Lizenz für Online-Rezensionsdienst zu wissenschaftlichen Datenbanken

Nach einem Test im letzten Jahr kann nun über das FU-Campusnetz dauerhaft auf  ccAdvisor zugegriffen werden.

ccAdvisor bietet für Bibliothekare, Studenten und Lehrkräfte Rezensionen zu wissenschaftlichen Datenbanken, Webseiten und weiteren Online-Tools an. Die angebotenen Reviews, die überwiegend lizenzpflichtige Produkte beschreiben, enthalten detaillierte und referenzierte Informationen über u. a. Geschichte, Inhalt, Implementierung, Benutzeroberfläche und Konkurrenzprodukte der jeweiligen Ressource sowie eine kritische Bewertung. Via „Composite Score“ lassen sich die individuellen Kritiken nach einer Formel berechnen (Kriterien: Inhalt, Benutzeroberfläche, Preis, Kauf- und Vertragsoptionen) und in einer Bewertungszahl zwischen 5 (sehr empfehlenswert) und 1 (wenig empfehlenswert) darstellen und vergleichen. Nach kostenfreier Registrierung beim Anbieter können Vergleichs- bzw. Bestenlisten (Comparison Tables) erstellt und ins Excel-Format exportiert werden. Auch lassen sich u. a. Recherchen speichern und Alert-Dienste nutzen.

Die Datenbank wird von den unabhängigen American Library Association und The Charleston Company herausgegeben und regelmäßig aktualisiert. Im Vergleich zum mitherausgegebenen und von der FU bereits lizenzierten Rezensionsdienst Choice Reviews Online (max 200 Wörter pro Review-Artikel) sind die Reviews von ccAdvisor (1500-3000 Wörter pro Review) sehr viel ausführlicher.

„Anorganik Online“ lizenziert

Anorganik OnlineNeu für das FU-Campusnetz lizenziert wurde die Datenbank Anorganik Online.

Anorganik Online von de Gruyter enthält umfassende Lehrbuchinhalte zu allen Aspekten der anorganischen Chemie, angefangen bei den Grundlagen wie Säure-Base Chemie oder Stöchiometrie, bis hin zu aktuellen Forschungsthemen aus der bioanorganischen Chemie, den Materialwissenschaften oder der Organometallchemie.

Enthalten sind laut Anbieter 24.000 Stichwörter, auf die u. a. durch einen speziell entworfenen Thesaurus zugegriffen werden kann. Ein interaktives Periodensystem der Elemente ermöglicht einen schnellen Zugriff auf spezifische Informationen zu jedem Element.

Anorganik Online richtet sich an Studenten der anorganischen Chemie im Haupt- oder Nebenfach. Die einzelnen Einträge lassen als PDF-Dateien abspeichern oder ausdrucken. Literaturzitate lassen sich im RIS-Format in Literaturverwaltungsprogramme exportieren. Die Datenbank soll jährlich aktualisiert werden.

Fachdatenbank „Anthropology Plus“ im Test

Bis zum 15. März 2018 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Anthropology Plus getestet werden.

Anthropology Plus zählt zu den umfangreichsten Fachdatenbanken zur Ethnologie/Kultur- und Sozialanthropologie und anderen Disziplinen, die im angelsächsischen Raum unter der Rubrik „Anthropologie“ zusammengefasst werden (Volkskunde, Physische Anthropologie, Museologie) oder in Nachbarschaft zu ihr stehen (Archäologie). Nachgewiesen werden über eine Mio. wissenschaftliche Zeitschriftenartikel, Periodika und vereinzelt Aufsätze aus Aufsatzsammlungen (verhältnismäßig geringer Nachweis von elektronischen Volltexten).

Die Literaturnachweise in der EBSCO-Datenbank speisen sich aus  folgenden beiden Teildatenbanken:

  • Anthropological Index Online, Harvard University
    (über 500.000 Nachweise aus ca. 700 Zeitschriften ab 1957 ff.)
  • Anthropological Literature, Royal Anthropological Institute (ca. 640.00 Nachweise ab dem 19. Jh. ff.)

Ausgewertet werden ca. 6000 laufende und auch inzwischen eingestellte Zeitschriften und Periodika aus aller Welt.

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

Über den Duft von Büchern

Der slowenische Chemiker Matija Strlič forscht seit Jahren am University College London (UCL) über den Geruch von Büchern und versucht diese so vor dem Verfall zu retten. Nachdem wir letzten November einen kurzen Hinweis auf ihn im Biblioblog gegeben hatten, erschien kurz vor Weihnachten auch ein ausführlicher Artikel von Jessica Braun unter dem Titel „Das Parfum der Bücher“ in der Zeit (20. Dezember 2017, Nr. 53, S. 37). Die kostenfreie Online-Version zum Nachlesen ist hier vorrätig 😉 …

Online-Bibliografie zur US-Außenpolitik lizenziert

Nach einem Test im letzten Jahr kann über das FU-Campusnetz nun dauerhaft auf die Datenbank SHAFR Guide Online zugegriffen werden.

Es handelt sich um eine annotierte Online-Bibliografie zur US-amerikanischen Außenpolitik ab 1600 ff., herausgegeben von der Society for Historians of American Foreign Relations (SHAFR). Man sucht Quellen zu einem bestimmten Thema, Zeitraum oder gar Land in Bezug zur US-Außenpolitik? Der SHAFR Guide Online bietet Abhilfe. Er umfasst 30 Kapitel und reicht thematisch von der Kolonialzeit bis zur Präsidentschaft Barack Obamas (2009-2017). Auch werden alle Länder bzw. geografischen Gebiete der Welt berücksichtigt. Aufgenommen werden alle historisch relevanten Quellen, darunter Sammlungen von Regierungsdokumenten, Biografien, Monografien, Buchkapitel, Zeitschriftenartikel und Websites.

Die aktuelle Ausgabe der Bibliografie, die seit 1983 unter wechselnden Titeln erschien, enthält neue Kapitel zu den Themen „Race, Gender, and Culture“, „Economic Issues“, „Domestic Issues, the Congress, and Public Opinion“ und „Non-Governmental Actors“. Das Werk richtet sich an Schüler, Studenten und Wissenschaftler.

Die Datenbank wird auf der Plattform BrillOnline Reference Works angeboten, auf der noch weitere Online-Nachschlagewerke zugänglich sind. Einzelne Einträge lassen sich für den Eigengebrauch kopieren oder ausdrucken. Literaturnachweise lassen sich u. a. in EndNote und Refworks exportieren.

Hinter den Kulissen von Wikipedia

Um Weihnachten erschien in der Sonntagsbeilage des Tagesspiegels ein Artikel, der hinter die Kulissen der Online-Enzyklopädie Wikipedia blickt. Der Artikel mit dem doch sehr aufmerksamkeitsheischenden Titel „Krieg der Schlauberger – Inside Wikipedia“ von Sebastian Leber ist mittlerweile kostenfrei online abrufbar. Der Autor besuchte den Dachverband Wikimedia Deutschland und porträtiert mehrere Autoren, die sich ehrenamtlich am Mitmach-Lexikon beteiligen. Unter diesen befindet sich auch der frühere FU-Student Martin Rulsch. Mit ihm hatten wir zum zehnten Geburtstag der Wikipedia im Jahr 2011 für Biblioblog ein kurzes Interview geführt. Die Tipps, die er damals zum Artikelschreiben gab, haben übrigens auch nach sieben Jahren nichts an ihrer Gültigkeit verloren 😉 …

Online-Test für „PONS Großwörterbuch Griechisch“

Bis voraussichtlich 5. Februar 2018 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei auf das PONS Großwörterbuch Griechisch (= Neugriechisch) zugegriffen werden.

Bei der Datenbank handelt es sich um ein zweisprachiges deutsch-griechisches/griechisch-deutsches Großwörterbuch mit über 160.000 Stichwörtern und Wendungen sowie mehr als 200.000 Bedeutungsangaben. Laut Anbieter beinhaltet es ein einen reichhaltigen Fachwortschatz aus Wirtschaft, Recht, Naturwissenschaften und Technik und wurde mit Hilfe von muttersprachlichen Experten erstellt.

Das PONS Großwörterbuch Griechisch wird auf der Online-Plattform von Ubidictionary angeboten, wo es einen dauerhaften FU-Zugriff auf die Datenbanken Biblioteca Italiana Zanichelli, Il Tommaseo, La Zanichelli und Lo Zingarelli zur italienischen Sprache gibt.

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

Neuer Online-Fachinformationsdienst Politikwissenschaft gestartet

Unter dem Namen POLLUX ist seit gestern der Fachinformationdienst (FID) für die Politikwissenschaft online gegangen. Das noch im Aufbau befindliche Portal soll die überregionale politikwissenschaftliche Forschung in Deutschland nachhaltig optimieren. Es wird von der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gemeinsam mit ihrem Projektpartner, der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, entwickelt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis Sommer 2019 mit ca. 1,5 Mio. Euro gefördert.

In Zusammenarbeit mit der entsprechenden Fachcommunity soll POLLUX u. a. Zugriff auf elektronische Verlagspublikationen (E-Books, E-Journals, E-Articles), wissenschaftliche Open Access-Dokumente, Forschungsdaten sowie Inhalte aus Fachdatenbanken und Zeitungsarchiven anbieten.

Die Recherche ist kostenfrei, der Zugriff auf die lizenzpflichtigen Inhalte kostenpflichtig:

  • über 38.000 E-Books von u. a. Cambridge University Press, Routledge, Oxford University Press,Sage, Nomos, Springer VS, De Gruyter, Palgrave Macmillan, Barbara Budrich, World Scientific etc.
  • mehr als 1,5 Mio. Nachweise zu Zeitschriftenartikeln aus mehr als 1.000 politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften
  • Factiva – lizenzpflichtiges Archiv für Presseartikel, mit tagesaktueller Auswertung tausender Tageszeitungen (die FU hat u. a. die Konkorrenzprodukte Nexis und wiso Presse lizenziert)
  • über 500.000 Nachweise zu gedruckten politikwissenschaftlichen Monografien (mit Bestelloption über kostenpflichtigen Dokumentenlieferdienst Subito)
  • 2000 sofort bestellbaren gedruckten Monografien
  • 1,0 Mio. Open-Access-Dokumente
  • über 360.000 Beiträge aus politikwissenschaftlichen Sammelwerken

PolitikwissenschaftlerInnen, die an einer Hochschule oder einer nicht-kommerziellen Forschungseinrichtung in Deutschland tätig oder Mitglied in einer politikwissenschaftlichen deutschen Fachgesellschaft (DVPW, DGfP) sind, haben laut Anbieter die Möglichkeit, kostenfrei auf die lizenzpflichtigen Inhalte zuzugreifen. Dafür muss man sich einmalig mit dem Account-Typ „Politikwissenschaftler“ registrieren. Studierende, Wissenschaftler in anderen Disziplinen und anderweitig Interessierte können sich als „Standardnutzer“ registrieren und Recherchen oder Literaturlisten abspeichern. Für das 1. Quartal 2018 sind u. a. auch maßgeschneiderte Neuerscheinungslisten geplant.

Nachdem die DFG jahrzehntelang ein System der Sondersammelgebiete (SSG) an wissenschaftlichen Bibliotheken gefördert hatte, wurde dieses seit 2013 sukzessive durch sogenannte Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) abgelöst. Gegenwärtig noch in Planung befinden sich u. a. Online-Portale für Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel/Universitätsbibliothek Leipzig), Geschichte (Bayerische Staatsbibliothek), Jüdische Studien (Universitätsbibliothek Frankfurt a. M.), Lateinamerika, Karibik und Latino Studies (Ibero-Amerikanisches Institut) sowie Soziologie (GESIS/Universitäts- und Stadtbibliothek Köln).

Wir werden die Entwicklungen in diesem Bereich weiterverfolgen und darüber im Biblioblog berichten.

Social Explorer: Testzugriff auf US-Censusdaten & mehr

Bis Ende Januar 2018 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Social Explorer getestet werden.

Die preisgekrönte, kommerzielle Website präsentiert US-amerikanische Census-Daten der Jahre 1790 bis heute. Der United States Census ist eine alle zehn Jahre stattfindende Volkszählung, die die Verfassung der Vereinigten Staaten vorsieht. Social Explorer bereitet die vom United States Census Bureau (USCB; offiziell „Bureau of the Census”) gesammelten Daten durch Berichte, Animationen und über 250.000 demographische und sozio-ökonomische Karten auf. Ergänzt wird das Material durch u. a. folgende Daten:

  • American Community Survey (2005-2016): Der ACS ersetzt seit 2005 die „Langform“ der Zehnjahreszählung durch Daten zur Demografie, Wohnverhältnissen, zum sozialen Bereich und der Wirtschaft aus einer Stichprobe von 3 Mio. Haushalten.
  • FBI Uniform Crime Report (2010-2015)
  • Amerikanische Wahlergebnisse (1912-2017)
  • Daten zur Religionszugehörigkeit (1980, 1990, 2000, 2010)
  • US-Geschäftsverläufe (2014)
  • County Health Rankings und Roadmaps-Programmdaten (2010-2016)
  • Census-Daten des Vereinigten Königreichs und Kanadas (beide 2011)
  • Eurostat (1990, 2000, 2010-2014)
  • World Development Indicators (bis 2015)

Insgesamt bietet Social Explorer Zugriff auf 40 Milliarden Datenelemente und 500.000 Variablen an und kümmert sich auch automatisch um die Inflationsbereinigung. Die regelmäßig aktualisierten Daten lassen sich in verschiedene Excel- (97, 2000, 2003, 2007) bzw. CSV-Format sowie in gängige Statistikanalyse-Tools wie SAS, R, Stata und GIS exportieren bzw. via Permalink über soziale Netzwerke teilen. Auch bietet Social Explorer weitere Skripte zum Auslesen von Daten an. Die bislang kostenfreie Version bietet „nur“ die Grundfunktionen sowie den Zugriff auf die Census-Daten aus dem Jahr 2000 an.

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

Online-Material zu Literaturnobelpreisträgern García Márquez und Ishiguro

Gabriel García Márquez (2009)
Gabriel García Márquez (2009)

Kurz nach der Ehrung der diesjährigen Nobelpreisträger am Sonntag hat das Harry Ransom Center an der Universität von Texas in Austin die Gabriel García Márquez Collection kostenfrei online veröffentlicht.

Die Sammlung bietet Zugriff auf zahlreiche digitalisierte Objekte aus dem Nachlass des kolumbianischen Schriftstellers und Journalisten (1927-2014). Enthalten sind u. a. Manuskripte zu veröffentlichten und unveröffentlichten Werken, Forschungsmaterial, Fotografien, Sammelalben, Briefwechsel, Zeitungsausschnitte, Notizbücher, Drehbücher, Druckmaterialien, Ephemera sowie eine Tonbandaufnahme von García Márquez‘ Nobelpreisrede aus dem Jahr 1982. Nicht enthalten sind die zehn Entwürfe zu seinem letzten, nicht fertiggestellten Roman En agosto nos vemos (engl.: We’ll See Each Other in August), dessen erstes Kapitel 2014 von der spanischen Zeitung La Vanguardia veröffentlicht wurde.

Der Nachlass des Autors war im Jahr 2014 für 2,2 Mio. US-Dollar durch das Harry Ransom Center angekauft worden. Es wird eine englische und spanischsprachige Nutzer-Oberfläche angeboten. Insgesamt verbrachten Bibliothekare, Archivare, Studenten und Techniker rund 18 Monate, um das Material im Volltext in den beiden Sprachen durchsuchbar zu machen (vgl. INFOdocket.com). Laut Anbieter ist gegenwärtig die Hälfte des Archivguts online abrufbar.

Eine Inspiration war García Márquez scheinbar auch für den diesjährigen Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro, wenn man dessen Nobelpreisvorlesung studiert. Im auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Text  Mein napoleonischer Abend – und andere kleine Offenbarungen nimmt uns der Brite japanischer Herkunft mit auf eine Reise in den Herbst 1979 und die entscheidenden Momente, die ihn zum Schriftsteller werden ließen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bob Dylan nahm Ishiguro am Sonntag die Auszeichnung persönlich in Stockholm entgegen. Sein  überschaubares Œuvres aus sieben Romanen sowie einem Kurzgeschichtenband ist gerade frisch von der Universitätsbibliothek eingekauft worden (Ausgaben des Heyne-Verlags, 2016) und über das Bibliotheksportal Primo vorbestellbar:

Bild: Festival Internacional de Cine en Guadalajara (CC-BY-2.0, via Wikimedia Commons)