Nederlands

Beobachtungen zur niederländischen Sprache

Congo 60 jaar na dato

Op 30 juni 1960 werd Belgisch-Congo onafhankelijk.

In 1885 werd dit gebied onder de naam Congo-Vrijstaat het persoonlijk eigendom van Leopold II van België die er een schrikbewind voerde. Onder internationale druk werd het koninkrijk België in 1908 min of meer gedwongen de kolonie van zijn vorst over te nemen: Belgisch-Congo. Boudewijn, de toenmalige koning der Belgen, reisde voor de souvereiniteitsoverdracht af naar Leopoldstad (sinds 1966 Kinshasa) waar hij in zijn toespraak het „genie“ van zijn voorvader roemde en waar een Congolees hem – staande in een open auto – zijn koninklijke degen wegnam. De Duitse fotograaf Robert Lebeck was in de buurt en vereeuwigde dit moment op de vaste plaat.

Nu, in juni 2020, vallen de standbeelden van Leopold II in Leuven en Gent; in Ekeren wordt het in brand gestoken.

En niet alleen dat – er wordt ervoor gepleit het thema „kolonisatie“ vanuit hedendaags perspectief  op te nemen in de eindtermen van het secundair (voortgezet) onderwijs. Jef Geeraerts‘ „Gangreen 1 (Black Venus)“ is een paar dagen geleden uit de literaire canon geschrapt. En krijgt Kuifje (Tim von Tim und Struppi) een voorwoord met context?
Niet iedereen zal het met deze initiatieven eens zijn. Maar België is in beweging…  behalve dan prins Laurent – altijd goed „om een dansje op te voeren in de porseleinkast“, aldus De Standaard:

‘U moet maar eens zien wat Leopold II allemaal gedaan heeft voor België’, zegt Laurent in de kranten van Sudpresse. ‘Hij heeft parken laten aanleggen in Brussel en vele andere dingen. U moet ook weten dat er veel mensen voor koning Leopold II werkten. En zij hebben echt misbruik gepleegd. Maar het is niet zo dat Leopold II dat allemaal zelf gedaan heeft. Hij is nooit in Congo geweest. Ik zie dus absoluut niet in hoe hij de mensen daar zou laten lijden hebben. Het is belangrijk dat dat ook eens gezegd wordt.’ (Bron)

Ik ben benieuwd of koning Filip vandaag het woord neemt en een antwoord geeft op de vraag van historicus Elikia M’Bokolo (Universiteit van Kinshasa):

Est-ce que la Belgique telle qu’elle est aujourd’hui serait la Belgique si elle n’avait pas eu le Congo?

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Meer weten?

Over David Van Reybrouck: „Congo: een geschiedenis“ (2010) verscheen al eerder een blogbijdrage. Van recentere datum zijn de volgende titels:

Mathieu Zana Etambala: Veroverd. Bezet. Gekoloniseerd. Congo 1876-1914, Sterck & de Vreese 2019

Luc Renders: Koloniseren om te beschaven: het Nederlandstalige Congoproza van 1596 tot 1960, Hasselt: Gramadoelas 2019

Idesbald Goddeeris, Amandine Lauro, Guy Vanthemsche: Koloniaal Congo-Een geschiedenis in vragen, Polis 2020

Nadia Nsayi: Dochter van de kolonisatie, Epo 2020

Verwüstigung

Die Wüste heißt auf Niederländisch de woestijn. Soweit nur eine Vokabelfrage, es gibt sicher Schwierigeres zu lernen. Wenn man in das Wortfeld etwas tiefer hineinwandert, zeigt sich aber auf einmal ein Dickicht, das überhaupt nicht dürr ist. Das passende Fundstück zum Einstieg liefert De Tijd aus Belgien, die kürzlich titelte:

Hier begint de verwoestijning van Vlaanderen

Im Artikel geht es um Veränderungen und Schäden an der Natur durch zunehmende Trockenheit (bisher nicht unbedingt ein Phänomen, das man stereotyp mit Belgien in Verbindung brachte). Auf Deutsch gibt es zur Übersetzung ein bisschen Auswahl. Verbreitet ist die Lehnbildung Desertifikation, oft auch einfach Wüstenbildung, oder selten und trotzdem gelegentlich auffindbar die Wüstifizierung. Auch Verwüstung trifft man an, und da beginnt die Verwirrung.

Verwüstete Landstriche, das können nicht nur Folgen des Klimawandels etwa in der Sahelzone sein, sondern auch Zerstörungen durch Krieg und Gewalt. So mancher Rockstar hat schon ein Hotelzimmer verwüstet, aber ein Fall von verwoestijning ist meines Wissens noch nicht auf nächtliche Exzesse auf Tournee zurückgeführt worden. In alten Texten findet man auch noch die Form Verwüstigung, zumdeist auch im Kontext gewaltsamer Konflikte.

Verwoestijning (Jeanajean, CC-BY-SA 4.0)

Ausgehend von der Wurzel woest bzw. wüst entspannt sich ein Netz aus Wortbildungen, die sich zum Teil in den Bedeutungskomponenten überlagern und in den beiden Sprachen außerdem in Nuancen leicht anders funktionieren. Ähnlich wie bei Kälte oder Stille hat sich das Deutsche für die simple e-Derivation entschieden, um die Wüste zu bilden. Der Entstehungsweg von woestijn ist in Laut- wie Wortstruktur etwas komplexer.

Das niederländische Verb verwoesten setzt in der Regel heftige Zerstörungskraft voraus, die vom Menschen ausgehen kann oder auch von einer Naturkatastrophe. Es wird transitiv verwendet, braucht also ein Objekt: iets verwoesten. Das deutsche verwüsten kann beide Varianten. Ich kann etwas verwüsten, dann entspricht die Bedeutung dem niederländischen Verb, oder etwas verwüstet, dann muss es auf Niederländisch verwoestijnen. So zerstörerisch die Wüstenbildung auch ist, sie bewegt sich doch deutlich langsamer voran als ein Hurrikan oder ein Kampfflugzeug.

Wenn wir noch einen Schritt weiter in die Wüstenwelt vordringen, kommen wir zur Wüstung: Eine lange verlassene Siedlung, die höchstens an Ruinen erkennbar ist oder nur noch auf Konturen in Satellitenbildern sichtbar wird. Übersetzt auf Niederländisch als de wüstung – mitsamt dem Umlaut staubtrocken entlehnt aus dem Deutschen.

Angela Merkel schpreekt Nederlands

Corona hat europaweit, weltweit in der Kulturbranche große Verluste hinterlassen: abgesagte Konzerte, leere Theatersäle, keine Auftritte für unabhängige Kulturschaffende. Aus den Niederlanden schaut man aufmerksam nach Deutschland, wie der Sektor unterstützt wird. Sicher ist auch hierzulande nicht alles Gold was glänzt, aber eines ist bekannt: Die niederländische Regierung hat wenig Sinn für Dinge, die zwar dem menschlichen Geist nützen, aber weniger dem Portemonnaie. Das gilt im Bereich von Bildung und Forschung ebenso wie in der Kultur.

Also tun sich bekannte Persönlichkeiten zusammen, um auf das Problem aufmerksam zu machen, etwa in der Initiative #cultuurinactie. Die zuständige Ministerin Ingrid van Engelshoven musste sich – offensichtlich wenig amüsiert – vor laufender Kamera anschauen, wie ihr eine Angela Merkel als besseres Vorbild vorgeführt wurde. Hinter der Topffrisur und dem Blazer steckt die Kabarettistin Sanne Wallis de Vries, die eine fast perfekt niederländischsprachige Kanzlerin spielt.

ACHTUNG: Daten nach YouTube werden erst beim Abspielen des Videos übertragen.

Fast perfekt – denn diese Angela Merkel spricht zwar fließend und in der Grammatik äußerst fehlerfrei, beinahe unglaubwürdig idiomatisch für eine deutsche Muttersprachlerin. (Vielleicht ein Lernvorsprung, falls sie aus der Kindheit noch etwas Uckermärkisches Platt mitbekommen hat?) Aber im Wortschatz passieren hier und da ein paar perfekt ausgewählte, typische Schnitzer und man hört natürlich einen deutschen Akzent, der an einigen Stellen erstaunlich gut getroffen ist.

Passend verrutscht ist etwa der ui-Diphthong [œy], der bei ihr zum [oj] wird – für deutschsprachige Zungen in der Tat eine ernste Herausforderung. Überall dort, wo Deutsch und Niederländisch sehr nah beisammen liegen, platziert sie geschickt ‚versehentlich‘ die deutsche Variante, sei es Kultur statt cultuur oder eigentlich statt eigenlijk. Ihr rutscht zuerst ein kop heraus, den sie flugs zu hoofd ‚korrigiert‘. Alles kleine Unsicherheiten, die beim spontanen Sprechen schnell passieren, und zwar in beiden Richtungen zwischen den Sprachen.

Dass man oft das Gooise R hört, muss an sich auch nicht unauthentisch sein, denn viele Lernende mit Deutsch als Erstsprache übernehmen das mit Selbstverständlichkeit. Ob Angela Merkel, hätte sie Niederländisch gelernt, tatsächlich eine Tendenz zum Poldernederlands hätte?

Nicht ganz glaubwürdig ist der Anlaut mit [ʃt] und [ʃp], wo Niederländisch [st] und [sp] hat, beispielsweise wenn steun zu stöhn wird. Das bereitet beim Spracherwerb im Grunde selten Probleme. Wenn bei fantastisch oder misschien die Schreibweise mit <sch> vielleicht doch einmal Verwirrung stiftet und ein [ʃ] dabei herauskommt, kann man sich das wiederum zumindest vorstellen.

Sehr konsequent hält die polyglotte Frau Merkel an den Endungen auf –en fest, die ja aus niederländischer Sicht für das Deutsche geradezu emblematisch sind (und wiederum im Deutschen mit niederländischem Akzent manchmal unter die Räder komme.) So gesehen ist die Aussage ik heb me ingelezen mit vollem –en und natürlich auch mit [g] nicht nur gut parodiert, sondern möglicherweise auch für die Vorbereitung auf den Auftritt als Angela Merkel durchaus zutreffend.
Ob die Ministerin ein Einsehen hat und nach der Vorstellung etwas mehr Leidenschaft zumindest für die sprachaffinen Künste und Wissenschaften aufbringt, muss sich erst noch zeigen.

M. Rutte, W.F. Hermans en Zwarte Piet

Het vermoorden van George Floyd en de actuele Black Lives Matter-beweging hebben ook in Nederland weer een discussie over racisme losgemaakt. En in Nederland gaat zon discussie dan uiteraard meteen ook weer over Sinterklaas en Zwarte Piet. Collega Johanna Bundschuh-van Duikeren heeft het daar eerder over gehad in deze blog.

Premier Rutte zei nu tijdens een debat in de Tweede Kamer dat hij de afgelopen paar jaar anders is gaan denken over Zwarte Piet. Nog 2013 vond hij die hele discussie onzin, want Zwarte Piet is nou eenmaal zwart, daar kan ik niets aan veranderen (NOS, 18 oktober 2013), maar ondertussen heeft hij zelf grote veranderingen doorgemaakt over Zwarte Piet (NOS, 5 juni 2020). De druk om af te stappen van deze traditie wordt alsmaar groter, maar Rutte wil niemand iets voorschrijven. Hij verwacht dat er door de maatschappelijke ontwikkelingen over een paar jaar nauwelijks nog Zwarte Pieten zullen zijn. Gelukkig, denken we dan maar. Maar aan de andere kant weten we dat deze discussie nu al minstens vijftig jaar aan de gang is en Zwarte Piet is er nog steeds.

De vraag waarom Sinterklaas nooit zwart is en Zwarte Piet nooit wit speelt al een rol in een boek van W.F. Hermans uit 1969. Hermans publiceerde toen De laatste resten tropisch Nederland, een verslag van zijn reis naar Suriname en de Nederlandse Antillen. Hij heeft deze reis samen met zijn vrouw Emmy Meurs gedaan, die zelf van Surinaamse afkomst was. Het boek is in veel opzichten verbazingwekkend actueel, maar in andere opzichten ook duidelijk een kind van zijn tijd. Zo praat Hermans over negers en het Sranan heet bij hem nog Negerengels. Hij is zich wel degelijk ervan bewust dat deze terminologie ook in zijn tijd al problematisch wordt gevonden, maar neger is voor hem geen scheldwoord in het Nederlands, schrijft hij.

Hij vertelt over een teach-in op Curaçao, waar hij voor was uitgenodigd en waar het onder andere ging over vragen van racisme en discriminatie (hoofdstuk 20). In zijn verslag toont hij zich bewust van het feit dat het n-woord in deze streken wel degelijk een minachtende klank [heeft]. Het is geen neutrale rasaanduiding, zoals in Nederland. Is er zoiets als een neutrale rasaanduiding, vragen wij ons vandaag af, maar deze vraag speelde vijftig jaar geleden nog geen rol, tenminste niet voor Hermans.

In het verslag over de Curaçaose teach-in gaat Hermans dus ook in op de discussie over Zwarte Piet. Want, zo merkt hij enigszins cynisch op, elke zwarte schrijver doet je na enige momenten conversatie [] de bekentenis dat hij een essay over Sinterklaas en Zwarte Piet geschreven heeft. Het ging ook toen al over de vraag of Zwarte Piet racistisch en discriminerend is. Hermans schrijft:

Je [] kunt bij jezelf denken dat de strijd voor rassengelijkheid misschien wel niet gediend wordt met zulke kleinzerigheden. Maar bij langer verblijf op de Antillen, na vernomen te hebben met hoeveel fanatisme sommige mensen (gezagsdragers) dit feest organiseren, begin je je wel af te vragen of in deze landen het Sinterklaasfeest misschien nog een ander aspect heeft, behalve het stimuleren van de kleinhandel, zoals bij ons. Die vraag kan niet ontkennend worden beantwoord. Ik geloof niet dat het allemaal verbeelding is, wanneer de negers denken dat deze folklore in stand gehouden wordt om hen iets te laten voelen. Op zijn minst genomen is het tactloos dat het gebeurt.

Het is dus niet alleen onnozelheid, Hermans veronderstelt wel degelijk ook opzet; het gaat erom de folklore in stand te houden om de zwarten iets te laten voelen.

Het hele hoofdstuk uit De laatste resten tropisch Nederland maakt duidelijk dat deze kwestie toen al zeer gevoelig lag, zeker op de Antillen. En ik ga ervan uit dat deze gevoeligheden ook vijftig jaar geleden al bekend waren in Nederland. W.F. Hermans was immers iemand die veel gelezen werd en wiens stem gewicht had. Desondanks vinden we ook nu nog steeds dezelfde oude argumenten ter verdediging van het onschuldige kinderfeest en van de traditie en de Nederlandse identiteit enz.

Je kunt je afvragen, of het achter al deze argumenten uiteindelijk niet toch (ook) erom gaat hen iets te laten voelen. Dat idee kan men in ieder geval krijgen wanneer men kijkt naar de commentaren op social media over het nieuwe Zwarte Piet-standpunt van premier Rutte. En ook Geert Wilders maakt op 5 juni meteen duidelijk (via Twitter): De PVV hecht wél aan nationale tradities, voor ons zal Zwarte Piet altijd zwart blijven!

Het fanatisme waarmee men in Nederland ondanks alle kritiek nog steeds vasthoudt aan de racistische Zwarte-Piet-‘traditie’ maakt duidelijk dat het om veel meer gaat dan om een ‘onschuldig kinderfeest’. Zelfs Rutte lijkt nu eindelijk te hebben begrepen dat ook deze kwestie bij de actuele discussies over racisme en discriminatie hoort.

Steinkohlen-Englisch

In seinem Bestseller Im Grunde gut schreibt der niederländische Journalist Rutger Bregman unter anderem über Jos de Blok, den Gründer des Pflegedienstes Buurtzorg. Dieser de Blok hat 2014 für sein Unternehmenskonzept in London eine höchst renommierte Auszeichnung bekommen, die Albert-Medaille der britischen Royal Society of Arts. Über die Verleihung schreibt Bregman:

Und nun also Jos de Blok aus Almelo. Der gesamte britische Jetset war für seine keynote speech auf den Beinen. In authentischem Steinkohlen-Englisch sagte de Blok, dass er zuerst an einen Witz geglaubt hatte. Aber nein, es war kein Witz. (S. 293)

Steinkohlen-Englisch? Was soll das denn sein, werden sich die meisten LeserInnen fragen. Hier sind die Übersetzer des Buchs von Bregman wohl etwas sehr nah am niederländischen Original geblieben. Man könnte auch sagen, dass die Übersetzung schlicht falsch ist, weil sich damit auf Deutsch keine Bedeutung verbinden lässt und weil das Kompositum auch nicht automatisch brauchbare Assoziationen für eine adäquate Interpretation herbeiführt.

Dagegen ist der Begriff Steenkolenengels (auch steenkolen-Engels geschrieben) im Niederländischen durchaus gängig. Das Wort geht auf eine Bezeichnung für das Englische zurück, das um 1900 von niederländischen Hafenarbeitern verwendet wurde, um mit der Bemannung englischer Steinkohle-Boote zu kommunizieren. Das vermutet zumindest die niederländische Wikipedia, die einen entsprechenden Eintrag Steenkolenengels hat. Dort wird der Begriff definiert als zeer slecht Engels, zoals dat wordt gesproken door Nederlandstaligen die het Engels onvoldoende beheersen. Dazu passt die deutsche Übersetzung im Van Dale-Übersetzungswörterbuch: gebrochenes Englisch, also die deutsche Variante des englischen broken English. Das wäre wohl auch eine angemessenere Übersetzung in dem Bregman-Zitat gewesen, obwohl das Wort gebrochen vielleicht zu negativ ist, für ein Englisch, das schließlich durchaus verständlich ist.

Vor fast zwanzig Jahren, 2002, hat Marc van Oostendorp ein Buch mit dem Titel Steenkolen-Engels veröffentlicht. Er setzt sich darin mit der Rolle des Englischen für die internationale Kommunikation auseinander und er rät dazu, unsere Ansprüche an die Beherrschung des Englischen zu verändern: nicht das Englisch der MuttersprachlerInnen sollte die Messlatte sein, sondern die kommunikativen Bedürfnisse der internationalen Kommunikation. Als ein pleidooi voor normvervaging wollte er sein Buch verstanden wissen, so der Untertitel (Plädoyer für Normaufweichung). Van Oostendorps Beschreibung dieses internationalen Englisch und der sprachlichen Repertoires seiner SprecherInnen ist in den vergangen zwanzig Jahren zu einer Art received opinion geworden, zumindest in der Soziolinguistik. Und in der Anglistik hat sich ein ganzer Bereich herausgebildet, der sich unter dem Akronym ELF (English as a lingua franca) mit den Eigenschaften dieses internationalen Englisch beschäftigt. Eine prominente Vertreterin ist beispielsweise Barbara Seidlhofer, die im vergangenen Jahr bei uns an der FU zu Gast was.

Übrigens haben die Übersetzer von Bregmans Buch an anderer Stelle einen wirklich hervorragenden Job gemacht: beim Titel. Der Titel der deutschen Übersetzung lautet Im Grunde gut und dieser Buchtitel erscheint mir viel besser als der des niederländischen Originals De meeste mensen deugen, wörtlich: Die meisten Menschen taugen. Das niederländische deugen kann zwar etwas allgemeiner verwendet werden als das deutsche taugen, und man könnte es vielleicht auch mit in Ordnung sein, nett sein übersetzen, dennoch scheint mir der deutsche Titel den Kern des Buches viel besser zu treffen. Denn genau darum geht es: trotz aller Gewalt, trotz aller Verbrechen ist der Mensch, so Bregman, im Grunde gut. Das haben die beiden Übersetzer dieses lesenswerten Buchs, Ulrich Faure und Gerd Busse, richtig gut gemacht.

De dwaaste superlatief

Is het eigenlijk De meest dwaze man die ik ooit ontmoet heb of De dwaaste man die ik ooit ontmoet heb? Ik was van mening, dat het de meest dwaze moest zijn, maar mijn meest favoriete (favorietste?) collega Truus De Wilde vond dat juist gek. Zij geeft de voorkeur aan de formulering de dwaaste man. Nu ben ik altijd geneigd om Truus te geloven, maar misschien toch ook weer niet altijd. Dus ben ik een beetje gaan zoeken.

Wat weten we eigenlijk over de verdeling van de beide mogelijkheden? De ANS, de Algemene Nederlandse Spraakkunst, schrijft: Er bestaat een toenemende neiging omschreven vergrotende en overtreffende trappen te gebruiken naarmate het adjectief meer lettergrepen telt. Adjectieven als kostenbewust (4 lettergrepen) of geïnteresseerd (5 lettergrepen) zijn dus hele goede kandidaten voor een omschrijving met meer/meest. Maar zelfs bij deze lange adjectieven vinden we wel degelijk ook morfologisch gevormde superlatieven:

“Het lijdt geen twijfel dat momenteel de geïnteresseerdste mensen afhaken.” (Mainzer Beobachter)

Hoe zit het nu met de kortere adjectieven? Echte regels zijn nauwelijks te geven, maar de ANS noemt toch een paar formele eigenschappen, die een voorkeur voor de analytische omschrijving uitlokken (vergelijkbare voorkeuren beschrijft ook het Taalportaal). Onder andere deze:

Bij adjectieven die uitgaan op gesproken -st (geschreven als -st of -sd) bezigt men het liefst de met meest omschreven overtreffende trap, bijv.:

het meest drieste antwoord, de meest robuuste kerel van allemaal, het meest vast, het meest verbaasd.

Ook de overtreffende trap van adjectieven op -s, -isch of -sk wordt bij voorkeur omschreven, bijv.:

het meest problematisch (naast: problematischt), de meest praktische aanpak (naast: praktischte), meest bruusk (naast: bruuskst).

En inderdaad vinden we makkelijk voorbeelden, zelfs van eenlettergrepige adjectieven met een superlatief met meest, wanneer deze adjectieven voldoen aan de genoemde criteria. Henk Hofland bijvoorbeeld schreef 2005 in de Groene Amsterdammer:

Het recentste en meest krasse voorbeeld is de plechtige mediakermis waarmee het sterven van de paus is begeleid.

De superlatief van recent wordt morfologisch gevormd, het kortere adjectief kras krijgt een omschrijving. Waarom? Omdat het eindigt op -s. Hoe weten we dat? Omdat er ook andere adjectieven op -s zijn, waar we bij voorkeur de omschrijving gebruiken:

De school had eerlijk en open moeten zijn over Avatar, maar het meest boos zijn we op de overheid die dit laat gebeuren. (De Monitor)

Het meest boos, niet het boost dus, maar dat is misschien ook wel om de homografie met het Engelse leenwoord to boost te vermijden. Hoe zit het dan met nors, nog zon eenlettergrepig adjectief op -s? Dat woord lees ik in zinnen als deze:

Ook Simon Cowell, het meest norse jurylid wilde ook iets kwijt. (gaande.nl)

Voor het norst of het norste daarentegen heb ik geen bewijsplaatsen kunnen vinden.

Ook voor dwaas is het een fluitje van een cent om voorbeelden voor de met meest omschreven superlatief te vinden. Hier bijvoorbeeld mooi aforistisch:

De meest dwaze argumenten zijn het moeilijkst te weerleggen. (Gerd de Ley)

Het meest dwaas is het in God te geloven. (Reformatorisch Dagblad)

Wil dat zeggen dat ik gelijk had met mijn keuze voor de meest dwaze man? Welnu, eh, nee. Want er zijn wel degelijk ook bewijsplaatsen voor de morfologische superlatief. Zo schrijft bijvoorbeeld Doeschka Meijsing in De beproeving:

Overdag maken ze de dwaaste dingen in hun ateliers, s avonds drinken ze en kijken ze naar de sterren en filosoferen ze erop los.

Trouwens, ook los van de slot -s vinden we bij eenlettergrepige adjectieven wel beide mogelijkheden, zoals in de volgende citaten met de superlatief van puur:

Avatar® is het meest krachtige, puurste zelfontwikkelingsprogramma dat beschikbaar is. (De Monitor)

De stories winnen heel snel aan populariteit: logisch, want het geeft het meest pure en echte inkijkje in iemands leven. (De Gelderlander)

Is het dan misschien zo, dat de keuze vooral is gebaseerd op stilistische overwegingen? Dat het allemaal hooguit tendensen zijn en dat we er verder eigenlijk niet veel over kunnen zeggen? Daar lijkt het wel op. Verder heb ik het idee dat de superlatief met meest ook bij kortere adjectieven terrein aan het winnen is. Veel van de overtreffende trappen van het type dwaast staan in teksten die vijftig jaar of ouder zijn. Maar dit laatste is niet meer dan een indruk die door een grondige historische studie bewezen (of weerlegd) zou moeten worden.

Corona, Tulpen, Pommes und nationale Identitäten

Erst ging das große Tulpen-Schreddern durch die Presse: Tulpen für die Tonne – Corona zerstört das Blumen-Business hieß es, oder “Kauft Blumen, nicht Klopapier!”. Ein niederländisches Exportprodukt mit Symbolcharakter ist gerade zum Opfer der Pandemie geworden. Und jetzt hat es auch Belgien erwischt. Seit einigen Tagen ruft die belgische Kartoffelindustrie dazu auf, mehr Pommes Frites zu essen. Dem Spiegel ist das am 1. Mai ein Video wert: “Hilfe, eine Extraportion Pommes, bitte!”. Die BelgierInnen werden von der Kartoffel-Lobby gebeten, das Nationalgericht doch bitte zuhause selber zu frittieren “oder sich an Frittenbuden zu versorgen”; schließlich seien die ja vom Lockdown ausgenommen.

Soweit der Spiegel-Beitrag. Und mit dem Wort Fritten wäre es dann geschafft, und wir sind wieder mitten in der Variationslinguistik 🙂
Die aus dem Französischen übernommene Bezeichnung Pommes Frites wird im deutschen Sprachraum in der Regel zu Pommes verkürzt, wobei das Wort dann an die deutsche Aussprache angepasst und zweisilbig (und daher auch mit auslautendem [s]) ausgesprochen wird. Daneben finden wir im Süden (vor allem in der Schweiz) die an das Französische angelehnte Aussprache Pommfritt. Und im Rheinland hat sich das Wort Fritten eingebürgert. Die Verteilung der verschiedenen Varianten zeigt sehr schön der Atlas zur deutschen Alltagssprache:

Pommes oder Fritten: Atlas zur deutschen Alltagssprache

Es wird kein Zufall sein, dass das Fritten-Gebiet entlang der Grenze zu Belgien angesiedelt ist, denn im niederländischsprachigen Belgien ist friet oder frieten die normale Bezeichnung für die Pommes Frites. Als Langform gibt es im belgischen Französich auch die patat frites, aus denen sich im Norden des niederländischen Sprachgebiets die Bezeichnung patat entwickelt hat (vgl. in diesem Zusammenhang auch unseren Beitrag Essen wie Gott in … Holland aus dem Jahr 2014).

Die bekannte ‘Patates frites’-Kaart von Jan Stroop (1972), bearbeitet von Cavit (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Een patatje met wäre im Norden die adäquate Art, eine ‘Pommes mit Mayo’ zu bestellen. Die diversen Serviervarianten erspare ich Ihnen jetzt; der kulinarische Höhepunkt ist aber natürlich das patatje oorlog, wörtlich ‘Pommes Krieg’ (also Pommes mit Mayonnaise und Erdnusssoße und meist auch noch Zwiebeln, eventuell angereichert mit Curry und Ketchup).

BelgierInnen schüttelt es wohl eher bei dieser Kombination. Zumal sie ja eh der Meinung sind, dass die Pommes Frites eine belgische Erfindung sind, zumindest die ‘echten’, aus frischen Kartoffeln und zweimal frittierten. Diese frieten oder – als Singularwort auch friet – gehören zum Bild einer nationalen Identität (wenn es die denn in Belgien überhaupt gibt) und sie sind immer wieder Anlass für halbernste aber dennoch leidenschaftlich geführte Diskussionen und Streiterein über die ‘richtige’ Bezeichnung mit den Nachbarn im Norden.

Jedenfalls ist die Vorstellung, dass man frieten, dieses nationale Symbol, in Corona-Zeiten als Abfall entsorgen muss, für die BelgierInnen mindestens ebenso erschreckend wie das Tulpenschreddern für die Holländer. Oder aber das ist alles Quatsch, und das ganze Identitätsgerede ist letztlich nur leeres Marketinggeschwätz. Vielleicht geht’s wieder einmal nur ums Geld, um ein paar Millionen Euro Einbußen. It’s the economy, stupid.

 

testen, testen, testen

In Corona-Zeiten kann man in sprachlicher Hinsicht nicht nur seltsame Anglizismen (wie ‘social distancing’) oder völlig unpassende Neuprägungen wie ‘Kontaktverbot’ beobachten, auch ganz ‘normale’ Wörter drängen ins Scheinwerferlicht. Und manchmal fallen dabei dann auch wieder kontrastiv interessante Beobachtungen ab.

In den vergangenen Wochen sind das Nomen ‘Test’ und das dazugehörige Verb ‘testen’ zu hochfrequenten Wortschatzelementen geworden. Die Frage, wie oft getestet wird und wer auf das Corona-Virus getestet wird, bewegt StatistikerInnen und Talkshow-TeilnehmerInnen gleichermaßen. Die Fragen und Diskussionen sind weltweit die gleichen, wir finden sie also auch in den Niederlanden, in Belgien oder in Suriname. In sprachlicher Hinsicht fällt dabei aber auf, dass das Verb testen im Niederländischen anders verwendet werden kann als im Deutschen.

So titelt Omroep Brabant am 16. April: “Gerard en Ditha testen negatief in drive-thru”, und der Artikel wird mit dem Bild eines sympathischen Rentnerpaars illustriert (die sich dann übrigens enttäuscht zeigen, dass sie das Virus nicht schon gehabt haben).

Aus deutscher Sicht ist diese Konstruktion mit testen seltsam. Im Deutschen ist das Verb grundsätzlich transitiv und es verlangt als Subjekt jemanden, der/die jemanden anders testet. Im Akkusativ wird die Person oder Sache genannt, an der der Test vorgenommen wird (die Ärztin testet das Kind auf Corona). Dass diejenigen, die getestet werden, als Subjekt auftreten, ist im Deutschen nur möglich, wenn das Verb im Passiv verwendet wird: Gerard und Ditha sind negativ getestet worden. Der Agens (das handelnde Subjekt) kann dabei ausgedrückt werden (z.B. von einer Ärztin), muss aber nicht.

Diese passivische Konstruktion, bei der Gerard und Ditha nicht Agens sind (also diejenigen die den Test vornehmen), sondern Patiens (also die, an denen der Test vorgenommen wird) ist auch im Niederländischen möglich: Gerard en Ditha zijn negatief getest (door een arts). Aber daneben gibt es halt die intransitive Konstruktion, die im Deutschen nicht möglich ist.

Hier noch zwei Beispiele:

“Trump test negatief op coronavirus.” (De Telegraaf, 15.03.2020)

“Wie positief test, is weliswaar zo goed als zeker besmet, maar bij 30 van de 100 besmette personen levert de test verkeerdelijk een negatief resultaat op.” (Nieuwsblad.be)

Der Dikke Van Dale gibt ein minimales Paar für die Verwendung von testen: als bes­te ge­test wor­den (transitiv) und als beste testen (intransitiv). Als Bedeutung wird in beiden Fällen angegeben “het hoogst sco­ren in een test”.

So ein minimales Paar mit den beiden synonymen Konstruktionen finden wir auch in einem Artikel des Algemeen Dagblad über den berühmten Corona-Tiger. Die AD-Überschrift hat die intransitive Variante: “Tijger in dierentuin New York test positief op coronavirus”. Der erste Satz wiederholt diese Aussage, aber jetzt mit einer Passiv-Konstruktion der transitieven Variante von testen: “Een tijger in de dierentuin in New York is positief getest op het coronavirus.” Auf Deutsch lässt sich nur die transitive Variante eins zu eins übersetzen.

Interessant ist auch die Wahl des Hilfsverbs hebben für das Perfekt des intransitiven Verbs:

“Een tijger in de Bronx Zoo in New York heeft positief getest op het nieuwe coronavirus.” (Het Belang van Limburg, 6.4.2020)

Ein anderes, etwas älteres Beispiel:

De Nederlandse arts die uit Sierra Leone was teruggehaald vanwege een mogelijke ebolabesmetting heeft negatief getest op de ernstige ziekte. (Het Parool, 24.09.2014)

Das Niederländische verhält sich bei der Verwendung des Verbs wie das Englische; testen kann auch auch da intransitiv verwendet werden: “Boris Johnson tests positive” war beispielsweise Ende März in der englischsprachigen Weltpresse zu lesen (hier z.B. in der Bangkok Post).

Nun haben sowohl das Deutsche als auch das Niederländische das Verb in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Englischen übernommen. Für das Englische vermeldet das Oxford English Dictionary bei der intransitiven Verwendung die Bedeutung ‘to undergo a test’, und diese Verwendung wird als ‘U.S.’ gelabelt. Ob sie immer noch auf das amerikanische Englisch beschränkt ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Die ältesten Belege stammen jedenfalls laut OED aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, also der Zeit, in der das Verb ins Niederländische und ins Deutsche übernommen worden ist. Die transitive Verwendung ist dagegen sehr viel älter, das OED führt Belege seit der Mitte des 18. Jahrhunderts auf.

Unklar ist, ob die SprecherInnen des Niederländischen die intransitive Konstruktion gleich mitentlehnt haben oder aber (unter Einfluss des amerikanischen Englisch?) selber entwickelt haben. Und warum haben die Sprecher des Deutschen diese Möglichkeit nicht genutzt? Fragen, die wahrscheinlich nicht zu beantworten sind. Interessant sind sie trotzdem.

Elk nadeel heb z’n voordeel

Amsterdam 2020 © CB

Vandaag is het 73 jaar geleden dat in Amsterdam een van de beste voetballers aller tijden werd geboren: Johan Cruijff. Bij Ajax begon hij zijn succesvolle carri­ère; bij FC Barcelona zette hij deze voort. Hij overleed aldaar in maart 2016.

Maar ook buiten de voetbalwereld verwierf hij faam en wel door zijn uitzonderlijke bijdrage aan de Nederlandse taal. En hoe levendig sommige constructies uit zijn mond zijn, blijkt wel uit deze foto die onlangs in Amsterdam werd gemaakt.

Joop Visser bracht muzikaal hulde aan de voetbalster met dit lied dat uit louter Cruijff-citaten bestaat. Wat zei Cruijff ook alweer over zichzelf? “In zekere zin ben ik waarschijnlijk onsterfelijk”

Die Wahrer der Anderthalbmetergesellschaft

Wenn wir über ‘falsche Freunde’ sprechen, dann geht es meist um Wörter wie ndl. bellen. “Lass uns morgen kurz bellen.” Haha – nur bedingt lustig. Keine Niederländerin macht diesen Fehler, wenn sie Deutsch spricht – die Bedeutungen liegen soweit auseinander, dass der falsche Freund eigentlich nie zum Problem wird. Es gibt aber viel subtilere und (darum) interessantere Beispiele für falsche Freunde. Eines dieser Beispiele hat in den Niederlanden gerade Hochkonjunktur: das Verb handhaven und die dazugehörigen Nomina handhaving und handhaver.

Wir erkennen im Verb unschwer die Parallele zum deutschen handhaben und denken beim Substantiv beispielsweise an die einfache Handhabung einer Maschine, wo man die Handhabung auch durch Bedienung ersetzen könnte. Der Handhaber kommt in solchen Kontexten allerdings praktisch nicht vor. Diese Verwendungsweisen kennt das niederländische handhaven nicht. Ein Satz wie Die Software war schwierig zu handhaben lässt sich nicht mit handhaven übersetzen, das würde man eher so ungefähr ausdrücken: De software was moeilijk te bedienen.

Man kann aber nicht nur Maschinen handhaben, sondern auch z.B. Vorschriften und Regelungen. Sympathisch sind meist die Leute, die eine Vorschrift locker und mit Augenmaß handhaben, also ‘anwenden’. In dieser zweiten Bedeutung des Verbs finden wir die Verbindung zum niederländischen handhaven.

De wet handhaven heißt das Gesetz anzuwenden und (dadurch) auch zu wahren. Dieser Aspekt des ‘Wahrens’ findet sich auch in Verbindungen wie zij handhaafde haar bezwaren ‘sie hielt an ihren Bedenken fest; sie beharrte auf ihren Bedenken’. Und damit sind wir dann bei der Bedeutung angekommen, die im Niederländischen in Corona-Zeiten jetzt gerade so häufig verwendet wird.

Auch in den Niederlanden sind nämlich diverse Verordnungen und Maßnahmen beschlossen worden, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Auch in den Niederlanden sind 1,5 Meter Abstand zu den Mitmenschen nun vorgeschrieben. Die Einhaltung solcher Maßnahmen muss überprüft und durchgesetzt werden, und genau hier kommt der handhaver ins Spiel:

“Handhavers houden de routes in de gaten en delen boetes uit”, heißt es in einem Artikel auf NOS.nl über die Sperrung von Straßen und Wegen in die niederländischen Tulpenfelder, wo sich zu Ostern (zu) viele Menschen eingefunden hatten, um schöne bunte Selfies und Blumenfotos zu machen.

Am Strand dagegen haben sich die Leute zu Ostern anscheinend weitgehend an die Abstandsregelungen gehalten. “In de gemeente Den Helder constateerden handhavers in de duinen en op de stranden zelfs geen enkele overtreding” (meldet ebenfalls NOS.nl).

Das Wort ist in dieser Bedeutung anscheinend relativ neu. Der ‘Dikke Van Dale’ hat das Lemma handhaver erst im April 2019 aufgenommen (mit der Bedeutung “func­ti­o­na­ris die toe­ziet op het na­le­ven van de wet”). Laut Wikipedia ersetzt das Wort neuerdings den Begriff stadswacht, eine Funktion die in den Niederlanden in den 1980er Jahren geschaffen wurde und die ähnliche Aufgaben hat wie in Deutschland das Ordnungsamt. Es geht beispielsweise um den Kampf gegen das Falschparken oder um die Überwachung von Parks und Grünflächen. Es geht also um ‘Ordnungskräfte’. (Wir haben das Wort wiederholt als ‘Ordnungshüter’ übersetzt, was aber eigentlich nicht ganz richtig ist, da darunter ja vor allem PolizistInnen verstanden werden.)

Hoffen wir mal, dass die handhaving van de corona-maatregelen, also die Kontrolle und das Durchsetzen der Corona-Maßnahmen, nicht mehr allzu lange nötig sein wird, so dass die handhavers sich nicht mehr um Abstandsregeln kümmern müssen, sondern sich wieder auf Falschparker konzentrieren können. Ministerpräsident Rutte hat allerdings in der vergangenen Woche schon darauf hingewiesen, dass es noch dauern kann, bis wieder Normalität einkehrt. Rutte wörtlich: “We zullen met elkaar moeten zoeken naar het nieuwe normaal in de anderhalvemetersamenleving”. Wir werden gemeinsam nach dem neuen Normal in der ‘Anderthalbmetergesellschaft’ suchen müssen.