24 Türchen bis Weihnachten!

Traditionsgemäß präsentiert das Blog Bibliothekarisch.de jedes Jahr zur Weihnachtszeit eine Linkliste mit Online-Adventskalendern von Bibliotheken, Verlagen, Hochschulen usw. (teilweise auch mit kommerziellem Hintergrund). Auch wir reihen uns 2020 zum dritten Mal in Folge in den Reigen mit ein – der UB-Adventskalender lädt zum Entdecken des reichhaltigen, digitalen Angebots der Universitätsbibliothek ein. Wer also meint, dem Alter der klassischen Schokoladen-Weihnachtskalender entwachsen zu sein, findet in der Zeit von Christstollen, Glühwein, Spekulatius & Co. mit Sicherheit passende kalorienärmere Varianten 😉 …

Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung beim Befüllen des Kalenders an Jessica Zydek , Auszubildende zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI)!

Nobelpreise und das Vermessen der Wissenschaft

In der letzten Woche wurden die Namen der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen veröffentlicht, denen der Nobelpreis für herausragende Forschungsleistungen verliehen wird. Dieser Preis gilt als die höchst Auszeichnung für wissenschaftliche Leistung.

Bild: Die diesjährige Co-Preisträgerin in Chemie, Emmanuelle Charpentier, ist Leiterin der „Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene“ in Berlin (Bildquelle: Wikimedia Commons / Bianca Fioretti, Hallbauer & Fioretti / Lizenz: CC-BY-SA-4.0)

Im Alltag des „publish or perish“ in der Wissenschaft wird wissenschaftliche Leistung gern in zitationsbasierten statistischen Kennzahlen wie dem H-Index ausgedrückt: kurz, prägnant, mathematisch korrekt.

Die mit dem Nobelpreis geehrten Personen sollten also entsprechend einen außergewöhnlich hohen H-Index oder Hirsch-Index haben.

Übersicht für die Nobelpreisträgerinnen und -träger aus der Datenbank Web of Science (im FU-Campusnetz abrufbar):

 Wissenschaftler/inPublikationenZitationenH-IndexFachgebiet
Emmanuelle Charpentier          82    14 820    33Chemie
Jennifer A. Doudna        360    42 627    96Chemie
     
Roger Penrose        102    11 129    33Physik
Reinhard Genzel        262    18 659    72Physik
Andrea Ghez        217    11 292    55Physik
     
Harvey J. Alter        505    37 700    95Physiologie/
Medizin
Michael Houghtom        204    14 345    60Physiologie/
Medizin
Charles M. Rice        504    54 930  125Physiologie/
Medizin
Quelle: Web of Science, 13.10.2020

Die Zahlen für die Geehrten unterscheiden sich deutlich. Ist der H-Index vielleicht doch nicht geeignet die Qualität von Forschungsleistung auszudrücken?

Wer genauer wissen möchte wie bibliometrische Kennzahlen (H-Index, Impact-Faktor usw.) ermittelt werden können und welche Aussagekraft sie haben, kann dies im folgenden Webinar der Universitätsbibliothek erfahren:

Qualitätskriterien für die Literaturauswahl
Mittwoch, 02.12.2020 | 10:00 s.t. – 12:00
Anmeldung: Online oder via E-Mail an auskunft@ub.fu-berlin.de

Danke für den Beitrag an Heike Thomas, Mitarbeiterin in der Auskunftsabteilung der Universitätsbibliothek!

Neben diesem Webinar finden im Wintersemester 2020/21 noch zahlreiche weitere Kurse statt. Auch lassen sich Lernangebote zum wissenschaftlichen Arbeiten und Einführungsseminare individuell in Lehrveranstaltungen integrieren. Sprechen Sie uns einfach an 😉 !

Deutscher Buchpreis 2020 an Anne Weber

Bild: Preisträgerin 2020 – Anne Weber (Bildquelle: vntr.media)

Kurz vor Beginn einer zu Pandemiezeiten digital veranstalteten Frankfurter Buchmesse ist am Montag im Frankfurter Römer der Deutsche Buchpreis für den besten „Roman des Jahres“ verliehen worden. Hatte 2019 noch Saša Stanišić mit seinem autofiktionalen Bestseller Herkunft die Nase vorn, ging die Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nun an Annette, ein Heldinnenepos von Anne Weber.

Damit hat die Buchpreisjury um die Literaturredakteure Katharina Borchardt (SWR2), David Hugendick (Zeit Online) und Felix Stephan (Süddeutsche Zeitung) wohl das eigenwilligste Werk der Shortlist den Vorzug gegeben. Weber schildert auf knapp 200 Seiten in Versform das Leben der Medizinerin und Widerstandskämpferin Anne („Annette“) Beaumanoir. Die 1923 geborene Französin kämpfte während des Zweiten Weltkriegs in der Résistance und rettete zwei jüdischen Jugendlichen in Paris das Leben. Mitte der 1950er-Jahre während des Algerienkriegs ergriff Beaumanoir Partei für die Nationale Befreiungsfront und entkam mit der Flucht aus Frankreich einer Gefängnisstrafe. Weber habe laut Buchpreisjury einen „Roman über Mut, Widerstandskraft und den Kampf um Freiheit“ verfasst und der alten Form des Epos Frische und Leichtigkeit zurückgegeben (siehe auch Leseprobe bei book2look.com).

Die 1964 in Offenbach geborene Anne Weber lebt seit 1983 in Paris, wo sie an der Sorbonne französische Literatur und Komparatistik studiert hat. Von 1989 bis 1996 arbeitete sie für verschiedene französische Verlage und übersetzte Autoren wie Jakob Arjouni, Marguerite Duras, Sibylle Lewitscharoff, Wilhelm Genazino oder Erich Maria Remarque ins Deutsche bzw. Französische. Seit 1998 veröffentlicht sie eigene Werke und übte sich stets im Erproben neuer literarischer Formen. Für ihren märchenhaften „Roman im Roman“ Luft und Liebe (2010) und die rätselhafte Schelmengeschichte und Heiligenlegende Kirio (2017) war sie jeweils für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden.

Die 20 Nominierten im Überblick
(verfügbare Titel sind verlinkt und für FU-Angehörige über die Philologische Bibliothek in die Campusbibliothek bestellbar):

Bildquelle: vntr.media

Shortlist:

Longlist:

Das Jahr der Frauen

Mit Webers Sieg blickt man auf ein außergewöhnliches Jahr zurück, in dem die wichtigsten deutschen Literaturpreise beinahe ausnahmslos an Frauen verliehen wurden:

– Nora Bossong (Joseph-Breitbach-Preis, Thomas-Mann-Preis)
– Elke Erb (Georg-Büchner-Preis)
– Ute Frevert (Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa)
– Iris Radisch (Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay)
– Rachel Salamander (Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf)
– Helga Schubert (Ingeborg-Bachmann-Preis für Vom Aufstehen)
– Ljudmila Ulitzkaja (Siegfried Lenz Preis)

Einzig der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ging mit Lutz Seiler (Stern 111) an einen männlichen Kollegen. Aber auch international sorgten Schriftstellerinnen wie die US-amerikanische Dichterin Louise Glück (Nobelpreis für Literatur) und die junge niederländische Romandebütantin Marieke Lucas Rijneveld (International Booker Prize für The Discomfort of Evening / dt. Was man sät) für Aufsehen. Und die Literaturpreissaison ist noch nicht beendet – am 8. November folgt die Vergabe des Schweizer Buchpreises, am 9. November des Österreichischen Buchpreises, am 10. November der französische Prix Goncourt, am 18. November der US-amerikanische National Book Award und am 19. November der britische Booker Prize. Man darf gespannt sein, ob sich der Siegeszug der Autorinnen auch international fortsetzt. In Österreich und im Vereinigten Königreich dominieren erneut Autorinnen die Shortlists.

Danke für die Mitarbeit am Posting an Mehmet Altin (Azubi zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Philologischen Bibliothek)

Erster bundesweiter „Digitaltag“ gestartet

Unter dem Motto „Digitale Teilhabe nachhaltig fördern“ ist am heutigen Freitag, den 19. Juni 2020, erstmalig der Digitaltag, ein bundesweiter Aktionstag gestartet. Trägerin ist die Initiative „Digital für alle“, in der über 25 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand versammelt sind. Mit dabei sind u. a. die Bitkom, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (dfg), der Deutsche Bibliotheksverband (dbv), die Hochschulrektorenkonferenz oder Wissenschaft im Dialog.

Digitaltag bringt Menschen in ganz Deutschland virtuell zusammen

Der Aktionstag macht heute von 10 Uhr bis 21 Uhr die Digitalisierung mit über 1400 Online-Formaten erlebbar, darunter Webcasts, Webinare, Live-Streams, Online-Beratungen, virtuelle Führungen, Tutorials oder Hackathons. Wege zur digitalen Teilhabe sollen aufgezeigt, aber auch Raum für kontroverse Debatten geschaffen werden. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.

Die zahlreichen Aktivitäten werden auf www.digitaltag.eu unter den Punkten Programm bzw.  Aktionen (siehe auch interaktive Deutschlandkarte) geordnet, um es jeder Bürgerin und jedem Bürger zu ermöglichen, sich ein individuelles Programm zusammenzustellen. Nach der Premiere am 19. Juni 2020 soll der Digitaltag künftig jährlich durchgeführt werden (aufgrund der aktuellen Entwicklungen um die COVID-19-Pandemie wurde das Format kurzerhand angepasst und in den virtuellen Raum verlegt). Zudem wurde zum Start  des Digitaltags ein Preis für digitales Miteinander an drei Projekte verliehen, zu dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier virtuell ins Schloss Bellevue einlud.

Unter dem Hashtag #digitalmiteinander (siehe auch Twitter) soll der Digitaltag in ganz Deutschland virtuell zusammenbringen und bietet eine Plattform, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen.

Informationen und Hintergründe zur Initiative „Digital für alle“ sowie zum Digitaltag, den Aktionen und Beteiligungsmöglichkeiten gibt es auf der Website www.digitaltag.eu bzw. auch via Twitter unter @DigitaltagDE.

Warme Speisen zum Vorbestellen in der Vegetarischen Mensa

Ab heute bietet die Vegetarische Mensa (Veggie N°1) am Campus Dahlem (Van’t-Hoff-Straße 6) wieder warme Speisen zum Vorbestellen an. Wer am Campus tätig und das Essen aus Supermarkt oder Bäckerei leid ist, kann sich warme (und kalte) Speisen online über die Website des StudierendenWERK Berlin, jeweils einen Werktag im Voraus bis 12 Uhr sichern (Bestellungen für Montag spätestens am Freitag vorher bis 12:00 Uhr). Bei erfolgreicher Bestellung wird per E-Mail eine Bestell-Bestätigung mit QR-Code übermittelt, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Veggie-Mensa am nächten Tag einscannen. Bezahlt wird wie vor der Pandemie auch mit der MensaCard.

Jetzt (da nach 12 Uhr) warme Speisen zum Mittwoch vorbestellen.

Für den Transport der Mahlzeiten wird in Zeiten von COVID-19 Einmalgeschirr verwendet, für das eine zusätzliche Umweltpauschale erhoben wird (bis zu 0,50 EUR pro Gericht für Studierende, bis zu  1,00 EUR pro Gericht für Hochschulbeschäftigte). Sollte doch mal eine Telefon- oder Videokonferenz dazwischenfunken, lassen sich laut StudierendenWERK die Schalen und Folie für 3-4 Minuten in der Mikrowelle bei 800W oder ca. 5-7 Minuten im Ofen bei 110°C erhitzen (max. sind die Speisen 48 Stunden haltbar). Bon appétit … 😉 !

Online Bürgerdialog zum Thema: Europa nach Corona – solidarisch und sozial!

Die Vertretung der Europäische Kommission in Deutschland lädt zu einem Online Bürgerdialog mit dem Thema „Europa nach Corona – solidarisch und sozial!“ am Montag, den 15. Juni 2020, 15.30 – 16.30 Uhr ein.

Es diskutieren Nicolas Schmit (EU-Kommissar für Jobs und soziale Rechte) und Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales). Die Moderation übernimmt Anke Plättner (Moderatorin bei Phoenix).

Aus dem Einladungstext: „Die Corona-Krise hat in ganz Europa Spuren hinterlassen. Geschlossene Schulen, überlastete Pflegekräfte, schlechte Arbeitsbedingungen oder die Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut treiben viele Menschen um. Wie kann die EU dazu beitragen, diese sozialen und beschäftigungspolitischen Herausforderungen möglichst gut zu bewältigen? Wie können wirtschaftspolitische Interessen, soziale Rechte und Klimaziele miteinander in Einklang gebracht werden? Welche Schwerpunkte setzten die Europäische Kommission und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im 2. Halbjahr 2020?“

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Virtuelle Konferenz #vBIB20 vom 26.-28. Mai 2020

Normalerweise wird mit dem Deutschen Bibliothekartag jedes Jahr Europas größter Fachkongress zu bibliothekarischen Themen abgehalten. 2020 sollte die 109. Auflage ursprünglich Ende Mai mit rund 4000 internationalen Teilnehmenden und vielen Ausstellern aus der Informationsbranche in Hannover stattfinden. Doch wie so viele Großveranstaltungen zuvor, wurde auch der Bibliothekartag im Zeichen der COVID-19-Pandemie abgesagt – erstmals seit den beiden Weltkriegen! Dennoch konnte mit viel Engangement und Experimentierfreude vom Berufsverband Information Bibliothek (BIB) und dem TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek innerhalb von 6 Wochen eine Ersatzveranstaltung auf die Beine gestellt werden – #vBIB20 (https://events.tib.eu/vbib20/).

Die virtuelle Konferenz rund um bibliothekarische Themen präsentiert ab Dienstag über drei Tage hinweg mehr als 100 klassische Vorträge, aber auch sogenannte Sessions mit mehreren Diskussionsteilnehmenden sowie Diskussionsrunden. Auf dem Programm stehen Themen der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliothek, darunter Diversität, Forschungsdaten, Fort- und Weiterbildung, Informationskompetenz, Künstliche Intelligenz, Makerspace, Open Access, Provenienzforschung und weitere rechtliche Themen sowie Social Media oder Statistik (s. offizielles Programm). Viele der im Rahmen von #vBIB20 gehaltenen Vorträge und Sessions sollen später im TIB AV-Portal zu Verfügung gestellt werden.

Auch einige Kolleginnen und Kollegen des FU-Bibliothekssystems sind mit Vorträgen am Start:

Wann? Thema Vortragende
Dienstag, 26. Mai
12:30-12:55 Uhr
(Raum 1)
Als „Embedded Librarian“ im Bibliotheksreferendariat – ein Projektbericht (als Bestandteil der Session „Studiengang und Berufspraxis“) Cosima Wagner
(Campusbibliothek)
Donnerstag, 28. Mai
12:30-13:15 Uhr
(Raum 1)
b.i.t.-online Innovationspreis 2020 Janet Wagner (Philologische Bibliothek), als eine von drei Preisträger*innen für ihre Bachelorarbeit „Bewegung fördert Lernen“ (FH Potsdam)
Donnerstag, 28. Mai
13:20-13:45 Uhr
(Raum 1)
Wir gestalten Wissensräume: Strategie-Entwicklung an der Freie Universität Berlin Martin Lee,
Christina Riesenweber (Universitätsbibliothek)

Die Veranstaltungen laufen parallel in drei virtuellen Räumen, an denen bis zu 3000 Personen gleichzeitig teilnehmen können, wobei nur Moderatoren und Vortragende über Webcam- und Mikrofonfreigaben verfügen. Frage- und Antwortrunden sollen am Ende eines Vortrags möglich sein. Darüber hinaus soll es unmoderierte Jitsi-Räume (nutzbar via Google Chrome) geben, um sich ungezwungenen miteinander austauschen zu können.

Die Macher vom #vBIB20 twittern von einem „Experiment“ – die Teilnahme ist komplett kostenlos, auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einzig die Nutzungsbedingungen des Webinarsoftware-Anbieters müssen akzeptiert sowie Name und E-Mail-Adresse angegeben werden (siehe auch die technischen Hinweise). Die angegebenen Daten werden laut den Veranstaltern nach Beendigung der Konferenz gelöscht.

Man darf gespannt sein, wie das neue Format angenommen wird und ob Elemente davon evtl. für den nächsten Bibliothekartag vom 15.-18. Juni 2021 in Bremen Anwendung finden, der hoffentlich nicht ausfallen wird. Und auch für interessierte Außenstehende ist es DIE Möglichkeit, facettenreiche bibliothekarischen Themen für sich zu entdecken 😉 …

70 Jahre Schuman-Erklärung

https://pixabay.com/de/fahne-europa-flagge-eu-europ%C3%A4isch-2608475/

Am 09. Mai 1950 wurde die Schuman-Erklärung (oder Schuman-Plan) vor Pressevertretern in einer Regierungserklärung bekanntgegeben. Im wesentlichen ging es darin um einen grundlegenden politischen Plan für eine Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Plan führte zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und erwies sich so als wichtige Grundlage für den Prozess der europäischen Integration & leitete die Geburt der Europäischen Union wie wir sie heute kennen ein.

70 Jahre später finden Sie nun auf einer Ausstellungsseite des European University Institute wichtige, interaktive Fakten und Hintergründe zu der Schuman-Erklärung. Das Historical Archive of the European Union hat dazu einen Social-Media Beitrag veröffentlicht.

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

(Digitale) Angebote für externe Nutzerinnen und Nutzer

In der aktuellen Ausnahmesituation zeigten sich bisher auch viele Bibliotheken solidarisch und öffneten ihre digitalen Bestände externen Nutzerinnen und Nutzern. Zwar informieren wir in einem regelmäßig aktualisierten Posting auch über lizenzfreie Angebote, doch vom Großteil der Neuerungen profitieren mehrheitlich FU-Angehörige (Studierende, Lehrpersonal, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter usw.). Auch von der kontaktarmen und reduzierten Ausleihe, die gegenwärtig in Vorbereitung ist, wird vorerst nur diese Benutzergruppe profitieren.

Aufgrund lizenzrechtlicher Bedingungen ist es nicht möglich, dass sich das komplette digitale Angebot der FU auch für Nutzerinnen und Nutzer mit den häufig in Folie eingeschweißten, weißen Bibliotheksausweisen öffnet, denen wir täglich in der Zeit vor den Einschränkungen begegnet sind. Dennoch möchten wir in diesem Posting nochmals auf drei Angebote anderer Bibliotheken hinweisen, die über vereinfachte Online-Anmeldungen auch externen Nutzerinnen und Nutzern Zugriff auf ihre lizenzpflichtigen Datenbanken, E-Books oder E-Zeitschriften gewähren bzw. in einem Fall auch entgeltpflichtige Fernleihen nach Hause anbieten:

Bayerische Staatsbibliothek (BsB)
Die Bayerische Staatsbibliothek in München hat ihr  vereinfachtes Zulassungsverfahren über den 30. April 2020 hinaus verlängert. Nutzerinnen und Nutzern ab 18 Jahren aus ganz Deutschland können auf die digitalen Bestände (siehe u. a. DBIS) kostenfrei zugreifen. Auch wird ein Buchversand von bis zu drei Titeln in ganz Deutschland gegen ein reduziertes Entgelt angeboten. Dafür muss ein PDF-Dokument („Reversschein“) ausgedruckt und ausgefüllt mit Scans von Ausweisdokumenten auf elektronischem Weg zurückgeschickt werden. Auch Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger können von diesem Sonderservice profitieren. Die zeitliche Befristung kann laut Bibliothek evtl. verlängert werden, auch „für einen großzügig bemessenen Zeitraum nach einer Wiedereröffnung“.

Staatsbibliothek zu Berlin
Die Staatsbibliothek in Berlin hatte sich aufgrund der baubedingten Schließung ihres Standorts Unter den Linden bereits vor der Corona-Pandemie erkenntlich gezeigt und kostenfrei Benutzungsausweise angeboten. Mittels Online-Formular und amtlich gemeldeten Wohnsitz in Deutschland + Zusendung eines Scans oder Fotos von Personaldokumenten lässt sich auch über den 30. April 2020 hinaus ein kostenfreier Zugriff auf die digitalen Angebote der Stabi (siehe u. a.  DBIS) einrichten. Darüber hinaus hat seit 4. Mai das Haus am Potsdamer Platz wieder geöffnet und bietet einen eingeschränkten Benutzungsservice an.

Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB)
Der VÖBB bietet noch bis kommenden Sonntag, 10. Mai 2020, seinen Online-Ausweis drei Monate kostenfrei an und planen eine eingeschränkte Öffnung ihrer Häuser ab 11. Mai. Zum digitalen Angebot gehören zahlreiche E-Books, E-Zeitschriften (inkl. Tages- und Wochenzeitungen), Hörbücher, Film- und Musikstreaming aber auch Wissens-Datenbanken. Hat man erstmal den leicht versteckten Link Nicht registriert? unter der regulären Anmelde-Maske gefunden, lassen sich die persönlichen Daten eingeben. Diese müssen im Gegensatz zu den beiden Staatsbibliotheken nicht mit Scans von Personaldokumenten verifiziert werden. Damit kann man auch alte, bereits verfallen geglaubte Konten aus Schulzeiten wieder zum Leben erwecken, wie der Autor dieser Zeilen selbst feststellen konnte 😉 …

Auch wenn wir uns gegenwärtig wie andere Hochschulen mit der Herausforderung konfrontiert sehen, das Sommersemester mehrheitlich aus dem Home Office zu begleiten, hoffen wir natürlich auch auf ein baldiges Ende der Ausnahmesituation.

Video-Streaming-Service „Artfilms Digital“ mit tausenden Filmen lizenziert

Bis Ende März 2021 kann im FU-Campusnetz kostenfrei Artfilms Digital genutzt werden.

Artfilms Digital ist der Video-Streaming-Service von Contemporary Arts Media.
Contemporary Arts Media / Artfilms bietet seinen Service vor allem Bildungseinrichtungen an und ermöglicht den Zugriff auf derzeit mehr als 5000 Filme, Dokumentationen oder Interviews, vorwiegend in englischer Sprache, in einer großen thematischen Bandbreite.
Die Filme stammen aus Australien, Großbritannien, den USA, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Ungarn, Kanada, der Schweiz, Pakistan, Indonesien, Afrika und Japan.
Contemporary Arts Media arbeitet auch direkt mit Kunstschaffenden weltweit zusammen und beteiligt sich an Produktionen.

Während die renommierten Filmfestspiele von Cannes dieses Jahr noch immer auf eine Ausrichtung ihrer 73. Auflage hoffen, haben andere Festivals damit begonnen, gezeigte Filme als kostenfreien Stream zur Verfügung zu stellen. So bietet das von Robert De Niro mitbegründete New Yorker Tribeca Film Festival bereits seit Ende März unter dem Motto „A Short Film a Day Keeps Anxiety Away“ jeden Tag mit Hilfe des Videoportals Vimeo einen neuen Kurzfilm auf seiner Website an. Ebenfalls Zugriff gibt es auf aktuelle Kurzfilme des diesjährigen US-amerikanischen Filmfestivals South by Southwest. Sie werden vom Independentfilmverleih Oscilloscope Laboratories und dem Technikunternehmen Mailchimp 30 Tage lang kostenlos auf einer gemeinsamen Onlineplattform zur Verfügung gestellt (bis ca. Ende April). Auch das für Dokumentarfilme bekannte Festival DOK.fest München, das ursprünglich für Anfang Mai vorgesehen war, hat kurzerhand beschlossen, eine Online-Auflage zu veranstalten.

Mit Kanopy hat die FU Berlin einen weiteren Video-Streaming-Service regulär lizenziert.

UPDATE, 18.04.: Seit Ostern präsentiert radioeins gemeinsam mit dem rbb und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf die Reihe Von 12 bis 12 – Filmuni auf radioeins, in der insgesamt 16 Kurzfilme junger Regisseurinnen und Regisseure vorgestellt werden. Gegenwärtig steht das zweite von drei Programmen für eine Woche exklusiv im Online-Stream bei radioeins.de zur Verfügung. Begleitet wird das Online-Filmfestival von Knut Elstermanns jeweils am Samstag gesendetem Filmmagazin.