Das BUA Open Science Dashboard Projekt: die Entwicklung disziplinspezifischer Open-Science-Indikatoren

Autorinnen: Maaike Duine (https://orcid.org/0000-0003-3412-7192) und Maxi Kindling (https://orcid.org/0000-0002-0167-0466)

Open-Science-Praktiken

Open Access, Open Data, Open Educational Resources, Open Hardware, Open Software, Open Code, Citizen Science: Das Konzept von Open Science umfasst viele Praktiken, die im wissenschaftlichen Alltag zunehmend relevant werden. Sie haben zum Ziel, den wissenschaftlichen Arbeitsprozess, seine Quellen und Ergebnisse langfristig offen zugänglich, nachvollziehbar und nachnutzbar zu machen. Im Berliner Hochschulgesetz wird offene Wissenschaft seit 2021 im §41 adressiert. Dort ist formuliert, dass sie sich auf den „uneingeschränkten und langfristigen Zugang zu wissenschaftlichen Texten, Forschungsdaten, Software und weiteren Forschungsergebnissen und -quellen sowie Lehr- und Bildungsmaterialien“ bezieht, den die Hochschulen ebenso unterstützen sollen wie „einen transparenten Forschungsprozess einschließlich der Bereitstellung von Forschungsinformationen“.

Die Verbreitung von Praktiken offener Wissenschaft ist allerdings im Vergleich von Forschungsinstitutionen, Disziplinen und Wissenschaftler*innen unterschiedlich weit fortgeschritten. Weithin bekannt ist, dass der Anteil an Open-Access-Publikationen in Zeitschriften in den Lebens- und Naturwissenschaften höher ist als in den Sozial- und Geisteswissenschaften [1]. In der Umweltforschung sind Citizen-Science-Praktiken, d.h. die Beteiligung der Öffentlichkeit bzw. von Laien-Wissenschaftler*innen an der Forschung, verbreiteter als in anderen Disziplinen [2]. Weitere Beispiele findet man im Bereich der Veröffentlichung von Preprints, d.h. nicht-begutachteten Vorabveröffentlichungen von Manuskripten im Open Access, die in der Mathematik und anderen naturwissenschaftlichen Fächern gängiger sind (z.B. über die Preprintserver ArXiv oder BioArXiv) [3]. Auch das Teilen von Forschungsdaten (Data Sharing) nimmt zwar in allen Disziplinen stetig zu, aber im disziplinären Vergleich gibt es große Unterschiede. Disziplinen wie die Hochenergiephysik, in denen traditionell viel in (großen) Forschungskollaborationen zusammengearbeitet wird und Data Sharing notwendig ist, werden eher Daten nach den Prinzipien von Offenheit geteilt, als in Disziplinen, in denen das weniger üblich und notwendig ist [4, 5].

Was ist Monitoring und wozu machen wir das? Warum ist das ein wichtiges, aber auch schwieriges Thema?

Mit der Verbreitung offener Wissenschaft steigt auch der Bedarf nach einem Monitoring von Open-Science-Praktiken. Dies erlaubt einen breiten Blick auf die Aktivitäten, kann neue Anreize schaffen, Open Science umzusetzen und setzt Impulse für die Entwicklung von Policies oder Infrastrukturangeboten. Ein Monitoring kann sowohl quantitative wie auch qualitative Darstellungen enthalten. So kann es einerseits darum gehen, den Anteil von offen verfügbar gemachten Publikationen in Bezug auf eine Gesamtzahl von Publikationen zu bestimmen. Aufgrund der unterschiedlichen Publikationskulturen in den Disziplinen ist diese „an Zahlen orientierte“ Herangehensweise aber nicht in allen Forschungsfeldern sinnvoll und adäquat. Eine qualitative Beschreibung von Open-Science-Aktivitäten kann daher ebenso von Bedeutung sein, indem beispielsweise Projekte oder Publikationen deskriptiv und kontextualisierend dargestellt werden, um den Impact in einem bestimmten Forschungsgebiet hervorzuheben.

Ein Monitoring kann sich darüber hinaus auf die Aktivitäten einzelner Wissenschaftler*innen, auf Institutionen, auf Förderprogramme, auf eine nationale oder z.B. auf die europäische Ebene beziehen. Ein Monitoring kann beispielsweise für Förderorganisationen einen Einblick in die Anzahl der Open-Access-Publikationen aus einem bestimmten Förderprogramm geben oder für Institutionen ein Benchmarking (einen Vergleich mit, bzw. eine Orientierung an anderen Institutionen) ermöglichen. Dies zeigt bereits, dass mit dem Monitoring bestimmte Herausforderungen verbunden sind. Dazu gehört die Frage, inwieweit ein Monitoring zum unpassenden Vergleich von Disziplinen führt. Eine weitere Frage ist die nach der Bedeutung etablierter Indikatoren für wissenschaftliche Leistungen im Vergleich zu Open-Science-Indikatoren. Der Journal Impact Factor als Parameter ist hier ein häufig angeführtes und kritisch betrachtetes Beispiel, um die wissenschaftliche Leistung von Individuen und Institutionen zu vergleichen. Initiativen wie die San Francisco Declaration on Research Assessment und Plan S haben zum Ziel, Verfahren zur Leistungsmessung über den Journal Impact Factor und Journal Metrics hinaus zu entwickeln. Die Entwicklung von Indikatoren für offene Wissenschaft (z.B. für die im nächsten Abschnitt erwähnten Monitoring-Ansätze) gehen in die gleiche Richtung, die Forschungsevaluation neu zu denken und beispielsweise Indikatoren wie den offenen Zugang zu Ergebnissen wie Daten und Software, aber auch die Durchführung von offenen Begutachtungsprozessen (Open Peer Review) oder die Zusammenarbeit (Team Science) zu fördern.

Monitoring-Ansätze

Auf europäischer Ebene gibt es verschiedene Initiativen, die das Monitoring von Open-Science-Praktiken voranbringen wollen. Ein Beispiel ist OpenAIRE’s Open Science Observatory, das die Anzahl der Open-Access-Publikationen, Open Data und Open-Access-Journals pro Land anzeigt. Zur Visualisierung der Daten aus verschiedenen Quellen werden Dashboards entwickelt. Im Fall des Open Science Observatory basieren die Daten auf dem OpenAIRE Research Graph, der Daten von institutionellen Repositorien und Zeitschriften mit Daten von Services wie CrossrefUnpaywallORCID und Grid.ac verknüpft. Ein anderes Beispiel ist der Open Science Monitor der Europäischen Kommission. Er zeigt in unterschiedlichen Dashboards Trends für Open-Access-Publikationen, Open Data und Open Collaboration. Das Monitoring der Open-Access-Publikationen basiert auf Scopus, Unpaywall und DataCite sowie qualititativen Daten von Umfragen. Darüber hinaus wird angezeigt, wie oft OA-Publikationen auf Social Media und anderen Medien erwähnt werden und die Anzahl der Policies von Forschungsförderorganisationen zu Open Access, Open Data sowie Journal Policies zu Open Data, Open Code und Open Hardware wird angegeben. 

In Deutschland ist der Open Access Monitor ein wichtiges Instrument zur Erfassung des Open-Access-Publikationsaufkommens deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften. Der Monitor bereitet die Angabe kategorisiert nach Gold/Green/Hybrid OA und Closed Access auf. Der Open Access Monitor Deutschland basiert ebenfalls auf mehreren Datenquellen. Dazu gehören DimensionsWeb of Science, Scopus, Unpaywall, Directory of Open Access Journals und mehr. Auch für die neun publikationsstärksten Berliner Hochschulen wird seit 2016 das Open-Access-Publikationsaufkommen in wissenschaftlichen Zeitschriften und die Subskriptions- und Publikationsausgaben erfasst. Dies steht im Zusammenhang mit dem in der Berliner Open-Access-Strategie formulierten Ziel, bis 2020 einen Open-Access-Anteil bei Zeitschriftenartikeln von 60 % zu erreichen. Der zuletzt erschienene Bericht über das Publikationsjahr 2019 wies einen Open-Access-Anteil von 51,6 % nach (der Bericht über das Publikationsjahr 2020 wird derzeit vorbereitet).

Abbildung 1: Screenshot des Open Access Monitor Deutschland: Gold Open Access und die Anteile für Open/Closed Access bei Zeitschriftenartikeln der letzten fünf Jahre (Abrufdatum: 11. April, 2022). URL: https://open-access-monitor.de/

Diese Monitoring-Ansätze sind spezialisiert auf das Publizieren in Zeitschriften und zeigen aus verschiedenen Gründen nicht die Diversität der Publikationsformate in den Fachkulturen wider, die auch Monografien, Sammel- und Konferenzbände, Forschungs-/Kulturdaten, Software, Quellcode, Lehrbücher, Open Educational Resources, Publizieren in Blogs sowie nicht-textuelle Medien, wie z.B. Audio-visuelle Medien und 3D-Modelle umfassen. Ein Problem sind die fehlenden bzw. nicht standardisierten Nachweisquellen, fehlende Indikatorik und Metriken sowie automatisierten Screening-Tools für diese Formate. Daher sind Monitoring-Ansätze bzw. Dashboards, die auf Disziplinen fokussieren, bislang die Ausnahme.

Das BIH Quest Dashboard

Für die biomedizinische Forschung hat das BIH QUEST Center das Charité Dashboard on Responsible Research erstellt. Die fünf dargestellten OS-Indikatoren Open Access, Open Data, Open Code, Preprints und Anzahl der Forscher*innen mit ORCiD. Datenquellen für OA-Artikel, Preprints und ORCiD sind Unpaywall, Dimensions, und die ORCiD API. Für die OS-Indikatoren Open Data und Open Code wurden die Charité-Publikationen mit einem von QUEST entwickelten Textmining-Algorithmus analysiert: ODDPUB (Open Data Detection in Publications) [6]. ODDPub durchsucht den Volltext der Publikationen nach Aussagen, die auf Daten- oder Code-Sharing hindeuten.

Abbildung 2: Screenshot des Charité Dashboards: Indikatoren für Open Science (Abrufdatum: 7. April, 2022). URL: https://quest-dashboard.charite.de/

Zuletzt wurde das Charité Dashboard um ein FAIR Dashboard erweitert: Forschungsdaten, die in Publikationen von Charité-Autor*innen aus dem Jahr 2020 erwähnt wurden, werden auf die Umsetzung der FAIR Data Principles geprüft, d.h. ob sie in den Repositorien, in denen sie veröffentlicht wurden, auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar sind [7]. Dafür wurde das F-UJI Automated FAIR Data Assessment Tool verwendet. Anhand von 16 Metriken wird so die FAIRness eines Forschungsdatenobjekts in einem Repositorium bewertet und kann als Hilfsmittel für Forscher*innen dienen, Services auszuwählen, die Daten möglichst umfassend nachnutzbar bereitstellen.

Entwicklung prototypischer Dashboards im BUA Open Science Dashboard Projekt

Für das Monitoring im biomedizinischen Bereich besteht mit dem Charité Dashboard eine funktionale Lösung, während es für viele weitere Disziplinen keine vergleichbaren Ansätze gibt. Ziel des von der Berlin University Alliance (BUA) geförderten Projekts Open Science Dashboards ist es, mit weiteren ausgewählten Instituten bzw. wissenschaftlichen Communities an den BUA-Einrichtungen zusammenzuarbeiten und gemeinsam Indikatoren für ein prototypisches Dashboard zu entwickeln. Die bestehenden Open-Science-Indikatoren des Charité Dashboards können als Ausgangspunkt für weitere disziplinspezifische Dashboards genutzt werden. Außerdem können neue Indikatoren wie z.B. für Citizen Science, Software, Open Educational Resources oder Open-Access-Bücher entwickelt werden. In nationalen OS Initiativen wie das niederländische Open Science Dashboard und der französische Open Science Monitor werden z.B. persistente Identifikatoren in Data Repositorien und Open Archives dargestellt.

Die Dashboard-Prototypen können von Instituts- oder Fakultätsleitungen intern genutzt, von Forscher*innen der Communities selbst verwendet, sowie bei Wunsch auch offen verfügbar gemacht werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Automatisierbarkeit der Erhebung von Indikatoren sowie der Berücksichtigung der FAIR-Prinzipien.

Wir freuen uns über Fragen und Feedback zu diesem Projekt: oabb@open-access-berlin.de.

Referenzen

  1. Severin A, Egger M, Eve MP and Hürlimann D. Discipline-specific open access publishing practices and barriers to change: an evidence-based review [version 2; peer review: 2 approved, 1 approved with reservations]. F1000Research 2020, 7:1925. https://doi.org/10.12688/f1000research.17328.2
  2. Pettibone L, Vohland K, Ziegler D (2017) Understanding the (inter)disciplinary and institutional diversity of citizen science: A survey of current practice in Germany and Austria. PLoS ONE 12(6): e0178778. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0178778
  3. Kristijan Armeni, Loek Brinkman, Rickard Carlsson, Anita Eerland, Rianne Fijten, Robin Fondberg, Vera E Heininga, Stephan Heunis, Wei Qi Koh, Maurits Masselink, Niall Moran, Andrew Ó Baoill, Alexandra Sarafoglou, Antonio Schettino, Hardy Schwamm, Zsuzsika Sjoerds, Marta Teperek, Olmo R van den Akker, Anna van’t Veer, Raul Zurita-Milla, Towards wide-scale adoption of open science practices: The role of open science communities, Science and Public Policy, Volume 48, Issue 5, October 2021, Pages 605–611. https://doi.org/10.1093/scipol/scab039
  4. Tedersoo, Leho & Küngas, Rainer & Oras, Ester & Köster, Kajar & Eenmaa, Helen & Leijen, Äli & Pedaste, Margus & Raju, Marju & Astapova, Anastasiya & Lukner, Heli & Kogermann, Karin & Sepp, Tuul. (2021). Data sharing practices and data availability upon request differ across scientific disciplines. Scientific Data. 8. 192. https://doi.org/10.1038/s41597-021-00981-0
  5. Zuiderwijk A, and Spiers H (2019) Sharing and re-using open data: A case study of motivations in astrophysics. International Journal of Information Management: 49, pp: 228-241. https://doi.org/10.1016/j.ijinfomgt.2019.05.024
  6. Riedel, N., Kip, M. and Bobrov, E., 2020. ODDPub – a Text-Mining Algorithm to Detect Data Sharing in Biomedical Publications. Data Science Journal, 19(1), p.42. http://doi.org/10.5334/dsj-2020-042
  7. Wilkinson, M., Dumontier, M., Aalbersberg, I. et al. The FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship. Sci Data 3, 160018 (2016). https://doi.org/10.1038/sdata.2016.18

Political Commitment toward Open Science: Open4DE Spotlight on the Open Access Landscape in France

Authors: Maike Neufend, Martina Benz, Malte Dreyer

Open access is developing in an area of tension between institutional and funder policies, the economics of publishing and last but not least the communication practices of research disciplines. In a comparison across European countries, very dynamic and diverse approaches and developments can be observed. Furthermore, this international and comparative perspective helps us to assess the state of open access (OA) in Germany. In this series of Open4DE project blog posts, we will summarize what we have learned in our in-depth conversations with experts on developing and implementing nationwide open access strategies.

The open access movement in France plays a vital role since the beginning in the European region. Already around the 2000s French research institutions launched the Revues.org platform (1999) – now OpenEdition – for open access journals primarily in Humanities and Social Sciences. In 2001 the Centre national de la recherche scientifique (CNRS) started running HAL open archive (2001), a repository open to all disciplinary fields. In 2003 the CNRS signed the Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. During many years open access was a matter of personal involvement from individuals within institutions, says Pierre Mounier, deputy director of OpenEdition and coordinator of OPERAS:

The personal commitment based on political values works locally, but at one point you reach a glass ceiling. You don’t get that general movement because it is only a matter of individuals. It really changed in France…

In 2021 France has already published the Second National Plan for Open Science. Generalising Open Science in France 2021-2024. And during the recently held Open Science European Conference (OSEC) the French Committee for Open Science presented the Paris Call on Research Assessment, calling for „an assessment system where research proposals, researchers, research units and research institutions are evaluated on the basis of their intrinsic merits and impact […]“. In line with the general development across Europe, according to the UNESCO Recommendation on Open Science and other policy papers, Open Science is no longer a question of few committed librarians, information scientists and researchers, but part of the national strategy on scholarly communication.

What can be achieved by a national strategy?

In Germany multiple stakeholders publish their own policies and strategies, committing to open access practices and values. Marin Dacos, national open science coordinator at the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation, emphasizes that a national strategy is a strong signal no matter what, because multiple stakeholders receive concrete directions by such strategies. In addition, it might be more efficient to speak as a country regarding these issues, in particular at the international level, f.e. within the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), the European Commission and The Council for National Open Science Coordination (CoNOSC), a network of national coordinators in the UN-European region supported by SPARC Europe.

Looking at France, for certain topics national negotiations seem more convenient: Considering investment in green open access or diamond open access, it is more realistic to achieve progress on the national level instead of federal, local or institutional levels only. Setting open access on the national agenda allows for strategic planning. This argument is not only supported by the content of the two national plans for open science in France from 2018 and 2021, but also on the recently published Action Plan for Diamond Open Access „to further develop and expand a sustainable, community-driven Diamond OA scholarly communication ecosystem“. Prepared by OPERAS, PLAN S, Science Europe and French National Research Agency (ANR) the plan was commented by experts of a workshop sponsored by the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation in preparation for the OSEC conference. A summary of this conference and links to recordings are available online.

The National Plan and its infrastructure

But how did the first national plan actually come about in 2018? After the election in 2017, Frédérique Vidal became Minister for Higher Education, Research and Innovation. Since 2017 Marin Dacos is open science advisor to the director-general for research and innovation at the French Ministry of Higher Education, Research and Innovation. He has been highly involved in the writing process of the French Open Science Plan. The open science committee was founded in 2019, consisting of a steering committee of open science, a permanent secretariat for open science (SPSO), colleges and expert groups as well as the forum for open science.

The steering committee meets 3–4 times a year to make strategic decisions related to the national strategy, acts as the Council of Partners of the National Fund for Open Science (GIS FNSO) and decides which initiatives to fund. The permanent secretariat headed by the national coordinator for open science gathers monthly to prepare the work of the steering committee, and to ensure the implementation of its conclusions. It coordinates the work of the colleges of the open science committee, oversees the editorial board of the ouvrirlascience.fr website, and monitors the progress of ongoing projects for the operational implementation of the national open science policy. The colleges and expert groups are standing bodies composed of experts on various aspects of the national open science policy. They review issues, propose guidelines, issue opinions, and initiate and lead projects. The forum for open science supports the committee by bringing in the experience of professionals from academia and research institutions. It provides a space for dialogue, exchange and development of shared expertise. As Morka and Gatti point out, the open science committee is one of the „main platforms where librarians engage in discussions on open access“.

Moreover, in the French case, a national fund (Fonds National pour la Science Ouverte, FNSO) is in place since the first National Plan on Open Science (2018) funded by „ministerial allocations and voluntary contributions from institutions of higher education, research and innovation, as well as contributions from foundations and patrons“. Through this fund the steering committee for open science can incentivize concrete projects to foster implementation of measures articulated in the national plan, „it helps to target specific actions, an important transformation effect to help move forward“, says Mounier. 48 projects have been selected by the steering committee, 22 projects in 2019 mainly on research infrastructures, digital platforms and editorial initiatives and 26 projects in 2021 focusing on editorial platforms and structures as well as editorial content. Beside the fact that the fund is limited in its financial power, it is an important addition for a successful implementation of a national strategy.

What is there to consider for the German landscape?

One important lesson to learn from France refers to the administration of open access within the ministry. Open science and open access is highly coordinated inside the ministry and thus funds are not administered differently for these closely linked topics. However, the level of diversity included in the French national strategy is something to look up to. This is also visible in how the implementation of the national strategy is monitored in France. One aim of the French national open science strategy is the objective of a 100% open access rate in 2030 and progress is monitored on the national level. But different from the German Open Access Monitor the French version relies only on „using reliable and controlled open data“ like data from Unpaywall, DOAJ or OpenAPC – source databases like Web of Science or Scopus are not included. In addition, the French Open Science Monitor aims at including all scientific output and thus shows not only open access articles published in peer-reviewed journals but proceedings, book chapters, books and preprints as well. Sorting according to disciplines and their open access output is presented and the language of publication is shown as well. It is positive to see that both, the German and the French monitor, include diamond open access and thus differentiate it from full APC gold open access already.

But what works well in France is not necessarily the right path for Germany. University presses are well-developed in France, while the national publishing platform OpenEdition provides an infrastructure to publish open access books as well as journals. In Germany a decentralized library system operates quite autonomous on institutional levels, with different library consortia across federal states. A national publishing platform like OpenEdition may look like a desirable model, but as Pierre Mounier points out, does it really make sense for Germany? An important impulse from our interviews with French open science experts has been the question, how we can use the federated infrastructure in Germany as an advantage and not an obstacle for a national open access agenda.

References

(2017). „Jussieu Call for Open Science and Bibliodiversity.“ Accessed April 6, 2022. https://jussieucall.org/jussieu-call/.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche  et de l’Innovation (2018). „National Plan for Open Science.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/wp-content/uploads/2019/08/National-Plan-for-Open-Science_A4_20180704.pdf.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche  et de l’Innovation (2021). „Second National Plan for Open Science Generalising Open Science in France 2021-2024.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/second-national-plan-for-open-science/,

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation (2022). „Paris Call on Research Assessment.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/paris-call-on-research-assessment.

Ministère de l’Enseignement supérieur, de la Recherche et de l’Innovation (2022). „Action Plan for Diamond open access.“ Accessed April 6, 2022. https://www.ouvrirlascience.fr/action-plan-for-diamond-open-access-2.

Mounier, Pierre (2019). „From Open Access as a Movement to Open Science as a Policy.“ Presented at the 2019 2nd AEUP Conference: (Re-)Shaping University Presses and Institutional Publishing. Profiles – Challenges – Benefits, Brno, Czech Republic, October 3. Accessed April 6, 2022. https://doi.org/10.5281/zenodo.3471026.

Morka, Agata, and Rupert Gatti (2021). „France.“ In Academic Libraries and Open Access Books in Europe: A Landscape Study. PubPub. Accessed April 6, 2022. https://doi.org/10.21428/785a6451.6df6495e.

Veranstaltungshinweis 16.12.2021: Indikatoren und Incentives für Open Science beim InnoSci Festival „unknOwn unknOwns“

Session 4 am Policy Day des Festivals (16.12.) von 14.45-15.30 Uhr: From Law to Implementation: Recent Practice and Models for Indicators and Incentives for Open Science at Berlin’s Universities and Colleges

Internal evaluations and careers procedures of research institutions are key components for deepening Open Science. We discuss opportunities and hurdles for introducing incentives and ways to sustainably integrate Open Science practices into daily research evaluation. This is particularly relevant because of the amended Berlin Law for Higher Education that invites new approaches regarding Open Science.

Im September hat das Berliner Abgeordnetenhaus eine Novelle des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) verabschiedet, das derzeit vor allem wegen der Regelung für die Verstetigung von Postdocs auf Qualifizierungsstellen bundesweit diskutiert wird. Mit der Novelle wurde auch das Thema Open Science in §41 Forschungsberichte aufgenommen. Die Hochschulen sollen unter anderem die Anerkennung von Open-Science-Praktiken “bei der Bewertung von Forschungsleistungen im Rahmen ihrer internen Forschungsevaluation und bei Einstellungsverfahren die Anerkennung” fördern (§ 41 (5)). Die Ausgestaltung dieser Vorgabe ist nun Gegenstand eines Aushandlungsprozesses zwischen Land und Hochschulen. Dazu gehört unter anderem die Frage, wie umfangreich die Hochschulen bei der Umsetzung auf Vorarbeiten aufbauen können und wie sie unterstützt werden können.

Hier setzt das Zwiegespräch von Dr. Miriam Kip (Berlin Institute of Health, Charité – Universitätsmedizin Berlin) und Rinze Benedictus (University Medical Center Utrecht) an. In der Veranstaltung geht es um die Vorstellung der bisherigen Praktiken der internen Forschungsbewertung. Dazu wird Miriam Kip Möglichkeiten aufzeigen, z.B. in Berufungsverfahren, bei der intramuralen Vergabe von Fördermitteln oder im Rahmen der Leistungs-orientierten MIttelvergabe die vielfältigen Open Science-Aktivitäten der Forschenden anzuerkennen. Von der Praxis geht es zu Vorbildern, die wir mit Isabella Peters diskutieren wollen. Während eine gesetzliche Verankerung in Berlin noch ein Novum ist, haben sich in Deutschland und im Ausland bereits erste Universitäten und Institute selbst verpflichtet, Open Science in ihre internen Verfahren zur Bewertung und Belohnung von Forschungsleistung aufzunehmen wie jüngst an der Utrecht University. Miriam Kip wird mit dem Gast über good practices und institutionelle Umsetzungsstrategien sprechen, die für die zukünftige Entwicklung in Berlin relevant sind. Das Panel richtet sich sowohl an Vertreter*innen der Hochschulgovernance, an Repräsentant*innen des Abgeordnetenhauses, sowie an  Forschende, Lehrende und den wissenschaftsunterstützenden Bereich. Das Panel wird organisiert vom Centre for Open and Responsible Research (CORe) der Berlin University Alliance und dem Open-Access-Büro Berlin. Im Rahmen der Allianz werden mehrere Projekte gefördert, die neben der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur zur Vertiefung und Ausweitung von Open-Science-Praktiken beitragen, inklusive einer Entwicklung verantwortlicher Indikatoren und disziplinen-sensibler Open-Science-Dashboards im Rahmen eines BUA-geförderten Projekts von Open-Access-Büro Berlin und dem Berlin Institute for Health der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das Open-Access-Büro Berlin hat im Auftrag einer AG aus Vertreter*innen der Hochschulgovernance sowie des Senats für Wissenschaft und Forschung eine Empfehlung für eine Landesinitiative “Open Research Berlin” erarbeitet. Die Verankerung von Praktiken offener Wissenschaft im BerlHG wird dort als eine Rahmenbedingung formuliert. Wie diese in die Bewertung von Forschungsleistungen einfließen können, soll durch einen partizipativen Prozess der beteiligten Akteur*innen entwickelt werden.