„Man sollte sich sicher sein, was genau passiert ist, bevor man eine Strafe erteilt.“

Ein Beitrag von Thore Hinrichsen

Die Situation fand in der 5. Stunde im Englischunterricht einer siebten Klasse statt. Die Klasse besteht aus 28 Schülern, davon 15 weiblich und 13 männlich. Die Schüler*innen sollen eine Vokabelübung in Stillarbeit machen. Währenddessen fallen zwei Schüler wiederholt auf, weil sie miteinander reden, wobei es nach meiner Einschätzung nur einer der Schüler war, der zu dem anderen sprach. Nachdem die Lehrerin Frau H. sie bereits ermahnt hatte, entschied sie bei der zweiten Störung, einen der beiden Schüler wegzusetzen, und zwar den meiner Meinung nach stilleren Schüler (im Folgenden Paul genannt, Name geändert). Paul reagiert verständnislos, da er seiner Ansicht nach nichts falsch gemacht hat. Er soll dann mit einer Schülerin aus einer anderen Reihe (im Folgenden Frida genannt, Name geändert) die Plätze tauschen. Frida ist entrüstet und beschwert sich: „Warum immer ich?“ Auch sie will nicht von ihren Nachbarn getrennt werden. Für den Rest der Stunde ist Frida beleidigt und anfangs sogar den Tränen nahe. Auch Paul ist danach eher noch abgelenkter als zuvor, unter anderem auch durch denselben Mitschüler wie zuvor, der jetzt nur zwei Plätze vor ihm sitzt.

Meine Einsichten

Die Sanktion der Lehrerin hatte nicht die gewünschte Wirkung. Zwei Schüler*innen fühlten sich ungerecht behandelt und waren für den Rest der Stunde nicht aufmerksam. Zudem war die Strafe nach meiner Einschätzung nicht notwendig oder wenn, dann hätte sie anders umgesetzt werden müssen. Anstelle von Paul wäre es vermutlich besser gewesen seinen Mitschüler umzusetzen. Hier war das Monitoring der Lehrerin nicht ausreichend und hat zu einer ungerechten Strafe geführt. Außerdem waren die beiden Schüler auch danach noch viel zu nah beieinander. Es wäre also besser gewesen, einen Schüler auf die andere Seite der Klasse zu setzen. Auch hätte man vielleicht eine bessere Lösung finden können, bei der keine zusätzliche Schülerin mitbestraft wird.

Meine Folgerungen

Ich folgere aus der Situation, dass man mit Sanktionen vorsichtig umgehen muss. Man sollte sich sicher sein, was genau passiert ist, bevor man eine Strafe erteilt. Natürlich ist das nicht immer möglich, aber man kann versuchen, sich seiner eigenen Grenzen bewusst zu sein und die Beschwerden der Schüler ernst zu nehmen. Die Methode des Umsetzens halte ich eigentlich für effizient, um ein besseres Klassenmanagement zu erreichen. Jedoch wird man immer auf das Problem stoßen, dass auch ein anderer Schüler oder eine andere Schülerin davon betroffen sein wird. Ideal wäre es wohl, wenn entweder ein leerer Platz frei ist, an den der störende Schüler gesetzt werden kann oder – falls ein anderer Schüler ebenfalls stört – beide störende Paare getrennt werden, sodass man zwei Probleme auf einmal löst.

Meine Anschlussfragen

  • Wann sollte man Schüler*innen umsetzen und wann nicht?
  • Welche anderen und vielleicht besseren Sanktionen wären in dieser Situation angemessen gewesen?
  • Kann es sich vielleicht lohnen, andere Schüler*innen zu fragen, wie die Situation war, um gerechter sein zu können oder vermeidet man das lieber, damit sich die Schüler*innen nicht gegenseitig verpetzen?

60 Gedanken zu „„Man sollte sich sicher sein, was genau passiert ist, bevor man eine Strafe erteilt.““

  1. Lieber Thore,

    danke für diesen interessanten Einblick. Ich kann dir nur zustimmen, dass die Lehrerin die falschen Schüler bestraft hat. Besonders ungerecht finde ich, dass Frida zu dem lauten Schüler umgesetzt wurde, obwohl sie nichts mit der Störung und der Situation zu tun hatte. Ihre Aufmerksamkeit, die zuvor dem Unterricht galt, war nun weg und es kam eine Unlust in ihr auf, dass sie jetzt aufgrund der Störung eines anderen Schülers bestraft wird. In den Augen der Lehrerin war es wahrscheinlich keine absichtliche Bestrafung gegenüber Frida, jedoch hat die Lehrkraft dadurch die Konzentration von Frida und auch Paul gesenkt. Das ist natürlich ungerecht. Ich stimme dir deswegen zu, dass die Lehrerin genau darauf achten sollte, welcher Schüler den Unterricht gestört hat. Außerdem hätte es sicher eine bessere Bestrafung gegeben, als einen störenden Schüler einfach nur neben einen anderen Schüler zu setzen, da sich dieser dann gestört fühlen könnte. Die Lehrkraft kann am besten auf solche Störungen eingehen, wenn sie die Schüler der Klasse schon lange kennt und dementsprechend genau weiß, wie sie handeln sollte.

    Liebe Grüße,
    Rosa

    1. Hallo Thore,
      danke für den interessanten Beitrag. Ich kann mich dir nur anschließen, da die erteilte „Strafe“ meiner Meinung nach die Falschen Schüler erwischt hat. Besonders ungerecht ist die Tatsache, dass Frida mit bestraft wurde. Leider wurde durch die ergriffene Maßnahme auch ihre Konzentration gestört. Die von dir vorgeschlagene Lösung wäre wahrscheinlich die Beste.

      Liebe Grüße
      Selin

  2. Lieber Thore,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag!
    Ich gebe Dir völlig recht, dass die Lehrkraft mit dem Vorgehen nicht das gewünschte Ziel erreicht hat. Es wäre eventuell auch besser den lauten Schüler in diesem Fall an einen Einzeltisch zu setzen, anstatt einen weiter Schüler*in, die mit der Situation nichts zu tun hat, in diese Situation zu involvieren und genau das zu riskieren, was Du letztendlich beschrieben hast, dass die weitere Schülerin letztendlich sauer und beleidigt war.
    Ich denke darüber hinaus, dass jeder Lehrkraft, egal wie erfahren und geübt im Monitoring, so ein Fehler passieren kann, dass ein falsche(r) Schüler*in ermahnt wird. Vor allem in einer Situation in der man als Lehrkraft schnell reagieren möchte um wieder Ruhe in die Klasse zu bringen.

  3. Hallo Thore,
    danke für deinen Beitrag! Ich bin der selben Meinung wie du. In solch einem Fall hätte die Lehrerin darauf achten müssen, wer von den beiden für Störungen sorgt und dann handeln müssen. Jedoch ist die Lösung ein vielleicht gut funktionierendes Sitznachbar-Pärchen auseinander zu setzen, auch die falsche Lösung. Dies sieht man daran, dass Paul nach dem umsetzen noch unkonzentrierter war und Frida dementsprechend auch. Klar, kann man nicht jedem Schüler*in den Wunschsitzpartner ermöglichen, aber hier war dies definitiv die falsche Lösung. Eine gute Möglichkeit wäre ein Einzelplatz gewesen, damit die Störung unterbunden und eine Ungerechtigkeit verhindert wird.
    Eine längere Beobachtung der Störung hätte vielleicht aufgedeckt wer die Störung verursacht.

    Liebe Grüße,

    Jasmin

  4. Lieber Thore,

    deiner Beurteilung stimme ich zu. Die Lehrkraft hat durch das fehlerhafte Monitoring nicht nur Paul, sondern eben auch Frida in dem Sinne Unrecht angetan und die Störung somit auch nicht unterbinden können. Durch das Umsetzen hat sie wahrscheinlich eher dafür gesorgt, dass auch die anderen Schüler dadurch gestört werden. Es ist für die Lehrkraft natürlich nicht immer einfach erkennbar, wer genau für die Störung verantwortlich ist, aber deswegen ist es auch so wichtig, sich dessen sicher zu sein, wenn man denn auf Sanktionen solcher Art zurückgreift. Hierfür hätte die Lehrkraft eventuell das Geschehen länger beobachten können und im besten Fall einen Einzelplatz für den störenden Schüler finden können. Andere Schüler zu fragen, wie die Situation war, stelle ich mir auch schwierig vor. Wie du bereits angemerkt hast, könnte ich mir vorstellen, dass es für die Schüler im sozialen Rahmen der Klasse unangenehm sein kann, in den Konflikt zu geraten, entweder Mitschüler zu „verraten“ und zu „verpetzen“, oder der Lehrkraft als Autoritätsperson eine wahrheitsgetreue Schilderung darzubieten.

  5. Der Artikel beschreibt einen misslungenen Umgang mit Störungen. Ich habe den Eindruck, dass die Lehrkraft zumindest in diesem Moment nicht richtig evaluiert hat und sich nicht richtig überlegt hat, wie sie den Unterricht sinnvoll vorantreibt. Es ist schade, dass die Lehrkraft wahllose Entscheidungen trifft, die im Nachgang für mehr Frustration sorgt. Außerdem wurden die betroffenen Schüler/innen dadurch sicherlich demotiviert. Somit hat die Lehrkraft den Unterrichtsfluss nur noch mehr verhindert. Dass es manchmal nicht leicht ist und man auch als Lehrer/in nicht immer einen guten Tag hat, ist natürlich selbstverständlich. Dennoch sollte man gewählte Methoden zum Umgang mit Störungen entwickeln, um keine Ungerechtigkeit innerhalb der Schülerschaft zu provozieren.

  6. Hallo Thore,
    schwierige Situation, meiner Meinung nach. Wenn es zu so einer Situation im Unterricht kommt, stimme ich dir vollkommen zu, dass es wichtig ist, die Unruhe zu verstehen und den/die Auslöser ausfindig zu machen. Wenn man dabei nicht die Unruhestifter erwischt und bestraft, entsteht eine Benachteiligung für unbeteiligte oder nicht für den Lärm verantwortliche Schüler. Dies kann zu einer gesenkten Arbeitsmoral oder zu neuen Unruhen führen, wenn die Unruhestifter, wie im Beispiel einfach weitermachen, oder aber die bestraften Schüler jetzt keine Lust mehr auf Unterricht haben.
    Schwierig ist natürlich, dass man als Lehrer meistens sich nicht nur auf wenige Schüler konzentrieren kann. Vorraussichtlich werden auch wir vor Klassen mit mindestens Fünfzehn Schülern, wahrscheinlich aber mehr stehen. Um eine gute Arbeitsatmosphäre zu erhalten, bedarf es der Aufmerksamkeit aller Schüler und genauso, dass der Lehrer allen Schülern seine Aufmerksamkeit schenkt. Daher kann es von Zeit zu Zeit schwierig sein, einen Störfaktor genau zu analysieren und die richtige Entscheidung zu treffen. Ich denke da braucht man seine eigene Taktik.
    Wegsetzen halte ich prinzipiell für keine schlechte Idee. Vielleicht sollte man im Sitzplan einen Platz relativ nahe beim Lehrer freihalten, an den man störende Schüler setzen kann und diese dadurch genaustens im Auge behalten kann.
    LG,

    Sebastian

  7. Hallo Thore,

    vielen Dank für das Teilen deiner Wahrnehmung. Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass diese Sanktion nicht den nötigen Effekt hatte, da zwei Schüler*innen bestraft wurden, die nichts dafür konnten. Meiner Meinung nach hätte der Schüler, der die Störung verursacht hat, weggesetzt werden müssen. Vor allem für Frieda, die wirklich gar nichts damit zutun hatte, ist das nicht vom Vorteil gewesen. Frieda wurde bestraft, obwohl sie ganz und gar nichts damit zutun hatte und das ist falsch. Ich denke man sollte für solch eine Situation einen Einzeltisch zur Verfügung haben oder eine andere Sanktion finden, aber so sollte das nicht gelöst werden.

    Liebe Grüße
    Cassandra

  8. Hallo Thore,

    vielen Dank für das Schildern einer solch interessanten Beobachtung. Auch ich stimme dir zu, dass das Verhalten der Lehrkraft ein wenig unüberlegt war. Aber sowas kann in solch einer dynamische Situation schon mal passieren. Denn Schüler umzusetzen ist manchmal ein gutes Mittel um eine Störung schnellstmöglich zu unterbinden und das Handlungsprogramm zu stärken. Das war wohl auch die Absicht der Lehrerin, was in diesem Fall allerdings nicht funktioniert hat. Ich persönlich wäre vorher nochmal zu den Schülern hingegangen um mit ihnen in Ruhe über die Situation zu reden und eine Möglichkeit zu finden, wie die Verursachung einer weiteren Störung vermieden werden kann. Damit hätte man eine Sanktion vielleicht sogar vermeiden können, was positiv für das allgemeine Arbeitsbündnis gewesen wäre.

    Den Vorschlag die Schüler nach der Situation zu fragen finde ich eigentlich gar nicht so schlecht. Allerdings bietet es sich meiner Meinung nach nur an, wenn das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler sehr gut ist. Denn nur so ist eine offene Kommunikation von den Schülern aus gewährleistet. Ein mögliches Problem, warum das aber auch ein großes Gefahrenspotenzial beinhaltet ist in der folgenden, hypothetischen Situation zu finden.

    Beispiel: Ich frage die Schüler, inwieweit sie das Verhalten eines Schülers stört. Wenn der störende Schüler allerdings sehr gut in die Gruppe eingebunden ist oder andere Schüler gar Respekt vor diesem Schüler haben, könnten sie sagen, dass es sie gar nicht stört. Muss ich die Störung dann tolerieren, weil ich dann keine Begründung habe, diese überhaupt noch als Störung anzusehen?
    Also sollte man wenn denn nur sehr bedacht eine solche Aktion in Erwägung ziehen.

    LG,
    Vincent

  9. Hallo Thore,
    vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Er ist ein passendes Beispiel einer misslungen Reaktion einer Lehrkraft auf eine Unterrichtsstörung.
    Ich kann mich gut in die Situation hineinversetzen, da ähnliche Szenarien während meiner Schulzeit öfters aufgetreten sind.
    Meiner Meinung nach sollte die Lehrkraft sich erst darüber im Klaren sein, wer für die Unterrichtstörung verantwortlich war und nicht ohne überhaupt über den Auslöser nachgedacht zu haben handeln. Durch das falsche Handeln der Lehrerin wurden zwei Schüler zu Unrecht bestraft, die aufgrund dessen eine geringere Konzentration und Motivation für den Unterricht hatten . Ich bin mir sicher, dass dies einen negativen Einfluss auf den Unterrichtsfluss hatte.
    Ich finde deine Überlegung den störenden Schüler an einen bereits freien Platz – beziehungsweise am besten an einen freien Tisch – zu setzen äußerst sinnvoll! Wenn sich das Verhalten der beiden Schüler in den nächsten Stunden nicht ändern sollte könnte der Lehrer auch über eine komplett neue Sitzordnung nachdenken.
    Liebe Grüße
    Ella 🙂

  10. Lieber Thore,

    ich finde es richtig, dass Schüler für so ein Verhalten reglementiert werden sollten, da sie sonst immer wieder den Unterricht stören werden. Jedoch finde ich die Strafe der Lehrerin nicht richtig gewählt und gerecht. Meiner Meinung nach hätte die Lehrerin mit der Störung anders umgehen sollen und auch nicht andere Schüler mit hineinziehen dürfen. So werden andere Schüler zu Unrecht bestraft und das sollte nicht sein. Eine Idee wäre gewesen, den einen Störer an einen Einzeltisch zu setzen.

    Liebe Grüße

    Annina

  11. Lieber Thore,

    Vielen Dank für den lehrreichen Artikel!
    Wie meine Mitstudierende bereits schrieben, bin ich auch der Meinung, dass die Lehrerin falsch und unangemessen gehandelt hat. Durch ihre Maßnahmen hat sie zwei Schüler „bestraft“, die an der Situation im Grunde unschuldig waren. Ein solches Versehen kann jeder Lehrperson passieren. Doch sollte man vorher die beteiligten Schüler fragen, warum sie gerade unruhig sind und wer genau geredet hat. Es passiert leider viel zu häufig, dass die falsche Person ermahnt wird. Die Lehrkraft sieht nur eine Momentaufnahme und handelt dementsprechend -> dabei kommen Fehlinterpretationen zustande. Und auch das Wegsetzen war nicht die Ideale Lösung. Ein Einzeltisch für den Störenden wäre wirkungsvoller.

    Liebe Grüße,
    Alicia

  12. Hallo Thore,
    an deinem Beitrag lässt sich erkennen, wie schwierig es manchmal ist eine Situation richtig zu beurteilen, da man als Lehrer oder Lehrerin den Überblick über 28 Schüler und Schülerinnen haben muss. Dabei kann es leider schnell zu Fehleinschätzungen kommen. Ich denke der Beitrag zeigt, wie wichtig es ist auch den Schülern zu zuhören, wenn sie der Meinung sind nichts Unrechtes getan zu haben, oder man ihnen die Situation nochmal genauer schildert. Als Lehrkraft ist es dann nur wichtig zuzugeben, dass man eventuell auch einen Fehler gemacht hat.
    Vielleicht hätte man die Situation auch anders Regeln können, ohne eine „Unschuldige“ (Frida) mit zu belasten. So hätte man die beiden vielleicht an der Tafel schreiben lassen können, obwohl dass wiederum sehr wahrscheinlich zu noch mehr Unruhe geführt hätte.
    Mir zeigt das, dass es manchmal für Lehrkräfte nicht einfach ist Sanktionen gegen Schüler zu verhängen ohne die Situation weiter zu verschlimmern.

    Liebe Grüße
    Emma

  13. Hallo,
    dein Eintrag erinnert mich an meine Jugend. Auch ich hatte damals einen Mitschüler in der 7 klasse der die Lehrerin sowie seine eigenen Mitschüler vom lernen abgehalten hat. Meine damalige Lehrerin hat es so gelöst, das sie den störenden nach vorne geholt und ihn abgefragt hat. Nur sehr wenige Schüler mögen es an die Tafel zu gehen vor allem, wenn man nicht aufgepasst hat. Nach dieser Aktion hat der Schüler den Unterricht dieser Lehrerin nie wieder gestört und immer ordentlich mitgearbeitet.

  14. Hallo Thore,
    danke für deinen interessanten Beitrag!
    Mir fällt es schwer die Lehrerin in dieser Situation zu verurteilen. Für uns ist es mit dem gewissen Abstand bestimmt leicht zu sagen, was richtig und was falsch ist. Bei so vielen Schülern immer den Überblick zu behalten, ist aber mit Sicherheit überhaupt nicht einfach. Deine Folgerungen finde ich sehr gut. Wenn es möglich ist, wäre ein leerer Sitzplatz bzw. ein Einzeltisch ideal, um einen einzelnen Schüler zu bestrafen (im Idealfall dann auch noch den richtigen und nicht, wie in dem Fall, Paul. Auch ist es interessant zu sehen, dass bei der Bestrafung eines Einzelnen häufig andere Schüler (wie in diesem Fall Frida) unter den Konsequenzen leiden. Dies zu vermeiden bedarf vermutlich lange berufliche Erfahrung, Einfühlungsvermögen und vor allem – viel Aufmerksamkeit.

    LG,
    Amelie

  15. Hallo Thore,

    danke für deine Beobachtungen. Ich finde es auch sehr wichtig, sich über die Ursachen und wirklichen Störer*innen zu vergewissern, bevor Strafen verhängt bzw. Sitzordnungen geändert werden. Hier wurden offensichtlich zwei Schüler*innen zu Unrecht umgesetzt, was letztlich nur zu Frust führt – spätestens die Tatsache, dass Frida mit den Tränen kämpfte, zeigt den Irrrtum an. Wäre es nicht besser, die Beteiligten kurz zu Wort kommen zu lassen? Klar, auch Lehrer*innen können sich irren, wenn sie mal schnell durchgreifen wollen. Auch kann man nicht wegen jeder Situation ein Plenum einrichten, wo alle Stimmen angehört werden. Aber vielleicht wäre es hier besser gewesen, hätte die Lehrerin noch mal genau hingesehen, bevor sie zum Vollzug schritt. Denn es gibt nichts Frustrierenderes für SuS, als Unrecht zu erleiden – das weiß ich nur zu gut aus meiner eigenen Schulzeit.

  16. Lieber Thore,

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Das Verhalten der Lehrkraft hat mich zum Nachdenken angeregt. Wie hätte ich wohl in dieser Situation reagiert? Zunächst finde ich eine Klasse mit 28 Schülerinnen und Schülern (SUS) sehr groß. Da ist es verständlich, dass die Lehrperson nicht jedes Detail mitbekommen kann. Es ist schade, dass die Lehrkraft die falschen SUS bestraft. Die betroffenen Lernenden wirken danach unmotiviert und ungerecht behandelt. Das kann sich auch auf andere Kinder übertragen. Folglich ist auch das Verhältnis zur Lehrperson geschädigt, da die sanktionierten SUS ein geringeres Vertrauen in diese haben könnten. Wie du schon meintest: Die Lehrkraft sollte erst bestrafen, wenn sie sich sicher ist, die/den Richtige/n zu belehren.

    LG
    Helene 🙂

  17. Diese Situation kommt mir sehr bekannt vor, als SoS sich ungerecht behandelt zu fühlen. Ich bin auch deiner Meinung, dass der Platztausch eine sehr uneffektive weil ungerechte Bestrafung sein kann. Jede Sitzordnung schafft eine vermeintlliche „Ordnung“ mit der mensch nicht unbedingt einverstanden sein soll. Es ist leider ein häufiger Fehler im Klassenraum, dass die Lehrkräfte die falsche Störakteure identifizieren. Anderseits, wie kann man es, mit unserer selektierten Wahrnehmung? Gut wäre es, glaube ich, wenn die Lehrkraft die SuS ermüttigen könnte/wüsste, über die Ungerechtigkeiten der Bestrafung zu reden. Das ist aber an manchen Orten immer noch Zukunftsmusik.
    Grüße
    Gastón

  18. Hallo Thore,
    ich finde diese Situation sehr spannend, da ich sie selbst aus meiner eigenen Schulzeit sehr gut kenne. Das Umsetzen bringt häufig nicht mehr Ruhe, sondern nur eine zusätzliche Unterrichtsstörung. Deswegen sollte das wirklich eine der letzten Maßnahmen sein. Sehr interessante Einsichten!
    Liebe Grüße,
    Chiara

  19. Der hier beschriebenen Schlussfolgerung stimme ich absolut zu. Wobei ich das „Wegsetzen“ als Strategie garnicht unbedingt für problematisch halte, sondern vermute dass in diesem Fall eher die Umsetzung als Fehlerquelle anzugeben wäre.
    Wie schon beschrieben wäre durch besseres Monitoring, oder – weil es sich in diesem Fall angeboten hätte – eine Frage danach wie der Praktikant die Situation beobachtet hat leicht zu filtern gewesen welcher Schüler die Quelle der Störung war. Erfahrungsgemäß findet sich im Klassenraum mindestens eine Leere Bank, oder zumindest eine auf der nur ein Schüler sitzt – auch hier würde sich natürlich die Möglichkeit bieten den Störenden Schüler zum Praktikanten zu setzen, um für ein Kontrollorgan zu sorgen – dies wäre eine weitaus praktischere Lösung als einen weiteren Schüler in diese Situation zu integrieren.

  20. Lieber Thore,
    Sanktionen können meiner Meinung nach hilfreich sein. Jedoch nur dann, wenn sie die entsprechenden SuS treffen und auch angemessen sind. Ansonsten kann das Arbeitsbündnis stark darunter leiden. Zu meinen Schulzeit hielt sich eine Gruppe (Gruppe A) während der Hofpause in einem Bereich auf, welchen sie stark mit Papierschnipseln und ähnlichem verschmutzten. Nach einer Zeit ging die Gruppe A fort und eine zweite Gruppe (Gruppe B), welche in der Nähe es verschmutzen Bereichs war, wurde zu unrecht kollektiv bestraft und musste den Bereich sauber machen. Einige der Gruppe B, waren recht nachtragend und haben öfters den ungerechten Sachverhalt angesprochen, wodurch der Unterrichtsfluss öfters gestört wurde. Jedoch war der Lehrer nach längerer Diskussion (und durch Berichte Dritter) einsichtig und entschuldigte sich. Durch die Einsicht wurde das angeschlagene Arbeitsbündnis wieder verbessert. Die anfängliche Sanktion führte somit zu einem ungewünschtem Verhalten, da es die falsche Gruppe traf. Im Zweifelsfall wäre ein fallenlassen der Sanktion hilfreicher gewesen.
    Liebe Grüße,
    Sinan

  21. Lieber Thore,

    Ich finde auch, dass das Umsetzten/Bestrafen weiterer unschuldigen Schüler nicht sinnvoll ist. Dies kann auch durchaus mehr Unterrichtsstörungen hervorbringen.
    Die Strafe für die beiden Jungs finde ich im ersten Augenblick nicht schlecht. Dennoch hätte ich es besser gefunden, wenn die Lehrkaft mehr nach dem Stufenmodell zur Störungsintervention (Fink & Halpern 2007) gehandelt hätte. Die direkte Anregung der Selbststeuerung (Stufe 3) empfinde ich persönlich als eine sehr wichtige Etappe, die man nicht vor einer Sanktion überspringen sollte. Es kommt in deiner Beschreibung so rüber, dass die Jungen gar nicht wussten, was für eine Konsequenz auf sie zukommt. Vielleicht hätte es den weiteren Verlauf der Stunde geändert.

  22. Lieber Thore,

    vielen Dank für deinen Blogbeitrag.
    Das die Intervention der Lehrkraft nicht gut gewählt worden ist, da stimme ich dir voll und ganz zu. Trotzdem bin ich mir sicher, dass das jeder Lehrkraft mal passieren wird. Ich finde es spannend zu überlegen, wie man reagieren sollte, wenn einem im Nachhinein auffällt, dass man als Lehrkraft falsch bewertet hat und die Intervention die Situation eventuell verschlimmert. Man findet sich in dem Dilemma wieder die Situation zu klären, den Fehler zuzugeben und neue Inteventionen durchzuführen und gleichzeitig genügend Zeit zu haben, für die Vermittlung des Lernstoffes.

  23. Hallo Thore,

    es ist ganz interessant deinen Beitrag zu lesen, weil mir immer wieder auffällt, wie häufig es eigentlich vorkommt, dass Lehrkräfte nicht gut genug aufpassen und oft die falschen SuS bestrafen. Ähnliches ist mir auch in meiner Zeit auf dem Gymnasium passiert. Ich hatte eine Lehrerin, die meiner Meinung nach tatsächlich wahllos SuS rauspickte und sie ermahnte, weil sie selbst nicht mitbekommen hat, wer nun eigentlich die Person war, die wirklich gestört hat. Ich denke das dieses Verhalten nicht nur schädigend für das Bündnis zwischen Lehrer und Schüler ist, sonder auch sinnfrei, weil es leicht zu verhindern wäre, in dem die Lehrperson ebenfalls konzentriert beim Unterricht dabei ist.

    Viele Grüße!
    Hanna

  24. Liebe Thore,
    Dein Beitrag zeigt gut, das Strafen nur dann sinnvoll sind, wenn sie direkt auf die Störung ausgerichtet sind. Wenn die Situation gar nicht klar ist, hat eine Bestrafung eher den gegenteiligen Effekt, weil sie mehr Schüler aufbringt und so mehr Unruhe schafft, ohne die eigendliche Störung zu unterbinden. Ich denke aber, dass es nicht immer möglich ist, eine Störungsquelle klar festzulegen, dazu müsste die Lehrkraft die Situation einige Zeit beobachten, in dieser Zeit würden andere Schüler weiter gestört. Aber die Strafe sollte dann zumindest so gewählt werden, das keine Eindeutig unbeteiligten Schüler betroffen sind (wie Frida in deinem Beispiel). Für mich wäre zum Beispiel eine Lösung, den Schüler an einen extratisch zu setzen.
    Danke für deinen Beitrag
    Cara

  25. Lieber Thore.
    erst einmal vielen Dank für das Teilen dieses Beitrags!
    Das Thema Konsequenzen im Unterricht finde ich persönlich sehr spannend und kann die Situation, die du hier beschreibst auch sehr gut nachvollziehen. Ich denke die Meisten von uns sind während ihrer Schulzeit schon einmal zu unrecht ermahnt oder auch bestraft worden. Das Gefühl, nicht fair behandelt worden zu sein, ist für einen Schüler natürlich gar nicht schön und ich stimme mit dir überein, dass die Lehrkraft sich zunächst ein klares Bild über die Situation hätte verschaffen sollen. Aber spätestens als sie auf Unverständnis traf, hätte es zu einer Nachfrage kommen können. Den eigentlich störenden Schüler auf beispielsweise einen Einzelplatz wäre hierbei vielleicht optimaler gewesen.
    LG
    Marijke

  26. Hallo Thore,
    danke für deinen interessanten Beitrag und deine Darstellung einer gescheiterten Vorgehensweise. So eine Sanktion, die die falschen Schüler trifft, schadet sicherlich sehr dem Arbeitsbündnis zwischen Klasse und Lehrkraft, besonders da Schüler bestraft werden, die kein störendes Verhalten gezeigt haben. Ich denke, es ist aber auch sehr schwer als Lehrperson, mit der Unterrichtshandlung fortzufahren und der Störung keine Aufmerksamkeit zu schenken, aber dabei genau beobachten zu können, wer genau der störende Schüler ist. Hilfreich wäre es, wenn der Sitzpartner von sich aus sagen würde, dass sein Mitschüler stört. Ansonsten bin ich ganz deiner Meinung, dass man keine Sanktionen aussprechen sollte, ohne sich wirklich sicher zu sein, dass es den richtigen Schüler trifft und die Situation verbessert – und nicht noch mehr unbetroffene Schüler mit hineinzieht.
    Liebe Grüße
    Felicitas

  27. Hallo Thore,

    deine Erfahrung ist ein typisches Beispiel für einen Objektfehler der Lehrerin. Ein möglicher Lösungsansatz wäre anstelle Wegsetzen eine gesonderte Aufgabe, wie beispielsweise das laute Wiederholen der Aufgabenstellung durch den Störer (eher einfach) oder ggf. sogar die Präsentation dessen Ergebnisse am Ende der Stunde zu verlangen (anspruchsvoll), um die Aufmerksamkeit wieder auf die Aufgabe zu lenken. Vorteil dieser Störungsvermeidung ist, dass andere Mitschüler nicht mit einbezogen werden.

    Beste Grüße
    Nick

  28. Wäre es vielleicht besser gewesen einem Schüler kurz 5min. Pause draußen zu geben, so dass niemand anderes mit hineingezogen wird? Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist keinem Schüler das Gefühl zu geben, ihn ungerecht zu behandeln und wenn man sich nicht sicher ist, dass auch zu kommunizieren. „Ich setze dich jetzt um, weil ich nicht weiß wer gerade mehr gestört hat, wenn Du das nicht warst dann tut es mir leid und nächste Stunde darfst Du wieder auf deinem Platz sitzen.“ Vielleicht hätte das eine bessere Wirkung auf SuS, weil ansonsten die Gefahr besteht einen Kreislauf zu starten und die ruhigen Schüler, die sich ungerecht behandelt fühlen, dann mehr stören und aus Frustration weniger mitmachen. Wichtig ist auch SuS die viel stören, dann trotzdem auch nur dafür zu kritisieren und dann nicht für eher neutrales Verhalten, was nicht oder nur sehr wenig störend wirkt.
    Andere Schüler zu fragen wäre eine interessante aber wahrscheinlich auch gefährlichere Strategie. Was ist wenn der eine Schüler beliebter ist, als der andere?

  29. Hallo Thore,

    Ich frage mich, ob man die Situation nicht auch anders hätte lösen können, ohne jemanden wegzusetzen. Man kann doch nicht immer die Klasse durcheinanderwirbeln, nur weil SuS wiederholt stören…? Gerade wenn kein freier Platz vorhanden ist, sorgt das immer für eine weitere Unruhe und ich erinnere mich aus meiner eigenen Schulzeit an einige solcher Situationen, in denen die weggesetzte Person am neuen Sitzplatz genauso weitergestört hat. (Ein Nachteil in einer Klasse, in der fast alle mit allen befreundet sind… Man findet immer jemanden zum quatschen)

    Ich habe einmal in einer Klasse hospitiert, die für diese Situation ein Stehpult hatte. Wer merkte, dass er nicht mehr still sitzen konnte (und darauf gehen Störungen, wie du sie beschrieben hast wohl oft zurück) durfte selbstständig ans Stehpult gehen. Die SuS nutzten diese Möglichkeit sehr gerne und mein Eindruck war, dass sie sich dadurch sehr gut selbstbeobachteten und auch gegenseitig sagen konnten, wenn sie fanden, dass jemand nervt. Z.B. ,,Geh mal bitte ans Stehpult, sonst kann ich hier nicht arbeiten!“ Die Klasse bestand zu einem hohen Anteil aus ,,schwierigen“ Kindern, mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen und Lernschwierigkeiten. Trotzdem konnte ein geordneter Unterricht stattfinden, an dem alle teilhaben konnten. Das Stehpult schien wichtiger Bestandteil dessen zu sein. Wer nicht stehen kann, muss dann vielleicht trotzdem weggesetzt werden, vielleicht vorne ans Pult der Lehrkraft…?

  30. Hallo Thore,
    vielen Dank für deinen Beitrag!
    Ich stimme dir zu, dass Sanktionen erst ausgeführt werden sollten, wenn man sich sicher ist, welche Schülerin oder welcher Schüler bestraft werden sollte. Meines Erachtens führt die Methode des Umsetzens häufig zu Unruhe und zur Bestrafung von unschuldigen Schüler*innen. Andererseits glaube ich, dass es sehr schwierig für die Lehrkraft ist, herauszufinden, wer der oder die störende Person ist.
    Dennoch finde ich Sanktionen wichtig, wenn sie angemessen sind und keine unschuldigen Schüler*innen treffen.

    Viele Grüße
    Pauline

  31. Hallo Thore,
    Ich finde es wichtig, dass die Lehrerin was dagegen gemacht hatte. Damit alle andere SuS wissen, dass alles Konsequenzen hat. Aber jetzt ob es eine gute Entscheidung war, zwei Schüler umzusetzen , würde ich nein sagen, weil die Lehrerin die falschen Schüler genommen hat und ihn mit einer unschuldigen Schülerin die plätze getaucht hat.
    Ich finde es vollkommen in Ordnung wenn Schüler umgesetzt werden. Man darf sie umsetzen wenn du eine Störung verursachen als strafe aber erst Plätze umtauchen wenn zwei Schüler bestraft werden sollen Aufgrund einer Störung. Andere Site wenn sie darum bieten umgesetzt zu werden .
    Was die Lehrerin tun hätte wäre, dass sie den richtigen Schüler, der geredet hatte, finden und ihn allein umsetzen, zum beispiel an ihrem Tisch. Dort hat er keinen Nachbar mit ihm/ihr zu reden und er ist direkt vor der Lehrerin und könnte nicht mehr stören .

  32. Hallo Thore,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag. Die von dir beschriebene Situation kenne ich aus meiner Schulzeit zu gut. Meiner Meinung nach sollten SuS erst umgesetzt werden, wenn sie den Unterricht Stören, indem sie durchgehend reden und nicht nach dem kurz mal gequatscht haben. Und dann sollte die Person, die Hauptsächlich geredet hat an einen Einzelplatz umgesetzt werden. Dazu sollte man einen Einzeltisch zur Verfügung haben, um solche Sanktionen gut umsetzen zu können.Andere SuS zu fragen ist meiner Meinung nach falsch, da die SuS in einem sozialen Verband wie der Klasse ungern einen anderen „verraten“ wollen.

    Liebe Grüße
    Eren

  33. Lieber Thore,
    danke für deinen sehr interessanten Beitrag! Ich kann mich auch nur dem anschließen, dass die Lehrkraft die Strafe nicht situationsangemessen gewählt hat, zumal ja noch eine Schülerin, die eben gar nichts mit der eigentlichen Situation zu tun hatte dadurch „benachteiligt“ wurde. vielleicht hätte sie den störenden Schüler besser separat auf einen Platz, möglichst so weit weg voneinander wie möglich, setzen sollen.
    Richtiges und vor alles eben auch gutes Störungsmanagement empfinde ich als mit eine der schwierigsten Disziplinen, weil Störungen eben so vielschichtig sind.

    Liebe Grüße,
    Anne

  34. Hallo Thore,

    vielen lieben Dank für diesen Beitrag. Ich kann hier vollkommen nachempfinden, wie es ist, beschuldigt zu werden, obwohl der Sitznachbar die kleine Quasseltante ist.
    In diesem Beitrag wird wieder deutlich, wie wichtig Kommunikation zwischen Lehrer7innen und Schüler/innen ist und dass man nicht voreilig handelt, ohne zu wissen, welche Konsequenzen es für die Schüler/innen und den Unterricht hat. Eindeutig wurde hier unfair gehandelt. Dennoch ist es schwierig, in einer so großen Klasse allen gerecht zu werden und fair zu handeln, da es oft auch gar nicht so viele Platzmöglichkeiten gibt. Wie in den bereits vorherigen Kommentaren erwähnt wurde, gäbe es die Möglichkeit, den einen Schüler an den Lehrerplatz zu setzen. Es wäre fair, kein anderer würde darunter leiden und die Lehrkraft hätte diesen Schüler ganz nah bei sich und unter Kontrolle. Jedoch stellt sich mir die Frage, ob es ein Vorführen des einen Schülers vor der ganzen Klasse wäre? Ist es dann eine faire Konsequenz?

    Mit freundlichen Grüßen
    Samantha

  35. Vielen Dank für deinen Beitrag!

    Ich finde die Situation auch sehr ungerecht gelöst. Die Lehrerin hätte sich die Störung besser ansehen sollen und dann den anderen Mitschüler weg setzen sollen. Dass unschuldige Mitschüler für das Verhalten von anderen bestraft werden, fördert den Klassenzusammenhalt und die Motivation der SuS überhaupt nicht!
    Das Umsetzen von Störenfrieden finde ich gut, jedoch sollte dazu immer ein leerer Platz in der vorderen Reihe gewählt werden, so dass der Störenfried keinen Sitznachbar mehr nerven kann und vom Lehrer besser beobachtet werden kann.

    Lg

  36. Lieber Thore,
    vielen Dank für deinen Beitrag!
    Ich schließe mich ganz deiner Meinung an was das Verhalten der Lehrkraft angeht. Auch wenn es schwierig sein mag, sollte man solche Strafen erst umsetzen, wenn man sich sicher ist wer die Schuldigen sind und dabei möglichst keine unbeteiligten Schüler mit hineinziehen. Die Reaktion der Lehrkraft ist zwar verständlich, dennoch sollte Sie daran arbeiten die Schuldigen ausfindig zu machen und die „Bestrafung“ effektiver zu gestalten, statt einen Schüler lediglich zwei Plätze weiter von seinem störenden Partner zu setzen. Wobei sich so etwas in im Nachhinein natürlich immer leicht sagen lässt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Pascal

  37. Lieber Thore,
    die von dir beschriebene Situation haben wohl sehr viele Schüler schon erlebt. Als Schüler fühlt man sich dabei zurecht unfair behandelt. Dieser Wechsel in die Beobachterperspektive helfen aber auch dabei, die Schwierigkeiten, vor denen die Lehrkräfte stehen, noch besser nachvollziehen zu können. Konstant gelungenes Monitoring zu betreiben und dennoch nicht das Handlungsprogramm an sich zu vernachlässigen, ist äußerst anspruchsvoll, da die Herausforderung der Simultanität immer gegeben ist. Mir stellt sich dabei auch noch die Frage, ob man als Lehrkraft im Zweifel zunächst auf eine Sanktion verzichten sollte, wenn man sich nicht sicher ist, ob man die Situation richtig beobachtet hat.
    Danke für deinen Beitrag
    Liebe Grüße

  38. Lieber Thore,
    ich glaube solche oder ähnliche Situationen, kommen im Schulalltag oft vor. Die Lehrkraft lenkt ihre Aufmerksamkeit kurz auf etwas anderes (zum Beispiel das Tafelbild) und schon unterhalten sich ein paar Schüler und stören die anderen. In solchen Fällen ist es bestimmt sehr schwer, genau beurteilen zu können, wer angefangen hat oder Schuld ist. Die Lehrkraft hätte in dieser Situation dich als Praktikant fragen können, ob du genau gesehen hast, was passiert ist. Aber die Lehrkräfte sind ja auch oft alleine in der Klasse und können sich mit niemandem austauschen. Dann müssen sie darauf achten, dass die Strafen gerecht sind.
    Liebe Grüße
    Zita

  39. Lieber Thore,
    die in deinem Blog geschilderte Situation kann ich persöhnlich sehr gut nachvollziehen, da ich auch schon des öfteren in der Schule diese Situation am eigenen Leib erfahren oder bei anderen Mitschülern beobachten durfe. Hierbei ist die Reaktion beider Schüler meiner Meinung nach völlig berechtigt und nachvollziehbar. Dennoch ist es schwer als Lehrender alle Schüler auf einmal im Blick zu haben, weswegen manchmal falsche Entscheidungen getroffen werden können. Ich denke die Leherin hätte in diesem Fall aber auch dich dazu befragen können. Auch das mit dem umsetzen ist meiner Meinung nach nicht die beste Lösung. Ein Einzeltisch wäre wahrscheinlich effektiver gewesen.
    Vielen Dank für deinen Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Hümeyra

  40. Guter Beitrag. Dass es so passiert ist, ist natürlich ärgerlich. Die Konzentration der genannten SuS war danach durch den Frust weg, genauso wie ihre Arbeitsbereitschaft und Freude an aktiver Beteiligung. Ich frage mich, da es sicher immer mal zu diesem Fehler der Lehrkraft kommen kann, wie man das Arbeitsbündnis wieder stärken könnte. Einerseits sollte über so einen lapidaren Konflikt kein Fass aufgemacht werden, andererseits wäre es wichtig, die Situation aufzuklären. Eventuell würde hier eine Mediation weiterhelfen, bei dem die entsprechende Lehrkraft dabei ist, damit alle Partein ihre Perspektive teilen können, ohne den Konflikt ausufern zu lassen. Denn sollte dies öfter vorkommen, fühlen sich sicher nicht nur die SuS falsch verstanden und frustiert, auch die Lehrkraft verliert das Vertrauen seiner/ihrer SuS und somit die Akzeptanz der Autorität. Ich weiß nicht, interessiert mich etwas, wie es danach weitergegangen ist. LG

  41. Hallo Thore,
    vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Sowas sieht man heutzutage leider sehr oft.
    Dein Beitrag zeigt wie wichtig es für einen Lehrer ist auch ein ganz guter Beobachter zu sein.
    Hier fehlt ganz klar Empathie. Wieso verhalten sich die Schüler so? Haben sie Probleme bei der Aufgabenstellung ?
    Liegt es an der 5. Stunde ?
    Eine effektive Lösung muss her! Die für beide Seiten Vorteilhaft schließlich ist das Ziel der Stunde das die Schüler was Lernen.
    Die Lehrkraft hat leider zu schnell gehandelt, als Lehrkraft hätte sie zu den Schülern hingehen sollen und sie direkt darauf Ansprechen sollen, in einem Angemessenen Ton und natürlich vorher erstmal gründlich Beobachten.

    Viele Grüße
    Anaya

  42. Hallo Thore,

    ich stimme deinen Folgerungen bzw. deiner Beurteilung zu der geschilderten Situation zu. Bevor die Lehrkraft bestimmte Schüler sanktioniert, sollte sie sich wirklich sicher sein, was genau passiert ist und wer tatsächlich eine Strafe verdient hat. Denn sonst führt es dazu, dass sich Schüler ungerecht behandelt fühlen. Ich finde die Methode, Schüler umzusetzen, wenn sie aufgrund des Sitznachbarn nicht konzentriert arbeiten, angebracht, solange eben keine unschuldigen Schüler darunter leiden müssen. Daher funktioniert dies nur, wenn noch ein Platz im Raum frei ist oder es weitere Schüler gibt, die gemeinsam nicht effizient arbeiten oder für Störungen im Unterricht sorgen.

    Schöne Grüße
    Anastasia

  43. Lieber Thore,

    vielen Dank für deinen interessanten Artikel. Ich glaube insgesamt hatte die Lehrkraft schon die richtige Absicht mit Unterbindung der Störung gehabt, aber er oder sie hat es einfach etwas unglücklich umgesetzt. Außerdem glaube ich, dass es extrem schwer ist bei 30 Schülern und einem Handlungsprogramm unterscheiden zu können, wer in solch einer Situation der „Störende“ ist und wer sich quasi nur ablenken lässt. Trotzdem ist es für Paul natürlich sehr frustrierend, wenn man von der Lehrkraft bestraft wird, obwohl sein Freund eher das Hauptproblem ist. Paul danach nur eine Reihe nach vorne zu setzen und damit gleichzeitig noch zwei andere Mitschüler zu bestrafen ist natürlich nicht die optimale Lösung. Man hätte einen deutlich größeren Abstand wählen müssen, worunter am besten auch keine anderen Schüler leiden, aber das kommt ja ein wenig auf die Raumsituation an. Allerdings zeigt deine Beobachtung auch, dass man sehr vorsichtig mit Bestrafungen sein muss. In diesem Fall hat es nur zur Unruhe und auch Trauer von Frida beigetragen und hat noch nicht mal das Problem gelöst.

    mit freundlichen Grüßen
    Xavier

  44. Hallo Thore,
    auch ich finde die Art der Umsetzung dieser Sanktion wenig hilfreich. Generell, aber besonders in so einem Fall muss der Lehrkraft klar sein, wer die störende Schülerin oder der störende Schüler ist. Anderenfalls endet es so, wie von dir beschrieben. Die falsche Schülerin oder den falschen Schüler zu bestrafen ist kontraproduktiv. Das Verhältnis zwischen dieser Schülerin oder dem Schüler und der Lehrkraft wird somit geschwächt. Auch, dass weitere SuS, welche gar nichts mit der Situation zu tun haben hineingezogen werden ist eher unvorteilhaft. Diese SuS fühlen sich benachteiligt und fragen sich „Warum gerade ich?“.
    Mit dieser Bestrafung wurden meiner Meinung nach noch mehr Probleme und zukünftige Störungen gefördert. Eine andere Umsetzung, wie du sie beschrieben hast wäre definitiv sinnvoller.

    Liebe Grüße
    Rike

  45. Hei Thore,
    solche Situationen sind immer schwer, ich kenne das Gefühl ungerecht behandelt zu werden aus der Schule auch. Ich denke auch, dass die Lehrkraft hätte mit beiden Jungs reden müssen, um heraus zu finden, was genau passiert ist. Auch ist das Einbeziehen einer völlig unbeteiligten Schülerin ist nicht fair, vielmehr hätte man diese fragen können, ob es für sie in Ordnung sei, damit sich der eine Junge besser konzentrieren kann und das sie sich danach wieder zurück setzen könne. Wirklich schwierig immer fair zu bleiben bei so vielen SuS.
    Danke für das Teilen.

  46. Hallo Thore,

    solch eine Situation hat bestimmt jeder schon einmal erlebt. Vielleicht nicht unbedingt an sich selbst, aber zumindest bei einem Mitschüler. Ich kann mich sehr gut in die Lage versetzen, da in meiner Klasse solche Art von „Sanktionen“ gang und gebe war.

    Ich habe diese Sanktion nie begrüßen können. Nicht nur wird in diesem Fall die falsche Person beschuldigt (was sicherlich oft vorkommt), sondern eine ganz unschuldige wird zu dieser Situation auch noch mit einbezogen (Frida). Wer sagt, dass Frida jetzt nicht zusätzlich von der gleichen Person abgelenkt wird? Zusätzlich kocht die Situation wird emotional.

    Wenn es ein andauerndes Gespräch zweier Schüler ist, sollte die Lehrkraft zuerst die Situation weiter beobachten um die störende Person auszumachen. Zusätzlich sollte keine unschuldige Person mit einbezogen werden und auch die Sanktionen erhalten, als hätte sie etwas getan.

  47. Lieber Thore,
    ich bin auch der Meinung, dass die Strafe der Lehrerin zu früh und zu hart erfolgte. Zudem ist es nicht von Vorteil für die Motivation der Schüler, wenn unbeteiligt (Frida) einfach mit bestraft werden, obwohl sie Garnichts mit der Situation zu tun haben. Wenn man jemanden bestraft, muss man zudem die Situation gut beobachtet haben um auch den richtigen Schüler zu bestrafen und dann wiederum macht es keinen sinn, wenn die zwei Schüler (die ihrer Meinung nach geredet haben) nach dem auseinandersetzen noch räumlich so nah beieinander sind. Ich finde die Bestrafung der Lehrerin erfolgte zu vorzeitig und die Durchsetzung war nicht gerecht und das hat in diesem Fall für Demotivation und Traurigkeit gesorgt.

  48. Lieber Thore, vielen Dank für diesen interessanten Einblick in solch eine wichtige Situation. Auch ich finde, dass die Sanktionen der Lehrerin nicht angemessen waren & wie du in deinem Text beschrieben hattest, offensichtlich die Situation nicht verbessert haben. Außerdem glaube ich, dass solche Situationen viel zu oft im Schulalltag stattfinden, in welchen Lehrer*innen falsche Schüler*innen adressieren und zudem noch nicht-beteiligte Schüler*innen quasi mit bestrafen. Um nun etwas genauer auf deine Fragen einzugehen: Ich halte das Umsetzten von Schüler*innen an sich nur teilweise für sinnvoll, da ich einfach selbst in meiner Schulzeit erlebt habe, dass störende Schüler*innen auch von einem anderen Platz aus stören können. Da halte ich deinen Vorschlag mit einem komplett freien Platz im Klassenraum schon für sehr sinnvoll, wo der/die störende Schüler*in hingesetzt werden könnte. Des Weiteren, denke ich das die Lehrerin bei der oder nach der 2. Ermahnung paraverbale- und nonverbale Signale hätte nutzen können, um den störenden Schüler genauer zu signalisieren, dass sie seine Unruhe beobachtet. Außerdem bin ich der Meinung, dass es hätte helfen können, wenn die Lehrerin mögliche Sanktionen angekündigt hätte.

    Liebe Grüße, Luise

  49. Ich glaub du hast schon gut erkannt, dass man wirklich sicher sein muss wen man ermahnt, damit die SuS nich nicht ungerecht behandelt fühlen und das Vertrauen an die Lehrperson verlieren. Andere Kinder unter Störungen mancher leiden zu lassen ist meiner Meinung auch nicht wirklich förderlich. Jemanden umzusetzen der ruhig war um jemanden der gestört hat dorthin zu setzen kann ungewollte Konsequenz mit sich bringen.

  50. Lieber Thore,

    vielen Dank für deine Schilderung dieser Situation.
    Ich glaube, dass es als Lehrkraft wichtig ist sich stets bewusst zu sein, welch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn Kinder besitzen. Dementsprechend wichtig ist es auch vermeintlich kleinere Ungerechtigkeiten, wie zum Beispiel das Umsetzen einer an einem Konflikt unbeteiligten Person, zu vermeiden. Es mag zwar in gewissen Situationen spontan als zweckdienlich empfunden werden, bei der unbeteiligten Person kann dies jedoch zu einer nachhaltigen Störung des Arbeitsbündnisses von Schüler*in und Lehrkraft führen.
    Des Weiteren werden bei einer auf gewissen „Rollen“ basierenden Umsetzung (jemand „lautes“ wird neben jemand „stillen“ gesetzt) diese Rollen der einzelnen Schüler*innen nur determiniert werden.

    Liebe Grüße
    Silas

  51. Lieber Thore,

    danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Ich möchte hier kurz auf deinen Vorschlag eingehen, den störenden Schüler auf einen anderen, vorher leeren Platz zu setzen.
    Sollten im Raum leere Stühle zur Verfügung stehen, wäre das natürlich optimal, weil dann keine anderen Schüler oder Schülerinnen negativ durch den Platzwechsel beeinflusst würden. Aber: Natürlich ist es vollkommen legitim einen störenden Schüler zu saktionieren, aber durch das Umsetzen auf einen vielleicht sogar dafür vorgesehenen Platz zieht natürlich auch eine gewissen Bloßstellung vor der Klasse mit sich. Das Ziel der Lehrkraft sollte es sein die effektive Lernzeit der SuS, den störenden Schüler mit einbezogen, möglichst lang zu gestalten. Der Schüler könnte jedoch durch die nun unangenehme Situation von seiner Lerntätigkeit abgelenkt sein. Deshalb währe eine Aussicht auf eine Belohnung bei einer Beseitigung der Störung hier vielleicht angebracht. Mein Vorschlag ist, dass die Lehrkraft dem Schüler nach der Saktionierung vorschlägt, dass er sich, wenn er ab jetzt konzentriert arbeite, nach einer gewissen Zeit wieder zurücksetzen dürfe, mit der Bitte, dass er sich nun entsprechend der Klassenregeln verhalte.

    LG Patrice

  52. Lieber Thore,

    im Zuge des Seminars für pädagogisches Handeln in Schulen sollen wir uns jede Woche Beiträge wie deine vornehmen. Da wir alle bis jetzt erst im zweiten Semester sind und ich noch keine Praktika hinter mir habe, ist es für mich immer wieder aufs neue sehr interessant, von den Erfahrungen der anderen zu lernen. Der Beruf des Lehrers ist sehr komplex und erfordert sehr oft schnelle Entscheidungen für die Unterbindung einer Störung. Und es gehört dazu einige Fehler zu machen, weil nur aus diesen kann man effizient lernen. Aus deinem Beitrag habe ich gelernt, dass man immer zuerst volles Verständnis für eine Situation haben sollte, bevor man die Schüler bestraft. Schüler sind auch nur Menschen, und wem von uns würde es gefallen, für etwas bestraft zu werden, was nichtmal unsere Schuld ist?

    Danke für deinen Beitrag.

    Liebe Grüsse,
    Valeria

  53. Hallo Thore,
    ich finde die Maßnahme, die die Lehrerin ergriffen hat, nicht sehr gut gewählt. Eine andere Mitschülerin wurde für die Störung eines Schülers mit bestraft, was in dieser Situation ungerecht war. Dadurch ist die Konzentration auf die Aufgabe in den Hintergrund gerückt und die Störung in den Vordergrund. Das Umsetzen der störenden Schüler könnte sinnvoll sein, wenn ausreichend Abstand zwischen ihnen ist und möglichst keine anderen Schüler und Schülerinnen mit hineingezogen werden.

  54. Vielen Dank für deinen Beitrag Thore.
    In der vorgestellten Unterrichtssituation ist sicher einiges nicht ganz wie geplant umgesetzt worden.
    Die Reaktion von Paul auf seine scheinbar unbegründete Umsetzung ist sehr verständlich und auch die Reaktion von Frida ist abzusehen. Eine Umsetzung kann nur gelingen, wenn der störende Schüler mit einem Schüler den Platz tauscht, der diesen Vorgang nicht als Strafe sieht, sondern als Möglichkeit. Den Schülern muss erklärt werden, dass alle von einer Umsetzung profitieren würden, da so eine ruhigere Lernatmosphäre geschaffen werden kann.
    Frida wird sich im weiteren Verlauf der Stunde kaum gemeldet haben, wahrscheinlich ist das „Lehrer-Schüler-Lernbündnis“ durch diese willkürliche Umsetzung geschädigt worden.
    Besser wäre es gewesen mit einem leistungsstarken Schüler zu sprechen z.B. nach dem Unterricht und ihn zu Fragen, ob er es in Ordnung findet, wenn er bei der nächsten Störung neben den Störenfried gesetzt wird.
    Niklas

  55. Lieber Thore,

    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Ich kann dir nur beipflichten, was die vorsichtige Verwendung von Sanktionen angeht. Ich habe es selbst in meiner Schullaufbahn oft erlebt, dass in einer Störungssituation der falsche Schüler bestraft wurde. Das hat meist in der Arbeitsverweigerung des zu unrecht bestraften Schülers gemündet und die Störungen des anderen beteiligten Schülers kaum verringert, was für eine Lehrkraft natürlich das vorstellbar schlechteste Ergebnis der Situation darstellt. Daher denke ich auch das besonders aufmerksames Monitoring wichtig ist um solche Situationen zu vermeiden. Die SuS direkt danach vor der Klasse zu fragen wer die Störung verursacht hat ist meiner Meinung nach wenig zielführend, da dies den Zusammenhalt und das Vertrauen unter den Schülern gefährden kann. Im Zweifelsfall sollte die Lehrkraft dann eher von einer direkten Sanktion absehen und die Situation ab diesem Zeitpunkt genauer beobachten, um bei der nächsten Störung die richtige Entscheidung treffen zu können. Alternativ könnte die Lehrkraft nach dem Unterricht die beteiligten Schüler zu sich holen und die Situation mit ihnen besprechen.

    Liebe Grüße
    Leon

  56. Lieber Thore,
    ich schließe mich der Meinung an, dass es von der Lehrkraft ungerecht war, andere SuS mit zu bestrafen. Das Ausüben von Gerechtigkeit ist einer der wichtigsten Handlungen einer Lehrkraft und die Basis eines guten Arbeitsbündnisses zwischen Lehrkraft und Schüler/in. Trotzdem muss ich sagen, dass es in der Umsetzung wahrscheinlich sehr schwierig und nahezu unmöglich ist auf alle 30 SuS im Klassenraum gleichermaßen zu achten und jede Situation gerecht zu beurteilen. Wichtig ist, dass man das Monitoring der Klasse so gut wie möglich durchführt, versucht so gerecht wie möglich zu sein und wenn man eine Situation nicht richtig eingeschätzt hat, sie im Nachhinein zu reflektieren und sich bei dem/r Schüler/in auch entschuldigen können.

  57. Hallo Thore,

    Danke erstmal für den Einblick , denn du uns hier gegeben hast. Ich denke auch dass die Lehrkraft an dieser Stelle, nicht weitgehend über ihre Sanktion nachgedacht hat. Ich glaube das Umsetzen kann einen positiven Effekt haben, wenn man richtig Umsetzt. Der Schüler sollte sich zwar nie allein gelassen fühlen, aber mit der Folge einer Umsetzung trotzdem sanktioniert werden. Das dabei nicht auf knapp 30 Schüler geachtet werden kann und eventuell ein Freud von seinem Freund getrennt wird, ist normal. Der Lehrer sollte aber nicht immer mit den Selben Schülern wechseln, da sie sich sonst wie hier unfair behandelt fühlen.

  58. Lieber Thore,
    deine Fragestellung zur Erteilung von Sanktionen und wann sie wo Sinn machen ist eine äußerst interessante, aber auch schwierig zu beantwortende Frage, weil es immer auf die Individualität der Klasse ankommt, wie Sanktionen z.B. wirken. Du hast auf jeden Fall Recht, dass die Lehrkraft hier in diesem Beispiel die Sanktion falsch bzw. ungünstig eingesetzt hat. Sanktionen bzw. Strafen sollten immer nur die Schüler treffen, die diese Strafe „verdient“ haben. Sonst passiert eben genau das, was du hier beschrieben hattest (einzelne Schüler fühlen sich ungerecht behandelt –> Unruhe in der Klasse). Wenn man sich als Lehrer/in nicht sicher ist, welcher Schüler gestört hat, sollte man von Sanktionen also absehen. Doch wenn man es weiß, dann finde ich es besser den Schüler und auch nur diesen einen Schüler umzusetzen auf die andere Seite der Klasse. Und zu deiner Frage, ob man die anderen SuS fragen soll, wer nun Schuld hätte: Das finde ich problematisch. Zum einen bringt das nur Unruhe in die Klasse ein (Schüler beschuldigen sich gegenseitig, der eine gibt es nicht zu –> Stört den Unterrichtsfluss) und zum anderen stört es die Klassengemeinschaft, weil „verpetzen“ eher als Vertrauensverlust gesehen wird.

  59. Sanktionen sollten natürlich möglichst gerechtfertigt sein. Allerdings ist es als Lehrkraft nicht immer so einfach alle Geschenisse komplett zu überblicken.
    In diesem Fall könnte man versuchen bereits aufgefallene SuS mehr in den Fokus zu nehmen um festzustellen, von wem die Störung tatsächlich ausgeht.
    Die Schüler zu befragen halte ich nicht für sinnvoll, da SuS an dieser Stelle häufig lügen (je nach ihrer Beziehung zu den Beschuldigten auch sehr gern zu deren Gunsten oder gegen diese sprechen)

    Desweiteren sollte vermieden werden SUS die nicht mit der Störung zu tun hatten auch zu bestrafen, wie es hier mit Frida passiert ist. Wenn das Klassenzimmer nicht völlig überfüllt ist kann man den Schüler auf einen leeren Platz setzen.

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