DaF-Praktikum in Griechenland

Das Praktikum an der Einrichtung kann ich nur empfehlen. Dieser Auslandsaufenthalt wurde in Rahmen meines Studiums (Deutsch als Fremdsprache: Kulturvermittlung, M.A.) organisiert und war sein obligatorischer Teil. Mir war besonders wichtig ein Praktikum genau in Griechenland zu absolvieren, weil ich von der Sprache und Kultur dieses Landes seit Langem begeistert bin. Diese Leidenschaft wollte ich also in dem Alltagsleben da konfrontieren. Ansonsten kenne ich viele in Deutschland lebende Griechen und habe es mir gewünscht, die Besonderheiten der griechischen Germanistik zu erkunden.

Ich habe den Kontakt mit den Abteilungen für die Deutsche Sprache und Literatur der verschiedenen griechischen (und zypriotischen) Universitäten aufgenommen und glücklicherweise eine Zustimmung von der Praktikumseinrichtung in Thessaloniki bekommen. Das Praktikum dauerte vom 30.09.2019 bis zum 31.01.2020, also 4 Monate, und legte seinen Schwerpunkt auf das Unterrichten der deutschen Sprache als Fremdsprache.

Ich muss betonen, dass da ich selbst Deutsch als Fremdsprache gelernt habe, war es erstmal etwas stressig, als Lehrperson tätig zu sein. Die Mitarbeiter in der Abteilung haben mich doch sehr unterstützt und immer gerne mir geholfen. Auch von dem Praktikumskoordinator habe ich immer viel Ermutigung gekriegt. Von Anfang an habe ich mich echt willkommen gefühlt.

In Rahmen des Praktikums habe ich vor allem die DaF-Unterrichte hospitiert und selbst geführt. Die Hospitationen fanden in 7 Gruppen der Germanistikstudierenden statt, die von den 5 Dozenten geleitet wurden.
Das Unterrichten war eine bereichernde Erfahrung, die aber manchmal auch eine große Herausforderung war. Vor allem die Vermittlung der deutschen Grammatik hat mich in Schwierigkeiten gebracht, weil ich es noch nie ausschließlich auf Deutsch gemacht habe. Mit der Hilfe der Dozenten ist es doch immer gut gelungen und ich bin mir sicher, dass ich von der Bewältigung dieser Problemen nur profitiert habe.
In den Hospitationen ist mir jedoch klar geworden, wie unterschiedlich die gleichen Inhalte vermittelt werden können und wie unterschiedlich die Realisierung eines Unterrichtskonzeptes in den verschiedenen Gruppen sein kann. Ich habe verstanden, wie wichtig ist es, dass der Unterricht immer lernerorientiert gestaltet sein soll und was es eigentlich bedeutet. Auch die Bedeutung der Förderung der Lernerautonomie und Lernenstrategien ist mir sichtbar geworden.

Das Praktikum an der Einrichtung würde ich jeder Person empfehlen, die die eigenen Lehrerkompetenzen in der herzlichen Atmosphäre prüfen und entwickeln will. Ich bin mir sicher, dass ich von der in Griechenland gewonnenen Erfahrung nicht nur in meiner zukünftigen Arbeit als Deutschlehrerin, aber auch in meinem Leben generell profitieren werde und dafür bin ich sehr dankbar.

Tipps für andere Praktikanten

Vorbereitung
Außer der fachspezifischen (didaktischen, methodischen etc.) Vorbereitung im DaF-Bereich würde ich empfehlen, ein bisschen Griechisch (zumindest Alphabet) zu lernen.

Praktikumssuche
Ich habe die „School of German Language and Literature“ direkt angeschrieben.

Wohnungssuche
Es ist ziemlich einfach eine Wohnung in Thessaloniki zu finden. Obwohl die Wohngemeinschaften in Griechenland nicht üblich sind, entscheiden sich viele Austauschstudierenden für diese Möglichkeit und gründen eine WG zusammen. Hier kann ich die Erasmusgruppen auf Facebook empfehlen.

Ansonsten würde ich auf zwei Sachen hinweisen. Erstens – die Wohnung sollte in der Nähe von dem Stadtzentrum (oder von der Universität) sein. Die öffentlichen Verkehrsmittel gibt es selbstverständlich, aber es ist kein Spaß die jeden Tag zu benutzen, da die Busse immer extrem voll sind.

Die Wohnung sollte auch eine Heizung/Klimaanlage haben. Sehr wichtig!

Versicherung
Die Praktikanten müssen sich selbst um die Versicherung kümmern.

Sonstiges
Die AUTH-Studierenden dürfen die Mensa kostenlos benutzen. Das gilt aber nicht für die Praktikanten, die dafür 60 Euro pro Monat bezahlen sollen.

Formalitäten vor Ort
Telefon-/Internetanschluss
Diejenigen, die eine griechische Nummer haben wollen, sollen sich das Vodafone-Angebot überlegen, da die Besitzer der Vodafone-Nummer beispielsweise die Ermäßigung in manchen Kinos bekommen. Ich habe doch meine deutsche Nummer benutzt und hatte keine Probleme damit. Um den Internetanschluss musste ich mich nicht kümmern, kann demzufolge nicht wirklich helfen. Das Internet gibt es aber in fast jedem Café, an der Einrichtung… Quasi überall.

Bank/Kontoeröffnung
Es war nicht nötig, ein griechisches Konto zu eröffnen. Die Zahlung mit der deutsche Girokarte war normalerweise möglich, ausnahmsweise habe ich manchmal die Kreditkarte benutzt. Auch in den kleineren Cafés und Geschäften war die Kartenzahlung möglich.

Sonstiges
Die Zahlung mit der SEPA-Lastschrift ist in Griechenland nicht so üblich.

Alltag/Freizeit
Ausgehmöglichkeiten
Die Ausgehmöglichkeiten sind unbegrenzt und jeder wird etwas für sich finden. Ich habe an den Abenden mit der live-Musik in den griechischen Tavernen Gefallen gefunden. Diejenigen, die sich für Kino interessieren, kann ich  Thessaloniki International Film Festival und die damit verbundenen Events empfehlen.

Sonstiges
Obwohl Thessaloniki eine tolle Stadt ist, lohnt es sich sehr auch andere Städte (und Länder) zu besuchen. Athen, Trikala (und die Meteora-Klöster), Ioannina, Posar, aber auch Skopje, Istanbul oder Sofia – diese Orte sind von Thessaloniki ziemlich einfach zu erreichen. Die griechischen Bus- und Zugtickets sind doch etwa teuer, beispielsweise: ein Zugticket von Thessaloniki nach Athen kostet ca. 30-40 Euro. Die internationalen Verbindungen sind dafür ziemlich günstig, ein Busticket von Thessaloniki nach Istanbul kostet auch ca. 30 Euro.

Bildquelle: privat

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