dinge, die ich als Lehrkraft tue, einen großen Effekt auf die SchülerInnen haben können.“

Ein Beitrag von Katharina K.

Der folgende Mikroartikel bezieht sich auf das Unterrichtsgeschehen während des Kunstunterrichts in einer Jül-Klasse an der XY-Grundschule. In der betroffenen Klasse werden Kinder von der ersten bis zur dritten Jahrgangsstufe beschult, wobei das Verhältnis der einzelnen Jahrgangsstufen in den einzelnen Klassen relativ ausgeglichen ist. So befinden sich in dieser Klasse sieben Erstklässler, neun Zweitklässler und sieben Drittklässler. Der Unterricht fand in den ersten beiden Schulstunden statt und hatte das Thema „Ich und meine Besonderheiten“. Die Lehrkraft strukturierte ihren Unterricht dabei so, dass die Kinder sich – zur Einleitung des neuen Themas – erst einmal im Nachbarraum zu einem Gesprächskreis trafen.
Um die folgende Situation besser verstehen zu können, ist es noch wichtig zu wissen, dass „“ … wie schon kleine Dinge, die ich als Lehrkraft tue, einen großen Effekt auf die SchülerInnen haben können.““ weiterlesen