Nachhaltig(er) durch die Weihnachtszeit

Viele Bibliotheken stellen mit Beginn der Adventszeit im Dezember deutlich sichtbar saisonale Thementische oder Weihnachtsregale auf. Darauf finden sich traditionell viele Bücher mit Bastelanleitungen, weihnachtlichen Koch- und Backrezepten – immer öfter aber auch Buchtitel zum Thema „Upcycling“ oder „Minimalismus“, die besonders gut in die Zeit des Schenkens und des Beisammenseins mit Familie und Freunden passen.

Unsere Arbeitsgruppe „GreenFUBib“ hat bei ihrem letzten Monatstreffen am 06. Dezember viele Anregungen und Ideen rund um eine nachhaltige(re) Gestaltung der Vorweihnachtszeit zusammengetragen – ein prall gefüllter „virtueller Nikolaus-Stiefel“ voller Nachhaltigkeits-Tipps sozusagen. Die Ergebnisse haben uns einmal mehr gezeigt, wie konsumbewusst und nachhaltig viele Bibliotheksmitarbeitende handeln, die ihre persönlichen Werte wie Umweltbewusstsein und Re-Use Ansätze auch in ihr Arbeitsumfeld übertragen. Gerne möchten wir Sie an diesen Tipps teilhaben lassen: Lassen Sie sich inspirieren für das bevorstehende Weihnachtsfest!

Verpackungsmaterialien aus Paketen von Buchlieferungen eignen sich gut als Recycling-Geschenkverpackung

Nachhaltiges Basteln, Verpacken und Verschenken zu Weihnachten

Verpackungsmaterialien gibt es (nicht nur) bei Buchlieferungen in Form von Füllmaterialien wie Wellpappe oder Packpapier. Mit einem farbigen Accessoire wie Schleifen oder einem grünen Tannenzweig haben Sie daraus schnell eine weihnachtliche Geschenkverpackung kreiert. Aus Karton oder auf ehemaligen stabilen Buchrücken lassen sich auch Gutscheine leicht herstellen: Werbepostkarten aufkleben, einen Streifen als Einschub ankleben, dazu ein und QR-Code für ein Event oder eine Patenschaft für Fauna & Flora lassen das Ganze nett aussehen. Pralinenschachteln aus Holz oder Pappschachteln vom Wochenmarkt sollten unbedingt aufbewahrt und als Geschenkverpackung für die eigenen Plätzchen wiederverwendet werden.


Nachhaltig Schlemmen

In das meist üppige Weihnachtsmenü lässt sich sicher auch ein vegetarischer oder veganer Gang mit einbauen, so dass der Fleischkonsum – und damit der ökologische Fußabdruck – etwas reduziert werden kann. Drei tolle Rezepte aus der Küche einer unserer Bibliothekskolleg*innen finden Sie hier.


Planung 2023: Teamtag nachhaltig gestalten

Der letzte Monat des Jahres steht meist auch im Zeichen von Formulierungen neuer Jahresziele und (nicht nur) beruflicher Vorhaben für das kommende Jahr. Wie wäre es, jetzt schon Ideen für gemeinsame Aktivitäten mit Ihren Kolleg*innen zu sammeln: Ein nachhaltiger Teamtag, ein Betriebsausflug in die Natur oder zu einem Ziel im lokalen Umfeld trifft meist auf allgemeines Interesse. Bei lokalen Imkervereinen lohnt eine Anfrage für einen Workshop zur Honigherstellung. Zusammen Insektenhotels oder Nistkästen zu bauen, ist gut fürs Teambuilding – und es macht Freude, wenn die Produkte in umliegenden (Bibliotheks-)Gärten anschließend direkt zum Einsatz kommen. Weitere Inspiration zu Ausflugszielen mit dem Team gibt es unter anderem hier.

Die norwegische öffentliche Bibliothek Lier hat beim diesjährigen Green Library Award eine Auszeichnung in der Kategorie „Best Green Libary Project“ erhalten. Kennen Sie „Aquaponik„? Ein ressourcenschonendes Kreislaufsystem mit Fischen, das sich in einem kleinen Aquarium auch in Bibliotheken umsetzen lässt. Halten Sie Ausschau in Ihrem Stadtbezirk oder Ihrer Kommune, ob es dafür vielleicht ein Unternehmen gibt. In Berlin bietet das hiesige Unternehmen „ECF-Farmsystems“ dazu auch Besichtigungen an – eine weitere Idee für eine Teamaktivität.


Weihnachtsbaum – nachhaltige Lösungen

Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland werden angezüchtet mit Hilfe von umweltschädlichen Herbiziden oder Insektiziden. Der Kauf von heimischen Kiefern oder Fichten wird vom NABU empfohlen. Den „Do-It-Yourself“ Baum können wir ebenso empfehlen: Vielleicht haben Sie ganzjährig auch einen kleinen Baum in einem Topf? Dann dekorieren Sie diesen doch einfach für die Weihnachtszeit, und danach zieht er wieder an seine gewohnte Stelle.


Nachhaltig schenken

Patenschaften als kleines Geschenk: Ob eine Baum-Patenschaft, eine Patenschaft für eine bedrohte Tierart oder für Menschen aus dem globalen Süden. Es gibt zahlreiche Patenschaften, die dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Umweltverbände und Menschenrechtsorganisationen rufen dazu vielfach auf. Hier lohnt ein Blick ins Internet mit den Suchworten „Patenschaft verschenken“.

Selber machen statt kaufen: Im Internet finden sich unzählige Tipps rund ums Backen, Einmachen oder die Herstellung von eigener Kosmetik. In Gläsern mit Schraubverschluss kann man eigene Backmischungen vom Lieblingskuchen zusammen mischen und verschenken. Getrocknete Orangenscheiben können schön zu einer weihnachtlichen Girlande aufgefädelt werden. Bei Schokolade sollte man auf die Fair-Trade-Siegel achten.

Der beste Tipp: Schenken Sie einander Zeit und Aufmerksamkeit. Diese ideellen Werte kommen hier und da doch sicher etwas zu kurz. Wen Sie in der Familie so gar nicht vom traditionellen Schenken abhalten können: Bitten Sie, zu spenden. Nationale und internationale Hilfsorganisationen gibt es so viele, so dass wir hier ungern explizit Empfehlungen aussprechen möchten. Eine Suchanfrage bei der alternativen Suchmaschine „ECOSIA“ gibt jedenfalls vielfältige Treffer.

Bildquelle: Janet Wagner

„Wiederverwenden statt Wegwerfen“ – Brillenspenden-Box in der Zentralbibliothek

Die Berliner Senatsverwaltung Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz stellt Initiativen und Angebote im Sinne der Re-Use-Strategie zusammen und unterstützt deren Verbreitung. Dazu gehören verschiedene Sammelboxen, um Produkte und Materialien weiter zu verwenden, statt sie wegzuwerfen. Die AG „GreenFUBib“ hat nun in Kooperation eine Brillenspenden-Box organisiert und im Foyer der Zentralbibliothek aufgestellt.

Viele kennen diese Sammelboxen für gebrauchte Brillen aus Optikerläden. In Bibliotheken findet man zunehmend Sammelboxen für alte Handys – oder eben auch solche für Brillen. In vielen privaten Haushalten finden sich neben ausgedienten Handys sicher zahlreiche noch intakte Brillen, die aber nicht mehr verwendet werden. Bringen Sie Ihre Brillen gerne zur Spendenbox: Garystr. 39, 14195 Berlin, im Foyer neben der Eingangstür.

Für einen kleinen Beitrag, Ressourcen zu schonen und bedürftige Menschen mit einer Sehhilfe zu unterstützen, steht diese Brillenspender-Box.

Drei Ziele werden mit dieser Sammelaktion verfolgt:

  • Abfallvermeidung: viele Brillen erfüllen noch ihren Zweck und sind brauchbar
  • Sehhilfebedürftige in Entwicklungsländern erhalten gebrauchsfähige Brillen
  • Langzeitarbeitslose sortieren, reinigen und richten gesammelte Brillen und schicken diese an „BrillenWeltweit“

In diesem Zusammenhang passt ein Hinweis auf die Studie des Umweltbundesamtes zum Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der Menschen in Deutschland aus dem Jahr 2020: Deutlich über 60% der Befragten stuften das Thema Umwelt- und Klimaschutz darin zuletzt als „sehr wichtig“ ein. Ressourcen zu schonen spielt dabei eine bedeutsame Rolle.

Bildquellen: Marc Spieseke und Umweltbundesamt 2021

16 gute Gründe für Nachhaltigkeit – Entdecken, Erleben, Mitmachen!

„Ich habe große Motivation, mich an der Universität zum Thema Nachhaltigkeit und Biodiversität zu engagieren. Aber es ist wirklich nicht leicht, alle Initiativen und die Angebote zu finden.“

Aussage einer Studierenden der Freien Universität Berlin während eines Kick-Off-Meetings zu den geplanten SUSTAIN IT!Hochschultagen an der Freien Universität im Juni 2022

Du bist neu an der Universität? Gerade nach Berlin gezogen und auf der Suche nach Gleichgesinnten für Gespräche zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Biodiversität oder Lebensmittelrettung? Du möchtest dich gezielt informieren, welche Möglichkeiten es unmittelbar neben dem Hörsaal, der Mensa oder dem Campus gibt, um neben dem Studienalltag auch ins direkte Handeln für mehr Klima- und Umweltschutz zu kommen? Wir erzählen dir dazu eine persönliche Geschichte zur Entdeckung von 16 Stationen zum Thema Nachhaltigkeit auf dem Campus Dahlem.


Sara* (Name fiktiv) ist seit dem Wintersemester 2022 an der Freien Universität in den Studienfächern Politikwissenschaften und Anglistik eingeschrieben. Sie ist neu in Berlin und möchte sich weiterhin gesellschaftlich engagieren wie zu ihrer Schulzeit. Ihr ist bekannt, dass die Freie Universität Berlin bereits 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat und ist neugierig, welche Entwicklungen es seitdem gegeben hat, um den Auswirkungen auf Umwelt und Natur entgegenzuwirken. Sara hatte bisher Vorlesungen auf dem Campus Dahlem, Rost- und Silberlaube kennt sie mittlerweile ganz gut. Sie mag es, draußen auf den Blühwiesen, im Garten der Blätterlaube oder in einer der Bibliotheken zu sein, um zu lernen aber auch um sich mit Kommilitonen zu treffen. Sie kommt täglich mit dem Fahrrad zur Universität und sucht schon länger eine Werkstatt, da die Bremsen nachgezogen werden müssen. In ihrer WG ist die Verschwendung von Lebensmitteln oft Thema am Tisch, eine WG-Bewohnerin ist Lebensmittelretterin und fragt Sara, ob es an der Universität auch einen Ort für gerettete Lebensmittel gibt.

Das Sommersemester geht in die vorlesungsfreie Zeit und Sara möchte nun endlich mehr Informationen einholen, was es für Projekte und Initiativen gibt, bei denen man mitmachen kann. Die Webseite der Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie hat umfangreiche Informationen und einen Menüpunkt „Mitmachen“. Erste Informationen gibt es dort: Lebensmittelrettung und Gartenprojekte werden gezeigt. Doch Saras Anliegen, ihr Fahrrad in der Nähe der Universität zu checken, wird nicht mit den Webseiten beantwortet. Der Hinweis, den Sara zufällig in der Rubrik „Aktuelles“ findet, ist die Lösung!

Die „Sustainable Campus Tour“ machen: 16 Stationen, ca. 10.000 Schritte und ca. 90 Minuten Zeit.

Die Sustainable Campus Tour macht Nachhaltigkeits- und Klimaschutzthemen sichtbarer und stellt anschaulich Projekte und Initiativen vor, um sich zu engagieren, mitzumachen und einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Die Stationen sind:

  • Herzlich willkommen!
  • Klimaneutral bis 2025!
  • Die Schüler*innen Uni
  • Philologische Bibliothek
  • FUdsharing Fairteiler
  • Solaranlagen
  • Nachhaltigkeit in der Lehre
  • Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie
  • Fahrrad defekt?
  • Energiesparen und Energieeffizienz
  • Fit bleiben mit Unisport
  • Die FUndgrube
  • Blätterlaube
  • Nachhaltige Mobilität
  • Internationale Netzwerke
  • Der Blühende Campus
  • Deutschlands erste grüne Mensa

Exkurs: Tipp Besuch Botanischer Garten.

Sara nimmt sich diese Zeit und startet mit Ihrem Handy und Kopfhörern wie empfohlen an der Mensa FU II (Otto-von-Simson-Str.26). Nach Eingabe der URL zur Tour in ihrem Browser kann es sofort losgehen.

Nach dem „Willkommen“ zweier sehr angenehmer Stimmen im Audiotext sieht Sara schon in der Liste, dass eine Selbsthilfefahrradwerkstatt unweit der Silberlaube existiert und auf dem Weg dorthin kommt sie auch am Raum des FUdsharings-Verteilers vorbei. Sehr begeistert ist sie von der Möglichkeit, Nachhaltigkeit in der Lehre zu erleben und wird sich mit den ABV-Kursen dazu näher beschäftigen.

Die FUndgrube zur Weiterverwendung von Büromaterialien und Alltagssachen findet Sara als Idee super, auch wenn sie nicht in das Gebäude kommt: die 360 Grad Begehung der Showrooms ist ein großartiges Feature in der Tour.

16 Stationen später…

Nach vielen Stationen, originellen Quizfragen und nützlichen Links hat Sara nun an der Veggie-Mensa in der Van’t-Hoff-Straße die Tour beendet.

Ja, diese Tour macht Lust auf Engagement und Vernetzung! Sie wird sie weiterempfehlen und sich spätestens mit Beginn des Wintersemesters beim Team der Lebensmittelretter*innen zur Verstärkung melden. Das ist praktisch, denn gerettete Lebensmittel ihrer WG-Bewohnerin kann sie dann ab und an auch mit an die Universität nehmen.

Zunächst jedoch wird der Termin bei der Selbsthilfewerkstatt fürs Fahrrad gemacht und das Klimaessen in der Mensa ausprobiert.


Bildquellen: Jennifer Gaschler, Leonie Schlick