Die Berliner Unis sind „exzellent“ – und was habe ICH davon?

Am 19. Juli haben die drei großen Berliner Universitäten und die Charité richtig gefeiert: Ihr Verbund, die Berlin University Alliance, wurde im Exzellenzstrategie-Wettbewerb des Bundes und der Länder ausgezeichnet. Worum es dabei geht und was es dir bringt, wenn du an einer Exzellenz-Universität studierst, erfährst du in diesem Beitrag.

Mehr als zwei Jahre lang hatten viele Menschen darauf hingearbeitet und am Freitag, den 19. Juli, um 16.10 Uhr war es dann endlich soweit: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek gab die Namen der Universitäten bekannt, die sich künftig mit dem Exzellenztitel schmücken dürfen. Darunter war neben weiteren zehn Universitäten aus ganz Deutschland auch der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität sowie CharitéAn der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist die gemeinsame humanmedizinische Fakultät von Freier Universität und Humboldt-Universität angesiedelt. Die Charité ist das größte Universitätsklinikum Europas und die humanmedizinische Fakultät derzeit an vier Standorten vertreten: Campus Benjamin Franklin, Campus Berlin-Buch, Campus Charité-Mitte... More – Universitätsmedizin Berlin. Beworben hatten sich 17 Universitäten und zwei Verbünde. Mehrere hundert Mitglieder aller vier Einrichtungen und geladene Gäste verfolgten die Liveübertragung der Pressekonferenz aus Bonn im Berliner Veranstaltungszentrum Urania und freuten sich gemeinsam über den Erfolg. Anschließend gab es eine große Party.

Vier Partner, eine Party! (Bildquelle: Bernd Wannenmacher)

Mit ihrem Verbundantrag verfolgen die Berliner Universitäten und die Charité ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen einen „Forschungsraum“ in Berlin schaffen, in dem Forscherinnen und Forscher einfacher die Möglichkeiten nicht nur ihrer eigenen Universität, sondern auch der anderen Einrichtungen nutzen können. Schon jetzt arbeiten die drei Universitäten und die Charité auf vielen Gebieten zusammen. Mit der Berlin University Alliance haben sie dieser Zusammenarbeit einen institutionellen Rahmen gegeben, um gemeinsam noch besser zu werden. Denn viele Fragen, die Gesellschaft und Wissenschaft bewegen, sind so groß und vielschichtig, dass sie nur mit vereinten Kräften von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen erforscht werden können. Solche Themen wie etwa die große Frage, wie man Spaltungen und Konflikten in einer Gesellschaft entgegenwirken kann, wollen die Einrichtungen in Zukunft zusammen angehen. Auch Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft sowie internationale Partner sollen mitreden können, wenn zu diesen Themen geforscht wird. Außerdem möchten sich die Universitäten für mehr Qualität in der Forschung einsetzen – etwa um Forschungsergebnisse noch besser nachvollziehbar zu machen – und die wissenschaftliche Infrastruktur, zum Beispiel moderne Labore und teure Großgeräte aber auch BibliothekenDie Freie Universität verfügt über einen Literaturbestand von fast acht Millionen Büchern – die meisten davon befinden sich in einer der 15 Fachbibliotheken oder der allgemeinen Universitätsbibliothek. Übrigens kannst du diese auch besuchen, wenn du noch nicht studierst. Besonders lohnt... More und Sammlungen, besser gemeinsam nutzen.

Der frisch gedruckte Antrag, Bildquelle: TU Berlin/PR/Felix Noak

Vom 1. November 2019 an erhalten die Partnerinnen für ihre Vorhaben pro Jahr rund 24 Millionen Euro für zunächst sieben Jahre. Vom Berliner Senat kommen zusätzlich sechs Millionen Euro dazu, um tolle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Berlin zu holen und wichtige Forschungsprojekte zu fördern.  Auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen stärker unterstützt werden, wenn sie sich entschlossen haben, in der Forschung zu arbeiten.

Wie profitieren Studierende?

Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ist zwar in allererster Linie auf die Förderung von Spitzenforschung ausgelegt. Aber zum ersten Mal werden im Rahmen eines solchen Forschungswettbewerbes auch Mittel zur Förderung der Lehre bereitgestellt. Laut Antrag ist Folgendes geplant:

  • Joint Courses and Programs der Universitäten zielen auf die Entwicklung neuer gemeinsamer Studiengänge.
  • Das Berlin Student Research Opportunities Program (StuROPx) fördert Studierende mit besonderem Forschungsinteresse und stärkt so die Verbindung zwischen Spitzenforschung und Lehre.

Studierende können sich also freuen auf:

  • einen noch breiteren Zugang zu den bestehenden Lehrveranstaltungen„Lehrveranstaltungen“ ist der Oberbegriff für Kurse, die Studierende während der Vorlesungszeit besuchen. Das können Vorlesungen und Seminare sein: Vorlesungen finden meist in großen Hörsälen statt; meistens redet der Dozent oder die Dozentin und die Studierenden hören zu und machen sich... More an den drei großen Berliner Universitäten und der Charité
  • neue Lehrveranstaltungen im Bereich Forschung, Wissensaustausch und Forschungsqualität
  • neue Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung an Forschungsprojekten

Außerdem ist es natürlich auch gut, an einer Universität zu studieren, die zu den besten Hochschulen in Deutschland zählt – und dieses gute Image wird auch im AuslandWenn du studierst, hast du die Möglichkeit, für ein oder mehrere Semester ins Ausland zu gehen und dort an einer anderen Universität zu studieren. In der Regel kannst du dir dort erworbene Leistungspunkte für dein Studium an der Freien Universität... More wahrgenommen.

Die Lehre verbessern: Die Berlin University Alliance richtet mit dem Berliner Zentrum für Hochschuldidaktik im März 2020 die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik aus. Digitalisierung ist dort auch ein Thema. (Bildquelle: Bernd Wannenmacher)

Gemeinsame Studiengänge der Berliner Universitäten

An den Berliner Universitäten gibt es bereits einige Studiengänge, die von mehreren Hochschulen getragen werden. Den sogenannten „Mehrfachstudierendenstatus“ bekommt, wer in gemeinsamen Studiengängen der Hochschulen studiert, etwa den MasterDer Master ist ein weiterführender Studienabschluss. Je nach Fach, das man abschließt, lautet der Titel M.A. (Master of Arts), M.Sc. (Master of Science), M.Ed. (Master of Education) oder LL.M. (Master of Laws). Man unterscheidet zwischen einem konsekutiven und einem weiterbildenden... More in Computational Neuroscience anstrebt. Der stark an aktueller Forschung orientierte Studiengang ist im Zusammenwirken mehrerer universitärer Forschungseinrichtungen in Berlin entstanden: der Humboldt-Universität, der Technischen Universität Berlin, der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie des Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin. Weitere Beispiele findest du hier. In den meisten Fällen handelt es sich um Masterstudiengänge.

Lehrkräftebildung ist Teamarbeit

Alle drei Berliner Universitäten bieten Studienfächer für künftige Pädagoginnen und Pädagogen an. Die Ausbildung ist Teamarbeit: An den Berliner Universitäten wird die Ausbildung von Lehrkräften für Grundschulen und weiterführende Schulen an Zentralinstituten organisiert. Die federführende Einrichtung an der Freien Universität ist die Dahlem School of Education (DSE), an der Technischen Universität Berlin ist es die SETUB (School of Education TU Berlin) und an der Humboldt-Universität die Professional School of Education (PSE). Die Universitäten arbeiten übergreifend in Gruppen zusammen mit dem Ziel, die Ausbildung und das Lehrangebot für die künftigen Lehrerinnen und Lehrer abzustimmen und weiterzuentwickeln. Mehr dazu findest du auf der Webseite der Berlin University Alliance.

Wie du siehst, hält die Exzellenz-Strategie auch einiges für dich bereit! 📦 ☺️✨

Bild oben: Matthias Heyde

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