Neue Dauerausstellung „En Passant“

Im Foyer der Universitätsbibliothek können Sie nun En Passant Statements rund um das Thema Bibliothek lesen.
Die Ausstellung beleuchtet das Thema Bibliotheken durch Aussagen, Erinnerungen und Erlebnisse von bekannten oder innovativen Menschen, die einen Bezug zu unserer Universität haben. Ziel ist es, eine lebendige, persönliche und leichtgewichtige Auseinandersetzung mit der Rolle und Wahrnehmung von Bibliotheken zu ermöglichen. Die Ausstellung gibt kritischen, kuriosen, humorvollen und ehrlichen Erinnerungen Raum und lässt unsere (ehemaligen) Nutzenden zu Wort kommen.

Zum Turnus der beginnenden Hochschulsemester werden die jeweils fünf Personen ausgetauscht, deren Texte in der Vitrine präsentiert werden, so dass sich ein etwa halbjähriger Wechsel ergibt.

Aktuell sehen Sie Statements von

  • Cathrin Bonhoff – Journalistin, Moderatorin und Alumna der Freien Universität
  • Thea Dorn – Schriftstellerin, Alumna und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Freien Universität
  • Caterina Granz – Leichtathletin und Studentin der Freien Universität
  • Sebastian Fitzek – Bestsellerautor und Alumnus der Freien Universität
  • Johannes Nichelmann – Journalist, Autor und Alumnus der Freien Universität

Wir danken allen gezeigten Personen für Ihre tatkräftige Unterstützung.

Wo? Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, Garystraße 39, 14195 Berlin
Kontakt: kommunikation@ub.fu-berlin.de

Erfahrungsbericht von der International Staff Week 2021 an der Freien Universität

Nachdem sie letztes Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie ausfallen musste, fand dieses Jahr vom 14. bis 18. Juni wieder die International Staff Week statt. Das Format bringt das nichtwissenschaftliche Personal von Universitäten aus der ganzen Welt zusammen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. In diesem Jahr nahmen insgesamt 100 Teilnehmende aus 39 Ländern in Europa, Asien, Afrika und Nord- sowie Südamerika teil. Neben einem gemeinsamen Rahmenprogramm bilden an drei der fünf Tage be-reichsspezifische Programme das eigentliche Herzstück der Staff Week. Wie in den letzten Jahren bot die Universitätsbibliothek den „Library Track“ an und gab uns sowie 19 Bibliotheksmitarbeitenden aus 15 verschiedenen Ländern die Gelegenheit, in einen Austausch über aktuelle Entwicklungen zu treten.

Coronabedingt musste er, anders als sonst, digital stattfinden. Das hat überraschend gut funktioniert. So wurde insgesamt sehr viel interagiert, etwa, um die Themen vor dem Hintergrund der länderspezifischen Unterschiede einzuordnen und zu diskutieren. Um die Konzentrationsfähigkeit am Bildschirm nicht überzustrapazieren, wurde das Programm durch sportliche Aktivitäten aufgelockert. Im Rahmenprogramm gab es außerdem ein „Berlin Bingo“ sowie einen virtuellen Stadtrundgang.

Von Dienstag bis Freitag fand dann der „Library Track“ unter dem Motto „Libraries on the move: innovating services for research, learning and publishing“ statt. Nach einer Einführung in das deutsche Bibliothekssystem und den Change-Prozess der Universitätsbibliothek berichteten Mitarbeitende der UB und des Centers für Digitale Systeme (CeDiS) über aktuelle Themen und Projekte. Die Kolleginnen und Kollegen stellten unter anderem die digitalen Interviewsammlungen vor, die auf großes Interesse stießen. Ein für die Teilnehmenden wichtiges Thema sind die aktuellen bibliothekarischen Entwicklungen im Zusammenhang mit Open Access, Forschungsdaten und E-Publishing. Vor allem die unter den Namen „Projekt DEAL“ laufenden Verhandlungen deutscher Wissenschaftsinstitutionen mit den großen Wissenschaftsverlagen interessierten die Teilnehmenden, die sich auf ähnliche Weise mit der Frage nach dem freien Zugang zu Wissen auseinandersetzen.

Ein wichtiges Thema waren schließlich die eigens an der Freien Universität entwickelten Dienste zu zu E-Learning und E-Examinations und die Herausforderungen für digitale Lehre unter Pandemiebedingungen. Die letzten 18 Monate und die mit ihr verbundenen bibliothekarischen Herausforderungen boten insgesamt viel Stoff zur Diskussion. Es war spannend, zu erleben, dass tatsächlich alle Beteiligten über ganz ähnliche Erfahrungen berichten konnten. Solche Gemeinsamkeiten des täglichen Erlebens haben uns allen vor Augen geführt, dass die Bibliotheken eine lebendige, weltweite Community bilden. Wir freuen uns auf die International Staff Week 2022, dann hoffentlich wieder vor Ort in Berlin.

Autor: Dr. Mirco Limpinsel, Bibliotheksreferendar an der Universitätsbibliothek

„Willkommen an Bord!“ Neuen Mitarbeitenden einen guten Start ermöglichen

Lange Zeit war das Schwerpunktthema in der Personalentwicklung die Personalgewinnung, das sog. Personal-Recruiting. Die Unternehmen fokussierten sich bei diesem Themenschwerpunkt darauf, geeignetes Personal zu finden und arbeiteten zudem an der Darstellung ihrer eigenen Wettbewerbsposition, um so ihre Attraktivität gegenüber anderen Organisationen herauszustellen.

In den letzten Jahren richtete sich der Blick jedoch auf die Schritte, die bei der Personalgewinnung dicht auf die Rekrutierung folgen: die erfolgreiche Einarbeitung und das langfristige Halten der neuen Mitarbeitenden im Unternehmen. Während sich zuvor die Bemühungen um die Bewerbung der immer kleineren Zahl an Fachkräften richteten, stand nun der Mitarbeitende und seine Bedürfnisse im Eingliederungsprozess im Zentrum der systematischen Personalentwicklung. Auch das Bibliothekswesen lenkte vermehrt seinen Fokus auf diesen Bereich.

„Onboarding“ in Bibliotheken

Die Fachliteratur war sich lange uneins, wie explizit die Phase des sog. „Onboarding“, also das „an Bord nehmen“ neuer Mitarbeitender zu beschreiben ist. Während nicht nur die Bezeichnungen für diesen Prozess vielfältig sind, so geht auch das Feld der inhaltlichen Umsetzung ebenso weit auseinander. Sämtliche Definitionen beschreiben jedoch Aktivitäten, die über Einarbeitung und Orientierung hinausgehen und sich mit der Integration eines neuen Mitarbeitenden in die organisationale Sozialisation befassen.

Nicht nur in wirtschaftlichen Unternehmen, auch im Öffentlichen Dienst im Allgemeinen und in Bibliotheken im Besonderen durchläuft jeder Mitarbeitende in seiner beruflichen Laufbahn bestimmte Phasen. Diese werden im sog. Mitarbeiterlebenszyklus (s. Abbildung) dargestellt. Meist folgt vor bzw. mit der Eingliederung eines neuen Mitarbeitenden der Austritt eines anderen Mitarbeitenden. Analog zum Onboarding wird für diesen Abschnitt der Begriff „Offboarding“ in der Fachliteratur verwendet.

Eigene Darstellung von Sina Latza nach:
Armutat, Sascha (2018): Personalmanagement im Mittelstand – Aufgaben und Besonderheiten. In: Sascha Armutat, Natalie Bartholomäus, Swetlana Franken, Volker Herzig und Bernd Helbich (Hg.): Personalmanagement in Zeiten von Demografie und Digitalisierung. Herausforderungen und Bewältigungsstrategien für den Mittelstand. Wiesbaden: Springer, S. 11.

Mitarbeitende integrieren und halten

Die Gründe für einen Austritt können vielfältig sein, spätestens jedoch beim Übergang in den Ruhestand werden alle Mitarbeitenden in diesem Abschnitt angelangen. Wie auch die Phase des Onboardings gezielte Planungen und Maßnahmen zur erfolgreichen Integration eines Mitarbeitenden benötigt, so ist auch diese Phase der erfolgreichen Ausgliederung sorgsam vorzubereiten. Denn ein erfolgreicher Wissenstransfer sichert das Fach- und Erfahrungswissen und bleibt somit der Organisation erhalten. Frühzeitig ergriffene Maßnahmen kommen nicht nur den verbleibenden Mitarbeitenden zu Gute, auch dem scheidenden Mitarbeitenden gelingt so ein erfolgreicher Abschluss mit dem Abschnitt Arbeitsleben. Im besten Falle profitiert zudem der sich bereits im Onboarding-Prozess befindliche Mitarbeitende.

Die Stabsstelle Personalentwicklung an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin unterstützt im gesamten Bibliothekssystem, um den Phasen des On- und Offboarding inkl. seiner vielfältigen Maßnahmen und Methoden gerecht zu werden. Mit Informationsveranstaltungen, Inhouse-Schulungen und der Erstellung von Checklisten wurden Instrumente geschaffen, die eine systematische Planung der beiden Phasen im Mitarbeiterlebenszyklus ermöglichen, um letztendlich einen Gewinn für alle Beteiligten hervorzurufen.

Weiterführende Literatur: Latza, Sina: Die Bedeutung der Phasen des On- und Offboarding für eine systematische Personalentwicklung am Beispiel Bibliothek. urn:nbn:de:hbz:79pbc-opus-15546

Aufrufbar über das Bibliotheksportal Primo.

Text von Sina Latza, Systembibliothekarin in der Bibliothek Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin

Weltfahrradtag – #bookbike

Am 03. Juni ist der „Tag des Fahrrads“ – in urbanen Räumen ist das Fahrrad zunehmend DAS umweltverträgliche Fortbewegungsmittel für den täglichen Weg zur Arbeit und für private Touren. Der heutige Tag ist von der UN seit 2018 als Weltfahrrad-Tag benannt. Fahrrad fahren bedeutet Bewegung, klimaneutrale Mobilität, einfache Fortbewegung und auch Bildung.

In der vielfältigen Bibliothekslandschaft auf nationaler und internationaler Ebene gibt es zahlreiche Beispiele der Literaturversorgung „auf Rädern“. Bibliotheksmitarbeiterinnen und Bibliotheksmitarbeiter schätzen diese Art der Informationsversorgung sehr. Frische Luft, Bewegung, begeisterte Leserinnen und Leser in Parks und Schulen – so geht umweltbewusste und engagierte Bibliotheksarbeit!

Neben den Lösungen der Lastenfahrräder gibt es in der Berliner Bibliothekslandschaft unter anderem das „Bibo-Bike“ der Bezirksbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg. Die mobile Bibliothek ist in Berliner Parks nicht zu übersehen. Die Leseinsel mit Medienregal und Hängematten ist ein Anziehungspunkt für Lesebegeisterte.

Transportwege auch zwischen Bibliotheksstandorten mit dem Lastenrad zu ermöglichen, Buchanlieferungen lokaler Buchhändler auf Rädern, als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, vermehrt auf das Fahrrad umzusteigen, sind weitere Beispiele zum heutigen Weltfahrradtag.

In puncto sozialer Nachhaltigkeit gibt es Länder, deren weit abgelegene Orte eine Literaturversorgung sehr schwierig machen. In Ghana gibt es seit 2007 die Bücherei auf Rädern. Der Gründer Frank Akowuge Dugasseh fuhr anfangs mit einer Handvoll Bilderbüchern auf dem Fahrrad zu Kindern in Dorfgemeinden. Schulbücher müssen oft mit mehreren Kindern geteilt werden, eine Bibliothek ist nicht erreichbar. So ist das Fahrrad dort ein Weg zu besserer Bildung. (Vgl. https://www.globalcitizen.org/de/content/africa-series-ghana-bibliothek-fahrrad-e-learning/)


Mit vorsichtigen Öffnungsschritten der Bibliotheken rückt vielleicht auch die Möglichkeit für Studierende der Freien Universität näher, das stromerzeugende Fahrrad auszuprobieren. Obgleich es hier nicht die Fortbewegung, sondern vielmehr die leichte Bewegung für mehr Konzentration ist: das gleichzeitige Aufladen von Tablet oder Handy ist ein kleines Erlebnis am Ort Bibliothek.

Foto: Janet Wagner

Nicht zuletzt zeigen diese Beispiele auch, dass ein nachhaltiges Verkehrssystem gleichzeitig den Kampf gegen den Klimawandel unterstützt. Das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Klimaschutz an Land, nachhaltige Städte und Gemeinden und Bildungschancen für Alle wird damit gleichzeitig unterstützt.

Unter dem oben genannten Hashtag #bookbike finden sich in den sozialen Medien anschauliche und wunderbare Beispiele der Verbindung von Fahrrad und Büchern.

Provenienzforschung nach NS-Raubgut in der Bibliothek am Botanischen Garten und Botanischen Museum (BGBM)

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. In der Bibliothek des Botanischen Gartens und Botanischen Museums startet ein vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördertes Forschungsprojekt.

Projektmitarbeiterin Lisa Trzaska wird die Herkunft von Beständen untersuchen, die noch während des Zweiten Weltkriegs oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit an die Bibliothek gelangten. Gleich zu Beginn der Recherchen gerieten mehrere Bücher in den Fokus, aus denen die Spuren ihrer Vorbesitzer auffällig sorgfältig getilgt worden waren. Hier sollte die Provenienz offensichtlich verschleiert werden, was auf Raubgut hindeutet. Bei der Provenienzforschung geht es also nicht nur darum, Provenienzmerkmale im Buch wie Stempel, Namenseinträge oder Ex Libris zu finden, sondern auch zu erkennen, wo welche waren, die nun fehlen.

Lesen Sie mehr über Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin und über die Geschichte der Bibliothek des BGBM .

UBtoDate

Neuer Newsletter der Universitätsbibliothek

Der neue Newsletter der Universitätsbibliothek UBtoDate erscheint ab jetzt drei Mal im Jahr.
Er informiert über unsere Services und Aktivitäten und gibt Einblicke in die Bibliotheken, das Universitätsarchiv und die CeDiS-Services. So spiegelt er unser Zusammenwachsen im Rahmen eines Organisationsentwicklungsprojekts wider.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, Stöbern und Schauen!

Zur Anmeldung

Prädikat „sehr zufrieden“ für die Bibliotheken der Freien Universität Berlin

Im aktuellen Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hat die Freie Universität Berlin hervorragend abgeschnitten. Auf Grundlage von Urteilen von rund 120.000 Studierenden und 3.000 Professorinnen und Professoren gibt Deutschlands größtes Hochschulranking Entscheidungshilfe, an welcher Hochschule gute bis sehr gute Bedingungen für Studium und Lehre zu finden sind.

Die Bewertungskriterien umfassen unter anderen: Unterstützung am Studienanfang und während des Studiums, Wissenschaftsbezug, Abschlüsse in angemessener Zeit, Studienorganisation und eben auch die Ausstattungen in den Fachbibliotheken. Die Studierenden bewerten zur Bibliotheksausstattung folgende Punkte:

  • die Verfügbarkeit der benötigten Literatur
  • die Aktualität des Bestandes
  • den Zugang zu elektronischen Zeitschriften und Büchern
  • die Benutzer*innen – Beratung

Dargestellt wird der Mittelwert der Urteile für den jeweiligen Fachbereich. (vgl. ranking.zeit.de)

Die Neubewertungen 2021 im CHE-Ranking beziehen sich auf ein Drittel folgender Fächer: Biochemie, Mathematik, Physik und Politikwissenschaft. Die Studierenden haben für diese Fächer den Fachbibliotheken eine hohe Zufriedenheit ausgestellt.

IT-Infrastrukturen, Arbeitsplätze, Räumlichkeiten sind weitere zentrale Kriterien, die ein Studium und Forschungsarbeiten an einer Hochschule erfolgreich unterstützen.

Ein Bild, das Person enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Internationale Studierende auf dem Campus der Freien Universität Berlin
Bildquelle: Peter Himsel

Die Bibliotheksausstattung der Rechtswissenschaften hat bereits in vorigen Rankingbewertungen eine sehr gute Bewertung erhalten.

Wir gratulieren den Fachbibliotheken sehr herzlich für diese Anerkennung.

Das gesamte Hochschulranking ist im Internet unter www.zeit.de/che-ranking  dokumentiert.

Bücher sind ein Tor zur Welt – die UNESCO lädt ein zum Welttag des Buches

Mehr als ein Sommernachtstraum – der offizielle Todestag der Weltlegenden Shakespeare und Miguel de Cervantes ist gewiss kein Tag zum Trauern. Ganz im Gegenteil denn seit 1995 dreht sich der 23. April nicht nur um literarische Klassiker, sondern auch um ihre Autorinnen und Autoren.

Auch dieses Jahr findet am 23. April offiziell der „Welttag des Buches“ statt. Der durch die UNESCO ins Leben gerufene Feiertag gilt als Feiertag für das Lesen, für Bücher im Allgemeinen, für die Kultur des geschriebenen Wortes und für die Rechte aller Autor*innen weltweit. In Anlehnung an den katalanischen Brauch zum Namenstag von St. Georg werden an diesem Tag seitens der UN-Organisation für Kultur und Bildung Rosen und Bücher verschenkt.

Auch weitere Organisationen lassen sich jedes Jahr aufs Neue dazu inspirieren. Die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels publizieren jährlich zum Welttag des Buches einen neuen Titel der Reihe „Ich schenk dir eine Geschichte“. Die in diesem Rahmen entstandenen Geschichten werden von beliebten Kinderbuchautor*innen eigens für diesen Feiertag geschrieben und haben schon so manchen kleinen Leser sehr erfreut. Hauptsächlich in den Öffentlichen Bibliotheken werden die Bücher am Welttag des Buches an Kinder und Jugendliche verschenkt.

Aber auch für die großen Leser gibt es vielfältige Angebote rund um den Welttag. Bibliotheken, Buchhandlungen und Verlage laden zu einer Vielzahl von Veranstaltungen wie Lesungen, Mitmachwerkstätten und Führungen ein.

Wenn auch dieses Jahr pandemiebedingt alles ungewohnter abläuft als sonst, steht dennoch fest: das Lesen wird heute gefeiert! Denn egal ob in der Bibliothek, im Verlag oder bequem zuhause auf der Couch – ein gutes Buch macht Freude, regt die Kreativität an, kann bilden und es ist wissenschaftlich erwiesen: unser Stresslevel reduziert sich schon nach wenigen Minuten, wenn wir Bücher lesen.

Dieser Blogbeitrag wurde von den Auszubildenden des 3. Lehrjahres, Jessica Herber und Jessica Zydek im Rahmen der Projektwoche Öffentlichkeitsarbeit verfasst.

Foto: eigene Aufnahme. /Diesen Titel kann man in der Universitätsbibliothek entleihen.

Bildquelle Eingangsbild: Pixabay.com

Ressourcen sparen bei Buchlieferungen – ein Erfahrungsbericht aus der Philologischen Bibliothek

Bildquelle: Photo by Sigmund on Unsplash

In der Strategie des Bibliothekssystems wurden neben Vision und Mission verbindliche Werte für die gemeinsame Zusammenarbeit formuliert. Wert 6 thematisiert Nachhaltigkeit und Verantwortung in unserem alltäglichen Arbeitsleben und den bewussten Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Büromaterialien und Energie. Wie sieht ressourcenschonendes Arbeiten eigentlich in den Bibliotheken derzeit konkret aus?

In der Philologischen Bibliothek werden auf Grund des Bestandsprofils von Literatur- und Sprachwissenschaften viele Printtitel außerhalb des deutschsprachigen Raumes bestellt. Die Lieferanten sind in ganz Europa ansässig. Zoll-und Einfuhrbestimmungen führen oft zu vielfachen Ausdrucken von Lieferscheinen und Mehrfachrechnungen, teilweise auf hochwertigem Papier. Hier gibt es einen wirksamen Hebel, der seitens der Bibliotheken an die Lieferanten herangetragen werden sollte. Die Philologische Bibliothek hat im letzten Jahr alle Lieferanten angeschrieben, bei denen mehr als nur ein einfacher Rechnungsausdruck den Buchbestellungen beigelegt wurde: Farbausdrucke von Lieferscheinen, extra Ausdrucke der Bestellposten, Duplikate der Rechnungen, interne Bestellquittungen. Eine große Menge Papier, die sich vermeiden lässt. Auf unsere Anschreiben hin kam es zu sehr positiven Rückmeldungen und sofortigem Handeln. Unser Buchlieferant für französischsprachige Literatur reagierte umgehend: Umstellung der Ausdrucke auf Recyclingpapier, ausschließlich schwarz/weiß Ausdrucke und Reduzierung der Lieferscheine auf das absolut Notwendige. Zudem erhielten wir von dem Buchlieferanten „Amalivre“ aus Paris Fotos zur Anschaffung einer Papiermaschine, um Buchlieferungen ohne Plastik und mit bereits vorhandenem Verpackungsmaterial zu versenden. Dieser Entscheidung ging unsere Anfrage zur mehr Plastik- und Papiervermeidung voraus.

Das Schaffen von Bewusstsein ist stets ein erfolgsversprechender Ansatz, denn die Buchlieferanten sparen primär die Ressourcen an Papier, Strom in den Firmen ein und kommen vermehrt den Kundenwünschen in Sachen Nachhaltigkeit nach.

Gern stellt die AG Nachhaltigkeit den Entwurf des Anschreibens allen anderen Bibliotheken zur Verfügung. Sprechen Sie uns an: Janet.Wagner@fu-berlin.de

Auch kleine Taten wirken nach und schaffen Schritte in die richtige Richtung für mehr klima- und umweltbewussteres Arbeiten in der Bibliothekswelt.

Under construction: die verhüllte Philologische Bibliothek – ein Rückblick

Treppenaufgang in der Philologischen Bibliothek: verhüllt und unverhüllt

Seit August 2020 war die Philologische Bibliothek komplett geschlossen. Das bevorstehende Sanierungsprojekt war lange geplant, dass es im Frühjahr dann zu einer weltweiten Pandemie kam, ahnte damals niemand. Rückblickend kam es zu einem regelrechten Stillstand auf dem gesamten Dahlemer FU-Campus, doch in der Philologischen Bibliothek wurde alles für die dringende Sanierung der Sprinkleranlagen vorbereitet. Bis auf die Ebene 3 unter dem Dach musste jeder Quadratzentimeter verkleidet, geschützt und umwickelt werden.

Das Team der Leihstelle musste sich Interims-Arbeitsplätze einrichten. Für die kommende Zeit konnten dafür die Lerngruppenräume auf Ebene -1 genutzt werden. Technik, Möbel, Kunstwerke, Vitrinen, mussten abgebaut, verpackt oder sicher weggestellt werden.

Viele Monate während des Austausches der Sprinklerrohre durfte das Bibliotheksteam tagsüber aus Sicherheitsgründen nicht in die Bibliothek. Nach 17.00 Uhr und sonntags gab es Einsatzschichten, in denen die Buchbestellungen und Scanwünsche erledigt werden konnten.

Mehrmals am Tag wurden die bestellten Bücher in die Campusbibliothek transportiert und dort für die Studierenden bereitgestellt. Das Ganze erfolgte stets klimaneutral mit unseren Bücherwagen über die menschenleeren K/L-Straßen in der Rost- und Silberlaube.

Christo meets Klanginstallation

Das ganze Team hatte oft Assoziationen zum damaligen verhüllten Berliner Reichstag, als der Künstler Christo und seine Frau alles mit silbernen Planen verhüllt hatten (vgl. Beitrag vom 24.09.2020). Die verhüllte Bibliothek war anfangs sehr ungewohnt: für das tägliche Ausheben bestellter Bücher oder Bände, für die Digitalisierungswünsche vorlagen, musste unter die verhangenen Regale gegriffen werden. Das war mitunter ein erschwerender Umstand. Die richtige Stelle am Regal zu finden war manchmal schwierig, denn durch die verhüllten Regale mit Folienbahnen war die Beschriftung kaum zu erkennen.

In der Erinnerung bleiben werden dem Team sicherlich neben der kompletten Verhüllung auch die ungewöhnlichen Geräusche: raschelnde Folienbahnen, dumpfes Klacken der rollenden Bücherwagen auf Spannplatten, manchmal war es abends in den Wintermonaten gespenstisch einsam in der Bibliothek.

Mit dem Frühling naht nun endlich das Ende der Sanierungsmaßnahmen. Die Bibliothek ist wieder enthüllt. Die kontaktarme Ausleihe wird ab dem 06.04.2021 im Eingangsbereich wieder möglich sein.

Online bestellen und in der Philologischen Bibliothek abholen! Für einige Studierende wird es das erst Mal sein, dass sie ihre Fachbibliothek live erleben können – wenn auch pandemiebedingt nur für die Ausleihe. Wir freuen uns schon sehr auf die neuen Gesichter und auf das Sommersemester mit hoffentlich weiteren Erleichterungen und Services für den Studienbetrieb.

Ein riesiger Dank an das Team der Philologischen Bibliothek und dem Leihstellen-Team in der Campusbibliothek für ihren Einsatz, ihre Flexibilität und Bereitschaft, alles möglich zu machen in dieser sehr besonderen Situation.

Leihstelle in der Philologischen Bibliothek

Fotos: Mehmet Altin & Janet Wagner