Grün statt Grau: Wie die Terrasse der Campusbibliothek neu gedacht wurde

Ein Erlebnisbericht von Tom Luca Czerny

Wer öfter in der Campusbibliothek der Freien Universität Berlin lernt, kennt die Terrasse im Neubau wahrscheinlich eher als Durchgangsort. Grau, unauffällig, kaum jemand hat sich dort wirklich aufgehalten. Dies war der entscheidende Anlass für meine Teilnahme an einem wöchentlichen Seminar, das sich über ein gesamtes Semester hinweg ausschließlich diesem Ort widmete. Ziel war eine Neugestaltung der Terrasse mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Begrünung.

Studierende gestalten die Terrasse – der Kompetenzbereich Nachhaltige Entwicklung

Aus den Angeboten der Wahlpflichtmodule der Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) in Bachelorstudiengängen der Freien Universität gibt es Seminare zu: „Nachhaltigkeit verstehen und gestalten“. Ich studiere Geographie, mit Schwerpunkten unter anderem in Ökologie und Nachhaltigkeit. Insofern lag es nahe, sich für ein Seminar zu entscheiden, das genau diese Themen aufgreift, aber eben nicht nur theoretisch. Was mich konkret angesprochen hat: Die Bibliothek war mir als Lernort schon vertraut, die Terrasse dort aber wirkte ungenutzt. Einen Ort, den man kennt und trotzdem übersieht, praktisch mitzugestalten, fand ich naheliegender als ein weiteres Seminar, in dem Nachhaltigkeit nur diskutiert statt umgesetzt wird. Ob Lehre und Nachhaltigkeit zusammengehören, wurde im Seminar selbst eigentlich nicht groß thematisiert, aber genau darin lag für mich der Punkt: Man hat es einfach gemacht, statt lange darüber zu reden.

Von der Idee zum Hochbeet

Der Einstieg ins Seminar war der Teil, der mir am meisten gebracht hat. Wir haben uns damit beschäftigt, welche regionalen, ökologisch wertvollen Pflanzen für die Beete überhaupt infrage kommen: Was ist für Insekten besonders wertvoll, was verträgt sich mit den Standortbedingungen auf der Terrasse, was spendet Schatten. Das war der Punkt, an dem aus einem vagen Nachhaltigkeitsbegriff etwas Konkretes wurde.

Danach ging es an die eigentliche Gestaltung, hier war der Spielraum
unterschiedlich groß. Einige Elemente standen von vornherein fest, etwa die Pergola mit Sitzgelegenheit und die barrierefreie Tisch-Bank-Kombination. Hintergrund war, dass das Team der Campusbibliothek das Seminar mit einem bereits genehmigten Förderprojekt verknüpft hat. Für die Ausschreibung der „FUturist“-Förderung wurden vorab konkrete Ideen zur Umsetzung formuliert.

Pergola Bau mit allen Studierenden, Mai 2026

Bei den drei Hochbeeten und der übrigen Möblierung, den Sonnenstühlen, konnten wir dagegen eigene Ideen einbringen und ausprobieren.
Was mir weniger gut gefallen hat: Der Gestaltungsrahmen war an mehreren Stellen enger vorgegeben, als ich erwartet hatte. Gerade weil der Einstieg so offen und explorativ war, wollte ich bei der eigentlichen Umsetzung mehr eigene Entscheidungen treffen, als am Ende möglich war. Das schmälert das Ergebnis nicht, aber es war ein Punkt, der mich im Semester phasenweise etwas frustriert hat.

Learned Lessons

Für mich überraschende Erkenntnisse aus dem Semester: Gartenarbeit macht Spaß und auch handwerkliches Arbeiten hat mir mehr Freude bereitet, als ich vorher gedacht hätte. Beides waren keine Bereiche, mit denen ich mich vor dem Seminar aktiv beschäftigt habe. Insofern war der praktische Teil, das tatsächliche Anpacken, für mich fast wichtiger als der inhaltliche Input zu Beginn.

Mein Blick auf Bibliotheken hat sich durch das Projekt konkret verändert, weniger abstrakt als vielmehr im Alltag spürbar. Wenn man in der Pause auf einer begrünten Terrasse sitzt, fast wie in einer Art Garten, fällt es einfach leichter, sich davon auch mental etwas zu lösen. Vorher war die Bibliothek für mich fast ausschließlich ein Ort zum Lernen, ein Zweckort. Jetzt sehe ich sie auch als Aufenthaltsort, an dem man sich gerne aufhält, unabhängig davon, ob man gerade etwas lesen oder schreiben muss oder nicht.

Nachhaltigkeit an der Universität?

Auch mein Blick auf die Freie Universität Berlin hat sich verändert. Ich hätte nicht erwartet, dass Studierende bei einem Nachhaltigkeitsprojekt auf dem Campus so viel Gestaltungsspielraum bekommen, wie wir ihn hatten. Ein Semester lang an einem Ort mitzuarbeiten, den danach alle nutzen können, ist etwas anderes als eine Hausarbeit zu schreiben, die am Ende in der Schublade landet. Partizipation ist an der Universität offenbar keine leere Floskel, zumindest habe ich das in diesem Seminar so erlebt. Und wenn die Universität Studierenden solche Projekte tatsächlich zutraut, sagt das auch etwas über ihr
Verständnis von Nachhaltigkeit aus: nicht nur als Strategiepapier, sondern als etwas, das konkret angepackt wird.

Die Terrasse der Campusbibliothek ist jetzt grüner, mit drei Hochbeeten, Schatten unter der Pergola und Platz zum Sitzen für alle. Ob sie dadurch auch wirklich mehr genutzt wird, zeigt sich erst, wenn die ersten warmen Tage kommen und die Leute anfangen, dort tatsächlich zu sitzen statt nur vorbeizulaufen.

Fertige Pergola, die zukünftig begrünt Schatten spenden soll.

Text von Tom Luca Czerny (Studierender im Sommersemester 2026 an der Freien Universität Berlin)

Fotos: Diana Merten (Team Campusbibliothek)

ReUse in und durch Bibliotheken –Ein Rückblick auf die Sustainability Days 2026 an der Freien Universität Berlin


Bibliotheken sind Orte des (Aus)Tauschs – von Wissen zu Büchern und Ideen. Aber was geht noch? Auf diese Frage kamen viele verschiedene Akteure vom 01.-02.07.2026 auf dem Campus der Freien Universität Berlin zusammen. Die Nachhaltigkeitsinitiative „Sustain it!“ hatte zu den Sustainability Days eingeladen. Die AG Nachhaltigkeit GreenFUBib der Universitätsbibliothek war bei der Veranstaltung erneut mit einem Stand vertreten. Mitglieder der AG und FaMI-Auszubildende zeigten, wie nachhaltiges Handeln in punkto Ressourcenschonung praktisch gelebt werden kann.

Was sind die Sustainability Days?

Seit 16 Jahren steht das Motto: „Sustain it!“ für nachhaltigkeitsbezogene Initiativen an der Freien Universität. Gegründet wurde sie von 25 damaligen Studierenden und zwei Mitarbeitenden, die Engagement für gelebte Nachhaltigkeit an der Universität zeigen wollten. Ob Lebensmittelrettung, naturnahes Gärtnern oder gemeinsame ReUse-Aktionen für den Arbeitsplatz oder den Privatalltag: Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Die Sustainability Days finden jährlich im Sommersemester statt und richten sich an alle Angehörige der Universität.

Mehrweg, Pflanzen & Wiederverwendung

Grundsätzlich werden für den Stand ausschließlich ReUse-Materialien verwendet, nur QR-Codes ausgelegt, keine großen Anschaffungen getätigt und alles mit einem Lastenrad transportiert. Nachhaltige Veranstaltungen werden in Bibliotheken vielfach gelebt: Die praktische „Event N Toolbox“ dient hier seit Jahren als Vorbild.

Das E-Lastenrad der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie kann für Veranstaltungen ausgeliehen werden.

Der thematische Aufhänger der Nachhaltigkeits-Arbeitsgruppe GreenFUBib war in diesem Jahr: ReUse von Fundsachen, die in großen Mengen in den Bibliotheken anfallen. Ein großer Anteil sind dabei Mehrweg-Trinkflaschen, die leider oft vergessen werden. Hochwertige Trinkflaschen aus Edelstahl oder Glas sind teuer, benötigen viele Ressourcen für die Herstellung und verdienen ein „2. Leben“. Werden die gefundenen Flaschen in der Aufbewahrungszeit nicht abgeholt, stellt sich die Frage: Was machen Bibliotheken damit?

Wiederverwendbarkeit und Ressourcenschonung lassen sich mit dem Thema Fundsachen in Bibliotheken gut verbinden. Die gesäuberten Trinkflaschen konnte man gewinnen und sein Wissen dazu testen. Einige unserer Auszubildenden entwickelten diese Fragestellungen und entwarfen ein Design für den Stand.

  • Welches Material der Mehrwegflaschen hat den geringsten Fußabdruck?
  • Welchen Vorteil bieten Mehrwegtrinkflaschen generell?
  • Welches gängige Material ist am besten recyclebar?

Pflanzenableger, Trinkwasserflaschen und das Zukunftsbild luden zu Gesprächen ein.

Grün wurde es beim Pflanzenquiz: Pflegeleichte Zimmerpflanzen sind beliebt und etwas Wissen zu den Arten hilft, lange etwas vom Grün zu haben. Für richtige Antworten gab es als Preis selbst gezogene Pflanzenableger zur Begrünung der eigenen vier Wände. Auch viele Bibliotheken haben sich der Aufgabe angenommen, grüne Pflanzen in ihren Räumlichkeiten zu ergänzen und dadurch den Nutzenden ein besseres Raumklima und eine Wohlfühlatmosphäre anzubieten.


Was geht? – Für eine gute Zukunft für alle?

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – das ausgestellte Zukunftsbild von der „Bibliothek von morgen“, kreiert von der Künstlerin Lea Ebeling, lud Interessierte ein, positive Zukunftsbilder von Bibliotheken zu entdecken. Nicht nur das Recht auf Bildung und Information unterstützt Menschen für eine gute Zukunft, es sind vielmehr die Orte, die sie zusammenbringen, um nicht nur Wissen sondern auch Selbstwirksamkeit durch eigenes Tun zu erfahren. Bibliotheken bekennen sich weltweit zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Sie sind konsumfreie, niederschwellige, inklusive, tolerante und offene Orte und bieten Lernumgebungen, die Konzentration und Begegnungen fördern. Das und noch viel mehr zeigt dieses Zukunftsbild.

Lea Ebeling mit dem fertigen Zukunftsbild: BiblioCon 2026 in Berlin

Viele interessierte Besuchende unterschiedlicher Altersgruppen nutzten die Möglichkeit am Stand zum Mitmachen, Rätseln und Austauschen. Es zeigt, dass Nachhaltigkeit ein präsentes Thema ist, das auch Spaß machen kann.

Was geht?! – Es geht viel in und durch Bibliotheken! Als eine Akteurin von vielen müssen und werden wir uns auch zukünftig an Hochschulen, in Kommunen, Städten und Gemeinden dafür stark machen, dass ein gutes Leben für alle gelingen kann.

Fotos: Sandra Schönwandt & Janet Wagner

Text: Lara Senst & Janet Wagner

Nachhaltigkeit in der FaMI-Ausbildung – Workshoptag an der Berufsschule in Leipzig

Eine große Stärke von Bibliotheken ist die Vernetzung und die Weitergabe von Praxiswissen. Die Universitätsbibliothek der Freien Universität bietet in der dualen FaMI-Ausbildung (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) Ideenumsetzungen zum Thema Nachhaltigkeit und „grüne Bibliothek“ in Projekttagen an. Die Sächsische Landesfachstelle für Bibliotheken lud nun Ausbilderin Janet Wagner in die Berufsschule in Leipzig ein. Ein Bericht.

Machen! Wollen! Wirken!

Eine gelungene Ausbildung hängt stark davon ab, wie Theorie und Praxis ineinandergreifen. Was in der Berufsschule für den Job in der Bibliothek vermittelt wird, soll im besten Fall praktisch im Bibliotheksalltag angewandt und vertieft werden. „Umweltschutz & Nachhaltigkeit“ sind als verbindliche Inhalte seit 2021 in der Standardberufsbildposition verankert. Doch auch im Jahr 2025 fehlt Lehrkräften, Ausbilder*innen und Bibliotheken meist die genaue Vorstellung davon, wie nachhaltige Entwicklung und die Merkmale einer grünen Bibliothek gut vermittelt werden können.

Auszubildende und Ausbilder*innen einiger sächsischen Bibliotheken folgten der Einladung der Landesfachstelle, sich an der Gutenbergschule in Leipzig einem Tag lang dem Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“/“Grüne Bibliothek“ zu widmen. Inputvortrag, Graffiti-Methode, Gallery-Walk und intensive Ideenfindung in Gruppen machten den Tag abwechslungsreich und sicherten viel Gelegenheit zur Inspiration.

17 Ziele im Kontext von Bibliotheken

Janet Wagner stellte die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung als „Weltvertrag der Welt für ein gutes Leben für alle“ vor. Einige Hände gingen hoch, bei der Frage, wer die 17 Ziele kennt. Doch welchen Beitrag Bibliotheken zur deren Umsetzung leisten können, zeigte sich auf den erarbeiteten Plakaten. In der Graffiti-Methode entstanden vielzählige Antworten der Auszubildenden.

Das Denken in die Zukunft, die eigene Selbstwirksamkeit entdecken und das Verstehen von Diskursen: „Was ist denn eigentlich nachhaltig in meiner Bibliothek?“ gehört dazu, wenn es um das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung geht. Aha-Momente („Das kenne ich, das machen wir schon!“) oder auch die Erkenntnis: „Auch das gehört zu Nachhaltigkeit?!“ befördern Auszubildende Ausbilder*innen gleichermaßen in der Ausbildungszeit dem Thema mehr Raum und Ressourcen zu geben.

Im Aula-Raum der Schule lagen über 40 verschiedene Thementafeln, wurde ein langer Ideen-Tisch mit Literatur und Begleitmaterialien angeboten. Die sehr praxisnahe Info-Broschüre der Landesfachstelle „Einführung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im öffentlichen Bibliothekswesen in Sachsen“ zeigt unzählige Beispiele, was alles möglich ist.

Projektideen und Ausblick

Ein Tag reicht nicht, um ein konkretes Projekt zu formulieren. Dennoch brachte die Gruppenarbeit viel Output: „Therapiri – gesundes und soziales Miteinander im Bibliotheksteam“, die „Radelberger – Lastenfahrrad für die Bibliothek auf Rädern“ und weitere Ideen wurden im Gallery-Walk bewertet. Die Landesfachfachstelle bietet zusammen mit dem Netzwerk Grüne Bibliothek nun eine Prämierung der Projekte, die bis Ende März 2026 auch erste Umsetzungen zeigen.

Der Tag endete mit unterschiedlichen Eindrücken und Rückmeldungen: Viele der Auszubildenden waren inspiriert und konnten die 17 Ziele gut mit den Aufgaben Ihrer Bibliothek verbinden. Mehr Vorbereitung auf das Thema an sich wünschten sich zudem die Teilnehmenden. Es war dennoch ein gelungener Tag und 2026 wird es spannend, welche Projekte in die konkrete Umsetzung kommen.

Biodiversität & Umweltbildung auf Glas: Kunstbild mit affektiver Kraft am Lernort Campusbibliothek

Im Neubau der Campusbibliothek (1. Obergeschoss) blickt Kojote „Trickster“ zusammen mit einem Tagfalter schmunzelnd-interessiert auf heimische Tier- und Pflanzenarten, die es am Campus gibt. Künstlerisch festgehalten als großes Wandbild auf einer der Glasfassaden im Lesesaal, wird der Lernort Bibliothek wieder ein Stück „grüner“und schafft eine Wohlfühlatmosphäre.

Für Lernende in Bibliotheken ist es bedeutsam, Aufmerksamkeit und Konzentration durch Pausen, Bewegung aber auch durch andere optische Ablenkung zu erfahren, um effektiv den Anforderungen im Studium begegnen zu können. Echte Pflanzen schaffen dazu in der Campusbibliothek bereits eine gute Atmosphäre. Seit Ende Juni 2025 ziert nun das Kunstbild der Ethnologin und Künstlerin Lea Ebeling eindrucksvoll einen großen Teil der Glasfassade im Neubau. Es ist ein Novum für eine wissenschaftliche Bibliothek: Inspiration und Konzeption des Glaswandbildes schlägt eine wichtige Brücke zum Jahr 2024.

Die Freie Universität hat im Mai 2024 das „Jahr der Biodiversität“ ausgerufen. Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt wurden und werden begleitet mit einer Reihe von Veranstaltungen in Studium & Lehre sowie durch Förderung von mittelfristig geförderter Projekte wie das „Living Lab – Ein Multispecies Campus für Biodiversität, Kreativität und Gesundheit“. Die aktive Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit: „GreenFUBib“ der Universitätsbibliothek erstellte das Konzept für das Fensterbild zusammen mit der Bibliotheksleitung und der Verwaltungsleitung. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Campusbibliothek wurde diesem Kunstprojekt die Finanzierung ermöglicht. Lea Ebeling kreierte unter neugierigen Blicken der Bibliotheksnutzenden und dem Bibliotheksteam das einzigartige Kunstbild. Abgebildet sind sogenannte Zielarten, die es am Campus nachweislich gibt. Ihre Habitate sind die Flächen des Blühenden Campus, die Gärten der Fachbereiche oder auch die Blätterlaube.


Kurzinterview (Fragen von Janet Wagner) mit Lea Ebeling zum Entstehungsprozess:

Wie war für dich der Prozess der Bildentstehung?

„Für ein Wandbild setze ich mich immer intensiv mit der Thematik auseinander. Für das Fensterbild in der Campusbibliothek haben wir 42 Arten ausgewählt. Um sie alle unterzubringen, habe ich mich nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit ihren Lebensräumen beschäftigt. Die Pflanzen sind im Wandbild von links nach rechts in Pflanzen, die auf trockenen Böden wachsen, Pflanzen, die stickstoffreiche Böden bevorzugen und Frühblüher organisiert. Die Tiere habe ich grob nach Lebensräumen sortiert, z.B. unterirdisch für den Bodenquerschnitt, in der Wiese, in der Luft oder auf dem Baum. Ich habe nicht bei allen Arten vorher geplant, wo genau ich sie am Ende platziere. Das entsteht dann nach und nach im Arbeitsprozess. Da ich direkt auf das Fenster male, mache ich keine Skizzen oder Vorzeichnungen. Dadurch muss ich manchmal improvisieren und es entstehen unerwartete Dinge. Ich finde es schön, wenn etwas Ungeplantes passiert und das Kunstwerk mich überrascht.“

Wie denkst du, kann deine Kunst bei Betrachtung auf andere Menschen (in Bibliotheken) wirken?

„Persönlich liebe ich Bibliotheken. Ich mag die Ruhe und die Atmosphäre, komplett von Büchern umgeben zu sein. Man muss nur ein Buch aus dem Regal ziehen, um in eine andere Welt einzutauchen und sich neues Wissen anzueignen. Besonders moderne Bibliotheken finde ich aber manchmal etwas trist, wenn alles einfarbig grau oder weiß ist. Ich glaube, es gibt Menschen, die nicht abgelenkt werden wollen, aber ich finde es beim Lernen angenehm, wenn ich ab und zu den Blick schweifen lassen kann, während mein Gehirn eine Pause macht. Bei einer weißen Wand bleibt das Auge nirgendwo hängen und der Effekt bleibt aus. Für mich tragen Farben, Formen und ein ästhetisches Umfeld dazu bei, mich wohl zu fühlen, was ich wichtig finde, an einem Ort, an dem man sich lange aufhält. Auch Pflanzen machen den Ort lebendiger. In manchen Räumen gibt es aber keine Möglichkeit, welche aufzustellen, dann kann man sie auch malen. „

Du befasst dich mit auch mit Wissenschaftskommunikation und bist Ethnologin. Welches Wandbild bzw. künstlerische Inhalte würdest du gestalten wollen, wenn du aktuell auf die Krisen der Welt schaust? Sollte dieses Wandbild dann in einer Bibliothek stehen? Wenn ja, warum?

„In meinen Wandbildern zeige ich gerne, dass eine Welt sich aus vielen kleinen Elementen zusammensetzt, die vielleicht auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und dennoch gemeinsam ein Ganzes ergeben. Für meine Kunstwerke sammle ich daher immer ganz unterschiedliche Elemente und Perspektiven zu einem Thema, die ich dann in Beziehung zueinander setze. Das Schöne daran ist, dass man auch Dinge zeichnen kann, die normalerweise unsichtbar sind, wie etwa Erinnerungen, Gefühle, Erfundenes und Erträumtes. Dies finde ich auch für die Wissenschaft bereichernd.

In Bezug auf die multiplen Krisen unserer Zeit, finde ich es nicht nur wichtig, die Probleme zu verstehen, sondern auch Lösungen und Alternativen zu finden. Wenn man diese z. B. in einem Bild visualisiert, ist es leichter, sich kritisch mit ihnen zu beschäftigen. Ein visuelles Objekt hat außerdem eine affektive Kraft. Während meiner Forschung habe ich bemerkt, dass es Hoffnung macht, sich bessere Zukünfte vorzustellen und Hoffnung ist eine wichtige Antriebskraft für Veränderung.

Ich finde Bibliotheken sind ein wichtiger Ort, um sich mit der Zukunft zu beschäftigen, weil sie das Wissen der Vergangenheit sammeln aus dem man lernen und sich etwas Neues überlegen kann. Sie sind ein konkreter Ort der Vielfalt, weil so viele unterschiedliche Stimmen dort gesammelt sind und von jedem der sie liest, neu interpretiert werden. Sie machen Wissen außerdem für die meisten Menschen zugänglich. Es wäre spannend, ein Wandbild zu machen, das die Zukunftsvorstellungen verschiedener Menschen zusammenbringt, um zu zeigen, dass es nicht nur eine einzelne Zukunft für alle gibt, sondern viele verschiedene, die co-existieren und miteinander verwoben sind. Damit würde auch ein Zeichen für Inklusion, Toleranz und ein respektvolles Miteinander gesetzt werden und dazu einladen, die Zukunft gemeinsam zu gestalten. „


©Fotos: Lea Ebeling

Wasser!? So wertvoll, so schützenswert – Wanderausstellung am Campus Lankwitz

Die Arbeitsgruppe GreenFUBib der Universitätsbibliothek hat die Wanderausstellung: „Fünf Jahre Blue Community Berlin“ an den Campus Lankwitz geholt. Im Foyer, vor der Fachbibliothek Geowissenschaften (Haus G), stehen informative Schautafeln und zeigen mit vielfältigen Themenbeispielen die Bedeutsamkeit der Lebensressource Wasser.

Der Welttag des Wassers ist ein von der UN deklarierter globaler Aktionstag, den dem sich auch viele Bibliotheken jährlich beteiligen: Ausstellungen, Veranstaltungen, Medienpräsentationen oder auch das Thema „Leitungswasserfreundliche Bibliothek“ werden angeboten und durchgeführt. Wasser als Thema in der Bildungsarbeit ist bedeutsam, sowohl in der formellen als auch in der informellen Bildungslandschaft.

Die Ausstellung zeigt, mit welchen Beispielen sich das Land Berlin als Teil der „Blue Community“ verpflichtet, den Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung für alle Menschen in Berlin zu gewährleisten. Ob Eco-Toiletten in Parks, 200 Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum oder Pläne für „Kühlungs-Inseln“ in den Hitzeperioden – Wasser sparen, Wasser bereitstellen – es ist herausfordernd und komplex. Die Schautafeln zeigen verschiedene Perspektiven auf das Thema Wasser. Auch gibt es informative Flyer in verschiedenen Sprachen.

„Kein Leben ohne Wasser“ heißt es so oft. Mit Blick auf das universitäre Leben an der Freien Universität Berlin ist Wasser, neben Energie, Strom und den Gebäuden die Basis für Forschung, Lehre, Studium und das Arbeiten an einer großen Universität.

Die AG GreenFUBib lud ein am Weltwassertag in die Blätterlaube, dem Gemeinschaftsgarten an der Freien Universität Berlin.

Die Ausstellung ist auf dem Campus Lankwitz bis zum Ende des Sommersemesters 2025 zu sehen. Das Haus G und der Zugang zum Foyer ist während folgender Öffnungszeiten gewährleistet:
Mo-Do 10:00 – 18:00 Uhr
Fr         10:00 – 18.00 Uhr

Für eine Orientierung über die Häuser gibt es einen Lageplan. Der Weg nach Lankwitz lohnt sich und kann mit einem Besuch der Fachbibliothek wochentags gut verbunden werden. Die gemütliche und grüne Bibliothek beantwortet zudem gern weitere Anfragen bzw. hilft bei weiteren Recherchen zum Thema „Wasser“.

GreenFUBib goes Wien – „demokratisch – divers – nachhaltig“ war das Motto des österreichischen Bibliothekskongresses 2025

Die Bibliotheken Österreichs präsentierten sich vom 26.03. – 28.03.2025 im Austria Center in Wien in vielfältiger Weise auf dem 2. Österreichischen Bibliothekskongress. Das Thema Nachhaltigkeit war ein Schwerpunkt. Die Universitätsbibliothek der Freien Universität mit der Arbeitsgruppe „GreenFUBib“ nahm die Möglichkeit wahr, sich vor Ort mit wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken zu den Punkten Nachhaltigkeit, Demokratiestärkung und Diversität auszutauschen und Inspiration aus dem Nachbarland mitzunehmen.

Mit einem eingereichten Vortrag zum Thema: „Community Building im Kosmos einer großen Universität – Die Arbeitsgruppe „GreenFUBib“ im Spannungsfeld von Stabsstellen, Verwaltung, Initiativen & nachhaltigem Handeln“ referierte Janet Wagner über Handlungsfelder der Arbeitsgruppe. Im Fokus stand dazu unter anderem die Herausforderung von guter und zielorientierter Vernetzungsarbeit mit anderen Fachbereichen, Verwaltungsstellen und Initiativen an der FU Berlin. Es braucht hierfür sechs Zutaten: Engagement, Sichtbarkeit, eine Kultur im Sinne von Wissenstransfer, Leitbilder, Weiterbildungen sowie Strukturen, die nachhaltiges Handeln ermöglichen. Die Förderung von ökologischer Nachhaltigkeit wurde in zahlreichen Beispielen erörtert und bebildert. Es gab inspirierende Gespräche mit wissenschaftlichen Bibliotheken aus Österreich, die sich als „AG Nachhaltigkeit der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare“ eindrucksvoll mit einem Stand und vielen Vorträgen & Workshops präsentierten.

Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe

Ob mit oder ohne Strategie, Leitbild, Arbeitsgruppe: Auf dem Kongress war sehr spürbar, dass nachhaltiges Handeln nicht nur auf dem Papier stehen sollte, sondern es intern und extern durch die Bibliotheksbeschäftigten verstanden und gelebt werden muss. Die Österreichische Nationalbibliothek bilanziert seit 2019 Ihre CO₂-Emissionen, hat eine Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit und eine Teilzeitstelle für Nachhaltigkeit & Kommunikation. Konkrete Maßnahmen werden in einer Klimaschutz-Roadmap beschrieben und der große Schritt in Richtung Klimaneutralität wird gewagt.

Handlungsfelder wissenschaftlicher Bibliotheken, Vortrag Beate Guba, TU Wien

Beate Guba, Direktorion der TU Wien präsentierte das Projekt: „Open Urban Sustainability Hubs“ zum Thema städtische Nachhaltigkeitstransformation. Der Frage nachgehend, wie wissenschaftliche Bibliotheken mit Citizen Science Städten helfen können, Hitzeorte in der Stadt Wien wissenschaftlich zu ermitteln, um daraus Maßnahmen für Klimaanpassung und Stadtentwicklung zu veranlassen, war ein sehr spannendes und überzeugendes Konzept. Zusammen mit den Partnerstädten Delft, Tallinn und Barcelona sollte es gelingen, Bürger*innen zu ermutigen, in den eigenen Städten Forschungsdaten zu sammeln, die zudem dazu führen sollen, städtisches Zusammenleben und sozialen Zusammenhalt zu befördern. Mehr zu diesen Projekten findet sich hier.

Die Universitätsbibliothek Wien präsentierte den aktuellen Entwicklungsstand für eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie. Anna Krenn und Tanja Fabian engagieren sich in der AG Nachhaltigkeit für die Umsetzung der Strategie in 2025 und der Schaffung einer dauerhaften Stelle für Nachhaltigkeit & Kommunikation. Die Handlungsfelder Beschaffung, Dienstreisen/Mobilität, Drucker – und Papiermanagement, Veranstaltungen & Verpflegung, Digital Cleanup und nachhaltiges Datenmanagement, Bewusstseinsbildung & Kommunikation zeigen die Herausforderungen einer großen Universitätsbibliothek.

Demokratie & Diversität

Öffentliche Bibliotheken wie die Stadtbibliothek Dornbirn haben kreative und zeitgemäße Angebote für Demokratiebildung, Teilhabe und Diversität in Kinder- und Jugendliteratur. Die „Banned Book Week“, ursprünglich aus den USA kommend, zeigt aktueller denn je, wie gefährdet Literatur als kulturelles Erbe auch im Jahr 2025 ist.

Ferner gab es auf dem österreichischen Bibliothekskongress unter anderem Vorträge zu den Themen Barrierefreiheit, digitale Medienbildung und Bildungsarbeit zum Thema Diversität im ländlichen Raum. Es gab Workshop-Angebote, bei denen auch Kreativität gefragt war, z.B. bei Upcycling-Ideen alter Ringordner für die Nachnutzung in der Bibliothek. Neben dem kreativen Anfertigen gab es anregenden Austausch, denn zusammen etwas zu gestalten, befördert auf einem Kongress mehr Gespräche, als oft nur Vorträgen zu lauschen.

Workshop-Ergebnisse der Teilnehmenden zum Thema #Upcycling Ringordner, Notizblöcke

Fazit

Der diesjährige österreichische Bibliothekskongress ist seinem Motto: „demokratisch-divers-nachhaltig“ umfassend nachgekommen. Wieder einmal zeigt sich, wie sich Bibliotheken stark und sichtbar präsentieren, um als bedeutsame Akteure in der Gesellschaft wahrgenommen zu werden. Diese Zeiten sind mehr als herausfordernd, Handeln & Anpacken sind gefragt. Sich gegenseitig zu stärken und mit Bildung von Netzwerken gemeinsame Ziele zu verfolgen bleibt wichtig und wird in den Bibliotheken Österreichs gelebt. Servus Wien, es war eine Freude!

Text & Bilder: Janet Wagner, Leiterin der AG GreenFUBib

Umweltgütesiegel erhalten: Erfolgreiche Zertifizierung für die Freie Universität Berlin – Bibliotheken inklusive!

Anfang September 2024 war es wieder soweit: Ein externer Umweltgutachter besuchte viele verschiedene Bereiche der Freien Universität Berlin. Für die EMAS-Zertifizierung wird überprüft, welche Umwelttätigkeiten, Ziele und Maßnahmen die Hochschule trifft, um ein anspruchsvolles und wirksames Umweltmanagement zu betreiben und Umweltleistungen stetig zu verbessern. In diesem Jahr wurden gleich drei Fachbibliotheken zusammen in ihren Fachbereichen begutachtet.

Die gute Nachricht vorweg: Mit Veröffentlichung der Umwelterklärung zu Kennzahlen und Umweltzielen der Universität ist die Revalidierung der Umweltmanagement-Zertifizierung gelungen. Gleichzeitig wurde der alle zwei Jahre erscheinende Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Zum ersten Mal wird eine Bibliothek mit ihrem engagierten Team vorgestellt. Die Geowissenschaftliche Bibliothek am Campus Lankwitz lebt den ReUse-Gedanken seit vielen Jahren. Dem Standort mit seiner gemütlichen Atmosphäre merkt man es sofort beim Betreten an: Nachhaltige Beschaffung von Mobiliar, Fairtrade Kaffee oder grüne Raumteiler für bessere Luft, Lernumgebungen und Wildblühwiesen vor dem Gebäude – das ist eine grüne Bibliothek!

Begutachtung der Fachbibliotheken Wirtschaftswissenschaft, Geschichts- und Kunstwissenschaften sowie der Fachbibliothek Veterinärmedizin

Der Gutachter Herr Dr. Sulzer kannte einige Bibliotheken bereits durch seinen Besuch im Jahr 2021. Für die Zertifizierung werden sogenannte Matrixprüfungen durchgeführt. Hierbei gibt es Bereiche, die jährlich begutachtet werden und Bereiche, die erstmalig dabei sind. So wie die drei Fachbibliotheken der Wirtschaftswissenschaft, der Geschichts – und Kunstwissenschaften sowie der Veterinärmedizin. Die Bibliotheksleitungen waren durch die professionelle Betreuung von Hela Lange von der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie gut vorbereitet. Janet Wagner von der Arbeitsgruppe GreenFUBib teilte ihre Erfahrungen vom Gutachterbesuch aus dem Jahr 2021.

Im Gespräch haben wir auch herausgearbeitet, dass Sustainability einerseits definitiv ein Thema „von unten“ ist, d. h. von Mitarbeitenden wie Nutzenden getragen und aktiv auch im persönlichen Konsumverhalten oft sehr aktiv mitbedacht und gestaltet wird.

Dr. Ulrike Tarnow, Bibliotheksleitung Geschichts- und Kunstwissenschaften

In der alltäglichen Arbeit in den Bibliotheken sind interne und externe Prozesse und Arbeitsabläufe bereits mit Aspekten von ressourcenschonendem Arbeiten und mit dem Fokus auf Gesundheitsförderung verbunden. Zu nachhaltigem Handeln gehört zudem das Bewahren von kulturellem Erbe, wie der Rara-Bestand der Fachbibliothek Veterinärmedizin dem Gutachter eindrucksvoll zeigte. Für ein erfolgreiches Studium der Veterinärmedizin können sich Studierende in der Bibliothek bereitgestellte Modelle von Organen und Nahtmodelle leihen und sich damit auf Prüfungen vorbereiten.

Lobend hervorgehoben wurden die vielfältigen Angebote für Studierende in allen Bibliotheken: Ob Recherchekurse, Seminare zum Zitieren oder Datenbankschulungen.

„Wir leisten unseren Beitrag zur Nachhaltigkeit, indem wir durch moderne Technik (digitale Literaturangebote, Videokonferenztool, kostenloses Scanangebot etc.) und Vereinigung mehrerer Funktionen an einem Standort (Bibliothek inkl. Material zum z. B. Lernen von Nahttechniken oder anatomischer Präparate; Studienbüro; Promotionsbüro) Ressourcen schonend arbeiten und das unnötige Fahrtwege für die NutzerInnen vermeidet.“

Dr. med. vet. Tobias Ripp M. A. (LIS), Bibliotheksleitung Veterinärmedizin

Im Abschlussbericht wurden viele Stärken der Universität zu Umweltverbesserungen und zielführenden Maßnahmen genannt. Die Universitätsbibliothek als Teil der Universität leistet hierfür an allen Bibliotheksstandorten einen wichtigen Beitrag, das wurde erneut deutlich und motiviert, weiter und nachdrücklich nachhaltige Entwicklungen zu befördern, damit nachfolgende Generationen gut leben können.

Die „Free-Book Lounge“ – eines von drei Nachhaltigkeitsprojekten

Auszubildende zur/zum Fachangestellte*n für Medien- und Informationsdienste in Bibliotheken (kurz: FaMI) können aktive Akteur*innen für Nachhaltigkeit sein und werden. Im Herbst 2023 hatten die drei Azubis der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin im 2. Lehrjahr die Aufgabe erhalten, jeweils ein Projekt zum Thema Nachhaltigkeit und zu den Merkmalen einer „Grünen Bibliothek“ zu formulieren und durchzuführen. Dazu hatten sie einen einführenden Workshop zusammen mit anderen FaMI-Azubis aus den unterschiedlichen Bibliotheken Berlins. Eines der Projekte von den drei Azubis ist nun fertig gestellt worden. Ein Projektbericht.

Die Idee

Von Beginn an entstand eine Begeisterung für die Idee eines Bücher-Tausch-Regals. Öffentliche Bücherschränke, oft aus alten Telefonzellen gebaut, finden sich mittlerweile überall in der Stadt verteilt, aber leider noch relativ wenig auf dem Campus der Freien Universität.

Die abschließende Entscheidung für ein Bücherregal fiel dann dieses Frühjahr. Im Januar 2024 erhielt jeder der drei FaMI-Azubis eine eigene Seite im internen Bibliotheks-Wiki, auf welcher sie sich Gedanken zu ihren Projekten machen und bereits erste Schritte, abzuklärende Fragen und To-Do’s notieren konnten.

Daraufhin folgten einige Recherchen zu den Möglichkeiten, welche es bei Bücher-Tausch-Regalen gibt. So mussten wichtige Entscheidungen getroffen werden, wie z. B.: Sollen nur Bücher oder auch funktionstüchtige Dinge getauscht werden können? Welcher Zielgruppe soll das Regal zugänglich gemacht werden? Soll es ein öffentliches Regal werden, sichtbar auf der Webseite Bookcrossing? Während der Überlegungen wurde auch dem Bookcrossing Regal in der Geowissenschaftlichen Bibliothek am Campus Lankwitz ein Besuch abgestattet.

Im Februar 2024 gab es erneut einen Azubi-Workshop mit den drei FU-Azubis, bei welchem noch einiges an konkretem Input zum Thema Nachhaltigkeit in und durch Bibliotheken dazukam. Unter anderem zu den Themen: SDG-Stories, Ensulib, Green Library Award, der ökologische Fußabdruck und der positive Handabdruck.

Danach begann eine Phase der selbstständigen Arbeit. Premiere im praktischen Ausbildungsplan der Azubis: Im Juni 2024 gab es eine ganze Woche Zeit für die Projektdurchführung. Besonders die Standort-Suche stellte sich dabei als eine große Hürde heraus. Schließlich eröffnete sich die Möglichkeit, dass bereits vorhandene Mitnahme-Bücherregal im Foyer der Zentralbibliothek für die Idee zu nutzen. In der Projektwoche fiel dann zudem die Entscheidung für den Namen des Bücherregals („Free-Book-Lounge“) und das endgültige Design wurde erstellt:

Es wurden Deko-Elemente wie selbstgezogene Zimmerpflanzen der Arbeitsgruppe GreenFUBib als auch Bookart-Objekte zur Verschönerung aufgestellt. Im Sinne des Re-Use-Gedankens werden für mitgenommene Bücher Jutebeutel bereitgestellt, die aus der Fundgrube der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie stammen. Flyer zu den bestehenden Nachhaltigkeitsinitiativen wie Sustain it! oder dem Unigardining-Projekt wurden ausgelegt, um Interessierten zu zeigen, wo es überall möglich ist, sich für Umwelt- und Klimaschutz zu engagieren.

Die neue „Free-Book-Lounge“ in der Zentralbibliothek (Garystr. 39)

Fazit

Durch dieses Projekt habe ich eine unfassbare Menge gelernt. Eine Projektidee zu haben, ist zunächst großartig und man kann diese in seiner Vorstellung stetig ausbauen und weiterentwickeln. Aber der eigentliche Umsetzungsprozess und die damit verbundene Zeit zur Gestaltung, für Absprachen und Beschaffung von Materialien, war dann doch anspruchsvoller als ich erwartet hatte. Ich hatte dennoch eine Menge Spaß während des Prozesses, besonders da ich mich viel kreativ ausleben konnte.

Ich bin mit der „Free-Book-Lounge“ wirklich durchweg zufrieden und ich hoffe sie wird die Zentralbibliothek auch in Zukunft bereichern.

~Lara Senst, Auszubildende und Projektverantwortliche

Sinnvolle Pausen auf dem Blühenden Campus

Bewegungsangebote in der Bibliothek können die geistige Leistungsfähigkeit steigern. Aktive Pausen an der frischen Luft sorgen für mehr Wohlbefinden und Konzentration. Auf den Flächen des Blühenden Campus nahe den Bibliotheken können kurze Lernunterbrechungen zum Beispiel für wichtige Schmetterlingsbeobachtungen genutzt werden. Vorkenntnisse braucht es nicht.

Die Freie Universität hat das Jahr 2024 zum „Jahr der Biodiversität“ ausgerufen. „Mit dem Jahr der Biodiversität setzt die Universität ein starkes Zeichen für den Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt. Die Initiative unterstreicht die Bedeutung von Biodiversität für die Ökosysteme, die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden.“ [1]

Auf den Blühwiesen neben der Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaft und der Fachbibliothek Rechtswissenschaft kann man wunderbar abschalten und entspannen. An sonnigen und windstillen Tagen tummeln sich dort vielfältige Insekten und Schmetterlinge. Welche Falterarten sind es genau? Um das herauszufinden, lässt sich das Erfassen der biologischen Vielfalt mit einer 15-minütigen Beobachtung gut unterstützen.

Die Schmetterlingszählungen und ihr Eintrag in die „VielFalterGartenApp“ sind ein wichtiger Beitrag zur Forschung & zum Schutz von Artenvielfalt.


Wie funktioniert das?
Hierzu gibt es in den Bibliotheken ein Merkblatt (siehe Abbildung) – bitte an der Leihstelle erfragen.

„Win-Win“ für beide Seiten: Die aktive Unterbrechung vom Lernen fördert Motivation & Aufmerksamkeit im Studium. Der Aufenthalt in der (Stadt-) Natur sorgt für Wohlbefinden und neuen Elan. Und: Die Beobachtungsergebnisse fließen in wichtige Forschungsdaten ein.
Das Projekt VielFalterGarten ist eine Initiative das Landes Berlin, des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (IDiv). Wir unterstützen es durch die AG GreenFUBib der Universitätsbibliothek und mit Hilfe der Fachbibliotheken Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.


[1] Webseite: Jahr der Biodiversität an der Freien Universität Berlin: https://www.fu-berlin.de/themen/biodiversitaet/index.html (letzter Aufruf am 05.08.2024).

Jahr der Biodiversität – Science Picknick, Vorträge & Führungen am 22.05.2024 im Botanischen Garten

Der 22.05. ist „Internationaler Tag der biologischen Vielfalt“: Passend dazu lädt die Freie Universität ab 12.00 Uhr in den Botanischen Garten nach Berlin-Dahlem. Ein vielfältiges Programm und kostenloser Eintritt versprechen einen spannenden Auftakt zum „Jahr der Biodiversität“, das die Freie Universität ausgerufen hat.

Biodiversität steht für Artenvielfalt, für Vielfalt in der Natur und für genetische Vielfalt. Viele Fachbereiche an der Freien Universität forschen zu unterschiedlichen Themen. Klimawandel und das Artensterben hängen eng zusammen, darüber sind sich viele Wissenschaftler*innen einig. Zur Förderung von Biodiversität finden sich an der Freien Universität unterschiedlichste Forschungsgruppen, Nachhaltigkeitsprojekte und Initiativen.

© Susanne Wehr/GreenFUBib Mitglieder beim Think Camp im März 2024

Am 22.05.2024 wird es neben zahlreichen Vorträgen auch die Möglichkeit geben, Informationsstände zu besuchen. Dort können Sie unter anderem die Nachhaltigkeits-AG „GreenFUBib“ und das Team der Fachbibliothek Biologie am Botanischen Garten antreffen und erfahren, wie die Standorte der Universitätsbibliothek biodiversitätsfördernde Maßnahmen umsetzen. Zudem gibt es einen Bücherverkauf von Monografie-Dubletten und verschiedene Termine (13.30 Uhr und 15.00 Uhr) für eine Führung durch die Fachbibliothek Biologie:

„Von Pilzbuch bis Schmeil-Fitschen – eine Bibliotheksführung“.

Die Fachbibliothek Biologie hat aufgrund der Führungen und des Bücherverkaufs ganztägig am 22.05.2024 geschlossen.

Weitere Informationen zur geplanten Biodiversitätsstrategie und dem Commitment finden Sie hier.