Nederlands

Beobachtungen zur niederländischen Sprache

Vom Shitstorm zum „Pogrom“?

Englische Lehnwörter erregen seit vielen Jahrzehnten Aufregung, in der deutschen Sprachgemeinschaft vielleicht noch etwas mehr als in der niederländischen. Über ein russisches Lehnwort regt sich kaum jemand auf – bis jetzt. Nicht etwa, weil das Russische plötzlich unsere Sprachen mit Fremdausdrücken überfluten würde, wie es dem Englischen gerne vorgeworfen wird. Verglichen mit Anglizismen sind Russizismen bislang echte Raritäten. So rar, dass der Begriff Russizismus selbst schon ungewohnt klingt.

Ein Wort aus dem Russischen ist jedoch fest etabliert, auf Deutsch wie auf Niederländisch, nämlich das Wort Pogrom. Bislang war es in seiner Bedeutung und Verwendung klar begrenzt auf Taten von höchster Gewalt mit einer fanatischen Vernichtungsabsicht. Im Niederländischen scheint sich das nun ein wenig zu ändern:

Ton den Boon, Chefredakteur des Van Dale trägt einige neue Verwendungsweisen zusammen, und zwar in der Regel als Komposita. Belegt ist etwa das twitterpogrom oder auch das toetsenbordpogrom. Gemeint ist damit das, was bisher als Shitstorm bekannt war: Eine überwältigende Welle an Widerspruch, oft durchsetzt mit Beleidigungen oder Drohungen, die auf kontroverse Äußerungen in sozialen Medien folgt.

Den Boon beschreibt das Phänomen zunächst ganz nüchtern als Bedeutungsausdehnung des Wortes, das nun auch im übertragenen Sinne verwendet wird. Im Deutschen wäre eine solche Nüchternheit gerade bei diesem Begriff selbstverständlich nicht denkbar. Das zeigte sich vor wenigen Wochen, als der Comedian Dieter Nuhr behauptete, der Shitstorm in sozialen Medien sei die „humane Variante des Pogroms“. Damit löste er wiederum einen berechtigten Shitstorm aus, denn die Verharmlosung von Massenmord und Genozid kann in der öffentlichen Debatte in Deutschland nicht unwidersprochen stehenbleiben.

Eine Tastatur, aber ganz sicher keine Massenvernichtungswaffe. (TodayTesting, CC-BY-SA 4.0)

Interessant ist, dass der Begriff derart parallel in beiden Sprachen exakt zum gleichen Zeitpunkt in den Diskus über das Verhalten in sozialen Medien einfließt – und mit welchen Hintergründen. Es ist kein Zufall, dass Dieter Nuhr seit einiger Zeit vor allem aus dem rechten Lager viel Zustimmung erfährt für seine Ansicht, die Meinungsfreiheit sei durch so etwas wie ‚Gesinnungskontrolle‘ eingeschränkt. Er ist in Deutschland sicher einer der prominensten Vertreter derjenigen, die sich von cancel culture gegängelt fühlen. Dem rechten Diskurs die Gelegenheit zu bieten, einen mit der historischen Verantwortung derart klar verknüpften Begriff wie Pogrom für Relativierungen zugänglich zu machen, wird dankbar aufgegriffen von all jenen, die sich gegen ‚Sprechverbote‘ wehren möchten. Eines der wichtigsten Mittel dabei ist es, sich selbst als Opfer darstellen zu können – mit der Darstellung, man sei Ziel eines Pogroms, und sei es nur im übertragenen Sinne, erzielt man dabei einen besonders drastischen Effekt. Dass so zugleich auch noch ein Anglizismus ersetzt werden kann (durch ein anderes Lehnwort, was soll’s), ist dabei wohl ein willkommener Nebeneffekt.

Der Begriff toetsenbordpogrom fiel in den Niederlanden im Zusammenhang mit einem Aktivisten, der sich gegen Corona-Schutzmaßnahmen wendet und diese allumfassend als unzulässige Einschränkung seiner Freiheiten bekämpft. Die Überschneidung solcher Haltungen mit dem Milieu, das sich auch sprachlich oder moralisch in den Freiheiten beschnitten sieht, ist unübersehbar und in Deutschland ebenfalls bekannt.

In den Niederlanden scheint man sich an der verharmlosenden Begriffsverwendung an sich bisher nicht allzu sehr zu stören. Der historische Kontext ist ganz bestimmt ein wichtiger Unterschied – schließlich ging weder von den Niederlanden noch von Flandern das grausamste Pogrom der Menschheitsgeschichte aus. Möglicherweise ist die auffällige Entspanntheit gegenüber dieser Verwendungsweise von pogrom aber auch der Tatsache geschuldet, dass in den Niederlanden der Gewöhnungseffekt an rechte Diskurse schon weiter fortgeschritten ist als in Deutschland.

Neue Farben, neue Fragen in Suriname

Lange Zeit war Suriname von Violett dominiert: Die Nationale Democratische Partij des langjährigen Präsidenten Desi Bouterse nutzt diese Farbe als Markenzeichen. Mit den Wahlen im vergangenen Mai änderte sich das. Die bisherige Opposition gewann die Mehrheit und bildete eine Koalition, die von der Vooruitstrevende Hervormingspartij (orange) und der Algemene Bevrijdings- en Ontwikkelingspartij (gelb) getragen wird. Es gelang tatsächlich ein Machtwechsel, neuer Präsident ist Chan Santokhi. Was das letztendlich für die Verfahren gegen Desi Bouterse wegen dessen Verantwortung für die Dezembermorde bedeutet, muss sich noch zeigen.

Santokhis Partei ist aus sprachlicher Sicht deshalb interessant, weil sie ursprünglich vor allem die Vertretung der hindustanischen Community im Land war und zunächst entsprechend den Namen Verenigde Hindostaanse Partij trug. Den expliziten Verweis auf die ethnische Verwurzelung legte man in den 1960er Jahren ab. Er blieb in der Benennung aber implizit erhalten, indem man zu einer Kombination aus Sarnami Hindi und Englisch griff: Vatan Hitkari Party, übersetzt: Partei zur Förderung des nationalen Wohlstands. In den 1970er Jahren kehrte man zurück zum Niederländischen mit dem heutigen Namen. Geschickt wählte die Partei stets ihre Bezeichnungen so, dass das Kürzel VHP erhalten blieb.

Chan Santokhi (Nationaal Informatie Instituut, CC-BY-3.0)

Santokhi selbst heißt übrigens mit vollem Vornamen Chandrikapersad, tritt aber in der Öffentlichkeit zumeist mit dem Kurznamen in Erscheinung. Sein Nachname wird [sanˈtɔki] ausgesprochen, mit stimmlosem S am Anfang und einem K in der Mitte. Der Digraph <kh> steht also nicht für [x], anders als man es vielleicht aus englischen Schreibungen wie in Kazakhstan kennt.

Die neue Regierung steht nun vor der gewaltigen Herausforderung, die Corona-Pandemie im Land einzudämmen, die sich sei Juli dramatisch entwickelt. Zum dritten Mal in Folge gilt an diesem Wochenende von Freitagabend bis Sonntagfrüh ein vollständiger Lockdown mit Ausgangssperre. Die Maßnahme wurde kürzlich in einer Pressekonferenz angekündigt; sie soll die Virusübertragung vor allem im privaten Bereich bremsen. Die Entscheidung wurde dreisprachig verkündet: auf Niederländisch, dazu ein Gebärdensprachendolmetscher im Fernsehen und zuletzt eine Zusammenfassung auf Sranan. Die Zusammenfassung ist selbst (soweit in der TV-Übertragung zu sehen) ebenfalls stark mit niederländischen Lehnwörtern durchsetzt. Tages- und Monatsbezeichnungen, Zahlen, aber auch Verben wie plaatsvinden, Präpositionen wie tussen oder Substantive wie toestemming kommen innerhalb weniger Sätze vor. Das ist nicht weiter überraschend, denn es entspricht den sprachlichen Gewohnheiten und tritt erst recht in Kontexten mit administrativen Gesprächsthemen auf, da das Niederländische schließlich die Sprache der Behörden ist. Trotzdem stellt sich die Frage: Wenn Sranan zusätzlich angeboten wird, vermutlich für das Publikum, das kein oder wenig Niederländisch beherrscht, wie viel Entlehnung ist dann möglich? Selbstverständlich sind zahlreiche niederländische Wörter und Begriffe so sehr ins Sranan eingegangen, dass sie auch von Menschen benutzt und verstanden werden, die eigentlich keine umfassenden Sprachkenntnisse des Niederländischen haben. Ähnlich kennen wir es im Deutschen mit zahllosen Anglizismen, die im Sprachgebrauch von Personen vorkommen, die nie Englisch gelernt haben.

Hindu-Tempel in Suriname (PK)

Welche Rolle die Sprachen des Landes mit der neuen Regierung künftig spielen, wird spannend zu beobachten sein. Wie entwickelt sich die Debatte um eine mögliche Anerkennung des Sranan als nationale Lingua Franca, und ändert sich womöglich auch etwas am Sprachgebrauch in der politischen Kommunikation? Lässt die Regierung den anderen Sprachen des Landes mehr Unterstützung zukommen, etwa auch den kleinen indigenen Sprachgruppen? Der Koalitionspartner ABOP ist seinerseits stark bei den Maroon-Gemeinschaften stark verwurzelt, in denen weitere Kreolsprachen gesprochen werden. Und sie arbeitet zusammen mit der kleineren Partei Pertjajah Luhur, die sich als Vertretung der javanischen Community sieht (dt. ‚voll Vertrauen‘). Nicht zuletzt könnte natürlich auch die VHP dem Sarnami Hindi zu mehr Reputation verhelfen – während sie allerdings momentan darauf achtet, nicht zu sehr als monoethnische Interessenspartei wahrgenommen zu werden.
Zumindest einen wichtigen symbolischen Schritt ging der neue Präsident jedenfalls, der im Zusammenspiel von Sprache, Religion und kultureller Zugehörigkeit viel Bedeutung hat: Den Amtseid sprach er auf Niederländisch mit Veden in Sankrit.

Vokale im Joghurt

In Luxemburg soll eine neue Joghurtfabrik entstehen. Lokal verursacht das Vorhaben etwas Aufregung etwa um Wasserverbrauch und –verschmutzung: Soll man so ein Projekt genehmigen? Internationales Aufsehen wird das wohl eher nicht erregen. Linguistisches Interesse dagegen schon, denn auf Luxemburgisch geht es um eine Jugurtsfabrick.

Das Fugen-S soll uns dabei nicht weiter stören; auch im Deutschen und Niederländischen finden wir bei Fugenelementen viel Variation. Aber das erste <u> in Jugurt fällt auf. Hört man in die Nachrichten aus Luxemburg im Radio und im Fernsehen hinein, muss man ein wenig die Ohren spitzen. Vermutlich hätte ich den Vokal selbst nicht als [ʊ] identifiziert, wenn ich nicht zuvor die Schreibweise gesehen hätte. Bei der Off-Sprecherin im Beitrag von RTL hört man es allerdings doch relativ deutlich.

Joghurtsorten (Feuerrabe, CC-BY-3.0 DE)

Nun ist der Weg von O zu U kein besonders weiter und der Wandelprozess dahinter ist nicht allzu spektakulär. Trotzdem ist er ein kleines bisschen ungewöhnlich. Die germanischen Sprachen haben nämlich sonst oft die Angewohnheit der sogenannten Nebensilbenabschwächung:

Wo ältere Wortformen in unbetonten Silben einen vollen Vokal hatten, bleibt heute meist nur noch ein Schwa [ə]. Das gilt für den alten germanischen Wortschatz, aber auch für Entlehnungen. Aus dem vorn betonten lateinischen Lehnwort tegula wurde beispielsweise dt. Ziegel und nl. tegel: Die unbetonte Endsilbe ist ganz geschwunden, das /u/ ist zum Schwa abgeschwächt. Das passiert bei neueren Lehnwörtern nach und nach, beim Joghurt ist das nicht anders.

Im Deutschen sind wir noch nicht ganz so weit, auch wenn ich aus dem Dialekt zumindest die Form [joːgɔɐt] kenne – der Vokal bewegt sich schon in Richtung Schwa. Die komplett abgeschwächte Variante wird sicher auch hier und da schon realisiert, ist aber jedenfalls noch nicht allgemein verbreitet.

Im Niederländischen kennt man dagegen für yoghurt als Aussprachevariante neben [jɔ­χʏrt] auch die Form [jɔ­ɣərt]. Was die ‚richtige‘ Aussprache ist, darüber lässt sich leidenschaftlich diskutieren (und zumeist ergebnislos). Der flämische Rundfunk entscheidet sich für die zweite Form mit Schwa. Im Van Dale sind beide verzeichnet, dazu aber noch eine dritte, die in Belgien verbreitet ist: [ju­ɣurt].

Damit sind sich nun Belgien und Luxemburg wieder überraschend einig. Sie haben nämlich ein anderes Verfahren gewählt, um mit den Vokalen umzugehen: die Assimilierung. Weil O und U einander ohnehin relativ ähnlich sind, gleicht sich der Laut in der betonten Silbe der unbetonten an. Das schließt nicht aus, dass später trotzdem die Nebensilbe noch ihren Vollvokal verliert, dann sprechen wir möglicherweise irgendwann vom Juchert. Vorerst war aber die Anpassung offenbar stärker. Bis es soweit ist, dürfte noch viel joghurtverseuchtes Wasser die Alzette hinunterfließen.

[Um das Kapitel abzuschließen: Ende September 2020 hat das Unternehmen beschlossen, sein Vorhaben zurückzuziehen. In Luxemburg wird also keine Joghurtfabrik gebaut, das Wasser bleibt sauber. Die Vokale dürfen sich selbstverständlich weiter wandeln wie sie möchten.]

#NLvsBE

Een weekje geleden postte Aafke Romeijn op Twitter onder de hashtag #NLvsBE een paar voorbeelden van verschillen tussen het Nederlands in Nederland en in België. Dat leverde een heleboel reacties op met tal van bekende en minder bekende voorbeelden van dergelijke verschillen.

Natuurlijk zaten er de ‘usual suspects’ bij, de lexicale verschillen die erg opvallend zijn en die in deze context meestal worden genoemd. Een paar voorbeelden:

NL BE
leuk plezant
koffer valies
vouwfiets plooifiets
ui ajuin
jam confiture
zakken buizen
neuken poepen
irritant ambetant
oma/opa bomma/bompa
koelkast frigo
magnetron microgolfoven

Dit lijstje zou je natuurlijk makkelijk kunnen aanvullen met tal van andere woordpaaren en sinds ik twee collega’s heb van Vlaamse afkomst, vallen me bijna wekelijks nieuwe voorbeelden op. Een van mijn favorieten, namelijk BE kuisen vs. NL schoonmaken, werd in de genoemde thread niet eens genoemd. Maar daarvoor zat er een reeks woorden bij die ik helemaal niet kende, zoals bijv. BE schotelvod (voor NL vaatdoek) of BE remorque (voor NL aanhangwagen).

Natuurlijk werden er ook weer vaste uitdrukkingen genoemd, zoals het bekende NL vast en zeker vs. BE zeker en vast. En Miet Ooms, die zich constant met dergelijke verschillen bezig houdt, wees op een paar van haar ‘mini-onderzoekjes’, bijv. over NL ik hou van jou vs. BE ik zie u graag (vgl. de kaart). Minder opvallende verschillen betreffen o.a. het woordaccent, zoals in NL ingewíkkeld vs. BE íngewikkeld of NL salámi vs. BE sálami.

Alles bij elkaar dus een echte aanrader, deze thread, voor iedereen die van het Nederlands en van talige variatie houdt. Prachtig!

Over dergelijke gebruiksverschillen hebben we het ook hier in deze blog al vaker gehad. Zo heb ik wel eens geschreven over verschillen in het gebruik van effectief die kunnen worden gerelateerd aan de grens tussen Nederland en Vlaanderen, om maar eens één voorbeeld te noemen.

iem. overhalen

Het interessantst vind ik die woorden en uitdrukkingen waar een betekenis- of gebruiksverschil correspondeert met een klein vormverschil. Het werkwoord overhalen is daar een mooi voorbeeld van. In het Nederlands is overhalen een scheidbaar samengesteld werkwoord: hij haalde iem./iets over of zij heeft iem./iets overgehaald. Dus bijv. hij wordt met het pont­je over­ge­haald of zij haalt de bel over.

Enigszins metaforisch kun je het werkwoord ook m.b.t. personen gebruiken: iem. tot iets over­ha­len. In deze gebruikswijze lijkt het min of meer synoniem met overreden (iem. bewegen om iets de doen/denken/voelen etc.). En het is deze laatste betekenis die interessant is vanuit een vergelijkend perspectief, want (alleen) met deze betekenis wordt overhalen in Vlaanderen tot een onscheidbaar samengesteld werkwoord, waardoor het ook qua vorm gaat lijken op overreden. Met dit verschil correspondeert een verschil in klemtoon: NL óverhalen vs. BE overhálen.

NL Hij heeft haar overgehaald om naar het strand te fietsen.
BE Hij heeft haar overhaald om naar het strand te fietsen.

NL Zij haalde hem over om nog te gaan lunchen.
BE Zij overhaalde hem om nog te gaan lunchen.

De Vlaamse versie komt in dit soort contexten voor de gemiddelde Nederlander vreemd over en vice versa.

Een van de vele opmerkelijke verschillen tussen de beide variëteiten dus en ik vraag me af of er niet meer van deze werkwoorden zijn, die in het ene land scheidbaar samengesteld zijn en die in het andere land functioneren als ‘gewone’ samengestelde werkwoorden. Als je een voorbeeld kent, zou ik je graag willen overhalen om dat met mij te delen.

Congo 60 jaar na dato

Op 30 juni 1960 werd Belgisch-Congo onafhankelijk.

In 1885 werd dit gebied onder de naam Congo-Vrijstaat het persoonlijk eigendom van Leopold II van België die er een schrikbewind voerde. Onder internationale druk werd het koninkrijk België in 1908 min of meer gedwongen de kolonie van zijn vorst over te nemen: Belgisch-Congo. Boudewijn, de toenmalige koning der Belgen, reisde voor de souvereiniteitsoverdracht af naar Leopoldstad (sinds 1966 Kinshasa) waar hij in zijn toespraak het „genie“ van zijn voorvader roemde en waar een Congolees hem – staande in een open auto – zijn koninklijke degen wegnam. De Duitse fotograaf Robert Lebeck was in de buurt en vereeuwigde dit moment op de vaste plaat.

Nu, in juni 2020, vallen de standbeelden van Leopold II in Leuven en Gent; in Ekeren wordt het in brand gestoken.

En niet alleen dat – er wordt ervoor gepleit het thema „kolonisatie“ vanuit hedendaags perspectief  op te nemen in de eindtermen van het secundair (voortgezet) onderwijs. Jef Geeraerts‘ „Gangreen 1 (Black Venus)“ is een paar dagen geleden uit de literaire canon geschrapt. En krijgt Kuifje (Tim von Tim und Struppi) een voorwoord met context?
Niet iedereen zal het met deze initiatieven eens zijn. Maar België is in beweging…  behalve dan prins Laurent – altijd goed „om een dansje op te voeren in de porseleinkast“, aldus De Standaard:

‘U moet maar eens zien wat Leopold II allemaal gedaan heeft voor België’, zegt Laurent in de kranten van Sudpresse. ‘Hij heeft parken laten aanleggen in Brussel en vele andere dingen. U moet ook weten dat er veel mensen voor koning Leopold II werkten. En zij hebben echt misbruik gepleegd. Maar het is niet zo dat Leopold II dat allemaal zelf gedaan heeft. Hij is nooit in Congo geweest. Ik zie dus absoluut niet in hoe hij de mensen daar zou laten lijden hebben. Het is belangrijk dat dat ook eens gezegd wordt.’ (Bron)

Ik ben benieuwd of koning Filip vandaag het woord neemt en een antwoord geeft op de vraag van historicus Elikia M’Bokolo (Universiteit van Kinshasa):

Est-ce que la Belgique telle qu’elle est aujourd’hui serait la Belgique si elle n’avait pas eu le Congo?

 **************************************

Meer weten?

Over David Van Reybrouck: „Congo: een geschiedenis“ (2010) verscheen al eerder een blogbijdrage. Van recentere datum zijn de volgende titels:

Mathieu Zana Etambala: Veroverd. Bezet. Gekoloniseerd. Congo 1876-1914, Sterck & de Vreese 2019

Luc Renders: Koloniseren om te beschaven: het Nederlandstalige Congoproza van 1596 tot 1960, Hasselt: Gramadoelas 2019

Idesbald Goddeeris, Amandine Lauro, Guy Vanthemsche: Koloniaal Congo-Een geschiedenis in vragen, Polis 2020

Nadia Nsayi: Dochter van de kolonisatie, Epo 2020

Verwüstigung

Die Wüste heißt auf Niederländisch de woestijn. Soweit nur eine Vokabelfrage, es gibt sicher Schwierigeres zu lernen. Wenn man in das Wortfeld etwas tiefer hineinwandert, zeigt sich aber auf einmal ein Dickicht, das überhaupt nicht dürr ist. Das passende Fundstück zum Einstieg liefert De Tijd aus Belgien, die kürzlich titelte:

Hier begint de verwoestijning van Vlaanderen

Im Artikel geht es um Veränderungen und Schäden an der Natur durch zunehmende Trockenheit (bisher nicht unbedingt ein Phänomen, das man stereotyp mit Belgien in Verbindung brachte). Auf Deutsch gibt es zur Übersetzung ein bisschen Auswahl. Verbreitet ist die Lehnbildung Desertifikation, oft auch einfach Wüstenbildung, oder selten und trotzdem gelegentlich auffindbar die Wüstifizierung. Auch Verwüstung trifft man an, und da beginnt die Verwirrung.

Verwüstete Landstriche, das können nicht nur Folgen des Klimawandels etwa in der Sahelzone sein, sondern auch Zerstörungen durch Krieg und Gewalt. So mancher Rockstar hat schon ein Hotelzimmer verwüstet, aber ein Fall von verwoestijning ist meines Wissens noch nicht auf nächtliche Exzesse auf Tournee zurückgeführt worden. In alten Texten findet man auch noch die Form Verwüstigung, zumdeist auch im Kontext gewaltsamer Konflikte.

Verwoestijning (Jeanajean, CC-BY-SA 4.0)

Ausgehend von der Wurzel woest bzw. wüst entspannt sich ein Netz aus Wortbildungen, die sich zum Teil in den Bedeutungskomponenten überlagern und in den beiden Sprachen außerdem in Nuancen leicht anders funktionieren. Ähnlich wie bei Kälte oder Stille hat sich das Deutsche für die simple e-Derivation entschieden, um die Wüste zu bilden. Der Entstehungsweg von woestijn ist in Laut- wie Wortstruktur etwas komplexer.

Das niederländische Verb verwoesten setzt in der Regel heftige Zerstörungskraft voraus, die vom Menschen ausgehen kann oder auch von einer Naturkatastrophe. Es wird transitiv verwendet, braucht also ein Objekt: iets verwoesten. Das deutsche verwüsten kann beide Varianten. Ich kann etwas verwüsten, dann entspricht die Bedeutung dem niederländischen Verb, oder etwas verwüstet, dann muss es auf Niederländisch verwoestijnen. So zerstörerisch die Wüstenbildung auch ist, sie bewegt sich doch deutlich langsamer voran als ein Hurrikan oder ein Kampfflugzeug.

Wenn wir noch einen Schritt weiter in die Wüstenwelt vordringen, kommen wir zur Wüstung: Eine lange verlassene Siedlung, die höchstens an Ruinen erkennbar ist oder nur noch auf Konturen in Satellitenbildern sichtbar wird. Übersetzt auf Niederländisch als de wüstung – mitsamt dem Umlaut staubtrocken entlehnt aus dem Deutschen.

Angela Merkel schpreekt Nederlands

Corona hat europaweit, weltweit in der Kulturbranche große Verluste hinterlassen: abgesagte Konzerte, leere Theatersäle, keine Auftritte für unabhängige Kulturschaffende. Aus den Niederlanden schaut man aufmerksam nach Deutschland, wie der Sektor unterstützt wird. Sicher ist auch hierzulande nicht alles Gold was glänzt, aber eines ist bekannt: Die niederländische Regierung hat wenig Sinn für Dinge, die zwar dem menschlichen Geist nützen, aber weniger dem Portemonnaie. Das gilt im Bereich von Bildung und Forschung ebenso wie in der Kultur.

Also tun sich bekannte Persönlichkeiten zusammen, um auf das Problem aufmerksam zu machen, etwa in der Initiative #cultuurinactie. Die zuständige Ministerin Ingrid van Engelshoven musste sich – offensichtlich wenig amüsiert – vor laufender Kamera anschauen, wie ihr eine Angela Merkel als besseres Vorbild vorgeführt wurde. Hinter der Topffrisur und dem Blazer steckt die Kabarettistin Sanne Wallis de Vries, die eine fast perfekt niederländischsprachige Kanzlerin spielt.

ACHTUNG: Daten nach YouTube werden erst beim Abspielen des Videos übertragen.

Fast perfekt – denn diese Angela Merkel spricht zwar fließend und in der Grammatik äußerst fehlerfrei, beinahe unglaubwürdig idiomatisch für eine deutsche Muttersprachlerin. (Vielleicht ein Lernvorsprung, falls sie aus der Kindheit noch etwas Uckermärkisches Platt mitbekommen hat?) Aber im Wortschatz passieren hier und da ein paar perfekt ausgewählte, typische Schnitzer und man hört natürlich einen deutschen Akzent, der an einigen Stellen erstaunlich gut getroffen ist.

Passend verrutscht ist etwa der ui-Diphthong [œy], der bei ihr zum [oj] wird – für deutschsprachige Zungen in der Tat eine ernste Herausforderung. Überall dort, wo Deutsch und Niederländisch sehr nah beisammen liegen, platziert sie geschickt ‚versehentlich‘ die deutsche Variante, sei es Kultur statt cultuur oder eigentlich statt eigenlijk. Ihr rutscht zuerst ein kop heraus, den sie flugs zu hoofd ‚korrigiert‘. Alles kleine Unsicherheiten, die beim spontanen Sprechen schnell passieren, und zwar in beiden Richtungen zwischen den Sprachen.

Dass man oft das Gooise R hört, muss an sich auch nicht unauthentisch sein, denn viele Lernende mit Deutsch als Erstsprache übernehmen das mit Selbstverständlichkeit. Ob Angela Merkel, hätte sie Niederländisch gelernt, tatsächlich eine Tendenz zum Poldernederlands hätte?

Nicht ganz glaubwürdig ist der Anlaut mit [ʃt] und [ʃp], wo Niederländisch [st] und [sp] hat, beispielsweise wenn steun zu stöhn wird. Das bereitet beim Spracherwerb im Grunde selten Probleme. Wenn bei fantastisch oder misschien die Schreibweise mit <sch> vielleicht doch einmal Verwirrung stiftet und ein [ʃ] dabei herauskommt, kann man sich das wiederum zumindest vorstellen.

Sehr konsequent hält die polyglotte Frau Merkel an den Endungen auf –en fest, die ja aus niederländischer Sicht für das Deutsche geradezu emblematisch sind (und wiederum im Deutschen mit niederländischem Akzent manchmal unter die Räder komme.) So gesehen ist die Aussage ik heb me ingelezen mit vollem –en und natürlich auch mit [g] nicht nur gut parodiert, sondern möglicherweise auch für die Vorbereitung auf den Auftritt als Angela Merkel durchaus zutreffend.
Ob die Ministerin ein Einsehen hat und nach der Vorstellung etwas mehr Leidenschaft zumindest für die sprachaffinen Künste und Wissenschaften aufbringt, muss sich erst noch zeigen.

M. Rutte, W.F. Hermans en Zwarte Piet

Het vermoorden van George Floyd en de actuele Black Lives Matter-beweging hebben ook in Nederland weer een discussie over racisme losgemaakt. En in Nederland gaat zon discussie dan uiteraard meteen ook weer over Sinterklaas en Zwarte Piet. Collega Johanna Bundschuh-van Duikeren heeft het daar eerder over gehad in deze blog.

Premier Rutte zei nu tijdens een debat in de Tweede Kamer dat hij de afgelopen paar jaar anders is gaan denken over Zwarte Piet. Nog 2013 vond hij die hele discussie onzin, want Zwarte Piet is nou eenmaal zwart, daar kan ik niets aan veranderen (NOS, 18 oktober 2013), maar ondertussen heeft hij zelf grote veranderingen doorgemaakt over Zwarte Piet (NOS, 5 juni 2020). De druk om af te stappen van deze traditie wordt alsmaar groter, maar Rutte wil niemand iets voorschrijven. Hij verwacht dat er door de maatschappelijke ontwikkelingen over een paar jaar nauwelijks nog Zwarte Pieten zullen zijn. Gelukkig, denken we dan maar. Maar aan de andere kant weten we dat deze discussie nu al minstens vijftig jaar aan de gang is en Zwarte Piet is er nog steeds.

De vraag waarom Sinterklaas nooit zwart is en Zwarte Piet nooit wit speelt al een rol in een boek van W.F. Hermans uit 1969. Hermans publiceerde toen De laatste resten tropisch Nederland, een verslag van zijn reis naar Suriname en de Nederlandse Antillen. Hij heeft deze reis samen met zijn vrouw Emmy Meurs gedaan, die zelf van Surinaamse afkomst was. Het boek is in veel opzichten verbazingwekkend actueel, maar in andere opzichten ook duidelijk een kind van zijn tijd. Zo praat Hermans over negers en het Sranan heet bij hem nog Negerengels. Hij is zich wel degelijk ervan bewust dat deze terminologie ook in zijn tijd al problematisch wordt gevonden, maar neger is voor hem geen scheldwoord in het Nederlands, schrijft hij.

Hij vertelt over een teach-in op Curaçao, waar hij voor was uitgenodigd en waar het onder andere ging over vragen van racisme en discriminatie (hoofdstuk 20). In zijn verslag toont hij zich bewust van het feit dat het n-woord in deze streken wel degelijk een minachtende klank [heeft]. Het is geen neutrale rasaanduiding, zoals in Nederland. Is er zoiets als een neutrale rasaanduiding, vragen wij ons vandaag af, maar deze vraag speelde vijftig jaar geleden nog geen rol, tenminste niet voor Hermans.

In het verslag over de Curaçaose teach-in gaat Hermans dus ook in op de discussie over Zwarte Piet. Want, zo merkt hij enigszins cynisch op, elke zwarte schrijver doet je na enige momenten conversatie [] de bekentenis dat hij een essay over Sinterklaas en Zwarte Piet geschreven heeft. Het ging ook toen al over de vraag of Zwarte Piet racistisch en discriminerend is. Hermans schrijft:

Je [] kunt bij jezelf denken dat de strijd voor rassengelijkheid misschien wel niet gediend wordt met zulke kleinzerigheden. Maar bij langer verblijf op de Antillen, na vernomen te hebben met hoeveel fanatisme sommige mensen (gezagsdragers) dit feest organiseren, begin je je wel af te vragen of in deze landen het Sinterklaasfeest misschien nog een ander aspect heeft, behalve het stimuleren van de kleinhandel, zoals bij ons. Die vraag kan niet ontkennend worden beantwoord. Ik geloof niet dat het allemaal verbeelding is, wanneer de negers denken dat deze folklore in stand gehouden wordt om hen iets te laten voelen. Op zijn minst genomen is het tactloos dat het gebeurt.

Het is dus niet alleen onnozelheid, Hermans veronderstelt wel degelijk ook opzet; het gaat erom de folklore in stand te houden om de zwarten iets te laten voelen.

Het hele hoofdstuk uit De laatste resten tropisch Nederland maakt duidelijk dat deze kwestie toen al zeer gevoelig lag, zeker op de Antillen. En ik ga ervan uit dat deze gevoeligheden ook vijftig jaar geleden al bekend waren in Nederland. W.F. Hermans was immers iemand die veel gelezen werd en wiens stem gewicht had. Desondanks vinden we ook nu nog steeds dezelfde oude argumenten ter verdediging van het onschuldige kinderfeest en van de traditie en de Nederlandse identiteit enz.

Je kunt je afvragen, of het achter al deze argumenten uiteindelijk niet toch (ook) erom gaat hen iets te laten voelen. Dat idee kan men in ieder geval krijgen wanneer men kijkt naar de commentaren op social media over het nieuwe Zwarte Piet-standpunt van premier Rutte. En ook Geert Wilders maakt op 5 juni meteen duidelijk (via Twitter): De PVV hecht wél aan nationale tradities, voor ons zal Zwarte Piet altijd zwart blijven!

Het fanatisme waarmee men in Nederland ondanks alle kritiek nog steeds vasthoudt aan de racistische Zwarte-Piet-‘traditie’ maakt duidelijk dat het om veel meer gaat dan om een ‘onschuldig kinderfeest’. Zelfs Rutte lijkt nu eindelijk te hebben begrepen dat ook deze kwestie bij de actuele discussies over racisme en discriminatie hoort.

Steinkohlen-Englisch

In seinem Bestseller Im Grunde gut schreibt der niederländische Journalist Rutger Bregman unter anderem über Jos de Blok, den Gründer des Pflegedienstes Buurtzorg. Dieser de Blok hat 2014 für sein Unternehmenskonzept in London eine höchst renommierte Auszeichnung bekommen, die Albert-Medaille der britischen Royal Society of Arts. Über die Verleihung schreibt Bregman:

Und nun also Jos de Blok aus Almelo. Der gesamte britische Jetset war für seine keynote speech auf den Beinen. In authentischem Steinkohlen-Englisch sagte de Blok, dass er zuerst an einen Witz geglaubt hatte. Aber nein, es war kein Witz. (S. 293)

Steinkohlen-Englisch? Was soll das denn sein, werden sich die meisten LeserInnen fragen. Hier sind die Übersetzer des Buchs von Bregman wohl etwas sehr nah am niederländischen Original geblieben. Man könnte auch sagen, dass die Übersetzung schlicht falsch ist, weil sich damit auf Deutsch keine Bedeutung verbinden lässt und weil das Kompositum auch nicht automatisch brauchbare Assoziationen für eine adäquate Interpretation herbeiführt.

Dagegen ist der Begriff Steenkolenengels (auch steenkolen-Engels geschrieben) im Niederländischen durchaus gängig. Das Wort geht auf eine Bezeichnung für das Englische zurück, das um 1900 von niederländischen Hafenarbeitern verwendet wurde, um mit der Bemannung englischer Steinkohle-Boote zu kommunizieren. Das vermutet zumindest die niederländische Wikipedia, die einen entsprechenden Eintrag Steenkolenengels hat. Dort wird der Begriff definiert als zeer slecht Engels, zoals dat wordt gesproken door Nederlandstaligen die het Engels onvoldoende beheersen. Dazu passt die deutsche Übersetzung im Van Dale-Übersetzungswörterbuch: gebrochenes Englisch, also die deutsche Variante des englischen broken English. Das wäre wohl auch eine angemessenere Übersetzung in dem Bregman-Zitat gewesen, obwohl das Wort gebrochen vielleicht zu negativ ist, für ein Englisch, das schließlich durchaus verständlich ist.

Vor fast zwanzig Jahren, 2002, hat Marc van Oostendorp ein Buch mit dem Titel Steenkolen-Engels veröffentlicht. Er setzt sich darin mit der Rolle des Englischen für die internationale Kommunikation auseinander und er rät dazu, unsere Ansprüche an die Beherrschung des Englischen zu verändern: nicht das Englisch der MuttersprachlerInnen sollte die Messlatte sein, sondern die kommunikativen Bedürfnisse der internationalen Kommunikation. Als ein pleidooi voor normvervaging wollte er sein Buch verstanden wissen, so der Untertitel (Plädoyer für Normaufweichung). Van Oostendorps Beschreibung dieses internationalen Englisch und der sprachlichen Repertoires seiner SprecherInnen ist in den vergangen zwanzig Jahren zu einer Art received opinion geworden, zumindest in der Soziolinguistik. Und in der Anglistik hat sich ein ganzer Bereich herausgebildet, der sich unter dem Akronym ELF (English as a lingua franca) mit den Eigenschaften dieses internationalen Englisch beschäftigt. Eine prominente Vertreterin ist beispielsweise Barbara Seidlhofer, die im vergangenen Jahr bei uns an der FU zu Gast was.

Übrigens haben die Übersetzer von Bregmans Buch an anderer Stelle einen wirklich hervorragenden Job gemacht: beim Titel. Der Titel der deutschen Übersetzung lautet Im Grunde gut und dieser Buchtitel erscheint mir viel besser als der des niederländischen Originals De meeste mensen deugen, wörtlich: Die meisten Menschen taugen. Das niederländische deugen kann zwar etwas allgemeiner verwendet werden als das deutsche taugen, und man könnte es vielleicht auch mit in Ordnung sein, nett sein übersetzen, dennoch scheint mir der deutsche Titel den Kern des Buches viel besser zu treffen. Denn genau darum geht es: trotz aller Gewalt, trotz aller Verbrechen ist der Mensch, so Bregman, im Grunde gut. Das haben die beiden Übersetzer dieses lesenswerten Buchs, Ulrich Faure und Gerd Busse, richtig gut gemacht.

De dwaaste superlatief

Is het eigenlijk De meest dwaze man die ik ooit ontmoet heb of De dwaaste man die ik ooit ontmoet heb? Ik was van mening, dat het de meest dwaze moest zijn, maar mijn meest favoriete (favorietste?) collega Truus De Wilde vond dat juist gek. Zij geeft de voorkeur aan de formulering de dwaaste man. Nu ben ik altijd geneigd om Truus te geloven, maar misschien toch ook weer niet altijd. Dus ben ik een beetje gaan zoeken.

Wat weten we eigenlijk over de verdeling van de beide mogelijkheden? De ANS, de Algemene Nederlandse Spraakkunst, schrijft: Er bestaat een toenemende neiging omschreven vergrotende en overtreffende trappen te gebruiken naarmate het adjectief meer lettergrepen telt. Adjectieven als kostenbewust (4 lettergrepen) of geïnteresseerd (5 lettergrepen) zijn dus hele goede kandidaten voor een omschrijving met meer/meest. Maar zelfs bij deze lange adjectieven vinden we wel degelijk ook morfologisch gevormde superlatieven:

“Het lijdt geen twijfel dat momenteel de geïnteresseerdste mensen afhaken.” (Mainzer Beobachter)

Hoe zit het nu met de kortere adjectieven? Echte regels zijn nauwelijks te geven, maar de ANS noemt toch een paar formele eigenschappen, die een voorkeur voor de analytische omschrijving uitlokken (vergelijkbare voorkeuren beschrijft ook het Taalportaal). Onder andere deze:

Bij adjectieven die uitgaan op gesproken -st (geschreven als -st of -sd) bezigt men het liefst de met meest omschreven overtreffende trap, bijv.:

het meest drieste antwoord, de meest robuuste kerel van allemaal, het meest vast, het meest verbaasd.

Ook de overtreffende trap van adjectieven op -s, -isch of -sk wordt bij voorkeur omschreven, bijv.:

het meest problematisch (naast: problematischt), de meest praktische aanpak (naast: praktischte), meest bruusk (naast: bruuskst).

En inderdaad vinden we makkelijk voorbeelden, zelfs van eenlettergrepige adjectieven met een superlatief met meest, wanneer deze adjectieven voldoen aan de genoemde criteria. Henk Hofland bijvoorbeeld schreef 2005 in de Groene Amsterdammer:

Het recentste en meest krasse voorbeeld is de plechtige mediakermis waarmee het sterven van de paus is begeleid.

De superlatief van recent wordt morfologisch gevormd, het kortere adjectief kras krijgt een omschrijving. Waarom? Omdat het eindigt op -s. Hoe weten we dat? Omdat er ook andere adjectieven op -s zijn, waar we bij voorkeur de omschrijving gebruiken:

De school had eerlijk en open moeten zijn over Avatar, maar het meest boos zijn we op de overheid die dit laat gebeuren. (De Monitor)

Het meest boos, niet het boost dus, maar dat is misschien ook wel om de homografie met het Engelse leenwoord to boost te vermijden. Hoe zit het dan met nors, nog zon eenlettergrepig adjectief op -s? Dat woord lees ik in zinnen als deze:

Ook Simon Cowell, het meest norse jurylid wilde ook iets kwijt. (gaande.nl)

Voor het norst of het norste daarentegen heb ik geen bewijsplaatsen kunnen vinden.

Ook voor dwaas is het een fluitje van een cent om voorbeelden voor de met meest omschreven superlatief te vinden. Hier bijvoorbeeld mooi aforistisch:

De meest dwaze argumenten zijn het moeilijkst te weerleggen. (Gerd de Ley)

Het meest dwaas is het in God te geloven. (Reformatorisch Dagblad)

Wil dat zeggen dat ik gelijk had met mijn keuze voor de meest dwaze man? Welnu, eh, nee. Want er zijn wel degelijk ook bewijsplaatsen voor de morfologische superlatief. Zo schrijft bijvoorbeeld Doeschka Meijsing in De beproeving:

Overdag maken ze de dwaaste dingen in hun ateliers, s avonds drinken ze en kijken ze naar de sterren en filosoferen ze erop los.

Trouwens, ook los van de slot -s vinden we bij eenlettergrepige adjectieven wel beide mogelijkheden, zoals in de volgende citaten met de superlatief van puur:

Avatar® is het meest krachtige, puurste zelfontwikkelingsprogramma dat beschikbaar is. (De Monitor)

De stories winnen heel snel aan populariteit: logisch, want het geeft het meest pure en echte inkijkje in iemands leven. (De Gelderlander)

Is het dan misschien zo, dat de keuze vooral is gebaseerd op stilistische overwegingen? Dat het allemaal hooguit tendensen zijn en dat we er verder eigenlijk niet veel over kunnen zeggen? Daar lijkt het wel op. Verder heb ik het idee dat de superlatief met meest ook bij kortere adjectieven terrein aan het winnen is. Veel van de overtreffende trappen van het type dwaast staan in teksten die vijftig jaar of ouder zijn. Maar dit laatste is niet meer dan een indruk die door een grondige historische studie bewezen (of weerlegd) zou moeten worden.