Nederlands

Beobachtungen zur niederländischen Sprache

Horrörvorstellung

Westeuropa war noch nie so sicher wie heute, berichtet De Tijd. Trotzdem ist ein Wort seit Jahren in aller Munde: Terror, terreur. In der flämischen und niederländischen Presse war beispielsweise zu lesen, dass Frankreich een nieuwe antiterreurwet einführen will. Darüber muss man sich nicht wundern, Terror ist auf Französisch terreur. Auf Niederländisch auch. Nun kann man natürlich erst einmal darüber nachdenken, ob es nicht eigentlich um ein Gesetz gegen terrorisme geht (auch das auf Niederländisch und Französisch identisch, auf Deutsch ganz brav lateintreu Terrorismus). Aber der Zustand, der durch Terrorismus erzeugt werden soll, ist nun einmal Terror. Ein Antiterrorismusgesetz ist also auch ein Antiterrorgesetz, jedenfalls wenn es wirkt.

Nicht nur beim –ismus gegenüber dem –isme ist das Deutsche dem Lateinischen treuer geblieben, auch beim Terror anstelle von terreur ist das so. Nichts wäre geeigneter um sich diese Unterschiede anzuschauen als (ganz richtig!) eine Tabelle mit ein paar Beispielen, natürlich keineswegs vollständig.

Französisch Niederländisch Deutsch
terreur terreur Terror
tumeur tumor Tumor
fureur furor Furor
tracteur tractor, trekker Traktor, Trecker
ténor tenor Tenor
teneur teneur (der Gehalt)
horreur horror Horror
horreur horreur (Abscheu, Grauen)
humour humor Humor
humeur humeur (Laune, Gemütszustand)

Beim Französischen ist –eur die üblichste und regelmäßig durch Sprachwandel entstandene Form. Nur in einigen Fällen gibt es Abweichungen oder Konkurrenz beider Formen, zum Beispiel bei unterschiedlicher Entwicklungs- und Entlehnungszeit aus dem Lateinischen. Das Niederländische bedient sich wie im Gemischtwarenladen mal direkt am Lateinischen (mit –or), mal über den Umweg des Französischen (mit –eur). Der Nutzen dieser auf den ersten Blick wirren Vorgehensweise ist derjenige, dass damit oft zwei Varianten zur Verfügung stehen, wie teilweise auch im Französischen. Damit kann man Bedeutungsverwandtschaft und Bedeutungsnuancen gleichzeitig sehr gut sichtbar machen.

Horror auf Niederländisch. (PD)

Bei humeur und humor ist beispielsweise erkennbar, dass es um das Gemüt geht, einmal allgemein und einmal um das besonders gut gelaunte. Mit horror und horreur hat man im Niederländischen schon etwas größere Schwierigkeiten bei der Unterscheidung. Beides kann für ein Gefühl starker Abscheu bis hin zur Angst stehen, aber nur horror kann für die Bezeichnung eines bestimmten Kunstgenres genutzt werden. Man kann einen horrorfilm schauen, aber keinen horreurfilm.

Nun kann niemand mehr ernsthaft behaupten, Deutsch sei eine schwierige Sprache: Einmal –or, immer –or. Nur bei Personenbezeichnungen kommt –eur auch auf Deutsch wieder ins Spiel. Beispiele gibt es massenhaft, vom Chauffeur bis zum Friseur, den noch nicht einmal das Französische kennt (sondern nur den coiffeur). In Deutschland rühmt man sich gerne der heimischen Ingenieurskunst – wenn es nicht gerade um Flughäfen geht. Davon zeugt der ziemlich erzwungene Reim „dem Ingenieur ist nichts zu schwör“. Aber mit der Auswahl zwischen –eur und –or im Niederländischen wird er auch zu kämpfen haben. Sich dafür eine einigermaßen eingängige Regel auszudenken: die reinste Horrörvorstellung.

Berührungspunkte: Suriname-Deutschland

Wo kommt der niederländische Sprach- und Kulturraum mit anderen in Berührung? Wo gibt es gemeinsame Interessensgebiete der Niederlandistik und ihrer Nachbarfächer? Solche Berührungspunkte stellen wir in einer kleinen Serie vor.

Nein, Suriname, die seit 1975 unabhängige Republik (und vormalige Kolonie der Niederlande), grenzt nirgendwo am deutschen Sprachraum.
Kulturraum? Das ist schon ein anderes Kapitel! Dazu hier ein wenig mehr.

Goslar02_klein

Paramaribo: die Goslar im Suriname-Fluss (Foto: JR)

Landet man nach 10 Stunden Flug in Paramaribo und erwischt im Hotel Krasnapolsky ein Zimmer mit Blick auf den Suriname-Fluss… dann liegt da auf einer Sandbank die Goslar, die am 10. Mai 1940 (die Deutschen fielen in die NL ein) zum Sinken gebracht wurde und bis heute nicht sinken wollte.

Wir haben schon in einem Beitrag über Maria Sibylla Merian – und auch in anderen Beiträgen – darauf hingewiesen, dass es Verbindungen zwischen Deutschland und diesem Lateinamerikanischem Land, in dem die Amtssprache Niederländisch ist, gibt.

Es war der Deutsche August Kappler, der an der Marowijne die Stadt Albina gründete. Die Philologische Bibliothek verfügt über die deutsche wie über die niederländischsprachige Ausgabe seiner Erinnerungen.

Die Herrnhuter haben einen wichtigen kulturellen Beitrag geleistet, indem sie die einheimischen Sprachen dokumentiert haben, indem sie die einheimische Bevölkerung unterrichtet haben. Noch heute ist diese Kirche die größte des Landes. Ricardo Macnack verdankt dieser Kirche einen Aufenthalt in der DDR.

Auch sprachlich gibt es deutsche Reste. Fast alles zu Deutschen in Suriname erfahren Sie bei Carl Haarnacks Buku – Bibliotheca Surinamica.

Es geht mir hier aber um einen Kontakt in der Mitte des vorigen Jahrhunderts.

Helman / Lichtveld (M. van Kempen, PD-self)

Der in Paramaribo geborene Lou Lichtfeld (Pseudonym: Albert Helman) war befreundet mit dem deutschen Autor Albert Vigoleis Thelen aus Süchteln an der Niers. Letzterer hatte (im Grenzgebiet geboren) ein großes Herz für die niederländische Literatur und die Niederlande (Der schwarze Herr Bahßetup zum Beispiel). Lichtfeld/Helman war nicht der einzige niederländische Schriftsteller, dem er verbunden war. Auch Menno ter Braak kannte er gut.

In seinem großartigen Roman „Die Insel des zweiten Gesichts“ kündigt Vigoleis Besuch aus den Niederlanden an: Albert (gemischter, auch indianischer Herkunft) Helman: „…west-indischer Rimbuadel, mit Wasserzeichen, handgeschöpft“ (S. 673)

Der große Wortkünstler Vigoleis übersetzte Lichtvelds populairwissenschaftliches Werk Suriname. Geboorte van een nieuw volk… –  Surinam. Neues Leben auf alter Erde.
Die Philologische Bibliothek verfügt über beide Ausgaben.

In der blumenreichen Übersetzung Thelens verschwand gelegentlich der Ernst des soziologischen Werkes Lichtvelds. Heinz Eickmans hat darauf in einem sehr lesenswerten Aufsatz in Albert Vigoleis Thelen: Mittler zwischen Sprachen und Kulturen hingewiesen. Er kritisiert (aus gutem Grund) die Übersetzung, aber nennt dieselbe…

… eine veritabele Vigoleisiade!

Schauen Sie sich unsere Bibliotheksvitrine doch mal an! Dort gibt es auch ein paar Beispielübersetzungen.

Und was denkt dann der Vigoleis-fan, der Helmans Werk auch bewundert?
Schön, dass es das alles gibt!

Schreinern, tischlern en gewoon timmeren

De moeder van mijn beste vriendin op de Limburgse kleuterschool en vervolgens op de lagere school heette Schrijnwerkers. Deze naam kwam in die contreien wel vaker voor – maar eerlijk gezegd, had ik toen geen idee wat een schrijnwerker (Schrein? Schrank?) was. Natuurlijk wist/voelde ik dat ik de Hollandse -ij in een Limburgse -ie kon veranderen; en de sch- in sj-: de sjrien: dat klonk al bekender… tenslotte was ik katholiek: dat was een re­li­kwieën­kast­je.

Het licht begon pas echt te schijnen toen ik wat meer vertrouwd raakte met het Duits. Een schrijn is: einer Truhe oder einem Schrank ähnlicher Behälter aus Holz meist zum Aufbewahren von kostbareren Dingen, Reliquien o. Ä (Duden). Die kende ik dus uit de (katholieke) kerk. Vervolgens drong de betekenis meubelmaker tot me door.
In de Dikke lees ik dat een schrijnwerker een wer­ker in fijn hout, ma­ker van fijn kas­ten- en meu­bel­werk= meu­bel­ma­ker is. Een timmerman doet het gewone houtwerk: raamkozijnen (Fensterrahmen), deuren, spanten (Dachstühle)…
Mijn opa was timmerman.

opa3Maar goed, de schrijnwerker: ik heb de indruk dat dit woord in het actuele Nederlandse Nederlands nauwelijks nog wordt gebruikt: iemand is meubelmaker, maar geen schrijnwerker. Ook een Tischler is een meubelmaker. Gelukkig heb ik een Vlaamse collega die me vertelde dat voor haar een schrijnwerker een volkomen normaal woord is; diens werkplaats wordt schrijnwerkerij genoemd.

Googelend vond ik inderdaad alleen schrijnwerkerijen met een .be-adres. Blijkbaar hangt de connotatie (gevoelswaarde) van schrijnwerker/timmerman mede af van het dialect (Vlaams, Limburgs, Brabants) in een bepaalde streek.

Overigens maakte mijn opa ook mooie dingen van hout, in de 30 jaar na zijn pensioen. (Foto) Hij was een ambachtsman (Handwerker) met een timmermansoog (gutes Augenmaß).

Tot slot
Ik ken iemand – die doet onderzoek, schrijft goed doortimmerde (solide, fundiert) artikels, geeft colleges, blogt, zit bij discussiefora en hij geeft interviews (radio, tv en de dagbladpers), kortom: iemand die flink aan de weg timmert (erfolgreich auf sich aufmerksam machen).

Ehe für jedermann

Für viele in Deutschland war es ein historischer Moment, die Einführung der Ehe für alle am vergangenen Freitag. In Flandern und den Niederlanden machte die Entscheidung keine Schlagzeilen. Auf den großen Nachrichtenseiten wurde darüber zwar berichtet, aber wenig prominent. Für die Tabloids war das Gesetz an sich weniger interessant als die Beobachtung, dass die deutsche Umweltministerin ihrer Partnerin direkt danach einen Heiratsantrag gemacht habe (was auch nur halb stimmt).

Ein Blick auf die Mode verrät, wie lange es gleichgeschlechtliche Ehen in den Niederlanden schon gibt. (Jeffpw, CC-BY 3.0)

Über die Aufregung, die ganze Abstimmung sei „überstürzt“ gewesen, kann man in den westlichen Nachbarländern (inklusive Frankreich und Luxemburg) wahrscheinlich nur müde lächeln. Die Niederlande waren 2001 das erste Land, das die völlige Gleichstellung einführte, Belgien folgte 2003 als zweites. Im Telegraaf weist man daher auch deutlich darauf hin, wie spät Deutschland dran ist.

In der Berichterstattung ist durchgehend davon die Rede, dass Deutschland jetzt (endlich) die homohuwelijk eingeführt habe. Im Deutschen ist inzwischen der Begriff Homo-Ehe praktisch vollständig ersetzt worden durch Ehe für alle. Im NRC und ein paar anderen Medien ist man deshalb etwas ausführlicher und erklärt auch diesen Begriff noch, meist auf Deutsch und in der Übersetzung huwelijk voor allen, oft mit Anführungszeichen. Ganz selten, aber durchaus vorhanden ist huwelijk voor iedereen, was ja auch nicht hundertprozentig übersetzt ist.

Kleine Spielereien mit Google Translate liefern hier unterhaltsame Varianten. Von Ehe für alle gelangt man zu huwelijk voor alle (ohne –n). Eingebunden in einen vollständigen Satz übersetzt Google von Deutsch zu Niederländisch allerdings Ik ben voor het huwelijk voor iedereen. In der umgekehrten Richtung wird daraus eine ganz neue Form: Ich bin für die Ehe für jedermann. Das ist von allen möglichen Varianten die am wenigsten elegante. Jedermann ist nicht nur im Hinblick auf Genderneutralität unschön, sondern es trägt noch eine weitere Bedeutungskomponente. Für jedermann kann auch den Beigeschmack von fürs gewöhnliche Volk haben, im Sinne von nicht besonders exklusiv.

Es ist gar nicht so überraschend, dass man im Niederländischen mit homohuwelijk noch bei dem Begriff bleibt, der bei uns nicht mehr goutiert wird. Zum einen ist homo weniger negativ konnotiert als im Deutschen (wo ein deutlicher Unterschied besteht zwischen Er ist homosexuell und Er ist ein Homo). Zum anderen ist man im niederländischen Sprachraum über die Debatte sowieso längst hinweg und braucht den Begriff eigentlich nicht mehr. Eine Ehe ist dort seit Langem einfach eine Ehe, und den Begriffswandel hin zu passenderen Formen hatte man nicht mehr nötig. Der rechtliche Rückstand in Deutschland dagegen brachte es mit sich, dass man genau darauf erst einmal hinweisen musste. Es geht schließlich nicht um eine Ehe speziell für gleichgeschlechtliche Paare (Homo-Ehe), sondern schlichtweg darum, dass dieselbe Ehe allen Paaren möglich ist (ab sofort ist also sogar ein Prinzengemahl denkbar).

Wenn jetzt über die Entwicklungen im Ausland berichtet werden soll, wird eine Bezeichnung auch im Niederländischen gebraucht. Das Deutsche hat sich dabei am Ausdruck mariage pour tous orientiert, der in Frankreich populär geworden ist. Für das Niederländische kam die Gelegenheit zur Lehnübersetzung sozusagen zu spät. Dafür kennt es thematisch passend eine andere französische Entlehnung, die sogar morphologisch und orthographisch intakt geblieben ist, fast ein wertvolles, behütetes Kleinod. Wie der Telegraaf in seinem Artikel berichtet, gehört Deutschland nun zu den Ländern, in denen „homo’s en lesbiennes gelijke rechten hebben“.

Dat heb ik op mijn website geplatseerd

Laatst kreeg ik een mailtje van een ex-student, inmiddels zo’n 25 jaar ouder dan toen, maar nog steeds ook in en met het Nederlands bezig. Hij schreef me dat hij een link naar onze blog op zijn website geplatseerd had.

Hier is iets fout geplatseerd (Sterkebak, PD-self)

Deze fout heeft hij óf aan mij óf aan zijn taalgevoel te danken.

Nog steeds wijs ik mijn studenten in de beginnerscolleges erop dat Duitse werkwoorden op -ieren (telefonieren, demonstrieren, studieren, frustrieren, masturbieren, kollaborieren, kommunizieren…) in het Nederlands op -eren eindigen. En deze werkwoorden hebben in het Nederlands een participium perfectum (voltooid deelwoord) met het prefix ge-: zij heeft gestudeerd.

Ik vergeet er wel eens bij te zeggen dat het hier om een groep werkwoorden van Romaanse (Latijnse, Franse) herkomst gaat.

Mijn fout?
Dat zou betekenen dat ik de vreemde herkomst van deze werkwoorden niet voldoende heb geaccentueerd.

Zijn taalgevoel?
Hij reageert onbewust op wat hij hoort, kent, op wat vertrouwd is. Maar zijn bijna perfecte taalgevoel spielt ihm einen Streich (een lelijke poets bakken): platzieren wordt platseren en ich habe platziert wordt: ik heb geplatseerd.

Ik ben dol op dit soort fouten.
En daarom heb ik vandaag deze bijdrage geplaatst.

Erschwerte Erleichterungen

Was wird nicht alles gespeichert dieser Tage. Kaum hat man auf der einen Webseite im Onlineshop etwas bestellt, bekommt man ganz zufällig auf einer völlig anderen Webseite Werbeanzeigen für ähnliche Produkte zu sehen.

Manche stört das nicht, andere versuchen es durch Browsereinstellungen zu verhindern, wirklich gewünscht ist es von den wenigsten. Schon allein vor diesem Hintergrund ist es kurios, wenn es Möglichkeiten zum Abspeichern von Daten gibt, die wahrscheinlich tatsächlich einigen Menschen willkommen wäre. Für kuriose Fälle ist bekanntlich Belgien zuständig.

Dort haben einige der Brüsseler Randgemeinden sich eine kleine Maßnahme einfallen lassen, die den Bürgerinnen und Bürgern ein wenig Aufwand ersparen sollte. Diese Gemeinden liegen in Flandern, direkt um Brüssel herum und sind Teil des heiß umstrittenen Gebiets, in dem viele Französischsprachige leben. Genau genommen handelt es sich um Fazilitätengemeinden, in denen man trotz der Zugehörigkeit zu Flandern einzelne Dienstleistungen auf expliziten Wunsch auch auf Französisch erhalten kann.

Schloss und zugleich Rathaus der Fazilitätengemeinde Wemmel. (J-P. Grandmont, CC-BY-SA 3.0)

Nun haben die Verwaltungen angeboten, man könne sich in ein Register eintragen lassen, mit dem dieser Wunsch für vier Jahre festgeschrieben wird. Wer registriert ist, bekäme für den Zeitraum automatisch seine Behördenangelegenheiten auf Französisch und müsste nicht jedes Mal nachfragen. Geht aber nicht, ist verboten – das sagt die flämische Regierung, vertreten durch Innenministerin Liesbeth Homans von der rechtsseparatistischen N-VA.* Die Gründe dafür liegen nicht unbedingt beim Datenschutz, wie man vermuten könnte. Vielmehr geht es um das immer noch höchst heikle Thema, ob nicht am Ende offizielle Zahlen gesammelt werden könnten, in denen die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Sprachgruppen erkennbar würde. Dazu gibt es zwar jede Menge Indizien und auch handfeste Forschungsergebnisse, aber keine vom Staat oder seinen Gliedern festgestellten Daten. Den Anteil der Frankophonen an der Bevölkerung der Randgemeinden möchte man lieber nicht zu genau wissen, bevor wieder eine Diskussion losbricht, welche Rechte man ihnen zugestehen müsste. Die Illusion der Einsprachigkeit der Landesteile geriete sonst ins Wanken.

Ob das Register tatsächlich gesetzeswidrig ist, liegt wohl in erster Linie an der Auslegung der Gesetze. Schließlich weiß niemand, wie vollständig es wäre. Vielleicht würden sich viele gar nicht eintragen lassen und man könnte am Ende daraus doch keine Rückschlüsse über die Sprachverhältnisse in der Bevölkerung ziehen.

Homans ist jedenfalls der Meinung, der Wunsch nach französischen Dokumenten oder Auskünften müsse bei jedem einzelnen Anliegen wieder erneut geltend gemacht werden. Möglicherweise ist das tatsächlich juristisch wasserdicht, es drängt sich aber der Verdacht auf, dass der N-VA die Regel auch prinzipiell gut zupass kommt. Ein bisschen Gängelung der Frankophonen im Brüsseler Umland hat dem politischen Erfolg der Partei im Zweifelsfall noch nie geschadet. Die Fazilitäten, also die Erleichterungen, sollen bitteschön allzu erleichternd auch nicht werden.

Das kostet die Betroffenen nicht nur Nerven und Zeit, sondern auch ein wenig Papier. Also Bäume. Ob das in Flandern eine gute Idee ist, da könnte Frau Homans mal bei ihrer christdemokratischen Kollegin Schauvliege nachfragen.


*) Wer etwas mehr Zeit hat: Die offizielle Amtsbezeichnung von Liesbeth Homans ist laut Webseite der flämischen Regierung minister van Binnenlands Bestuur, Inburgering, Wonen, Gelijke Kansen en armoedebestrijding.
Warum ausgerechnet die Armutsbekämpfung im Unterschied zu den anderen Schlagwörtern so arm an Großschreibung geblieben ist, könnte man Frau Homans mal fragen – aber bitte nur auf Niederländisch.

Rookt u nog? Rauchen Sie noch?

Erinnern Sie sich?
Der Duft der großen weiten Welt: Peter Stuyvesant?
Überall in den weltoffenen Städten verbindet sich das gewagte Neue mit dem stolzen Alten zu einem farbigen Bild: lebendig, großzügig, einzig […] erregend, vital und begeisternd […] modern, aktiv, international […] charmant, frisch, keck!

 

Peter Stuyvesant

Pieter/Petrus/Peter Stuyvesant (de -uy wordt /œy/ uitgesproken), geboren in het Friese Peperga (1612) moet ook iets dergelijks hebben geroken (nee, niet gerookt). Hij trad in dienst bij de West-Indische Compagnie (WIC) en trok de grote, wijde wereld in. Hij bracht het tot directeur van de ABC-eilanden (Aruba, Bonaire en Curaçao). Zijn houten been was het gevolg van een gevecht met de Spanjaarden op St. Maarten (geen rokersbeen dus).

Nieuw-Nederland (CC-PD-Mark)

In 1645 werd hij gouverneur-generaal van Nieuw-Nederland, een Nederlandse kolonie die in 1664 door de Engelsen werd veroverd. Daarom overleed Stuyvesant in 1672 niet in Nieuw-Amsterdam maar in New York.

CC-PD-Mark

Evenals zijn collega uit het West-Friese Hoorn, Jan Pieterszoon Coen, was hij allesbehalve een watje (Weichei). Hij voerde een streng regime. Godsdienstvrijheid: ho maar! (Fehlanzeige!) Hij erkende enkel de Nederlands Hervormde Kerk. Toen hij het aanlegde (Streit suchte) met de quakers, oogstte hij protest van de bewoners van Vlissingen (later: Flushing): de Remonstrantie van Vlissingen (the Flushing Remonstrance).

De WIC moest Stuyvesant dwingen Joden uit Brazilië tot Nieuw-Nederland toe te laten. Hij weigerde echter hun de vrijheden toe te staan die Joden in de Republiek genoten. De reden daarvoor was – in populair hedendaags Nederlands uitgedrukt: als je de Joden de uitoefening van hun godsdienst toestaat, dan heb je binnen de kortste keren (innerhalb kürzester Zeit) ook de katholieken op je dak (auf dem Hals) – en dan hebben we de poppen aan het dansen (die Bescherung), dan zijn we nog verder van huis (vom Regen in die Traufe).

Nieuw-Amsterdam werd New York en de Republiek kreeg daarvoor (als schadevergoeding?) Willoughbyland – dat voortaan Suriname zou heten.

 

De firma Reemtsma (behoorlijk fout tijdens het Derde Rijk), lukte het dankzij Peter Stuyvesant er na 1945 weer bovenop te komen (auf die Beine kommen).

Der Einstieg bei Roth-Händle 1957 sowie der Erwerb der Lizenzrechte an der erfolgreichen Filtercigarette Peter Stuyvesant konsolidierten schließlich den Erfolg der Firma. Für die Produktion der „nach der großen weiten Welt duftenden“ Cigarette wurde 1959 eigens das Berliner Werk gebaut. Die Peter Stuyvesant erreichte noch im selben Jahr Platz vier unter den 235 deutschen Cigarettenmarken. Ein letzter großer Erfolg für Philipp Reemtsma, der 1959 starb. Bron

Was het (ook) de verwantschap met die andere Fries waardoor Reemtsma (van oorsprong Oost-Fries) op dit gouden-eieren-leggende-idee kwam om een filtersigaret naar Peter Stuyvesant uit Peperga (Peper-ga) te noemen?

 

Enfin…
Veel sympathie heb ik voor Jan Philipp Reemtsma die, zodra hij over zijn erfdeel kon beschikken, al zijn aandelen in het bedrijf (1980) verkocht. De literatuur, de cultuur lag hem meer aan het hart:

J.Ph. Reemtsma (Ziko, CC-BY-SA-3.0)

Um dem herzkranken Dichter Arno Schmidt Unabhängigkeit zu gewährleisten, bot Reemtsma ihm 1977 den damaligen Wert eines Nobelpreises in Höhe von 350.000 DM als Unterstützung an. Zwei Jahre nach dessen Tod ermöglichte er 1981 die Gründung der „Arno Schmidt Stiftung“, deren alleiniger Vorstand er seit 1983 ist. Bron

En dat was niet het enige initiatief dat deze maecenas nam of ondersteunde…

Ein rätselhafter Suri-Name

Surinam liegt am Indischen Ozean. Es wird erschlossen von zwei Hauptstraßen. Die berühmteste Persönlichkeit aus Surinam ist die demokratisch gewählte Präsidentin des Landes, die indischstämmige Muslimin Ameenah Gurib.

Frau Gurib, gebürtige Surinamerin. (IFIA, CC-BY 2.0)

Niemand in Surinam spricht Niederländisch, am weitesten verbreitet ist die lokale Kreolsprache. Surinam schreibt man immer gleich, die Schreibweise Suriname kommt nicht vor. Das nächste Nachbarland ist Frankreich, genauer gesagt ein französisches Übersee-Département.

Surinam hat gut 10.000 Einwohner. Klingt wirr? Stimmt aber alles. Surinam ist ein Dorf im Süden von Mauritius. Zwar war Mauritius über 70 Jahre lang unter niederländischer kolonialer Kontrolle, prägend für das Land waren aber vor allem die französische und später die britische Herrschaft. Den Namen Mauritius hat die Insel trotzdem aus Holland, nämlich von Maurits van Oranje. Mit Surinam(e) hat das alles aber nichts zu tun.

Das Land in Südamerika ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt. Das Dorf in Mauritius dagegen soll seinen Namen aus dem Bhojpuri haben, das ein Teil der indischstämmigen Bevölkerung von Mauritius spricht. Das sagte jedenfalls der ehemalige Bürgermeister von Surinam einigen Besuchern aus Suriname. Das Magazin Parbode wollte wissen, was es mit den Namensvettern im anderen Ozean auf sich hat. Und bekam als Auskunft, der Name des dortigen Dorfes Surinam setze sich zusammen aus den Worten für Sonne und Name. Das klingt etwas weit hergeholt, denn warum sollte der Name des Dorfes selbst aussagen, dass er ein Name ist? Aber solange es keine besseren Vorschläge gibt, können Surinam und Surinam(e) mit dieser Geschichte wahrscheinlich ganz gut leben.

Ver van mijn bed

Dat is ver van mijn bed – of ook: dat is een ver-van-mijn-bedshow: damit habe ich nichts zu tun, das berührt mich nicht.

Wanneer de mammoet leefde? Dankzij collega Marc van Oostendorp weet ik het nu. Maar mammoeten, dinosauriërs, prehistorie en zo: allemaal ver van mijn bed!

N.Dilmen, CC-BY-SA-3.0-migrated

Dinosauriërs ken ik dankzij Buster Keaton (02:55), hun geraamte (Skelett) dankzij Cary Grant en uiteraard dankzij het Berlijnse natuurkundemuseum….

Fred Flintstone – die in het Duits Feuerstein heet – ja, die ken ik.
Wilma! open the door! Dat waren zo ongeveer mijn eerste Engelse woorden.
Foto links: Wilma, Fred en Pebbles met Dino.

De serie speelt zich af in de steentijd, in het fictieve plaatsje Bedrock. Hierin leven uitgestorven dieren als mammoeten, dinosauriërs, pterosauriërs, sabeltandtijgers en dodo’s samen met holbewoners. Daarbij ging men eraan voorbij dat dinosauriërs en pterosauriërs allang uitgestorven waren toen de mens op aarde verscheen. Bron

Wat nog?
Iemand die met het verkeerde been uit bed stapt, is bijzonder slecht gehumeurd (gelaunt).
Maar laat ik vooral de ontroerende jonge sla in vochtige bedjes
niet vergeten: niet één maar hét gedicht van Rutger Kopland.

Yabadabadoo!

Haie mit Wendekreis

Ab und zu beschäftigen wir uns hier in unserem Blog mit den niederländischen Inseln der Karibik. Auf Niederländisch sprechen wir von Caribisch Nederland (oder auch in der Variante Caraïbisch Nederland, für Freunde des Tremas). Auf Deutsch klingt es umgedreht besser: die niederländische Karibik. Vielleicht weil die karibischen Niederlande ein wenig so aussieht wie die spanischen Niederlande. Und soweit ich weiß, hat bisher noch keine Antillennation über die Lage Landen geherrscht, umgekehrt dagegen sehr wohl.

Oben Saba, unten Krebse (nicht im Bild). (R. Diesterheft, CC-BY-SA 2.0)

Wenn wir uns für die niederländische Karibik interessieren, dann stehen meistens die ABC-Inseln im Mittelpunkt des Interesses, gelegentlich auch Sint-Maarten. Aber auch Saba schafft es mal in die Nachrichten, und zwar nicht nur wenn der höchste Punkt der Niederlande umziehen muss, sondern kürzlich auch in Trouw mit einem ökologischen Thema. Bei der Krebsfischerei auf Saba verfangen sich immer wieder Haie in den Reusen (nl. fuiken) und verenden darin. Um das zu verhindern, sollen jetzt andere Modelle von Reusen getestet werden.

Das ist löblich und wirbelt außerdem am Meeresgrund eine kleine Frage auf, nämlich was es sprachlich mit dem Wortfeld um Krebse und kreeften auf sich hat. Das Deutsche macht bekanntlich strukturell keinen Unterschied zwischen dem Schalentier aus dem Wasser und der Krankheit: beides heißt Krebs. Das kann in Fremdsprachen zu unschönen Fehlern führen, wenn man nicht aufpasst. Denn die anderen germanischen Sprachen (und nicht nur die) trennen fein säuberlich zwischen den beiden Dingen. Um die Verwirrung komplett zu machen kommt noch das Sternbild Krebs dazu.

Krankheit Tier Sternbild
Niederländisch kanker kreeft Kreeft
Deutsch Krebs Krebs Krebs
Englisch cancer crab (craw-/crayfish) Cancer
Norwegisch kreft kreps Kreps

In den romanischen Sprachen tummeln sich dieselben Wortformen, nämlich entweder solche die ungefähr mit kre- bzw. kra- zu tun haben, oder solche mit kank-, manchmal mit c statt k.

Etymologisch gehören beide zusammen, entsprechend weit muss man zurückgehen, nämlich zum Griechischen und Lateinischen. Die Verwachsungen eines Tumors erinnerten die alten Griechen in der Form anscheinend an Krebstiere mit ihrem harten Kern und den dünnen Beinen. Beim gleichnamigen Sternbild muss man schon sehr abstrakt denken, um dieselbe Form zu erkennen.

Saba liegt übrigens zwischen Äquator und dem Wendekreis des Krebses (Kreeftkeerkring, oder ganz profan auch nördlicher Wendekreis). Der Wendekreis der Haie scheint etwas größer zu sein als der des Krebses, sonst kämen sie wahrscheinlich aus den Fangreusen von selbst wieder heraus. (Ein Wortspiel, das auch nur auf Deutsch funktioniert, weil das Niederländische zwei Wörter kennt: der keerkring ist der Wendekreis in der Astronomie, das Auto hat als Wendekreis dagegen einen draaicirkel.)