Praktikum beim Baltisch-Deutschen Hochschulkontor in Riga

Vom 01.08.2022 bis zum 07.10.2022 habe ich mein Pflichtpraktikum im Rahmen meines Masterstudiums in Osteuropastudien beim Baltisch-Deutschen Hochschulkontor in Riga, Lettland, absolviert. Das Hochschulkontor ist ein kleines Unternehmen mit zwei Mitarbeiterinnen am Rande der Rigaer Altstadt. Es wird als „Deutsches Zentrum” in den baltischen Staaten für Einrichtungen und Projekte der wissenschaftlichen Kooperation und des akademischen Austausches zwischen Deutschland und den baltischen Staaten gesehen. Es soll ein Ort der Begegnung und Diskussion, nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern für Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft sein. Die Arbeitssprache ist Deutsch. Kenntnisse der lettischen Sprache sind nicht erforderlich, aber natürlich trotzdem gern gesehen.

Da meine Prüfungsordnung voraussetzt, dass das Praktikum Osteuropabezug hat, war für mich klar, dass ich dieses auch gerne in einem osteuropäischen Land machen würde. Ich hatte das Glück, vorausgehend schon ein Erasmus-Semester an der Universität Lettlands in Riga verbringen zu dürfen und konnte somit die Stadt schon kennenlernen. Nach ein paar Wochen beschloss ich dann, mich auch primär in Riga nach Praktikumsstellen umzuschauen, da ich gerne noch etwas länger in Lettland bleiben wollte, vor allem auch über den Sommer. Nach kurzer Recherche und dann auch sehr schnell und unbürokratisch bekam ich die Praktikumsstelle beim Baltisch-Deutschen Hochschulkontor.

Für etwas mehr als zwei Monate habe ich pro Woche 40 Stunden gearbeitet, jeweils von 9 bis 17 Uhr. In meinem Aufgabenbereich lagen folgende Tätigkeiten: Übersetzen kurzer Texte, Vorbereiten von Reden für die Veranstaltungen, Bearbeiten von Texten auf der Webseite, Verfassen des monatlichen Newsletters, Verwalten von Finanzen, Vorschreiben von E-Mails, Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen etc. Allerdings lässt sich hier sagen, dass die Arbeitsweise des Baltisch-Deutschen Hochschulkontors eher etwas eingerostet ist und es gibt nur wenig Platz für neuen Input und Kreativität. Deswegen habe ich in der gesamten Zeit leider nur wenig dazugelernt und oft auch Aufgaben erledigt, die sich vorwiegend sinnlos anfühlten. Das ist meiner Meinung nach wirklich schade, da die Idee hinter dem Unternehmen gut ist und wirklich spannende Projekte entstehen und ausgeführt werden könnten.

Allerdings bin ich froh, dass in der Zeit meines Praktikums verschiedene Veranstaltungen stattfanden. Hier wird versucht möglichst unterschiedliche Themenfelder abzudecken, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen wie zum Beispiel Vorträge mit den Themen “Digitale Transformation und IT-Lösungen”, “Ideenmanagement: Möglichkeiten oder Risiken?” oder “Geopolitik, Identität, Geschichte? Das Syndrom hinter Russlands Krieg gegen die Ukraine.” Hierzu wurden unterschiedliche Referent*innen aus den baltischen Staaten sowie aus Deutschland eingeladen, die ihre Themen vorstellten. Somit boten die Veranstaltungen Raum Einblicke in mir teilweise noch unbekannte Themenfelder zu gewinnen und auch neue Personen kennenzulernen.

Insgesamt bin ich froh, die Chance bekommen zu haben, insgesamt acht Monate in Riga leben zu können. Somit wurden mir viele Einblicke in die lettische Kultur und Geschichte ermöglicht, die ich ohne einen Aufenthalt im Baltikum niemals bekommen hätte. Auch wenn ich im Vorfeld andere Erwartungen an mein Praktikum gehabt hatte, konnte ich dennoch vieles aus meiner Zeit in Lettland mitnehmen, auch für den weiteren Verlauf meines Studiums und zur Themenfindung für meine Masterarbeit.

Tipps für andere Praktikant:innen

Vorbereitung

Ich habe mit der Vorbereitung für meinen Erasmus-Aufenthalt etwa zwei Monate vor Abreise begonnen, d.h. mit den informellen Vorbereitungen zu Unterkunft etc. Die Bewerbung für eine Praktikumsfinanzierung durch Erasmus+ muss spätestens zwei Monate vor Praktikumsbeginn eingereicht werden. Da ich wie bereits erwähnt, schon im Sommersemester 2022 im Rahmen meines Studiums in Lettland gelebt hatte, hatte ich mich bereits ein Jahr zu vor, also im Januar 2021, auf das Auslandssemester beworben. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass im Sommersemester deutlich weniger Studierende nach Riga gekommen sind als im darauffolgenden Wintersemester. Dies hat vermutlich verschiedene Gründe, dennoch hatte bestimmt auch der Verlauf der Corona-Pandemie einen Einfluss darauf. Somit hatte ich im Winter 2021 überhaupt keine Probleme ein WG-Zimmer zu finden, während es vor dem Wintersemester 2022/23 anscheinend deutlich schwieriger wurde. Trotzdem lässt sich sagen, dass es in Riga vor allem im Vergleich zu Berlin deutlich einfacher ist, ein bezahlbares WG-Zimmer zu finden und im Normalfall sollte man nicht mehr als insgesamt 400 Euro zahlen, jedoch stiegen aufgrund der hohen Inflation auch die Preise extrem. Die meisten internationalen Studierenden wohnen entweder in der Altstadt und im Central Rajons, dem Zentralbezirk, welcher sich direkt neben der Altstadt befindet. Hier findet man eigentlich alles, was man braucht, und es ist eigentlich alles fußläufig erreichbar. Die meisten lettischen Menschen leben weiter außerhalb, da es dort möglich ist, nochmal deutlich günstiger zu wohnen. Im Vergleich zu Deutschland bzw. zu größeren Städten in Deutschland ist zwar die Miete günstiger, die Lebenshaltungskosten jedoch eher weniger. Durch die hohe Inflation 2022 sind die Preise im Supermarkt stark angestiegen und liegen teilweise nun sogar über denen in Deutschland. Auch das Essen in Restaurants oder Trinken in Bars liegen in einem ähnlichen Rahmen.

Praktikumssuche

Ich habe das Praktikum nach kurzer Recherche auf Google gefunden sowie aus Erfahrungsberichten über durchgeführte Praktika in Riga.

Wohnungssuche

Die Wohnungs- bzw. WG-Zimmersuche in Riga läuft (für internationale Studierende) hauptsächlich über Facebook-Gruppen. Hier werden regelmäßig freie Zimmer gepostet. Folgend ein paar Gruppen, denen ich beigetreten bin als ich mit der Wohnungssuche startete:

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit z.B. bei der Universität Lettlands nach Hilfe zur Wohnungssuche zu fragen. Hierzu lassen sich mehr Infos auf der Webseite finden (https://www.lu.lv/en/).

Ich habe durch andere Erfahrungsberichte, die ich online gefunden hatte, die Empfehlung für ein Haus, das hauptsächlich aus WGs besteht, erhalten. In diesen WGs wohnen Erasmus-Studierende, andere internationale Studierende, aber auch ein paar lettische Personen. Etwa zwei Monate vor Beginn des Semesters schickte ich der Vermieterin eine E-Mail und sie schickte mir superschnell eine positive Antwort zurück, dass noch Zimmer verfügbar seien. So konnte ich aus verschiedenen WGs aufgrund von Bildern ein Zimmer aussuchen. Hier konnte ich dann auch die gesamten acht Monate wohnen bleiben. Die Webseite hierfür ist: https://www.stabu16.lv/.

 Versicherung

Für ein Auslandspraktikum mit dem Erasmus+-Stipendium ist es verpflichtend eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für das Ausland zu haben. Hierbei bekommt man im Bewerbungsprozess durch den DAAD Angebote zu Kombi-Versicherungen. Ich kann hier allerdings nicht viel zu sagen, da ich noch familienversichert war und die Versicherungen so geregelt hatte.

Telefon-/Internetanschluss

In Lettland besteht die Möglichkeit eine Sim-Karte mit unbegrenzten Datenvolumen für das Smartphone zu kaufen. Dies sollte auch nicht allzu teuer sein. Ich habe allerdings die gesamte Zeit meine normale deutsche Sim-Karte verwendet, da es aufgrund der aufgehobenen Roaming-Gebühren im gesamtem EU-Raum einfach sehr komfortabel ist.

 Bank/Kontoeröffnung

Hierzu habe ich leider keinerlei Erfahrungswerte, da weder ich selbst noch andere deutsche Personen, die ich getroffen habe, ein Bankkonto in Lettland eröffneten. Generell kann in Lettland so gut wie alles mit Karte bezahlt werden, außer zum Beispiel auf dem Zentralmarkt. Hierbei benutzte ich ohne Probleme sowohl meine deutsche EC-Karte als auch meine Kreditkarte.

Ausgehmöglichkeiten

Riga bietet eine Vielzahl von Ausgehmöglichkeiten. Während die erste Anlaufstelle natürlich die Altstadt ist, gibt es jedoch darüber hinaus auch noch einige Alternativen, da die Altstadt auch relativ touristisch ist. So lassen sich im Zentralbezirk auch viele gemütliche Cafés und entspannte Bars finden. Beispiele hierfür sind das Gauja, Cafeterius oder Robert’s Books. Außerdem gibt es einen Platz, der von verschiedenen Bars umgeben ist, das sogennante Tallinas kvartala oder auf Englisch Tallinas Square. Hier ist insbesondere am Wochenende und im Sommer viel los und es gibt unterschiedliche Tanz-, als auch Sitzmöglichkeiten.

Da Lettland kein besonders großes Land ist, bietet es auch viele Ausflugsziele für Tages- oder Wochenendtrips. Die erste Adresse, um an den Strand zu kommen ist Jurmala, was etwa 30 Minuten mit dem Zug von Riga entfernt ist. Ich persönlich habe jedoch den Strand Richtung Saulkrasti bevorzugt, da dort deutlich weniger los ist, allerdings ist man auch etwas länger unterwegs. Ansonsten lohnt es sich auch zum Wandern in den Gauja Nationalpark zu fahren und die Städte Cesis und Sigulda zu besichtigen sowie Kuldiga, wo sich der breiteste Wasserfall Europas sehen lässt. Für einen Wochenendausflug lässt sich auf jeden Fall Liepaja im Westen und Daugavpils im Osten empfehlen. Dies sind zwei etwas größere Städte in Lettland. Hierbei ist es auch empfehlenswert sich ein Auto zu mieten, da es so auch möglich ist noch an anderen Orten kurz zu halten, die man mit dem Bus so nicht sehen würde.

Praktikum in einem Start-Up in Paris

It sounds like a dream to live in Paris, work for a start-up, and be able to learn from so many different people, doesn’t it? It was possible for me to take the opportunity to make this fantasy a reality, and I did it cautiously so as to not have such high expectations and setting myself up for disappointment.

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Forschungspraktikum im Bereich Neurobiologie in London

God save the Queen, long live the King. Über die ersten Tage des Junis habe ich in London noch die großen Feierlichkeiten zum 75. Kronjubiläum der Queen miterlebt. Vier freie Tage am Stück. In England eine Seltenheit.
Jubiläumsglückwünsche in allen Schaufenstern, imposante Girlanden von überdimensionalen, englischen Flaggen zwischen den Gebäuden, Union Jack for all. In den Pubs wurde ausgelassen gefeiert. Für mich als Deutsche war dieser offene Nationalismus-Jubel befremdlich, fast unangenehm. Aber, man muss es den Briten lassen, ihre Liebe zur Queen eint sie. Kurz nachdem ich aus London abgereist war, starb Queen Elizabeth II. Unerwartet und unvorbereitet. 96 Jahre sind schließlich kein Alter.

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Praktikum im Bereich Tierhilfe in Spanien

Zur Vorbereitung meines Auslandpraktikums habe ich zunächst eine Art Brainstorming gemacht, in welchen Bereich ich mir vorstellen könnte zu arbeiten. Für mich wurde so schnell klar, dass ich zum einen in den Bereich der Tierhilfe gehen möchte, und außerdem auch gerne viel draußen arbeite und einen vielfältigen und abwechslungsreichen Arbeitsalltag haben
möchte.

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Forschungspraktikum in Organischer Chemie in Italien

Nach fast fünf Monaten in Italien, kann ich jedem diese Erfahrung nur wärmstens empfehlen. Und mit wärmstens meine ich allerdings nur, wenn man konstanten Temperaturen um die 40 °C gut standhalten
kann. 😉 Mein Praktikum war ein Forschungspraktikum an der Universität von Bologna im Bereich der organischen Chemie. Hier habe ich mich mit Peroxiden, Antioxidantien und Fluoreszenzmarkern beschäftigt und muss sagen, dass ich hier wirklich sehr viel mitnehmen konnte.

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Forschungspraktikum im Bereich Genetik in Frankreich

Mein Erasmuspraktikum habe ich in der Forschungsgruppe Marseille Medical Genetics an der Fakultät für Medizin der Aix-Marseille Université verbracht. Die Forschungsgruppe befasst sich mit der Erforschung der frühzeitigen Alterung von Zellen aufgrund genetischer Erkrankungen und den daraus folgenden zellulären Veränderungen. Von Anfang Juni bis Mitte September 2022 hatte ich hier die Chance viel Neues zu lernen, mein Französisch enorm zu verbessern und natürlich auch die Umgebung zu erkunden.

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Praktikum an einem Astrophysikinstitut in Spanien

Den Praktikumsplatz habe ich organisiert indem ich nach Astrophysikinstituten in Spanien gesucht habe und anschließend den Abteilungsleiter der für mich spannendsten Abteilung eine Email geschrieben habe. Der Abteilungsleiter (mein Betreuer) war sehr freundlich und hilfsbereit.

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Praktikum in der Krebsforschung in Schweden

Das Berufspraktikum ist ein fester Bestandteil des Bachelorstudiengangs Biochemie an der FU-Berlin. Schon früh im Studium habe ich mich dazu entschieden ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Dafür habe ich vor dem 5. Semester nach möglichen Praktikumsorten gesucht, die mich interessieren würden. Da ich bereits zu Beginn meines Studiums Interesse an der Krebsforschung hatte und auch ein freiwilliges Praktikum zum Thema Brustkrebs abgeschlossen hatte, habe ich überwiegend nach Forschungsgruppen gesucht, die an diesem Thema arbeiten.

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Praktikum bei einer NGO in Kopenhagen

Ich durfte mein fünfmonatiges Praktikum bei einer transatlantischen Nichtregierungsorganisation Humanity in Action in Kopenhagen, Dänemark absolvieren. Humanity in Action besteht aus sechs selbständigen Partnerorganisationen in Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Polen und den USA. Seit 1999 fördert Humanity in Action junge Erwachsene mit hohem Leadership-Potential in ihrem beruflichen und persönlichen Werdegang mit dem Ziel, das Engagement für Menschen- und Minderheitenrechte in ihrer professionellen Karriere nachhaltig zu verankern. Der Kern der Arbeit von Humanity in Action besteht in der Vorbereitung und Durchführung der jährlich stattfindenden dreiwöchigen Fellowships, die zur Vernetzung junger Erwachsener dient. Das 2022 Copenhagen Fellowship hat die komplexe Geschichte von The Unity of the Realm behandelt.

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Praktikum im Bereich DaF in Portugal

Ich plante mein Auslandspraktikum in Braga circa ein Jahr im Voraus. Durch meine Kenntnisse in der portugiesischen Sprache, entschied ich mich für eine Stadt in Portugal. Das Praktikum ist von unserem Studiengang vorgeschrieben und gehört integral zum Curriculum. Ziel dieses ist es, erste Erfahrungen im Unterrichten zu sammeln, und das theoretisch Erlernte im Studium praktisch anzuwenden.

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