Erfolgreiche Schreibwoche im Sommersemester 2026

Vom 20. bis 24. Juli 2026 fand die diesjährige Schreibwoche statt – und stieß auf großes Interesse: 75 Prozent der angebotenen Plätze wurden genutzt. Damit lag die Teilnahmequote deutlich über der des Vorjahres (54 Prozent).

Das Programm bot mit 20 Kursen, neun Beratungsangeboten und fünf Schreibzeiten ein vielfältiges Angebot rund um das wissenschaftliche Schreiben.

Vielfältige Angebote, große Nachfrage

Besonders erfreulich war die hohe Nachfrage nach zahlreichen Workshops. Mehrere Veranstaltungen waren vollständig ausgelastet – darunter Angebote zum Schreibprozess, zum Umgang mit Hausarbeiten sowie zum Lesen, Exzerpieren und Argumentieren.

Doch die Schreibwoche war nicht nur ein Ort, um Schreibkompetenzen zu erweitern. Sie bot auch Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung: Teilnehmende, die sich zuvor noch nicht kannten, kamen miteinander ins Gespräch und tauschten sich über ihre Erfahrungen und Herausforderungen beim wissenschaftlichen Schreiben aus.

Auch eine weitere Entwicklung ist besonders positiv: Studierende suchen die Schreibwoche inzwischen gezielt wieder auf. Das zeigt, dass sich die Angebote etabliert haben und als hilfreiche Unterstützung im Studienalltag wahrgenommen werden. Wie in den vergangenen Jahren wurde insbesondere die Schreibzeit von den Teilnehmenden sehr positiv hervorgehoben.

Was nehmen wir für die nächste Schreibwoche mit?

Die Erfahrungen aus diesem Sommersemester fließen direkt in die Planung der kommenden Schreibwochen ein. Unter anderem sollen die Beratungsangebote weiterentwickelt, die Bewerbung über die Fachbibliotheken früher gestartet und Möglichkeiten für mehr englischsprachige Angebote geprüft werden.

Ein großes Dankeschön gilt allen Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen, die mit ihrem Engagement zum Erfolg der Schreibwoche beigetragen haben. Sei es bei der Organisation, der Raumplanung, der Öffentlichkeitsarbeit sowie in Beratungen und Kursen.

Save the Date

Nach der erfolgreichen Sommerrunde geht es im kommenden Frühjahr weiter:

Die nächste Winterschreibwoche findet vom 15. bis 19. Februar 2027 statt.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Vielen Dank für den Textentwurf und das Bild an Johanna Gröpler, Mitinitiatorin und Dozentin der Schreibwoche.

Hebräische Bibel von Elias Hutter: Ein Zeugnis der sprachdidaktischen Innovation

Ein besonderes Geschenk für den Rara-Bestand

Die hebräische Bibel von Elias Hutter (Derekh ha-Kodesh – Biblia Sacra) aus dem Jahr 1587 wurde in Hamburg gedruckt und gehört zum Rara-Bestand der Campusbibliothek. Das Exemplar ist ein Geschenk von Dr. Marianne Brink, die eine enge Verbindung zur Freien Universität Berlin hat: Sie studierte am John-F.-Kennedy Institut und engagiert sich als Förderin für das Deutschlandstipendium.

Die Übergabe der Bibel v. l. n. r.: H. Younansardaroud, A. Tatai, Dr. M. Brink, S. Smolak, F. Schams

Das Werk ist ein radikaler, einzigartiger Versuch, das Studium des biblischen Hebräischen durch visuelle Morphologie-Analyse zu erleichtern. Hutter, lutherischer Theologe und Hebraist des späten 16. Jahrhunderts, verfolgte damit vor allem religiöse Ziele: Er wollte die biblische „babylonische Sprachverwirrung“ überwinden und allen Menschen den Zugang zur göttlichen Ursprache ermöglichen.

Eine Bibel, die Sprache sichtbar macht

Das Besondere an dieser Bibelausgabe ist ihre innovative Drucktechnik. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bibeln verwendet Hutter ein spezielles Typensystem von Lettern, um die Struktur der hebräischen Wörter „auf den ersten Blick“ verständlich zu machen.

Die Wurzelbuchstaben (literae radicales) sind komplett schwarz gedruckt, während die Flexionsbuchstaben (literae serviles) innen hohl und damit weiß gedruckt werden.

Zudem werden ausgefallene Konsonanten, beispielsweise durch die Assimilation der Wörter, als kleine Buchstaben über dem Wort ergänzt, um die ursprüngliche Wurzel des Wortes sichtbar zu machen. Diese grafische Aufbereitung sollte es Lernenden erlauben, die Morphologie des Hebräischen ohne komplexe Grammatiken zu erfassen.

Auf dem Foto sind die unterschiedlichen Buchstaben in hohler und voller Darstellung zu sehen.

Sprache, Theologie und Bildung

Hutters sah in den Wurzelbuchstaben des Wortes, also den drei Konsonanten, auf die der Wortstamm zurückgeführt werden kann, ein Abbild der Trinität und das Hebräische als die göttliche Ursprache vor der „babylonischen Verwirrung“, wie sie in Genesis 11 geschildert wird.

Seine Methode war somit stark von christlicher Kabbala und der Idee einer Sprachenharmonie geprägt, die Hebräisch, Griechisch, Latein und Deutsch als verwandt darstellte. Diese Vorstellung ist aus heutiger sprachwissenschaftlicher Sicht nicht haltbar.

Obwohl Hutters Ansatz von der modernen Sprachwissenschaft kritisiert wird, insbesondere wegen der willkürlichen Rekonstruktion von Wurzeln, die im biblischen Hebräisch nicht belegt sind, markiert seine Bibelausgabe einen wichtigen Punkt in der Geschichte der Hebraistik und des Buchdrucks.

Sie zeigt, wie tief religiöse Motivationen die sprachwissenschaftlichen Methoden der frühen Neuzeit prägten und wie versucht wurde, durch technische Innovationen im Druck die Bildung des Volkes außerhalb der Universitäten voranzutreiben. Hutter machte es sich zum Ziel, dem Lernenden, insbesondere der Jugend, die mühsame Arbeit der Grammatikanalyse abzunehmen. Man sollte die Struktur der Sprache direkt im Text erkennen können, ohne auf externe Grammatiken zurückgreifen zu müssen.

Ein ungewöhnlicher Gelehrter

Elias Hutter war kein typischer Gelehrter seiner Zeit. Als Theologe, Buchdrucker und Hebraist bewegte er sich in einer Welt, die von konfessionellen Brüchen und dem Wunsch nach Einheit geprägt war. Sein Leben war von einem ständigen Ringen um Anerkennung und Finanzierung gekennzeichnet, von Leipzig über Dresden und Hamburg bis hin zu seinem finanziellen Ruin in Nürnberg.

Für die Bibliothek ist diese Ausgabe daher nicht nur ein Zeugnis der neuzeitlichen Buchdruckkunst, sondern ein Spiegelbild eines Zeitalters, in dem Sprache, Theologie und Kosmologie untrennbar miteinander verwoben waren.

Quelle: Krasemann, Christoph. Die »Biblia Sacra – Derekh ha-Kodesh« des Elias Hutter. De Gruyter, 2021.

Text von Suawek Smolak

Sicher umziehen: Von EndNote zu Zotero oder Citavi

Die Campuslizenz für EndNote läuft aus. Sie möchten Ihre Literatursammlung in Zukunft mit Citavi oder Zotero verwalten? Wir unterstützen Sie beim Umstieg und begleiten Sie bei der Übertragung Ihrer Literaturdaten:

Bei diesen Terminen zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihre Literaturdaten aus EndNote zu exportieren, und geben Hinweise auf eventuell notwendige Vorarbeiten. Anschließend können Sie Ihre eigene EndNote Library in das bereits ausgewählte neue Literaturverwaltungsprogramm übertragen.

Bei Fragen oder Problemen während des Umzugs stehen wir Ihnen unterstützend in deutscher und englischer Sprache zur Seite.

Voraussetzungen

  • Eigener Laptop mit bestehender EndNote Library
  • das neue Zielprogramm (Citavi oder Zotero) muss bereits installiert sein.
  • Anmeldung: Erforderlich (siehe oben)

Nach dem Termin haben Sie Ihre Literaturdaten erfolgreich übertragen und können mit Zotero oder Citavi weiterarbeiten!

(Bildquelle: Canva)

Wie kann man die Geschichte der Freien Universität Berlin noch erforschen?

Die Arbeitsstelle Universitätsgeschichte der Freien Universität Berlin stellt mit der Herausgabe des Open-Access-Sammelbands Topografie, Institution, Erbe – Zur Geschichte der Freien Universität Berlin neue Perspektiven und Zugänge zur Geschichte dieser Universität vor. Die Beiträge sind aus einer Ringvorlesung im Wintersemester 2023/24 anlässlich des 75. Jubiläums hervorgegangen. Die Druckausgabe ist im Verlag Königshausen & Neumann erschienen.

Auch zwei Kolleginnen der Universitätsbibliothek sind mit Beiträgen vertreten:
– Dr. Birgit Rehse aus dem Universitätsarchiv zeigt, welche Bedeutung Archive für die Dokumentation und Erforschung von Hochschulgeschichte haben.
– Dr. Stefanie Klamm widmet sich den wissenschaftlichen Sammlungen der Freien Universität und ihrer Rolle als Forschungsinfrastrukturen und kulturelles Erbe.

Ihre Artikel verdeutlichen: Archive und Sammlungen bewahren nicht nur Vergangenes. Sie schaffen Grundlagen für Forschung, eröffnen neue Perspektiven und machen Wissen langfristig zugänglich.

Welche Rolle spielen Archive und wissenschaftliche Sammlungen aus Ihrer Sicht für die Zukunft von Hochschulen und Forschung?

Bibliotheken als vernetzende Mitgestalterinnen der Wissenschaft

Welche Rolle spielt eine Universitätsbibliothek für die Forschung in der Zukunft? Unter anderem dieser Frage widmet sich ein aktuelles Interview mit Thorsten Meyer, seit 2026 Leiter der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, in der Zeitschrift Bibliothek. Information. Technologie.

📸 : Sandra Schönwandt

Im Gespräch mit Reinhard Altenhöner spricht Thorsten Meyer über seinen Wechsel von der ZBW nach Berlin, die Besonderheiten einer dezentral organisierten Universitätsbibliothek und die Entwicklungen, die wissenschaftliche Bibliotheken in den kommenden Jahren prägen werden.

Die Universitätsbibliothek der Freien Universität mit ihren 14 Standorten versteht Meyer dabei als Chance: Die Fachbibliotheken verfügen über eine große Nähe zu ihren jeweiligen Disziplinen, Forschenden und Studierenden. Gleichzeitig brauche es eine gemeinsame strategische Orientierung und ein Verständnis der Universitätsbibliothek als Gesamtsystem.

Von der Informationsversorgung zur Wissenschaftsinfrastruktur

Für Meyer bleibt die Informationsversorgung eine zentrale Aufgabe. Gleichzeitig gewinnen Forschungsservices, Publikationsunterstützung, Forschungsdatenmanagement, Open Science und Kompetenzvermittlung zunehmend an Bedeutung. Bibliotheken vernetzen Forschende, schaffen Zugänge zu Informationen, entwickeln Infrastrukturen und begleiten neue wissenschaftliche Arbeitsweisen.

Damit verändert sich auch das Selbstverständnis wissenschaftlicher Bibliotheken. Meyer beschreibt die Universitätsbibliothek als „vernetzende Mitgestalterin einer offenen und resilienten Wissenschaft“ und betont, dass Bibliotheken inzwischen Infrastrukturpartner der Wissenschaft sind. Gerade an einer Forschungsuniversität wie der Freien Universität sollten sie deshalb auch an strategischen Diskussionen über Wissenschaft und Forschung beteiligt sein.

KI verändert bibliothekarische Arbeit

Auch Künstliche Intelligenz nimmt im Interview breiten Raum ein. Meyer erwartet, dass KI bibliothekarische Arbeit tiefgreifend verändern wird. Automatisierung könne vor allem bei Routinetätigkeiten unterstützen und Freiräume für Aufgaben schaffen, bei denen menschliche Expertise gefragt ist. Als Beispiele nennt er unter anderem die Metadatenproduktion und die Erschließung großer Datenmengen.

Gleichzeitig sieht er eine wichtige Aufgabe der Bibliotheken darin, Studierende und Forschende zu einem verantwortungsvollen Umgang mit KI zu befähigen. Wissenschaftliche Informationskompetenz bleibt damit auch im Zeitalter generativer KI eine zentrale bibliothekarische Kompetenz.

Open Science und gemeinsame Infrastrukturen

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf Open Science. Meyer sieht insbesondere Diamond Open Access, institutionelle Repositorien und gemeinschaftlich getragene Publikationsplattformen als wichtige Zukunftsthemen. Bibliotheken sollten dabei zunehmend selbst zu Mitgestalterinnen wissenschaftlicher Publikationsinfrastrukturen werden.

Auch Kooperationen über die eigene Institution hinaus spielen für ihn eine wichtige Rolle. Mit Blick auf Berlin nennt Meyer gemeinsame Publikationsinfrastrukturen, Forschungsdatenplattformen, digitale Langzeitarchivierung und weitere Formen arbeitsteiliger Zusammenarbeit. Sein Ziel: Berlin stärker als gemeinsamen Informationsraum zu verstehen.

Bibliotheken bleiben auch physische Orte

Bei aller Digitalisierung gewinnt für Meyer zugleich der physische Bibliotheksraum an Bedeutung. Bibliotheken sind längst Lern-, Begegnungs- und Arbeitsorte. Gerade aufgrund der unterschiedlichen räumlichen und fachlichen Voraussetzungen der 14 Standorte müsse die Bibliothek ihre Räume künftig noch bewusster als Teil wissenschaftlicher Infrastruktur verstehen.

Seinen Blick auf die Zukunft der Universitätsbibliothek fasst Meyer mit zwei Zielen zusammen: Sie soll eine exzellente Informationsinfrastruktur für Forschung, Studium und Lehre sein und zugleich als vernetzende Partnerin wissenschaftlicher Arbeit wahrgenommen werden.

Das Interview „Wir müssen Bibliotheken als vernetzende Mitgestalterinnen einer offenen Wissenschaft verstehen.“ ist in der aktuellen Ausgabe 4/2026 von Bibliothek. Information. Technologie. erschienen.

Hier geht es zum Interview.

14 Standorte. Ein gemeinsames Logo für alle Bibliotheken der Freien Universität

Mit einem neuen Logo geht die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin mit ihren 14 Standorten 2026 einen wichtigen Schritt in Richtung einer gemeinsamen Identität.

Wir möchten damit sichtbarer werden und unsere Zugehörigkeit zur Freien Universität auf den ersten Blick erkennbar machen.

Als Universitätsbibliothek vereinen wir 13 Bibliotheken und ein Universitätsarchiv an unterschiedlichen Standorten. Mit einer gemeinsamen Dachmarke schaffen wir einen einheitlichen Auftritt, der Orientierung bietet, die Wiedererkennbarkeit stärkt und unsere Standorte als Teil der Universitätsbibliothek sichtbar macht.

Die Entwicklung des neuen Logos war ein kollaborativer Prozess, an dem das Design-Team der Freien Universität Berlin sowie das Kommunikationsteam und die Direktion der Universitätsbibliothek beteiligt waren. Darüber hinaus sind die Rückmeldungen der Mitarbeitenden aller Standorte in den Entwicklungsprozess eingeflossen und haben das Ergebnis maßgeblich mitgeprägt.

Unser besonderer Dank gilt Frank Beier und Marco Pardemann.

Wir freuen uns darauf, das neue Logo Schritt für Schritt sichtbar werden zu lassen.

Machen ist wie wollen – nur krasser! Nachhaltigkeit zum Anfassen & dabei sein

Studierende der Freien Universität besuchen Sie an 7 Tagen die Woche: Die Campusbibliothek der Universitätsbibliothek ist eine der besucherstärksten Fachbibliotheken und bietet moderne Lernorte im Innenbereich. Die angrenzenden Terrassen bieten Potenziale, draußen zu sitzen, zu entspannen und sich zu begegnen. Mit viel Grün und selbstgebautem Mobiliar entstand viel Neues, denn die graue und wenig genutzte Bibliotheksterrasse im Neubau wandelte sich im Sommersemester 2026 zur grünen Bibliotheksterrasse.

Machen!

Alles beginnt mit … einer Chance & Mut, Orte neu zu denken. Zum wiederholten Mal wurde der FUturist-Preis vom Ideen- und Innovationsmanagement der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie ausgeschrieben. Die Universitätsbibliothek hat in den letzten Jahren bereits viele Ideen eingereicht, das Team der Campusbibliothek bewarb sich zum ersten Mal. Im Vordergrund stand die Idee der Umgestaltung der Bibliotheksterrasse zu einem naturnahen, begrünten, attraktiven Lern- und Begegnungsort. Nachhaltigkeit im Sinne einer grünen Bibliothek setzt Schwerpunkte im Bereich ökologisch-sozialer Handlungsfelder: Partizipation, Ressourcenschonung, Biodiversität und das Schaffen von Werten für das Gemeinwohl.

Wollen!

Im Februar 2026 gab es die Förderzusage für das eingereichte Projekt: „Bibliotheksterrasse als grüner Lern- und Entspannungsort“, die FUturist-Jury gab motivierendes Feedback zu den Stärken des Projekts. Biodiversität trifft auf soziale Nachhaltigkeit – Mitmachstrukturen, praxisnahe Lösungen und die Förderung von niedrigschwelliger ökologischer Bildung überzeugten die Jurymitglieder. Das dreiköpfige Team der Campusbibliothek steckte zusammen mit der Nachhaltigkeits-AG „GreenFUBib“ die Köpfe zusammen und nahm sich eine Empfehlung der Jury sehr zu Herzen: Die Einbindung von Studierenden, um das Projekt umzusetzen im Rahmen „Nachhaltigkeit in der Lehre/ABV Modul Nachhaltige Entwicklung“. Die Planung eines gesamten Moduls musste her: Seminarbeschreibung, Inhalte, Zielformulierungen, Methodenauswahl, Zeitmanagement uvm. Challenge accepted!

Mitmachen & Wirken!

Es war überwältigend: Das Modulangebot wurde schnell belegt und es musste eine Warteliste angelegt werden. Unsere erfahrenen Kommunikationskolleginnen im Team haben mit tollen Plakaten in der Campusbibliothek und gezielter Werbung auf den sozialen Medien die richtige Zielgruppe erreicht: Studierende aus den verschiedensten Studienrichtungen wollten mitmachen. Viele von Ihnen waren intrinsisch motiviert und angesprochen von der Formulierung: Studierende, die Lust haben, sowohl handwerklich als auch als Newcomer mitanzupacken und statt PowerPoint und Hausarbeit praktische Aktionen während des Moduls bevorzugen. (Auszug aus der Seminarbeschreibung, Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2026) Der „Sprung ins kalte Wasser“ ist überwiegend geglückt: jeden Mittwoch fand das Modul während des Sommersemesters statt.

Es wurde gepflanzt, gebaut, geplant, gesät, gerückt, gestrichen, getestet auf der Bibliotheksterrasse oder im Seminarraum. Abwechslung gab es jedes Mal, die Studierenden konnten hier und da entscheiden: Möchte ich mich handwerklich am Bau der Pergola beteiligen oder meine kommunikativen Fähigkeiten erweitern? Persönliche Erfahrungsberichte der Studierenden wurden nach dem Modul verfasst und sind hier nachzulesen:

Output an der Universität

Das Sommersemester 2026 ist vorüber, das FUturist-Team und GreenFUBib kümmern sich zusammen um die weitere Sichtbarkeit des Projekts und auch um das Gedeihen der Pflanzen auf der Terrasse. Im Angebot „Primo der Dinge“ gibt es nun Gartenboxen zu leihen, mit denen Nutzende auf der Terrasse sofort aktiv werden können. Passende Literaturlisten werden zum Thema „Biodiversität & heimische Wildpflanzen“ zusammengestellt und eine barrierefreie Sitzgruppe ergänzt bald die Möglichkeit zum Verweilen. Vielseitige und aktive Kommunikation wurde und wird weiterhin in der Campusbibliothek und auf dem Campus Dahlem praktiziert:


Ende September wird das Projekt auch internationalen Gästen präsentiert: Auf der Konferenz „Sustainability in Higher Education“ gibt es die Möglichkeit, den geförderten FUturist-Projekten beim Midterm-Event zuzuhören: Ein Besuch auf die nahe gelegene Bibliotheksterrasse bietet sich an und zeigt praxisnah: Bibliotheken können Wissen und Handeln verbinden, um nachhaltige, zukunftsfähige Lösungen für alle zu befördern!

Text: Janet Wagner

Bilder & Grafiken: Diana Merten, Tobias Schober, Sandra Schönwandt

Zentralbibliothek: Angepasste Servicezeiten ab 24. August 2026

Damit wir auch weiterhin verlässlich für Sie da sein können, passen wir die betreuten Servicezeiten in der Zentralbibliothek (Garystr. 39) ab Montag, den 24. August 2026, vorübergehend an. Bis Ende des Jahres gelten folgende Zeiten:

  • Leihstelle und Offenes Magazin: Montag bis Freitag von 9-18 Uhr
  • Ausleihe im Lesesaal: Montag bis Freitag 9-18 Uhr (bibliothekarische Auskunft: 9-16 Uhr )

Gute Nachricht für Ihre Lernzeit: Die Arbeitsplätze und Gruppenräume im 1. OG sowie der gesamte Lesesaalbereich im 2. OG (inklusive Labs, Studienkabinen und Coworking-Space) stehen Ihnen weiterhin wie gewohnt durchgehend von 920 Uhr zur Verfügung.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren Besuch!


Central Library: Adjusted Service Hours as of August 24, 2026

Leihstelle der Zentralbibliothek (Garystr. 39)

To ensure we can continue to be there for you reliably, we will be temporarily adjusting the staffed service hours at the Central Library (Garystr. 39) starting Monday, August 24, 2026. The following hours will apply through the end of the year:

  • Circulation Desk and Open Stack: Monday through Friday, 9 AM–6 PM
  • Circulation in the Reading Room: Monday through Friday, 9 AM–6 PM (Reference Desk: 9 AM–4 PM)

Still open for you: Our study and work spaces—including the group rooms, labs, and coworking area on the 1st and 2nd floors—remain available for your use daily from 9 AM to 8 PM.

Thank you for your understanding, and we look forward to your visit!

(Image: UB)

Lernen in der Bibliothek – warum wir das Leitungswasser (zurück) auf den Tisch holen sollten

Ein Erfahrungsbericht von Gunnar A. (Studierender, Geographische Wissenschaften)

Es ist Mitte Juli, draußen zeigt das Thermometer weit über dreißig Grad und ich sitze im dritten Stock der Campusbibliothek zwischen einem Haufen zu machender Abgaben. Die wenigen offenen Fenster ändern nichts daran, dass die Luft steht, und nach einer Stunde merke ich, wie mir das Konzentrieren zunehmend schwerfällt. Der Kopf wird schwer, die Zeilen im Skript verschwimmen. Ich greife nach meiner Flasche – leer. Muss ich jetzt wieder bis zur Mensa laufen, um mir Wasser zu holen? Genau in diesem Moment wird mir klar, wie sehr eine einfache Sache fehlt: Ein hoher Wasserhahn oder Trinkbrunnen in der Bibliothek, an dem ich meine Flasche kostenlos auffüllen kann.

Hitze, Konzentration und der unterschätzte Durst

Was ich in dieser Situation am eigenen Leib gespürt habe, ist keine Einbildung. Schon ein leichtes Flüssigkeitsdefizit wirkt sich messbar auf Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis und Reaktionsvermögen aus – Fähigkeiten, die wir beim Lernen und in Prüfungen ständig brauchen. Der Leitfaden „Trinkwasser an Hochschulen“ von a tip: tap verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der University of Westminster aus dem Jahr 2017, die einen Zusammenhang zwischen ausreichendem Trinken und gesteigerter Konzentrationsfähigkeit sowie Leistungsfähigkeit beschreibt. Gerade in Bibliotheken, wo wir uns über Stunden hinweg auf einen Text oder eine Aufgabe fokussieren müssen, ist das kein Nebenaspekt, sondern eine Grundvoraussetzung. Und mit den zunehmend heißen Sommern, die uns der Klimawandel beschert, wird das Thema jedes Jahr drängender: Wenn die Innenräume sich aufheizen, brauchen wir erst recht einfache, kostenlose Möglichkeiten, um Flüssigkeit nachzufüllen.

Leitungswasser: gesund, günstig, klimafreundlich

Dabei liegt die Lösung buchstäblich in der Wand. Leitungswasser in Deutschland unterliegt einer strengen amtlichen Kontrolle und ist in aller Regel ohne Bedenken trinkbar. Es kommt ohne Verpackung, ohne Transportwege und ohne Pfandflaschen-Logistik aus. Laut a tip: tap ließen sich allein in Deutschland jährlich rund 8 Milliarden Plastikeinwegflaschen und 3 Millionen Tonnen CO₂ einsparen, wenn mehr Menschen konsequent auf Leitungswasser umsteigen würden. Für uns Studierende kommt ein ganz praktischer Punkt dazu: Es ist schlicht kostenlos. Wer wie ich zwischen zwei Vorlesungen kaum Zeit hat, in die Mensa oder zum Kiosk zu laufen, profitiert enorm von einer Zapfstelle direkt im Lesesaal.

Was andere Hochschulen vormachen

Ich habe mich erkundigt, und es gibt bereits eine ganze Reihe überzeugender Beispiele:

Was diese Beispiele verbindet: Es braucht selten eine große Investition, sondern vor allem engagierte Personen – oft aus Nachhaltigkeits-Gruppen, Green Offices oder eben aus der Bibliothek selbst –, die das Thema anstoßen, Zapfstellen sichtbar machen und die Vorteile von Leitungswasser kommunizieren. Auch an unserer eigenen Hochschule gibt es dieses Engagement bereits: Die Liste Campus Grün hat schon vor einigen Jahren mit Flyern auf dem Campus die Forderung „Trinkwasserspender in den Bibliotheken“ erhoben. Wer als Studierende*r Wege sucht, dem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen findet in Campus Grün und im Studierendenparlament, Gehör und Unterstützung. Die Nachhaltigkeitsinitiative „Sustain it!“ als auch die Nachhaltigkeits-Gruppe „GreenFUBib“ der Universitätsbibliothek bringen das Thema Leitungswasser regelmäßig bei Veranstaltungen an der Universität unter die Menschen.

Wasser als Kulturgut – mehr als nur H₂O

Beim Stöbern im BiblioBlog der Universitätsbibliothek ist mir aufgefallen, dass Wasser dort nicht nur unter dem Aspekt der Versorgung, sondern auch als kulturelles Thema verhandelt wird: Anlässlich des UN-Weltwassergipfels 2023 wurde in einem Beitrag daran erinnert, dass Wasser seit jeher auch literarisch und künstlerisch verarbeitet wird – als Sinnbild für Kreislauf, Wandel und Lebendigkeit. Diese Perspektive gefällt mir, weil sie zeigt, dass eine Bibliothek das Thema Wasser nicht nur technisch (Zapfstelle ja oder nein), sondern auch inhaltlich aufgreifen kann: mit Ausstellungen, Lesungen oder kleinen Themenwochen rund um Wasser als Lebensgrundlage und Kulturgut. So wird aus einer reinen Infrastrukturfrage ein Bildungsangebot, das zum Nachdenken über unseren Umgang mit einer knappen Ressource anregt.

Rechtlich ist der Weg bereits geebnet

Toilettenvorraum in der Campusbibliothek: Hier können zumindest an diesem Hahn größere Flaschen aufgefüllt werden, Piktrogramme machen dies deutlich, doch diese Örtlichkeiten sind eher die Ausnahme

Dass öffentliche Einrichtungen sich stärker um kostenfreien Wasserzugang kümmern sollen, ist inzwischen auch politisch gewollt: Die EU-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet Kommunen über § 50 Wasserhaushaltsgesetz dazu, den Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum zu verbessern. Ein aktuelles Sachverständigengutachten im Auftrag des Umweltbundesamts zu den Finanzierungsoptionen für öffentliche Trinkwasserbrunnen zeigt außerdem, dass eine kostenlose Abgabe des Wassers rechtlich nicht zwingend aber ausdrücklich wünschenswert ist und verschiedene Finanzierungswege offenstehen. Für Hochschulen bedeutet das: Es gibt keinen triftigen rechtlichen Grund, warum nicht auch in Bibliotheken mehr Trinkwasserspender stehen könnten – im Gegenteil, der politische Rückenwind ist da.

Mein Fazit und Aufruf an alle Studierenden

Für mich ist klar geworden: Ein Trinkwasserspender in der Bibliothek ist kein Luxus, sondern eine kleine, aber wirksame Maßnahme für besseres Lernen, für unsere Gesundheit an heißen Tagen und für weniger Plastikmüll auf dem Campus. Andere Hochschulen zeigen, dass es geht – oft mit überschaubarem Aufwand und viel Eigeninitiative. Deshalb mein Aufruf an euch: Wenn auch ihr in eurer Bibliothek schon einmal vergeblich nach einer Zapfstelle gesucht habt, meldet euch! Sprecht die Bibliotheksleitungen, das Studierendenparlament oder eure Nachhaltigkeits-Arbeitsgruppe an, sammelt Unterschriften oder schreibt einfach eine kurze Mail. Je mehr von uns das Thema sichtbar machen, desto eher wird aus der leeren Wasserflasche in der Bibliothek bald ein volles Glas – kostenlos, klimafreundlich und immer griffbereit.

Fotos: Diana Merten & Janet Wagner

Textbearbeitung: Janet Wagner

Grün statt Grau: Wie die Terrasse der Campusbibliothek neu gedacht wurde

Ein Erlebnisbericht von Tom Luca Czerny

Wer öfter in der Campusbibliothek der Freien Universität Berlin lernt, kennt die Terrasse im Neubau wahrscheinlich eher als Durchgangsort. Grau, unauffällig, kaum jemand hat sich dort wirklich aufgehalten. Dies war der entscheidende Anlass für meine Teilnahme an einem wöchentlichen Seminar, das sich über ein gesamtes Semester hinweg ausschließlich diesem Ort widmete. Ziel war eine Neugestaltung der Terrasse mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Begrünung.

Studierende gestalten die Terrasse – der Kompetenzbereich Nachhaltige Entwicklung

Aus den Angeboten der Wahlpflichtmodule der Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) in Bachelorstudiengängen der Freien Universität gibt es Seminare zu: „Nachhaltigkeit verstehen und gestalten“. Ich studiere Geographie, mit Schwerpunkten unter anderem in Ökologie und Nachhaltigkeit. Insofern lag es nahe, sich für ein Seminar zu entscheiden, das genau diese Themen aufgreift, aber eben nicht nur theoretisch. Was mich konkret angesprochen hat: Die Bibliothek war mir als Lernort schon vertraut, die Terrasse dort aber wirkte ungenutzt. Einen Ort, den man kennt und trotzdem übersieht, praktisch mitzugestalten, fand ich naheliegender als ein weiteres Seminar, in dem Nachhaltigkeit nur diskutiert statt umgesetzt wird. Ob Lehre und Nachhaltigkeit zusammengehören, wurde im Seminar selbst eigentlich nicht groß thematisiert, aber genau darin lag für mich der Punkt: Man hat es einfach gemacht, statt lange darüber zu reden.

Von der Idee zum Hochbeet

Der Einstieg ins Seminar war der Teil, der mir am meisten gebracht hat. Wir haben uns damit beschäftigt, welche regionalen, ökologisch wertvollen Pflanzen für die Beete überhaupt infrage kommen: Was ist für Insekten besonders wertvoll, was verträgt sich mit den Standortbedingungen auf der Terrasse, was spendet Schatten. Das war der Punkt, an dem aus einem vagen Nachhaltigkeitsbegriff etwas Konkretes wurde.

Danach ging es an die eigentliche Gestaltung, hier war der Spielraum
unterschiedlich groß. Einige Elemente standen von vornherein fest, etwa die Pergola mit Sitzgelegenheit und die barrierefreie Tisch-Bank-Kombination. Hintergrund war, dass das Team der Campusbibliothek das Seminar mit einem bereits genehmigten Förderprojekt verknüpft hat. Für die Ausschreibung der „FUturist“-Förderung wurden vorab konkrete Ideen zur Umsetzung formuliert.

Pergola Bau mit allen Studierenden, Mai 2026

Bei den drei Hochbeeten und der übrigen Möblierung, den Sonnenstühlen, konnten wir dagegen eigene Ideen einbringen und ausprobieren.
Was mir weniger gut gefallen hat: Der Gestaltungsrahmen war an mehreren Stellen enger vorgegeben, als ich erwartet hatte. Gerade weil der Einstieg so offen und explorativ war, wollte ich bei der eigentlichen Umsetzung mehr eigene Entscheidungen treffen, als am Ende möglich war. Das schmälert das Ergebnis nicht, aber es war ein Punkt, der mich im Semester phasenweise etwas frustriert hat.

Learned Lessons

Für mich überraschende Erkenntnisse aus dem Semester: Gartenarbeit macht Spaß und auch handwerkliches Arbeiten hat mir mehr Freude bereitet, als ich vorher gedacht hätte. Beides waren keine Bereiche, mit denen ich mich vor dem Seminar aktiv beschäftigt habe. Insofern war der praktische Teil, das tatsächliche Anpacken, für mich fast wichtiger als der inhaltliche Input zu Beginn.

Mein Blick auf Bibliotheken hat sich durch das Projekt konkret verändert, weniger abstrakt als vielmehr im Alltag spürbar. Wenn man in der Pause auf einer begrünten Terrasse sitzt, fast wie in einer Art Garten, fällt es einfach leichter, sich davon auch mental etwas zu lösen. Vorher war die Bibliothek für mich fast ausschließlich ein Ort zum Lernen, ein Zweckort. Jetzt sehe ich sie auch als Aufenthaltsort, an dem man sich gerne aufhält, unabhängig davon, ob man gerade etwas lesen oder schreiben muss oder nicht.

Nachhaltigkeit an der Universität?

Auch mein Blick auf die Freie Universität Berlin hat sich verändert. Ich hätte nicht erwartet, dass Studierende bei einem Nachhaltigkeitsprojekt auf dem Campus so viel Gestaltungsspielraum bekommen, wie wir ihn hatten. Ein Semester lang an einem Ort mitzuarbeiten, den danach alle nutzen können, ist etwas anderes als eine Hausarbeit zu schreiben, die am Ende in der Schublade landet. Partizipation ist an der Universität offenbar keine leere Floskel, zumindest habe ich das in diesem Seminar so erlebt. Und wenn die Universität Studierenden solche Projekte tatsächlich zutraut, sagt das auch etwas über ihr
Verständnis von Nachhaltigkeit aus: nicht nur als Strategiepapier, sondern als etwas, das konkret angepackt wird.

Die Terrasse der Campusbibliothek ist jetzt grüner, mit drei Hochbeeten, Schatten unter der Pergola und Platz zum Sitzen für alle. Ob sie dadurch auch wirklich mehr genutzt wird, zeigt sich erst, wenn die ersten warmen Tage kommen und die Leute anfangen, dort tatsächlich zu sitzen statt nur vorbeizulaufen.

Fertige Pergola, die zukünftig begrünt Schatten spenden soll.

Text von Tom Luca Czerny (Studierender im Sommersemester 2026 an der Freien Universität Berlin)

Fotos: Diana Merten (Team Campusbibliothek)