Als Fremdsprachenassistentin in Frankreich

Während meines Einsatzes als Fremdsprachenassistentin konnte ich wertvolle pädagogische Erfahrungen sammeln, sowohl im Unterricht als auch im Austausch mit den Lehrkräften und Schüler*innen. Besonders dankbar war ich für die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen, die mir mit großem Engagement zur Seite standen. Sie gaben mir regelmäßig Feedback zu meinen geplanten Aktivitäten, machten Vorschläge zur Verbesserung und nahmen sich Zeit für den fachlichen Austausch. Das hat mir nicht nur inhaltlich geholfen, sondern mir auch das Gefühl gegeben, ein geschätztes Mitglied des Teams zu sein.

Im Unterricht habe ich eine Vielzahl an Aktivitäten durchgeführt, die sowohl sprachliche als auch kulturelle Aspekte abdeckten. So habe ich Präsentationen über Deutschland im Allgemeinen und über Berlin im Speziellen gehalten. Darüber hinaus habe ich Rollenspiele vorbereitet, bei denen die Schüler*innen einfache Alltagssituationen auf Deutsch üben konnten. Besonders beliebt waren Spiele und Gesprächsanlässe rund um deutsche Feiertage wie Weihnachten und Silvester. Auch kulturelle Bräuche und landestypische Traditionen waren oft Thema. Ergänzend dazu habe ich bei Unterrichtseinheiten mitgewirkt, die sich an den offiziellen Lehrplänen orientierten – beispielsweise bei Themen zur deutschen Geschichte oder Gesellschaft.

Die Zusammenarbeit mit meiner Betreuungslehrkraft war sehr angenehm und produktiv. Sie stimmte sich regelmäßig mit mir ab, besprach mit mir, welche Inhalte in den nächsten Stunden behandelt werden sollten, und gab mir dann die Freiheit, diese in eigene Unterrichtseinheiten umzusetzen. In vielen Fällen habe ich die Stunde eigenständig vorbereitet und durchgeführt oder einzelne Teile moderiert und angeleitet. Diese Verantwortung hat mir zunächst etwas Respekt eingeflößt – besonders, da ich nicht damit gerechnet hatte, so früh eigenständig unterrichten zu müssen.
Rückblickend war das aber ein großer Gewinn, denn es hat mich fachlich und persönlich wachsen lassen.

Die Schüler*innen, mit denen ich gearbeitet habe, waren zwischen 12 und 18 Jahre alt und somit sowohl am Collège als auch am Lycée angesiedelt. Die sprachlichen Niveaus lagen überwiegend im Bereich A1 bis gutes A2, wobei das Interesse am Deutschlernen stark variierte. Am Collège habe ich eine deutlich höhere Motivation und Freude am Unterricht gespürt. Viele der Schüler*innen waren intrinsisch motiviert und offen für die deutsche Sprache und Kultur. Am Lycée war die Motivation mitunter etwas geringer, doch durch kreative Ansätze kann das Interesse geweckt werden.

Außerhalb des regulären Unterrichts gab es nur wenige Aktivitäten, meist in Form von Museumsbesuchen, bei denen ich die Schüler*innen begleitet habe. Dennoch haben auch diese Gelegenheiten dazu beigetragen, den Kontakt zu stärken und den Unterrichtsinhalt lebendig zu machen.

Mein Alltag bestand hauptsächlich aus der Vorbereitung des Unterrichts, Recherchen sowie alltäglichen Aufgaben wie dem Einkaufen. Die Einkaufsmöglichkeiten lagen in der Regel etwa 20 Minuten Fußweg entfernt, was manchmal etwas mühsam war – vor allem, weil der nächstgelegene Supermarkt eine eher begrenzte Auswahl hatte und zudem teurer war als die anderen Läden.

Um mich einzuleben, habe ich versucht, aktiv auf Kolleginnen und Kollegen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen. Mit ein, zwei Kolleg*innen habe ich mich regelmäßig getroffen, wir sind zusammen in die Stadt gefahren und haben gemeinsam etwas unternommen. Auch der Austausch mit anderen Fremdsprachenassistent*innen hat mir sehr geholfen, mich vor Ort wohlzufühlen.

Für zukünftige FSA kann ich nur empfehlen, offen auf Menschen zuzugehen, sei es bei einem Spaziergang, im Café oder im Park. Wer gerne liest, kann sich einem Buchclub anschließen, und wer sportlich ist, findet vielleicht über ein Fitnessstudio Anschluss. Solche Orte sind ideale Gelegenheiten, um mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und Freundschaften aufzubauen.

Offenheit, Eigeninitiative und ein bisschen Geduld helfen dabei, sich schnell einzuleben und die Zeit vor Ort wirklich zu genießen.

Alles in allem wurde meine Erwartung an die Rolle der FSA in vielerlei Hinsicht übertroffen. Ich hatte nicht nur die Möglichkeit, praktische Lehrerfahrung zu sammeln, sondern bekam auch einen tiefen Einblick in das französische Schulsystem, in interkulturelle Kommunikation und in das konkrete Arbeiten mit heterogenen Lerngruppen.
Besonders wichtig war für mich die Erkenntnis, dass der Lehrer*innenberuf tatsächlich das Richtige für mich ist. Die Erfahrung hat meinen Berufswunsch bestärkt und mir gezeigt, dass ich mit Freude, Kreativität und Engagement einen echten Beitrag leisten kann.


Tipps für andere Praktikant:innen

 

Vorbereitung

Da mein Sprachniveau zu Beginn nur auf A2 lag, habe ich im Vorfeld besonders intensiv an meinen Französischkenntnissen gearbeitet. Neben dem Sprachenlernen gab es natürlich auch viele organisatorische Aufgaben, die vor der Abreise erledigt werden mussten. Ich habe mich um alle notwendigen Versicherungen gekümmert, Dokumente zusammengetragen und gleichzeitig meine Wohnung in Deutschland untervermietet, um finanziell abgesichert zu sein.

 

Beantragung Visum

War bei mir nicht nötig

 

Praktikumssuche

Ich habe von meiner Uni über das Programm erfahren

 

Wohnungssuche

Mir wurde ein Zimmer in einer Dienstwohnung gestellt.

 

Versicherung

Ich habe ein Versicherungspaket bei der DAAD abgeschlossen (Reise-;Haft- und Krankenversicherung)

 

Formalitäten vor Ort

Telefon-/Internetanschluss

In Frankreich kriegt man günstige Sim-Karten mit monatlichem Internet und Anruf flat ( mein Tarif hat nur 20€ für 300GB im Monat gekostet + Anruf Flat)

 

Bank/Kontoeröffnung

Ich musste ein französisches Bankkonto eröffnen, das ich allerdings nie benutzt habe, dies war auch nicht teuer.

 

Alltag/Freizeit

Ausgehmöglichkeiten

Es gibt ganz viele Bars und Cafés im Zentrum von Paris und etliche Restaurants. Die Museen kann ich euch auch nur ans Herz legen, vor allem das Musée d’Orsay.

Sonstiges

Bleibt positiv und offen und genießt all die Eindrücke, die auf euch einprasseln werden.

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