Grün statt Grau: Wie die Terrasse der Campusbibliothek neu gedacht wurde

Ein Erlebnisbericht von Tom Luca Czerny

Wer öfter in der Campusbibliothek der Freien Universität Berlin lernt, kennt die Terrasse im Neubau wahrscheinlich eher als Durchgangsort. Grau, unauffällig, kaum jemand hat sich dort wirklich aufgehalten. Dies war der entscheidende Anlass für meine Teilnahme an einem wöchentlichen Seminar, das sich über ein gesamtes Semester hinweg ausschließlich diesem Ort widmete. Ziel war eine Neugestaltung der Terrasse mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Begrünung.

Studierende gestalten die Terrasse – der Kompetenzbereich Nachhaltige Entwicklung

Aus den Angeboten der Wahlpflichtmodule der Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) in Bachelorstudiengängen der Freien Universität gibt es Seminare zu: „Nachhaltigkeit verstehen und gestalten“. Ich studiere Geographie, mit Schwerpunkten unter anderem in Ökologie und Nachhaltigkeit. Insofern lag es nahe, sich für ein Seminar zu entscheiden, das genau diese Themen aufgreift, aber eben nicht nur theoretisch. Was mich konkret angesprochen hat: Die Bibliothek war mir als Lernort schon vertraut, die Terrasse dort aber wirkte ungenutzt. Einen Ort, den man kennt und trotzdem übersieht, praktisch mitzugestalten, fand ich naheliegender als ein weiteres Seminar, in dem Nachhaltigkeit nur diskutiert statt umgesetzt wird. Ob Lehre und Nachhaltigkeit zusammengehören, wurde im Seminar selbst eigentlich nicht groß thematisiert, aber genau darin lag für mich der Punkt: Man hat es einfach gemacht, statt lange darüber zu reden.

Von der Idee zum Hochbeet

Der Einstieg ins Seminar war der Teil, der mir am meisten gebracht hat. Wir haben uns damit beschäftigt, welche regionalen, ökologisch wertvollen Pflanzen für die Beete überhaupt infrage kommen: Was ist für Insekten besonders wertvoll, was verträgt sich mit den Standortbedingungen auf der Terrasse, was spendet Schatten. Das war der Punkt, an dem aus einem vagen Nachhaltigkeitsbegriff etwas Konkretes wurde.

Danach ging es an die eigentliche Gestaltung, hier war der Spielraum
unterschiedlich groß. Einige Elemente standen von vornherein fest, etwa die Pergola mit Sitzgelegenheit und die barrierefreie Tisch-Bank-Kombination. Hintergrund war, dass das Team der Campusbibliothek das Seminar mit einem bereits genehmigten Förderprojekt verknüpft hat. Für die Ausschreibung der „FUturist“-Förderung wurden vorab konkrete Ideen zur Umsetzung formuliert.

Pergola Bau mit allen Studierenden, Mai 2026

Bei den drei Hochbeeten und der übrigen Möblierung, den Sonnenstühlen, konnten wir dagegen eigene Ideen einbringen und ausprobieren.
Was mir weniger gut gefallen hat: Der Gestaltungsrahmen war an mehreren Stellen enger vorgegeben, als ich erwartet hatte. Gerade weil der Einstieg so offen und explorativ war, wollte ich bei der eigentlichen Umsetzung mehr eigene Entscheidungen treffen, als am Ende möglich war. Das schmälert das Ergebnis nicht, aber es war ein Punkt, der mich im Semester phasenweise etwas frustriert hat.

Learned Lessons

Für mich überraschende Erkenntnisse aus dem Semester: Gartenarbeit macht Spaß und auch handwerkliches Arbeiten hat mir mehr Freude bereitet, als ich vorher gedacht hätte. Beides waren keine Bereiche, mit denen ich mich vor dem Seminar aktiv beschäftigt habe. Insofern war der praktische Teil, das tatsächliche Anpacken, für mich fast wichtiger als der inhaltliche Input zu Beginn.

Mein Blick auf Bibliotheken hat sich durch das Projekt konkret verändert, weniger abstrakt als vielmehr im Alltag spürbar. Wenn man in der Pause auf einer begrünten Terrasse sitzt, fast wie in einer Art Garten, fällt es einfach leichter, sich davon auch mental etwas zu lösen. Vorher war die Bibliothek für mich fast ausschließlich ein Ort zum Lernen, ein Zweckort. Jetzt sehe ich sie auch als Aufenthaltsort, an dem man sich gerne aufhält, unabhängig davon, ob man gerade etwas lesen oder schreiben muss oder nicht.

Nachhaltigkeit an der Universität?

Auch mein Blick auf die Freie Universität Berlin hat sich verändert. Ich hätte nicht erwartet, dass Studierende bei einem Nachhaltigkeitsprojekt auf dem Campus so viel Gestaltungsspielraum bekommen, wie wir ihn hatten. Ein Semester lang an einem Ort mitzuarbeiten, den danach alle nutzen können, ist etwas anderes als eine Hausarbeit zu schreiben, die am Ende in der Schublade landet. Partizipation ist an der Universität offenbar keine leere Floskel, zumindest habe ich das in diesem Seminar so erlebt. Und wenn die Universität Studierenden solche Projekte tatsächlich zutraut, sagt das auch etwas über ihr
Verständnis von Nachhaltigkeit aus: nicht nur als Strategiepapier, sondern als etwas, das konkret angepackt wird.

Die Terrasse der Campusbibliothek ist jetzt grüner, mit drei Hochbeeten, Schatten unter der Pergola und Platz zum Sitzen für alle. Ob sie dadurch auch wirklich mehr genutzt wird, zeigt sich erst, wenn die ersten warmen Tage kommen und die Leute anfangen, dort tatsächlich zu sitzen statt nur vorbeizulaufen.

Fertige Pergola, die zukünftig begrünt Schatten spenden soll.

Text von Tom Luca Czerny (Studierender im Sommersemester 2026 an der Freien Universität Berlin)

Fotos: Diana Merten (Team Campusbibliothek)

Jahresbericht 2025: Ein Jahr voller Entwicklungen, Projekte und Begegnungen

Ein Jahr geht schnell vorbei. Erst recht in einer Bibliothek, in der täglich gelernt, geforscht, beraten, organisiert, digitalisiert, publiziert, geplant und entdeckt wird.



Mit unserem Jahresbericht 2025 blicken wir auf zwölf abwechslungsreiche Monate zurück. Dabei geht es nicht nur um Zahlen und Projekte. Es geht vor allem um die Menschen, die die Universitätsbibliothek jeden Tag mit Leben füllen: unsere Mitarbeitenden, unsere Nutzer*innen und unsere vielen Partner*innen innerhalb und außerhalb der Freien Universität.

Der Bericht versammelt Geschichten, Entwicklungen und Ergebnisse aus den unterschiedlichen Bereichen der Bibliothek. Er zeigt, wie sich unsere Angebote weiterentwickeln, welche Themen uns beschäftigt haben und welche Projekte wir gemeinsam auf den Weg bringen konnten. Von Open Science und Open Access über Digitalisierungs- und Erschließungsprojekte bis hin zu Veranstaltungen, Ausstellungen und neuen Services für Studium, Forschung und Lehre.

Das vergangene Jahr hat uns nicht nur fachlich gefordert. Angesichts angespannter finanzieller Rahmenbedingungen und organisatorischer Veränderungen war vieles nicht selbstverständlich. Umso mehr freuen wir uns über die Projekte, Entwicklungen und Erfolge, die durch das große Engagement, die Kreativität und die Zusammenarbeit unserer Kolleg*innen möglich wurden.

Ein Jahresbericht ist immer auch eine Gelegenheit, kurz innezuhalten und zurückzuschauen: Was haben wir erreicht? Was haben wir gelernt? Und wohin möchten wir uns weiterentwickeln?

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns auf das Jahr 2025 zurückzublicken und danken allen, die unsere Bibliothek begleiten, unterstützen und nutzen.

Viel Freude bei der Lektüre!

Den Jahresbericht finden Sie auf unserer Webseite.

Zentralbibliothek: Neue Öffnungs- und Servicezeiten für den Lesesaal

Ab dem 1. Juni 2026 gelten in der Zentralbibliothek (Garystr. 39) von Montag bis Freitag einheitliche Öffnungszeiten für alle Servicebereiche. Der Lesesaal im 2. Stock passt sich damit der bisherigen Öffnungszeit der Leihstelle im 1. Stock an. Ab sofort können Sie die Arbeitsplätze im Hauptlesesaal, Coworking-Space, in den Gruppenarbeitsräumen mit Webex-Boards („Labs“) und Studienkabinen durchgehend Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr nutzen.


Die Lesesaal-Auskunft konzentriert ihr Serviceangebot künftig auf den Zeitraum von 12 bis 16 Uhr. Vormittags von 9 bis 12 Uhr steht Ihnen das Auskunftsteam als mobiler Beratungsservice zur Verfügung.

Die im Lesesaal bereitgestellten Medien können durchgehend von 9 bis 20 Uhr ausgeliehen werden.

Gleichzeitig arbeiten wir am Ausbau unseres Schulungs- und Beratungsangebots.

Alle Änderungen auf einen Blick:

  • Alle Servicebereiche der Zentralbibliothek inklusive des Lesesaals sind Mo–Fr durchgehend von 9 bis 20 Uhr geöffnet.
  • Veränderte Servicezeiten im Lesesaal:
    • 9–12 Uhr: Mobiler Beratungsservice – das Team der Auskunft & Teaching Library hilft Ihnen gerne weiter und steht auf Abruf für Sie bereit.
    • 12–16 Uhr: Vollumfänglicher Service vor Ort wie bisher
    • 16–20 Uhr:
      • Die Mitarbeitenden des Sicherheitsdienstes übernehmen die Erstinformation, die Ausgabe und Rückgabe der Schlüssel für Studienkabinen und Dauerschließfächer sowie von Workshop-Equipment.
  • Die Ausleihe von bereitgestellten Bestellungen ist im gesamten Zeitraum von 9 bis 20 Uhr möglich.

Sie haben Fragen? Unser Team ist jederzeit per E-Mail oder über das Kontaktformular für Sie da.


Central Library: New Opening Hours and Service Times for the Reading Room

Starting June 1, 2026, the Central Library (Garystr. 39) will have uniform opening hours for all service areas from Monday through Friday. The reading room on the 2nd floor will thus align with the current opening hours of the circulation desk on the 1st floor. Effective immediately, you can use the workstations in the main reading room, the coworking space, the group study rooms with Webex boards (“Labs”), and the study booths Monday through Friday from 9 AM to 8 PM.

Effective immediately, the Reading Room Information Desk will limit its services to the hours of 12 PM to 4 PM. In the mornings, from 9 AM to 12 PM, the information team will be available as a mobile reference service.

Media available in the reading room may be borrowed at any time between 9 AM and 8 PM.

At the same time, we are working to expand our training and consulting services.

All changes at a glance:

  • All areas of the Central Library, including the reading room, are open Monday through Friday from 9 AM to 8 PM.
  • Changed service hours in the reading room:
    • 9 AM – 12 PM: Mobile Help Desk – the Information & Teaching Library team is happy to assist you and is available on call.
    • 12 PM – 4 PM: Full on-site service as usual
    • 4 PM – 8 PM:
      • Security staff are responsible for providing initial information and for issuing and collecting keys for study booths and long-term lockers, as well as for workshop equipment.
  • Items that have been reserved can be picked up anytime between 9 AM and 8 PM.

Do you have any questions? Our team is always available to assist you via email or through the contact form.

Universitätsbibliothek unterzeichnet das Open Heritage Statement

Wir haben das Open Heritage Statement unterzeichnet und unterstützen damit diese internationale Initiative für einen gerechteren und offenen Zugang zum kulturellen Erbe im digitalen Raum.

Das Statement wurde im Rahmen der Open Heritage Coalition von mehr als 60 Organisationen aus 25 Ländern entwickelt und von Creative Commons koordiniert. Es formuliert eine gemeinsame Vision für den Abbau von Barrieren beim Zugang zu kulturellem Erbe und setzt sich für dessen freie Nutzbarkeit in Forschung, Bildung und kreativen Kontexten ein.

Mit der Unterzeichnung schließen wir uns einer wachsenden internationalen Gemeinschaft von Institutionen an, die sich für offene, nachhaltige und zukunftsorientierte Zugänge zu kulturellen Ressourcen einsetzen. Das Open Heritage Statement versteht sich dabei als Grundlage für einen globalen Dialog über den Umgang mit digitalem Kulturerbe und als Beitrag zur Weiterentwicklung entsprechender politischer und institutioneller Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Unterzeichnung finden Sie unter: https://openheritagestatement.org/


University Library signs the Open Heritage Statement

We have signed the Open Heritage Statement, and are thereby supporting an international initiative promoting more equitable and open access to cultural heritage in the digital environment.

The Statement was developed within the Open Heritage Coalition by more than 60 organizations across 25 countries and coordinated by Creative Commons. It articulates a shared vision to remove barriers to cultural heritage and to enable its use in research, education, and creative contexts.

By signing the Statement, we join a growing international community of institutions committed to open, sustainable, and future-oriented access to cultural resources. The Open Heritage Statement aims to foster global dialogue on digital cultural heritage and to contribute to the development of supportive policy and institutional frameworks.

More information and the possibility to sign: https://openheritagestatement.org/

Die neue UB-Webseite ist online

Wir haben unsere Webseite neu gestaltet.



Ziel des Relaunchs war es, unsere Angebote klarer, verständlicher und nutzungsorientierter darzustellen. Die neue Webseite führt Sie schneller zu den gesuchten Informationen und unterstützt Sie dabei, sich intuitiv zu orientieren.

Dafür haben wir die Struktur vereinfacht: Statt gewachsener Organisationslogiken stehen nun Services und Nutzungsszenarien im Mittelpunkt. Inhalte wurden gebündelt, überarbeitet und deutlich reduziert. Die Texte sind kürzer, verständlicher und auf die Nutzung im Web ausgerichtet. Barrierearmut und Suchmaschinenoptimierung haben wir von Anfang an mit bedacht.

Die neue Webseite basiert nicht nur auf internen Überlegungen, sondern auch auf Rückmeldungen von Nutzenden. In mehreren Testphasen wurde die Navigation überprüft und gezielt angepasst.

Der Relaunch ist in enger Zusammenarbeit vieler Kolleg*innen aus der Universitätsbibliothek entstanden. Künftig sollen klare Zuständigkeiten und ein gemeinsamer Redaktionsleitfaden dafür sorgen, dass die Inhalte aktuell und konsistent bleiben.

Im Moment arbeiten wir an der Feinjustierung und der englischen Sprachversion, um die Inhalte künftig auch international zugänglich zu machen.

Die neue UB-Webseite ist der Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen: Perspektivisch sollen auch die Webseiten der Fachbibliotheken stärker vereinheitlicht werden. Die neue Webseite der Zentralbibliothek, die parallel online ging, könnte dabei als Orientierung dienen.

Wir laden Sie ein, die neuen Seite zu entdecken, und freuen uns über Feedback an kommunikation@ub.fu-berlin.de.

Wie gelingt gutes Forschungsdatenmanagement? Neue BUA-Gesprächsreihe

Mit der neuen Online-Gesprächsreihe FDM@BUA startet ein praxisnahes Austauschformat rund um Forschungsdatenmanagement in Berliner Wissenschaftseinrichtungen.

Die Reihe richtet sich an FDM-Einsteiger:innen und Fortgeschrittene der Berlin University Alliance. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungsbeispiele, erprobte Lösungsansätze und der direkte Austausch mit Praktiker*innen – disziplinübergreifend und dialogorientiert.

Die nächsten Termine

27. Januar 2026 | 10:00–12:00 Uhr (Webex)
Vereinbarungen zum Umgang mit Forschungsdaten in Arbeitsgruppen und Kooperationsprojekten
Dr. Andreas Hübner und Dr. Thomas Weitner (FU Berlin) geben einen praxisnahen Überblick zu Datenmanagementplänen, projektbezogenen Policies sowie Nutzungs- und Verwertungsrechten an Forschungsdaten.

11. Februar 2026 | 10:00–11:30 Uhr (Webex)
Forschungsdatenmanagement in Verbünden nachhaltig gestalten: Das RETAIN Fellowship-Programm
Dr. René Bernard (Charité) stellt das RETAIN Fellowship vor und zeigt, wie nachhaltige FDM-Strukturen in Verbundprojekten aufgebaut werden können.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eigene Fragen und Fallbeispiele sind ausdrücklich willkommen. Weitere Termine für das Sommersemester sind in Planung.

Weitere Informationen und Anmeldung:

Zum 100. Geburtstag von Claude Lanzmann: Recherchen zu Shoah erstmals online zugänglich

Bild 1: Interviewansicht Jacob Werbin, Sammlung Lanzmann in OH.D
Bild 2: Sammlung Lanzmann in OH.D

Zum ersten Mal werden die digitalisierten Audio-Aufnahmen aus Claude Lanzmanns Recherchematerial zum Dokumentarfilm Shoah (1985) online bereitgestellt. Als Kooperationspartner unterstützen wir das Jüdischen Museum Berlin dabei, dieses einzigartige Zeitzeugenarchiv über das Interviewportal Oral-History.Digital zugänglich zu machen.

Was ist neu?

  • Ausstellung „Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen“
    27.11.2025–12.04.2026 im Jüdischen Museum Berlin
  • Onlinezugang Sammlung Lanzmann
    Erste vollständig zugängliche Aufnahmen ab 28.11.2025 (Registrierung erforderlich); der gesamte Bestand folgt sukzessive bis Ende 2027.
  • Archivumfang
    152 digitalisierte und transkribierte Audiokassetten – auf Französisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch, Jiddisch, Italienisch und Polnisch.
  • UNESCO-Auszeichnung
    Sammlung und Film Shoah sind im Register Memory of the World verzeichnet.

Unsere Rolle
Der Arbeitsbereich Digitale Interviewsammlungen der Universitätsbibliothek begleitet das Erschließungsprojekt und stellt mit Oral-History.Digital eine datenschutzkonforme Plattform für Recherche, Volltextsuche und Annotation bereit. So erhalten Forschende und Interessierte Zugang zu Quellen, Transkripten und begleitenden Materialien.

In der Ausstellung vor Ort
Rund 90 Minuten der atmosphärisch dichten Aufnahmen aus den 1970er Jahren stehen per Kopfhörer bereit – Auszüge aus Gespräche Lanzmanns mit Überlebenden, Zeugen und Tätern sowie von einer Ortsbegehung in der Gedenkstätte Auschwitz.

Warum das wichtig ist
Gefördert durch das Auswärtige Amt und die Alfred Landecker Foundation bewahrt das Archiv zentrale Zeugnisse der Erinnerung an die Shoah.
Es macht Stimmen aus den 1970er Jahren dauerhaft hörbar und beforschbar – ein wichtiger Beitrag gegen Vergessen und zunehmenden Antisemitismus.

Weitere Informationen & Anhören

Kontakt:
Dorothee Wein – Team Digitale Interviewsammlungen, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
E-Mail: dorothee.wein@ub.fu-berlin.de

Neu: Rechercheguides für die Geowissenschaften – schnell zur passenden Literatur

Wissenschaftlich arbeiten – aber wie findet man eigentlich gute Literatur?
Die Fachbibliothek Geowissenschaften unterstützt Sie ab sofort mit einem neuen Online-Angebot: den Rechercheguides. Sie wurden speziell für die drei Institute des Fachbereichs entwickelt:
• Geologische Wissenschaften
• Geographische Wissenschaften
• Meteorologie

Warum Rechercheguides?
Ganz einfach: Damit Sie schneller, gezielter und stressfreier zur passenden Literatur kommen. Ob Hausarbeit, Abschlussarbeit oder Forschungsprojekt – der Rechercheguide ist Ihr erster digitaler Anlaufpunkt, wenn es um wissenschaftliche Quellen geht.

Was bieten die Guides?
📚 Datenbank-Links zu den wichtigsten fachrelevanten Recherchetools
🎥 Video-Tutorials, die euch Schritt für Schritt durch die Suche führen
✍️ Tipps zum Zitieren und zu weiteren Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens
🔗 Direkteinstiege in unsere Online-Angebote und Services
Die Seiten sind übersichtlich strukturiert – inspiriert von den international etablierten LibGuides, wie sie viele Bibliotheken nutzen.

Für wen sind die Rechercheguides gedacht?
Für alle, die an den drei Instituten studieren, lehren oder forschen – und natürlich auch für alle anderen, die sich für geowissenschaftliche Themen interessieren und sich bei der Literaturrecherche besser orientieren wollen.

👉 Jetzt entdecken
Hier geht’s zu den Rechercheguides der Fachbibliothek Geowissenschaften


New: Research guides for meteorology, geography, and geology

The Earth Sciences Library now supports you with a new online service: research guides. They show you how to quickly and efficiently find scholarly literature – with databases, tutorials, and practical tips on citing sources.

Why research guides?
Quite simply: so that you can find the right literature faster, more efficiently, and with less stress. Whether you’re writing a term paper, thesis, or research project, the research guide is your first digital port of call when it comes to scientific sources.

What do the guides offer?
📚 Database links to the most important subject-relevant research tools
🎥 Video tutorials that guide you step by step through the search process
✍️ Tips on citing sources and other aspects of academic work
🔗 Direct access to our online offerings and services
The pages are clearly structured—inspired by the internationally established LibGuides used by many libraries.

Who are the research guides intended for?
For anyone who studies, teaches, or conducts research at the three institutes—and, of course, for anyone else who is interested in geoscience topics and wants to improve their literature research skills.

👉 Discover now
Click here for the research guides geography

Für eine neue Forschungskultur: Freie Universität tritt CoARA bei

Universitätsbibliothek unterstützt Umsetzung der Reform der Forschungsbewertung

Die Freie Universität Berlin ist der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) beigetreten – einer europaweiten Initiative für die Reform der wissenschaftlichen Leistungsbewertung. Ziel ist es, weg von eindimensionalen Metriken wie dem Journal Impact Factor zu kommen und Forschungsqualität in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar und anerkennbar zu machen.

Mit mit Beitritt verpflichtet sich die Freie Universität, innerhalb eines Jahres einen Aktionsplan zu erarbeiten und innerhalb von fünf Jahren konkrete Reformschritte umzusetzen. Bewertet werden sollen nicht nur klassische Publikationen, sondern auch Beiträge wie Forschungsdaten, Software, Open Access-Veröffentlichungen oder gesellschaftlicher Wissenstransfer.

Wir wollen eine Forschungs- und Bewertungskultur befördern, die den Fokus auf Kreativität, Zusammenarbeit und Verantwortung legt – und damit Wissenschaftler*innen auf allen Erfahrungsstufen transparente Rahmenbedingungen und nachhaltige Karriereperspektiven eröffnet.

Professor Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin


Rolle der Universitätsbibliothek
Die Universitätsbibliothek (UB) übernimmt bei der Umsetzung eine zentrale koordinierende Rolle. Als Partnerin für Open Science, Forschungsdatenmanagement und wissenschaftliches Publizieren bringt sie ihre Expertise in den Reformprozess ein. Die UB:
– unterstützt Forschende mit Beratungs- und Schulungsangeboten,
– stellt notwendige Infrastrukturen bereit und
– fördert die Entwicklung disziplinspezifischer, qualitativer Bewertungspraktiken in enger Zusammenarbeit mit Vertreter*innen des gesamten Fächerspektrums der Freien Universität.
Ein besonderer Fokus liegt auf Partizipation: Gemeinsam mit Fakultäten und Fachbereichen sollen neue, faire und transparente Bewertungsansätze entwickelt werden – praxisnah und auf die jeweiligen wissenschaftlichen Kontexte abgestimmt.

Warum ist das wichtig?
Der Beitritt zur CoARA ist ein Bekenntnis zu Offenheit, Diversität und Qualität in der Forschung. Er stärkt die Sichtbarkeit unterschiedlicher wissenschaftlicher Leistungen und unterstützt nachhaltige Karrierewege – gerade auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Reform trägt dazu bei, Fehlanreize abzubauen und die integrale Qualität wissenschaftlicher Arbeit stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Mehr Informationen:

Kontakt für Rückfragen:
Dr. Julian Vuorimäki
Universitätsbibliothek, Abteilung Forschungs- und Publikationsservices
vuorimaeki@ub.fu-berlin.de

Biodiversität & Umweltbildung auf Glas: Kunstbild mit affektiver Kraft am Lernort Campusbibliothek

Im Neubau der Campusbibliothek (1. Obergeschoss) blickt Kojote „Trickster“ zusammen mit einem Tagfalter schmunzelnd-interessiert auf heimische Tier- und Pflanzenarten, die es am Campus gibt. Künstlerisch festgehalten als großes Wandbild auf einer der Glasfassaden im Lesesaal, wird der Lernort Bibliothek wieder ein Stück „grüner“und schafft eine Wohlfühlatmosphäre.

Für Lernende in Bibliotheken ist es bedeutsam, Aufmerksamkeit und Konzentration durch Pausen, Bewegung aber auch durch andere optische Ablenkung zu erfahren, um effektiv den Anforderungen im Studium begegnen zu können. Echte Pflanzen schaffen dazu in der Campusbibliothek bereits eine gute Atmosphäre. Seit Ende Juni 2025 ziert nun das Kunstbild der Ethnologin und Künstlerin Lea Ebeling eindrucksvoll einen großen Teil der Glasfassade im Neubau. Es ist ein Novum für eine wissenschaftliche Bibliothek: Inspiration und Konzeption des Glaswandbildes schlägt eine wichtige Brücke zum Jahr 2024.

Die Freie Universität hat im Mai 2024 das „Jahr der Biodiversität“ ausgerufen. Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt wurden und werden begleitet mit einer Reihe von Veranstaltungen in Studium & Lehre sowie durch Förderung von mittelfristig geförderter Projekte wie das „Living Lab – Ein Multispecies Campus für Biodiversität, Kreativität und Gesundheit“. Die aktive Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit: „GreenFUBib“ der Universitätsbibliothek erstellte das Konzept für das Fensterbild zusammen mit der Bibliotheksleitung und der Verwaltungsleitung. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Campusbibliothek wurde diesem Kunstprojekt die Finanzierung ermöglicht. Lea Ebeling kreierte unter neugierigen Blicken der Bibliotheksnutzenden und dem Bibliotheksteam das einzigartige Kunstbild. Abgebildet sind sogenannte Zielarten, die es am Campus nachweislich gibt. Ihre Habitate sind die Flächen des Blühenden Campus, die Gärten der Fachbereiche oder auch die Blätterlaube.


Kurzinterview (Fragen von Janet Wagner) mit Lea Ebeling zum Entstehungsprozess:

Wie war für dich der Prozess der Bildentstehung?

„Für ein Wandbild setze ich mich immer intensiv mit der Thematik auseinander. Für das Fensterbild in der Campusbibliothek haben wir 42 Arten ausgewählt. Um sie alle unterzubringen, habe ich mich nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit ihren Lebensräumen beschäftigt. Die Pflanzen sind im Wandbild von links nach rechts in Pflanzen, die auf trockenen Böden wachsen, Pflanzen, die stickstoffreiche Böden bevorzugen und Frühblüher organisiert. Die Tiere habe ich grob nach Lebensräumen sortiert, z.B. unterirdisch für den Bodenquerschnitt, in der Wiese, in der Luft oder auf dem Baum. Ich habe nicht bei allen Arten vorher geplant, wo genau ich sie am Ende platziere. Das entsteht dann nach und nach im Arbeitsprozess. Da ich direkt auf das Fenster male, mache ich keine Skizzen oder Vorzeichnungen. Dadurch muss ich manchmal improvisieren und es entstehen unerwartete Dinge. Ich finde es schön, wenn etwas Ungeplantes passiert und das Kunstwerk mich überrascht.“

Wie denkst du, kann deine Kunst bei Betrachtung auf andere Menschen (in Bibliotheken) wirken?

„Persönlich liebe ich Bibliotheken. Ich mag die Ruhe und die Atmosphäre, komplett von Büchern umgeben zu sein. Man muss nur ein Buch aus dem Regal ziehen, um in eine andere Welt einzutauchen und sich neues Wissen anzueignen. Besonders moderne Bibliotheken finde ich aber manchmal etwas trist, wenn alles einfarbig grau oder weiß ist. Ich glaube, es gibt Menschen, die nicht abgelenkt werden wollen, aber ich finde es beim Lernen angenehm, wenn ich ab und zu den Blick schweifen lassen kann, während mein Gehirn eine Pause macht. Bei einer weißen Wand bleibt das Auge nirgendwo hängen und der Effekt bleibt aus. Für mich tragen Farben, Formen und ein ästhetisches Umfeld dazu bei, mich wohl zu fühlen, was ich wichtig finde, an einem Ort, an dem man sich lange aufhält. Auch Pflanzen machen den Ort lebendiger. In manchen Räumen gibt es aber keine Möglichkeit, welche aufzustellen, dann kann man sie auch malen. „

Du befasst dich mit auch mit Wissenschaftskommunikation und bist Ethnologin. Welches Wandbild bzw. künstlerische Inhalte würdest du gestalten wollen, wenn du aktuell auf die Krisen der Welt schaust? Sollte dieses Wandbild dann in einer Bibliothek stehen? Wenn ja, warum?

„In meinen Wandbildern zeige ich gerne, dass eine Welt sich aus vielen kleinen Elementen zusammensetzt, die vielleicht auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und dennoch gemeinsam ein Ganzes ergeben. Für meine Kunstwerke sammle ich daher immer ganz unterschiedliche Elemente und Perspektiven zu einem Thema, die ich dann in Beziehung zueinander setze. Das Schöne daran ist, dass man auch Dinge zeichnen kann, die normalerweise unsichtbar sind, wie etwa Erinnerungen, Gefühle, Erfundenes und Erträumtes. Dies finde ich auch für die Wissenschaft bereichernd.

In Bezug auf die multiplen Krisen unserer Zeit, finde ich es nicht nur wichtig, die Probleme zu verstehen, sondern auch Lösungen und Alternativen zu finden. Wenn man diese z. B. in einem Bild visualisiert, ist es leichter, sich kritisch mit ihnen zu beschäftigen. Ein visuelles Objekt hat außerdem eine affektive Kraft. Während meiner Forschung habe ich bemerkt, dass es Hoffnung macht, sich bessere Zukünfte vorzustellen und Hoffnung ist eine wichtige Antriebskraft für Veränderung.

Ich finde Bibliotheken sind ein wichtiger Ort, um sich mit der Zukunft zu beschäftigen, weil sie das Wissen der Vergangenheit sammeln aus dem man lernen und sich etwas Neues überlegen kann. Sie sind ein konkreter Ort der Vielfalt, weil so viele unterschiedliche Stimmen dort gesammelt sind und von jedem der sie liest, neu interpretiert werden. Sie machen Wissen außerdem für die meisten Menschen zugänglich. Es wäre spannend, ein Wandbild zu machen, das die Zukunftsvorstellungen verschiedener Menschen zusammenbringt, um zu zeigen, dass es nicht nur eine einzelne Zukunft für alle gibt, sondern viele verschiedene, die co-existieren und miteinander verwoben sind. Damit würde auch ein Zeichen für Inklusion, Toleranz und ein respektvolles Miteinander gesetzt werden und dazu einladen, die Zukunft gemeinsam zu gestalten. „


©Fotos: Lea Ebeling