Fokus: Open Access an der Alice Salomon Hochschule Berlin

von Joachim Dinter

Ganz im äußersten Osten Berlins gelegen ist die Alice Salomon Hochschule (ASH) die größte SAGE-Hochschule Deutschlands. SAGE steht für die wissenschaftlichen Disziplinen, die das Profil der ASH Berlin bilden: Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung. Im Sinne Alice Salomons, der Begründerin sozialer Berufsarbeit in Deutschland, verfolgt sie zentrale Prinzipien, wie Interdisziplinarität, eine enge Verbindung von Theorie und Praxis und internationale Kooperationen. Ein besonderes Anliegen ist die Professionalisierung ehemaliger Frauen*berufe im sozialen Bereich, in Bildung, Erziehung und Gesundheit.

Zu den Herausforderungen, denen sich die ASH Berlin in den kommenden Jahren stellen muss, zählen die stark steigenden Studierendenzahlen, die Abstimmung der Arbeitsbereiche und Zuständigkeiten der neugegründeten Fachbereiche und die Betreuung von Promovierenden am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere. Darüber hinaus bringt auch die Transformation des konventionellen wissenschaftlichen Publikationsmodells im Closed Access in Richtung Open Access mit sich. Die Gespräche mit den Autor_innen zeigen: Der Wunsch der Forscher_innen nach einer Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse in einem frei zugänglichen Format ist stark und verbunden mit der Erwartung auf Unterstützung durch die eigene Einrichtung.

Der aliceOpen-Publikationsserver – ein zentraler Baustein der Open-Access-Infrastruktur der ASH Berlin.

Die ASH Berlin hat auf diesen Bedarf reagiert und nennt in ihrer im Dezember 2021 veröffentlichten Open-Access-Policy eine Reihe von Maßnahmen, um Open Access an der Hochschule zu stärken. Vorangegangen war eine Befragung der Wissenschaftler_innen, in der diese ihre Vorstellungen von einer adäquaten Beratung zu publikationsrelevanten Themen zum Ausdruck bringen konnten. Ein wichtiger Befund war das große Interesse an Optionen zur Zweitveröffentlichung von publizierten Inhalten, etwa auf aliceOpen, dem Repositorium der Hochschule. Die Nutzung von Green-Open-Access zur Steigerung der Sichtbarkeit der eigenen Forschung stellt seitdem einen Schwerpunkt in den Informations- und Beratungsangeboten der Bibliothek dar. Auch bei der unmittelbaren Veröffentlichung von Studien auf dem goldenen Weg konnte das Angebot substantiell ausgeweitet werden. Im Oktober 2020 trat die ASH Berlin dem DEAL-Vertrag mit Springer Nature bei. Außerdem war der Antrag auf Förderung im DFG-Programm Open-Access-Publikationskosten erfolgreich, was die zentrale Finanzierung von Zeitschriftenartikeln und Monographien seither ermöglicht. Derzeit arbeitet die Bibliothek in Kooperation mit anderen Abteilungen an einem nachhaltigen Finanzierungskonzept nach dem Modell eines Publikationsfonds, der möglichst vielen Mitgliedern der Hochschule eine qualitätsgesicherte Veröffentlichung im Open Access ermöglichen soll.

Im Zusammenhang mit dem Promotionsrecht für Hochschulen für angewandte Wissenschaften wird es in Zukunft vor allem darum gehen, stärker auf die spezifischen Bedürfnisse der Gruppe der Promovierenden einzugehen und passgenaue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Forschende am Anfang ihrer wissenschaftlichen Karriere zu entwickeln.

Joachim Dinter | Open-Access-Referent

Joachim Dinter studierte Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Nach einigen Jahren in der Hochschuldidaktik koordinierte er den Aufbau des Verlags der Fachhochschule Potsdam und arbeitete an der Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg mit. Seit 2020 verantwortet er den Auf- und Ausbau von Open-Access-Strukturen an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Er studiert berufsbegleitend im Master Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Oliver Roth | Bibliotheksleiter und Open-Access-Beauftragter

Oliver Roth leitet die Bibliothek der ASH Berlin sowie gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Toppe das Alice Salomon Archiv und ist zudem Open-Access-Beauftragter der Hochschule. Er studierte Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Informatik an der TH Brandenburg. An der ASH Berlin fördert er die Open-Access-Aktivitäten der Hochschule seit 2015, als mit der Einrichtung des Hochschulrepositoriums aliceOpen der Grundstein für die heutigen Angebote gelegt wurde.

Open Access in der chemischen Forschung

Ein Online-Workshop aus und für die Wissenschaft

Von Dr. Janna Neumann und Linda Martin

Wie kann Open Access in der Praxis aussehen und in den Forschungsalltag integriert werden? Dieser Frage gingen Wissenschaftler*innen, Forschungsreferent*innen und Publizierende in dem gemeinsam von open-access.network und der Technischen Informationsbibliothek (TIB) für die Fachdisziplin Chemie ausgerichteten Online-Workshop am 16. März nach.

Open Access ist bereits seit über 20 Jahren in der Atmosphärenwissenschaft von Relevanz, so Dr. Robert Wegener vom Forschungszentrum Jülich. Erste Journal-Gründungen wie die der Open-Access-Zeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics ermöglichen ein transparentes Peer Review und weisen mittlerweile einen hohen Journal Impact Factor auf. Eine Erleichterung des Wissenstransfers zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft als auch die Möglichkeit zur Nachnutzung offener Daten sind für die Atmosphärenwisenschaftler*innen zentral.

Dr. Juliane Simmchen gab einen Einblick in die Anwendenden-Perspektive: „Das Publizieren auf Preprint-Servern wie ChemRxiv ist für Nachwuchswissenschaflter*innen wichtig, da es schnelles Feedback und Austausch ermöglicht.“ Die Nachwuchsgruppenleiterin eines Freigeist-Fellowships an der Technischen Universität Dresden empfiehlt die Beantwortung von zwei Fragen bei der Auswahl eines Preprint-Servers: „Welche Server kommen generell für die eigene Fachdisziplin in Frage?“ und „Warum eignet sich dieser am besten für das eigene Paper?“

Professor Dr. Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker*innen wies auf die zentrale Stellung, die Open Access in der Fachgesellschaft einnimmt, hin. „Chemistry open“ – unter diesem Motto beleuchtete er sowohl die Relevanz von DEAL für die Forschung als auch das Publikationsorgan der GDCh, die „Angewandte Chemie„.
Demfolgend berichtete Dr. Marc Kielmann (Beilstein Institut) unter dem Titel „Why diamonds are a chemist’s best friend“ die Vorzüge einer Publikation in einem Diamond Open Access Journal. Das Non-for-Profit-Institut  bietet die Möglichkeit zur APC-freien Open-Access-Publikation.
Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Information bedeutet auch die freie Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten. Die Unterstützung verschiedener Repositorien und die Möglichkeit den Datenfluss durch Software und Tools zu vereinfachen, dafür tritt der NFDI4Chem ein. Dr. Nicole Jung zeigte auf, wie sich die Datenbereitstellung im Datenrepositorium Chemotion realisieren ließe und  in welchem Umfang dabei Kooperationen mit Verlagen möglich sein können.
Stehen die Forschenden vor den Fragen des Publikationsortes und der Unterstützungsmöglichkeiten, ist eine Anfrage an Open-Access-Beauftragte bzw. Personen aus dem publikationsunterstützenden Bereich der Bibliothek an der eigenen Einrichtung sinnvoll. Michaela Voigt von der Technischen Universität Berlin beleuchtete einzelne Services und zentrale Open-Access-Förderkriterien ihrer Einrichtung, die sich in dieser oder ähnlicher Form auch an vielen anderen wissenschaftlichen Bibliotheken finden lassen.

Gemeinsam deckten die Wissenschaftler*innen über den Workshop hinweg Bedarfe, Fragen und Herausforderungen auf: Die Erhöhung der Transparenz stehe neben dem Wunsch einer unkomplizierten Finanzierung der eigenen Publikation. Einige Aussagen betrafen Daten- und Open-Access-Publikationen: Es werde ein Qualitätssicherungsprozess benötigt. Dieser sollte aus der wissenschaftlichen Community heraus gestaltet werden und dem Bild eines unkontrollierten Massenpublizerens vorbeugen.

Political Commitment toward Open Science: Open4DE Spotlight on the Open Access Landscape in France

Authors: Maike Neufend, Martina Benz, Malte Dreyer

Open access is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access (OA) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide open access strategies.

The open access movement in France plays a vital role since the beginning in the European region. Already around the 2000s French research institutions launched the Revues.org platform (1999) – now OpenEdition – for open access journals primarily in Humanities and Social Sciences. In 2001 the Centre national de la recherche scientifique (CNRS) started running HAL open archive (2001), a repository open to all disciplinary fields. In 2003 the CNRS signed the Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. During many years open access was a matter of personal involvement from individuals within institutions, says Pierre Mounier, deputy director of OpenEdition and coordinator of OPERAS:

The personal commitment based on political values works locally, but at one point you reach a glass ceiling. You don’t get that general movement because it is only a matter of individuals. It really changed in France…

In 2021 France has already published the Second National Plan for Open Science. Generalising Open Science in France 2021-2024. And during the recently held Open Science European Conference (OSEC) the French Committee for Open Science presented the Paris Call on Research Assessment, calling for „an assessment system where research proposals, researchers, research units and research institutions are evaluated on the basis of their intrinsic merits and impact […]“. In line with the general development across Europe, according to the UNESCO Recommendation on Open Science and other policy papers, Open Science is no longer a question of few committed librarians, information scientists and researchers, but part of the national strategy on scholarly communication.

What can be achieved by a national strategy?

In Germany multiple stakeholders publish their own policies and strategies, committing to open access practices and values. Marin Dacos, national open science coordinator at the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation, emphasizes that a national strategy is a strong signal no matter what, because multiple stakeholders receive concrete directions by such strategies. In addition, it might be more efficient to speak as a country regarding these issues, in particular at the international level, f.e. within the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), the European Commission and The Council for National Open Science Coordination (CoNOSC), a network of national coordinators in the UN-European region supported by SPARC Europe.

Looking at France, for certain topics national negotiations seem more convenient: Considering investment in green open access or diamond open access, it is more realistic to achieve progress on the national level instead of federal, local or institutional levels only. Setting open access on the national agenda allows for strategic planning. This argument is not only supported by the content of the two national plans for open science in France from 2018 and 2021, but also on the recently published Action Plan for Diamond Open Access „to further develop and expand a sustainable, community-driven Diamond OA scholarly communication ecosystem“. Prepared by OPERAS, PLAN S, Science Europe and French National Research Agency (ANR) the plan was commented by experts of a workshop sponsored by the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation in preparation for the OSEC conference. A summary of this conference and links to recordings are available online.

The National Plan and its infrastructure

But how did the first national plan actually come about in 2018? After the election in 2017, Frédérique Vidal became Minister for Higher Education, Research and Innovation. Since 2017 Marin Dacos is open science advisor to the director-general for research and innovation at the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation. He has been highly involved in the writing process of the French Open Science Plan. The open science committee was founded in 2019, consisting of a steering committee of open science, a permanent secretariat for open science (SPSO), colleges and expert groups as well as the forum for open science.

The steering committee meets 3–4 times a year to make strategic decisions related to the national strategy, acts as the Council of Partners of the National Fund for Open Science (GIS FNSO) and decides which initiatives to fund. The permanent secretariat headed by the national coordinator for open science gathers monthly to prepare the work of the steering committee, and to ensure the implementation of its conclusions. It coordinates the work of the colleges of the open science committee, oversees the editorial board of the ouvrirlascience.fr website, and monitors the progress of ongoing projects for the operational implementation of the national open science policy. The colleges and expert groups are standing bodies composed of experts on various aspects of the national open science policy. They review issues, propose guidelines, issue opinions, and initiate and lead projects. The forum for open science supports the committee by bringing in the experience of professionals from academia and research institutions. It provides a space for dialogue, exchange and development of shared expertise. As Morka and Gatti point out, the open science committee is one of the „main platforms where librarians engage in discussions on open access“.

Moreover, in the French case, a national fund (Fonds National pour la Science Ouverte, FNSO) is in place since the first National Plan on Open Science (2018) funded by „ministerial allocations and voluntary contributions from institutions of higher education, research and innovation, as well as contributions from foundations and patrons“. Through this fund the steering committee for open science can incentivize concrete projects to foster implementation of measures articulated in the national plan, „it helps to target specific actions, an important transformation effect to help move forward“, says Mounier. 48 projects have been selected by the steering committee, 22 projects in 2019 mainly on research infrastructures, digital platforms and editorial initiatives and 26 projects in 2021 focusing on editorial platforms and structures as well as editorial content. Beside the fact that the fund is limited in its financial power, it is an important addition for a successful implementation of a national strategy.

What is there to consider for the German landscape?

One important lesson to learn from France refers to the administration of open access within the ministry. Open science and open access is highly coordinated inside the ministry and thus funds are not administered differently for these closely linked topics. However, the level of diversity included in the French national strategy is something to look up to. This is also visible in how the implementation of the national strategy is monitored in France. One aim of the French national open science strategy is the objective of a 100% open access rate in 2030 and progress is monitored on the national level. But different from the German Open Access Monitor the French version relies only on „using reliable and controlled open data“ like data from Unpaywall, DOAJ or OpenAPC – source databases like Web of Science or Scopus are not included. In addition, the French Open Science Monitor aims at including all scientific output and thus shows not only open access articles published in peer-reviewed journals but proceedings, book chapters, books and preprints as well. Sorting according to disciplines and their open access output is presented and the language of publication is shown as well. It is positive to see that both, the German and the French monitor, include diamond open access and thus differentiate it from full APC gold open access already.

But what works well in France is not necessarily the right path for Germany. University presses are well-developed in France, while the national publishing platform OpenEdition provides an infrastructure to publish open access books as well as journals. In Germany a decentralized library system operates quite autonomous on institutional levels, with different library consortia across federal states. A national publishing platform like OpenEdition may look like a desirable model, but as Pierre Mounier points out, does it really make sense for Germany? An important impulse from our interviews with French open science experts has been the question, how we can use the federated infrastructure in Germany as an advantage and not an obstacle for a national open access agenda.

References

(2017). „Jussieu Call for Open Science and Bibliodiversity.“ Accessed April 6, 2022. https://jussieucall.org/jussieu-call/.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche  et de l’Innovation (2018). „National Plan for Open Science.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/wp-content/uploads/2019/08/National-Plan-for-Open-Science_A4_20180704.pdf.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche  et de l’Innovation (2021). „Second National Plan for Open Science Generalising Open Science in France 2021-2024.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/second-national-plan-for-open-science/,

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation (2022). „Paris Call on Research Assessment.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/paris-call-on-research-assessment.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation (2022). „Action Plan for Diamond open access.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/action-plan-for-diamond-open-access-2.

Mounier, Pierre (2019). „From Open Access as a Movement to Open Science as a Policy.“ Presented at the 2019 2nd AEUP Conference: (Re-)Shaping University Presses and Institutional Publishing. Profiles – Challenges – Benefits, Brno, Czech Republic, October 3. Accessed April 6, 2022. https://doi.org/10.5281/zenodo.3471026.

Morka, Agata, and Rupert Gatti (2021). „France.“ In Academic Libraries and Open Access Books in Europe: A Landscape Study. PubPub. Accessed April 6, 2022. https://doi.org/10.21428/785a6451.6df6495e.

Empfehlung für eine Landesinitiative Open Research Berlin

Hintergrund: In ihrer Sitzung vom 8. Dezember 2020 begrüßte die AG Open-Access-Strategie Berlin unter der Leitung des damaligen Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach und des leitenden Direktors der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin Dr. Andreas Brandtner, zeitnah die Entwicklung einer Berliner Landesinitiative für Open Research aufzunehmen. Diese soll auf der derzeit geltenden erfolgreichen Open-Access-Strategie für Berlin aus dem Jahr 2015 aufbauen und aus mehreren Komponenten bestehen. Die von der AG empfohlenen Komponenten fassen wir in diesem Blogpost zusammen. Wir greifen zusätzlich einige neue Entwicklungen auf.

Von der Open-Access-Strategie zu einer Landesinitiative Open Research

Die Zahl der Berliner wissenschaftlichen und kulturellen Landeseinrichtungen mit einer Open Access Policy hat seit der Verabschiedung der Berliner Open-Access-Strategie im Jahr 2015 stark zugenommen. Inzwischen haben beispielsweise zehn von vierzehn Berliner Hochschulen eine Open Access Policy verabschiedet und bieten entsprechende Infrastruktur- und Unterstützungsangebote an bzw. bauen diese auf. An den drei Universitäten wird außerdem das Forschungsdatenmanagement in Form von Policies adressiert. Diese Einrichtungen haben auch entsprechende Services und Abteilungen für das Forschungsdatenmanagement aufgebaut.

Policies, die eine offene Wissenschaft mit Bezug zum gesamten Forschungsprozess und zu den verschiedenen Handlungsfeldern von Open Science bzw. Open Research adressieren, gibt es ebenfalls bereits an Berliner Einrichtungen. Zuletzt hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Open-Science-Erklärung verabschiedet. Beispiele für bereits veröffentlichte Policies an Berliner Einrichtungen sind:

Eine Übersicht zu Open Access Policies und weiteren Aktivitäten von Einrichtungen in Verantwortung des Landes Berlin hat das OABB hier zusammengestellt.

An allen Berliner wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen bestehen bereits Initiativen und Projekte offener Wissenschaft. Der Forschungsverbund der Berlin University Alliance, der das Ziel verfolgt, eine Forschungskultur geprägt von Qualität, Offenheit und Transparenz zu etablieren, unterstützt dieses Ziel durch verschiedene Maßnahmen und Projekte. Zu den Aktionsfeldern gehört beispielsweise die OpenX-Initiative und die Förderung von Projekten in den Themenfeldern Open Access und Forschungsdaten in Objective 5 sowie Open Science in Objective 3.

Der Ansatz der empfohlenen Landesinitiative Open Research Berlin ist nun, die offene Wissenschaft an den Wissenschafts- und Kultureinrichtungen des Landes Berlin zu stärken. Die Landesinitiative ist langfristig angelegt und soll die bestehenden Aktivitäten und Maßnahmen im Kontext von Open Research an den Berliner Einrichtungen aufnehmen, sichtbar machen und weiterentwickeln sowie die Berliner wissenschaftlichen und kulturellen Landeseinrichtungen bei den kommenden Herausforderungen unterstützen.  

Was ist Open Research?

Die Bezeichnungen Open Research und Open Science beschreiben im Sinne der Landesinitiative verschiedene Konzepte und Praktiken der wissenschaftlichen Kommunikation und Arbeitsweise, um einen offenen und nachhaltigen Zugang zu Publikationen, Forschungsdaten einschließlich Kulturdaten, wissenschaftlicher Software, Bildungsmaterialien und weiteren Forschungsergebnissen und -quellen zu erreichen. Open Research verfolgt das Ziel, öffentlich geförderte Wissenschaft, Forschung und Lehre aller Disziplinen für eine breite Öffentlichkeit finanziell, rechtlich und technisch uneingeschränkt zugänglich und nachnutzbar zu machen, die Teilhabe zu ermöglichen sowie die Transparenz der Wissenschaft und damit ihre Qualität zu verbessern. Das schließt u.a. die offene Bereitstellung der Forschungsmethoden und Workflows (Open Methodology) sowie Forschungsinformationen und offene Begutachtungsformen (Open Peer Review) ein. Um die Nachnutzbarkeit von Daten zu ermöglichen sollten die FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship berücksichtigt werden.

Die Empfehlung verwendet die Bezeichnung Open Research, weil mit Open Science häufig eher naturwissenschaftliche Disziplinen verbunden werden. Eine Landesinitiative sollte aber explizit auf offene wissenschaftliche Kommunikation und Arbeitsweisen in allen Wissenschaftsdisziplinen, im Bereich von Kunst und Kultur, aber auch in wirtschaftlichen Einrichtungen (Open Innovation) ebenso wie gemeinnützigen Initiativen ausgerichtet sein.

Ziele für das Land Berlin

Für das Land Berlin sind mit einer Stärkung und Weiterentwicklung von offener Wissenschaft und Kultur die folgenden Zielstellungen verknüpft:

Offene Wissenschaft ist die Wissenschaft der Zukunft. Die drängende Notwendigkeit der effizienten Bewältigung globaler Krisen wie der COVID- 19-Pandemie, des Klimawandels und anderer aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen, macht den Bedarf an einer in jeder Hinsicht offenen Wissenschaft deutlicher als jemals zuvor. Eine solche Wissenschaft ist auf offenen Informationsaustausch und Förderung des Transfers der Ergebnisse in die Gesellschaft ausgerichtet. Ihre Prinzipien sind Transparenz, Partizipation, Fairness und die Anerkennung von Diversität. Die Wissenschaftspolitik ist jetzt gefordert, die Weichen in Richtung einer zügigen Entwicklung von Open Research zu stellen: regional, national und international.

Offene Wissenschaft stärkt den Wissenschaftsstandort Berlin. Die Berliner Wissenschafts- und Forschungslandschaft besticht durch eine große Vielfalt. Ihre gleichzeitige Heterogenität und Exzellenz bilden eine ideale Ausgangslage zur Entwicklung einer Open-Research-Strategie, die eine Open-Research-Infrastruktur einrichten muss, die den Wissenschaftsstandort Berlin langfristig und nachhaltig stärkt und die Anschlussfähigkeit an internationale Entwicklungen sichert.

Die Landesinitiative Open Research Berlin forciert die langfristige Kooperation. Sie ist als gemeinsame Initiative des Landes Berlin für die in der in Verantwortung des Landes stehenden Wissenschafts- und Kultureinrichtungen, der Berlin University Alliance und des Verbunds der Berlin Research 50 für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie die Bundeseinrichtungen und die Einrichtungen des kulturellen Erbes angelegt. Die Landesinitiative folgt damit dem Leitgedanken: Open Research für mehr Transparenz, Forschungsqualität und Partizipation.

Empfehlungen der AG Open-Access-Strategie Berlin

– Rahmenbedingungen

Open-Research-Strategie 2022–2026: Für das Land Berlin sollte eine Open-Research-Strategie für die Jahre 2022–2026 entwickelt werden. Die Verständigung über den Begriff, die Handlungsfelder, Grundprinzipien und Werte sollte im Zuge des partizipativen und transparenten Entwicklungsprozesses der Strategie im Dialog mit den Forschenden an den Berliner wissenschaftlichen und kulturellen Landeseinrichtungen stattfinden.

Verankerung von Open Research im BerlHG (bereits umgesetzt): In das BerlHG sollte Open Research als Zielstellung und darüber hinaus in Form von Unterstützungsangebote, wie z.B. eine Incentivierung von Open-Research-Aktivitäten insbesondere in Berufungsverfahren, Repositorien, Open-Access-Publikationsfonds und Beratungsangebote für die Open-Research- Handlungsfelder, aufgenommen werden.

– Infrastruktur, Beratung und Servives

Dezentrale Beratungsservices: An den Hochschulen sollten bezogen auf die Handlungsfelder von Open Research dezentrale Beratungsservices einschließlich der Maßnahmen zum Kompetenzaufbau in der Lehre und Weiterbildung durch die Hochschulen sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Forschende, Lehrende, Verwaltung und Serviceeinrichtungen auf- und ausgebaut werden.

Zentrale Clearing-Stelle für die Rechtsberatung: Es sollte eine zentrale Clearing-Stelle für die Rechtsberatung bei der öffentlichen Dokumentation und Verbreitung wissenschaftlicher Arbeitsschritte und Forschungs(teil)ergebnisse im internationalen Kontext (insbesondere urheberrechtliche, datenschutzrechtliche und informationsethische Beratung) aufgebaut werden. Wichtige Voraussetzungen für die Etablierung einer solchen Clearing-Stelle sind die dauerhafte Finanzierung und die Abstimmung
u.a. mit dem im Rahmen der Berlin University Alliance aufzubauenden Center for Open and Responsible Research (CORe).

Landesmaßnahme Forschungsdatenmanagement: In Anlehnung an Initiativen anderer Bundesländer sollte eine zentrale langfristige Dateninfrastruktur und -servicelösung für die Speicherung und Verfügbarmachung von Forschungsdaten und weiteren Forschungsmaterialien im Rahmen einer Landesmaßnahme zum Forschungsdatenmanagement entwickelt werden. Wie bereits in der Open-Access-Strategie von 2015 dargestellt wurde, befinden sich die Konzepte für eine Langzeitarchivierung in einer dynamischen Entwicklung und der Betrieb entsprechender Infrastrukturen übersteigt die Kapazitäten der einzelnen Institutionen, so dass hier zentrale oder kooperativ betriebene Services sinnvoll sind.

– Finanzierung im Rahmen der Hochschulverträge

Koordinierungsstelle Open Research Berlin als Weiterentwicklung des Open-Access-Büro Berlin: Das Land Berlin sollte eine langfristig angelegte Koordinierungsstelle Open Research aufbauen, die aus dem bestehenden Open-Access-Büro Berlin weiterentwickelt wird. Diese Koordinierungsstelle sollte auf eine enge Kooperation mit den Open-Research-Maßnahmen der Berlin University Alliance und dem Verbund Berlin Research 50 angelegt sein.

Zielvereinbarung und Finanzausstattung in den Hochschulverträgen: Umfassende Maßnahmen und Unterstützungsangebote zu Open Access und Open Research an den Hochschulen sowie die Koordinierungsstelle Open Research Berlin sollten jenseits von Tarif-, Besoldungs- und sonstigen Kostensteigerungen als echte Zusatzfinanzierung in die Hochschulverträge aufgenommen werden.

Bereitstellung von Mitteln für die Open-Access-Transformation: Es sollten sowohl Mittel für die Finanzierung der Transformation von subskriptions- auf publikationsbasierte Modelle als auch Mittel für die Finanzierung von alternativen Modellen und Publikationsformaten (z.B. konsortiale Modelle, scholarled publishing) bereitgestellt werden.

Bereitstellung von Mitteln für die Open-Research-Transformation: Um neben Text-Publikationen weitere Handlungsfelder von Open Research zu unterstützen, sollten z.B. Fördermaßnahmen auf Wettbewerbsbasis zur Transformation vorhandener Wissenschaftspraxen und Entwicklung neuer Open-Research-Praxen (Bereitstellung von Open Research Data, Werkzeuge, Labs, Methoden, Kommunikationsmittel) auf Basis von Open-Source-Infrastruktur und in Kooperation mit not-for-profit-Organisationen entwickelt werden. Die offene Bereitstellung von Bildungsmaterialien (nach der Definition von Open Educational Resources, OER) an den Berliner Hochschulen könnte als ein weiteres Handlungsfeld von Open Research unterstützt werden.

Fortsetzung der Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes im
Kultur- und Wissenschaftsbereich
: In der Berliner Open-Access-Strategie von 2015 wurde angeregt, dass über die Digitalisierung kultureller Objekte und Sammlungen hinaus auch für die Digitalisierung alter, wertvoller und wissenschaftsrelevanter Archiv- und Literaturbestände der Berliner wissenschaftlichen Einrichtungen, Bibliotheken und Archive ressortübergreifend zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden sollten.

Die Mittel, die für den Kulturbereich im Rahmen der Fördermaßnahme Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes durch den Senat für Kultur und Europa bereitgestellt werden, sind im Jahr 2018 verstetigt worden. In gleichem Maße sollten basierend auf wettbewerblicher Förderung von Projekten und zentraler Koordinierung und Unterstützung durch das Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung (digiS) Mittel für die Digitalisierung von Objekten wissenschaftlicher Sammlungen durch den Senat für Wissenschaft und Forschung (jetzt: Senat für Gesundheit, Wissenschaft, Pflege und Gleichstellung) bereitgestellt werden. Maßgabe für Digitalisierungsprojekte sollten die Grundprinzipien von Open Research sein.

Das Begleitprojekt Berlin Open Research and Culture

Die Empfehlung wird durch das von der Berlin University Alliance finanzierte Projekt Berlin Open Research and Culture des Open-Access-Büros begleitet. In Rahmen dieses Projekts wurden in 2020 eine Befragung unter Berliner Forscher*innen und im Open-Research-Umfeld aktiven Menschen durchgeführt. Die Konsultation hat wissenschaftliche und kulturelle Landeseinrichtungen in Berlin zu wichtigen Handlungsfeldern, zu bestehenden und geplanten Aktivitäten und zu den Werten und Prinzipien von Offenheit in der Wissenschaft befragt. In einer anschließenden Interviewstudie in 2021 wurden ausgewählte Berliner Kulturerbeinstitutionen zu strategischen Positionen sowie zu Maßnahmen und ihren Bedarfen hinsichtlich Open Access und Open Research befragt. Die Ergebnisse der Gespräche werden im Rahmen des Workshops Berlin Open GLAM: Open-Access-Praktiken in Berlins Kulturerbeinstitutionen am 26. April 2022 geteilt.

Kontakt

Für Rückfragen steht das Open-Access-Büro Berlin gerne zur Verfügung.

Referenzen

Kindling, Neufend, Stiller, Trkulja, Kobialka, Wenninger (2021) Open-Access-Landesstrategien und der Weg zur offenen Wissenschaft – Möglichkeiten und Herausforderungen am Beispiel Berlin. DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.5535754

Kindling, Neufend, Stiller, Trkulja (2021) Ergebnisbericht Online-Konsultation Berlin Open Research. DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.4558710

Performing Open Access – Ein Workshop für und mit den Darstellenden Künsten

Von Friederike Kramer und Linda Martin

Performing Open Access – der Titel wurde Programm, als sich am 13. Dezember Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiter*innen gemeinsam mit Infrastrukturanbietenden über Bedarfe, die Umsetzung von und Angeboten zu Open Access ausgetauscht haben. Im Rahmen des Projektes open-access.network richteten das Open-Access-Büro Berlin und die Universitätsbibliothek der Universität der Künste einen interaktiven Workshop aus, der die Darstellenden Künste adressierte. Die 25 Teilnehmenden nutzten die Möglichkeiten des Gather.town-Raumes zum Austausch und zur Vernetzung.

Workshop „Performing Open Access“ am 13.12.2021

Zum Einstieg nahm Jason Corff (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz) die Anwesenden mit auf eine Gedankenreise, die ihnen seine zwischen Kartographie und Choreographie angesiedelte Arbeit näher brachte. Open Access ist nicht gleich Open Access – wo die Wissenschaften verschiedene Anforderungen an die Verfügbarmachung von Wissen stellen, bringen die künstlerischen Inhalte andere Publikationsformate – wie Videomitschnitte oder enhanced publication – und auch ein gesondertes Verständnis gegenüber des eigenen Wirkens hervor. Corff wies auf die Herausforderungen hin, die ihm während seiner Forschungen begegnen. So sei ein „access to research“ bereits bei der Suche nach Publikationen durch ein fehlendes Vokabular stark erschwert.

Von den Einblicken in die Praxis ging es zu einem Blick auf die Praxis und die rechtlichen Aspekte. Dr. Paul Klimpel (irights.law) verwies auf den performativen Moment des Schaffens, das Werk, dass in der Aufführung bzw. in dem Moment des Ausübens bestehe. Vervielfältigungen hätten somit in den Darstellenden Künsten eine etwas anders gelagerte Stellung. Eine Aufzeichnung des Geschaffenen sei eher zweitrangig gelagert und ginge einher mit einer Form des Kontrollverlustes, welches sich häufig in Form der Vergabe einer CC-BY-NC-ND-Lizenz äußere. Dahinter stünden die Sorgen einer unerwünschten Weiterverwendung, einer Nichtnennung des*der Urheber*in bzw. einer starken Veränderung des eigenen Werkes. Ein wichtiger Fokus wurde auch auf die Vielzahl der zu bedenkenden rechtlichen Aspekte gelegt, die mit dem Urheberrecht beginnen und sich von Persönlichkeitsrechten bis hin zu Aufführungsrechten in einem weiten Spektrum bewegen.

Warum es aber dennoch wichtig sei, sich für eine barrierefreie Veröffentlichung der eigenen Werke stark zu machen, betonte schon zuvor Dr. Anna Luise Kiss, Rektorin der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Sie betonte die den Darstellenden Künsten immanente Hinwendung zur Openness auf vielerlei Ebenen:
Die digitale Dokumentation diene als Resonanzboden außerhalb der eigenen Community und ermögliche dabei eine Rückwirkung auf die Kunst. So seien Open-Access-Publikationen, wie im Journal of Artistic Research ein „Instrument der Öffnung“, welches eine Auseinandersetzung mit dem Kreierten und eine Vernetzung voranbringe. Die öffentliche Genese der Darstellenden Künste, das per se Präsentieren wollen, sieht sie zudem als beste Ausgangsposition für Open Access.

In einem Block, der sich den Themen Veröffentlichungen und Support widmete, stellte Casper Schipper die Publikationsplattform Research Catalogue vor. Neben einer europaweiten institutionellen Anbindung hat der*die Autor*in die Möglichkeit quasi im „Selbstverlag“ Dateien, Forschungsdaten und Beschreibungen des eigenen Schaffens als „exposition“ abzulegen. Die Plattform ist auf die Bedarfe der Künste ausgerichtet und bietet eine (soweit möglich) all-in-one Präsentation des eigenen Schaffens. Im Vergleich zu anderen Repositorien ist der Research Catalogue nicht nur eine Veröffentlichungsplattform, sondern eine Ausstellung künstlerisch-wissenschaftlichen Schaffens.
Im Anschluss stellte Peggy Große (Fachinformationsdienst arthistoricum.net) Services und Angebote – darunter Guidelines und das Repositorienangebot „Radar4Culture“ – des NFDI4Culture vor. Die Arbeit des Konsortiums lebt von der Beteiligung, in Form von Foren, Plenaries, oder auch der #CultureHours.
An zwei virtuellen Thementischen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Frage an die Vorredner*innen zu adressieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Auf Chancen und Herausforderungen von Open Access in den Darstellenden Künsten gingen die Referent*innen und Diskutant*innen des Nachmittags ein.
So zeigten die Ergebnisse einer Umfrage des Fachinformationsdienstes Darstellende Kunst zum Thema „Veröffentlichung von Forschungsdaten“, präsentiert von Franziska Voß und Julia Beck, dass die Proband*innen Schwierigkeiten bei der Auffindbarkeit bzw. Nachnutzung von Daten haben, andererseits jedoch nur zu einem geringen Prozentwert selbst offene Forschungsdaten publizieren. Der FID ermöglicht den Wissenschaftler*innen qua Freikauf einen Zugriff auf Open-Access-Literatur.
PD Dr. Dr. Grischka Petri (Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur Karlsruhe) griff Fragestellungen und Sorgen rund um Urheberrecht und Lizenzvergabe auf. Er ist einer der Betreuenden des Legal Helpdesk von NFDI4Culture. Er verwies auf die besonderen Herausforderungen einhergehend mit den „Wahrnehmungsformaten“ in den Darstellenden Künsten. So stünden bspw. Aufführung, Senderechte, Skripte parallel – Aber wie verhalten sich Schutzrechte zueinander?

Ein Vortrag von Till Ansgar Baumhauer (Hochschule für Bildende Künste Dresden), beleuchtete abschließend das EU-geförderte Projekt EU4Art. Er betonte, dass der Prozess des Schaffens immer wichtiger werde und somit „Zwischendaten“ eine wichtige Rolle spielten. Die Verpflichtung zu einer Bereitstellung der Arbeitsinhalte im Open Access stellt das internationale Projekt vor Fragen um Datenquellen und die Kuratierung von Datenmengen.

Den Abschluss des Tages bildete ein interaktiver Erfahrungsaustausch frei nach dem Motto „Bring your own problem“. Im Dialog gingen die Teilnehmenden auf die Fragestellungen ihres Gegenübers ein. Themen waren unter anderem die Rechte eines Theaterverlags an einem Werk, welche aus der Übersetzungsleistung dessen hervorging (der Urheber war bereits 70 Jahre verstorben) oder aber die Rechteklärung im Falle einer Zweitveröffentlichung, sollte ein Verlag nicht mehr bestehen. Die wiederkehrende Diskussion um das Betreiben einer Plattform und die Bereitstellung verschiedener medialer Inhalte offenbarte ein Desiderat in den künstlerischen Fächern: So mangelt es bisher an einer öffentlich finanzierten Möglichkeit multimediale Inhalte, unter Einhaltung der FAIR-Prinzipien, abzulegen. Es bleibt eine Herausforderung für die künstlerischen Hochschulen, ihre Expertise als Grundstein für ein zukünftiges Angebot einzubringen.

Der eintägige Workshop konnte nicht nur erstmals Beauftragte, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus dem Gebiet der Darstellenden Künste versammeln, sondern wies Richtung Zukunft. So brauche es neben der staatlichen Förderung einer rechtssicheren Publikationsplattform auch eine Vernetzung innerhalb der Community. Eine Vermittlung von Kenntnissen zu Open Access während des Studiums ist ebenso wichtig wie eine Sammlung bereits bestehender Angebote. Um den „access to research“, nach den Worten von Jason Corff, zu erleichtern, bräuchte es ein gemeinsam verwendetes Vokabular. Trotz vieler Aufgabenfelder haben sich die Darstellenden Künste auf den Weg gemacht, ihr Schaffen und ihr Wissen zu teilen.

Kein Budget für Open Access? Workshop zu Workflows im Rahmen der Budgetentwicklung an Fachhochschulen in Berlin-Brandenburg

Von Daniela Celis Roggendorf

Der Workshop „Workflows im Rahmen der Budgetentwicklung für die Open-Access-Transformation an Fachhochschulen in Berlin und Brandenburg“ fand am 25. November 2021 virtuell statt und wurde im Rahmen des BMBF-Projekt open-access.network vom Helmholtz Open Science Office gemeinsam mit dem Netzwerk von Forschungsreferent*innen an den Fachhochschulen in Berlin und Brandenburg organisiert.[1]
Im Rahmen der Implementierung von Open-Access-Praktiken in den Fachhochschulen gewinnt das Thema Budgetentwicklung und Ressourcenplanung (finanziell sowie personell) an Bedeutung. In diesem Zusammenhang stellt die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Forschungsreferent*innen und Bibliotheksmitarbeitenden ein wesentliches Element dar. Dementsprechend ermöglichte der Online-Workshop eine Teilnahme im Tandem-Format, so dass aus jeder Einrichtung jeweils eine Vertreter*in der Bibliothek und der Forschungsadministration eingeladen wurde.

Schima, Juliann (open-access.network): „Workflows im Rahmen der Budgetentwicklung für die Open-Access-Transformation“

Drei Impulsvorträge zu Beginn gaben erste Einblicke in das Thema der Budgetentwicklung und möglicher Diskussionspunkte. Paul Schultze-Motel (Helmholtz Open Science Office / open-access.network) zielte in seinem Vortrag auf eine zentrale Frage hin: Aus welchem Etat werden bzw. sollen die Open-Access-Publikationskosten bezahlt werden?
In einem zweiten Vortrag führte Benjamin Auberer (Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München) Erkenntnisse seiner Masterarbeit „Etatverteilung nach dem DEAL: Ergebnisse einer überregionalen Interviewstudie an Universitätsbibliotheken“ aus.[2] Mit Blick auf die schwankenden Publikationszahlen sind unter anderem die  Flexibilisierung von Etats sowie die Vernetzung innerhalb der Einrichtungen bezüglich der  Budgetverwaltung und des Monitorings notwendig. Er hob die zentrale Stellung der regionalen Vernetzung und die Rolle von Bibliotheken innerhalb von Forschungsprozessen hervor.
Zuletzt beschrieb Günter Mey (Hochschule Magdeburg-Stendal) seine Erfahrungen in der Umsetzung von Open Access an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Von Relevanz für den Prozess seien die Unterstützung der Leitungsebene innerhalb der Einrichtung, eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen forschungsunterstützenden Abteilungen und den Forschenden, transparente Informationen sowie die Kooperation zwischen verschiedenen Open-Access-Projekten und –Akteur*innen, intern sowie extern.

Im zweiten Teil des Workshops gingen die Hochschulteams in einen fokussierten Austausch.
Die zwei Diskussionsgruppen hielten fest, dass es trotz verschiedener Grade der Implementierung von Open Access an den Einrichtungen viele gemeinsame Erfahrungen gibt. So wird die Open-Access-Transformation an den meisten Fachhochschulen von Forschungsreferent*innen und Bibliothekar*innen als einer von vielen Aufgabenbereichen betreut. Eine zentrale Erkenntnis aus den Arbeitsgruppen ist, dass Open Access dauerhaft in der Struktur der Hochschule verankert sein sollte. In Bezug auf die Budgetentwicklung wurde das Monitoring von Publikationsoutputs als zentral eingeschätzt, um eine Prognose der Publikationskosten erreichen zu können. Für das Monitoring ist der Einsatz von Forschungsinformationssysteme (FIS) von großer Bedeutung, um die Forschungsaktivitäten und -projekte der Hochschulen umfassend offenzulegen. Von hoher Relevanz sind hier Schnittstellen zu anderen Systemen innerhalb der Einrichtung und zu externen Services. So könnte eine Automatisierung von Workflows ermöglicht und Arbeitsaufwände gesenkt werden.

Im Anschluss an die Arbeitsgruppenphase gaben das Open-Access-Büro Berlin (OABB) und die Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg (VuK) Einblicke in die Arbeitsfelder der beiden Vernetzungsstellen sowie Anknüpfungspunkte für zukünftige Aktivitäten, die die Hochschulen bei der Open-Access-Transformation unterstützen.

Ein Fazit des Workshops: Open Access ist ein Querschnittsthema innerhalb der Einrichtungen und bedarf einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschungsreferaten und Bibliotheken. Das Format hat sich als sehr kommunikationsfördernd für den Anstoß und die Weiterentwicklung der Kommunikation zwischen den Vertreter*innen beider Serviceeinheiten erwiesen. Darüber hinaus wird ein konstanter und aktiver Austausch der Fachhochschulen untereinander als wichtig eingeschätzt, um die Open-Access-Transformation zu unterstützen.

Der Workshop ist Teil einer Reihe, die sich dem Schwerpunkt „Budgetentwicklung im Kontext der Open-Access-Transformation“ widmet. Das Angebot wird im Rahmen von open-access.network durch das Helmholtz Open Science Office ausgerichtet. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von open-access.network.


[1] Eine Veröffentlichung der Erhebungen im Rahmen der Masterarbeit von Benjamin Auberer, „Etatverteilung nach dem DEAL: Ergebnisse einer überregionalen Interviewstudie an Universitätsbibliotheken“ steht gegenwärtig noch aus.
[2] Teilnehmende Fachhochschulen in Berlin und Brandenburg: Alice Salomon Hochschule Berlin, Berliner Hochschule für Technik, Evangelische Hochschule Berlin, Fachhochschule Potsdam, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, Technische Hochschule Brandenburg, Technische Hochschule Wildau.


Veranstaltungshinweis 16.12.2021: Indikatoren und Incentives für Open Science beim InnoSci Festival „unknOwn unknOwns“

Session 4 am Policy Day des Festivals (16.12.) von 14.45-15.30 Uhr: From Law to Implementation: Recent Practice and Models for Indicators and Incentives for Open Science at Berlin’s Universities and Colleges

Internal evaluations and careers procedures of research institutions are key components for deepening Open Science. We discuss opportunities and hurdles for introducing incentives and ways to sustainably integrate Open Science practices into daily research evaluation. This is particularly relevant because of the amended Berlin Law for Higher Education that invites new approaches regarding Open Science.

Im September hat das Berliner Abgeordnetenhaus eine Novelle des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) verabschiedet, das derzeit vor allem wegen der Regelung für die Verstetigung von Postdocs auf Qualifizierungsstellen bundesweit diskutiert wird. Mit der Novelle wurde auch das Thema Open Science in §41 Forschungsberichte aufgenommen. Die Hochschulen sollen unter anderem die Anerkennung von Open-Science-Praktiken “bei der Bewertung von Forschungsleistungen im Rahmen ihrer internen Forschungsevaluation und bei Einstellungsverfahren die Anerkennung” fördern (§ 41 (5)). Die Ausgestaltung dieser Vorgabe ist nun Gegenstand eines Aushandlungsprozesses zwischen Land und Hochschulen. Dazu gehört unter anderem die Frage, wie umfangreich die Hochschulen bei der Umsetzung auf Vorarbeiten aufbauen können und wie sie unterstützt werden können.

Hier setzt das Zwiegespräch von Dr. Miriam Kip (Berlin Institute of Health, Charité – Universitätsmedizin Berlin) und Rinze Benedictus (University Medical Center Utrecht) an. In der Veranstaltung geht es um die Vorstellung der bisherigen Praktiken der internen Forschungsbewertung. Dazu wird Miriam Kip Möglichkeiten aufzeigen, z.B. in Berufungsverfahren, bei der intramuralen Vergabe von Fördermitteln oder im Rahmen der Leistungs-orientierten MIttelvergabe die vielfältigen Open Science-Aktivitäten der Forschenden anzuerkennen. Von der Praxis geht es zu Vorbildern, die wir mit Isabella Peters diskutieren wollen. Während eine gesetzliche Verankerung in Berlin noch ein Novum ist, haben sich in Deutschland und im Ausland bereits erste Universitäten und Institute selbst verpflichtet, Open Science in ihre internen Verfahren zur Bewertung und Belohnung von Forschungsleistung aufzunehmen wie jüngst an der Utrecht University. Miriam Kip wird mit dem Gast über good practices und institutionelle Umsetzungsstrategien sprechen, die für die zukünftige Entwicklung in Berlin relevant sind. Das Panel richtet sich sowohl an Vertreter*innen der Hochschulgovernance, an Repräsentant*innen des Abgeordnetenhauses, sowie an  Forschende, Lehrende und den wissenschaftsunterstützenden Bereich. Das Panel wird organisiert vom Centre for Open and Responsible Research (CORe) der Berlin University Alliance und dem Open-Access-Büro Berlin. Im Rahmen der Allianz werden mehrere Projekte gefördert, die neben der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur zur Vertiefung und Ausweitung von Open-Science-Praktiken beitragen, inklusive einer Entwicklung verantwortlicher Indikatoren und disziplinen-sensibler Open-Science-Dashboards im Rahmen eines BUA-geförderten Projekts von Open-Access-Büro Berlin und dem Berlin Institute for Health der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das Open-Access-Büro Berlin hat im Auftrag einer AG aus Vertreter*innen der Hochschulgovernance sowie des Senats für Wissenschaft und Forschung eine Empfehlung für eine Landesinitiative “Open Research Berlin” erarbeitet. Die Verankerung von Praktiken offener Wissenschaft im BerlHG wird dort als eine Rahmenbedingung formuliert. Wie diese in die Bewertung von Forschungsleistungen einfließen können, soll durch einen partizipativen Prozess der beteiligten Akteur*innen entwickelt werden.

Wieviel offene Wissenschaft ist drin?

Open Access und Open Science in den Koalitionsverträgen und Wahlprogrammen im Bund und in Berlin

Was steht im Ampel-Koalitionsvertrag im Bund?

Der Koalitionsvertrag „Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP kann hier abgerufen werden. Erfreulich ist, dass Open Science als Begriff Erwähnung findet, wenn auch der Bezug zu Open Access und Open Science bis auf das Handlungsfeld Forschungsdaten insgesamt vage und bei Andeutungen (siehe insbesondere Open Science) bleibt. In Teilen bleibt der Vertrag hinter den Ausführungen des Koalitionsvertrags zur 18. Legislatur zurück (vgl. auch News von oa.network). Im Jahr 2018 wollten CDU, CSU und SPD noch eine nationale Open-Access-Strategie entwicklen, diesen Plan verfolgt die Ampelkoalition nun nicht mehr, dafür wird Open Access bereits als Standard referenziert. Dafür wird der Zugang zu Forschungsdaten erwähnt, allerdings ist es Interpretationssache, ob sich der nachfolgende Satz zur Etablierung von Open Access insoweit auf Forschungsdaten bezieht als dass Forschungsdaten standardmäßig nach den Prinzipien von Open Access zugänglich gemacht werden sollen. Interessant wird, in welcher Weise das Datennutzungsgesetz hier berücksichtigt wird, das im Sommer 2021 verabschiedet wurde. Nachfolgend eine Auflistung der relevanten Passagen aus dem Ampel-Koalitionsvertrag:

Unter II. Digitale Infrastruktur (S. 16): Unter Wahrung des
Investitionsschutzes ermöglichen wir Open Access zu fairen Bedingungen, wo nötig regulatorisch.

Unter II. Innovation, Wissenschaft, Hochschule und Forschung (ab S. 19) zu „Forschungsdaten“ (S. 21):

Das ungenutzte Potential, das in zahlreichen Forschungsdaten liegt, wollen wir effektiver für innovative Ideen nutzen. Den Zugang zu Forschungsdaten für öffentliche und private Forschung wollen wir mit einem Forschungsdatengesetz umfassend verbessern sowie vereinfachen und führen
Forschungsklauseln ein. Open Access wollen wir als gemeinsamen Standard etablieren. Wir setzen uns für ein wissenschaftsfreundlicheres Urheberrecht ein. Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur wollen wir weiterentwickeln und einen Europäischen Forschungsdatenraum vorantreiben. Datenteilung von vollständig anonymisierten und nicht personenbezogenen Daten für Forschung im öffentlichen Interesse wollen wir ermöglichen.

Und ebenfalls unter II. Innovation, Wissenschaft, Hochschule und Forschung (ab S. 19) zu „Wissenschaftskommunikation und Partizipation“ (S. 24) wird Open Science erwähnt, allerdings bis auf die Handlungsfelder Wissenschaftskommunikation und Citizen Science an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt. Open-Source-Formate und Open Educational Resources werden dafür an anderer Stelle adressiert (siehe weiter unten).

Wissenschaft ist kein abgeschlossenes System, sondern lebt vom Austausch und der Kommunikation mit der Gesellschaft. Wir wollen Wissenschaftskommunikation systematisch auf allen wissenschaftlichen Karrierestufen und bei der Bewilligung von Fördermitteln verankern. Wir setzen uns für die Förderung des Wissenschaftsjournalismus durch eine unabhängige Stiftung, Weiterbildung für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, analoge und digitale Orte – von Forschungsmuseen bis Dashboards – ein. Wir werden mit Citizen Science und Bürgerwissenschaften Perspektiven aus der Zivilgesellschaft stärker in die Forschung einbeziehen. Open Access und Open Science wollen wir stärken.

Unter III. Klimaschutz in einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft zu „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ (S. 47):

Wir werden die von der Landwirtschaft und Ernährung benötigten öffentlichen Daten einfacher und in geeigneter Qualität und Aktualität den berechtigten Nutzern frei zur Verfügung stellen und dazu eine echte Plattform mit zentralem Zugang zu sämtlichen staatlichen Daten und Diensten einrichten, insbesondere auch für entsprechende Verwaltungsdienstleistungen. Staatliche Daten aller
Verwaltungsebenen sollen künftig in einheitlichen Formaten zur Verfügung gestellt werden. Der Agrardatenraum in Gaia-X als Basis einer europäischen Dateninfrastruktur mit klarem Nutzungsrecht für Landwirte an den betriebsspezifischen Daten, an deren Entstehung sie mitgewirkt haben, wird mit standardisierten Schnittstellen weiterentwickelt. Open-Source-Formate werden ausdrücklich unterstützt.

Unter V. Chancen für Kinder, starke Familien und beste Bildung ein Leben lang zu „Digitalpakt Schule“ (S. 96):

Wir werden gemeinsam mit den Ländern digitale Programmstrukturen und Plattformen für Open Educational Ressources (OER), die Entwicklung intelligenter, auch lizenzfreier Lehr- und Lernsoftware sowie die Erstellung von Positivlisten datenschutzkonformer, digitaler Lehr- und Lernmittel unterstützen.

Zukunftshauptstadt Berlin?

Im Entwurf zur Beschlussfassung des Koalitionsvertrages „Zukunftshauptstadt Berlin. Sozial. Ökologisch. Vielfältig. Wirtschaftsstark“ zwischen SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und DIE LINKE sind die Themen Open Access und Open Science leider längst nicht so stark adressiert, wie die Wahlprogramme der drei Parteien (siehe unten ausführlich) und die jüngste Novellierung des Gesetzes zur Stärkung der Berliner Wissenschaft (BerlHG) des R2G-Senats haben hoffen lassen. Dort sind Praktiken offener Wissenschaften ausführlich in §41 „Forschungsberichte“ aufgenommen worden. Im Koalitionsvertrag findet der Begriff Open Science keine Erwähnung, auch Handlungsfelder wie Forschungsdaten, Forschungssoftware, Methoden, Open Educational Resources oder Open Peer Review werden im Wissenschaftsteil nicht aufgenommen. Dafür werden die Themen Open Source und Open Data im Zusammengang mit offenen Verwaltungsdaten und dem Aufbau von entsprechender Infrastruktur unter dem Punkt „19. Verwaltung“ (S. 124) und da im Abschnitt „Digitalisierung“ (S. 129-132) ausgeführt:

In den Verwaltungen werden Open Data Beauftragte und Chief Data Scientists benannt. Die Open Data Informationsstelle wird die Koalition weiterentwickeln und ausbauen. Ein Berliner Data Hub soll basierend auf der bestehenden Geodateninfrastruktur aufgebaut werden. Bestehende Open Data Projekte des Landes Berlin werden integriert. Die Koalition wird das Berliner Datenschutzgesetz evaluieren. Die Kontrollrechte der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit werden sichergestellt und bei ihr eine Servicestelle „Datenschutzberatung“ geschaffen. Die Koalition prüft eine Bildungseinrichtung für Datenschutz (Datenschutzakademie). In einem Pilotprojekt macht sie die Erkenntnisse aus Datenschutzfolgenabschätzungen aus allen Senatsverwaltungen öffentlich (S. 131).

Open Access wird unter Digitalisierung erwähnt, allerdings nur in Form von „Open Access Lizenzen“:

Für eine digital souveräne Stadt sind Open Source und offene Standards unverzichtbar. Die Koalition wird bei jeder Softwarebeschaffung nach Open Source Alternativen suchen und speziell für die Verwaltung erarbeitete Software unter freien Lizenzen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Auch zentrale Förderprogramme für IT-Projekte sollen diesen Ansatz verfolgen. Open Data, Open Application Programming Interface, Creative Commons Lizenzen für digitale und Open Access Lizenzen für wissenschaftliche Dokumente sollen wo möglich verwendet werden. Bei Beschaffungen werden alle Kosten über den gesamten Betriebszeitraum als Kriterium der Wirtschaftlichkeit berücksichtigt, einschließlich derß Möglichkeit zur Anpassung und Erweiterung (Baukastenprinzip). Dies gilt auch für Cloud- Technologien. Die Nichtbeschaffung von Open Source muss begründet werden (S. 131).

Die Unterscheidung zwischen „Creative Commons Lizenzen“ und „Open Access Lizenzen“ bleibt etwas unklar, da CC-Lizenzen inzwischen etablierte Lizenzen für Open-Access-Textveröffentlichungen sind (und oft auch für Forschungsdaten verwendet werden). Das Augenmerk im Abschnitt „Digitalisierung“ liegt auf Open-Source-Infrastrukturen, die von der Koalition mit einem eigenen Kompetenzzentrum unterstützt werden soll:

Die Koalition richtet einen Open Source Fonds zur Finanzierung von Entwicklungs-Communities ein, die das Land Berlin braucht, um Anwendungen zu pflegen und weiterzuentwickeln. Beim ITDZ Berlin wird ein „Kompetenzzentrum Open Source“ eingerichtet, Synergiepotenziale in länderübergreifenden und internationalen IT-Kooperationen werden nutzbar gemacht (S. 131).

Im Abschnitt „17. Wissenschaft, Forschung und Hochschulen“ (S. 113-118) wird weder Open Access noch Open Science als Handlungsfeld benannt. Im vorherigen Koalitionsvertrag „Berlin gemeinsam gestalten. Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen.“ 2016-2021 haben SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/ Die Grünen explizit auf Open Access im Abschnitt „Digitale Wissenschaft ist offene Wissenschaft“ (S. 90) verwiesen und ihre Unterstützung für die Umsetzung der Open-Access-Strategie für Berlin zugesagt:

Die Koalition wird die Open-Access-Strategie umsetzen und ein Zukunftsprogramm Digitalisierung der Wissenschaft auflegen. Dabei sollen Open-Access-Publikationen, aber auch digitale Lehr- und Lernformate sowie offene Forschungsdaten etwa durch Regelungen in den Hochschulverträgen unterstützt werden.

Der jetzige Koalitionsvertrag spiegelt leider nicht den Stand der Umsetzung von Open Access und Open Science in der „Zukunftshauptstadt Berlin“ wieder und auch nicht die Planungen für eine Landesinitiative Open Research Berlin (siehe „Empfehlung für eine Landesinitiative Open Research Berlin“). Das hat uns sehr verwundert, denn auch die Wahlprogramme waren deutlich progressiver.

Die Wahlprogramme im Rückblick

Open Access und Open Science in den Wahlprogrammen 2021 (Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und Bundestagswahl)

Der nachfolgende Teil ist übernommen aus den News des Open-Access-Büros Berlin vom 2. August 2021.

Am 26. September 2021 findet die Wahl zum 19. Berliner Abgeordnetenhaus statt. Das OABB hat sich die Wahlprogramme der Parteien in Bezug auf die Themen Open Access und Open Science angesehen und außerdem Wahlprüfsteine zu diesen Themen in Zusammenarbeit mit u.a. dem Landesverband Berlin des dbv vorbereitet. Die Fragen konzentrierten sich auf die Punkte der Finanzierungstrukturen und Unterstützung der Einrichtungen bei der OA-Transformation, Anerkennung von Open-Science-Praktiken, Forschungsdaten in künstlerischen Disziplinen, Landesmaßnahmen zum Forschungsdatenmanagement und die Diskussion von Werten einer offenen Wissenschaft. Die Wahlprüfsteine wurden am 27. Juli 2021 veröffentlicht und werden nachfolgend mit ausgewertet. Dabei erfolgt eine Konzentration auf die Aussagen, die dezidiert zu Open Access und Open Science gemacht werden. Die Wahlprüfsteine sind darüber hinaus auch in Bezug auf die Rolle und Weiterentwicklung der (Berliner) Bibliotheken sehr lesenswert.

Die Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die CDU benennen Open Access bzw. Open Science als Handlungsfelder in ihren Wahlprogrammen und gehen auch in den Antworten zu den Wahlprüfsteinen ausführlich auf diese Themen ein. Die FDP äußert sich in ihrem Wahlprogramm nicht zu den Themen, aber formuliert eine ausführliche Antwort zu den Wahlprüfsteinen.

SPD

Die SPD bezieht sich in ihrem Wahlprogramm „Ganz sicher Berlin“ auf den Begriff Open Science, „also den freien Zugang zu Wissen und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse„. Open Science wird als Bestandteil „moderner Wissenschaftkomunikation“ verstanden und damit als förderwürdig befunden. Deutlich ausführlicher bezieht die SPD in der Antwort zu den Wahlprüfsteinen Position. Sie betrachtet Open Science und Citizen Science als komplementäre, anzustrebende Ansätze einer offenen Wissenschaftskultur. Sie formuliert für die eigene Wissenschaftspolitik das Ziel bzw. den Anspruch,

allen Bürger:innen den Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft, Bildung, sozialer Lage und finanziellen Mitteln. Unsere Vision einer offenen Wissenschaftskultur für Berlin zeichnet sich durch Transparenz, Durchlässigkeit und die Fähigkeit aus, Wissen in die Stadtgesellschaft zu transferieren und neue Forschungsansätze außerhalb der wissenschaftlichen Community aufzugreifen. Vor diesem Hintergrund treten wir in unserem Wahlprogramm für die Prinzipien von Open Science und Citizen Science ein, die unseres Erachtens nach Hand in Hand gehen und nur mit einer Open-Access-Transformation, eingebettet in eine Digitalisierungsoffensive für die Berliner Wissenschaftsstruktur, erreicht werden können.

Die umfängliche Digitalisierungsoffensive im Rahmen der laufenden Hochschulverträge, die Digitalisierungsförderung sowie das Sofortprogramm „VirtualCampusBerlin“ schaffen allesamt den Rahmen für eine Open-Access-Transformation. Weiterhin bezieht sich die SPD auf die OA-Strategie von 2015 und das OA-Büro:

Perspektivisch wollen wir das Open-Access-Büro zu einem Open-Science-Büro weiterentwickeln. Berlin bleibt damit auf diesem Gebiet bundesweit Vorreiter. Die Berliner SPD will auf diesem Erfolg aufbauen und diese Strukturen weiterhin stärken. Wir werden daher prüfen, inwieweit diese Maßnahmen gebündelt in den Mitteln der Qualitätsoffensive verankert werden können. Ein weiterer zentraler Baustein der Open-Access-Strategie ist für uns die hochschulübergreifende Vernetzung. Hier setzt die Berlin University Alliance einen beispielgebenden Rahmen, um die verschiedenen Strategien der Hochschulen aufeinander abzustimmen und Synergien zu schaffen. Um die Strategiefähigkeit der Hochschulen in diesem Bereich zu stärken, sind neben finanziellen und strukturellen Aspekten die personelle Ausstattung und die Sicherstellung eines gut ausgebildeten IT-Personals unabdingbar.

Darüber hinaus setzt die SPD auf entsprechende Anerkennungsysteme für Open Science:

Derzeit konzentrieren sich die Kriterien wissenschaftlicher Evaluationen auf innerwissenschaftliche Kriterien wie beispielsweise monodisziplinäre Zitierketten. Aufgabe der Politik als wichtiger Fördergeber ist es dabei, das Prinzip der Open Science stärker als Qualitätskriterium für zu fördernde wissenschaftliche Projekte zu etablieren und bei der Vergabe öffentlicher Forschungsaufträge zu berücksichtigen.

Auf die Frage zu den landesspezifischen Maßnahmen in Bezug auf Open-Access-Veröffentlichungen und Forschungsdaten gibt die SPD eine Antwort, die sich schwerpunktmäßig auf (digitale) Kulturvermittlung und die Schaffung einer adäquaten Infrastruktur für die Digitalisierung im Kulturbereich und Digitalisierung in der Verwaltung fokussiert. Zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategie soll u.a. „ein Kompetenzzentrum für Open Source beim landeseigenen IT-Dienstleister ITDZ [eingerichtet werden], um die Weiterentwicklung freier Software zu unterstützen.“ 

Darüber hinaus sieht die SPD in der „Dichte und Vielfalt an Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen“ ein

[…] unglaubliches Potenzial, das wir in den kommenden zehn Jahren gezielt weiter auszubauen werden. Dies wird nur gelingen, wenn wir weiterhin für eine offene, kritische und unabhängige Wissenschaft sorgen, die sich (stadt-)gesellschaftlichen Veränderungen und Debatten stellt. So sind Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen öffentliche Institutionen, die in einem Spannungsverhältnis zwischen Autonomie von Wissenschaft und Forschung einerseits und den gesellschaftlichen Bedarfen und gesellschaftlicher Verantwortung andererseits stehen. Sozialdemokratische Wissenschafts- und Forschungspolitik greift entsprechend gestaltend ein, ohne die Autonomie von Wissenschaft und Forschung einzuschränken. Um alle Berliner:innen in diesen Aushandlungsprozess wissenschaftlicher Werte einzubeziehen, braucht es eine solide und zugängliche Wissenschaftskommunikation. Nicht nur intern, sondern vor allem mit allen Teilen der Gesellschaft. Dazu gehört es, Wege zu finden, um Wissenschaft zugänglich und nahbar zu machen, etwa durch freie Eintritte für Museen und Dialogformate zum Austausch zwischen Wissenschaftsinstitutionen und Stadtgesellschaft. Wissenschaft muss als Citizen Science auch in Zusammenarbeit mit den Bürger:innen der Stadt Raum finden, wie dies am neuen Wissenschaftscampus für Natur und Gesellschaft stattfindet. Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen müssen Orte der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung bleiben. Für die Kommunikation mit der Stadtgesellschaft und die Debatte über gegenwärtige und zukünftige Fragestellungen braucht die Wissenschaft nicht nur Schaufenster, sondern Räume in allen Teilen der Stadt. Diese gilt es zu identifizieren, für das Land und die Wissenschaft zu sichern und tragfähige Konzepte mit den Partner:innen zu entwickeln. Wissenschaft muss Akzeptanz schaffen und wissenschaftliche Ergebnisse aller Disziplinen sollen Eingang finden sowohl in politisches, wirtschaftliches und Alltagshandeln. Inter- und transdisziplinäre Forschungsverbünde müssen gefördert werden und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie Fragestellungen beispielsweise durch die Etablierung von Black Studies, Bioethik und Stärkung pluraler Ökonomik sowie Künstlicher Intelligenz oder Wasserstofftechnologie. Wissenschaft muss begeistern, um Nachwuchs zu finden, nicht nur für akademische Berufe, sondern auch für wissenschaftsunterstützende Berufe wie z.B. Laborassistenz u.v.a. Für diese Prozesse werden sowohl Räume benötigt sowie Strukturen, die diese Kommunikation organisieren. Schüler:innenlabore, Schüler:innenuni sind Angebote, die junge Menschen für verschiedenste Disziplinen begeistern sollen. Dies ist besonders für die jungen Menschen wichtig, die diese Zugänge nicht über das Elternhaus vermittelt bekommen können„.

Bündnis 90/Die Grüne

Bündnis 90/Die Grüne verknüpft in ihrem Wahlprogramm „Grünes Licht für Morgen“ mit einer Praxis der offenen Wissenschaft auch das Versprechen, diese zu belohnen: „Forschungsprojekte, die ihre Ansätze und Daten transparent anderen Wissenschaftler*innen und der Gesellschaft zur Verfügung stellen, sollen sich […] positiv auf die Finanzierung der Hochschulen auswirken und landesseitig durch die erforderliche Infrastruktur sowie beratendes und technisches Fachpersonal abgesichert werden„. Der Bezugsrahmen für die Grünen ist dabei eine Open-Science-Strategie. Auch in der Antwort zu den Wahlprüfsteinen bezieht die Partei Stellung (vgl. S. 4f.):

Wir betrachten Open Access/Open Science als grundlegendes Prinzip wissenschaftlicher Arbeit und wollen den notwendigen Kulturwandel in der Wissenschaftslandschaft mit einer besseren Grundfinanzierung der Hochschulen in Verbindung mit konkreten Vorgaben im Berliner Hochschulgesetz umfassend unterstützen. Darüber hinaus wollen wir insbesondere die Bibliothekssysteme im Rahmen der Hochschulverträge für Aufgaben im Bereich Open Access/Open Science gezielt stärken, beispielsweise zur Finanzierung von Open Access-Veröffentlichungen oder zum Betrieb von Repositorien. Das Open-Access-Büro des Landes möchten wir weiterentwickeln und auch in Zukunft finanziell absichern. Open Science-Praktiken müssen seitens der öffentlichen Institutionen mindestens genau so [sic] stark honoriert werden wie andere wissenschaftliche Resultate. Wo die Wissenschaftspolitik entsprechende Anreize setzen kann – etwa bei Berufungsverfahren oder der Vergabe von Mitteln – werden wir dies auch tun. Wir wollen alle Fachkulturen im Bereich Open Access zu größerer Offenheit anregen und begrüßen alle Maßnahmen, verbliebene Hürden abbauen. Dabei setzen wir auf einen engen Austausch zwischen Wissenschafts-, Kultur-, Medien- und Netzpolitik sowie den jeweiligen Stakeholdern, und werben dafür auch im Rahmen der wissenschaftspolitischen Vernetzung mit dem Bund und anderen Bundesländern. Deshalb begrüßen wir auch den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) auf Grundlage der Bund-Länder Vereinbarung von 2018. Wenn Landesinstitutionen im Zuge dessen zusätzliche Bedarfe identifizieren, werden wir uns einer Finanzierung nicht versperren. Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen wir alle Diskussionen über die Werte offener Wissenschaft und freuen uns, wann immer diese in geeigneter Form stattfinden. Das gilt für die weitere Debatte im Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses, aber auch mit Blick auf das geplante Forum zur Aufnahme wissenschaftlicher Ideen aus der Stadtgesellschaft. Besonders gut fänden wir es, wenn Open Science in allen wissenschaftlichen Fach-Communities breit diskutiert und perspektivisch zum allgemein akzeptierten Standard würde. Wir danken allen Wissenschaftler*innen die sich hierfür – oftmals mit hohem Zeitaufwand und entgegen tradierter Fachkulturen – engagieren.“

Die Linke

Die Linke bezieht sich in ihrem Wahlprogramm „rot. radikal. realistisch. – Unser Programm für die soziale Stadt“ ebenso auf den Begriff Open Science und betont: „Wir wollen eine umfassende Open-Science-Initiative für Berlin. Konzeptionen, die etwa aus dem Open Acess Büro Berlin vorliegen, wollen wir in die Umsetzung bringen.“ In ihrer Antwort zu den Wahlprüfsteinen (vgl. S. 3f.) bezeichnet Die Linke Open Access als Grundgedanken der Wissenschaft und spricht sich für die Weiterentwicklung der Open-Access-Strategie von 2015 aus. Sie bezieht sich u.a. darauf, dass die „finanziellen Mittel für die Hochschulen auch in den Hochschulverträgen ab 2023“ durch den aktuellen rot-rot-grünen Senat fortgeschrieben werden sollen, während andere Bundesländer hier Kürzungen vorsehen. Sie steht außerdem der Einrichtung eines zentralen Publikationsfonds positiv gegenüber und geht damit neben der SPD auf diesen Punkt der Finanzierung konkret ein.  Anerkennungsmechanismen für Open Science sollen laut Die Linke durch die Wissenschaftscommunity selbst entwickelt werden, die

Politik kann solche Entwicklungen jedoch anstoßen und fördern, indem das Publizieren im Open-Access-Verfahren durch die Hilfestellung beim Einrichten weiter vereinfacht und durch öffentliche Mittel, wie z.B. einen Publikationsfonds, unterstützt wird. Forschungsleistungen und Evaluationen müssen in Zukunft verstärkt auch Open-Access-Veröffentlichungen und die Teilnahme an Peer-Review-Verfahren mit einbeziehen.“ Hinsichtlich der Forschungsdaten in künstlerischen Wissenschaften betont Die Linke die Vielfalt der Formate und Inhalte und sieht für die Politik eine Rolle als „Impulsgeberin„, „die Künsterlinnen und Künstler und Institutionen dabei unterstützt, Lösungen zu finden. Das kann bspw. durch die finanzielle Unterstützung von Workshops und Konferenzen wie auch eine personelle Aufstockung des Berliner Open-Access-Büros geschehen, so dass verstärkt für die spezifischen künstlerischen Bedürfnisse eine Open-Access-Möglichkeit entwickelt werden kann.“ Die Linke unterstützt auch auf Bundesebene „Initiativen für ein wissenschaftliches Urheberrecht, das explizit auch künstlerische Werke für Bildung und Wissenschaft zugänglich macht.“

Hinsichtlich einer Landesstrategie für das Management, die Langzeitarchivierung und OA-Veröffentlichung von Forschungsdaten befürwortet Die Linke den

Aufbau einer zentralen Infrastruktur, die das Angebot der dezentralen Repositorien an den Hochschulen ergänzt, erweitert und den Zugang auf die Forschungsdaten berlinweit, national wie auch international ermöglicht und auf Dauer sichert.“ Hochschulen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen sollen dazu „in die Lage versetzt werden, an diesem Prozess gestaltend mitzuwirken.“ Auf die Frage zur Diskussion der Werte offener Wissenschaft antwortet Die Linke abschließend: „Open Science funktioniert für uns nur zusammenfassend, wenn ihr bestimmte Werte, wie z.B. Diversität, Gleichheit, Nachhaltigkeit und Inklusion zugrunde liegen. Um dieses Ziel zu fördern, plant die rot-rot-grüne Koalition noch in diesem Jahr, im Rahmen einer Hochschulgesetzesnovelle Diversitätsbeauftragte oder -gremien an allen Hochschulen verpflichtend zu etablieren und das Publizieren im Open-Access-Verfahren zum Standard wissenschaftlicher Praxis zu machen. Gemeinsam mit dem Open-Access-Büro und über die Hochschulverträge soll so Verständnis und Akzeptanz bei den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren geschaffen werden. Wir stehen für eine Demokratisierung der Hochschulen, denn vor allem durch sie kann Diversität, Nachhaltigkeit, Gleichheit und Inklusion in der Wissenschaft gefördert werden.“

FDP

Die FDP bespricht die Themen Open Access und Open Science in ihrem Wahlprogramm nicht. Sie geht aber in ihrer Antwort zu den Wahlprüfsteinen (vgl. S. 3ff.) ebenso ausführlich wie die anderen Parteien auf die Fragen zu Open Access und Open Science ein. Sie setzt sich

„[w]ann immer es möglich und zweckmäßig ist, setzen sich die Freien Demokraten deshalb für eine „Open Access“-Politik ein. Damit auch die Allgemeinheit von den Ergebnissen der Forschung profitieren kann, setzen wir uns für eine Open-Access-Politik ein: Ergebnisse und Publikationen, die wesentlich mit öffentlichen Geldern finanziert wurden, sollen unter Berücksichtigung eines Erstverwertungsrechts auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein„.

Auf die Frage nach Anerkennungsmechanismen für Open Science formuliert die FDP:

Die Open-Access-Strategie für Berlin hat dazu Handlungsempfehlungen formuliert, die wir Freie Demokraten für praxistauglich halten. Wir sehen bei der Umsetzung die Expertise der Fachleute als politische Vorgaben gefordert und sind für die Diskussion möglicher Vorhaben und weiterer nötiger Schritte offen. Die Bemühungen um Open Access sind ein erster Schritt zu Open Science. Hierfür hat die Anhörung vom 6. März 2017 im zuständigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses wichtigen Input geliefert, die in weitere Schritte münden sollten. Hierzu wäre der Austausch mit den Kompetenzträgern fruchtbar zu machen, damit das klare politische Ja zu Open Access und Open Science durch die Akteure im Wissenschaftsbetrieb und der Verwaltung praktisch umgesetzt wird.

Auf die Frage nach der Spezifik für künstlerische Forschungsdaten verweist die FDP auf den fairen Interessenausgleich zwischen geistigem Eigentum und dem allgemeinen Interesse am freien Zugang:

Das geltende Urheberrecht hinkt der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung hinterher und bremst Innovationen aus. Wir Freie Demokraten wollen das Urheberrecht nach dem Vorbild des amerikanischen „Fair Use“-Prinzips maßvoll weiterentwickeln und hierzu die bisherigen Schranken des Urheberrechts durch eine 57 Bagatellklausel für private Nutzungen, die keine wirtschaftlichen Folgen haben und – keine kommerziellen Interessen verfolgen. Hier ist der Gesetzgeber auf Bundesebene gefordert und insbesondere eine Verständigung der Wissenschaft mit den großen Verlagen erforderlich. Das Verhältnis zwischen Kunstfreiheit und dem Schutz geistigen Eigentums muss im digitalen Zeitalter neu gedacht werden und gleichzeitig die Urheberin sowie den Urheber eines Werkes in ihren oder seinen wirtschaftlichen und ideellen Rechten schützen. Dies ist Grundvoraussetzung für eine lebendige Kultur- und Kreativwirtschaft. Hier ist insbesondere die Bundespolitik gefordert.“

Zum Thema Forschungsdaten verweist die FDP auf die Open-Access-Strategie von 2015,

[…] die gewiss noch nicht in allen Teilen praxiswirksam geworden ist. Bei der Fortentwicklung der Strategie halten wir es für ratsam, die einschlägige Expertise der Berliner Wissenschafts- und Bildungslandschaft durch geeignete Partizipationsprozesse in ergebnisoffenen Diskussionen fruchtbar zu machen. Die politischen Parteien sind dabei gut beraten, sich über die Formulierung des politischen Anliegens hinaus politischer Vorgaben zur Ausführung im Detail zu enthalten, also das Ergebnis gewissermaßen schon vorweg nehmen zu wollen.“ Im Bezug auf die Werte offener Wissenschaft bezieht sich die FDP in ihrer Antwort auf das Diversity Management: „Die Bedeutung des Diversity Managements für die Arbeitsatmosphäre und die Betriebsergebnisse wird in der Wirtschaft zunehmend anerkannt. Wir Freie Demokraten wollen in der Arbeitswelt ein ganzheitliches Diversity Management (Management der Vielfalt) als Teil der ökonomischen und auch gesellschaftlichen Modernisierung. So schaffen wir gleiche Chancen für Aufstieg durch Leistung – unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität oder Religion. Die öffentliche Hand, ihre Verwaltung und Institutionen, aber auch staatlich geförderte Einrichtungen haben hier eine Vorbildfunktion. Bildung und Kultur kommt dabei eine besondere Schlüsselrolle bei der Vermittlung der Vorteile und Beseitigung von Vorurteilen gegenüber der Vielfalt, Veränderung und vorübergehend fremden Ideen als Voraussetzungen jeder Innovation zu.

CDU

Die CDU fomuliert ihre Ziele zu Open Access bzw. Open Science in ihrem Wahlprogramm „Berlin-Plan“ unter der Überschrift „Rechtssicherer Ausbau digitaler Angebote“ (vgl. S. 122): „Open-Access-Publikationen, aber auch digitale Lehr- und Lernformate sowie offene Forschungsdaten müssen etwa durch Regelungen in den Hochschulverträgen unterstützt werden. Wir werden uns auf Bundes- und europäischer Ebene für ein wissenschaftsfreundliches Urheber-, Nutzungs- und Verwertungsrecht und einen rechtlich gesicherten Ausbau der Open Access- und Open Data-Angebote einsetzen.“ In der Antwort zu den Wahlprüfsteinen (vgl. S. 4f.) verweist die CDU u.a. ebenfalls auf die Anpassung der Hochschulverträge bzw. des Berliner Hochschulgesetzes:

Die CDU Berlin setzt sich seit vielen Jahren für eine nachhaltige Etablierung von Open Access als Standard des wissenschaftlichen Publizierens in der Wissenschaft ein. Mit der Verabschiedung der Berliner Open-Access-Strategie haben wir auf Landesebene hierfür die notwendige Grundlage geschaffen. Wir halten es für erforderlich, die Maßnahmen durch entsprechende Förderaktivitäten zu ergänzen. Neben einem Anreizsystem für öffentliches Publizieren bedarf es verlässlicher und dauerhafter Strukturen zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen. Zusätzliches Potenzial sehen wir in einer stärkeren Vernetzung der Akteure. Um Kompetenzen auf Landesebene zu bündeln, sollte neben dem bestehenden Open-Access-Büro eine Koordinierungs- und Vernetzungsstelle aufgebaut werden, die Vertreter der wissenschaftlichen Einrichtungen zusammenführt. Open Access darf nicht an Landesgrenzen stehen bleiben. Eine Vernetzung der Länder ist unerlässlich. Die Berliner Hochschulen haben im Bereich Open Access bereits vielfältige Aktivitäten unternommen. Wir unterstützen dieses hochschulische Engagement, setzen uns darüber hinaus jedoch für mehr Verbindlichkeit und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein. Ersteres sollte durch eine stärkere Verankerung von Open Access im Berliner Hochschulgesetz und in den Hochschulverträgen erfolgen. Angesichts der fortschreitenden technischen Entwicklung muss Wissenschaftlern der Zugang zu Forschungsdaten erleichtert werden, damit aus dem Wissens- und Technologietransfer auch Innovationen von gesamtgesellschaftlichem Nutzen resultieren können. Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung sollten daher allgemein zugänglich sein, sofern dies dem Technologietransfer nicht entgegensteht.

Fazit

Das Land Berlin unterstützt Open Access an den Berliner wissenschaftlichen Landeseinrichtungen im Rahmen der Open-Access-Strategie Berlin bereits seit dem Jahr 2015. Das Open-Access-Büro hat im Auftrag von und in Abstimmung mit der AG Open-Access-Strategie für Berlin unter Leitung des ehemaligen Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach und des Direktors der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin Andreas Brandtner eine Initiative für mehr offene Wissenschaft in Berlin vorgelegt, die leider noch nicht veröffentlicht werden konnte. In dem Papier „Empfehlung für eine Landesinitiative Open Research Berlin“ streben die Berliner wissenschaftlichen Landeseinrichtungen gemeinsam an, die Förderung von Offenheit und Transparenz in Bezug auf den gesamten Forschungsprozesses im Sinne einer offenen Wissenschaft (Open Science bzw. Open Research) umzusetzen. Auf die Punkte der Empfehlungen wird in den Wahlprogrammen erfreulicherweise teils sehr ausführlich Bezug genommen und auch die Zusammenarbeit mit dem Open-Access-Büro wird als Ziel formuliert. Es besteht aber darüber hinaus der Bedarf, gemeinsam mit politischen Akteur*innen die Lücke zwischen Diskussions- und Umsetzungsständen an den Berliner Einrichtungen und den politischen Planungen zu schließen, die Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen sowie einen partizipativen Prozess für die Stärkung einer offenen Wissenschaft in Berlin anzustoßen. Leider sind diese Forderungen der Koalitionsparteien SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und DIE LINKE nicht in den Koalitionsvertrag 2021-2026 eingegangen. Im Nachgang zur Veröffentlichung des Berliner Koalitionsvertrags gab es dahingehend aber noch einen ermutigenden Austausch mit Vertreter*innen des Ausschusses für Wissenschaft und Forschung. Daher sind wir guter Dinge, dass eine Initiative für offene Wissenschaft in Berlin weiterhin auf der Agenda steht.

Die Berliner Linke stimmt allerdings erst am 17. Dezember über den Koalitionsvertrag ab. Spannend bleibt es für Berlin ohnehin, denn sehr bald müssen die neuen Hochschulverträge zwischen dem Land und den Hochschulen ausgehandelt werden. Open Science ist im neuen Berliner Hochschulgesetz nicht nur erstmalig erwähnt, sondern unter § 41 Abschnitt 5 wird „die Anerkennung von Praktiken offener Wissenschaft (Open Science) bei der Bewertung von Forschungsleistungen im Rahmen ihrer internen Forschungsevaluation und bei Einstellungsverfahren“ von den Hochschulen gefordert. Ob Berlin eine Zukunftshauptstadt für offene Wissenschaft ist, wird sich daran zeigen, wie die Zielvorgaben des Hochschulgesetzes in den kommenden Jahren tatsächlich umgesetzt werden. Wir blicken vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2022 und freuen uns darauf einen partizpativen Prozess mit den vielen Berliner Akteur*innen insbesondere in Wissenschaft und Kultur anzustoßen.

Sind wir mit dem kommerziellen Open Access auf dem richtigen Weg?

Podiumsdiskussion

22. November, 14-15.30 Uhr

Eine Veranstaltung in der Reihe: Quo vadis offene Wissenschaft? Eine virtuelle Open Access Woche für Berlin-Brandenburg.

Open Access bei wissenschaftlichen Publikationen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Im Vordergrund stehen dabei aktuell im kommerziellen Bereich Open-Access-Modelle, die einen Paradigmenwechsel vollziehen: weg vom Prinzip „Kostenpflichtigkeit der Inhalte“ und hin zum Prinzip „Kostenpflichtigkeit des Publizierens“.

Ein prominentes Beispiel für diesen Paradigmenwechsel sind die Verträge, die die deutschen Wissenschaftsorganisationen unter dem Dach von „Projekt DEAL“ mit den Großverlagen Wiley sowie Springer Nature ausgehandelt haben. Dank dieser Verträge gelang es in kurzer Zeit, nicht nur einen deutlichen Anstieg der Zahl und des Anteils von Open-Access-Publikationen in Deutschland zu erzielen, sondern den an den Verträgen teilnehmenden Einrichtungen zugleich auch Zugriff auf umfassende kostenpflichtige Inhalte der beiden Verlage zu ermöglichen.

Gleichwohl stellen sich im Zusammenhang mit kommerziellen Open-Access-Modellen – namentlich solchen, die einer publikationsbasierten Kostenlogik folgen – auch Fragen in Bezug auf deren Auswirkungen auf Marktstrukturen und das wissenschaftliche Publikationswesen generell:

  • Inwiefern tragen solche Modelle zu einer Zementierung oligopolistischer Marktstrukturen bei und verstärken damit die Abhängigkeit der Wissenschaft von kommerziellen Verlagen? Welche Kosteneffekte haben solche Modelle mittel- und langfristig, auch mit Blick auf die Frage, welche Rolle künftig noch Kostenbeiträge z.B. aus der forschenden Industrie für das wissenschaftliche Publikationswesen spielen? 
  • Inwieweit führen solche Modelle dazu, dass die Publikationschancen nicht mehr „nur“ von der Qualität einer Publikation abhängen, sondern auch von der „finanziellen (Im-)Potenz“ der Autor*innen – und das nicht „nur“ im nationalen, sondern auch im globalen Kontext?

Anmeldung

Diese und andere Fragen diskutieren gemeinsam

Dr. Jens-Peter Gaul,
Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz

Prof. Dr. Thomas Grebel, Institut für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Ilmenau
orcid.org/0000-0001-5207-7227

Dr. Ulrich Herb, u.a. tätig als Wissenschaftsberater mit Schwerpunkten im Bereich „wissenschaftliches Publizieren und Open Access“
orcid.org/0000-0002-3500-3119

Dr. Anja Oberländer,
u.a. Projektkoordinatorin im Projekt open-access.network
orcid.org/0000-0003-4388-2552

Die Diskussion wird moderiert von Dr. Christina Riesenweber, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
orcid.org/0000-0002-7449-9209

International Open Access Week 2021 „It Matters How We Open Knowledge: Building Structural Equity” – Veranstaltungen in Berlin

Die internationale Open Access Week findet vom 25.-31. Oktober 2021 unter dem Motto „It Matters How We Open Knowledge: Building Structural Equity“ statt.  Das Open-Access-Büro Berlin sammelt wieder Aktionen der Berliner Einrichtungen. Via open-access.network ist außerdem eine Übersicht über Events an deutschen Einrichtungen verfügbar.

Open-Access-Büro Berlin

Scholar-led, and community paid?

Dienstag, 26.10.2021 , 19 Uhr: Eine Podiumsdiskussion zum Stand von scholar-led publishing (Präsenzveranstaltung am HIIG). Weitere Informationen finden Sie hier.

Heute schon gequizzed? Quiz & meet mit digiS, KOBV und OABB
Montag, 25.10., Dienstag, 26.10. und Mittwoch, 27.10.2021, jeweils 12.30-13.30 Uhr. Wir treffen uns in Gather. Wir empfehlen die Gather App bzw. die Webbrowser Google Chrome oder Firefox zu nutzen.

Die drei Partnereinrichtungen digiS, KOBV und OABB haben ein Quiz vorbereitet und werden im Anschluss noch für einen lockeren Austausch und Netzwerken während der Mittagspause zur Verfügung stehen.

Universität der Künste

Die Universitätsbibliothek bietet eine Vor-Ort-Beratung an: Alles zu Open Access in den Künsten – vom Überblick bis zur individuellen Erstberatung.

Wann: Freitag, 29. Oktober 2021 um 16 Uhr und Samstag, 30. Oktober 2021  jeweils um 11 und 15 Uhr
Wo: Hardenbergstrasse 33, 10623 Berlin – 1.OG, Raum 102

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Zum Anlass der internationalen Open Access Week veranstaltet die Medizinische Bibliothek der Charité eine Reihe von online durchgeführten Lightning Talks rund um das Thema Open Access. Es gibt eine spannende Auswahl von Referent*innen, die über Plan S, die Finanzierung von Open Access, Green Open Access, die Rolle von Preprints und Open Peer Review, sowie Open Data berichten.

Die Lightning Talks finden in einem knackigen Format (30 min) über MS Teams statt: ca. 15 Minuten Vortrag und danach Diskussion. Weitere Informationen, einschließlich Registrierung, sind auf der Website der Medizinischen Bibliothek nachzulesen.

Freie Universität Berlin

An der FU Berlin wird im Online Kurs Open Access in 60 Minuten ein kompakter Einblick in die aktuellen Anforderungen an Open-Access-Publikationen gegeben. Zudem stellen Kolleg*innen Finanzierungs- und Beratungsangebote vor. Bitte nutzen Sie die Anmeldung über das CeDiS-Fortbildungsprogramm.

Wann: Mittwoch 27.10.2021, 14-15 Uhr, online

Humboldt-Universität zu Berlin

Zur Open Access Week wird die HU Berlin eine umfangreiche Reihe von Coffee Lectures zu verschiedenen Themen anbieten und zum zweiten Mal den Open-Access-Preis verleihen. Die Übersicht finden Sie auf der HU-Website.

Technische Universität Berlin

Zur Open Access Week 2021 wird die TU Berlin in verschiedenen Formaten über Open Access und entsprechende Services für TU-Angehörige informieren: Die Interviewreihe „Wie halten Sie es mit Open Access?“ wird im Blog fortgesetzt. Porträts ausgewählter TU-Angehöriger und Poster, die den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten thematisieren, werden in einer Posterausstellung auf Flickr präsentiert; eine Auswahl der Poster wird auch in den Foyer-Fenster der Zentralbibliothek gezeigt. In der digitalen Fragestunde „Meet the Team!“ stellt das Open-Access-Team der Universitätsbibliothek sich und die Arbeit im Kontext von Open Science via Webex vor. Nähere Informationen sind auf der Webseite der TU-Bibliothek sowie im Blog zu finden.