Machen ist wie wollen – nur krasser! Nachhaltigkeit zum Anfassen & dabei sein

Studierende der Freien Universität besuchen Sie an 7 Tagen die Woche: Die Campusbibliothek der Universitätsbibliothek ist eine der besucherstärksten Fachbibliotheken und bietet moderne Lernorte im Innenbereich. Die angrenzenden Terrassen bieten Potenziale, draußen zu sitzen, zu entspannen und sich zu begegnen. Mit viel Grün und selbstgebautem Mobiliar entstand viel Neues, denn die graue und wenig genutzte Bibliotheksterrasse im Neubau wandelte sich im Sommersemester 2026 zur grünen Bibliotheksterrasse.

Machen!

Alles beginnt mit … einer Chance & Mut, Orte neu zu denken. Zum wiederholten Mal wurde der FUturist-Preis vom Ideen- und Innovationsmanagement der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie ausgeschrieben. Die Universitätsbibliothek hat in den letzten Jahren bereits viele Ideen eingereicht, das Team der Campusbibliothek bewarb sich zum ersten Mal. Im Vordergrund stand die Idee der Umgestaltung der Bibliotheksterrasse zu einem naturnahen, begrünten, attraktiven Lern- und Begegnungsort. Nachhaltigkeit im Sinne einer grünen Bibliothek setzt Schwerpunkte im Bereich ökologisch-sozialer Handlungsfelder: Partizipation, Ressourcenschonung, Biodiversität und das Schaffen von Werten für das Gemeinwohl.

Wollen!

Im Februar 2026 gab es die Förderzusage für das eingereichte Projekt: „Bibliotheksterrasse als grüner Lern- und Entspannungsort“, die FUturist-Jury gab motivierendes Feedback zu den Stärken des Projekts. Biodiversität trifft auf soziale Nachhaltigkeit – Mitmachstrukturen, praxisnahe Lösungen und die Förderung von niedrigschwelliger ökologischer Bildung überzeugten die Jurymitglieder. Das dreiköpfige Team der Campusbibliothek steckte zusammen mit der Nachhaltigkeits-AG „GreenFUBib“ die Köpfe zusammen und nahm sich eine Empfehlung der Jury sehr zu Herzen: Die Einbindung von Studierenden, um das Projekt umzusetzen im Rahmen „Nachhaltigkeit in der Lehre/ABV Modul Nachhaltige Entwicklung“. Die Planung eines gesamten Moduls musste her: Seminarbeschreibung, Inhalte, Zielformulierungen, Methodenauswahl, Zeitmanagement uvm. Challenge accepted!

Mitmachen & Wirken!

Es war überwältigend: Das Modulangebot wurde schnell belegt und es musste eine Warteliste angelegt werden. Unsere erfahrenen Kommunikationskolleginnen im Team haben mit tollen Plakaten in der Campusbibliothek und gezielter Werbung auf den sozialen Medien die richtige Zielgruppe erreicht: Studierende aus den verschiedensten Studienrichtungen wollten mitmachen. Viele von Ihnen waren intrinsisch motiviert und angesprochen von der Formulierung: Studierende, die Lust haben, sowohl handwerklich als auch als Newcomer mitanzupacken und statt PowerPoint und Hausarbeit praktische Aktionen während des Moduls bevorzugen. (Auszug aus der Seminarbeschreibung, Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2026) Der „Sprung ins kalte Wasser“ ist überwiegend geglückt: jeden Mittwoch fand das Modul während des Sommersemesters statt.

Es wurde gepflanzt, gebaut, geplant, gesät, gerückt, gestrichen, getestet auf der Bibliotheksterrasse oder im Seminarraum. Abwechslung gab es jedes Mal, die Studierenden konnten hier und da entscheiden: Möchte ich mich handwerklich am Bau der Pergola beteiligen oder meine kommunikativen Fähigkeiten erweitern? Persönliche Erfahrungsberichte der Studierenden wurden nach dem Modul verfasst und sind hier nachzulesen:

Output an der Universität

Das Sommersemester 2026 ist vorüber, das FUturist-Team und GreenFUBib kümmern sich zusammen um die weitere Sichtbarkeit des Projekts und auch um das Gedeihen der Pflanzen auf der Terrasse. Im Angebot „Primo der Dinge“ gibt es nun Gartenboxen zu leihen, mit denen Nutzende auf der Terrasse sofort aktiv werden können. Passende Literaturlisten werden zum Thema „Biodiversität & heimische Wildpflanzen“ zusammengestellt und eine barrierefreie Sitzgruppe ergänzt bald die Möglichkeit zum Verweilen. Vielseitige und aktive Kommunikation wurde und wird weiterhin in der Campusbibliothek und auf dem Campus Dahlem praktiziert:


Ende September wird das Projekt auch internationalen Gästen präsentiert: Auf der Konferenz „Sustainability in Higher Education“ gibt es die Möglichkeit, den geförderten FUturist-Projekten beim Midterm-Event zuzuhören: Ein Besuch auf die nahe gelegene Bibliotheksterrasse bietet sich an und zeigt praxisnah: Bibliotheken können Wissen und Handeln verbinden, um nachhaltige, zukunftsfähige Lösungen für alle zu befördern!

Text: Janet Wagner

Bilder & Grafiken: Diana Merten, Tobias Schober, Sandra Schönwandt

Lernen in der Bibliothek – warum wir das Leitungswasser (zurück) auf den Tisch holen sollten

Ein Erfahrungsbericht von Gunnar A. (Studierender, Geographische Wissenschaften)

Es ist Mitte Juli, draußen zeigt das Thermometer weit über dreißig Grad und ich sitze im dritten Stock der Campusbibliothek zwischen einem Haufen zu machender Abgaben. Die wenigen offenen Fenster ändern nichts daran, dass die Luft steht, und nach einer Stunde merke ich, wie mir das Konzentrieren zunehmend schwerfällt. Der Kopf wird schwer, die Zeilen im Skript verschwimmen. Ich greife nach meiner Flasche – leer. Muss ich jetzt wieder bis zur Mensa laufen, um mir Wasser zu holen? Genau in diesem Moment wird mir klar, wie sehr eine einfache Sache fehlt: Ein hoher Wasserhahn oder Trinkbrunnen in der Bibliothek, an dem ich meine Flasche kostenlos auffüllen kann.

Hitze, Konzentration und der unterschätzte Durst

Was ich in dieser Situation am eigenen Leib gespürt habe, ist keine Einbildung. Schon ein leichtes Flüssigkeitsdefizit wirkt sich messbar auf Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis und Reaktionsvermögen aus – Fähigkeiten, die wir beim Lernen und in Prüfungen ständig brauchen. Der Leitfaden „Trinkwasser an Hochschulen“ von a tip: tap verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der University of Westminster aus dem Jahr 2017, die einen Zusammenhang zwischen ausreichendem Trinken und gesteigerter Konzentrationsfähigkeit sowie Leistungsfähigkeit beschreibt. Gerade in Bibliotheken, wo wir uns über Stunden hinweg auf einen Text oder eine Aufgabe fokussieren müssen, ist das kein Nebenaspekt, sondern eine Grundvoraussetzung. Und mit den zunehmend heißen Sommern, die uns der Klimawandel beschert, wird das Thema jedes Jahr drängender: Wenn die Innenräume sich aufheizen, brauchen wir erst recht einfache, kostenlose Möglichkeiten, um Flüssigkeit nachzufüllen.

Leitungswasser: gesund, günstig, klimafreundlich

Dabei liegt die Lösung buchstäblich in der Wand. Leitungswasser in Deutschland unterliegt einer strengen amtlichen Kontrolle und ist in aller Regel ohne Bedenken trinkbar. Es kommt ohne Verpackung, ohne Transportwege und ohne Pfandflaschen-Logistik aus. Laut a tip: tap ließen sich allein in Deutschland jährlich rund 8 Milliarden Plastikeinwegflaschen und 3 Millionen Tonnen CO₂ einsparen, wenn mehr Menschen konsequent auf Leitungswasser umsteigen würden. Für uns Studierende kommt ein ganz praktischer Punkt dazu: Es ist schlicht kostenlos. Wer wie ich zwischen zwei Vorlesungen kaum Zeit hat, in die Mensa oder zum Kiosk zu laufen, profitiert enorm von einer Zapfstelle direkt im Lesesaal.

Was andere Hochschulen vormachen

Ich habe mich erkundigt, und es gibt bereits eine ganze Reihe überzeugender Beispiele:

Was diese Beispiele verbindet: Es braucht selten eine große Investition, sondern vor allem engagierte Personen – oft aus Nachhaltigkeits-Gruppen, Green Offices oder eben aus der Bibliothek selbst –, die das Thema anstoßen, Zapfstellen sichtbar machen und die Vorteile von Leitungswasser kommunizieren. Auch an unserer eigenen Hochschule gibt es dieses Engagement bereits: Die Liste Campus Grün hat schon vor einigen Jahren mit Flyern auf dem Campus die Forderung „Trinkwasserspender in den Bibliotheken“ erhoben. Wer als Studierende*r Wege sucht, dem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen findet in Campus Grün und im Studierendenparlament, Gehör und Unterstützung. Die Nachhaltigkeitsinitiative „Sustain it!“ als auch die Nachhaltigkeits-Gruppe „GreenFUBib“ der Universitätsbibliothek bringen das Thema Leitungswasser regelmäßig bei Veranstaltungen an der Universität unter die Menschen.

Wasser als Kulturgut – mehr als nur H₂O

Beim Stöbern im BiblioBlog der Universitätsbibliothek ist mir aufgefallen, dass Wasser dort nicht nur unter dem Aspekt der Versorgung, sondern auch als kulturelles Thema verhandelt wird: Anlässlich des UN-Weltwassergipfels 2023 wurde in einem Beitrag daran erinnert, dass Wasser seit jeher auch literarisch und künstlerisch verarbeitet wird – als Sinnbild für Kreislauf, Wandel und Lebendigkeit. Diese Perspektive gefällt mir, weil sie zeigt, dass eine Bibliothek das Thema Wasser nicht nur technisch (Zapfstelle ja oder nein), sondern auch inhaltlich aufgreifen kann: mit Ausstellungen, Lesungen oder kleinen Themenwochen rund um Wasser als Lebensgrundlage und Kulturgut. So wird aus einer reinen Infrastrukturfrage ein Bildungsangebot, das zum Nachdenken über unseren Umgang mit einer knappen Ressource anregt.

Rechtlich ist der Weg bereits geebnet

Toilettenvorraum in der Campusbibliothek: Hier können zumindest an diesem Hahn größere Flaschen aufgefüllt werden, Piktrogramme machen dies deutlich, doch diese Örtlichkeiten sind eher die Ausnahme

Dass öffentliche Einrichtungen sich stärker um kostenfreien Wasserzugang kümmern sollen, ist inzwischen auch politisch gewollt: Die EU-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet Kommunen über § 50 Wasserhaushaltsgesetz dazu, den Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum zu verbessern. Ein aktuelles Sachverständigengutachten im Auftrag des Umweltbundesamts zu den Finanzierungsoptionen für öffentliche Trinkwasserbrunnen zeigt außerdem, dass eine kostenlose Abgabe des Wassers rechtlich nicht zwingend aber ausdrücklich wünschenswert ist und verschiedene Finanzierungswege offenstehen. Für Hochschulen bedeutet das: Es gibt keinen triftigen rechtlichen Grund, warum nicht auch in Bibliotheken mehr Trinkwasserspender stehen könnten – im Gegenteil, der politische Rückenwind ist da.

Mein Fazit und Aufruf an alle Studierenden

Für mich ist klar geworden: Ein Trinkwasserspender in der Bibliothek ist kein Luxus, sondern eine kleine, aber wirksame Maßnahme für besseres Lernen, für unsere Gesundheit an heißen Tagen und für weniger Plastikmüll auf dem Campus. Andere Hochschulen zeigen, dass es geht – oft mit überschaubarem Aufwand und viel Eigeninitiative. Deshalb mein Aufruf an euch: Wenn auch ihr in eurer Bibliothek schon einmal vergeblich nach einer Zapfstelle gesucht habt, meldet euch! Sprecht die Bibliotheksleitungen, das Studierendenparlament oder eure Nachhaltigkeits-Arbeitsgruppe an, sammelt Unterschriften oder schreibt einfach eine kurze Mail. Je mehr von uns das Thema sichtbar machen, desto eher wird aus der leeren Wasserflasche in der Bibliothek bald ein volles Glas – kostenlos, klimafreundlich und immer griffbereit.

Fotos: Diana Merten & Janet Wagner

Textbearbeitung: Janet Wagner

Grün statt Grau: Wie die Terrasse der Campusbibliothek neu gedacht wurde

Ein Erlebnisbericht von Tom Luca Czerny

Wer öfter in der Campusbibliothek der Freien Universität Berlin lernt, kennt die Terrasse im Neubau wahrscheinlich eher als Durchgangsort. Grau, unauffällig, kaum jemand hat sich dort wirklich aufgehalten. Dies war der entscheidende Anlass für meine Teilnahme an einem wöchentlichen Seminar, das sich über ein gesamtes Semester hinweg ausschließlich diesem Ort widmete. Ziel war eine Neugestaltung der Terrasse mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Begrünung.

Studierende gestalten die Terrasse – der Kompetenzbereich Nachhaltige Entwicklung

Aus den Angeboten der Wahlpflichtmodule der Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) in Bachelorstudiengängen der Freien Universität gibt es Seminare zu: „Nachhaltigkeit verstehen und gestalten“. Ich studiere Geographie, mit Schwerpunkten unter anderem in Ökologie und Nachhaltigkeit. Insofern lag es nahe, sich für ein Seminar zu entscheiden, das genau diese Themen aufgreift, aber eben nicht nur theoretisch. Was mich konkret angesprochen hat: Die Bibliothek war mir als Lernort schon vertraut, die Terrasse dort aber wirkte ungenutzt. Einen Ort, den man kennt und trotzdem übersieht, praktisch mitzugestalten, fand ich naheliegender als ein weiteres Seminar, in dem Nachhaltigkeit nur diskutiert statt umgesetzt wird. Ob Lehre und Nachhaltigkeit zusammengehören, wurde im Seminar selbst eigentlich nicht groß thematisiert, aber genau darin lag für mich der Punkt: Man hat es einfach gemacht, statt lange darüber zu reden.

Von der Idee zum Hochbeet

Der Einstieg ins Seminar war der Teil, der mir am meisten gebracht hat. Wir haben uns damit beschäftigt, welche regionalen, ökologisch wertvollen Pflanzen für die Beete überhaupt infrage kommen: Was ist für Insekten besonders wertvoll, was verträgt sich mit den Standortbedingungen auf der Terrasse, was spendet Schatten. Das war der Punkt, an dem aus einem vagen Nachhaltigkeitsbegriff etwas Konkretes wurde.

Danach ging es an die eigentliche Gestaltung, hier war der Spielraum
unterschiedlich groß. Einige Elemente standen von vornherein fest, etwa die Pergola mit Sitzgelegenheit und die barrierefreie Tisch-Bank-Kombination. Hintergrund war, dass das Team der Campusbibliothek das Seminar mit einem bereits genehmigten Förderprojekt verknüpft hat. Für die Ausschreibung der „FUturist“-Förderung wurden vorab konkrete Ideen zur Umsetzung formuliert.

Pergola Bau mit allen Studierenden, Mai 2026

Bei den drei Hochbeeten und der übrigen Möblierung, den Sonnenstühlen, konnten wir dagegen eigene Ideen einbringen und ausprobieren.
Was mir weniger gut gefallen hat: Der Gestaltungsrahmen war an mehreren Stellen enger vorgegeben, als ich erwartet hatte. Gerade weil der Einstieg so offen und explorativ war, wollte ich bei der eigentlichen Umsetzung mehr eigene Entscheidungen treffen, als am Ende möglich war. Das schmälert das Ergebnis nicht, aber es war ein Punkt, der mich im Semester phasenweise etwas frustriert hat.

Learned Lessons

Für mich überraschende Erkenntnisse aus dem Semester: Gartenarbeit macht Spaß und auch handwerkliches Arbeiten hat mir mehr Freude bereitet, als ich vorher gedacht hätte. Beides waren keine Bereiche, mit denen ich mich vor dem Seminar aktiv beschäftigt habe. Insofern war der praktische Teil, das tatsächliche Anpacken, für mich fast wichtiger als der inhaltliche Input zu Beginn.

Mein Blick auf Bibliotheken hat sich durch das Projekt konkret verändert, weniger abstrakt als vielmehr im Alltag spürbar. Wenn man in der Pause auf einer begrünten Terrasse sitzt, fast wie in einer Art Garten, fällt es einfach leichter, sich davon auch mental etwas zu lösen. Vorher war die Bibliothek für mich fast ausschließlich ein Ort zum Lernen, ein Zweckort. Jetzt sehe ich sie auch als Aufenthaltsort, an dem man sich gerne aufhält, unabhängig davon, ob man gerade etwas lesen oder schreiben muss oder nicht.

Nachhaltigkeit an der Universität?

Auch mein Blick auf die Freie Universität Berlin hat sich verändert. Ich hätte nicht erwartet, dass Studierende bei einem Nachhaltigkeitsprojekt auf dem Campus so viel Gestaltungsspielraum bekommen, wie wir ihn hatten. Ein Semester lang an einem Ort mitzuarbeiten, den danach alle nutzen können, ist etwas anderes als eine Hausarbeit zu schreiben, die am Ende in der Schublade landet. Partizipation ist an der Universität offenbar keine leere Floskel, zumindest habe ich das in diesem Seminar so erlebt. Und wenn die Universität Studierenden solche Projekte tatsächlich zutraut, sagt das auch etwas über ihr
Verständnis von Nachhaltigkeit aus: nicht nur als Strategiepapier, sondern als etwas, das konkret angepackt wird.

Die Terrasse der Campusbibliothek ist jetzt grüner, mit drei Hochbeeten, Schatten unter der Pergola und Platz zum Sitzen für alle. Ob sie dadurch auch wirklich mehr genutzt wird, zeigt sich erst, wenn die ersten warmen Tage kommen und die Leute anfangen, dort tatsächlich zu sitzen statt nur vorbeizulaufen.

Fertige Pergola, die zukünftig begrünt Schatten spenden soll.

Text von Tom Luca Czerny (Studierender im Sommersemester 2026 an der Freien Universität Berlin)

Fotos: Diana Merten (Team Campusbibliothek)

ReUse in und durch Bibliotheken –Ein Rückblick auf die Sustainability Days 2026 an der Freien Universität Berlin


Bibliotheken sind Orte des (Aus)Tauschs – von Wissen zu Büchern und Ideen. Aber was geht noch? Auf diese Frage kamen viele verschiedene Akteure vom 01.-02.07.2026 auf dem Campus der Freien Universität Berlin zusammen. Die Nachhaltigkeitsinitiative „Sustain it!“ hatte zu den Sustainability Days eingeladen. Die AG Nachhaltigkeit GreenFUBib der Universitätsbibliothek war bei der Veranstaltung erneut mit einem Stand vertreten. Mitglieder der AG und FaMI-Auszubildende zeigten, wie nachhaltiges Handeln in punkto Ressourcenschonung praktisch gelebt werden kann.

Was sind die Sustainability Days?

Seit 16 Jahren steht das Motto: „Sustain it!“ für nachhaltigkeitsbezogene Initiativen an der Freien Universität. Gegründet wurde sie von 25 damaligen Studierenden und zwei Mitarbeitenden, die Engagement für gelebte Nachhaltigkeit an der Universität zeigen wollten. Ob Lebensmittelrettung, naturnahes Gärtnern oder gemeinsame ReUse-Aktionen für den Arbeitsplatz oder den Privatalltag: Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Die Sustainability Days finden jährlich im Sommersemester statt und richten sich an alle Angehörige der Universität.

Mehrweg, Pflanzen & Wiederverwendung

Grundsätzlich werden für den Stand ausschließlich ReUse-Materialien verwendet, nur QR-Codes ausgelegt, keine großen Anschaffungen getätigt und alles mit einem Lastenrad transportiert. Nachhaltige Veranstaltungen werden in Bibliotheken vielfach gelebt: Die praktische „Event N Toolbox“ dient hier seit Jahren als Vorbild.

Das E-Lastenrad der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie kann für Veranstaltungen ausgeliehen werden.

Der thematische Aufhänger der Nachhaltigkeits-Arbeitsgruppe GreenFUBib war in diesem Jahr: ReUse von Fundsachen, die in großen Mengen in den Bibliotheken anfallen. Ein großer Anteil sind dabei Mehrweg-Trinkflaschen, die leider oft vergessen werden. Hochwertige Trinkflaschen aus Edelstahl oder Glas sind teuer, benötigen viele Ressourcen für die Herstellung und verdienen ein „2. Leben“. Werden die gefundenen Flaschen in der Aufbewahrungszeit nicht abgeholt, stellt sich die Frage: Was machen Bibliotheken damit?

Wiederverwendbarkeit und Ressourcenschonung lassen sich mit dem Thema Fundsachen in Bibliotheken gut verbinden. Die gesäuberten Trinkflaschen konnte man gewinnen und sein Wissen dazu testen. Einige unserer Auszubildenden entwickelten diese Fragestellungen und entwarfen ein Design für den Stand.

  • Welches Material der Mehrwegflaschen hat den geringsten Fußabdruck?
  • Welchen Vorteil bieten Mehrwegtrinkflaschen generell?
  • Welches gängige Material ist am besten recyclebar?

Pflanzenableger, Trinkwasserflaschen und das Zukunftsbild luden zu Gesprächen ein.

Grün wurde es beim Pflanzenquiz: Pflegeleichte Zimmerpflanzen sind beliebt und etwas Wissen zu den Arten hilft, lange etwas vom Grün zu haben. Für richtige Antworten gab es als Preis selbst gezogene Pflanzenableger zur Begrünung der eigenen vier Wände. Auch viele Bibliotheken haben sich der Aufgabe angenommen, grüne Pflanzen in ihren Räumlichkeiten zu ergänzen und dadurch den Nutzenden ein besseres Raumklima und eine Wohlfühlatmosphäre anzubieten.


Was geht? – Für eine gute Zukunft für alle?

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – das ausgestellte Zukunftsbild von der „Bibliothek von morgen“, kreiert von der Künstlerin Lea Ebeling, lud Interessierte ein, positive Zukunftsbilder von Bibliotheken zu entdecken. Nicht nur das Recht auf Bildung und Information unterstützt Menschen für eine gute Zukunft, es sind vielmehr die Orte, die sie zusammenbringen, um nicht nur Wissen sondern auch Selbstwirksamkeit durch eigenes Tun zu erfahren. Bibliotheken bekennen sich weltweit zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Sie sind konsumfreie, niederschwellige, inklusive, tolerante und offene Orte und bieten Lernumgebungen, die Konzentration und Begegnungen fördern. Das und noch viel mehr zeigt dieses Zukunftsbild.

Lea Ebeling mit dem fertigen Zukunftsbild: BiblioCon 2026 in Berlin

Viele interessierte Besuchende unterschiedlicher Altersgruppen nutzten die Möglichkeit am Stand zum Mitmachen, Rätseln und Austauschen. Es zeigt, dass Nachhaltigkeit ein präsentes Thema ist, das auch Spaß machen kann.

Was geht?! – Es geht viel in und durch Bibliotheken! Als eine Akteurin von vielen müssen und werden wir uns auch zukünftig an Hochschulen, in Kommunen, Städten und Gemeinden dafür stark machen, dass ein gutes Leben für alle gelingen kann.

Fotos: Sandra Schönwandt & Janet Wagner

Text: Lara Senst & Janet Wagner

Wir sind FU: Birgit Rehse aus dem Universitätsarchiv

Dr. Birgit Rehse
Bildquelle: Bernhard Wannenmacher

Was bedeutet es, Geschichte für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit zugänglich zu machen? In der Reihe „Wir sind FU“ gibt die Leiterin des zur Universitätsbibliothek gehörenden Uniarchivs, Birgit Rehse, Einblicke in ihre Arbeit und erzählt von den Aufgaben, Herausforderungen und besonderen Momenten des beruflichen Alltags.

Das Interview zeigt, wie vielfältig die Arbeit hinter den Kulissen ist – und welchen Beitrag das Archiv zur Bewahrung und Vermittlung von Wissen leistet.

Das vollständige Interview finden Sie auf den Webseiten der Freien Universität.

Jahresbericht 2025: Ein Jahr voller Entwicklungen, Projekte und Begegnungen

Ein Jahr geht schnell vorbei. Erst recht in einer Bibliothek, in der täglich gelernt, geforscht, beraten, organisiert, digitalisiert, publiziert, geplant und entdeckt wird.



Mit unserem Jahresbericht 2025 blicken wir auf zwölf abwechslungsreiche Monate zurück. Dabei geht es nicht nur um Zahlen und Projekte. Es geht vor allem um die Menschen, die die Universitätsbibliothek jeden Tag mit Leben füllen: unsere Mitarbeitenden, unsere Nutzer*innen und unsere vielen Partner*innen innerhalb und außerhalb der Freien Universität.

Der Bericht versammelt Geschichten, Entwicklungen und Ergebnisse aus den unterschiedlichen Bereichen der Bibliothek. Er zeigt, wie sich unsere Angebote weiterentwickeln, welche Themen uns beschäftigt haben und welche Projekte wir gemeinsam auf den Weg bringen konnten. Von Open Science und Open Access über Digitalisierungs- und Erschließungsprojekte bis hin zu Veranstaltungen, Ausstellungen und neuen Services für Studium, Forschung und Lehre.

Das vergangene Jahr hat uns nicht nur fachlich gefordert. Angesichts angespannter finanzieller Rahmenbedingungen und organisatorischer Veränderungen war vieles nicht selbstverständlich. Umso mehr freuen wir uns über die Projekte, Entwicklungen und Erfolge, die durch das große Engagement, die Kreativität und die Zusammenarbeit unserer Kolleg*innen möglich wurden.

Ein Jahresbericht ist immer auch eine Gelegenheit, kurz innezuhalten und zurückzuschauen: Was haben wir erreicht? Was haben wir gelernt? Und wohin möchten wir uns weiterentwickeln?

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns auf das Jahr 2025 zurückzublicken und danken allen, die unsere Bibliothek begleiten, unterstützen und nutzen.

Viel Freude bei der Lektüre!

Den Jahresbericht finden Sie auf unserer Webseite.

Von KI bis Klimakommunikation: Die UB auf der BiblioCon 2026

Vom 19. bis 22. Mai 2026 findet die BiblioCon in Berlin statt: die wichtigste Fachkonferenz für Bibliotheken im deutschsprachigen Raum.

Wir freuen uns, auch in diesem Jahr mit zahlreichen Beiträgen vertreten zu sein. Kolleg*innen aus verschiedenen Bereichen unserer UB gestalten Vorträge, Hands-on-Labs, Panels und Arbeitssitzungen zu Themen wie UX-Forschung, Informationskompetenz, Open Access, Forschungsdatenmanagement, generativer KI, Nachhaltigkeit und Liaison Librarianship.

Eine chronologische Übersicht unserer Programmpunkte:

Dienstag, 19. Mai

  • Zwischen Auskunft und Schreibberatung: Niederschwellige Wege für Hochschulbibliotheken
  • Schätzen, wiegen, handeln – die Klimowaage unterstützt Bibliotheken in einer wirksamen Klimakommunikation!
  • AG „Vereinbarungen zu Nutzungsrechten an Forschungsdaten“
  • Quo vadis DH-Zentren/Labs: Kompetenzen der Digital Humanities kollaborativ vermitteln (Öffentliche Arbeitssitzung)
  • Gute wissenschaftliche Praxis und generative KI in wissenschaftlichen Bibliotheken“

Mittwoch, 20. Mai

  • Bedarf und Angebot – ist es ein Match? Vermittlung von Publikationsdienstleistungen für Diamond Open Access durch SeDOA
  • Arbeitskreistreffen „Liaison Librarianship D-A-CH
  • Qualitative Daten auswerten – UX-Roundtable für Informationsspezialist*innen
  • Smørrebrød, Salsa und Sushi: Das vielseitige Menü der regionalen Fachinformationsdienste
  • Luft raus beim Thema Nachhaltigkeit? Praxistipps konkret und wirksam: Wie Sie sich und ihr Team wieder boostern!

Donnerstag, 21. Mai

  • oa.atlas zum Mitmachen: Chancen, Herausforderungen und neue Features diskutieren
  • BOOM! PAF! ¡BUM! – Comicsammlungen in den Fachinformationsdiensten (FID)
  • Kommunikation als Kernaufgabe oder warum wir als Bibliotheksbeschäftigte alle kommunizieren sollten
  • Algorithmic Literacy im Spannungsfeld von KI-Effizienz und Informationskompetenz

Freitag, 22. Mai

  • Willkommen?! Untersuchung der emotionalen und sozialen Dimensionen der Bibliotheksnutzung für First Generation Studierende

Wir freuen uns auf spannende Gespräche, neue Impulse und den Austausch mit Kolleg*innen aus Bibliotheken und Wissenschaftseinrichtungen.

Zum vollständigen Programm

Universitätsbibliothek unterzeichnet das Open Heritage Statement

Wir haben das Open Heritage Statement unterzeichnet und unterstützen damit diese internationale Initiative für einen gerechteren und offenen Zugang zum kulturellen Erbe im digitalen Raum.

Das Statement wurde im Rahmen der Open Heritage Coalition von mehr als 60 Organisationen aus 25 Ländern entwickelt und von Creative Commons koordiniert. Es formuliert eine gemeinsame Vision für den Abbau von Barrieren beim Zugang zu kulturellem Erbe und setzt sich für dessen freie Nutzbarkeit in Forschung, Bildung und kreativen Kontexten ein.

Mit der Unterzeichnung schließen wir uns einer wachsenden internationalen Gemeinschaft von Institutionen an, die sich für offene, nachhaltige und zukunftsorientierte Zugänge zu kulturellen Ressourcen einsetzen. Das Open Heritage Statement versteht sich dabei als Grundlage für einen globalen Dialog über den Umgang mit digitalem Kulturerbe und als Beitrag zur Weiterentwicklung entsprechender politischer und institutioneller Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Unterzeichnung finden Sie unter: https://openheritagestatement.org/


University Library signs the Open Heritage Statement

We have signed the Open Heritage Statement, and are thereby supporting an international initiative promoting more equitable and open access to cultural heritage in the digital environment.

The Statement was developed within the Open Heritage Coalition by more than 60 organizations across 25 countries and coordinated by Creative Commons. It articulates a shared vision to remove barriers to cultural heritage and to enable its use in research, education, and creative contexts.

By signing the Statement, we join a growing international community of institutions committed to open, sustainable, and future-oriented access to cultural resources. The Open Heritage Statement aims to foster global dialogue on digital cultural heritage and to contribute to the development of supportive policy and institutional frameworks.

More information and the possibility to sign: https://openheritagestatement.org/

Die neue UB-Webseite ist online

Wir haben unsere Webseite neu gestaltet.



Ziel des Relaunchs war es, unsere Angebote klarer, verständlicher und nutzungsorientierter darzustellen. Die neue Webseite führt Sie schneller zu den gesuchten Informationen und unterstützt Sie dabei, sich intuitiv zu orientieren.

Dafür haben wir die Struktur vereinfacht: Statt gewachsener Organisationslogiken stehen nun Services und Nutzungsszenarien im Mittelpunkt. Inhalte wurden gebündelt, überarbeitet und deutlich reduziert. Die Texte sind kürzer, verständlicher und auf die Nutzung im Web ausgerichtet. Barrierearmut und Suchmaschinenoptimierung haben wir von Anfang an mit bedacht.

Die neue Webseite basiert nicht nur auf internen Überlegungen, sondern auch auf Rückmeldungen von Nutzenden. In mehreren Testphasen wurde die Navigation überprüft und gezielt angepasst.

Der Relaunch ist in enger Zusammenarbeit vieler Kolleg*innen aus der Universitätsbibliothek entstanden. Künftig sollen klare Zuständigkeiten und ein gemeinsamer Redaktionsleitfaden dafür sorgen, dass die Inhalte aktuell und konsistent bleiben.

Im Moment arbeiten wir an der Feinjustierung und der englischen Sprachversion, um die Inhalte künftig auch international zugänglich zu machen.

Die neue UB-Webseite ist der Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen: Perspektivisch sollen auch die Webseiten der Fachbibliotheken stärker vereinheitlicht werden. Die neue Webseite der Zentralbibliothek, die parallel online ging, könnte dabei als Orientierung dienen.

Wir laden Sie ein, die neuen Seite zu entdecken, und freuen uns über Feedback an kommunikation@ub.fu-berlin.de.

Bibliotheken im Dialog: Internationaler Workshop mit der University of Edinburgh in Berlin

Wie gestalten Bibliotheken ihre Zukunft zwischen KI, Openness und Nutzerorientierung?
Diese Frage stand im Mittelpunkt eines dreitägigen Workshops, zu dem wir im März 2026 Kolleg*innen unserer Partnerbibliothek der University of Edinburgh in Berlin begrüßen durften.


Austausch, der verbindet
Nach einer kurzfristigen Absage im Jahr 2025 (bedingt durch einen bundesweiten Flughafenstreik) konnte der Besuch nun endlich stattfinden: Zwölf Kolleg*innen aus Edinburgh arbeiteten vom 17.–19. März 2026 gemeinsam mit unserem Team an aktuellen Herausforderungen im Bibliothekskontext.
Die Zusammenarbeit basiert auf einem Memorandum of Understanding (2020) und verfolgt das Ziel, durch regelmäßigen Austausch, gegenseitige Besuche und den Ansatz des „critical friend“ voneinander zu lernen und Innovationen voranzutreiben.

Impulse & zentrale Themen
Den Auftakt bildeten kurze Lightning Talks mit Einblicken in zentrale Arbeitsfelder, darunter:

  • Research Data Management
  • User Experience Research
  • Virtual Access Assistants
  • Liaison-Bibliotheksarbeit
  • Digitale Sammlungen und Lehrunterstützung

In anschließenden World-Café-Sessions wurden zentrale Zukunftsthemen vertieft:

  • Künstliche Intelligenz in Bibliotheken
  • Inklusive und nutzerzentrierte Services
  • Forschungssicherheit vs. Openness
    Der Fokus lag dabei auf dem Austausch von Best Practices und der Entwicklung gemeinsamer Fragestellungen für die weitere Zusammenarbeit..

Von Ideen zu Zusammenarbeit
Ein besonderes Ergebnis des Workshops: konkrete Ansätze für zukünftige Kooperationen – insbesondere in den Bereichen:

  • KI und Bibliotheksservices
  • Nutzungsforschung (User Experience)
  • Forschungsdatenmanagement

Fazit
Der Workshop hat gezeigt, wie wertvoll internationaler Austausch für die Weiterentwicklung von Bibliotheken ist – fachlich wie persönlich. Die Partnerschaft mit der University of Edinburgh liefert wichtige Impulse für die Gestaltung zukunftsfähiger Bibliotheksservices.