Wissenschaft – Politik – Akteur*innen: Die Open-Access-Transformation nachhaltig gestalten

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26. Oktober 2022, 14h00

Die Wissenschaftspolitik spielt eine wichtige Rolle für das erfolgreiche Gelingen einer Open-Access-Transformation. Neben der Verabschiedung von Open-Access-Strategien auf Landesebene ist die Einrichtung von landesspezifischen Open-Access-Initiativen ein vielversprechender Ansatz. Diese Initiativen unterstützen die jeweilige Wissenschaftslandschaft und insbesondere die Hochschulen der Länder mit Expertise, Impulsen und Infrastrukturen. Die Vernetzungsstellen können als Intermediär zielorientiert auf agile Entwicklungen reagieren und eine Open-Access-Praxis ermöglichen, die alle Interessen ausgewogen berücksichtigt. 

Die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verfolgen gerade diesen Weg. In der Veranstaltung werden die Motivation, die Konzepte und die Aktivitäten der jeweiligen Initiativen präsentiert. Anschließend diskutieren wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Best-Practices und Desiderate vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Initiativen und der Teilnehmenden.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Landesinitiative openaccess.nrw, dem Open-Access-Büro Berlin (OABB) und der Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg (VuK) im Rahmen der Internationalen Open Access Woche 2022. Den Zugangslink erhalten Sie nach einer Registrierung über Webex.

Fachcommunities könnten Vorreiter sein

Im Mittelpunkt des zweiten Stakeholder-Workshops des Projektes Open4DE standen die Herausforderungen und Chancen der Umsetzung von Open Access aus Perspektive der Fachgesellschaften

Das Projekt Open4DE, Stand und Perspektiven für eine Open-Access-Strategie für Deutschland erhebt auf der Grundlage einer qualitativen Auswertung von Policy-Dokumenten den Umsetzungsstand von Open Access in Deutschland. Im zweiten Schritt entwickelt das Projekt im Dialog mit den wichtigsten Stakeholdern im Feld Empfehlungen für eine bundesweite Open Access-Strategie. Bereits im Januar fand in diesem Rahmen ein Workshop mit dem scholar.led-network Netzwerk statt. Am 24. Mai 2022 waren Vertreter*innen der Fachgesellschaften zu einer gemeinsamen Diskussion eingeladen.

Rund zwanzig Fachgesellschaftsvertreter*innen aus geistes-, sozial-, und naturwissenschaftlichen Organisationen waren der Einladung von Open4DE gefolgt, darunter viele, die insbesondere mit den organisationseigenen Publikationen befasst sind, aber auch Mitarbeiter*innen der Geschäftsstellen und Vorstandsmitglieder. Im ersten Teil des Workshops stellte das Projekt Open4DE seine Ergebnisse aus der Untersuchung des Umsetzungs- und Diskussionsstandes von Open Access und Open Science in den Fachgesellschaften vor.

Umsetzungsstand von Open Access in den Fachgesellschaften

Open Access setzt sich, verbunden mit unterschiedlichen fachlichen Publikationskulturen, in wissenschaftlichen Disziplinen ungleich durch (vgl. z.B. Severin et al. 2022). Während die Physik bereits in den frühen 1990er Jahren eigene Publikationsinfrastrukturen für die fachinterne Zirkulation von Preprints aufbaute (arXiv), spielt in anderen wissenschaftlichen Disziplinen bis heute die Monographie eine zentrale Rolle.

Abb.1. Am Anfang des Workshops wurden die teilnehmenden Vertreter:innen der Fachgesellschaften gefragt, mit welchen Aspekten von Open Acces Sie in ihrer täglichen Praxis zu tun haben. Die Antworten deuten bereits Schwerpunkte in eigener Publikationstätigkeit an

Förderlich für die Aufgeschlossenheit gegenüber Open Access ist ein hoher Nutzen des offenen Zugangs zu digitalisierten Daten (wie z.B. in der Archäologie). Auch die transnationale Vernetzung von Fachdisziplinen mit ärmeren Ländern fördert die Akzeptanz von Open Access. Teilweise sind es eher die kleinen Fächer, die Vorreiter von Open Access und Open Science sind, da sie besonders von einer höheren Sichtbarkeit und einer freien Dissemination ihrer Daten profitieren (vgl. Arbeitsstelle kleiner Fächer 2020).

Policy-Papiere mit konkreten Handlungsanleitungen zur Umsetzung von Open Access haben Fachgesellschaften nicht verabschiedet. Einige Fachgesellschaften bringen sich aber mit Stellungnahmen in die Diskussion um Open Access und Open Science ein. Insbesondere Plan S löste Debatten aus (vgl. DMV et al. 2019). Dabei steht die Sorge um die Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens an erster Stelle.

Weitere Diskursanlässe sind die Transformation fachgesellschaftseigener Publikationen in Open Access (vgl. DGSKA 2021) sowie der Umgang mit (offenen) Forschungsdaten (vgl. DGfE 2017; DGfE/GEBF/GFD 2020; DGV 2018; Schönbrodt/Gollwitzer/Abele-Brehm 2017; Abele-Brehm et al. 2017; Gollwitzer et al. 2018, 2021). Letzteres zeigt auch, wie fachwissenschaftliche Selbstverständigungsprozesse von außen evoziert werden, hier durch die Aufforderung der DFG, disziplinäre Richtlinien im Forschungsdatenmanagement zu formulieren (vgl. DFG 2015).

Trotz dieser zahlreichen Einzelinitiativen bleibt festzustellen, dass sich die Fachgesellschaften insgesamt – von einigen bedeutsamen Ausnahmen abgesehen – eher wenig sicht- und hörbar in die Diskussion und Aushandlung von Open Access in Deutschland eingebracht haben. Unter den rund 750 Unterzeichner*innen der Berliner Erklärung von 2003 sind zahlreiche Universitäten und Forschungseinrichtungen aber nur vier Fachgesellschaften (Stand: 28. Juni 2022). Die Gelegenheit, die Open-Access-Transformation als Anlass zu nutzen, um wissenschaftliche Standards vor dem Hintergrund eines grundlegenden Wandels von Wissenschaft durch die Digitalisierung innerhalb der eigenen Fachcommunity zu diskutieren und damit diese Transformation aktiv mitzugestalten (vgl. z.B. Ganz 2020), wird bislang nur in wenigen Fachgesellschaften aktiv ergriffen. Das überrascht, da Fachgesellschaften Orte der Selbstorganisation und der Selbstverständigung fachlicher Communities sind (vgl. Wissenschaftsrat 1992). Finden in den Fachcommunities keine Diskussionen über Open Access und Open Science statt oder sind diese lediglich nicht sichtbar, weil sie nicht in öffentlichen Stellungnahmen münden? In jedem Fall bleibt festzustellen, dass die Entwicklung des Themas Open Access in den Fachgesellschaften noch viel Potential besitzt. „Fachcommunities könnten eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagte ein Teilnehmende  in Hinblick auf die gegenwärtige Situation und benannte damit sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen der wissenschaftsnahen Entwicklung des Themas Open Access.

Im Anschluss an diese Gegenwartsdiagnose wurden in unserem Workshop folgende Handlungsfelder identifiziert: 

  1. Die Ausgestaltung des wissenschaftlichen Publikationswesens in der Open-Access-Transformation (Geschäftsmodelle, Finanzierung, Publikationsformate).
  2. Qualitätssicherung, wissenschaftliche Anerkennungsverfahren und Reputationssysteme
  3. Die Definition der Rolle fachwissenschaftlicher Communities in der Open-Access-Transformation als Vertreter*innen und Sprachrohr ihrer Community in Governance-Prozessen.

Aus diesen Handlungsfeldern wurden im Anschluss in Arbeitsgruppen weitere Fragen, Maßnahmen und Empfehlungen abgeleitet:

Reputationssysteme

Ausgangspunkt der Diskussion in einer der beiden Arbeitsgruppen war die Beobachtung, dass Wissenschaftler*innen in erster Linie in möglichst angesehenen Zeitschriften und Verlagen publizieren wollen. Open Access sei demgegenüber eine nachgeordnete Frage, es bestünden zum Teil Vorbehalte bezüglich der Qualität. Angesichts des starken Drucks, sich durch Artikel in High Impact Journals zu etablieren, bleibe Open Access ein marginales Thema. Damit Open Access mehr Gewicht bekomme, müsse das Reputationssystem reformiert werden. Ob und wie Fachgesellschaften diesbezüglich eine Rolle übernehmen können, diskutierte die eine Arbeitsgruppe intensiv, während in der anderen Arbeitsgruppe die Meinung vorherrschte, dass Wissenschaftler*innen und ihre Organisationen selbst diese Veränderung aktiv betreiben müssten.

Die Bedeutung der Monographie

Ein wichtiger Faktor in der Open Access-Transformation ist insbesondere für die Vertreter*innen von geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachgesellschaften die Bedeutung der Monographie. Bisher lagen die Schwerpunkte konsortialer Transformationsabkommen aber im Bereich der Zeitschriften. Mit Blick auf die Entwicklungspotentiale der Transformation des Monographienmarktes wurde unter anderem diskutiert, welche Rolle Verlage im Bereich der Qualitätssicherung haben. Bei genauerem Hinsehen, so die vorherrschende Meinung, seien es aber nicht ausschließlich die Verlage, die Qualität sichern, sondern häufig im selben Maße die Herausgeber*innen, die mit ihrem Namen für Qualität einstehen. Bemerkt wurde zusätzlich, dass Mittel für Open-Access-Bücher oft knapp seien. So stellte sich abschließend die Frage, welche fairen Lösungen für eine Finanzierung entwickelt werden können. Müssten Fachgesellschaften letztendlich selbst Repositorien und andere Infrastrukturen für die Publikation von Monographien aufbauen? Letzteres sei kaum leistbar. Als möglicher Weg, sich als Fachgesellschaft einzubringen, wurde schließlich die Publikation eigener Open-Access-Buchreihen benannt, die durch anerkannte Wissenschaftler*innen eines Fachgebietes herausgegeben werden.

Best Practices

In Bezug auf die eigene Rolle als Herausgeber*in von Zeitschriften wurden positive Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten geteilt: so durchläuft die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) aktuell einen Transformationsprozess: auf APCs wird dabei verzichtet, die Finanzierung der Zeitschrift erfolgt durch die Fachgesellschaft, deren Mitglieder an der Entscheidung über die Umstellung beteiligt wurden und diese überwiegend positiv aufnehmen. Dies zeigt, dass jenseits von APCs auch andere Geschäftsmodelle möglich sind, z.B. durch konsortiale Finanzierungen, wie sie etwa in der Open Library of Humanities praktiziert oder in KOALA angestrebt werden. Über diese unterschiedlichen Möglichkeiten müsse das Bewusstsein bei den Autor*innen deutlich gestärkt werden.

Anreize zur Offenheit

Um eine Kultur der Offenheit im Publikationswesen – und dort insbesondere in der Qualitätssicherung – zu fördern, bedarf es also häufig einer verstärkten Informationsinitiative unter den Mitgliedern. Der Kenntnisstand zum Thema Offene Wissenschaft ist je nach Fachkultur unterschiedlich stark ausgeprägt. Einige Teilnehmende sprachen diesbezüglich auch von einem Generationenkonflikt unter den Mitgliedern, wobei jüngere Wissenschaftler*innen oft aufgeschlossener gegenüber Open Science und Open Access seien. Anreizsysteme können in einer solchen Situation den Kulturwandel befördern.

Ideen und Vorschläge für ein stärkeres Commitment zu offener Wissenschaft gab es viele in der Diskussion; teilweise wurde auf bereits praktizierte Maßnahmen hingewiesen. Insgesamt entstand auf diese Weise ein umfassendes Bild bereits existierender und geplanter Leistungen der Fachgesellschaften im Feld Open Access. Genannt wurde die Einrichtung von Publikationsfonds durch Fachgesellschaften, das Aussprechen von Empfehlungen für Qualitätskriterien für Zeitschriften oder die Vergabe von Preisen für Open-Access- und Open-Science-Projekte. Auch die Entwicklung von Konzepten für den Umgang mit personenbezogenen Daten sowie von Ethik-Leitlinien für Forschungsdaten könne Anreize für den Kulturwandel hin zu mehr Offenheit setzen.

Synergien schaffen

Im Allgemeinen äußerten viele den Wunsch, Konzepte und Leitlinien gemeinsam zu erarbeiten, denn finanzielle und personelle Ressourcen seien auch in den Fachgesellschaften knapp. Der Wunsch, Publikationsinfrastrukturen übergeordnet zu finanzieren, wurde mehrfach zum Ausdruck gebracht.

Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsfragen

Diskutiert wurde auch, dass inzwischen zwar viele reputationsreiche Zeitschriften open access seien, die von ihnen verlangten Article Processing Charges stellten jedoch ein Problem für Autor*innen außerhalb gut ausgestatteter Forschungseinrichtungen dar. Deshalb stelle sich die Frage, wie nachhaltig die Finanzierung von APC/BPC-basiertem Open Access angesichts steigender Kosten und Publikationszahlen sein könne. Im Rahmen der DEAL-Verträge werden auch Open-Access-Publikationen in hybriden Zeitschriften finanziert. Davon profitieren z.T. auch Fachgesellschaften, die Herausgeber wissenschaftlicher Journals sind, wie die anwesende Gesellschaft deutscher Chemiker (GDCH). Doch auch dieses Modell wird kritisch diskutiert (vgl. Oberländer/Tullney 2021).

Die Rolle der Politik und der Forschungsförderer

Bezüglich der Empfehlungen an die Politik äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, dass Forderung und Förderung (beispielsweise durch die Entwicklung vorhandener Infrastruktur) Hand in Hand gehen müssten: Teilweise sei es so, dass Fördereinrichtungen Vorgaben machten, während gleichzeitig die notwendigen (finanziellen und technischen) Rahmenbedingungen, um diese zu erfüllen, nicht bestünden. Hier sei erforderlich, dass mehr Rückkopplung stattfinde. Überhaupt sei es wünschenswert, dass Fachgesellschaften analog zur Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI) auch im Bereich Open Access an einer Koordinationsstelle beteiligt seien. Hilfreich wäre es auch, wenn Verantwortliche in Politik und Fördereinrichtungen Checklisten aufstellten, anhand derer Open-Science-Standards abgeglichen und entwickelt werden könnten. Grundlegend müsse es darum gehen, Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem zu garantieren und transparente Kostenmodelle für das Publikationswesen zu entwickeln.

Die Rolle der Fachgesellschaften in der der Transformation

Immer wieder wurde im Laufe des Workshops das Selbstverständnis der Fachgesellschaften im Prozess der Transformation thematisiert. Brauchen (kleine) Fachgesellschaften angesichts der Open-Access-Transformation eine Strategie? Zumindest stellte sich die Frage, wie sie ihre Rolle angesichts der grundlegenden Veränderungen im Wissenschaftssystem (neu) definieren. Dies kann bedeuten, eine wissenschaftspolitische Rolle einzunehmen oder wiederzuentdecken. Zunächst ginge es aber, so einige der Anwesenden, darum, einen Überblick über die Entwicklungen im eigenen Fach zu erlangen und eine eigene Expertise zu entwickeln, um dann einen Verständigungsprozess mit den Mitgliedern anzustoßen. Zur Diskussion stand somit auch, wie Beteiligungs- und Verständigungsprozesse gestaltet werden könnten. Ferner wurde wiederholt diskutiert, ob Fachgesellschaften in der Lage seien, selbst verlegerisch tätig zu werden und welche administrativen und technischen Fragen sich daraus ergeben würden?

Den Abschluss des Workshops bildete der Ausblick auf den weiteren Projektverlauf. Dabei wurden die Teilnehmer*innen eingeladen, sich an einem im Herbst geplanten Strategieworkshop anlässlich des Projektabschlusses weiter an der Diskussion zu beteiligen. Dieser Aufforderung nachkommen zu wollen, erklärten sich in einer abschließenden Umfrage alle Anwesenden bereit.

Literaturangaben


Open4DE Spotlight on Finland – An advanced culture of openness shaped by the research community

Authors: Malte Dreyer, Martina Benz and Maike Neufend

Open Access (OA) is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access and open science (OA and OS) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide Open Access strategies.

After starting this series with an article about Lithuania and Sweden, we now continue our journey around the Baltic Sea. Our next stop is Finland:

In a comparison of European Openness strategies, Finland stands out for its sophisticated system of coordinated policy measures. While other countries have a strategy that bundles different aspects of the Openness culture into one central policy, the Finnish model impresses with unity in diversity. The website of the Federation of Finnish Learned Societies, which was set up specifically to provide information on Open Science (OS), lists four national policies on OS and research in Finland. In addition to a policy for data and methods, a policy on open access to scholary publications and a policy on open education and educational ressources document activity at a high level. The openness culture in Finland targets all stages of scientific communication but also teaching and learning. In addition, a national information portal provides orientation on publication venues, projects and publicly funded technical infrastructures. It is an exemplary tool to get an overview of the constantly growing Open Access (OA) and OS ecosystem and its numerous products and projects.

OA&OS-culture in Finland

Such an advanced stage in the development of openness can only be achieved through the persistence of political goals. The basis for this is a political and scientific culture whose fundamental values favour the idea of openness. OS and OA are seen as aspects of a comprehensive, science-ethical framework that unites issues such as internationalisation, gender equality and integrity of science in the term “responsible science”. In its guidelines Responsible conduct of research and procedures for handling allegations of misconduct in Finland the Finnish National Board of Research Integrity (TENK) establishes this connection between responsible conduct in science and openness. The 2012 version which is still valid today states:

2. The methods applied for data acquisition as well as for research and evaluation, conform to scientific criteria and are ethically sustainable. When publishing the research results, the results are communicated in an open and responsible fashion that is intrinsic to the dissemination of scientific knowledge (highlighting by the authors of this article).

“Responsible Science is an umbrella-term. Policy-making under this umbrella is based on the integrity of scientists, not on judicial decisions and laws,” says Sami Niinimäki, contact person for OS at the Finnish Ministry of Science and interview partner of Open4DE. In his role as a counsellor of education in the department of higher education and science policy in the Finnish Ministry of Education and Culture Sami Niinimäki is well-versed in all issues related to science and education, funding and evidence-based policy-making. Quality assurance is also a defining theme for the ministry’s activities, Sami says. We meet via zoom on a Friday at the end of March to talk about Finland’s Open Science policy for an hour. A early spring day in Helsinki, Sami Niinimäki tells about the history of Finnish OS and OA policy-making: 

Data as a starting point

“We started with the data. In other places, it begins with publications but in Finland we invested first in the data infrastructure” says Sami Niinimäki, naming a special feature of the development of OA in Finland right at the beginning of our conversation. First discussions about opening up science date back to the 1990s, when people were aware of the benefits of OA&OS but had not yet pushed ahead with the development at a larger scale. The topic became prominent in the 2000s when the ministry, which at that time was responsible for the system architecture of science communication, realised that open data also represented an exciting field of activity. The first ministerial initiative in this field began at the end of the decade and ran from 2009 to 2014. Among other things, it created the conditions for long-term digital preservation. Together with the open science and research initiative from 2013 to 2017, these programmes created infrastructures, researched scientific cultures and conducted surveys on the maturity of OA and OS developments. Researching the field led to a kind of friendly competition among institutional actors and, at the level of individual institutions, had the positive effect of making their own openness culture thematically and publicly transparent, Sami Niinimäki tells us.

From the Ministry to the Federation of Finnish Learned Societies

The actual policy process, in which research funders, universities, colleges and other institutions work on national policy documents, is today coordinated by the Federation of Finnish Learned Societies, a national co-operative body for learned societies in Finland. According to its own information, the Federation of Finnish Learned Societies has a membership of 293 societies and four academies from all branches of arts and sciences, in total 260 000 individual members, and also supports and develops the role of its members in science policy discussions. Expert groups on science policy issues meet under its umbrella, currently these are “The Committee for Public Information”, “The Finnish Advisory Board on Research Integrity”, which is under the self-governance of the scientific community, and the “Publication Forum”. In addition, the Federation of Finnish Learned Societies is active in creating roadmaps and organises so-called forum meetings. “The change of responsibility for our policy process from the Ministry to the Federation of Finnish Learned Societies was a kind of natural evolution”, Sami Niinimäki points out. But in retrospect, this development made total sense:

“The Federation of Finnish Learned Societies hosts the research integrity board since the 1990s and their work relies on the integrity in the research community: why not include OS in a visible way in the same package? Possibly this happened per accident, but we had to go through these steps to reach a higher maturity level. In the ministry we failed to reach the research community, our audience included the same 400 people we talked to every time and with the Federation, the message reached further audiences, even trade unions.”

The change of responsibilities, the inclusion of new actors and the re-organisation of running processes is nothing new in the eyes of policy research. According to Sybille Münch’s Research on Interpretative Policy-Analysis (2016), policy processes rarely run as smoothly as the theory of the policy cycle suggests. In the Finnish case, however, the change of responsibility seems to have been achieved with little loss: Even more, the linking of the policy process to the research-community has led to productive participation of the target group. A manageable time commitment combined with the prospect of influence motivates stakeholders to this day to help shape policy processes through active committee work, says Sami Niinimäki.

During the interview, we repeatedly learn how important a culture of participation is for the Finnish model. Exemplary is not only the management of the policy process through an organization which represents the interests of scientists, but also the implementation of Plan S, which was informed by an open consultation at the University of Helsinki.

Problems and challenges

Problems do exist, however. In Finland, for example, the implementation of the European guidelines on the secondary publication right has failed – initial attempts in this direction failed in particular because of the resistance of trade union and copyright lobby groups. Sami Niinimäki is convinced that resistance in the community can be broken by communicating the goals clearly – often resistance is caused by misunderstandings. However, Finland compensates the absence of a legal basis by consistency in practicing green OA. “Our goal is to publish national OA journals on a common platform in journal.fi” says Sami Niinimäki.

The important function of repositories in Finland is well known and has attracted attention from German colleagues before. But it is not only the infrastructure that is important: Sami Niinimäki mentions research funding as another important challenge in the implementation of OA. Moreover, ultimatively, it always comes down to the decisions of researchers: “Researchers understand that they have to produce impact and this gives incentives to use open copyright licences.” The fact that it all depends on the scientists also applies to research evaluation, a central field of work for policy-makers as Sami Niinimäki states:

“When you look at all the issues each of them lead to the core of the assessment  problem. This needs to be solved. In Finland we are on a good way, research organisations have signed the DORA-declaration and we have a national policy on research assessment, wich is very much compliant with DORA.”

With the signing of DORA, Finland is a step ahead of Germany: here, only a few research organisations have signed this document. But much more can be done also in Finland. Following Sami Niinimäki, it would be desirable for a peer review to be seen as equivalent to a publication. At the very least, a way should be found to also map these activities in reputation-building metrics. A proposal that not only seems relevant and attractive for Finland. The EU has already taken up this issue, among others in its scoping report on research assessment systems.

Taking stock: what can we learn from Finland?

The Finnish path shows that OA is favoured by a publishing culture in which repository-based OA became the standard early on. Participatory processes also promote acceptance in the long term. The fact that OA and OS are supported by broad acceptance is not least because of the numerous opportunities for participation through which stakeholders can get involved in policy processes. As mentioned above, the formulation and enforcement of the rules of research integrity is in the hands of the Federation of Finnish Learned Societies – an organization representing the scientists. The participatory implementation of PlanS, also mentioned above, is also evidence of a culture of participation. “Starting point is the openness and transparency of science as well as the mutual trust between researchers and research organisations. The model of self-regulation works well in democracies akin to Finland” is written on the webpage of the Finnish National Board on Research Integrity. At the same time, an accompanying, careful regulation is also beneficial, says Sami Niinimäki:

“Research funders can call the play, if research funders show maturity, then the organisations that benefit from their funding also change their culture. It is a domino process. And this dynamic also played out at the European level.”

Whereas in Finland the rule of government is “as much as necessary, as little as possible”, the rule of self-government is “as much as possible, as little as necessary”. This creates a domino effect that develops a momentum of its own. Now, of course, with regard to Germany, the question is which dominoes must fall here in order to further advance the process of conversion to OA. Finland shows that the connection to researchers is of particular importance. In Germany, unfortunately, the professional societies have not yet played a leading role in the conversion to OA. A workshop, which was held with representatives of the professional societies as part of the Open4DE project, showed that the interests and needs of the individual professional societies are also very different.  Last but not least, a representative body similar to the Federation of Finnish Learned Societies is missing here, which would bring these different interests under one roof. However, networking nodes such as the Open Access Network could play a strategically exposed role here. The future will show how feasible the already outlined ways of involving scientists in Germany are.

Literature

Open Science Coordination in Finnland, Federation of Finnished Learned Societies (2020). „Declaration for Open Science and Research (Finnland) 2020–2025.” Accessed June 7, 2022. https://edition.fi/tsv/catalog/view/79/29/192-1.

European Commission (2021). „Directorate-General for Research and Innovation, Towards a reform of the research assessment system: scoping report.” Accessed June 7, 2022. https://data.europa.eu/doi/10.2777/707440.

European University Association asbl. (without year). „The EUA Open Science Agenda 2025.” Accessed June 7, 2022. https://eua.eu/downloads/publications/eua%20os%20agenda.pdf.

Finnish Advisory Board on Research Integrity. „Responsible conduct of research and procedures for handling allegations of misconduct in Finland. Guidelines of the Finnish Advisory Board on Research Integrity 2012.” Accessed June 7, 2022. https://tenk.fi/sites/tenk.fi/files/HTK_ohje_2012.pdf.

Ilva, Jyrki (2020). „Open access on the rise at Finnish universities“. Accessed June 7, 2022. https://blogs.helsinki.fi/thinkopen/oa-statistics-2019/.

National Open Science and Research Steering Group und Science and Research Steering Group (2020). „National Policy and Executive Plan by the Research Community in Finland for 2020–2025.“ Accessed June 7, 2022. https://avointiede.fi/sites/default/files/2020-03/openaccess2019.pdf.

Ministry of Education and Culture (2019). „Atlas of Open Science and Research in Finland 2019 Evaluation of openness in the activities of higher education institutions, research institutes, research-funding organisations, Finnish academic and cultural institutes abroad and learned societies and academies Final report.” Accessed June 7, 2022. https://julkaisut.valtioneuvosto.fi/handle/10024/161990

Morka, Agata and Gatti, Rupert (2021). „Finland“. In Academic Libraries and Open Access Books in Europe: A Landscape Study. PubPub. Accessed June 7, 2022.  https://doi.org/10.21428/785a6451.2da5044f.

Münch, Sybille (2016). „Interpretative Policy-Analyse: eine Einführung. Lehrbuch.” Wiesbaden, doi: 10.1007/978-3-658-03757-4.

Open Science and Research Coordination (2019). „Open Access to Scholarly Publications. National Policy and Executive Plan by the Research Community in Finland for 2020–2025 (1).” Accessed June 7, 2022. https://doi.org/10.23847/isbn.9789525995343.

Ministry of Education and Culture (2014). „Open science and research leads to surprising discoveries and creative insights: Open science and research roadmap 2014–2017.” Accessed June 7, 2022. https://julkaisut.valtioneuvosto.fi/bitstream/handle/10024/75210/okm21.pdf?sequence=1&isAllowed=y.

Pölönen, Janne; Laakso, Mikael; Guns, Raf; Kulczycki, Emanuel and Sivertsen, Gunnar (2020). „Open access at the national level: A comprehensive analysis of publications by Finnish researchers“. In: Quantitative Science Studies, 17, 1–39. Accessed June 7, 2022.  https://doi.org/10/gg927d.

Open4DE Spotlight on Sweden: How a Bottom-up Open Access Strategy Works without a National Policy

Authors: Malte Dreyer, Martina Benz and Maike Neufend

Open Access (OA) is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access and open science (OA and OS) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide Open Access strategies. We continue our series with a report on Sweden’s Open Access landscape.

The Nordic and Baltic countries of Europe are renown for having developed Open Access and Open Science (OA and OS) particularly well. Our spotlight on Lithuania at the beginning of this series made clear that committed policy-making is an important precondition for the successful implementation of OA and OS. Finland, too, has created a sophisticated system of various national policy papers on opening up research and teaching. The policy process in which they were developed is itself a tool to promote openness in science. We will report on Finland’s strategy in this series in the coming weeks.

Sweden differs from its Baltic neighbors as it has not established a nation-wide binding OA strategy through a policy paper or law. Nevertheless, Sweden has always been on a very good path towards the goal of opening up science. Sweden was one of the early adopters of transformative agreements and today can build on a broad acceptance of OA in the scientific community – despite the lack of a national policy. How can this be?

We wanted to explore what strategies Sweden is applying to make OA and OS a breakthrough and met Wilhelm Widmark to talk to him about the Swedish research ecosystem. Wilhelm Widmark is the director of the Stockholm University Library and has played an important role developing OA and OS at his own institution. He has also been involved for years in various national committees for the implementation of OA and OS: He is Vice-Chairman of the Swedish Bibsam Consortium and member of the Swedish Rectors Conference’s Open Science working group. Internationally, he was a member of the LIBER  Steering Board and a member of EUA’s Expert Group on Open Science. Since December 2021, he has also been a director of the EOSC Association.

The history of OA in Sweden

The history of OA in Sweden is characterized by very committed people, Wilhelm Widmark points out at the beginning of our conversation. Main drivers have always been enthusiasts who cared about the idea. One could therefore conclude that OA in Sweden has traditionally come from bottom-up. According to Wilhelm Widmark, it was indeed library directors who started it all, not the government. In their exchange forum, the SUHF Rectors Conference, they developed a recommendation in 2003 to deal more intensively with OA in the future, because they saw this topic coming. The already ongoing journal crisis gave a necessary impetus and lent the whole development an additional ideological dimension. In view of the constantly rising prices, it also became clear to the scientists that OA and OS has a value in itself. With the help of the libraries, they first tried to go the green way and started using repositories. However, it quickly became apparent that the workload on researchers was too high to achieve success this way. Only between 10% and 15% OA could be achieved with repository-based OA. Around 2015, therefore, the discussion about Gold OA also began to rise up in Sweden.

The plan to enable OA through negotiations with publishers led to discussions in the rectors conference. It quickly became clear that this form of negotiation could only take place with the involvement of university management. The network that emerged soon spanned the entire country. Today, there is a steering committee in which university rectors and people from the university administrations are represented in addition to the library directors. The National Library of Sweden, where the steering committee is located, plays a significant role in the transformation process, unlike in Germany, for example. The success of this model speaks for itself: Sweden is already one of the countries with the most transformation agreements. By 2026, more than 80% of publications are expected to appear in Gold OA through transformative deals.

The future of OA and OS in Sweden

The OA transformation is an ongoing process with changing goals. Wilhelm Widmark seems to get thoughtful at this point: “The question is when one can claim that a transformation is complete”, he remarks and points to upcoming challenges. These include the common search for alternatives to commercial publication service providers. An alternative to commercial OA could lie in the design of a publication platform. The times seem right for such projects: “Publishers really want to keep the transformative agreements as their business model. But the researchers are really annoyed of the high level of the publication fees” is how Wilhelm Widmark describes the current mood in his country. And in his view, the tested interaction between infrastructure providers and scientists will also be decisive for the next stage of the development: “The university management has the question on their table and the EU is our political driver. But it shouldn’t be organized top-down, it must be driven by researchers. The transformation is done for the researchers and thus the process must be created based on the needs of the researchers.” Under these conditions, the coordinating side needs to address the task of creating structures that promote and enable this cultural change.

Wilhelm Widmark believes that the involvement of all stakeholders is also necessary in those areas where he believes Sweden still has potential for development. Here he mentions, among other things, the topic of open data and especially the monitoring of opening processes in this area, investments in digital infrastructures, the promotion of citizen science or the topic of open educational resources. Furthermore, investments should not only be made in material resources, but also in skills. Universities in particular are called upon to provide competent support for researchers through data stewards and their own training programs. But the training of trainers must also be further professionalised and accredited: “We need a curriculum for data stewards and career paths for this staff. Not only the infrastructure is important, the skills are almost as important as the infrastructure,” Wilhelm Widmark is convinced.

Sweden and the National Policy Plan

The deep conviction that policy processes must be thought of from the implementation point of view and should be shaped by the players who are at the beginning of the scientific value chain corresponds to a critical attitude towards national policies. In contrast, a national OA and OS policy developed with all stakeholders, as is currently being discussed in Sweden, runs the risk of becoming self-serving and binding important capacities: “In the beginning the government wanted an OA and OS policy. The research council and the national library suggested a common OS policy together with the universities and the directors. But I am not sure if it is the right thing to do because it will take a long time and the work to be done is actually more important than the policy itself.”

What we can learn from Sweden

In our conversation, it becomes clear to us what maxims this openness-strategy follows: Prescriptions from above are avoided. Instead, common ground is identified through discussions with all participants and differences are not emphasized. In order to achieve goals that everyone considers desirable, the tools for their implementation are decided at each individual institution or organisation. In this way, specific needs can be addressed and researchers and educators have the opportunity to participate directly in these policy processes. On the last point, the Swedish strategy seems similar to the approach taken in Germany.

The price of this autonomy and particularism at the institutional level is a great heterogeneity of measures. Wilhelm Widmark sees this himself: “The national library compared all the different OA policies, and they are not aligned at all”. But he continues straight away: “Everything important happens at the universities. And of course the research field provides norms, but the researchers are not really interested in these norms but care about what is going on at their universities.” The benefit of such a strategy is that the discussion about OA and OS is kept alive. Perhaps this effect has also contributed to the fact that OA and OS have been met with such broad acceptance in Sweden.

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Der Stand von Open Access und Open Science Policies. Eine Diskussion am Beispiel Berliner Hochschulen

Von Maike Neufend

In Berlin haben aktuell 10 von 14 öffentlich-rechtlichen bzw. konfessionellen Hochschulen eine eigene Open Access Policy verabschiedet bzw. veröffentlicht. Die Freie Universität Berlin (FU, 5.5.2021) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU, 26.10.2021) haben ihre Open-Access-Policies bereits einmal aktualisiert. Eine Übersicht aller Policies findet sich auf der Website des OABB.

Als erste Universität in Berlin hat die Humboldt-Universität zu Berlin am 9. Mai 2006 eine Open Access Policy verabschiedet. Rund zwei Jahre später veröffentlichte die Freie Universität Berlin ihre Open Access Policy, am 23. Juli 2008. Zuletzt haben auch die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB, 2021) und die Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH, 6.1.2022) eine eigene Open Access Policy verabschiedet.

Aktuelle Open Access Policies – Beispiele

Obwohl Studien bspw. aus dem Projekt Open Access Policy Alignment Strategies for European Union Research belegen, dass verpflichtende Policies wirksamer als empfehlende sind (vgl. Swan et al. 2015, S. 20), werden Wissenschaftler*innen in Deutschland und Europa kaum ausdrücklich dazu verpflichtet, ihre Forschungsergebnisse Open Access zur Verfügung zu stellen (Gold oder Grün). Anstatt dessen wird eine Open-Access-Publikation gefordert oder empfohlen (vgl. Swan et al. 2015, 18). Die Uniersität Konstanz hatte erstmalig in ihrer Satzung zur Ausübung des wissenschaftlichen Zweitveröffentlichungsrechts vom 10. Dezember 2015 Wissenschaftler*innen dazu verpflichtet, ihr Recht auf Zweitveröffentlichung wahrzunehmen. Gegen diese Satzung klagen 17 Hochschullehrende der Universität Konstanz mit der Begründung, diese verstoße gegen das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG).

Ob es rechtlich bindende Veröffentlichungspflichten auch in Deutschland geben kann, hängt maßgeblich von den verfassungsrechtlichen Anforderungen ab. Dies erklärt auch die Zurückhaltung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die zwei größten deutschen Förderinstitutionen für Wissenschaft fordern und fördern Open Access umfangreich, aber auch sie verpflichten nicht zur Open-Access-Veröffentlichung. In der Open Access Strategie des BMBF aus dem Jahr 2016 wird „Open Access als Standard in seiner Projektförderung auf[genommen]“, aber verpflichtet werden Wissenschaftler*innen beim Erhalt von Forschungsförderung dazu nicht (S. 8). Anders formulieren es europäische Forschungsförderprogramme wie Horizon2020, die ausdrücklich zur Open-Access-Publikation verpflichten.

Die Open Access Policies der Hochschulen sind wiederum nicht an Forschungsförderung gebunden und richten sich an alle Hochschulangehörigen. Allerdings verpflichten sich die Hochschulen selbst dazu, Eigenpublikationen, „sofern dem keine rechtlichen Rahmenbedingungen entgegenstehen, unter einer offenen Lizenz (vorzugsweise CC BY)“ zu veröffentlichen (HU Policy, 26.10.2021, Punkt 5). Ähnlich formulieren es auch die aktualisierte Policy der FU Berlin, und die Policies der KHSB und der ASH.

Im Vergleich zu den Policies der ersten Generation sind einige Inhalte hinzugekommen. In der Policy der HU von 2006 werden das Einreichen von Publikationen in OA-Journalen oder auf OA-Plattformen empfohlen und auf die Veröffentlichung von Pre- und Postprint-Versionen auf Publikationsservern verwiesen. Die aktuelle HU Policy „empfiehlt für Forschungsergebnisse die Erstveröffentlichung unter freier Lizenz (bevorzugt CC BY)“ und fordert „ihre Mitglieder auf, ihr Zweitveröffentlichungsrecht aktiv wahrzunehmen und alle Publikationen parallel oder nach jeweils geltenden Embargofristen ausschließlich über Repositorien zu veröffentlichen“ (Punkt 2). Des Weiteren wird den Mitgliedern der HU Berlin empfohlen, positiv auf das Reputationssystem von Open-Access-Publikationen einzuwirken, indem diese als Gutachter*innen oder Herausgeber*innen von OA-Publikationen tätig sind bzw. werden sollen (Punkt 4). Für die eigene Forschungstätigkeit sollen Hochschulangehörige den offenen persistenten Identifikator ORCID iD verwenden (Punkt 8). Darüber hinaus werden Hochschulangehörige in Form von Verlagsverträgen ermutigt, ihre Urheberrechte auch wahrzunehmen, indem sie nur einfache Nutzungsrechte an die Verlage übertragen (Punkt 3).

Die erste Open Access Policy der FU Berlin aus dem Jahr 2008 ist recht kurz gehalten, weist aber doch einige Besonderheiten auf. Auffällig ist, dass den Hochschulangehörigen für die Herausgabe von Open-Access-Zeitschriften eine eigene Publikationsplattform durch das Center für Digitale Systeme (CeDiS) zur Verfügung gestellt wurde. Heute betreut CeDiS über 30 Zeitschriften über das Open Journal System (OJS). Auch für Verlagsverträge empfiehlt die Policy den Autor*innen sich „möglichst ein nicht ausschließliches Verwertungsrecht zur elektronischen Publikation bzw. Archivierung ihrer Forschungsergebnisse zwecks entgeltfreier Nutzung fest und dauerhaft vorzubehalten“. Diese Klausel wird in der aktualisierten Policy (10.6.2021) noch deutlicher formuliert, indem bei Verlagsverträgen empfohlen wird, „lediglich das einfache Nutzungsrecht einzuräumen. Sollte das nicht möglich sein, wird empfohlen, sich das Recht auf parallele Online-Veröffentlichung im Refubium ausdrücklich vorzubehalten“. Neben dem Open Journal System (OJS), stellt die FU jetzt auch das Open Monograph Press (OMP) für Universitätsangehörige zur Verfügung. Wie die Open Access Policy der HU spricht diejenige der FU eine Empfehlung für Nutzung der ORCID iD aus und ermutigt ihre Mitglieder, „sich bei anerkannten Open-Access-Publikationsorganen in Herausgabe-, Redaktions- und Begutachtungsfunktionen zu engagieren“. In der Open Access Policy der FU wird zudem darauf hingewiesen, dass die Universitätsbibliothek „Hochschulangehörige bei allen Fragen des wissenschaftlichen Publizierens“ durch Beratung und Finanzierung unterstützt (Punkt 7).

Es sind mittlerweile Infrastrukturen wie Repositorien und Finanzierungs- sowie Beratungsangebote an vielen Hochschulen etabliert, so dass sich die Inhalte und der Tenor der aktuellen Open Access Policies, im Vergleich zur ersten Generation, verändert haben. Sie geben häufig eine Richtung vor, die auch den Diskussionsstand in der Open Access Community widerspiegelt. Dies zeigt sich beispielsweise in dem Zusatz, den die ASH in ihrer Policy anführt: „Das Engagement für nicht-kommerzielle Angebote wird besonders befürwortet.“ Im Allgemeinen ist die Aufforderung an Wissenschaftler*innen, das Ökosystem Open Access selbst durch ein gezieltes Engagement in Begutachtungs- und Herausgebertätigkeit zu unterstützen, begrüßenswert. Es zeigt jedoch auch, dass der Kulturwandel weniger durch verpflichtende Leitlinien seitens der Hochschulleitungen ausgebaut wird. Der Erfolg der Open-Access-Transformation baut weiterhin auf das Handeln einzelner Wissenschaftler*innen auf. Eine Möglichkeit für Hochschulleitungen das Open-Access-Publizieren der Hochschulangehörigen verantwortungsvoller zu unterstützen, ist die Anerkennung von Open-Access-Publikationen bei der Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen. Obwohl dieser Aspekt bereits 2018 in 6 Open Access Policies deutscher Hochschulen benannt wurde (vgl. Riesenweber und Hübner, 2018), nimmt keine der hier besprochenen aktuellen Open Access Policies dazu Stellung.

Von Open Access zu Open Science

Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit die ersten Open Science Policies auf Einrichtungsebene veröffentlicht. Dazu gehören die Open Science Policy der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (16.2.2021), die Open-Science-Richtlinie der Hochschule Anhalt (17.3.2021), die Open Science Policies der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (13.10.2021) und der Universität Konstanz (24.11.2021). In den Policies wird mitunter gefordert, „alle Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses offen zugänglich und nachnutzbar zu machen“ und dies „in allen Phasen des Forschungsprozesses“ (vgl. Präambel, Universität Konstanz). Hier wird deutlicher, wie nicht nur das Engagement einzelner Wissenschaftler*innen die Transformation vorantreibt, sondern dieses Engagement als wissenschaftliches Leistungsmerkmal anerkannt wird bzw. werden soll. Die Universität Konstanz markiert diese Leistungsanerkennung in ihrer Open Science Policy als bestehenden Sachverhalt (Präambel). Die Friedrich-Alexander-Universität formuliert etwas detaillierter, dass die Einrichtung selbst für „[d]ie Einbettung von Open-Science-Praktiken in Rekrutierungs-, Forschungs- und Evaluierungskriterien“ verantwortlich ist (Seite 3, Punkt 3).

In Berlin wird dieser Blickwechsel ebenso gefordert: Das Berliner Hochschulgesetz, gültig ab dem 25. September 2021, legt unter § 41 Abschnitt 5 fest: „Die Hochschulen fördern die Anerkennung von Praktiken offener Wissenschaft (Open Science) bei der Bewertung von Forschungsleistungen im Rahmen ihrer internen Forschungsevaluation und bei Einstellungsverfahren“. Wie diese Forderung zukünftig in die Praktiken, Policies und Strategien von Berliner Einrichtungen Einzug hält, ist Gegenstand des weiteren Aushandlungsprozess, unter anderem im Rahmen der Hochschulverträge. Das Open-Access-Büro Berin hat im Auftrag von und in Abstimmung mit der AG Open-Access-Strategie für Berlin unter Leitung des ehemaligen Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach und des Direktors der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin Andreas Brandtner eine Empfehlung für eine Landesinitiative für mehr offene Wissenschaft in Berlin vorgelegt, die in diesem Blog in einer kurzen Fassung veröffentlicht wurde. In der Empfehlung für eine Landesinitiative Open Research Berlin streben die Berliner wissenschaftlichen und kulturellen Landeseinrichtungen gemeinsam an, die Förderung von Offenheit und Transparenz in Bezug auf den gesamten Forschungsprozesses im Sinne einer offenen Wissenschaft (Open Science bzw. Open Research) umzusetzen.

Die Universität Konstanz und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben mit ihren Open Science Policies primär den Bezug auf Handlungsfelder im Bereich der Hochschulen erweitert: Neben dem offenen Zugang zu Bildungsinhalten und Lehrmaterialien (Open Educational Ressources), der nachvollziehbaren Dokumentation von Methoden (Open Methodology), der Publikation von Forschungsdaten (Open Data) und Software (Open Source), der Publikation von Verwaltungsdaten sowie der offenen Wissenschaftskommunikation in und mit der Gesellschaft, wird Open Access als die uneingeschränkt zugängliche Publikation von Forschungsergebnissens zu einem Handlungsfeld von Vielen.

Ein Blick auf das Handlungsfeld Open Access innerhalb der Open Science Policy der Universität Konstanz zeigt, dass zwar wichtige Impulse aufgenommen werden, wie bspw. die Unterstützung offener Begutachtungsverfahren, doch werden diese Aussagen seitens der Einrichtung nicht mit verbindlichen Verantwortungsbereichen oder konkreten Unterstützungsangeboten untermauert. Die Friedrich-Alexander-Universität zählt hingegen das „Experimentieren mit Open-Peer-Review“ zu einer möglichen Open-Science-Praktik, die auch in Rekrutierungs-, Forschungs- und Evaluierungskriterien eingebettet wird (S. 3, Punkt 3). Ähnlich wie in den aktualisierten Open Access Policies der HU und FU wird auch dort die Verwendung von Identifikatoren wie ORCID iD empfohlen (S. 4).
Insgesamt bleibt der Verpflichtungsgrad zu Open Access in der Open Science Policy der Universität Konstanz hinter aktuellen Open Access Policies zurück. So wird die Erst- und Zweitveröffentlichung von Forschungsergebnissen (Goldener und Grüner Weg zu Open Access) nicht direkt adressiert, die Universität selbst verpflichtet sich nicht ausdrücklich zu Open Access in ihren Eigenpublikationen und ORCID iD findet keine Erwähnung. Auch die Open Science Policy der Hochschule Anhalt führt diese Open-Access-Praktiken nicht auf. Positiv hervozuheben ist jedoch, dass – ähnlich wie es die Alice Salomon Hochschule formuliert – auch dort Angehörige der Hochschule darin unterstützt werden, „verlagsunabhängige[r] Publikationsstrukturen“ zu nutzen (Abs. 4). Auffällig ist zudem, dass nur die Open Science Policy der FAU und die Open Access Policies der FU und der ASH selbst unter einer offenen Lizenz (Creative Commons) und mit einer doi (digital object identifier) veröffentlicht sind.

Den Erfolg von Policies bemessen?

Auch wenn Policies gemeinhin keine eigenen Quoten zur Bemessung von Open Access festlegen, formuliert die Open Science Policy der Friedrich-Alexander-Universität, dass die Einrichtung verantwortlich dafür ist, den Fortschritt von Open Science zu messen. Die Erhebung von Kennzahlen und die damit einhergehende institutseigene Dokumentation oder ein kooperierendes Monitoring müssen implementiert werden. In diesem Falle werden Hochschulangehörige darin unterstützt, ihre Forschungsergebnisse über das Forschungsinformationssystem FAU CRIS zu importieren, „mit einem entsprechenden Kennzeichen, ob es sich um eine Open-Access-Publikation handelt“ (FAU Policy).
Auch in Berlin werden Zahlen zum Bemessen des Fortschritts im Bereich Open Access erhoben. Die Open-Access-Strategie des Berliner Senats von 2015 formuliert unter anderem das Ziel, dass bis 2020 60% aller Zeitschriftenartikel aus wissenschaftlichen Einrichtungen in der Zuständigkeit des Landes Berlin im Sinne von Open Access zugänglich sein sollen. Die Zahlen des aktuellen Monitoring Berichts 2019 suggerieren, dass dieses Ziel höchstwahrscheinlich erreicht wird.

Doch wie kann die Quantifizierbarkeit von Fortschritt im Bereich Open Science über die reine Erhebung von Veröffentlichungen hinaus gehend bemessen werden? Diese Frage muss Bestandteil weiterer strategischer Überlegungen und einer offenen Diskussion, auch auf Länderebene sein. Das Open-Access-Büro beteiligt sich an dem Projekt „BUA Open Science Dashboards – Entwicklung von Indikatoren und Screening Tools für prototypische Umsetzung“ zusammen mit dem QUEST Center an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, um gemeinsam mit den Communities disziplinspezifische Indikatoren zu entwickeln, die neben Kriterien einen offenen Wissenschaftsparaxis auch die FAIR-Kriterien berücksichtigt.

Der Policy-Prozess als aktiver Kulturwandel

Häufig werden Aktualisierungen von Open Access und Open Science Policies sinnvoll durch Programme von Forschungsförderern wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angestoßen (Putnings und Söllner 2022). Um die Möglichkeit eines dynamischen Policy-Prozesses zu etablieren, sollten diese einer Form der Aktualisierungspflicht unterliegen. Mit der Anpassung an gegenwärtige Herausforderungen und der Ausweitung der Handlungsfelder von Open Access zu Open Science können Policies als Prozess verstanden werden, in dem die Einrichtung einen gemeinsamen Standpunkt erarbeitet. Um einen Kulturwandel voranzutreiben, können Policies als verantwortungsvolle Positionierung der Einrichtung im Diskurs und als Motivation für die Forschenden dienen. Ob eine Policy auch Wirksamkeit zeigt, lässt sich jedoch nur durch den Erfolg von Open-Access- und Open-Science-Praktiken an den jeweiligen Einrichtungen bemessen.

Open4DE Spotlight on the Open Access Landscape in Lithuania

Authors: Malte Dreyer, Maike Neufend and Martina Benz

Open Access is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of Open Access (OA) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide Open Access strategies.

We start our series with a report on Lithuania’s Open Access landscape.

Probably the most important document for the development of Open Access in Lithuania is the Resolution Regarding the Approval of the Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Data, published in 2016. Because of its remarkable concreteness, the resolution is, together with the French National Plan on Open Science, described as „the most high level [policy document] of all“ in the 2019 SPARC Europe Report (Sveinsdottir, T. et al. 2020, S. 30). For example, the openness of data is made a standard (§23), concrete responsibilities for the implementation and monitoring of measures are named (§20, §29) and reporting obligations are regulated (§26).

Additionally, the Law on Higher Education and Research of the Republic of Lithuania states that „in order to ensure the quality of research conducted with funds from the state budget, to ensure transparency in the use of funds from the state budget and to promote scientific progress, the results of all research conducted in state higher education and research institutions must be disclosed publicly […]” (Article 51).

In an interview with Ieva Ceseviciute, we asked her about the state of an Open Access policy in Lithuania and whether she could confirm our optimistic view of things from a domestic perspective. Ieva Ceseviciute is Head of Research Information Services at the Library at Kaunas University of Technology and has been instrumental in OpenAIRE since 2015. In addition, she is involved in the Research Data Alliance and is thus an expert on Open Science in Lithuania.

Ieva Ceseviciute sees a general problem in the fact that so far no mechanisms have yet been developed to enforce the Resolution Regarding the Approval of the Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Data which has been released by the Research Council of Lithuania in 2016. It should also be noted that this resolution is the guideline of the most important research funding body and not an overarching national policy. However, there is agreement in Lithuania that this policy needs to be revised and adapted to the more recent developments in the publication system. Moreover, it is broadly recognised in Lithuania that a national policy is important and desirable. This situation was a good opportunity for putting a national policy process on the agenda.

Hence the Ministry of Education, Science and Sports has established a task force whose purpose is to develop a national Open Access policy. The group was formed in 2019, and started its work in 2020 with a series of meetings, but was then interrupted by the pandemic and the recent change of government in Lithuania. Currently, The Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Data are being revised by the Research Council of Lithuania. In support of this discussion, a survey of the present state is seen as a mandatory precondition for future strategy proposals. In particular, surveys have been carried out among various stakeholders and the research offices of relevant institutions in order to determine the development statuses and needs.

What can we learn from Lithuania?

In Ieva Ceseviciute’s view, the biggest obstacle on the way to a culture of openness is the fact that OA has not been integrated into incentive systems, which makes it unattractive to comply with Open Acess policies. Researchers are not yet expected to publish OA in the national context; changing this requires profound cultural change and new publishing practices. So far, few researchers have understood that the standards of Open Science and OA offer advantages to them. Although numerous information events are organised, raising awareness on Open Access has proven to be a challenge. A national policy can be an important instrument here. “Change takes time – cultural change takes time, it is not possible without the instrument of policies” says Ieva Ceseviciute.

At the same time, it is important that OA is based on a strong mandate in the ongoing national policy process. This requires a good balance between incentives and sanctions. Among the drivers of OA in Lithuania, Ieva Ceseviciute lists the support measures and legal frameworks of the European Union. In Lithuania, researchers are often involved in European research contexts that are particularly committed to the idea of openness. This is one of the ways how an intrinsic interest in Open Science is generated.

Further strong guidelines would certainly be helpful here. Top-down guidelines can accelerate cultural change in the national community. In this context, it is very important, says Ieva Ceseviciute, to identify stakeholders and name responsibilities – for every single step and measure in the policy process: „If this is not part of your policy, your policy won’t work“.

References

Dovidonyte, Rasa (2019). Implementation of Open Science in Lithuania. Nordic Perspectives on Open Science, August. https://doi.org/10.7557/11.4828

Sveinsdottir, Thordis, Proudman, Vanessa, & Davidson, Joy (2020). An Analysis of Open Science Policies in Europe, v6. https://doi.org/10.5281/zenodo.4005612

Open4DE: Emfpehlungen für eine Open-Access-Strategie für Deutschland entwickeln

Open Access ist inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Kommunikations- und Publikationskultur in Deutschland. Etwa jeder zweite Forschungsartikel ist bereits frei zugänglich. Zwischen Anspruch und Realität besteht jedoch weiterhin eine erhebliche Lücke: Forschungsförderorganisationen und wissenschaftliche Institutionen proklamieren das Ziel einer vollständigen Transformation hin zu Open Access, während die praktische Umsetzung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten voranschreitet.   

Das zum 1. Februar 2021 gestartete BMBF-geförderte Projekt “Open4DE – Stand und Perspektiven von Open Access am Standort Deutschland” zielt daher auf eine Erhebung des Status Quo der Verankerung von Open Access auf unterschiedlichen Ebenen ab:

  • Universitäten und Hochschulen
  • Forschungsorganisationen
  • Bundesländerebene
  • nationale Ebene
  • fachwissenschaftliche Perspektive

Vor dem Hintergrund der Öffnung der Wissenschaft, einschließlich ihrer Prozesse (Open Science), lässt sich zudem das Themenfeld Open Access kontextualisieren und neu positionieren – als ein Schritt im Zyklus des verantwortungsvollen und transparenten wissenschaftlichen Arbeitens und Kommunizierens. Zentraler Gegenstand des Projekts ist dabei die Analyse der gegenwärtig angewandten internationalen Strategien und Leitlinien mit dem Ziel, sowohl Zusammenhänge explizit zu machen als auch Perspektiven für die Weiterentwicklung aufzuzeigen. Unter Einbeziehung internationaler Entwicklungen sollen zudem in enger Zusammenarbeit mit den sich bereits engagierenden Institutionen und Interessengruppen eine nationale Open-Access-Strategie und -Roadmap für Deutschland entworfen werden.   

Das Projekt Open4DE leistet somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Open-Access-Ökosystems und beleuchtet gleichzeitig Schnittstellen und Überschneidungen mit Prozessen der Öffnung der Wissenschaft (Open Science). 

Team

Eine Beschreibung des Projekts auf Englisch finden Sie auf der Webseite von open-access.network.

Zeitraum: 01.02.2021 – 31.01.2023