Meteorologische Bibliothek aktuell geschlossen

Innenansicht der Meteorologischen Bibliothek

Die Meteorologische Bibliothek hat vom 12. bis zum 27. Juli geschlossen. Für Anfragen wenden Sie sich bitte an die Geowissenschaftliche Bibliothek in Lankwitz: geolib@zedat.fu-berlin.de.

Danach sind wir gerne wieder für Sie da – pandemiebedingt jeweils Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr.

Bibliothek des John-F.-Kennedy Instituts am 16.07.2021 geschlossen

Foto: JFK Bibliothek

Die Bibliothek des John-F.-Kennedy Instituts ist am Freitag, den 16.07.2021 geschlossen. Das Team der Bibliothek macht seinen jährlichen Betriebsausflug.

Wir bitten um Verständnis.


The library will be closed on Friday, July 16th, because of our annual works outing day.

We appreciate your understanding!

„Willkommen an Bord!“ Neuen Mitarbeitenden einen guten Start ermöglichen

Lange Zeit war das Schwerpunktthema in der Personalentwicklung die Personalgewinnung, das sog. Personal-Recruiting. Die Unternehmen fokussierten sich bei diesem Themenschwerpunkt darauf, geeignetes Personal zu finden und arbeiteten zudem an der Darstellung ihrer eigenen Wettbewerbsposition, um so ihre Attraktivität gegenüber anderen Organisationen herauszustellen.

In den letzten Jahren richtete sich der Blick jedoch auf die Schritte, die bei der Personalgewinnung dicht auf die Rekrutierung folgen: die erfolgreiche Einarbeitung und das langfristige Halten der neuen Mitarbeitenden im Unternehmen. Während sich zuvor die Bemühungen um die Bewerbung der immer kleineren Zahl an Fachkräften richteten, stand nun der Mitarbeitende und seine Bedürfnisse im Eingliederungsprozess im Zentrum der systematischen Personalentwicklung. Auch das Bibliothekswesen lenkte vermehrt seinen Fokus auf diesen Bereich.

„Onboarding“ in Bibliotheken

Die Fachliteratur war sich lange uneins, wie explizit die Phase des sog. „Onboarding“, also das „an Bord nehmen“ neuer Mitarbeitender zu beschreiben ist. Während nicht nur die Bezeichnungen für diesen Prozess vielfältig sind, so geht auch das Feld der inhaltlichen Umsetzung ebenso weit auseinander. Sämtliche Definitionen beschreiben jedoch Aktivitäten, die über Einarbeitung und Orientierung hinausgehen und sich mit der Integration eines neuen Mitarbeitenden in die organisationale Sozialisation befassen.

Nicht nur in wirtschaftlichen Unternehmen, auch im Öffentlichen Dienst im Allgemeinen und in Bibliotheken im Besonderen durchläuft jeder Mitarbeitende in seiner beruflichen Laufbahn bestimmte Phasen. Diese werden im sog. Mitarbeiterlebenszyklus (s. Abbildung) dargestellt. Meist folgt vor bzw. mit der Eingliederung eines neuen Mitarbeitenden der Austritt eines anderen Mitarbeitenden. Analog zum Onboarding wird für diesen Abschnitt der Begriff „Offboarding“ in der Fachliteratur verwendet.

Eigene Darstellung von Sina Latza nach:
Armutat, Sascha (2018): Personalmanagement im Mittelstand – Aufgaben und Besonderheiten. In: Sascha Armutat, Natalie Bartholomäus, Swetlana Franken, Volker Herzig und Bernd Helbich (Hg.): Personalmanagement in Zeiten von Demografie und Digitalisierung. Herausforderungen und Bewältigungsstrategien für den Mittelstand. Wiesbaden: Springer, S. 11.

Mitarbeitende integrieren und halten

Die Gründe für einen Austritt können vielfältig sein, spätestens jedoch beim Übergang in den Ruhestand werden alle Mitarbeitenden in diesem Abschnitt angelangen. Wie auch die Phase des Onboardings gezielte Planungen und Maßnahmen zur erfolgreichen Integration eines Mitarbeitenden benötigt, so ist auch diese Phase der erfolgreichen Ausgliederung sorgsam vorzubereiten. Denn ein erfolgreicher Wissenstransfer sichert das Fach- und Erfahrungswissen und bleibt somit der Organisation erhalten. Frühzeitig ergriffene Maßnahmen kommen nicht nur den verbleibenden Mitarbeitenden zu Gute, auch dem scheidenden Mitarbeitenden gelingt so ein erfolgreicher Abschluss mit dem Abschnitt Arbeitsleben. Im besten Falle profitiert zudem der sich bereits im Onboarding-Prozess befindliche Mitarbeitende.

Die Stabsstelle Personalentwicklung an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin unterstützt im gesamten Bibliothekssystem, um den Phasen des On- und Offboarding inkl. seiner vielfältigen Maßnahmen und Methoden gerecht zu werden. Mit Informationsveranstaltungen, Inhouse-Schulungen und der Erstellung von Checklisten wurden Instrumente geschaffen, die eine systematische Planung der beiden Phasen im Mitarbeiterlebenszyklus ermöglichen, um letztendlich einen Gewinn für alle Beteiligten hervorzurufen.

Weiterführende Literatur: Latza, Sina: Die Bedeutung der Phasen des On- und Offboarding für eine systematische Personalentwicklung am Beispiel Bibliothek. urn:nbn:de:hbz:79pbc-opus-15546

Aufrufbar über das Bibliotheksportal Primo.

Text von Sina Latza, Systembibliothekarin in der Bibliothek Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin

Neue Abholorte in Primo: Campusbibliothek und JFKI-Bibliothek

Seit dem 1. Juli 2021 lassen sich über das Bibliotheksportal Primo wieder die Campusbibliothek und die Bibliothek des J.F. Kennedy-Instituts als Abholorte für Bestellungen/Vormerkungen angeben. Sollten Sie den besitzenden Standort nicht als Abholbibliothek auswählen wollen, können Sie ein Medium zur Nachhause-Ausleihe in eine der folgenden 11 Häuser bestellen:

  • J.F. Kennedy-Institut
  • Universitätsbibliothek
  • Campusbibliothek
  • Sozialwissenschaften
  • Veterinärmedizin
  • Wirtschaftswissenschaft
  • Rechtswissenschaft
  • Geowissenschaften
  • Theaterwissenschaft
  • Geschichte (FMI)
  • Botanischer Garten – Botanisches Museum

Die Lieferung an eine andere als die besitzende Bibliothek nimmt in der Regel 1-2 Tage Zeit in Anspruch. Sie werden per E-Mail über die Bereitstellung und die Frist zur Abholung informiert.

Gegenwärtig nicht an diesem Service teil nimmt die Philologische Bibliothek. Aus logistischen Gründen sind in Primo auch die Charité-Bibliotheken als Abholorte ausgeschlossen.

Weitere Informationen über die einzelnen Bibliotheken erhalten Sie im Bibliothekenführer.

Instagram der Bibliotheken der Freien Universität Berlin

Seit dem 18.06. sind die Bibliotheken der Freien Universität Berlin auch bei Instagram vertreten! Die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin ist nun auch auf Instagram vertreten. Doch wie kam es eigentlich dazu? Ein Rückblick und eine Vorausschau auf die Social-Media-Aktivitäten der Bibliotheken der Freien Universität Berlin.

Seit 2018 gibt es den YouTube-Kanal der UB der Freien Universität Berlin. Dort werden hochinformative Videos, z.B. zum Thema „Fake News erkennen“ hochgeladen. Größter Beliebtheit erfreuen sich hier die Zitier-Tutorials, die auf teilweise über 5000 Aufrufe kommen. Interaktion findet hier aber eher selten statt, es gibt wenige Kommentare – auf die natürlich geantwortet wird.

Weiterhin sind wir seit etwas über einem Jahr mit einem Twitter-Kanal vertreten. Hier werden Infos über alle Bibliotheken der Freien Universität Berlin verbreitet. Der Kanal erfreut sich weiterwachsender Beliebtheit. Vor knapp zwei Monaten hatte der Account ca. 750 Follower, aktuell stehen wir bei 849 Followern. Doch eine Zielgruppenanalyse hatte uns klargemacht, dass nur circa die Hälfte der Follower unserer Zielgruppe angehören: Studierende, Lehrende und Forschende.

Viele Fachbereichsbibliotheken nutzen seit vielen Jahren Facebook als Kommunikationsplattform. Die Campusbibliothek, die Geowissenschaftliche Bibliothek, die Bibliothek des JFK-Instituts, die Wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek, die Philologische Bibliothek und die Bibliothek für Sozialwissenschaften und Osteuropastudien besitzen alle einen Facebook-Account und viele haben eines gemeinsam: eine sinkende Interaktionsrate und kaum noch Vernetzung mit Studierenden der Freien Universität Berlin. Dieses Phänomen hat auch die Kollegin Marlene Neumann aus der Stadtbibliothek Erlangen beobachtet und dazu einen sehr spannenden Blog-Beitrag geschrieben.

Quintessenz dieses Beitrags sind folgende Aussagen: Facebook mag zwar aktuell noch der Platzhirsch im Social-Media-Bereich sein, aber Instagram holt massiv auf. Dazu kommt, dass Facebook zwar relevant, aber zumindest in der jungen Bevölkerung auf dem absteigenden Ast ist. Instagram wird im Bereich der 14 – 29 Jährigen von 65% der Bevölkerung genutzt (mind. 1x wöchentliche Nutzung). Da dies genau die Zielgruppe ist, die wir als (Uni-)Bibliotheken ansprechen wollen, war der Schritt zu einem eigenen Instagram-Kanal nur logisch.

Nachdem uns die Erlaubnis erteilt wurde einen Kanal zu gründen, begann die konzeptionelle Arbeit hinter den Kulissen. Das umfasste zum Beispiel die Überlegungen, welches Equipment eigentlich für einen erfolgreichen Instagram-Kanal benötigt wird und welche Ausrichtung der Kanal grundsätzlich haben soll. Außerdem war uns klar, dass wir nicht in der Lage sein würden, den Kanal alleine mit Inhalten zu versorgen. 

Um den Kanal möglichst divers und spannend zu halten, werden wir von vielen Kollegen und Kolleginnen aus den einzelnen Bereichen unterstützt. Auch an dieser Stelle ein herzliches Danke an alle Unterstützenden! Link zum Instagram-Account: https://www.instagram.com/Biblio_FUBerlin/

Vom Lernort zum Coworking-Space

Wework, Sonycenter, Kemperplatz 1, Berlin
Foto: Klaus Ulrich Werber

Das Selbstverständnis von Bibliotheken als Lernort hat sich grundlegend gewandelt. Zunehmend sind Bibliotheken lebendige, öffentliche Orte, die mit neuen Raum-Ideen den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer gerecht werden wollen – und nach diesem physischen Raum der Begegnung mit Menschen, mit Angeboten, Möglichkeiten und mit Medien sehnen sich in Zeiten der Pandemie alle! Deshalb gilt es gerade jetzt, auf dem Weg heraus aus der Pandemie, sich wieder mit dem Kuratieren von attraktiven analogen Raum- und Aufenthaltsangeboten zu beschäftigen. Zusätzlich zum traditionellen „stillen Arbeitsplatz“ einerseits und kommunikativen Zonen andererseits gehören geschützte Räume für kleine Arbeitsgruppen, Schulungsräume sowie multifunktionale Flächen für kreative Aktivitäten wie z. B. Makerspaces heute zum Profil von Bibliotheken.

Klaus Ulrich Werner, Leiter der Philologischen Bibliothek, hielt am letzten Donnerstag im Rahmen des 109. Deutschen Bibliothekartags einen spannenden und bilderreichen Vortrag. Gelungene Raum- und Arbeitsplatzkonzepte gibt es in vielen Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken. Ganz neu eingerichtet und eröffnet wurde die Coworking-Zone in der Universitätsbibliothek in der Garystr. 39. Flexibles Mobiliar, Möglichkeiten zum bequemen Sitzen und Liegen als auch angenehme Lichtverhältnisse sind Merkmale eines modernen Lernorts.


Teppich, Kaffeebar und Freizeitraum

Coworking-Räume bieten jedoch noch etwas mehr für das gemeinsame Arbeiten: eine durchgängige (online) Betreuung für die IT-Infrastrukturen, eine Bar mit Selbstbedienung zu Kaffee, Tee und Softdrinks und auch sehr häufig findet sich ein Teppich. Die oft empfundene Wohnzimmer-Atmosphäre im Vintage-Look scheint nur zufällig, der Mix von Stilen ist gewollt und schafft eine angenehme Atmosphäre. Extra Räume für die Entspannung mit Hängesesseln, Tischkicker oder Bewegungszonen runden das Coworking-Konzept in seiner Gänze ab.

LocHal, Tilburg, Niederlande
Foto: Klaus Ulrich Werner

Der klassische Lesesaal ist weiterhin gewünscht, reiht sich jedoch zukünftig ein in die verschiedenen anderen Raumangebote von Bibliotheken. „Mischformen“ von Arbeitsplätzen sind gefragt. Die Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selbst, ob es gemütlich, ruhig oder lebhaft und kommunikativ in der individuellen Arbeitsumgebung sein soll. Das Konzept Coworking in Unternehmen oder in Großstädten kann Bibliotheken weiterhin sehr inspirieren. Ein Sofa und runde Tische machen zwar noch keinen Lernort aber diese Elemente gehören zum Raumkonzept der Zukunft unbedingt dazu.

Bundesweiter Digitaltag am 18. Juni – wir sind dabei!

Am Freitag, den 18. Juni 2021 findet der Digitaltag statt. Der Aktionstag bietet eine Plattform, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Es steht allen offen, Dialoge, Online-Beratungen, virtuelle Führungen, Tutorials und Seminare oder Hackathons zu besuchen. Die einzelnen Aktivitäten werden auf www.digitaltag.eu auf einer interaktiven Aktionslandkarte dargestellt.

Die Universitätsbibliothek ist das erste Mal mit zwei Online-Veranstaltungen (verwendete Software: Cisco Webex) unter dem Motto „Wissenschaftliches arbeiten leicht gemacht“ vertreten:

Los geht’s um 10:00 Uhr mit dem Webinar Qualitätspresse finden, Fake News vermeiden. Die Veranstaltung bietet Ihnen einen Einstieg in die Recherche nach Zeitungsartikeln der Qualitätspresse, klärt allgemein über die Presselandschaft sowie anhand von Beispielen über das Thema Fake News auf. Auch werden einschlägige Faktencheckportale präsentiert.

Ab 14:00 Uhr bringen wir Ihnen im Webinar Literaturverwaltung mit Zotero ein kostenfreies Literaturverwaltungsprogramm näher. Es kann als Alternative zu lizenzpflichtigen Konkurrenzprodukten wie Citavi oder EndNote genutzt werden. Wir führen in das Sammeln und Verwalten von verschiedenen Informationsquellen ein und behandelt das Einfügen von Literaturnachweisen in eigene Texte.

Ziel des Digitaltags ist die Förderung der digitalen Teilhabe. Trägerin ist die Initiative „Digital für alle“. Dahinter steht ein breites Bündnis von 27 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.

Im Rahmen des Digitaltags wird zudem der „Preis für digitales Miteinander“ in den Kategorien „Digitale Teilhabe“ und „Digitales Engagement“ verliehen. Der Preis ist je Kategorie mit 10.000 Euro dotiert. Informationen und Hintergründe zur Initiative „Digital für alle“ sowie zum Digitaltag, den Aktionen und Beteiligungsmöglichkeiten, und zum Preis für digitales Miteinander gibt es unter www.digitaltag.eu.

„Evening Lecture“ zur Provenienzforschung

Die Provenienzforschung stellt sich die Frage, wie Bücher auf mitunter verschlungenem Wege in den Bibliotheksbestand gelangten. In der heutigen Evening Lecture „Was ist Provenienzforschung?“ um 17 Uhr wird anhand eines Beispiels die Arbeit der Universitätsbibliothek auf diesem Gebiet vorgestellt.

zur Evening Lecture (via Cisco Webex)
(Mittwoch, 15. Juni, 17:00–17:15 Uhr)

Seit diesem Sommersemester bietet die UB jede Woche 15-minütige digitale Einführungen am späten Nachmittag zu verschiedenen Themen an. Mit dem neuen Veranstaltungsformat möchten wir allen Interessierten kurzweilige und informative Einblicke in die Bibliotheksservices anbieten (zur Terminübersicht).

Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich!

Journalismusportal “RiffReporter” im Test

Bis zum 30. Juni 2021 kann über das FU-Campusnetz die Datenbank RiffReporter getestet werden.

RiffReporter ist ein genossenschaftlich organisiertes Journalismusportal mit Hintergrundberichten zu aktuellen Themen aus Umwelt, Wissenschaft, Technologie, Gesellschaft und Weltgeschehen.

Die Artikel werden von freien Journalist:innen verfasst und sind zu 80% exklusive Originalbeiträge (Stand: Juni 2021).

Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Grimme Online Award 2018.

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

Protest und Tragödie: ein Rückblick des Universitätsarchivs auf das Jahr 1967

„Er hat viel bewegt – als Opfer“, sagt der Schriftsteller Uwe Timm über Benno Ohnesorg.

Uwe Timm, Schriftsteller und Weggefährte
Foto: Titelblatt FU Spiegel Nr. 58, Sonderdruck zum 02. Juni 1967, Signatur: APO-D/55, Universitätsarchiv

Der gewaltsame Tod von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 beeinflusste die Radikalisierung der Studentenbewegung. Als Student der Germanistik an der Freien Universität setzte sich Ohnesorg politisch vor allem gegen Unrechtsverhalten in Dritte-Welt-Staaten ein, ein bekennender Marxist, anders als viele seiner mitdemonstrierenden Kommiliton*innen, war er jedoch nicht. Ohnesorg war Mitglied der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) und überzeugter Pazifist. Der Besuch des Schahs von Persien, Mohammed Reza Pahlavi, in der Bundesrepublik, konkret in West-Berlin am 2. Juni 1967, stieß aufgrund der gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Persien vor allem bei den Student*innen auf Protest. Um auf die Missstände aufmerksam zu machen, organisierten sie am 2. Juni zwei Demonstrationen, vormittags vor dem Schöneberger Rathaus anlässlich des Eintrags ins das Goldene Buch der Stadt, und abends vor der Deutschen Oper, in die das Schah-Paar zur Mozartoper „Die Zauberflöte“ geladen war. Die vor der Oper versammelten Demonstrant*innen wurden von der Polizei in eine enge Absperrung gedrängt, woraufhin diese die Demonstration gewaltsam auflöste.

Die Demonstrantin*innen konnten nur in zwei Richtungen aus der Absperrung entfliehen und wurden dabei – gemäß der sogenannten „Leberwursttaktik“ – von der Polizei verfolgt und verhaftet. Dabei erschoss aus angeblicher Notwehr der Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras aus nächster Nähe den unbewaffneten Benno Ohnesorg. Kurras wurde später vom Verdacht der fahrlässigen Tötung freigesprochen, obwohl seine Version der Notwehr widerlegt worden war. Erst vor einigen Jahren ist bekannt geworden, dass Kurras ein Spitzel der Staatssicherheit der DDR war, die aber offenbar keinen Anteil an den Geschehnissen am 2. Juni hatte.

Der Mord an Benno Ohnesorg hatte immensen Einfluss auf die Studentenbewegung, radikalisierte sie, und dieser Weg führte letztlich einige zur Gründung der Roten Armee Fraktion (RAF).

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Freien Universität leitete einen Untersuchungsausschuss zu den Ereignissen am 2. Juni 1967 ein. Die zusammengetragenen Zeugenaussagen im Rahmen des Untersuchungsausschusses sowie Fotos, die Szenen während der Demonstration zeigen, sind im Universitätsarchiv zu finden, letztere befinden sich zurzeit in Restaurierung, da sie von Schimmel befallen sind.