„Lars“

Ein Beitrag von Sophie Sittig

Der Mikroartikel bezieht sich auf eine Musikstunde in einer dritten Klasse an einer musikalisch orientierten Grundschule. Die Klasse ist im Vergleich zu den anderen Klassen der Schule sehr klein. Sie besteht nur aus 20 Schülerinnen und Schülern, wobei in dieser Stunde zwei Kinder aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend waren. In den vorhergehenden Stunden haben die Schülerinnen und Schüler die Laute erforscht, welche sie mit ihrem eigenen Körper erzeugen können wie z.B. Klatschen, Stampfen, Pfeifen und viele mehr. Außerdem haben sich Frau X. und die Schülerinnen und Schüler mit dem Kinderlied „Musik den ganzen Tag“ auseinandergesetzt, es gemeinsam gehört und auch schon gesungen. Diese Stunde soll in der Aula stattfinden, wobei es wieder um die bereits zuvor behandelten Inhalte gehen soll. Bereits vor der Unterrichtsstunde wurde ich vorgewarnt, dass in dieser Klasse auch ein Schüler sei, welcher durch besonders störendes, geradezu unkontrolliertes Verhalten auffiele, die anderen Schülerinnen und Schüler aber einen Weg gefunden hätten, damit umzugehen, was als interessant und bewundernswert anmoderiert wurde. Direkt zu Beginn der Unterrichtsstunde fällt auf, dass die Lehrerin eine sehr gute Beziehung zu der Klasse hat. Sie begrüßt die Kinder freundlich und wird offensichtlich bereits freudig erwartet. Direkt zu Beginn der Stunde macht sie deutlich, was sie heute mit den Schülerinnen und Schülern vorhat und was ihr dabei wichtig ist. Sie möchte mit den Kindern in die Aula gehen und dort den Musikunterricht stattfinden lassen. Hierbei ist es ihr wichtig, dass die Schüler sich auf dem Weg zur Aula leise verhalten, die Schuhe vor der Aula in eine Reihe stellen und in der Aula drei Stuhlreihen gegenüber vom Flügel hintereinander aufbauen.
Während sie ihr Vorhaben der Klasse vorstellt, kommt der verhaltensoriginelle Schüler, im Weiteren Lars genannt (Name geändert), ungefragt nach vorn und beginnt hinter Frau X. wild auf der Tafel zu kritzeln. Frau X. weist ihn bestimmt aber freundlich darauf hin, dass sie das jetzt gerade nicht möchte und sich wünscht, dass er sich wieder auf seinen Platz setzt. Als er dies ignoriert, nimmt sie ihn sanft bei der Schulter und sagt, dass sie sich gern auf ihn verlassen möchte, wenn die Klasse in die Aula geht und dass sie weiß, dass er sich jetzt schon viel besser benehmen kann als in den Jahren zuvor und darauf sehr stolz ist. Wenn er sich jetzt wieder benehmen würde, wäre sie sehr froh darüber. Daraufhin setzt sich Lars und ist halbwegs ruhig. Obwohl die Klasse aus sehr jungen Kindern besteht, ist es bemerkenswert, wie gut sie sich trotz des teilweise sehr unangemessenen und störenden Verhaltens von Lars konzentrieren können, indem sie seine Anwandlungen ausblenden.
Anschließend gehen Frau X. und die Klasse zur Aula. Als alle Kinder in den selbst gebildeten Stuhlreihen sitzen lobt Frau X. die Kinder ausgiebig, weil das zur Aula laufen, Schuhe hinstellen und Stuhlreihen bilden sehr gut funktioniert hat. Nun singt sie mit den Kindern „Musik den ganzen Tag“ und begleitet die Schülerinnen und Schüler dabei auf dem Flügel. Bei
Wortmeldungen der Schülerinnen und Schüler, geht sie sehr interessiert und auf Augenhöhe mit ihnen ins Gespräch und bringt den Kindern ihre Wertschätzung entgegen. Sie zeigt, dass es ihr wichtig ist, was die Kinder sagen möchten und dass sie es gut mit ihnen meint, auch mit dem verhaltensoriginellen Schüler, der begeistert mitsingt. Als er plötzlich anfängt zu Kippeln und ein anders Kind zu bedrängen, verspielt sich Frau X. absichtlich kurz auf dem Flügel, um seine Aufmerksamkeit zu erlagen und ihm einen verwarnenden Blick zuzuwerfen, ohne das Lied und damit den Unterricht unterbrechen zu müssen. Lars versteht und kippelt nur noch ein bisschen. Anschließend bildet sie mit den Schülerinnen und Schülern einen Kreis, wobei im vorgegebenen Takt Laute mit dem Körper gebildet werden. Alle Kinder werden aktiviert und bekommen den nötigen Freiraum, um eigene Ideen einzubringen. Lars macht manchmal etwas anderes als die Klasse, dies wird aber toleriert, da er zumindest aktiv teilnimmt und nicht stört. Zuletzt lobt Frau X. nochmals die Klasse und bedankt sich für die schöne Musikstunde. Die Kinder sind fröhlich und gehen beschwingt in die Pause.

Meine Einsichten und Folgerungen

Durch die von Frau X. gewählte Unterrichtsgestaltung und Form gelang ihr eine Aktivierung aller Schülerinnen und Schüler der Klasse. Durch die verschiedenen Aktivitäten konnten unterschiedliche Vorlieben der Kinder getroffen werden, wodurch der Unterricht allen Kindern Spaß gemacht hat. Durch die wertschätzende Beziehung zwischen der Klasse und Frau X. gelang auch die Bewältigung schwierigerer Anforderungen, da die Kinder sich Mühe gegeben haben und Frau X. klar und deutlich artikuliert hat, was ihr wichtig ist und was die Kinder tun sollen. Dadurch kommt auch ein ungestörter Unterrichtsfluss zu Stande. Außerdem hat sie auch den verhaltensoriginellen Schüler gut in den Unterricht einbinden können und eine geeignete Art und Weise gefunden, mit seinem Fehlverhalten umzugehen, indem sie ihm und der gesamten Klasse das Gefühl vermittelt, dass sie ihnen vertraut und es gut mit ihnen meint, was insgesamt zu einer sehr angenehmen Atmosphäre geführt hat.

Meine Anschlussfragen

  • Wie gelingt die Etablierung einer in diesem Maße wertschätzenden Beziehung zwischen Schülerinnen und Schülern und der Lehrkraft?
  • Wie findet man die richtige Umgangsform mit verhaltensoriginellen Schülerinnen und Schülern?
  • Wie kann man (gleichzeitig) mehrere Aktivitätsformen in den Unterricht einbringen, um alle Schülerinnen und Schüler individuell nach ihrem Lerntyp zu fördern?
  • Wie gelingt die Kontrolle der Klasse bei Aktivitäten, bei denen es sehr belebt in der Klasse werden kann? (Kontrolle im Sinne von: Beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler tatsächlich mit der Aufgabe oder machen sie etwas anderes?)

25 Gedanken zu „„Lars““

  1. Liebe Sophie,

    ich finde es sehr schön, wie die Lehrerin ihren SuS begegnet: respekt- und vertrauensvoll. Niemand wird vor der Klasse zurechtgewiesen, sie wird weder laut noch unhöflich – ganz im Gegenteil bleibt sie sehr geduldig und freundlich, aber auch bestimmt. Die Unterrichtsgestaltung klingt großartig, alle werden aktiviert und auch die Lernumgebung wird variiert. Unterricht in der Aula statt im üblichen Klassenraum finden die SuS sicher spannend. Positiv ist auch, dass die Lehrerin ihre Verhaltenserwartungen klar kommuniziert und das Verhalten lobt und wertschätzt. Dadurch, dass sie die Wortmeldungen der Kinder interessiert beantwortet, fühlt sich jeder ernst- und wahrgenommen. Ein rundum großartiger Unterricht, der verdeutlicht, wie wichtig eine respektvolle, vertrauensvolle Lernatmosphäre ist.

    LG Laura

  2. Hallo Sophie,

    danke für deinen Beitrag. Ich finde es sehr interessant zu hören, dass von seiten der Schüler*innen viel Toleranz einem „verhaltensoriginellen“ Schüler entgegengebracht wird und dass sie darüber hinaus einen Weg gefunden haben, damit umzugehen. Das ist nicht selbstverständlich und ist sicherlich auch einer klugen Steuerung der Lehrkraft zu verdanken. Sie scheint vor allem Wert auf positive Kommentare und Lob zu legen, während sie störendes Verhalten nicht durch Bloßstellen oder sonstige Predigten sanktioniert. Ihre Reaktionen auf Lars zeigen das sehr gut. Einmal lotst sie ihn dadurch zurück zum Platz, dass sie ihn zwar an den Schultern berührt und führt, das ganze aber positiv kommentiert: Er könne sich schon viel besser benehmen als in den Jahren zuvor und wenn er sich jetzt wieder benehmen würde, wäre sie sehr froh darüber. Statt zu schimpfen, wird der Fokus auf etwas Positives gelegt: auf seinen Forschritt und ihre Freude. Ihre Reaktion als Klavierspielerin, die sich wegen seiner Störung verspielt, ist natürlich super. So bemerkt Lars, welche Auswirkungen sein Verhalten haben kann. Gleichzeitig klingen falsche Töne in Kinderohren sicherlich lustig, zumal wenn es einer Lehrerin „passiert“. Alles in allem ein wirklich kreativer Umgang mit Störungen eines speziellen Schülers.

  3. Liebe Sophie,

    mich hat es sehr gefreut, deinen Mikroartikel zu lesen, da ich die wertschätzende Beziehung von Lehrerin und Klasse sehr erstrebenswert finde. Er zeigt mir, dass Empathie, Vertrauen und Lob essenziell sind, um eine angenehme und produktive Lernatmosphäre zu schaffen. Durch die klare und deutliche Darstellung des Handlungsprogramms und ihrer Erwartungen, konnten sich die Schüler*innen darauf einstellen und sich orientieren. Dieses wurde ferner gestärkt, indem sie Zurechtweisungen kurz und präzise hält, um die aktive Lernzeit aller zu gewährleisten. Es wird deutlich, dass Frau X jede/-n einzelne/-n Schüler*in respektiert und sich für ihre Beiträge interessiert. Sie lässt kein Kind zurück und schafft es, eine Lernatmosphäre zu schaffen, die jeden inkludiert und wertschätzt. Ein durchaus tolles Beispiel einer gelungenen Unterrichtsgestaltung!

  4. Hallo Sophie,

    ich finde es gut, dass die Lehrkraft ein gutes, angemessenes und freundliches sowie wertschätzendes Verhältnis zu den SuS pflegt und dass sie offen kommuniziert, was die SuS in der Stunde erwartet. Des Weiteren erspart sie sich Lärm und Ärger, indem sie den SuS vorher in Ruhe erklärt, wie sie sich auf dem Weg zur Aula bzw. in der Aula zu verhalten haben. Dass die Lehrkraft mit den SuS singt und sogar ihren Unterricht in die Aula verlagert, finde ich gut und sehr wichtig. Denn in der Aula, begleitet von einem Flügel, zu singen (auch wenn er vermutlich in einem miserablen Zustand ist, wie das in Berliner Schulen so üblich ist…), ist womöglich für einige SuS ein schönes Erlebnis.
    Ihren Umgang mit Lars finde ich auch angemessen. Die Einstellung der Lehrkraft, dass sie es toleriert (da es auch eine Art der aktiven Teilnahme ist), wenn Lars teilweise etwas anderes macht, als der Rest der Klasse, gefällt mir.
    Allerdings habe ich das Bedenken, dass Lars in seiner Klasse womöglich keine Freunde hat, da du in deinem Artikel geschrieben hast, dass die anderen SuS das Verhalten von Lars ignorieren… Ich kann nur hoffen, dass er dennoch (außerhalb des Unterrichts) in seiner Klasse Anschluss gefunden hat. Jedenfalls sollten die Eltern oder/und Erzieher bzw. Sozialpädagogen darauf aufmerksam gemacht werden.
    LG

  5. Dieser Bericht zeigt, dass es im Unterricht zwar ein Handlungsprogramm geben, es aber nicht zwingend starr sein muss. Das wird besonders dadurch deutlich, dass die Lehrerin mal mit den SuS die Umgebung wechselt, was bei Vielen zu erhöhter Motivation führt. Die Lehrerin scheint ihrer Klasse sehr großes Vertrauen entgegen zu bringen, was die SuS bestimmt auch stolz macht. Den SuS etwas zuzutrauen und eine Erwartungshaltung zu haben, die bewältigbar ist, steigert die Selbstwirksamkeit und Motivation. Diese Atmosphäre hilft auch dabei, Störungen von einzelnen Personen beenden zu können, ohne dass das Handlungsprogramm oder Lernziel darunter leidet. Ich finde, dass die Lehrerin dadurch ein sehr professionelles Auftreten zeigt, nicht porfessionell ist jedoch die Bezeichnung des Jungen als „verhaltensoriginell“. Es geht nicht nur darum, dass der Schüler die anderen SuS in der Klasse nicht stört. Es sollte auch um ihn gehen. Warum zeigt er dieses Verhalten, steckt eine Beeinträchtigung im emotionalen und sozialen Bereich dahinter, was für Bedürfnisse hat er?

  6. Liebe Laura,
    Danke für diesen schönen Artikel.
    Ich finde, dass die Lehrkraft hier richtig gehandelt hat, was sich hier auch im positiven Ende gezeigt hat. Allerdings denke ich auch, dass man bei so einem Vorgehen sehr vorsichtig sein muss, die Situation nicht zu einer beschämenden für den/die SuS werden zu lassen. Ich glaube, dass viele Lehrkräfte, die diesen Schüler noch nicht kennen, vermutlich anders gehandelt hätten. Wahrscheinlich kann eine so gute Einsicht über das potentielle Verhalten von SuS nur über einen längeren Zeitraum entstehen. Oder gibt es Merkmale o.ä. an denen man Verhalten von SuS schneller einordenen kann? Und wie kann man langfristig auf ein anderes (besseres) Verhalten hinwirken?

  7. Liebe Sophie,
    danke für diesen schönen Blog-Eintrag.
    Ich war beim Lesen absolut begeistert von Frau X. und würde mir wünschen selbst bei ihr hospitieren zu können.
    Ich finde,dass durch deinen Eintrag nochmal sehr deutlich wird, wie wichtig eine gute Beziehung zwischen Lehrkraft und Schülern doch ist und wie sehr sie einen Einfluss auf den gesamten Verlauf einer Stunde haben kann. Ich finde es darüber hinaus auch sehr schön und gut, dass die Lehrerin sich durchweg ihren respektvollen und ruhigen Ton beibehalten hat und Wege gefunden hat Lars zu kontrollieren ohne dabei den Unterrichtsfluss zu unterbrechen.

  8. Hallo Sophie,
    danke für deinen Beitrag. Ich fand es spannend zu lesen, dass nicht nur die Lehrkraft, sondern auch die Klasse das Verhalten von Lars so tolerierten und sich davon nicht beeinflussen ließen. Ich hätte mir auch gut vorstellen können, dass sein Verhalten die gesamte Klasse unruhig werden lässt. Mich würde hierbei interessieren, ob dieses Verhalten der Klasse nur ganz speziell in dieser Klasse auftritt, oder ob man mit den Kindern das üben kann. Das ruhige Verhalten der Lehrkraft empfand ich ebenfalls als beeindruckend und ich fand es toll, wie sie Lars mit in den Unterricht eingliedern konnte, sodass er nicht den Unterricht stört. Allerdings frage ich mich, ob die Umsetzung der Lehrkraft nur in diesem Fach so möglich ist, denn wie geht man zum Beispiel in einer Mathematikstunde mit Lars´ Verhalten um? Deine Anschlussfragen sind interessant und ich hoffe im Laufe des Studiums Antworten darauf zu finden.
    Liebe Grüße
    Felicitas

  9. Hallo Sophie,

    Vielen Dank für das Schildern einer so interessanten Situation. Ich finde das Verhalten der von dir beschriebenen Lehrkraft sehr bemerkenswert. Sie hat genau richtig mit der Situation von Lars gehandelt, was die meisten Lehrkräfte wohl nicht geschafft hätten. Es ist schön zu sehen, wie die Lehrerin Lars eine angemessene Wertschätzung zeigt, die auch seinen Bedürfnissen gerecht wird. Damit stärkt sie das gesamte Arbeitsbündnis der Klasse und sorgt dafür, dass Störungen im Handlungsprogramm minimiert werden.
    Doch es zeigt auch wie wichtig es für die Lehrkraft ist jeden einzelnen Schüler genau zu kennen um nach ihren Bedürfnissen handeln zu können.

    Aber dennoch würde ich Vorsichtig sein, da das (größtenteils) ignorierende Verhalten der anderen Schüler bezogen auf Lars, kann auch bedeuten, dass Lars immer weiter aus der Klasse herausgedrängt wird. Hier ist es wichtig, sich näher mit möglichen Ursachen des Verhaltens von Lars zu beschäftigen. Das Verhalten mit den Störungen ist sehr gut, aber es wäre noch besser, Lars tiefer zu ergründen um möglicherweise dafür sorgen zu können, dass solche Störungen erst gar nicht entstehen.

    Viele Grüße
    Vincent

  10. Liebe Sophie,

    Lob und Anerkennung sind gegenüber den SchülerInnen sehr wichtig. Durch den freundlichen und vertrauensvollen Umgang mit ihren SchülerInnen werden die SchülerInnen motiviert und freuen sich auf den Unterricht. Ich finde, die Lehrerin hat das Problem der Störung sehr gut gelöst. So hat die Lehrerin die Aufmerksamkeit des Schülers bekommen, konnte ihn ermahnen und die Störung verhindern, ohne dass sie den Unterrichtsfluss durchbrochen hat. So konnte der Unterricht ungehindert weitergeführt werden, die anderen Kinder konnten ungestört weiter singen und der Gruppenfokus wurde aufrechterhalten.

    Liebe Grüße

    Annina

  11. Hallo Sophie,
    Mich hat dein Beitrag zum Nachdenken angeregt. Die Lehrkraft weiß, dass Lars sich schwer konzentrieren kann und oft die Aufmerksamkeit mit Störung sucht. Die Lehrperson kennt Lars und reagiert entsprechend positiv. Sie verdeutlicht, dass sie den Schüler und seine Fortschritte im Verhalten schätzt. Sie stellt ihn nicht vor der Klasse bloß, sondern gibt ihm eine kleine Zurechtweisung. Die Lehrkraft wirkt sehr entspannt, obwohl ich mir vorstellen kann, welche Unruhe durch so einen Schüler entsteht. Bemerkenswert ist zudem, dass die Mitschüler nicht auf sein Verhalten reagieren. Ich kann mich an meine Schulzeit erinnern, bei der der ,,Klassenclown“ einige Mitschüler angestiftet hat mitzumachen. Ich bin beeindruckt von dem Verhalten der Lehrkraft und der Störungsintervention.

    LG Helene 🙂

  12. Liebe Sophie,

    vielen Dank für das Schildern dieser Situation!
    Neben dem wertschätzenden und klugen Agieren der Lehrerin finde ich besonders die Akzeptanz von Lars abweichendem Verhalten seitens der Mitschüler*innen bemerkenswert.
    Für mich stellt sich jetzt im Anschluss die Frage, wie Mitschüler*innen bestmöglich für das abweichende Verhalten eines/einer Mitschüler*in sensibilisiert werden können ohne den/die Mitschüler*in vor der Klasse bloßzustellen.

    Liebe Grüße
    Silas

  13. Hallo Sophie,
    ich empfinde deine beschriebene Unterrichtsstunde und den Umgang der Lehrkraft mit dem ‚verhaltensorgiginellen’ Schüler als sehr gelungen. Es ist ausschlaggebend für den Unterrichtsverlauf und die Atmosphäre, dass Schülerinnen und Schüler ein positives, respektvolles, gestärktes und wertschätzendes Arbeitsbündnis zu der Lehrkraft haben. Die Lehrkraft geht mit den Störungen des ‚verhaltensorgiginellen’ Schüler so um, dass das Handlungsprogramm nicht unterbrochen wird und sie meist nur mit verbalen oder nonverbalen Signalen die Aufmerksamkeit des Schülers zurück erreicht. Sie stellt ihn also weder vor der gesamten Klasse bloß, noch bestraft sie ihn für seine Störungen. Dafür lobt die Lehrkraft sogar seinen Fortschritt. Vermutlich musste die Lehrkraft zu Beginn des Arbeitsbündnisses austesten, welche Reaktionen und Umgangsformen auf den ‚verhaltensorgiginellen’ Schüler wirken und wie sie ihn am besten erreichen kann.
    Liebe Grüße, Lena

  14. Hallo Sophie,
    ich denke, dass die Lehrkraft in deiner Beobachtung eine guten Maß zwischen Lob und Zurechtweisung finden konnte, sicherlich auch durch die Aktivierung mittels der Musik. Ich kann mir auch vorstellen, dass die SuS mit dieser Unterrichtsform schon vertraut sind. Du beschreibst die Schule als musikbetonte, daraus schließe ich, dass es bestimmte Rituale und Routinen gibt, die „im musikalischen Rahmen“ abgewickelt sind. Diese dienen in dem Fall dafür, die wertschätzende Beziehung zwischen SuS und Lehrkräfte zu gestelten und zu stärken und wie in der Musik auch so im Leben: es gibt laute und leise Töne, alle und jede/r einzig und originell.

  15. Hallo Sophie,
    ich dein Blogeintrag hat mir sehr gefallen. In der von dir geschilderten Klassensituation scheint alles perfekt zu funktionieren, ob das mit der Klassengröße zu tun hat, sei erstmal dahingestellt. Besonders beeindruckt bin ich von der Lehrerin und ihrem Umgang mit Lars. Obwohl es sich bei dem Jungen um einen „Problemschüler“ handelt, scheint er der Lehrerin mehr oder weniger seinen Respekt zukommen zu lassen. Am Ende stelle ich mir die gleichen Fragen wie du, besonders wie man es als Lehrkraft schafft ein derartiges Klassenklima zu schaffen.
    LG Max

  16. Liebe Sophie,

    es macht richtig Spaß, deinen Blogeintrag zu lesen, da er zum einen sehr gutes Arbeitsbündnis zwischen Lehrerin und SuS zeigt und zum anderen der Handlungsverlauf des Unterrichts trotz allem erfolgreich umgesetzt werden kann.
    Das ist sehr motivierend und sicher nicht so leicht wie es aussieht. Deine Frage, wie man so eine wertschätzende Beziehung aufbaut, finde ich auch sehr interessant und bin gespannt, ob es mir in der Praxis gelingen wird.

    Liebe Grüße,
    Wiebke

  17. Hallo Sophie,
    ich finde es sehr schön, welches Vertrauen die Lehrkraft hier den SuS entgegenbringt. Ich denke, eine positive Grundeinstellung zu vermitteln, damit einhergehend, dass sie zeigt, dass sie den SuS durchaus auch „anspruchsvollere“ Aufgaben zutraut, ist enorm wichtig, um ein gutes Arbeitsbündnis zu schaffen. Vor allem ihr Umgang mit „Lars“ ist lobenswert. Dennoch frage ich mich, wie es gelingen kann, dass auch er irgendwann zunehmend mitarbeitet und nicht einfach nur nicht stört? Ist dies eine Frage der Kontinuität, also dass ihm durch den Umgang mit der Lehrkraft irgendwann bewusst wird, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist und er sich auf den Unterricht konzentriert? Sollte man ihn vielleicht auch außerhalb des Unterrichts fördern?

    Liebe Grüße
    Marcella

  18. Liebe Sophie,
    vielen Dank für diesen tollen Blogbeitrag.
    Ich finde das Verhalten der Lehrerin sehr vorbildlich. Dadurch, dass sie Lars nach dem Ignorieren ihrer Zurechtweisung aufgrund seines Fehlverhaltens nicht anmeckert, sondern ihn für seine Verhaltensverbesserung in letzter Zeit lobt zeigt sie ihren Respekt gegenüber dem Schüler und bringt ihn dazu sich ruhiger zu verhalten. Dadurch wurde ein gutes Klassenklima geschaffen und auch der Unterrichtsfluss wurde nicht negativ beeinflusst. Sicherlich hat auch der stets freundliche Umgang der Lehrerin mit Lars und ihr trotz des immer wieder störenden Schülers ruhiges Verhalten dazu beigetragen. Ihre Idee am Ende der Stunde Lars mittels nonverbaler Kommunikation auf sein störendes Verhalten (Kippeln mit dem Stuhl) hinzuweisen finde ich sehr gut, da so der Unterrichtsfluss nicht gestoppt wurde.

    Liebe Grüße
    Ella 🙂

  19. Liebe Sophie

    vielen Dank für deinen interessanten Artikel. Ich finde das Verhalten der Lehrkraft sehr lobend und vorbildlich. Sie bringt auf jeden Fall die benötigte Geduld für einen Schüler wie Lars mit und schafft es dabei trotzdem nie den Unterrichtsfluss zu unterbrechen. Außerdem sieht man, dass kleine freundliche Zurechtweisungen viel effektiver zu sein schein, anstatt Lars bei jeder Störung einfach nur anzumeckern. Somit scheint Frau X auch den Respekt von Lars gewonnen zu haben, weswegen er auch auf die Anweisungen von Frau X hört. Allerdings finde ich auch die SuS der Klasse beeindruckend, da sie es in so einem jungen Alter schon schaffen Lars Störungen auszublenden und stattdessen am Unterricht teilzunehmen. All in all ein sehr schönes Klassenbündnis, welche Frau X mit ihren Schülern aufgebaut hat.

    Mit freundlichen Grüßen
    Xavier

  20. Liebe Sophie,
    mir hat dieser Mikroartikel mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist vertrauensvoll und empathisch den Schülern gegenüber zu sein. Auch Lob und Anerkennung untereinander spielt eine große Rolle, gerade wenn man eine starke und enge Lehrer-Schüler Beziehung anstrebt.
    Wie du es beschrieben hast, hört es sich an, als ob Frau X genau solch eine zu ihren Schülern hat und diese kennt. Dadurch wusste sie besser, was die Schüler motivieren könnte und wie sie deren Verhalten steuern kann. Das Verhalten wurde ja auch zusätzlich durch die präzise Beschreibung des Handlungsprogammes und das Feed Forward begünstigt.
    Ich finde es sehr lobenswert, dass Frau X immer die gesamte Gruppe im Blick hat und sich nicht nur auf Lars fokusiert. Es scheint sich kein Kind benachteiligt zu fühlen.

  21. Hallo Sophie,
    vielen Dank für deinen, meines Erachtens nach, sehr interessanten und wichtigen Artikel!
    Ich finde es beeindruckend, wie die Lehrkraft die Situation meistert, ohne immer direkt und vor der ganzen Klasse auf die Störungen des verhaltensauffälligen Kindes einzugehen. Bereits zu Beginn der Stunde strahlt die Lehrkraft eine gewisse Ruhe, Freundlichkeit und dennoch Strenge aus, indem sie den Kinder deutlich macht, was sie vorhat und was sie von ihnen erwartet, damit ihr Vorhaben funktioniert. Ich finde es gut, wie sie den verhaltensauffälligen Lars motiviert und ihm sagt, wie stolz sie auf ihn ist und sich freuen würde, wenn dieses Vorhaben mit ihm funktioniert. Dennoch bezieht sie sich nicht ausschließlich auf Lars, sondern hat die gesamte Klasse im Auge und nimmt sich für jeden Einzelnen Zeit.
    Die gesamte Vorgehensweise der Lehrkraft ist bemerkenswert und ein sehr gutes Beispiel für eine gute Führung einer Klasse.

    Liebe Grüße
    Pauline

  22. Liebe Sophie,

    deine Schilderung klingen sehr schön und zeigt, wie toll eine Beziehung zwischen Lehrer und SuS sein kann.
    Um aber diese Beziehung aufzubauen bedarf es einem hohen Erfahrungsschatz und ein hohem Maß an Expertise seitens der Lehrkraft. Darunter zählt vor allem ein gut strukturiertes und ausgereiftes Handlungsprogramm und Interaktionsabfolgen, die die Lehrerin an die SuS bzw. Klasse angepasst hat. Zudem ist ein ausgeprägtes Arbeitsbündis zwischen SuS und Lehrkraft. Das Handlungsprogramm umfasst das vorherige Aufstellen von Klassenregeln, das einüben von Routine, Störungsprävention und am wichtigsten die Instruktionen und Interaktionen zwischen der Klasse und der Lehrerin. Dadurch kann sie auch auf verschiedene Lerntypen gleichzeitig fördern.

    Ebenso ist zu sehen, dass die Lehrerin es schafft,trotz der Situation mit Lars nicht dem Stress zu verfallen. Das liegt, so vermute ich, daran, dass die Lehrerin pädagogisch diagnostizierte, dass Lars ein „Auffälligkeitsproblem“ hat und somit aber, aufgrund der frühen „Diagnose“, angemessen reagieren kann, ohne die anderen SuS zu vernachlässigen. Auch dazu gehört ein großes Maß an Expertise, welche die Lehrerin gezielt einsetzen muss, um das Handlungsprogramm trotz Störungen seitens Lars, nicht bröckeln zu lassen.

  23. Hallo Sophie,
    so wie du diese Unterrichtsstunde schilderst klingt es so, als hätten die Klasse schon eine gute Beziehung zur Lehrerin und dass Letztere auch schon sehr gut die ganzen Eigenheiten der Klasse kennt. Auch Lars scheint trotz seiner Eigenheiten eine gute Bindung zur Lehrerin zu haben und auch gut auf sie zu hören, was nicht selbstverständlich ist und bestimmt eine Weile gedauert hat, bis es auf diesem Niveau war. Ihn durch etwas Positives zu ermahnen ist auch eine super Strategie. Generell kann es bei Aktivitäten im Musikunterricht schnell dazu kommen, dass einige Kinder etwas anderes machen, als angesagt wurde. Dies passiert schnell, wenn sich die Lehrperson nur mit einem Teil der Klasse beschäftigt, wenn dieser Etwas nicht direkt hinbekommt. Man sollte so gut es geht immer die gesamte Klasse hinzuziehen, so dass die SuS keine Möglichkeiten haben sich zu langweilen. So könnte man Ihnen zum Beispiel schon einen weiteren Teil geben, während die Anderen sich noch mit dem ersten Teil beschäftigen.

  24. Hallo Sophie,
    vielen Dank für diesen interessanten Bericht! Ich finde es sehr gut, dass die Lehrkraft den SuS so viel Respekt und Wertschätzung entgegenbringt. Das habe ich selbst, als ich in der Schule war, leider auch anders erlebt. Gegenseitiger Respekt ist unglaublich wichtig für ein gutes Verhältnis zwischen Lehrkraft und SuS. Dazu gehört natürlich auch, wie mit störenden SchülerInnen umgegangen wird. Die Lehrerin geht mit den Störungen von Lars sehr gut um, indem sie deutlich macht, dass sie sein Verhalten nicht toleriert, dabei jedoch immer respektvoll bleibt und gleichzeitig darauf achtet, das Handlungsprogramm nicht zu unterbrechen. Insgesamt beschreibt der Beitrag ein sehr gutes Verhältnis zwsichen Lehrkraft und SuS und somit auch eine positive Lernatmosphäre.

  25. Liebe Sophie,
    beim Lesen des Artikels kam mir gleich der Gedanke, ob ich so eine Situation, mit einem, oder manchmal sogar mehreren verhaltensauffälligen Kindern, meistern könnte? Wo lernt eine Lehrkraft, wie sie sich in solchen Situationen verhalten soll: Es gibt ja viele unterschiedliche Methoden, wie man zeigen kann, wenn man ein unangebrachtes Verhalten nicht toleriert. Aber woher weiß ich, welche Methode ich für die aktuelle Situation auswähle?

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