Praktikum in einem Labor in Kalifornien

Mein Auslandsaufenthalt im Rahmen meines Master-Studiums in Biochemie habe ich in einer medizinischen Forschungseinrichtung in Kalifornien durchgeführt. Bei dem selbst-organisierten Praktikum handelte es sich um einen 12-wöchigen Forschungsaufenthalt in einem der Labore des Instituts.


Ein solches Praktikum erfordert auf Grund der strengen Einreisebedingungen der USA einiges an Vorbereitung: Zunächst musste man eine Praktikumsstelle in den USA finden. Nachdem man eine schriftliche Zusage erhalten hat, ist es oft sinnvoll sich auf mind. eines der Förderprogramme beim deutschen Staat zu bewerben (häufig PROMOS oder ERASMUS+).
Zeitgleich müssen vom Gastunternehmen die notwendigen Dokumente per Post verschickt werden, um ein (J1-)Visum zu beantragen. Hier fallen Kosten und Mühen für den Botschaftstermin, aber auch die Suche nach einem Sponsor für das Visum selbst an. In der Regel erhält man dann innerhalb von 2-4 Wochen nach dem Gespräch in der Botschaft das Visum. Hier muss darauf geachtet werden, dass bei bestimmen Fällen die Genehmigung des Visums durch die sogenannte administrative Bearbeitung verzögert werden kann. Grundsätzlich kann man sich nicht sicher sein, dass das Visum genehmigt wird, bis man es tatsächlich in der Hand hält.

Sobald dies der Fall ist, sollte man die zuvor geplanten (aber nicht gebuchten) Flüge, die Unterkunft und sonstige Reisevorbereitungen, wie eine Auslandsreisekrankenversicherung und Unfallversicherung fest machen. In Bezug auf die Flüge würde ich empfehlen, vor allem am Einreiseflughafen in die USA (der Flughafen, wo man das erste Mal amerikanischen Boden betritt) mehrere Stunden Zeit einzuplanen. Bezüglich der Unterkunftssuche habe ich meine Unterkunft über FurnishedFinder.com gefunden. Dabei handelt es sich um eine Webseite, die darauf spezialisiert ist, möblierte Unterkünfte für kurz- bis mittelfristige Aufenthalte zu vermitteln. Grundsätzlich sind die Optionen für die Suche einer Unterkunft basierend auf der Aufenthaltszeit unterschiedlich: Für Kurz-Aufenthalte kann sich AirBnB in bestimmten Regionen anbieten. Für längere Aufenthalte sind FurnishedFinder und ggf. Universitätsunterkünfte eine gute Idee. Für langfristige Aufenthalte kann man sich auch über das Mieten von unmöblierten Apartments Gedanken machen. Dies ist oft ein wenig günstiger, aber erfordert das Organisieren von Möbeln, sobald man in den USA angekommen ist.

Sollte man nicht über die Gastinstitution krankenversichert sein, ist es sinnvoll eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport und eine Unfallversicherung abzuschließen (ADAC oder ähnliche). Da die USA ein sehr unzureichendes öffentliches Verkehrsnetzwerk besitzen ist auch das Mieten oder Kaufen eines Autos essentiell; vor allem wenn man viele Ausflüge plant. Oft muss man diesbezüglich mit hohen Kosten rechnen, wenn man unter 25 Jahren alt ist. Zu beachten sind auch hier ausreichende Versicherungen, die entweder durch die Autovermietung abgedeckt werden oder selbstständig gebucht werden müssen.

 

Sobald man sich in den USA befindet, fallen dann auch direkt die nächsten organisatorischen Dinge an: Sollte man sich noch keine SIM-Karte organisiert haben, sind offline Karten für die initiale Navigation von großer Bedeutung und man sollte sich schnellstmöglich eine mobile Datenverbindung und Anrufkapazitäten zulegen. Für kurze Aufenthalte bieten sich Mint Mobile und andere Anbieter an, dies sollte aber abhängig von der Netzabdeckung im jeweiligen Aufenthaltsort und Umgebung entschieden werden.

Bezüglich Zahlungen kommt man in den USA mit einer Debitkarte sehr weit, allerdings sind besonders für Hotels und größere Kosten Kreditkarten unentbehrlich. Es sollte folglich sichergestellt werden, dass eine solche vorhanden ist, und nicht an allzu hohen Gebühren geknüpft ist. Ansonsten kann man immer ein Konto in den USA bei kleineren lokalen, oder größeren Banken wie der Bank of America eröffnen. Dies verläuft in der Regel unkompliziert und man wird vor Ort beraten.

Die USA bieten eine Vielzahl an Unternehmungsmöglichkeiten, die von Freizeitparks über Sporteinrichtungen und Restaurants bis hin zu den weltbekannten Nationalparks und Sehenswürdigkeiten der Städte reichen. Je mehr man sehen möchte, desto schneller merkt man, wie wichtig ein Auto ist. Mit dem Jahrespass für alle Nationalparks kann zumindest in dieser Hinsicht gespart werden (State Parks sind ausgenommen). Ich habe zum Abschluss meiner Reise eine Rundtour durch Kalifornien gemacht und kann es nur jedem empfehlen, sich nach der Zeit im Praktikum auch ein wenig Erkundungszeit in den USA zu genehmigen.

 

Mein Aufenthalt in Kalifornien war jedenfalls ein voller Erfolg und ich hoffe, dass dieser Bericht dazu beiträgt, auch Anderen einen solchen zu ermöglichen.

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