Open4DE: Stand und Perspektiven von Open Access in Deutschland

Anmeldung zum Online Workshop

Wann: Donnerstag, 8. Dezember 2022, 9h30 – 12h30

Im Projekt Open4DE haben wir in Workshops, Interviews und Policy-Analysen den Stand von Open Access in Deutschland ermittelt und Vorschläge für den Weg zu einem bundesweiten Open-Access-Strategieprozess erarbeitet. Zum Projektabschluss möchten wir unsere Forschungsergebnisse zur Diskussion stellen:

  • Wie kann die weitere Open-Access-Transformation gestaltet werden?
  • Welche Maßnahmen könnten die Open-Access-Transformation beschleunigen?
  • Wie können zentrale Stakeholder in einem gemeinsamen Strategieprozess zusammenarbeiten?

Diese und weitere Fragen wollen wir in unserem abschließenden Workshop gemeinsam diskutieren. Unser Projekt wird mit einem Landscape-Report abschließen, der sowohl Lücken aufzeigen als auch Anreize und Potentiale darstellen soll. Darin enthalten ist ein Anforderungskatalog für einen nationalen Open-Access-Strategieprozess, in dem verschiedene Szenarien sowie Vorschläge für eine Roadmap berücksichtigt werden.

In diesem Strategieworkshop möchten wir eine übergreifende Vision sowie konkrete mittel- und langfristige Ziele, Prioritäten und Vorschläge für die nächsten Schritte entwickeln. Auf diesem Wege soll die Entwicklung und Implementierung einer Open-Access-Strategie vorangetrieben werden. Besondere Berücksichtigung findet dabei der breitere Kontextes der Transformation der Wissenschaftskommunikation und die Bedeutung von Open Science für die deutsche Wissenschaftslandschaft.

Weitere Infos und Berichte aus unserem Projekt finden Sie in der Kategorie Open4DE auf dem Open-Access-Blog Berlin.

Open4DE ist ein Verbundprojekt von

Open Access in Deutschland. Stakeholder Workshop mit Bund und Ländern

Im Mittelpunkt des dritten Stakeholder-Workshops des Projektes Open4DE standen die Herausforderungen und Chancen der Umsetzung von Open Access aus Perspektive der Landesregierungen und des Bundes.

Am 26. Juni 2022 fand in den Räumen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin ein Workshop statt, in dem Vertreter*innen der 16 Bundesländer eingeladen waren, sich mit Vertreter*innen des BMBF über gemeinsame Standpunkte zu Open Access auszutauschen. Treffen dieser Art sind nicht neu; bereits seit 2019 findet ein Austausch in dieser Runde statt. Dieses Jahr konnte das Projekt Open4DE gemeinsam mit dem BMBF diesen Workshop in Präsenz organisieren und die Diskussion zum Status Quo in Deutschland mit ersten Projektergebnissen anreichern.

In zwei Vorträgen stellten Projektmitarbeiter*innen Forschungsergebnisse vor. Der Fokus lag dabei auf der Frage, was Deutschland in Hinblick auf eine nationale Open-Access-Strategie von anderen Ländern lernen kann und darauf, welcher Handlungsbedarf sich konkret auf Landes- und Bundesebene erkennen lässt. Am Nachmittag wurden gezielt gemeinsame Standpunkte diskutiert. Dazu wurden in zwei weiteren Impulsvorträgen die “Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access” vom Wissenschaftsrat und das DFG Positionspapier “Wissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung” vorgestellt.

Was kann Deutschland von anderen Ländern lernen?

Die Forschungsergebnisse basieren auf Interviews, die von Januar bis Mai 2022 zu Policy-Prozessen in acht verschiedenen Ländern mit Expert*innen durchgeführt wurden. Dabei wurden Fragen zum gesamten Policy-Prozess gestellt, angefangen von den Rahmenbedingungen über die institutionelle Verankerung, Kooperationen und Konflikte zwischen den Akteursgruppen bis hin zur Strategieentwicklung selbst, die mit Fragen zu Beteiligungsprozessen und der Funktionsweise von Arbeitsgruppen zur Entwicklung von Open Access Policies näher beleuchtet wurde. Bei der Auswahl der Länder (Finnland, Schweden, Litauen, Irland, Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Österreich) wurde auf das Vorhandensein strategischer Abläufe geachtet, entweder in Form von nationalen Strategien oder in Form bestehender Diskussionen über eine nationale Strategie. Aus den Interviews ließen sich übergeordnete Themen extrahieren: Vorteile nationaler Strategien, Erkenntnisse zur Steuerung von Strategieprozessen und schließlich Herausforderungen und Zukunftsthemen.

Die Vorteile einer nationalen Strategie sind vielseitig und zeigen sich je nach Kontext auf unterschiedliche Weise. Für das föderal aufgestellte Deutschland stellt sich deshalb zurecht die Frage, welche Rolle eine nationale Strategie hier spielen kann. Am Beispiel anderer Länder sehen wir allerdings, dass unabhängig von den Rahmenbedingungen das Agenda-Setting bereits weitreichende Impulse gibt, die nicht nur auf Ebene der Institutionen, sondern auch bei Wissenschaftler*innen Aufmerksamkeit erregen. Zudem können mit einer nationalen Strategie Aktivitäten, die zahlreich, aber auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind, synchronisiert werden. Neben der Aufwertung des Themas wird auch die internationale Sichtbarkeit und Zusammenarbeit durch eine nationale Strategie gestärkt. Wichtig ist hierbei, dass die Wirksamkeit einer solchen Strategie immer nur im Zusammenwirken mit entsprechenden Maßnahmen Legitimation erfährt. In Bezug auf die nationale Strategieentwicklung in Frankreich erwähnte Pierre Mounier im Interview:

„Viele Jahre lang war Open Access eine Sache des persönlichen Engagements von Einzelpersonen innerhalb von Institutionen. Persönliches Engagement auf der Grundlage politischer Werte. Wenn man das tut, funktioniert es lokal, aber irgendwann erreicht man eine gläserne Decke. Man bekommt keine allgemeine Bewegung, weil es nur eine Sache von Einzelpersonen ist. Das hat sich in Frankreich wirklich geändert.“

Pierre Mounier, Deputy Director of OpenEdition; OPERAS; Member of the Open Science Committee at the French Ministry of Research, Frankreich

In Frankreich, das bereits den zweiten nationalen Open Science Plan veröffentlicht hat, ist die Steuerung dieser Prozesse am Ministerium für Wissenschaft und Forschung angegliedert. Dies ist jedoch nicht in allen Ländern der Fall. Dort, wo es nationale Infrastrukturen gibt, werden diese auch genutzt: In Irland wurde beispielsweise ein National Open Research Forum (NORF) gegründet, dessen Koordinator am Digital Repository of Irland angesiedelt ist und in Schweden sitzt das Lenkungsgremium an der Nationalbibliothek. Finnland stellt wiederum einen interessanten Sonderfall dar, denn dort wurde die nationale Steuerung von Open Science and Research (OScAR) vom Ministerium an die Federation of Finnish Learned Societies übertragen, was die Legitimität der Maßnahmen und Empfehlungen zunehmend erhöht hat.

Es lässt sich zusammenfassen, dass insbesondere die Herausforderung, möglichst Viele am Steuerungsprozess zu beteiligen, vielfältige Lösungsansätze benötigt. Ob durch offene Foren und Arbeitsgruppen, offene Phasen der Konsultation, über Anreizsysteme oder eine Konsultation über die Fachvertretungen: sowohl die große Heterogenität der Fächer und Fachkulturen als auch die Stärken und Schwächen unterschiedlicher Akteur*innen beim Thema Open Access bergen das Risiko in sich, dass ein nationaler Prozess ins Stocken gerät oder parallel laufende Entwicklungen auseinanderdriften. Deshalb gilt es aus einem Kreislauf herauszukommen, in dem die Verantwortung für den notwendigen Kulturwandel zugunsten der Open-Access-Transformation immer wieder bei den Wissenschaftler*innen gesucht wird, ohne einen nationalen Prozess der Teilhabe zu entwickeln, der eine politische Steuerung eben dieses Kulturwandels ermöglicht. Dabei sind es insbesondere Themen wie die Erweiterung von Open Access zu Open Science, offene Forschungsdaten und die Reform der Forschungsbewertung, die nur durch einen breit angelegten Prozess der Konsultation zielführend bearbeitet werden können.

Wo besteht Handlungsbedarf innerhalb der Open-Access-Landschaft in Deutschland?

Nationale Strategien sind also effektiv, erleichtern das Agenda-Setting und den internationalen Vergleich, bilden einen starken Bezugspunkt und ein Mandat für Maßnahmen auf Einrichtungsebene und erleichtern die internationale Zusammenarbeit. Was können Interessenvertretungen wie Bund und Länder zum Prozess der Entwicklung einer nationalen Strategie beitragen und was haben sie bereits beigetragen? Auch diese Frage wurde im Projekt Open4DE untersucht. Die Ergebnisse basieren auf einer Auswertung von Strategien und Policies von Einrichtungen, Wissenschaftsorganisationen, Landesregierungen und Fachgesellschaften sowie auf der Auswertung des Open Access Atlas Deutschland (2022), der im Projekt open-access.network am Open-Access-Büro Berlin entstanden ist. Dabei wurde für diesen Workshop der Fokus auf die Landesregierung als Akteurin in der Open-Access-Transformation gelegt und auf die Verantwortung, die dieser in den Dokumenten zugeschrieben wird.

Der Open Access Atlas Deustchland (2022) verzeichnet die Open-Access-Aktivitäten auf Bundes- und Länderebene. Es lässt sich feststellen, dass Open Access je nach Bundesland einen unterschiedlichen Entwicklungsstand erreicht hat. Bund und einige Länder haben Strategien verabschiedet oder planen diese, andere unterstützen Open Access durch Instrumente der Hochschulsteuerung wie in Wissenschafts- bzw. Hochschulentwicklungsplänen oder sie benennen Open Access als Handlungsfeld innerhalb von Digitalstrategien. Gezielte Maßnahmen reichen dabei von eigenen Landeseinrichtungen zur Vernetzung und Kommunikation über die Finanzierung von Publikationsfonds bis hin zu spezifischen Förderlinien. Hierbei zeigt sich nicht nur eine große Vielfalt, sondern es stellt sich auch die Frage, wie der “langfristige[…] Betrieb von Diensten über Bundesländergrenzen hinweg” gestaltet werden kann (DFG. 2018. Förderung von Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft). Diskutiert wurde die Frage auch im Workshop, denn zentrale Lösungen für bestimmte Herausforderungen zu finden, kann für eine breit aufgestellte und divers ausgerichtete Open-Access-Transformation von Vorteil sein.

Konkrete Aufgabe der Länder ist es, die Rahmenbedingungen für eine Open-Access-Transformation mitzugestalten. Zu diesen Rahmenbedingungen können unterschiedliche Maßnahmen gezählt werden. Im Projekt Open4DE konnten neben Infrastruktur, rechtlichen Rahmenbedingungen und Forschungsförderung sechs weitere Felder identifiziert werden.

  • Dazu gehört einmal die Verantwortung der Ministerien, selbst eine Open-Access-Praxis vorzuleben, denn häufig werden von Ministerien herausgegebene Dokumente ohne persistente Identifikatoren wie DOIs oder stabile URLs publiziert. Das Handlungsfeld offener Verwaltungsdaten (open (government) data) ist viel diskutiert, dabei sollte das Open-Access-Publizieren von Eigenpublikationen ebenso auf die Agenda gesetzt werden, sofern rechtliche Rahmenbedingungen dies zulassen.
  • Zum zweiten liegt die Verantwortung, den Mehrwert von Open Access für die Gesellschaft zu kommunizieren, auch im Bereich der Landeseinrichtungen. Häufig werden die Vorteile, die durch Open Access erzielt werden, auf Wettbewerbsfähigkeit und Innovation beschränkt, insbesondere wenn ein Mehrwert im Austausch mit der Wirtschaft gesucht wird. Dabei gilt es den Blick für Gerechtigkeitsfragen zu weiten und diese auch im globalen Zusammenhang zu verorten. Gerechtigkeitsfragen können im Bedeutungsfeld Open Access bspw. über einen demokratisierten Informationszugriff adressiert werden, der einen Mehrwert für die Gesamtgesellschaft generiert.
  • Drittens ist die Gestaltung der Teilhabe an wissenschaftspolitischen Prozessen eine der Aufgaben, an der Landeseinrichtungen maßgeblich mitwirken können. Die Zugänglichkeit von Forschung wird häufig auf Institutionen und deren Angehörige beschränkt, sollte aber für alle möglich sein, d.h. für Autor*innen und alle lesenden Personen. Zudem ist die Repräsentation von Wissenschaftler*innen ein Problem im Prozess der Konsolidierung von übergeordneten Strategien, d.h. es wird häufig für die wissenschaftliche Community gesprochen, aber diese ist kaum in Strategieprozessen repräsentiert.
  • Das Umsetzen von Empfehlungen ist dabei eine der Hauptaufgaben, denen Landeseinrichtungen nachkommen, bspw. indem Strategien und Policies auf Länderebene veröffentlicht werden. Diese Dokumente sind Ergebnisse eines zeitgebundenen Diskurses und bedürfen damit einer Aktualisierung. Policy-Prozesse sollten zu Ergebnissen führen, die dauerhafte Möglichkeiten der Beteiligung und Konsolidierung eröffnen.
  • Ein wichtiges Instrument, um den Erfolg von Open Access zu messen, sind die Berichtsstrukturen. Monitoring findet in einigen Ländern auf Länderebene statt, auf nationaler Ebene durch den Open Access Monitor (OAM) und an einzelnen Einrichtungen. Ziel ist es, das Publikationsaufkommen vollständig zu erheben. Das Problem ist hier allerdings häufig eine Verengung auf wissenschaftliche Artikel in Open-Access-Zeitschriften, die wiederum zu einer Verzerrung des Feldes führt. Eine Diversifizierung der Berichtsstrukturen auf verschiedene Publikationsformate und -praktiken bedarf weiterer Entwicklung und Implementierung.
  • Zuletzt liegt auch der Kulturwandel zugunsten von Open Access teilweise im Aufgabenfeld der Landeseinrichtungen, denn die Reputationsökonomie ist wichtiger Bestandteil dieses Kulturwandels und eine Veränderung bedarf einer systemischen Reform. Wie zuletzt durch das DFG-Positionspapier zu wissenschaftlichem Publizieren erläutert, geht es dabei um eine Veränderung der Qualitätssicherung, die nicht bloß auf einer Quantifizierung beruhen kann. Um qualitative Indikatoren für die Reputationsmessung zu stärken, kann ein Kriterienkatalog für die Bewertung von Forschungsarbeiten und Forscher*innen entwickelt werden, der vielfältig, objektivierbar und offen zugänglich ist und explizit Aspekte offener Wissenschaft einbezieht. Dieser muss zwar innerhalb der Wissenschaft entwickelt werden, eine Unterstützung dieses Kulturwandels muss jedoch auch durch Policy-Prozesse auf Landesebene geschehen. Hierzu gibt es bereits reichlich Empfehlungen, die auf eine Umsetzung warten, zuletzt die “Conclusions on research assessment and implementation of open science” der Europäischen Kommission (2022), das „Agreement on Reforming Research Assessment“ (2022) von Science Europe oder der zuvor publizierte “Paris Call on Research Assessment” (2022).

Ausblick: Eine nationale Open-Access-Strategie für Deutschland

Eine Diskussion über diese Themenfelder wurde bereits in den vorherigen Austauschrunden zwischen Bund und Ländern zu Open Access geführt. Dieser Workshop konnte dazu beitragen, die Rollen und Handlungsfelder der Stakeholder in diesem Prozess zu reflektieren und die Open-Access-Landschaft in Deutschland in ein internationales Verhältnis zu setzen. Das Projekt Open4DE plant für Dezember 2022 einen Multi-Stakeholder-Workshop, in dessen Rahmen die Projektergebnisse in Form von Empfehlungen und einer Roadmap für eine nationale Strategie vorgeschlagen und diskutiert werden. Dabei geht es in erster Linie um eine gemeinsame Perspektive für den weiteren Strategieprozess, an dem auch die Vertreter*innen der Landeseinrichtungen und des Bundes beteiligt sein werden.

Fachcommunities könnten Vorreiter sein

Im Mittelpunkt des zweiten Stakeholder-Workshops des Projektes Open4DE standen die Herausforderungen und Chancen der Umsetzung von Open Access aus Perspektive der Fachgesellschaften

Das Projekt Open4DE, Stand und Perspektiven für eine Open-Access-Strategie für Deutschland erhebt auf der Grundlage einer qualitativen Auswertung von Policy-Dokumenten den Umsetzungsstand von Open Access in Deutschland. Im zweiten Schritt entwickelt das Projekt im Dialog mit den wichtigsten Stakeholdern im Feld Empfehlungen für eine bundesweite Open Access-Strategie. Bereits im Januar fand in diesem Rahmen ein Workshop mit dem scholar.led-network Netzwerk statt. Am 24. Mai 2022 waren Vertreter*innen der Fachgesellschaften zu einer gemeinsamen Diskussion eingeladen.

Rund zwanzig Fachgesellschaftsvertreter*innen aus geistes-, sozial-, und naturwissenschaftlichen Organisationen waren der Einladung von Open4DE gefolgt, darunter viele, die insbesondere mit den organisationseigenen Publikationen befasst sind, aber auch Mitarbeiter*innen der Geschäftsstellen und Vorstandsmitglieder. Im ersten Teil des Workshops stellte das Projekt Open4DE seine Ergebnisse aus der Untersuchung des Umsetzungs- und Diskussionsstandes von Open Access und Open Science in den Fachgesellschaften vor.

Umsetzungsstand von Open Access in den Fachgesellschaften

Open Access setzt sich, verbunden mit unterschiedlichen fachlichen Publikationskulturen, in wissenschaftlichen Disziplinen ungleich durch (vgl. z.B. Severin et al. 2022). Während die Physik bereits in den frühen 1990er Jahren eigene Publikationsinfrastrukturen für die fachinterne Zirkulation von Preprints aufbaute (arXiv), spielt in anderen wissenschaftlichen Disziplinen bis heute die Monographie eine zentrale Rolle.

Abb.1. Am Anfang des Workshops wurden die teilnehmenden Vertreter:innen der Fachgesellschaften gefragt, mit welchen Aspekten von Open Acces Sie in ihrer täglichen Praxis zu tun haben. Die Antworten deuten bereits Schwerpunkte in eigener Publikationstätigkeit an

Förderlich für die Aufgeschlossenheit gegenüber Open Access ist ein hoher Nutzen des offenen Zugangs zu digitalisierten Daten (wie z.B. in der Archäologie). Auch die transnationale Vernetzung von Fachdisziplinen mit ärmeren Ländern fördert die Akzeptanz von Open Access. Teilweise sind es eher die kleinen Fächer, die Vorreiter von Open Access und Open Science sind, da sie besonders von einer höheren Sichtbarkeit und einer freien Dissemination ihrer Daten profitieren (vgl. Arbeitsstelle kleiner Fächer 2020).

Policy-Papiere mit konkreten Handlungsanleitungen zur Umsetzung von Open Access haben Fachgesellschaften nicht verabschiedet. Einige Fachgesellschaften bringen sich aber mit Stellungnahmen in die Diskussion um Open Access und Open Science ein. Insbesondere Plan S löste Debatten aus (vgl. DMV et al. 2019). Dabei steht die Sorge um die Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens an erster Stelle.

Weitere Diskursanlässe sind die Transformation fachgesellschaftseigener Publikationen in Open Access (vgl. DGSKA 2021) sowie der Umgang mit (offenen) Forschungsdaten (vgl. DGfE 2017; DGfE/GEBF/GFD 2020; DGV 2018; Schönbrodt/Gollwitzer/Abele-Brehm 2017; Abele-Brehm et al. 2017; Gollwitzer et al. 2018, 2021). Letzteres zeigt auch, wie fachwissenschaftliche Selbstverständigungsprozesse von außen evoziert werden, hier durch die Aufforderung der DFG, disziplinäre Richtlinien im Forschungsdatenmanagement zu formulieren (vgl. DFG 2015).

Trotz dieser zahlreichen Einzelinitiativen bleibt festzustellen, dass sich die Fachgesellschaften insgesamt – von einigen bedeutsamen Ausnahmen abgesehen – eher wenig sicht- und hörbar in die Diskussion und Aushandlung von Open Access in Deutschland eingebracht haben. Unter den rund 750 Unterzeichner*innen der Berliner Erklärung von 2003 sind zahlreiche Universitäten und Forschungseinrichtungen aber nur vier Fachgesellschaften (Stand: 28. Juni 2022). Die Gelegenheit, die Open-Access-Transformation als Anlass zu nutzen, um wissenschaftliche Standards vor dem Hintergrund eines grundlegenden Wandels von Wissenschaft durch die Digitalisierung innerhalb der eigenen Fachcommunity zu diskutieren und damit diese Transformation aktiv mitzugestalten (vgl. z.B. Ganz 2020), wird bislang nur in wenigen Fachgesellschaften aktiv ergriffen. Das überrascht, da Fachgesellschaften Orte der Selbstorganisation und der Selbstverständigung fachlicher Communities sind (vgl. Wissenschaftsrat 1992). Finden in den Fachcommunities keine Diskussionen über Open Access und Open Science statt oder sind diese lediglich nicht sichtbar, weil sie nicht in öffentlichen Stellungnahmen münden? In jedem Fall bleibt festzustellen, dass die Entwicklung des Themas Open Access in den Fachgesellschaften noch viel Potential besitzt. „Fachcommunities könnten eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagte ein Teilnehmende  in Hinblick auf die gegenwärtige Situation und benannte damit sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen der wissenschaftsnahen Entwicklung des Themas Open Access.

Im Anschluss an diese Gegenwartsdiagnose wurden in unserem Workshop folgende Handlungsfelder identifiziert: 

  1. Die Ausgestaltung des wissenschaftlichen Publikationswesens in der Open-Access-Transformation (Geschäftsmodelle, Finanzierung, Publikationsformate).
  2. Qualitätssicherung, wissenschaftliche Anerkennungsverfahren und Reputationssysteme
  3. Die Definition der Rolle fachwissenschaftlicher Communities in der Open-Access-Transformation als Vertreter*innen und Sprachrohr ihrer Community in Governance-Prozessen.

Aus diesen Handlungsfeldern wurden im Anschluss in Arbeitsgruppen weitere Fragen, Maßnahmen und Empfehlungen abgeleitet:

Reputationssysteme

Ausgangspunkt der Diskussion in einer der beiden Arbeitsgruppen war die Beobachtung, dass Wissenschaftler*innen in erster Linie in möglichst angesehenen Zeitschriften und Verlagen publizieren wollen. Open Access sei demgegenüber eine nachgeordnete Frage, es bestünden zum Teil Vorbehalte bezüglich der Qualität. Angesichts des starken Drucks, sich durch Artikel in High Impact Journals zu etablieren, bleibe Open Access ein marginales Thema. Damit Open Access mehr Gewicht bekomme, müsse das Reputationssystem reformiert werden. Ob und wie Fachgesellschaften diesbezüglich eine Rolle übernehmen können, diskutierte die eine Arbeitsgruppe intensiv, während in der anderen Arbeitsgruppe die Meinung vorherrschte, dass Wissenschaftler*innen und ihre Organisationen selbst diese Veränderung aktiv betreiben müssten.

Die Bedeutung der Monographie

Ein wichtiger Faktor in der Open Access-Transformation ist insbesondere für die Vertreter*innen von geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachgesellschaften die Bedeutung der Monographie. Bisher lagen die Schwerpunkte konsortialer Transformationsabkommen aber im Bereich der Zeitschriften. Mit Blick auf die Entwicklungspotentiale der Transformation des Monographienmarktes wurde unter anderem diskutiert, welche Rolle Verlage im Bereich der Qualitätssicherung haben. Bei genauerem Hinsehen, so die vorherrschende Meinung, seien es aber nicht ausschließlich die Verlage, die Qualität sichern, sondern häufig im selben Maße die Herausgeber*innen, die mit ihrem Namen für Qualität einstehen. Bemerkt wurde zusätzlich, dass Mittel für Open-Access-Bücher oft knapp seien. So stellte sich abschließend die Frage, welche fairen Lösungen für eine Finanzierung entwickelt werden können. Müssten Fachgesellschaften letztendlich selbst Repositorien und andere Infrastrukturen für die Publikation von Monographien aufbauen? Letzteres sei kaum leistbar. Als möglicher Weg, sich als Fachgesellschaft einzubringen, wurde schließlich die Publikation eigener Open-Access-Buchreihen benannt, die durch anerkannte Wissenschaftler*innen eines Fachgebietes herausgegeben werden.

Best Practices

In Bezug auf die eigene Rolle als Herausgeber*in von Zeitschriften wurden positive Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten geteilt: so durchläuft die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) aktuell einen Transformationsprozess: auf APCs wird dabei verzichtet, die Finanzierung der Zeitschrift erfolgt durch die Fachgesellschaft, deren Mitglieder an der Entscheidung über die Umstellung beteiligt wurden und diese überwiegend positiv aufnehmen. Dies zeigt, dass jenseits von APCs auch andere Geschäftsmodelle möglich sind, z.B. durch konsortiale Finanzierungen, wie sie etwa in der Open Library of Humanities praktiziert oder in KOALA angestrebt werden. Über diese unterschiedlichen Möglichkeiten müsse das Bewusstsein bei den Autor*innen deutlich gestärkt werden.

Anreize zur Offenheit

Um eine Kultur der Offenheit im Publikationswesen – und dort insbesondere in der Qualitätssicherung – zu fördern, bedarf es also häufig einer verstärkten Informationsinitiative unter den Mitgliedern. Der Kenntnisstand zum Thema Offene Wissenschaft ist je nach Fachkultur unterschiedlich stark ausgeprägt. Einige Teilnehmende sprachen diesbezüglich auch von einem Generationenkonflikt unter den Mitgliedern, wobei jüngere Wissenschaftler*innen oft aufgeschlossener gegenüber Open Science und Open Access seien. Anreizsysteme können in einer solchen Situation den Kulturwandel befördern.

Ideen und Vorschläge für ein stärkeres Commitment zu offener Wissenschaft gab es viele in der Diskussion; teilweise wurde auf bereits praktizierte Maßnahmen hingewiesen. Insgesamt entstand auf diese Weise ein umfassendes Bild bereits existierender und geplanter Leistungen der Fachgesellschaften im Feld Open Access. Genannt wurde die Einrichtung von Publikationsfonds durch Fachgesellschaften, das Aussprechen von Empfehlungen für Qualitätskriterien für Zeitschriften oder die Vergabe von Preisen für Open-Access- und Open-Science-Projekte. Auch die Entwicklung von Konzepten für den Umgang mit personenbezogenen Daten sowie von Ethik-Leitlinien für Forschungsdaten könne Anreize für den Kulturwandel hin zu mehr Offenheit setzen.

Synergien schaffen

Im Allgemeinen äußerten viele den Wunsch, Konzepte und Leitlinien gemeinsam zu erarbeiten, denn finanzielle und personelle Ressourcen seien auch in den Fachgesellschaften knapp. Der Wunsch, Publikationsinfrastrukturen übergeordnet zu finanzieren, wurde mehrfach zum Ausdruck gebracht.

Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsfragen

Diskutiert wurde auch, dass inzwischen zwar viele reputationsreiche Zeitschriften open access seien, die von ihnen verlangten Article Processing Charges stellten jedoch ein Problem für Autor*innen außerhalb gut ausgestatteter Forschungseinrichtungen dar. Deshalb stelle sich die Frage, wie nachhaltig die Finanzierung von APC/BPC-basiertem Open Access angesichts steigender Kosten und Publikationszahlen sein könne. Im Rahmen der DEAL-Verträge werden auch Open-Access-Publikationen in hybriden Zeitschriften finanziert. Davon profitieren z.T. auch Fachgesellschaften, die Herausgeber wissenschaftlicher Journals sind, wie die anwesende Gesellschaft deutscher Chemiker (GDCH). Doch auch dieses Modell wird kritisch diskutiert (vgl. Oberländer/Tullney 2021).

Die Rolle der Politik und der Forschungsförderer

Bezüglich der Empfehlungen an die Politik äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, dass Forderung und Förderung (beispielsweise durch die Entwicklung vorhandener Infrastruktur) Hand in Hand gehen müssten: Teilweise sei es so, dass Fördereinrichtungen Vorgaben machten, während gleichzeitig die notwendigen (finanziellen und technischen) Rahmenbedingungen, um diese zu erfüllen, nicht bestünden. Hier sei erforderlich, dass mehr Rückkopplung stattfinde. Überhaupt sei es wünschenswert, dass Fachgesellschaften analog zur Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI) auch im Bereich Open Access an einer Koordinationsstelle beteiligt seien. Hilfreich wäre es auch, wenn Verantwortliche in Politik und Fördereinrichtungen Checklisten aufstellten, anhand derer Open-Science-Standards abgeglichen und entwickelt werden könnten. Grundlegend müsse es darum gehen, Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem zu garantieren und transparente Kostenmodelle für das Publikationswesen zu entwickeln.

Die Rolle der Fachgesellschaften in der der Transformation

Immer wieder wurde im Laufe des Workshops das Selbstverständnis der Fachgesellschaften im Prozess der Transformation thematisiert. Brauchen (kleine) Fachgesellschaften angesichts der Open-Access-Transformation eine Strategie? Zumindest stellte sich die Frage, wie sie ihre Rolle angesichts der grundlegenden Veränderungen im Wissenschaftssystem (neu) definieren. Dies kann bedeuten, eine wissenschaftspolitische Rolle einzunehmen oder wiederzuentdecken. Zunächst ginge es aber, so einige der Anwesenden, darum, einen Überblick über die Entwicklungen im eigenen Fach zu erlangen und eine eigene Expertise zu entwickeln, um dann einen Verständigungsprozess mit den Mitgliedern anzustoßen. Zur Diskussion stand somit auch, wie Beteiligungs- und Verständigungsprozesse gestaltet werden könnten. Ferner wurde wiederholt diskutiert, ob Fachgesellschaften in der Lage seien, selbst verlegerisch tätig zu werden und welche administrativen und technischen Fragen sich daraus ergeben würden?

Den Abschluss des Workshops bildete der Ausblick auf den weiteren Projektverlauf. Dabei wurden die Teilnehmer*innen eingeladen, sich an einem im Herbst geplanten Strategieworkshop anlässlich des Projektabschlusses weiter an der Diskussion zu beteiligen. Dieser Aufforderung nachkommen zu wollen, erklärten sich in einer abschließenden Umfrage alle Anwesenden bereit.

Literaturangaben


Open4DE Spotlight on Finland – An advanced culture of openness shaped by the research community

Authors: Malte Dreyer, Martina Benz and Maike Neufend

Open Access (OA) is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access and open science (OA and OS) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide Open Access strategies.

After starting this series with an article about Lithuania and Sweden, we now continue our journey around the Baltic Sea. Our next stop is Finland:

In a comparison of European Openness strategies, Finland stands out for its sophisticated system of coordinated policy measures. While other countries have a strategy that bundles different aspects of the Openness culture into one central policy, the Finnish model impresses with unity in diversity. The website of the Federation of Finnish Learned Societies, which was set up specifically to provide information on Open Science (OS), lists four national policies on OS and research in Finland. In addition to a policy for data and methods, a policy on open access to scholary publications and a policy on open education and educational ressources document activity at a high level. The openness culture in Finland targets all stages of scientific communication but also teaching and learning. In addition, a national information portal provides orientation on publication venues, projects and publicly funded technical infrastructures. It is an exemplary tool to get an overview of the constantly growing Open Access (OA) and OS ecosystem and its numerous products and projects.

OA&OS-culture in Finland

Such an advanced stage in the development of openness can only be achieved through the persistence of political goals. The basis for this is a political and scientific culture whose fundamental values favour the idea of openness. OS and OA are seen as aspects of a comprehensive, science-ethical framework that unites issues such as internationalisation, gender equality and integrity of science in the term “responsible science”. In its guidelines Responsible conduct of research and procedures for handling allegations of misconduct in Finland the Finnish National Board of Research Integrity (TENK) establishes this connection between responsible conduct in science and openness. The 2012 version which is still valid today states:

2. The methods applied for data acquisition as well as for research and evaluation, conform to scientific criteria and are ethically sustainable. When publishing the research results, the results are communicated in an open and responsible fashion that is intrinsic to the dissemination of scientific knowledge (highlighting by the authors of this article).

“Responsible Science is an umbrella-term. Policy-making under this umbrella is based on the integrity of scientists, not on judicial decisions and laws,” says Sami Niinimäki, contact person for OS at the Finnish Ministry of Science and interview partner of Open4DE. In his role as a counsellor of education in the department of higher education and science policy in the Finnish Ministry of Education and Culture Sami Niinimäki is well-versed in all issues related to science and education, funding and evidence-based policy-making. Quality assurance is also a defining theme for the ministry’s activities, Sami says. We meet via zoom on a Friday at the end of March to talk about Finland’s Open Science policy for an hour. A early spring day in Helsinki, Sami Niinimäki tells about the history of Finnish OS and OA policy-making: 

Data as a starting point

“We started with the data. In other places, it begins with publications but in Finland we invested first in the data infrastructure” says Sami Niinimäki, naming a special feature of the development of OA in Finland right at the beginning of our conversation. First discussions about opening up science date back to the 1990s, when people were aware of the benefits of OA&OS but had not yet pushed ahead with the development at a larger scale. The topic became prominent in the 2000s when the ministry, which at that time was responsible for the system architecture of science communication, realised that open data also represented an exciting field of activity. The first ministerial initiative in this field began at the end of the decade and ran from 2009 to 2014. Among other things, it created the conditions for long-term digital preservation. Together with the open science and research initiative from 2013 to 2017, these programmes created infrastructures, researched scientific cultures and conducted surveys on the maturity of OA and OS developments. Researching the field led to a kind of friendly competition among institutional actors and, at the level of individual institutions, had the positive effect of making their own openness culture thematically and publicly transparent, Sami Niinimäki tells us.

From the Ministry to the Federation of Finnish Learned Societies

The actual policy process, in which research funders, universities, colleges and other institutions work on national policy documents, is today coordinated by the Federation of Finnish Learned Societies, a national co-operative body for learned societies in Finland. According to its own information, the Federation of Finnish Learned Societies has a membership of 293 societies and four academies from all branches of arts and sciences, in total 260 000 individual members, and also supports and develops the role of its members in science policy discussions. Expert groups on science policy issues meet under its umbrella, currently these are “The Committee for Public Information”, “The Finnish Advisory Board on Research Integrity”, which is under the self-governance of the scientific community, and the “Publication Forum”. In addition, the Federation of Finnish Learned Societies is active in creating roadmaps and organises so-called forum meetings. “The change of responsibility for our policy process from the Ministry to the Federation of Finnish Learned Societies was a kind of natural evolution”, Sami Niinimäki points out. But in retrospect, this development made total sense:

“The Federation of Finnish Learned Societies hosts the research integrity board since the 1990s and their work relies on the integrity in the research community: why not include OS in a visible way in the same package? Possibly this happened per accident, but we had to go through these steps to reach a higher maturity level. In the ministry we failed to reach the research community, our audience included the same 400 people we talked to every time and with the Federation, the message reached further audiences, even trade unions.”

The change of responsibilities, the inclusion of new actors and the re-organisation of running processes is nothing new in the eyes of policy research. According to Sybille Münch’s Research on Interpretative Policy-Analysis (2016), policy processes rarely run as smoothly as the theory of the policy cycle suggests. In the Finnish case, however, the change of responsibility seems to have been achieved with little loss: Even more, the linking of the policy process to the research-community has led to productive participation of the target group. A manageable time commitment combined with the prospect of influence motivates stakeholders to this day to help shape policy processes through active committee work, says Sami Niinimäki.

During the interview, we repeatedly learn how important a culture of participation is for the Finnish model. Exemplary is not only the management of the policy process through an organization which represents the interests of scientists, but also the implementation of Plan S, which was informed by an open consultation at the University of Helsinki.

Problems and challenges

Problems do exist, however. In Finland, for example, the implementation of the European guidelines on the secondary publication right has failed – initial attempts in this direction failed in particular because of the resistance of trade union and copyright lobby groups. Sami Niinimäki is convinced that resistance in the community can be broken by communicating the goals clearly – often resistance is caused by misunderstandings. However, Finland compensates the absence of a legal basis by consistency in practicing green OA. “Our goal is to publish national OA journals on a common platform in journal.fi” says Sami Niinimäki.

The important function of repositories in Finland is well known and has attracted attention from German colleagues before. But it is not only the infrastructure that is important: Sami Niinimäki mentions research funding as another important challenge in the implementation of OA. Moreover, ultimatively, it always comes down to the decisions of researchers: “Researchers understand that they have to produce impact and this gives incentives to use open copyright licences.” The fact that it all depends on the scientists also applies to research evaluation, a central field of work for policy-makers as Sami Niinimäki states:

“When you look at all the issues each of them lead to the core of the assessment  problem. This needs to be solved. In Finland we are on a good way, research organisations have signed the DORA-declaration and we have a national policy on research assessment, wich is very much compliant with DORA.”

With the signing of DORA, Finland is a step ahead of Germany: here, only a few research organisations have signed this document. But much more can be done also in Finland. Following Sami Niinimäki, it would be desirable for a peer review to be seen as equivalent to a publication. At the very least, a way should be found to also map these activities in reputation-building metrics. A proposal that not only seems relevant and attractive for Finland. The EU has already taken up this issue, among others in its scoping report on research assessment systems.

Taking stock: what can we learn from Finland?

The Finnish path shows that OA is favoured by a publishing culture in which repository-based OA became the standard early on. Participatory processes also promote acceptance in the long term. The fact that OA and OS are supported by broad acceptance is not least because of the numerous opportunities for participation through which stakeholders can get involved in policy processes. As mentioned above, the formulation and enforcement of the rules of research integrity is in the hands of the Federation of Finnish Learned Societies – an organization representing the scientists. The participatory implementation of PlanS, also mentioned above, is also evidence of a culture of participation. “Starting point is the openness and transparency of science as well as the mutual trust between researchers and research organisations. The model of self-regulation works well in democracies akin to Finland” is written on the webpage of the Finnish National Board on Research Integrity. At the same time, an accompanying, careful regulation is also beneficial, says Sami Niinimäki:

“Research funders can call the play, if research funders show maturity, then the organisations that benefit from their funding also change their culture. It is a domino process. And this dynamic also played out at the European level.”

Whereas in Finland the rule of government is “as much as necessary, as little as possible”, the rule of self-government is “as much as possible, as little as necessary”. This creates a domino effect that develops a momentum of its own. Now, of course, with regard to Germany, the question is which dominoes must fall here in order to further advance the process of conversion to OA. Finland shows that the connection to researchers is of particular importance. In Germany, unfortunately, the professional societies have not yet played a leading role in the conversion to OA. A workshop, which was held with representatives of the professional societies as part of the Open4DE project, showed that the interests and needs of the individual professional societies are also very different.  Last but not least, a representative body similar to the Federation of Finnish Learned Societies is missing here, which would bring these different interests under one roof. However, networking nodes such as the Open Access Network could play a strategically exposed role here. The future will show how feasible the already outlined ways of involving scientists in Germany are.

Literature

Open Science Coordination in Finnland, Federation of Finnished Learned Societies (2020). „Declaration for Open Science and Research (Finnland) 2020–2025.” Accessed June 7, 2022. https://edition.fi/tsv/catalog/view/79/29/192-1.

European Commission (2021). „Directorate-General for Research and Innovation, Towards a reform of the research assessment system: scoping report.” Accessed June 7, 2022. https://data.europa.eu/doi/10.2777/707440.

European University Association asbl. (without year). „The EUA Open Science Agenda 2025.” Accessed June 7, 2022. https://eua.eu/downloads/publications/eua%20os%20agenda.pdf.

Finnish Advisory Board on Research Integrity. „Responsible conduct of research and procedures for handling allegations of misconduct in Finland. Guidelines of the Finnish Advisory Board on Research Integrity 2012.” Accessed June 7, 2022. https://tenk.fi/sites/tenk.fi/files/HTK_ohje_2012.pdf.

Ilva, Jyrki (2020). „Open access on the rise at Finnish universities“. Accessed June 7, 2022. https://blogs.helsinki.fi/thinkopen/oa-statistics-2019/.

National Open Science and Research Steering Group und Science and Research Steering Group (2020). „National Policy and Executive Plan by the Research Community in Finland for 2020–2025.“ Accessed June 7, 2022. https://avointiede.fi/sites/default/files/2020-03/openaccess2019.pdf.

Ministry of Education and Culture (2019). „Atlas of Open Science and Research in Finland 2019 Evaluation of openness in the activities of higher education institutions, research institutes, research-funding organisations, Finnish academic and cultural institutes abroad and learned societies and academies Final report.” Accessed June 7, 2022. https://julkaisut.valtioneuvosto.fi/handle/10024/161990

Morka, Agata and Gatti, Rupert (2021). „Finland“. In Academic Libraries and Open Access Books in Europe: A Landscape Study. PubPub. Accessed June 7, 2022.  https://doi.org/10.21428/785a6451.2da5044f.

Münch, Sybille (2016). „Interpretative Policy-Analyse: eine Einführung. Lehrbuch.” Wiesbaden, doi: 10.1007/978-3-658-03757-4.

Open Science and Research Coordination (2019). „Open Access to Scholarly Publications. National Policy and Executive Plan by the Research Community in Finland for 2020–2025 (1).” Accessed June 7, 2022. https://doi.org/10.23847/isbn.9789525995343.

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Pölönen, Janne; Laakso, Mikael; Guns, Raf; Kulczycki, Emanuel and Sivertsen, Gunnar (2020). „Open access at the national level: A comprehensive analysis of publications by Finnish researchers“. In: Quantitative Science Studies, 17, 1–39. Accessed June 7, 2022.  https://doi.org/10/gg927d.

Open4DE Spotlight on Sweden: How a Bottom-up Open Access Strategy Works without a National Policy

Authors: Malte Dreyer, Martina Benz and Maike Neufend

Open Access (OA) is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access and open science (OA and OS) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide Open Access strategies. We continue our series with a report on Sweden’s Open Access landscape.

The Nordic and Baltic countries of Europe are renown for having developed Open Access and Open Science (OA and OS) particularly well. Our spotlight on Lithuania at the beginning of this series made clear that committed policy-making is an important precondition for the successful implementation of OA and OS. Finland, too, has created a sophisticated system of various national policy papers on opening up research and teaching. The policy process in which they were developed is itself a tool to promote openness in science. We will report on Finland’s strategy in this series in the coming weeks.

Sweden differs from its Baltic neighbors as it has not established a nation-wide binding OA strategy through a policy paper or law. Nevertheless, Sweden has always been on a very good path towards the goal of opening up science. Sweden was one of the early adopters of transformative agreements and today can build on a broad acceptance of OA in the scientific community – despite the lack of a national policy. How can this be?

We wanted to explore what strategies Sweden is applying to make OA and OS a breakthrough and met Wilhelm Widmark to talk to him about the Swedish research ecosystem. Wilhelm Widmark is the director of the Stockholm University Library and has played an important role developing OA and OS at his own institution. He has also been involved for years in various national committees for the implementation of OA and OS: He is Vice-Chairman of the Swedish Bibsam Consortium and member of the Swedish Rectors Conference’s Open Science working group. Internationally, he was a member of the LIBER  Steering Board and a member of EUA’s Expert Group on Open Science. Since December 2021, he has also been a director of the EOSC Association.

The history of OA in Sweden

The history of OA in Sweden is characterized by very committed people, Wilhelm Widmark points out at the beginning of our conversation. Main drivers have always been enthusiasts who cared about the idea. One could therefore conclude that OA in Sweden has traditionally come from bottom-up. According to Wilhelm Widmark, it was indeed library directors who started it all, not the government. In their exchange forum, the SUHF Rectors Conference, they developed a recommendation in 2003 to deal more intensively with OA in the future, because they saw this topic coming. The already ongoing journal crisis gave a necessary impetus and lent the whole development an additional ideological dimension. In view of the constantly rising prices, it also became clear to the scientists that OA and OS has a value in itself. With the help of the libraries, they first tried to go the green way and started using repositories. However, it quickly became apparent that the workload on researchers was too high to achieve success this way. Only between 10% and 15% OA could be achieved with repository-based OA. Around 2015, therefore, the discussion about Gold OA also began to rise up in Sweden.

The plan to enable OA through negotiations with publishers led to discussions in the rectors conference. It quickly became clear that this form of negotiation could only take place with the involvement of university management. The network that emerged soon spanned the entire country. Today, there is a steering committee in which university rectors and people from the university administrations are represented in addition to the library directors. The National Library of Sweden, where the steering committee is located, plays a significant role in the transformation process, unlike in Germany, for example. The success of this model speaks for itself: Sweden is already one of the countries with the most transformation agreements. By 2026, more than 80% of publications are expected to appear in Gold OA through transformative deals.

The future of OA and OS in Sweden

The OA transformation is an ongoing process with changing goals. Wilhelm Widmark seems to get thoughtful at this point: “The question is when one can claim that a transformation is complete”, he remarks and points to upcoming challenges. These include the common search for alternatives to commercial publication service providers. An alternative to commercial OA could lie in the design of a publication platform. The times seem right for such projects: “Publishers really want to keep the transformative agreements as their business model. But the researchers are really annoyed of the high level of the publication fees” is how Wilhelm Widmark describes the current mood in his country. And in his view, the tested interaction between infrastructure providers and scientists will also be decisive for the next stage of the development: “The university management has the question on their table and the EU is our political driver. But it shouldn’t be organized top-down, it must be driven by researchers. The transformation is done for the researchers and thus the process must be created based on the needs of the researchers.” Under these conditions, the coordinating side needs to address the task of creating structures that promote and enable this cultural change.

Wilhelm Widmark believes that the involvement of all stakeholders is also necessary in those areas where he believes Sweden still has potential for development. Here he mentions, among other things, the topic of open data and especially the monitoring of opening processes in this area, investments in digital infrastructures, the promotion of citizen science or the topic of open educational resources. Furthermore, investments should not only be made in material resources, but also in skills. Universities in particular are called upon to provide competent support for researchers through data stewards and their own training programs. But the training of trainers must also be further professionalised and accredited: “We need a curriculum for data stewards and career paths for this staff. Not only the infrastructure is important, the skills are almost as important as the infrastructure,” Wilhelm Widmark is convinced.

Sweden and the National Policy Plan

The deep conviction that policy processes must be thought of from the implementation point of view and should be shaped by the players who are at the beginning of the scientific value chain corresponds to a critical attitude towards national policies. In contrast, a national OA and OS policy developed with all stakeholders, as is currently being discussed in Sweden, runs the risk of becoming self-serving and binding important capacities: “In the beginning the government wanted an OA and OS policy. The research council and the national library suggested a common OS policy together with the universities and the directors. But I am not sure if it is the right thing to do because it will take a long time and the work to be done is actually more important than the policy itself.”

What we can learn from Sweden

In our conversation, it becomes clear to us what maxims this openness-strategy follows: Prescriptions from above are avoided. Instead, common ground is identified through discussions with all participants and differences are not emphasized. In order to achieve goals that everyone considers desirable, the tools for their implementation are decided at each individual institution or organisation. In this way, specific needs can be addressed and researchers and educators have the opportunity to participate directly in these policy processes. On the last point, the Swedish strategy seems similar to the approach taken in Germany.

The price of this autonomy and particularism at the institutional level is a great heterogeneity of measures. Wilhelm Widmark sees this himself: “The national library compared all the different OA policies, and they are not aligned at all”. But he continues straight away: “Everything important happens at the universities. And of course the research field provides norms, but the researchers are not really interested in these norms but care about what is going on at their universities.” The benefit of such a strategy is that the discussion about OA and OS is kept alive. Perhaps this effect has also contributed to the fact that OA and OS have been met with such broad acceptance in Sweden.

Further Reading

Political Commitment toward Open Science: Open4DE Spotlight on the Open Access Landscape in France

Authors: Maike Neufend, Martina Benz, Malte Dreyer

Open access is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access (OA) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide open access strategies.

The open access movement in France plays a vital role since the beginning in the European region. Already around the 2000s French research institutions launched the Revues.org platform (1999) – now OpenEdition – for open access journals primarily in Humanities and Social Sciences. In 2001 the Centre national de la recherche scientifique (CNRS) started running HAL open archive (2001), a repository open to all disciplinary fields. In 2003 the CNRS signed the Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. During many years open access was a matter of personal involvement from individuals within institutions, says Pierre Mounier, deputy director of OpenEdition and coordinator of OPERAS:

The personal commitment based on political values works locally, but at one point you reach a glass ceiling. You don’t get that general movement because it is only a matter of individuals. It really changed in France…

In 2021 France has already published the Second National Plan for Open Science. Generalising Open Science in France 2021-2024. And during the recently held Open Science European Conference (OSEC) the French Committee for Open Science presented the Paris Call on Research Assessment, calling for „an assessment system where research proposals, researchers, research units and research institutions are evaluated on the basis of their intrinsic merits and impact […]“. In line with the general development across Europe, according to the UNESCO Recommendation on Open Science and other policy papers, Open Science is no longer a question of few committed librarians, information scientists and researchers, but part of the national strategy on scholarly communication.

What can be achieved by a national strategy?

In Germany multiple stakeholders publish their own policies and strategies, committing to open access practices and values. Marin Dacos, national open science coordinator at the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation, emphasizes that a national strategy is a strong signal no matter what, because multiple stakeholders receive concrete directions by such strategies. In addition, it might be more efficient to speak as a country regarding these issues, in particular at the international level, f.e. within the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), the European Commission and The Council for National Open Science Coordination (CoNOSC), a network of national coordinators in the UN-European region supported by SPARC Europe.

Looking at France, for certain topics national negotiations seem more convenient: Considering investment in green open access or diamond open access, it is more realistic to achieve progress on the national level instead of federal, local or institutional levels only. Setting open access on the national agenda allows for strategic planning. This argument is not only supported by the content of the two national plans for open science in France from 2018 and 2021, but also on the recently published Action Plan for Diamond Open Access „to further develop and expand a sustainable, community-driven Diamond OA scholarly communication ecosystem“. Prepared by OPERAS, PLAN S, Science Europe and French National Research Agency (ANR) the plan was commented by experts of a workshop sponsored by the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation in preparation for the OSEC conference. A summary of this conference and links to recordings are available online.

The National Plan and its infrastructure

But how did the first national plan actually come about in 2018? After the election in 2017, Frédérique Vidal became Minister for Higher Education, Research and Innovation. Since 2017 Marin Dacos is open science advisor to the director-general for research and innovation at the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation. He has been highly involved in the writing process of the French Open Science Plan. The open science committee was founded in 2019, consisting of a steering committee of open science, a permanent secretariat for open science (SPSO), colleges and expert groups as well as the forum for open science.

The steering committee meets 3–4 times a year to make strategic decisions related to the national strategy, acts as the Council of Partners of the National Fund for Open Science (GIS FNSO) and decides which initiatives to fund. The permanent secretariat headed by the national coordinator for open science gathers monthly to prepare the work of the steering committee, and to ensure the implementation of its conclusions. It coordinates the work of the colleges of the open science committee, oversees the editorial board of the ouvrirlascience.fr website, and monitors the progress of ongoing projects for the operational implementation of the national open science policy. The colleges and expert groups are standing bodies composed of experts on various aspects of the national open science policy. They review issues, propose guidelines, issue opinions, and initiate and lead projects. The forum for open science supports the committee by bringing in the experience of professionals from academia and research institutions. It provides a space for dialogue, exchange and development of shared expertise. As Morka and Gatti point out, the open science committee is one of the „main platforms where librarians engage in discussions on open access“.

Moreover, in the French case, a national fund (Fonds National pour la Science Ouverte, FNSO) is in place since the first National Plan on Open Science (2018) funded by „ministerial allocations and voluntary contributions from institutions of higher education, research and innovation, as well as contributions from foundations and patrons“. Through this fund the steering committee for open science can incentivize concrete projects to foster implementation of measures articulated in the national plan, „it helps to target specific actions, an important transformation effect to help move forward“, says Mounier. 48 projects have been selected by the steering committee, 22 projects in 2019 mainly on research infrastructures, digital platforms and editorial initiatives and 26 projects in 2021 focusing on editorial platforms and structures as well as editorial content. Beside the fact that the fund is limited in its financial power, it is an important addition for a successful implementation of a national strategy.

What is there to consider for the German landscape?

One important lesson to learn from France refers to the administration of open access within the ministry. Open science and open access is highly coordinated inside the ministry and thus funds are not administered differently for these closely linked topics. However, the level of diversity included in the French national strategy is something to look up to. This is also visible in how the implementation of the national strategy is monitored in France. One aim of the French national open science strategy is the objective of a 100% open access rate in 2030 and progress is monitored on the national level. But different from the German Open Access Monitor the French version relies only on „using reliable and controlled open data“ like data from Unpaywall, DOAJ or OpenAPC – source databases like Web of Science or Scopus are not included. In addition, the French Open Science Monitor aims at including all scientific output and thus shows not only open access articles published in peer-reviewed journals but proceedings, book chapters, books and preprints as well. Sorting according to disciplines and their open access output is presented and the language of publication is shown as well. It is positive to see that both, the German and the French monitor, include diamond open access and thus differentiate it from full APC gold open access already.

But what works well in France is not necessarily the right path for Germany. University presses are well-developed in France, while the national publishing platform OpenEdition provides an infrastructure to publish open access books as well as journals. In Germany a decentralized library system operates quite autonomous on institutional levels, with different library consortia across federal states. A national publishing platform like OpenEdition may look like a desirable model, but as Pierre Mounier points out, does it really make sense for Germany? An important impulse from our interviews with French open science experts has been the question, how we can use the federated infrastructure in Germany as an advantage and not an obstacle for a national open access agenda.

References

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Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche  et de l’Innovation (2018). „National Plan for Open Science.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/wp-content/uploads/2019/08/National-Plan-for-Open-Science_A4_20180704.pdf.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche  et de l’Innovation (2021). „Second National Plan for Open Science Generalising Open Science in France 2021-2024.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/second-national-plan-for-open-science/,

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation (2022). „Paris Call on Research Assessment.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/paris-call-on-research-assessment.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation (2022). „Action Plan for Diamond open access.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/action-plan-for-diamond-open-access-2.

Mounier, Pierre (2019). „From Open Access as a Movement to Open Science as a Policy.“ Presented at the 2019 2nd AEUP Conference: (Re-)Shaping University Presses and Institutional Publishing. Profiles – Challenges – Benefits, Brno, Czech Republic, October 3. Accessed April 6, 2022. https://doi.org/10.5281/zenodo.3471026.

Morka, Agata, and Rupert Gatti (2021). „France.“ In Academic Libraries and Open Access Books in Europe: A Landscape Study. PubPub. Accessed April 6, 2022. https://doi.org/10.21428/785a6451.6df6495e.

Open4DE Spotlight on the Open Access Landscape in Lithuania

Authors: Malte Dreyer, Maike Neufend and Martina Benz

Open Access is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of Open Access (OA) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide Open Access strategies.

We start our series with a report on Lithuania’s Open Access landscape.

Probably the most important document for the development of Open Access in Lithuania is the Resolution Regarding the Approval of the Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Data, published in 2016. Because of its remarkable concreteness, the resolution is, together with the French National Plan on Open Science, described as „the most high level [policy document] of all“ in the 2019 SPARC Europe Report (Sveinsdottir, T. et al. 2020, S. 30). For example, the openness of data is made a standard (§23), concrete responsibilities for the implementation and monitoring of measures are named (§20, §29) and reporting obligations are regulated (§26).

Additionally, the Law on Higher Education and Research of the Republic of Lithuania states that „in order to ensure the quality of research conducted with funds from the state budget, to ensure transparency in the use of funds from the state budget and to promote scientific progress, the results of all research conducted in state higher education and research institutions must be disclosed publicly […]” (Article 51).

In an interview with Ieva Ceseviciute, we asked her about the state of an Open Access policy in Lithuania and whether she could confirm our optimistic view of things from a domestic perspective. Ieva Ceseviciute is Head of Research Information Services at the Library at Kaunas University of Technology and has been instrumental in OpenAIRE since 2015. In addition, she is involved in the Research Data Alliance and is thus an expert on Open Science in Lithuania.

Ieva Ceseviciute sees a general problem in the fact that so far no mechanisms have yet been developed to enforce the Resolution Regarding the Approval of the Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Data which has been released by the Research Council of Lithuania in 2016. It should also be noted that this resolution is the guideline of the most important research funding body and not an overarching national policy. However, there is agreement in Lithuania that this policy needs to be revised and adapted to the more recent developments in the publication system. Moreover, it is broadly recognised in Lithuania that a national policy is important and desirable. This situation was a good opportunity for putting a national policy process on the agenda.

Hence the Ministry of Education, Science and Sports has established a task force whose purpose is to develop a national Open Access policy. The group was formed in 2019, and started its work in 2020 with a series of meetings, but was then interrupted by the pandemic and the recent change of government in Lithuania. Currently, The Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Data are being revised by the Research Council of Lithuania. In support of this discussion, a survey of the present state is seen as a mandatory precondition for future strategy proposals. In particular, surveys have been carried out among various stakeholders and the research offices of relevant institutions in order to determine the development statuses and needs.

What can we learn from Lithuania?

In Ieva Ceseviciute’s view, the biggest obstacle on the way to a culture of openness is the fact that OA has not been integrated into incentive systems, which makes it unattractive to comply with Open Acess policies. Researchers are not yet expected to publish OA in the national context; changing this requires profound cultural change and new publishing practices. So far, few researchers have understood that the standards of Open Science and OA offer advantages to them. Although numerous information events are organised, raising awareness on Open Access has proven to be a challenge. A national policy can be an important instrument here. “Change takes time – cultural change takes time, it is not possible without the instrument of policies” says Ieva Ceseviciute.

At the same time, it is important that OA is based on a strong mandate in the ongoing national policy process. This requires a good balance between incentives and sanctions. Among the drivers of OA in Lithuania, Ieva Ceseviciute lists the support measures and legal frameworks of the European Union. In Lithuania, researchers are often involved in European research contexts that are particularly committed to the idea of openness. This is one of the ways how an intrinsic interest in Open Science is generated.

Further strong guidelines would certainly be helpful here. Top-down guidelines can accelerate cultural change in the national community. In this context, it is very important, says Ieva Ceseviciute, to identify stakeholders and name responsibilities – for every single step and measure in the policy process: „If this is not part of your policy, your policy won’t work“.

References

Dovidonyte, Rasa (2019). Implementation of Open Science in Lithuania. Nordic Perspectives on Open Science, August. https://doi.org/10.7557/11.4828

Sveinsdottir, Thordis, Proudman, Vanessa, & Davidson, Joy (2020). An Analysis of Open Science Policies in Europe, v6. https://doi.org/10.5281/zenodo.4005612

Open4DE: Emfpehlungen für eine Open-Access-Strategie für Deutschland entwickeln

Open Access ist inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Kommunikations- und Publikationskultur in Deutschland. Etwa jeder zweite Forschungsartikel ist bereits frei zugänglich. Zwischen Anspruch und Realität besteht jedoch weiterhin eine erhebliche Lücke: Forschungsförderorganisationen und wissenschaftliche Institutionen proklamieren das Ziel einer vollständigen Transformation hin zu Open Access, während die praktische Umsetzung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten voranschreitet.   

Das zum 1. Februar 2021 gestartete BMBF-geförderte Projekt “Open4DE – Stand und Perspektiven von Open Access am Standort Deutschland” zielt daher auf eine Erhebung des Status Quo der Verankerung von Open Access auf unterschiedlichen Ebenen ab:

  • Universitäten und Hochschulen
  • Forschungsorganisationen
  • Bundesländerebene
  • nationale Ebene
  • fachwissenschaftliche Perspektive

Vor dem Hintergrund der Öffnung der Wissenschaft, einschließlich ihrer Prozesse (Open Science), lässt sich zudem das Themenfeld Open Access kontextualisieren und neu positionieren – als ein Schritt im Zyklus des verantwortungsvollen und transparenten wissenschaftlichen Arbeitens und Kommunizierens. Zentraler Gegenstand des Projekts ist dabei die Analyse der gegenwärtig angewandten internationalen Strategien und Leitlinien mit dem Ziel, sowohl Zusammenhänge explizit zu machen als auch Perspektiven für die Weiterentwicklung aufzuzeigen. Unter Einbeziehung internationaler Entwicklungen sollen zudem in enger Zusammenarbeit mit den sich bereits engagierenden Institutionen und Interessengruppen eine nationale Open-Access-Strategie und -Roadmap für Deutschland entworfen werden.   

Das Projekt Open4DE leistet somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Open-Access-Ökosystems und beleuchtet gleichzeitig Schnittstellen und Überschneidungen mit Prozessen der Öffnung der Wissenschaft (Open Science). 

Team

Eine Beschreibung des Projekts auf Englisch finden Sie auf der Webseite von open-access.network.

Zeitraum: 01.02.2021 – 31.01.2023

Stakeholder-Workshop mit dem scholar-led.network: Die nicht-profitorientierte Perspektive auf Open Access

Von Martina Benz (ORCID), Malte Dreyer (ORCID) und Maike Neufend (ORCID)

Open-Access-Strategien, die auf staatlicher Ebene verankert sind, bewirken dynamische Diskurse rund um das Thema Open Access, sie positionieren Länder gegenüber global operierenden Wissenschaftskonzernen und haben nicht zuletzt eine Leitbildfunktion für die Einrichtungen und Wissenschaftler*innen des betreffenden Landes. Dennoch hat Deutschland bislang, anders als viele andere europäische Staaten, keine nationale Open-Access-Strategie.

Um Vorschläge für die Gestaltung des Politikprozesses und die Inhalte einer Open-Access-Strategie für Deutschland zu erarbeiten, planen wir im Projekt Open4DE: Stand und Perspektiven einer Open-Access-Strategie für Deutschland eine Serie von Stakeholder-Workshops. Den Anfang machte am 28. Januar 2022 ein 60-minütiger Workshop mit dem scholar-led.network.

Das scholar-led.network diskutiert und artikuliert Interessen der im deutschsprachigen Raum operierenden, von Wissenschaftler*innen geführten Publikationsprojekte. In ihrem 2021 veröffentlichten Manifest treten sie unter anderem für eine Vielfalt von Publikationsformaten, nachhaltig und öffentlich finanzierte Publikationsinfrastrukturen und eine Community-basierte Entwicklung des non-profit Publikationsökosystems ein: ideale Anknüpfungspunkte für die Diskussion über Anforderungen an eine bundesweite Open-Access-Strategie.

Der Workshop teilte sich in zwei Phasen. Im ersten kollaborativen Teil sammelten wir auf einem virtuellen Whiteboard Aspekte, die unter die im Manifest genannten Handlungsfelder – Vernetzung, Finanzierung und Bibliodiversität – fallen. Der Workshop startete also mit der Frage, welche konkreten Herausforderungen aus Sicht der Teilnehmer*innen als besonders bedeutsam für einen bundesweiten Policy-Prozess empfunden werden. Die Antworten aus dieser Diskussion wurden nach Wichtigkeit bewertet und daraufhin im zweiten Teil des Workshops in drei Kleingruppen vertieft und aufbereitet.

Vernetzung

In der Gruppendiskussion zum Handlungsfeld Vernetzung wurde die strategische Rolle offener, sozio-technischer Infrastrukturen diskutiert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Tools zur Organisation von Workflows entlang des Publikationsprozesses lag. Insbesondere die bereits in der Community erfolgreich zum Einsatz gebrachte Publikations- und Kollaborationplattform Open Journal Systems (OJS) bedürfe einer stetigen Weiterentwicklung, Anpassung und Verbreitung. Dabei sehen sich sowohl die Nutzer*innen (Autor*innen und Herausgeber*innen) als auch die Serviceprovider (oft wissenschaftliche Bibliotheken) zahlreichen Herausforderungen gegenübergestellt. Vertreter*innen beider Interessengruppen waren an der Diskussion beteiligt und bemerkten übereinstimmend, dass fehlende Konzepte zur nachhaltigen Finanzierung dieser Services dazu führen, dass die technischen Potentiale der bereits in vielen Anwendungsfällen erprobten und bewährten Softwarelösungen nicht in vollem Maße ausgeschöpft werden können.

In der Hoffnung, dass sich Synergieeffekte erzielen und Redundanzen vermeiden lassen, wurde daher über Möglichkeiten diskutiert, die Entwicklung und Bereitstellung von OJS in übergeordneten, öffentlich finanzierten Organisationseinheiten zusammenzuziehen. Dabei bestand keine Einigkeit darüber, auf welcher administrativen Ebene ein solches „Kompetenzcenter für Publikationsdienste“ anzusiedeln sei. Genannt wurden die Bibliotheksverbünde und die Bundesländer. Eine nationale Lösung wurde in Anbetracht der Heterogenität des hiesigen Publikationsökosystems und seiner traditionell föderalen Struktur mit hohem Anpassungsbedarf kritisch betrachtet. Um die Interessen von Herausgeber*innen, Autor*innen und Verleger*innen in die Gestaltung und den Betrieb konsortialer Publikationsinfrastrukturen einfließen zu lassen, bedürfe es keiner komplexen Gouvernancestruktur: Kleinere Kompetenzzentren ermöglichen eine Community-basierte, dynamische und partizipative Form der Gestaltung. Dies kann beispielsweise in thematisch fokussierten Workshops, Sprints und anderen agilen Arbeitszusammenhängen stattfinden, in denen sich Überschneidungen mit der aktiven internationalen Entwicklerszene nutzen ließen.  

Finanzierung

Publikationsorte, die über ein medienbezogenes Modell finanziert sind und gebührenfreie Publikationsmöglichkeiten bieten („Diamond-OA“), können zur Diversität des Systems beitragen und Druck auf die Anbieter gebührenfinanzierter Publikationsorgane ausüben. Für einen Ausbau dieses Segments ist es jedoch nötig, dauerhaft tragfähige Finanzierungsmodelle für Diamond-Zeitschriften und -Reihen aufzubauen.

Empfehlungen des Wissenschaftsrats, S. 68.

Die zweite Kleingruppe diskutierte zum Handlungsfeld Finanzierung von Open Access. Dort wurde zunächst festgestellt, dass in Deutschland zwar die Notwendigkeit von Finanzierungsmodellen jenseits von Article Processing Charges (APCs) gefordert wird – wie zuletzt in den Empfehlungen des Wissenschaftsrats -, aber bislang wenig praktische Ansätze und Initiativen existieren.

Wichtig war den Teilnehmenden, den Fokus auf nicht-kommerzielle Formen des Open Access zu legen. Transformationsverträge wie die im Projekt-DEAL ausgehandelten Verträge mit Wiley und Springer Nature betrachteten die Teilnehmenden eher kritisch: diese böten keine befriedigende Antwort auf die drängende Frage der Open-Access-Finanzierung. Als Schlussfolgerung aus der Erfahrung der DEAL-Verhandlungen seien alternative Ansätze zu entwickeln.

Ein Ansatzpunkt in der Diskussion waren die Universitätsverlage: Könnten diese alternative Publikationsmöglichkeiten bieten? Dagegen spricht, dass Universitätsverlage vorrangig den eigenen Einrichtungsangehörigen offen stünden. Es würden allerdings Publikationsoptionen benötigt, die für Autor*innen unabhängig von ihrer institutionellen Anbindung zugänglich sind. Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit nicht-kommerzieller Angebote auch im Bereich der Universitätsverlage hervorgehoben, diese können auch gewinnorientiert handeln. Der Blick auf den angelsächsischen Buchmarkt zeigt, wie Universitätsverlage als wichtige kommerzielle Player fungieren. Open-Access-Publizieren solle, so eine weitere Position, auch in kleinen scholer-led-Initiativen und -Verlagen stattfinden können und sich damit eine eigensinnige Praxis bewahren.

Eine zukünftige Finanzierungstrategie sollte deshalb ein klares Bekenntnis zu Diamond- und scholar-led-Open Access beinhalten. Dies müsse allerdings idealerweise mit einem Wandel des akademischen Anerkennungsystems einhergehen, z.B. durch die Integration von Open-Access-Aktivitäten als Anforderung in universitären Berufungsverfahren.  

Bibliodiversität

In der Diskussion zum dritten Handlungsfeld der Bibliodiversität wurde die Vielfalt der Publikationsformate thematisiert. Dabei waren sich die Teilnehmenden einig, dass eine Anerkennung der Vielfalt von Publikationsformaten im Wissenschaftssystem auch notwendig eine höhere Anerkennung inhaltlicher Qualitätssicherung zur Folge habe. Die Förderung von Bibliodiversität sei damit ein wichtiger Schritt zum Kulturwandel im wissenschaftlichen Reputationssystem und damit auch institutionell zu fördern, wie bspw. im Jussieu-Appell für offene Wissenschaft und Bibliodiversität gefordert wird.

Dabei stand generell zur Diskussion, wie eigentlich wissenschaftliche Qualitätssicherung weiter gedacht werden kann und muss: Braucht es die herkömmlichen Begutachtungsverfahren noch oder gibt es andere Möglichkeiten, wie bspw. eine Community-basierte Begutachtung, Open-Review-Modelle oder redaktionelle Begutachtung im scholar-led Bereich? Neben der Bedeutung des experimentellen Publizierens und der nötigen Offenheit für vielfältige Formate und Formen des Publizierens, diskutierte auch diese Gruppe über die dafür notwendige sozio-technische Infrastruktur. Die Idee einer überregionalen Publikationsplattform wurde dabei positiv beurteilt, denn dadurch könne zum einen der Workflow kooperativ genutzt werden und zum anderen die Wissenschaftscommunities besser vernetzt werden. Insbesondere die fehlende Vernetzung zwischen neuen und bereits vorhandenen Publikationsprojekten wurde als Mangel formuliert. Ein Weg aus der Projektförderung und eine strategisch bessere Vernetzung unter den Stakeholdern wurde als Herausforderung formuliert.

Empfehlungen

Aus der Diskussion mit dem scholar-led.network lassen sich einige Empfehlungen formulieren, die in einem nationalen Strategieprozess diskutiert werden können:

  • Plattformgestütze Publikationsinfrastruktur

Eine plattformgestütze sozio-technische Publikationsinfrastruktur und damit zusammenhängend ein Kompetenzcenter für Publikationsdienste, das nicht nur den institutionell angebundenen Wissenschaftler*innen offen steht, ist eine der Hauptforderungen des scholar-led.networks. Die Möglichkeiten des plattformgestützen Publikationsmanagements sind jedoch nicht hinreichend bekannt, weshalb eine professionelle, digital gestützte Organisation von Publikationsprozessen in der Wissenschaftscommunity ansprechender und breiter kommuniziert werden sollte.

  • Diamond Open Access

Der ausdrückliche Wunsch, sich auf Bundesebene zur Finanzierung von Diamond Open Access zu bekennen, wird von dem scholar-led.network als notwendiger Aspekt der weiteren Open-Access-Transformation in Deutschland betont. Eine nationale Strategie sei in der Lage, eine nicht-profitorientierte Ausprägung von Open Access nicht nur zu empfehlen, sondern Wege der Implementierung und damit auch Finanzierung aufzuzeigen.

  • Die Reputationsökonomie verändern

Der viel diskutierte Kulturwandel in der Wissenschaft ist eine dritte wichtige Forderung des scholar-led.networks. Viele praktizieren in ihren Publikationsprojekten bereits einen hohen Grad an Bibliodiversität, wie Mehrsprachigkeit oder alternative Begutachtungsverfahren und Publikationsformate. Doch dies ist längst nicht im Mainstream des Wissenschaftssystems angekommen. Ein Bekenntnis zur Veränderung des bisherigen Anerkennungssystems durch die Unterstützung von Bibliodiversität und einer positiven Bewertung von Open-Access-Praktiken, sei eine wichtige nationale Aufgabe.

Im Verlauf diesen Jahres werden wir weitere Workshops mit Stakeholdern aus dem Bereich des wissenschaftlichen Publizierens veranstalten. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Nachfragen und Anregungen haben. Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit der Open Access Community. Weitere Berichte und Beiträge zu unserem Projekt werden unter anderem hier auf dem Open Access Blog Berlin erscheinen.