Online-Zeitschrift „EUobserver“ im Test

Bis zum 1. November 2026 kann über das FU-Campusnetz die Online-Zeitschrift EUobserver getestet werden.

EUobserver ist eine gemeinnützige, unabhängige Online-Zeitschrift, die im Jahr 2000 in Brüssel gegründet wurde. Sie veröffentlicht täglich Nachrichtenartikel, exklusive Analysen, Interviews, Untersuchungen und Meinungsartikel zum Themenbereich Europäische Union und die EU-Mitgliedsstaaten, überwiegend in englischer Sprache. EUobserver bezeichnet sich selbst als einziges EU-fokussiertes Medium, dass grenzübergreifenden sowie investigativen Journalismus anbietet. Das Journalistennetzwerk erstreckt sich über alle Mitgliedsstaaten sowie deren Nachbarländer.

Das Nachrichtenmagazin gilt als redaktionell unabhängig, hat sich der Munich Declaration of the Duties and Rights of Journalists angeschlossen und finanziert sich durch Werbung, der Lizenzierung von kostenpflichtigen Premium-Inhalten und Fördermitteln. Leserschaft und Abdeckung werden mit der von Financial Times und EURACTIV.com verglichen. Mehrere unabhängige Umfragen bescheinigen dem EUobserver ein einflussreiches Medium für EU-Angelegenheiten für Journalisten in Brüssel zu sein. In Österreich zogen das Bundesverwaltungsgericht und der Asylgerichtshof den Informationsdienst oft als Quelle für ihre Entscheidungen heran. Kooperationen bestehen u. a. mit Huffington Post (Deutschland), Gazeta Wyborzca (Polen), Der Standard (Österreich), Publico (Portugal), Dennik N (Slowakei) und Vox Europe (Europa).

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Der Beschreibungstext wurde dem Datenbank-Infosystem (DBIS) entnommen.
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Deutscher Buchpreis 2026 für Shida Bazyar

Die Siegerin steht fest!

Am 5. Oktober war es wieder so weit. Seit 2005 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschprachigen Roman des Jahres aus.

Die sieben Jurymitglieder Theresa Donner (Buchhandlung heiter bis wolkig, Haale an der Saale), Jan Ehlert (NDR), Maha El Hissy (Literaturwissenschaftlerin), Cornelia Geißler (Berliner Zeitung), Emily Grunert (Literaturbüro NRW), Stefanie Kreuzer (Universität Kassel) und Adam Sobocynski (Die Zeit) hatten seit dem Ausschreibungsbeginn 205 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2025 bis Anfang September 2026 erschienen waren. Nach Veröffentlichung von Long- und Shortlist steht nun der beste Roman des Jahres fest:

Die Lücken von Shida Bazyar

Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis 2026 (© Linda Deutsch)

Shida Bazyars Roman Die Lücken (vormerkbar über unser Bibliotheksportal Primo) erzählt am fiktiven Ort Heimesbach neunzig Jahre deutscher Geschichte und zeigt, wie verdrängte Vergangenheit die Gegenwart prägt. Anhand jüdischer Familien, NS-Profiteure und iranischer Geflüchteter thematisiert der Roman Schuld, Erinnerung, Flucht und die schwierige Suche nach Heimat. Pate für Heimesbach war die Stadt Hermeskeil nahe Trier, wo die Tochter iranischer Eltern geboren wurde und auch aufwuchs.

Begründung der Jury

[…] Der Roman „Die Lücken“ von Shida Bazyar reflektiert anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen. Auch die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugen den starken Nachhall des Textes. Ein Roman gegen Gleichgültigkeit.

Shida Bazyar darf sich über ein Preisgeld von 25.000 Euro freuen. Für ihren Roman hatte sie im Vorfeld auch den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis erhalten. Ihre fünf Mitfinalist*innen auf der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro.

14 weitere Titel bzw. Autor*innen gelangten auf die Longlist:

Alle verlinkten Titel sind in der Philologischen Bibliothek der Freien Universität ausleihbar oder können vorgemerkt werden.

Der Deutsche Buchpreis ist nicht die einzige literarische Auszeichnung, die diese Woche verliehen wird. Am morgigen Donnerstag wird der Nobelpreis für Literatur vergeben. Bei Buchmachern gelten die kanadische Dichterin Anne Carson und die experimentelle chinesische Autorin Can Xue als Favoritinnen, dicht gefolgt vom Japaner Haruki Murakami, Gerald Murnane aus Australien und dem US-Amerikaner Thomas Pynchon. Im letzten Jahr war der Ungar László Krasznahorkai erfolgreich.

Vielen Dank an Pia Keindorf (Auszubildende zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste) für die Mithilfe bei diesem Posting!

Testzugriff für Datenbank „Art & Architecture ePortal“

Bis zum 31. Oktober 2026 kann über das FU-Campusnetz die Datenbank Art & Architecture ePortal (A&AePortal) getestet werden.

Die von der Yale University Press entwickelte Plattform bietet eine digitale Sammlung kunst- und architekturhistorischer Titel sowie Publikationen aus angrenzenden Disziplinen wie dekorative Kunst, Fotografie und Design.

Die Datenbank enthält Neuerscheinungen sowie digitalisierte und ältere Werke der Yale University Press und weiterer Verlagspartner und Museen. Derzeit sind 439 E-Books verfügbar, jährlich kommen ca. 50 neue Titel hinzu.

Es stehen eine einfache und eine erweiterte Suche zur Verfügung. Die E-Books können zusätzlich nach Themenbereich und geografischer Region durchsucht werden.
Darüber hinaus wird eine Bildsuche angeboten, mit der sich die Bilder aller im A&AePortal verfügbaren Publikationen durchsuchen lassen.

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Neuer Themenfilm: Studentische Politik: Abkehr vom Dogmatismus

Extra konsequer – Forum des UStA – Mai 1977. Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin

Die teilweise heftigen Auseinandersetzungen an der Freien Universität Berlin in der ersten Hälfte der 1970er Jahre waren auf studentischer Seite wesentlich von den Aktivitäten radikaler dogmatischer Gruppierungen geprägt, der so genannten K-Gruppen. Deren Einfluss ging jedoch zunehmend zurück: Eine neue Generation von Studierenden wollte sich die Universität mit selbstbestimmten Politik- und Organisationsformen zu eigen machen und auch neue Lernformen entwickeln.

Mehr hierzu im neuen Themenfilm der „Erlebten Geschichte – Freie Universität Berlin“.

Neuer Themenfilm: Mehr als nur ein Dach über dem Kopf – die technische Abteilung der Freien Universität

Die Rostlaube in der Habelschwerdter Allee 45, 1973. Foto: Reinhard Friedrich.

Die Technische Abteilung ist der „Maschinenraum“ einer Universität. Sie koordiniert, plant und begleitet Neubauten, Renovierungen, Sanierungen und Maßnahmen zur Instandhaltung der Gebäude. Zugleich sorgt sie für den Betrieb der technischen Infrastruktur – von Aufzügen über Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen bis hin zur Wasser- und Energieversorgung.

Dafür bringt die Technische Abteilung ganz unterschiedliche Fachrichtungen und Qualifikationen zusammen: Architekt*innen und Bauingenieur*innen ebenso wie Fachleute für Gebäude-, Energie- und Versorgungstechnik, Elektrotechnik und technischen Brandschutz, Elektroniker*innen, Betriebshandwerker*innen, Hausmeister*innen sowie Mitarbeiter*innen in Projektsteuerung und Verwaltung. Erst dieses Zusammenspiel unterschiedlichster Kompetenzen ermöglicht es, die komplexe bauliche und technische Infrastruktur einer modernen Universität zu planen, weiterzuentwickeln und dauerhaft funktionsfähig zu halten.

Diesen und viele andere Themenfilme finden Sie im Projekt „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin.
Hier geht’s zum Themenfilm „Was macht die Technische Abteilung“?

Infotag Akademisches Schreiben: Austausch, Beratung und Vernetzung

Wie können wir Studierende und Promovierende beim wissenschaftlichen Schreiben noch wirkungsvoller unterstützen? Um genau diese Frage dreht sich alles am Mittwoch, den 23. September 2026 an der Freien Universität Berlin.

Unter dem Motto „Mit professioneller Schreibberatung ans Ziel“ lädt der Infotag Akademisches Schreiben zum gemeinsamen Lernen, Diskutieren und Vernetzen ein. Mitorganisiert wird die Veranstaltung von der Abteilung Lehr- und Lernservices unserer Universitätsbibliothek.

Zielpublikum
Der Tag richtet sich an Studierende und Promovierende genauso wie an Bibliothekar*innen, Lehrende, Schreibberatende und alle Kolleg*innen aus der akademischen Schreibunterstützung.

Das erwartet Sie:
– Impulsvorträge & Workshops zu neuen Ansätzen in der Schreibberatung
– Infomarkt mit Best-Practice-Beispielen aus Berlin und Brandenburg
– Vernetzung & Austausch über die Schnittstellen von Informationskompetenz, Recherche und Schreiben

Auch wir als Universitätsbibliothek sind mit einem Stand vertreten und stellen die vielseitigen Schreibangebote unserer Bibliotheksstandorte vor.

📍 Wo: Rostlaube (Habelschwerdter Allee 45), Hörsaal 2 (KL 29/223) & Foyer
📅 Wann: Mittwoch, 23. September 2026 | 09:00 – 15:00 Uhr
📋 Programm: www.fu-berlin.de/sites/ub/lernen/lern-beratungsangebote/Infotag-akademisches-schreiben

Lassen Sie uns gemeinsam ins Gespräch kommen 🤝!

Lehr- und Lernservices der UB im bundesweiten Vergleich

Wie viele Schulungen bietet eine Universitätsbibliothek an? Wie häufig werden Auskunftsangebote genutzt? Und wie viele Menschen nehmen an den Schulungen teil?
Die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS) liefert hierzu jährlich umfangreiche Kennzahlen aus deutschen Bibliotheken. Wir haben uns die Zahlen für das Jahr 2025 genauer angesehen und die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin mit anderen deutschen Universitätsbibliotheken verglichen.
Für die Auswertung wurden 81 deutsche Universitätsbibliotheken berücksichtigt, die entsprechende Daten an die DBS gemeldet haben. Damit lässt sich ein guter Vergleich innerhalb der Gruppe der meldenden Universitätsbibliotheken herstellen.

Stark bei Schulungen und Beratung


Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Lehr- und Lernservices im bundesweiten Vergleich sehr gut abschneiden.
Besonders deutlich wird das bei unseren Schulungsangeboten

Platz 2 bei Schulungsstunden
Bei der Zahl der im Jahr 2025 durchgeführten Schulungsstunden erreicht die UB der Freien Universität Berlin den zweiten Platz unter den 81 betrachteten Universitätsbibliotheken.

Platz 3 bei den Schulungsteilnehmenden
Auch bei der Zahl der Menschen, die an unseren Schulungen teilgenommen haben, liegen wir weit vorne: Hier erreichen wir Platz 3.

Damit gehört die UB bei beiden Kennzahlen zur Spitzengruppe der deutschen Universitätsbibliotheken. Auch bei den weiteren ausgewerteten Bereichen zeigt sich ein starkes Ergebnis:

BereichPlatz im Vergleich
Schulungsstunden2
Schulungsteilnehmende3
Auskunftsanfragen4
Benutzerarbeitsplätze7

Was sagen die Zahlen aus?
Die Statistik bildet unterschiedliche Aspekte der Arbeit unserer Bibliotheken ab. Hinter jeder Kennzahl stehen konkrete Angebote und Services: Kolleg*innen beantworten Recherchefragen, unterstützen bei der Literatursuche, vermitteln Informationskompetenz und bieten Schulungen zu bibliothekarischen Angeboten und wissenschaftlichem Arbeiten an. Gleichzeitig stellen unsere Bibliotheken Arbeitsplätze und Lernmöglichkeiten für Studierende und Forschende bereit.

Die Platzierungen zeigen, dass diese Angebote im Vergleich zu anderen deutschen Universitätsbibliotheken intensiv genutzt werden und unsere Lehr- und Lernservices eine wichtige Rolle im Studien- und Forschungsalltag spielen.

Ein Ergebnis, das viele Kolleg*innen möglich machen
Statistische Kennzahlen erzählen immer nur einen Teil der Geschichte. Hinter den Ergebnissen stehen die Kolleg*innen an unseren Bibliotheksstandorten, die Schulungen planen und durchführen, Auskunft geben, Veranstaltungen organisieren und täglich Studierende und Forschende bei ihren Fragen unterstützen.
Die DBS-Auswertung ist deshalb auch eine schöne Gelegenheit, diese Arbeit sichtbar zu machen.

Zu unseren Lernangeboten

Vielen Dank an alle Kolleg*innen, die mit ihrem Engagement zu diesem Ergebnis beitragen!


Text von Sandra Schönwandt

KI-Recherchetool im Test: Nexis+ with Protégé

Bis zum 30. November 2026 kann über das FU-Campusnetz das auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Recherchetool Nexis+ with Protégé getestet werden.

Angehörige der FU Berlin haben bereits Zugriff auf die Datenbank Nexis Uni. Diese bietet Zugriff auf über 17.000 geprüfte Quellen aus den Bereichen Nachrichten, Recht und Wirtschaft.

Im Rahmen des Testzugriffs wird der bestehende Zugang um die KI-Funktionalitäten von Nexis+ with Protégé erweitert.

Rufen Sie dazu Nexis Uni auf und klicken im lila Balken auf den Link „In Nexis+™ with Protégé™ suchen“.

Nutzer können Recherchefragen in natürlicher Sprache stellen, Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenfassen sowie umfangreiche Dokumente und Nachrichten schneller analysieren.

Die KI-generierten Antworten enthalten Quellenangaben, sodass die Ergebnisse nachvollzogen und überprüft werden können. Rechercheergebnisse lassen sich außerdem sammeln und in einen ersten, quellenbasierten Berichtsentwurf überführen.

Nexis+ with Protégé unterstützt damit unter anderem bei Markt- und Wettbewerbsanalysen, strategischer Planung, Unternehmens- und Kundenrecherche sowie bei der Erstellung von Berichten.

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Der Beschreibungstext wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell bearbeitet.
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Erfolgreiche Schreibwoche im Sommersemester 2026

Vom 20. bis 24. Juli 2026 fand die diesjährige Schreibwoche statt – und stieß auf großes Interesse: 75 Prozent der angebotenen Plätze wurden genutzt. Damit lag die Teilnahmequote deutlich über der des Vorjahres (54 Prozent).

Das Programm bot mit 20 Kursen, neun Beratungsangeboten und fünf Schreibzeiten ein vielfältiges Angebot rund um das wissenschaftliche Schreiben.

Vielfältige Angebote, große Nachfrage

Besonders erfreulich war die hohe Nachfrage nach zahlreichen Workshops. Mehrere Veranstaltungen waren vollständig ausgelastet – darunter Angebote zum Schreibprozess, zum Umgang mit Hausarbeiten sowie zum Lesen, Exzerpieren und Argumentieren.

Doch die Schreibwoche war nicht nur ein Ort, um Schreibkompetenzen zu erweitern. Sie bot auch Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung: Teilnehmende, die sich zuvor noch nicht kannten, kamen miteinander ins Gespräch und tauschten sich über ihre Erfahrungen und Herausforderungen beim wissenschaftlichen Schreiben aus.

Auch eine weitere Entwicklung ist besonders positiv: Studierende suchen die Schreibwoche inzwischen gezielt wieder auf. Das zeigt, dass sich die Angebote etabliert haben und als hilfreiche Unterstützung im Studienalltag wahrgenommen werden. Wie in den vergangenen Jahren wurde insbesondere die Schreibzeit von den Teilnehmenden sehr positiv hervorgehoben.

Was nehmen wir für die nächste Schreibwoche mit?

Die Erfahrungen aus diesem Sommersemester fließen direkt in die Planung der kommenden Schreibwochen ein. Unter anderem sollen die Beratungsangebote weiterentwickelt, die Bewerbung über die Fachbibliotheken früher gestartet und Möglichkeiten für mehr englischsprachige Angebote geprüft werden.

Ein großes Dankeschön gilt allen Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen, die mit ihrem Engagement zum Erfolg der Schreibwoche beigetragen haben. Sei es bei der Organisation, der Raumplanung, der Öffentlichkeitsarbeit sowie in Beratungen und Kursen.

Save the Date

Nach der erfolgreichen Sommerrunde geht es im kommenden Frühjahr weiter:

Die nächste Winterschreibwoche findet vom 15. bis 19. Februar 2027 statt.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Vielen Dank für den Textentwurf und das Bild an Johanna Gröpler, Mitinitiatorin und Dozentin der Schreibwoche.

Hebräische Bibel von Elias Hutter: Ein Zeugnis der sprachdidaktischen Innovation

Ein besonderes Geschenk für den Rara-Bestand

Die hebräische Bibel von Elias Hutter (Derekh ha-Kodesh – Biblia Sacra) aus dem Jahr 1587 wurde in Hamburg gedruckt und gehört zum Rara-Bestand der Campusbibliothek. Das Exemplar ist ein Geschenk von Dr. Marianne Brink, die eine enge Verbindung zur Freien Universität Berlin hat: Sie studierte am John-F.-Kennedy Institut und engagiert sich als Förderin für das Deutschlandstipendium.

Die Übergabe der Bibel v. l. n. r.: H. Younansardaroud, A. Tatai, Dr. M. Brink, S. Smolak, F. Schams

Das Werk ist ein radikaler, einzigartiger Versuch, das Studium des biblischen Hebräischen durch visuelle Morphologie-Analyse zu erleichtern. Hutter, lutherischer Theologe und Hebraist des späten 16. Jahrhunderts, verfolgte damit vor allem religiöse Ziele: Er wollte die biblische „babylonische Sprachverwirrung“ überwinden und allen Menschen den Zugang zur göttlichen Ursprache ermöglichen.

Eine Bibel, die Sprache sichtbar macht

Das Besondere an dieser Bibelausgabe ist ihre innovative Drucktechnik. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bibeln verwendet Hutter ein spezielles Typensystem von Lettern, um die Struktur der hebräischen Wörter „auf den ersten Blick“ verständlich zu machen.

Die Wurzelbuchstaben (literae radicales) sind komplett schwarz gedruckt, während die Flexionsbuchstaben (literae serviles) innen hohl und damit weiß gedruckt werden.

Zudem werden ausgefallene Konsonanten, beispielsweise durch die Assimilation der Wörter, als kleine Buchstaben über dem Wort ergänzt, um die ursprüngliche Wurzel des Wortes sichtbar zu machen. Diese grafische Aufbereitung sollte es Lernenden erlauben, die Morphologie des Hebräischen ohne komplexe Grammatiken zu erfassen.

Auf dem Foto sind die unterschiedlichen Buchstaben in hohler und voller Darstellung zu sehen.

Sprache, Theologie und Bildung

Hutters sah in den Wurzelbuchstaben des Wortes, also den drei Konsonanten, auf die der Wortstamm zurückgeführt werden kann, ein Abbild der Trinität und das Hebräische als die göttliche Ursprache vor der „babylonischen Verwirrung“, wie sie in Genesis 11 geschildert wird.

Seine Methode war somit stark von christlicher Kabbala und der Idee einer Sprachenharmonie geprägt, die Hebräisch, Griechisch, Latein und Deutsch als verwandt darstellte. Diese Vorstellung ist aus heutiger sprachwissenschaftlicher Sicht nicht haltbar.

Obwohl Hutters Ansatz von der modernen Sprachwissenschaft kritisiert wird, insbesondere wegen der willkürlichen Rekonstruktion von Wurzeln, die im biblischen Hebräisch nicht belegt sind, markiert seine Bibelausgabe einen wichtigen Punkt in der Geschichte der Hebraistik und des Buchdrucks.

Sie zeigt, wie tief religiöse Motivationen die sprachwissenschaftlichen Methoden der frühen Neuzeit prägten und wie versucht wurde, durch technische Innovationen im Druck die Bildung des Volkes außerhalb der Universitäten voranzutreiben. Hutter machte es sich zum Ziel, dem Lernenden, insbesondere der Jugend, die mühsame Arbeit der Grammatikanalyse abzunehmen. Man sollte die Struktur der Sprache direkt im Text erkennen können, ohne auf externe Grammatiken zurückgreifen zu müssen.

Ein ungewöhnlicher Gelehrter

Elias Hutter war kein typischer Gelehrter seiner Zeit. Als Theologe, Buchdrucker und Hebraist bewegte er sich in einer Welt, die von konfessionellen Brüchen und dem Wunsch nach Einheit geprägt war. Sein Leben war von einem ständigen Ringen um Anerkennung und Finanzierung gekennzeichnet, von Leipzig über Dresden und Hamburg bis hin zu seinem finanziellen Ruin in Nürnberg.

Für die Bibliothek ist diese Ausgabe daher nicht nur ein Zeugnis der neuzeitlichen Buchdruckkunst, sondern ein Spiegelbild eines Zeitalters, in dem Sprache, Theologie und Kosmologie untrennbar miteinander verwoben waren.

Quelle: Krasemann, Christoph. Die »Biblia Sacra – Derekh ha-Kodesh« des Elias Hutter. De Gruyter, 2021.

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Text von Suawek Smolak