Lehraufenthalt in Spanien

Nicolas Longinotti, Universidad de Santiago de Compostela – März 2026

Während meines Aufenthalts an der Universidade de Santiago de Compostela habe ich ein Blockseminar zur italienischen Literatur der frühen Neuzeit für eine Gruppe von etwa 15 Bachelorstudierenden gehalten. Nach Absprache mit meiner Kollegin vor Ort habe ich mich entschieden, Perspektiven aus der Material Philology und der History of Emotion anzubieten, die wir in Berlin regelmäßig anwenden und mit denen die Studierenden wenig vertraut waren. Während sie mit großem Interesse auf diese theoretischen Ansätze reagierten, konnte ich von ihrer Fähigkeit profitieren, Ähnlichkeiten und Zusammenhänge zwischen italienischen und spanischen Texten der Renaissance zu erkennen. Das Seminar hat uns nicht nur methodisch und inhaltlich weitergebracht, sondern auch unser Gefühl für die gemeinsame europäische Identität gestärkt, eine Identität, die schon in der frühen Neuzeit sichtbar war und durch solche Austausche wiederbelebt wird.

Trainingsaufenthalt in Kairo

Caroline Schwarz, Cairo University – März/April 2026

Mein Erasmus+-Aufenthalt in Kairo war für mich nicht nur eine spannende berufliche Station, sondern vor allem eine echte persönliche Bereicherung. Für einige Monate in einer so lebendigen, vielschichtigen Stadt zu arbeiten, hat meinen Blick auf die Welt spürbar erweitert. Wenn man den gewohnten Kontext verlässt, merkt man erst, wie sehr man sich sonst in seiner eigenen Realität bewegt. In Kairo war vieles anders: Arbeitsprozesse, Kommunikationsstile, Prioritäten im Alltag. Gerade diese Unterschiede haben mich dazu angeregt, meine eigenen Routinen und Annahmen bewusster zu hinterfragen. Im direkten Austausch mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort konnte ich differenzierter wahrnehmen, welche vermeintlichen „Fakten“ über eine Kultur tatsächlich Bestand haben und welche eher auf vereinfachten Vorstellungen beruhen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen sind, um Verständnis zu entwickeln und wie sehr echter Perspektivenwechsel Veränderung ermöglicht. Besonders wertvoll war zudem der Aufbau eines internationalen, persönlichen Netzwerks. Solche Kontakte sind nicht nur menschlich bereichernd, sondern auch fachlich hilfreich, etwa wenn es um Kooperationen oder zukünftige Antragsverfahren geht. Gleichzeitig habe ich gelernt, die deutsche Bürokratie wieder etwas mehr zu schätzen: So komplex sie manchmal wirkt, bietet sie doch ein hohes Maß an Transparenz, Verlässlichkeit und rechtlicher Sicherheit. Insgesamt war der Aufenthalt für mich fachlich wie persönlich ein großer Gewinn.

Live my Life Una Europa in Paris

Birgit Schlegel, Université Paris – April 2026

Im Rahmen des Una Europa Programms Live my life wurde ich mit einer Kollegin aus der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne gematcht. Der Austausch begann im März 2026, als meine Pariser Kollegin die Universitätsbibliothek der FU besuchte. Diese erste Begegnung bildete eine wertvolle Grundlage: wir konnten direkt vor Ort unsere Arbeitsweisen, Infrastruktur und laufenden derzeitigen Projekte vergleichen und erste Themen für einen vertieften Austausch identifizieren. Die Gespräche waren sehr praxisorientiert, sodass wir schnell gemeinsame Interessen – insbesondere im Bereich der Bereitstellung von Medien, digitalen Abschlussarbeiten und Open-Access-Themen sowie Kursen für Studierende erkannten. Im April 2026 reiste ich nach Paris. Neben einem umfangreichen Besichtigungs- und Veranstaltungsprogramm, das mir viele kulturelle Eindrücke vermittelte und das Verständnis für die lokale Universitätskultur vertiefte, stand der Besuch mehrerer Bibliotheken der Sorbonne im Mittelpunkt. Ich erhielt Einblicke in historische Lesesäle mit beeindruckender Architektur ebenso wie in moderne, funktional gestaltete Lernzonen. Die Bandbreite reichte von klassischen Präsenzangeboten bis zu digitalen Lernräumen. Besonders prägnant war, wie nahtlos an der Pariser Historie und Innovation nebeneinander existieren: alte Bestände und Lesekulturen werden gepflegt, während gleichzeitig neue Services für digitale Recherche und kollaboratives Arbeiten aufgebaut werden. Ein zentraler Bestandteil des Austauschs war das Kursprogramm der Bibliothek der Sorbonne 1. Die Bandbreite der Themen überraschte mich positiv. Neben traditionellen Workshops zu Literaturrecherche und Zitierstandards wurden inhaltliche Schwerpunkte angeboten, die deutlich über klassische Bibliotheksaufgaben hinausgehen. Dazu zählten Angebote zur psychologischen Betreuung von Studierenden sowie spezifische Hilfestellungen zur Prüfungsvorbereitung. Besonders bemerkenswert fand ich, wie die Bibliothek hier eine Brückenfunktion zwischen akademischer Lehre, studentischer Selbstorganisation und psychosozialer Unterstützung einnimmt: Kurzworkshops zur Stressbewältigung, kombinierte Recherche-/Zeitmanagement-Sessions waren Beispiele dafür, wie Bedürfnisse der Studierenden ganzheitlich adressiert werden. Einen weiteren Schwerpunkt unserer Diskussionen bildete der Umgang mit elektronischen Dissertationen. Die Sorbonne beschäftigt sich intensiv mit digitalen Einreichungsprozessen, der Langzeitarchivierung und der Frage, wie Dissertationen möglichst sichtbar gemacht und gleichzeitig rechtlich korrekt publiziert werden können. Die Gespräche reichten von technischen Lösungen für Repositorien über Metadaten-Standards bis hin zu Richtlinien zur Embargo-Praxis bei Forschungsdaten. Die Kolleg*innen berichteten von ähnlichen Herausforderungen, wie wir sie auch kennen: Heterogene Dateiformate, fehlende einheitliche Vorgaben seitens der Fachbereiche und die Balance zwischen Open Access und dem Schutz sensibler Daten. Der Diskurs war sehr konstruktiv und brachte zahlreiche Anregungen mit, die sich für unsere eigene Praxis adaptieren lassen. Insgesamt wurde deutlich, dass Bibliotheken trotz unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen sehr ähnliche Erfahrungen machen. Dies zeigte sich nicht nur in den technischen und organisatorischen Fragen, sondern auch in der strategischen Ausrichtung: Bibliotheken wollen verstärkt als Lern- und Unterstützungsorte für Studierende wahrgenommen werden und gleichzeitig die Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse fördern. Unsere Gespräche bestätigten, dass es für viele Herausforderungen keine patentierten Einzellösungen gibt, sondern dass ein kontinuierlicher Austausch von guten Praktiken und experimentellen Pilotprojekten besonders fruchtbar ist. Die Teilnahme am Una Europa Programm eröffnete mir fachlich neue Perspektiven und hob parallel dazu die Bedeutung von persönlichem Austausch unter Kolleg*innen hervor. Der direkte Besuch sowohl in unserer Bibliothek als auch in Paris ermöglichte Einsichten, die bspw. in reinen Online-Formaten schwer zu erzielen gewesen wären – von der Atmosphäre der Lernräume bis hin zu informellen Gesprächen bei Führungen und gemeinsamen Pausen. Gleichzeitig zeigte sich, dass strukturelle Unterschiede zwar Einfluss auf Detaillösungen haben, die Grundfragen jedoch sehr ähnlich sind. Abschließend bedanke ich bei allen Beteiligten, dass mir die Möglichkeit geboten wurde, am Una Europa Programm teilzunehmen, mein besonderer Dank gilt dem Team des Referats Wissenschaftsbeziehungen – Erasmus+ Staff Mobility – Outgoing für die stets kompetente Führung in der Vorbereitungszeit des Austauschs.

Sprachkurs in Irland

Jeannine Dreßler, Atlantic Centre of Education – April 2026

Im Rahmen meiner Erasmus+ Mobilität hatte ich die Möglichkeit, eine Weiterbildung an einer Partnerhochschule in Irland zu absolvieren. Für mich war dies die erste Reise nach Irland, und ich habe sie bewusst genutzt, um berufliche Weiterbildung mit dem Kennenlernen eines neuen europäischen Landes zu verbinden. Die Organisation vor Ort war sehr professionell und angenehm, sodass ich mich schnell zurechtgefunden habe.
Ich habe an einem Englisch-Intensivkurs auf Advanced-Niveau teilgenommen, der sprachliche Weiterentwicklung mit intensivem Austausch zwischen den Teilnehmenden verband. Die Gruppe setzte sich aus Mitarbeitenden verschiedener Hochschulen zusammen, die überwiegend in der Administration tätig waren. Ergänzend waren auch einzelne Teilnehmende aus anderen Ländern wie Brasilien oder Kolumbien dabei, die als Englischlehrkräfte an dem Programm teilnahmen. Dadurch ergab sich ein sehr vielfältiges und internationales Lernumfeld.
Neben dem Sprachkurs gab es zusätzliche Workshops zur irischen Kultur und Geschichte, die in einer sehr offenen und entspannten Atmosphäre gestaltet waren. Dabei konnten viele interessante Eindrücke über das Land sowie seine gesellschaftliche und historische Entwicklung gewonnen werden. Ein besonderes Highlight war zudem ein gemeinsamer Ausflug zu den Cliffs of Moher, der eindrucksvolle Einblicke in die irische Landschaft bot und den Aufenthalt auch kulturell sehr bereichert hat.
Insgesamt war der Aufenthalt für mich sowohl fachlich als auch persönlich sehr wertvoll. Ich konnte meine Englischkenntnisse weiter ausbauen, neue Perspektiven auf Hochschulstrukturen kennenlernen und meinen interkulturellen Horizont erweitern. Die Erfahrung hat mir gezeigt, wie inspirirend internationale Weiterbildungen sind und motiviert mich, solche Möglichkeiten auch künftig zu nutzen.

Sprachkurs auf Malta

Mona Kriewald, GV Malta – März 2026

Im Rahmen eines Erasmus-Aufenthaltes habe ich einen Sprachkurs auf Malta belegt im Umfang von 25 Stunden. Im Vorfeld wurde man mittels eines Einstufungstests in das entsprechende Level eingestuft. In einer Gruppe von 5 Leuten waren wir sehr gut eingestellt. Wir hatten eine sehr gute und geduldige Lehrerin und haben über unterschiedliche Themen gesprochen und uns in der Gruppe ausgetauscht. Auch Grammatik war ebenso eingebunden. Ich selbst war dort mit meinem Sohn (12 Jahre), der ebenso an einem Sprachkurs teilgenommen hat. Auch ihm hat es dort gut gefallen. Ich kann es daher auch Eltern empfehlen. Mir persönlich hat der Sprachkurs dahingehend weitergeholfen, dass man wieder besser in die Sprache findet, sein Vokabular auffrischt und erweitert. Es wurden für alle Level Sprachkurse angeboten, vom Anfänger bis zum Business-Englisch. Man lernt nette Leute und andere Kulturen kennen. Ich kann es jedem nur empfehlen.

Lehraufenthalt in Südkorea

Jiachuan Li, Seoul National University – März 2026

Die Seoul National University, die als eine der führenden Universitäten Südkoreas gilt, war mir bereits vor meinem Aufenthalt ein Begriff. Ich wusste, dass der Zugang sehr selektiv ist und Studierende anspruchsvolle Auswahlverfahren durchlaufen müssen. Umso beeindruckender war mein erster persönlicher Eindruck: Der wunderschöne Campus liegt in den Bergen am südlichen Rand von Seoul und bietet zahlreiche Wanderwege. Man kann stundenlang über das weitläufige Gelände spazieren, das kontinuierlich erweitert und modernisiert wird.

Die Germanistikabteilung befindet sich in unmittelbarer Nähe des idyllischen Teichs „Yahayeon“ im Gebäude 2 des College of Humanities. Während meines Aufenthalts wurde ich sehr herzlich empfangen – unter anderem durch eine Campusführung und ein gemeinsames Essen in der Mensa mit einem DAAD-Kollegen. Die Abteilung ist bemerkenswert groß und umfasst mehr als zehn Professorinnen und Professoren sowie über zwanzig promovierte Lehrbeauftragte. Besonders beeindruckt hat mich die Abteilungsbibliothek, die jederzeit zugänglich ist. Regelmäßig sind auch internationale Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vor Ort; ich hatte das Glück, an einem Gastvortrag teilzunehmen und dabei zahlreiche Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen.

Von dem hohen Leistungsdruck und der starken Konkurrenz in Südkorea hatte ich bereits im Vorfeld gehört – und konnte dies auch im Unterricht bestätigen. In den Deutschkursen auf B1- und B2-Niveau, die ich mehrfach im Co-Teaching begleitet habe, zeigte sich, wie engagiert und leistungsstark die Studierenden sind. Viele von ihnen haben bereits in der Schule Deutsch gelernt, um überhaupt an der Universität oder im Fach Germanistik studieren zu können. Ihr Wissen über Europa und den deutschsprachigen Raum ist entsprechend beeindruckend. Nicht wenige studieren zusätzlich zu ihrem Hauptfach noch weitere Fremdsprachen.

Darüber hinaus nahm ich an einem Seminar der Germanistik teil, das sich mit nordischer Mythologie beschäftigte. Die Gruppe war interdisziplinär zusammengesetzt – etwa 90 % Germanistikstudierende und 10 % aus der Kunstabteilung. Die Diskussionen waren ausgesprochen lebendig; ich wurde mit vielen differenzierten und kritischen Fragen konfrontiert, was ich als besonders bereichernd empfand.

Das Erasmus-Programm hat mir zudem die Möglichkeit gegeben, Südkorea aus nächster Nähe kennenzulernen – weit über K-Pop und K-Dramen hinaus, die in Europa oft im Mittelpunkt stehen. Insgesamt ist das Wissen über Korea dort noch vergleichsweise begrenzt. Südkorea lässt sich für mich als eine faszinierende Mischung aus westlichen Einflüssen, insbesondere durch das Christentum, rasanter Modernisierung und einer weiterhin stark konfuzianisch geprägten Gesellschaft beschreiben. Gleichzeitig ist spürbar, dass das Land aktiv nach einer eigenen kulturellen Position sucht. Ein besonders wichtiger kultureller Meilenstein ist die Entwicklung des koreanischen Alphabets Hangul, das nicht nur die Alphabetisierung, sondern auch die Verbreitung von Literatur und kulturellen Narrativen maßgeblich gefördert hat.

Auch das Stadtbild Seouls ist weit mehr als die im Reiseführer beschriebenen modernen Hochhäuser und historischen Paläste: Über 600 Meter hohe Berge liegen direkt im Stadtgebiet, und nur wenige Schritte vom geschäftigen Großstadtleben entfernt findet man plätschernde Bäche und von Bergen umgebene Naturlandschaften. Gleichzeitig wird auch die große soziale Ungleichheit deutlich sichtbar.

Ich danke dem Erasmus-Programm herzlich für diese wertvolle Gelegenheit, an einer exzellenten Universität am anderen Ende des Kontinents mit herausragenden Dozentinnen und Dozenten sowie Studierenden in Austausch zu treten. Die Erasmus-Kolleginnen und -Kollegen der Freie Universität Berlin haben mich zudem bei organisatorischen Fragen stets schnell, zuverlässig und äußerst unterstützend begleitet. Ich kann meinen Kolleginnen und Kollegen eine Bewerbung nachdrücklich empfehlen.

Staff Week in Südafrika, Stellenbosch

Kathleen Plotka, Stellenbosch University – März 2026

Meine siebentägige Staff Week an der Stellenbosch University war eine rundum bereichernde und inspirierende Erfahrung. Unter dem Leitmotiv „In Africa, With Africa, For Africa“ bot das Programm spannende Einblicke in Themen wie Partnership Development, Science Diplomacy und Internationalization in Practice. Besonders wertvoll war für mich der offene und herzliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, der viele neue Perspektiven eröffnet hat.
Die Campustour hat mir sehr spannende Einblicke in das Studentenleben gegeben: Die modernen Lehr- und Lernorte sowie die lebendige Atmosphäre haben mich sehr beeindruckt. Besonders in Erinnerung bleibt mir auch der International Food Evening: Internationale Studierende kochten Gerichte aus ihren Heimatländern, die wir alle probieren konnten – ein wunderbarer Abend voller Vielfalt, Begegnung und Genuss. Am Ende entschiede eine Jury, welches Land das beste Mahl kreiert hatte: Wir Deutschen mussten ein wenig schmunzeln, als Germany als Gewinner verkündete wurde.


Auch die Umgebung hat mich begeistert: Stellenbosch ist eine charmante Kleinstadt, eingebettet in eine beeindruckende Landschaft mit weitläufigen Weingütern. Mein persönliches Highlight war der Besuch eines Rugby-Spiels der Universitätsmannschaft „Maties“ – die Energie im Stadion und die Begeisterung der Fans waren einfach mitreißend.
Ein besonders schöner Abschluss war der gemeinsame Tagesausflug ins Western Cape, bei dem wir mehr über die indigene Kultur der Khoisan erfahren durften. Diese eindrucksvollen Begegnungen haben die Woche auf eine sehr besondere Weise abgerundet. Ich nehme viele neue Ideen, wertvolle Kontakte und unvergessliche Eindrücke mit.