Praktikum bei einer Produktionsfirma in Barcelona

Die Entscheidung für mein Praktikum in Barcelona habe ich während meines Erasmusaufenthaltes an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona gefasst. Ich habe dort sieben Monate studiert und mich bereits in den ersten Wochen in die Stadt verliebt. Ich wusste schon früh, dass ich unbedingt noch länger dortbleiben möchte, weswegen ich mich nach einem Praktikum umgeschaut habe.


Dazu habe ich zunächst auf der Praktikumsseite der FU umgeschaut, konnte dort leider keine direkten Anlaufstellen für Praktika im Filmbereich in Barcelona finden. Deshalb habe ich auf eigene Faust so viele Produktionsfirmen in Barcelona recherchiert wie möglich und mich per Email als Praktikantin beworben.

Ich habe leider relativ viele Absagen oder nicht einmal Antworten erhalten, als jedoch eine Mitarbeiterin von Barcelona Production mir relativ kurzfristig schrieb und mich zu einem Vorstellungsgespräch einlud, habe ich mich sehr gefreut. Das Gespräch war online, da wie ich später herausfand, der Sitz der Firma ein wenig außerhalb der Stadt liegt, jedoch gut und schnell erreichbar. Die Mitarbeiterin war sofort total herzlich und hat mir nach ein paar Fragen direkt angeboten, mein Praktikum bei Barcelona Production zu absolvieren, was ich dankend annahm.

Das Ausfüllen der Unterlagen lief relativ reibungslos und schnell ab und am 3. April konnte ich mein Praktikum beginnen. Dadurch, dass die Firma sich nicht in Barcelona selbst befindet, wurde mir angeboten, nur die Hälfte der Zeit ins Büro kommen zu müssen und die andere Hälfte von zu Hause aus zu arbeiten, was ich für einen guten Vorschlag hielt. Der erste Tag hat mir bereits sehr gut gefallen, denn die Mitarbeiter*innen waren unglaublich freundlich, haben mich mittags zu einem Kennenlernessen eingeladen und mich sehr herzlich empfangen. Bereits in meiner zweiten Woche begann meine erste Produktion mit der Firma, bei der es sich um einen Werbefilm für MyProtein handelte. Alle, die schonmal an einem Set gearbeitet haben, wissen: Drehtage bedeuten früh aufstehen und spät heimgehen. In dieser einen Woche Shooting konnte ich die Produktion hautnah von vorne bis hinten begleiten, was eine sehr wertvolle Erfahrung war. Am Set habe ich unterschiedlichste Aufgaben unternommen, die von Tag zu Tag manchmal variierten. An einem Tag war ich so etwas wie 3. Regieassistenz, am nächsten habe ich einige Runner-Aufgaben übernommen und so weiter. Die Vielfältigkeit dieser Arbeit hat mir sehr gut gefallen und die Überstunden, die ich in dieser Woche geleistet habe, konnte ich in der nächsten zur Entspannung und zum Ausruhen nutzen. Zwischen den Produktionen bestanden meine Aufgaben größtenteils aus administrativen Dingen wie die Recherche von Hotels zur Unterbringung der Crew, Suche nach Cateringfirmen und der Zusammenstellung der Exceldateien, die alle Informationen über die Crew enthalten und der Dreh- und Angelpunkt einer jeden Produktion sind. Somit war meine Zeit bei Barcelona Production meiner Meinung nach sehr ausgeglichen in dem Verhältnis von actionreicher und anstrengender Produktionswochen und ruhigerer Office-Arbeit in den Wochen zwischen den einzelnen Projekten. Diese Dynamik hat mir sehr gut gefallen, da ich so nicht nur viel wertvolles Praxiswissen erlernt habe, sondern auch viel Zeit hatte, die Stadt außerhalb der Praktikumszeiten ausgiebig zu genießen. Ich würde ein Praktikum bei Barcelona Production jeder Person empfehlen, die an einem Praktikum in der Produktionswelt interessiert ist und außerdem in einer wundervollen Stadt mit viel Sonne, aufgeschlossenen Menschen und Strand leben möchte. Meine Mentoren waren die Besten, die ich mir hätte wünschen können und haben meine Zeit in ihrer Firma wirklich wunderbar gestaltet, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

Tipps für andere Praktikant:innen

Vorbereitung
Es einfach auf dich zukommen lassen

Beantragung Visum
Nicht notwendig.

Praktikumssuche
Selbst nach interessanten Firmen/Institutionen im Internet suchen und per Mail kontaktieren.

Wohnungssuche
Die Webseiten idealista, depisoenpiso und badi sind zu empfehlen.

Versicherung
Ich habe mich für die DAAD-Versicherung entschieden.

Formalitäten vor Ort

Telefon-/Internetanschluss
Es lohnt sich, sich eine spanische Prepaid-Karte zu holen (ich hatte 100MB für 10 Euro im Monat).

Bank/Kontoeröffnung
Nicht notwendig, es gibt Deutsche Banken in Barcelona. Außerdem kann man überall mit Karte zahlen.

Alltag/Freizeit

Ausgehmöglichkeiten
Viele Clubs und Bars, Razzmatazz ist der größte und wahrscheinlich beliebteste Club in Barcelona. In der gleichen Gegend gibt es auch viele günstige Studentenbars.

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