Nederlands

Beobachtungen zur niederländischen Sprache

Corona, Tulpen, Pommes und nationale Identitäten

Erst ging das große Tulpen-Schreddern durch die Presse: Tulpen für die Tonne – Corona zerstört das Blumen-Business hieß es, oder “Kauft Blumen, nicht Klopapier!”. Ein niederländisches Exportprodukt mit Symbolcharakter ist gerade zum Opfer der Pandemie geworden. Und jetzt hat es auch Belgien erwischt. Seit einigen Tagen ruft die belgische Kartoffelindustrie dazu auf, mehr Pommes Frites zu essen. Dem Spiegel ist das am 1. Mai ein Video wert: “Hilfe, eine Extraportion Pommes, bitte!”. Die BelgierInnen werden von der Kartoffel-Lobby gebeten, das Nationalgericht doch bitte zuhause selber zu frittieren “oder sich an Frittenbuden zu versorgen”; schließlich seien die ja vom Lockdown ausgenommen.

Soweit der Spiegel-Beitrag. Und mit dem Wort Fritten wäre es dann geschafft, und wir sind wieder mitten in der Variationslinguistik 🙂
Die aus dem Französischen übernommene Bezeichnung Pommes Frites wird im deutschen Sprachraum in der Regel zu Pommes verkürzt, wobei das Wort dann an die deutsche Aussprache angepasst und zweisilbig (und daher auch mit auslautendem [s]) ausgesprochen wird. Daneben finden wir im Süden (vor allem in der Schweiz) die an das Französische angelehnte Aussprache Pommfritt. Und im Rheinland hat sich das Wort Fritten eingebürgert. Die Verteilung der verschiedenen Varianten zeigt sehr schön der Atlas zur deutschen Alltagssprache:

Pommes oder Fritten: Atlas zur deutschen Alltagssprache

Es wird kein Zufall sein, dass das Fritten-Gebiet entlang der Grenze zu Belgien angesiedelt ist, denn im niederländischsprachigen Belgien ist friet oder frieten die normale Bezeichnung für die Pommes Frites. Als Langform gibt es im belgischen Französich auch die patat frites, aus denen sich im Norden des niederländischen Sprachgebiets die Bezeichnung patat entwickelt hat (vgl. in diesem Zusammenhang auch unseren Beitrag Essen wie Gott in … Holland aus dem Jahr 2014).

Die bekannte ‘Patates frites’-Kaart von Jan Stroop (1972), bearbeitet von Cavit (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Een patatje met wäre im Norden die adäquate Art, eine ‘Pommes mit Mayo’ zu bestellen. Die diversen Serviervarianten erspare ich Ihnen jetzt; der kulinarische Höhepunkt ist aber natürlich das patatje oorlog, wörtlich ‘Pommes Krieg’ (also Pommes mit Mayonnaise und Erdnusssoße und meist auch noch Zwiebeln, eventuell angereichert mit Curry und Ketchup).

BelgierInnen schüttelt es wohl eher bei dieser Kombination. Zumal sie ja eh der Meinung sind, dass die Pommes Frites eine belgische Erfindung sind, zumindest die ‘echten’, aus frischen Kartoffeln und zweimal frittierten. Diese frieten oder – als Singularwort auch friet – gehören zum Bild einer nationalen Identität (wenn es die denn in Belgien überhaupt gibt) und sie sind immer wieder Anlass für halbernste aber dennoch leidenschaftlich geführte Diskussionen und Streiterein über die ‘richtige’ Bezeichnung mit den Nachbarn im Norden.

Jedenfalls ist die Vorstellung, dass man frieten, dieses nationale Symbol, in Corona-Zeiten als Abfall entsorgen muss, für die BelgierInnen mindestens ebenso erschreckend wie das Tulpenschreddern für die Holländer. Oder aber das ist alles Quatsch, und das ganze Identitätsgerede ist letztlich nur leeres Marketinggeschwätz. Vielleicht geht’s wieder einmal nur ums Geld, um ein paar Millionen Euro Einbußen. It’s the economy, stupid.

 

testen, testen, testen

In Corona-Zeiten kann man in sprachlicher Hinsicht nicht nur seltsame Anglizismen (wie ‘social distancing’) oder völlig unpassende Neuprägungen wie ‘Kontaktverbot’ beobachten, auch ganz ‘normale’ Wörter drängen ins Scheinwerferlicht. Und manchmal fallen dabei dann auch wieder kontrastiv interessante Beobachtungen ab.

In den vergangenen Wochen sind das Nomen ‘Test’ und das dazugehörige Verb ‘testen’ zu hochfrequenten Wortschatzelementen geworden. Die Frage, wie oft getestet wird und wer auf das Corona-Virus getestet wird, bewegt StatistikerInnen und Talkshow-TeilnehmerInnen gleichermaßen. Die Fragen und Diskussionen sind weltweit die gleichen, wir finden sie also auch in den Niederlanden, in Belgien oder in Suriname. In sprachlicher Hinsicht fällt dabei aber auf, dass das Verb testen im Niederländischen anders verwendet werden kann als im Deutschen.

So titelt Omroep Brabant am 16. April: “Gerard en Ditha testen negatief in drive-thru”, und der Artikel wird mit dem Bild eines sympathischen Rentnerpaars illustriert (die sich dann übrigens enttäuscht zeigen, dass sie das Virus nicht schon gehabt haben).

Aus deutscher Sicht ist diese Konstruktion mit testen seltsam. Im Deutschen ist das Verb grundsätzlich transitiv und es verlangt als Subjekt jemanden, der/die jemanden anders testet. Im Akkusativ wird die Person oder Sache genannt, an der der Test vorgenommen wird (die Ärztin testet das Kind auf Corona). Dass diejenigen, die getestet werden, als Subjekt auftreten, ist im Deutschen nur möglich, wenn das Verb im Passiv verwendet wird: Gerard und Ditha sind negativ getestet worden. Der Agens (das handelnde Subjekt) kann dabei ausgedrückt werden (z.B. von einer Ärztin), muss aber nicht.

Diese passivische Konstruktion, bei der Gerard und Ditha nicht Agens sind (also diejenigen die den Test vornehmen), sondern Patiens (also die, an denen der Test vorgenommen wird) ist auch im Niederländischen möglich: Gerard en Ditha zijn negatief getest (door een arts). Aber daneben gibt es halt die intransitive Konstruktion, die im Deutschen nicht möglich ist.

Hier noch zwei Beispiele:

“Trump test negatief op coronavirus.” (De Telegraaf, 15.03.2020)

“Wie positief test, is weliswaar zo goed als zeker besmet, maar bij 30 van de 100 besmette personen levert de test verkeerdelijk een negatief resultaat op.” (Nieuwsblad.be)

Der Dikke Van Dale gibt ein minimales Paar für die Verwendung von testen: als bes­te ge­test wor­den (transitiv) und als beste testen (intransitiv). Als Bedeutung wird in beiden Fällen angegeben “het hoogst sco­ren in een test”.

So ein minimales Paar mit den beiden synonymen Konstruktionen finden wir auch in einem Artikel des Algemeen Dagblad über den berühmten Corona-Tiger. Die AD-Überschrift hat die intransitive Variante: “Tijger in dierentuin New York test positief op coronavirus”. Der erste Satz wiederholt diese Aussage, aber jetzt mit einer Passiv-Konstruktion der transitieven Variante von testen: “Een tijger in de dierentuin in New York is positief getest op het coronavirus.” Auf Deutsch lässt sich nur die transitive Variante eins zu eins übersetzen.

Interessant ist auch die Wahl des Hilfsverbs hebben für das Perfekt des intransitiven Verbs:

“Een tijger in de Bronx Zoo in New York heeft positief getest op het nieuwe coronavirus.” (Het Belang van Limburg, 6.4.2020)

Ein anderes, etwas älteres Beispiel:

De Nederlandse arts die uit Sierra Leone was teruggehaald vanwege een mogelijke ebolabesmetting heeft negatief getest op de ernstige ziekte. (Het Parool, 24.09.2014)

Das Niederländische verhält sich bei der Verwendung des Verbs wie das Englische; testen kann auch auch da intransitiv verwendet werden: “Boris Johnson tests positive” war beispielsweise Ende März in der englischsprachigen Weltpresse zu lesen (hier z.B. in der Bangkok Post).

Nun haben sowohl das Deutsche als auch das Niederländische das Verb in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Englischen übernommen. Für das Englische vermeldet das Oxford English Dictionary bei der intransitiven Verwendung die Bedeutung ‘to undergo a test’, und diese Verwendung wird als ‘U.S.’ gelabelt. Ob sie immer noch auf das amerikanische Englisch beschränkt ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Die ältesten Belege stammen jedenfalls laut OED aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, also der Zeit, in der das Verb ins Niederländische und ins Deutsche übernommen worden ist. Die transitive Verwendung ist dagegen sehr viel älter, das OED führt Belege seit der Mitte des 18. Jahrhunderts auf.

Unklar ist, ob die SprecherInnen des Niederländischen die intransitive Konstruktion gleich mitentlehnt haben oder aber (unter Einfluss des amerikanischen Englisch?) selber entwickelt haben. Und warum haben die Sprecher des Deutschen diese Möglichkeit nicht genutzt? Fragen, die wahrscheinlich nicht zu beantworten sind. Interessant sind sie trotzdem.

Elk nadeel heb z’n voordeel

Amsterdam 2020 © CB

Vandaag is het 73 jaar geleden dat in Amsterdam een van de beste voetballers aller tijden werd geboren: Johan Cruijff. Bij Ajax begon hij zijn succesvolle carri­ère; bij FC Barcelona zette hij deze voort. Hij overleed aldaar in maart 2016.

Maar ook buiten de voetbalwereld verwierf hij faam en wel door zijn uitzonderlijke bijdrage aan de Nederlandse taal. En hoe levendig sommige constructies uit zijn mond zijn, blijkt wel uit deze foto die onlangs in Amsterdam werd gemaakt.

Joop Visser bracht muzikaal hulde aan de voetbalster met dit lied dat uit louter Cruijff-citaten bestaat. Wat zei Cruijff ook alweer over zichzelf? “In zekere zin ben ik waarschijnlijk onsterfelijk”

Die Wahrer der Anderthalbmetergesellschaft

Wenn wir über ‘falsche Freunde’ sprechen, dann geht es meist um Wörter wie ndl. bellen. “Lass uns morgen kurz bellen.” Haha – nur bedingt lustig. Keine Niederländerin macht diesen Fehler, wenn sie Deutsch spricht – die Bedeutungen liegen soweit auseinander, dass der falsche Freund eigentlich nie zum Problem wird. Es gibt aber viel subtilere und (darum) interessantere Beispiele für falsche Freunde. Eines dieser Beispiele hat in den Niederlanden gerade Hochkonjunktur: das Verb handhaven und die dazugehörigen Nomina handhaving und handhaver.

Wir erkennen im Verb unschwer die Parallele zum deutschen handhaben und denken beim Substantiv beispielsweise an die einfache Handhabung einer Maschine, wo man die Handhabung auch durch Bedienung ersetzen könnte. Der Handhaber kommt in solchen Kontexten allerdings praktisch nicht vor. Diese Verwendungsweisen kennt das niederländische handhaven nicht. Ein Satz wie Die Software war schwierig zu handhaben lässt sich nicht mit handhaven übersetzen, das würde man eher so ungefähr ausdrücken: De software was moeilijk te bedienen.

Man kann aber nicht nur Maschinen handhaben, sondern auch z.B. Vorschriften und Regelungen. Sympathisch sind meist die Leute, die eine Vorschrift locker und mit Augenmaß handhaben, also ‘anwenden’. In dieser zweiten Bedeutung des Verbs finden wir die Verbindung zum niederländischen handhaven.

De wet handhaven heißt das Gesetz anzuwenden und (dadurch) auch zu wahren. Dieser Aspekt des ‘Wahrens’ findet sich auch in Verbindungen wie zij handhaafde haar bezwaren ‘sie hielt an ihren Bedenken fest; sie beharrte auf ihren Bedenken’. Und damit sind wir dann bei der Bedeutung angekommen, die im Niederländischen in Corona-Zeiten jetzt gerade so häufig verwendet wird.

Auch in den Niederlanden sind nämlich diverse Verordnungen und Maßnahmen beschlossen worden, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Auch in den Niederlanden sind 1,5 Meter Abstand zu den Mitmenschen nun vorgeschrieben. Die Einhaltung solcher Maßnahmen muss überprüft und durchgesetzt werden, und genau hier kommt der handhaver ins Spiel:

“Handhavers houden de routes in de gaten en delen boetes uit”, heißt es in einem Artikel auf NOS.nl über die Sperrung von Straßen und Wegen in die niederländischen Tulpenfelder, wo sich zu Ostern (zu) viele Menschen eingefunden hatten, um schöne bunte Selfies und Blumenfotos zu machen.

Am Strand dagegen haben sich die Leute zu Ostern anscheinend weitgehend an die Abstandsregelungen gehalten. “In de gemeente Den Helder constateerden handhavers in de duinen en op de stranden zelfs geen enkele overtreding” (meldet ebenfalls NOS.nl).

Das Wort ist in dieser Bedeutung anscheinend relativ neu. Der ‘Dikke Van Dale’ hat das Lemma handhaver erst im April 2019 aufgenommen (mit der Bedeutung “func­ti­o­na­ris die toe­ziet op het na­le­ven van de wet”). Laut Wikipedia ersetzt das Wort neuerdings den Begriff stadswacht, eine Funktion die in den Niederlanden in den 1980er Jahren geschaffen wurde und die ähnliche Aufgaben hat wie in Deutschland das Ordnungsamt. Es geht beispielsweise um den Kampf gegen das Falschparken oder um die Überwachung von Parks und Grünflächen. Es geht also um ‘Ordnungskräfte’. (Wir haben das Wort wiederholt als ‘Ordnungshüter’ übersetzt, was aber eigentlich nicht ganz richtig ist, da darunter ja vor allem PolizistInnen verstanden werden.)

Hoffen wir mal, dass die handhaving van de corona-maatregelen, also die Kontrolle und das Durchsetzen der Corona-Maßnahmen, nicht mehr allzu lange nötig sein wird, so dass die handhavers sich nicht mehr um Abstandsregeln kümmern müssen, sondern sich wieder auf Falschparker konzentrieren können. Ministerpräsident Rutte hat allerdings in der vergangenen Woche schon darauf hingewiesen, dass es noch dauern kann, bis wieder Normalität einkehrt. Rutte wörtlich: “We zullen met elkaar moeten zoeken naar het nieuwe normaal in de anderhalvemetersamenleving”. Wir werden gemeinsam nach dem neuen Normal in der ‘Anderthalbmetergesellschaft’ suchen müssen.

„OMG! Van Eyck was here“

Aldus het motto van de stad Gent die de schilder Jan van Eyck (Maaseik?, ca. 1390 – Brugge 1441) in het zonnetje zet. En terecht!

De opdrachtgever van het Lam Gods (Genter Altar) – Joos Vijd, die met zijn vrouw op een zijpaneel is afgebeeld – is omnipresent.

Wa peisd ervan? (Was hältst du davon?) vraagt zijn vrouw in het Vlaams.
Ah, das vrie wijs gedoan. (Das ist ziemlich krass gemacht.) is het antwoord.
Hallelujaaaaaah! jubelen Van Eycks engelen.

Durft u nog te reizen in deze coronatijd? Dan, allez… naar Gent!
„Door God gekust“, voelde zich een vriend die de tentoonstelling bezocht.

En met een beetje geluk krijgt u nog een kamer in het Erasmushotel, een 16e-eeuws gebouw aan de Poel (Pfuhl) – niet ver van de Drabstraat (drab = Bodensatz). Deze straatnamen geven een indruk van de vroegere geologische toestand van de stad.

En daar, in dat sympathieke hotel, blijft u dankzij Vijds voorbede (Fürbitte) – indien gewenst – ongestoord!

PS
Die Ausstellung wurde als Maßnahme gegen das Coronavirus bis zum 5. April geschlossen.

Zaandam

Nach einer ziemlich miserablen Überfahrt sind wir endlich am Ende unserer Reise angekommen. Wir haben ganz Holland durchquert, und was ich gesehen habe, schien mir viel schöner zu sein als das, was man allgemein hört. Zaandam ist besonders reizend und man hätte hier ein ganzes Malerleben lang zu tun. Wir werden uns hier sehr wohl fühlen, glaube ich. Die Niederländer scheinen sehr nett und gastfreundlich zu sein.

 

Soweit der französische Impressionist Claude Monet, dem bis zum 1. Juni im Potsdamer Barbarini-Museum eine Ausstellung gewidmet ist (Achtung: das Museum ist Corona-bedingt zur Zeit geschlossen, vorläufig bis zum 18. April).

Tsaar Peter munt (Arch, PD-self)

Nicht nur Monet war in diesem Städtchen, das mittlerweile Teil der Gemeinde Zaanstad ist. Im 17. Jahrhundert machte der russische Zar Peter I in Zaandam eine Zimmermannslehre und wohnte in einem bescheidenen Häuschen, das man immer noch besichtigen kann.

Opernliebhaber wissen Bescheid: Zar und Zimmermann.

Also warum nicht mal in den Semesterferien – auf dem Rad – von A’dam bis Z’dam!?

Zuiderburen

Arjen Lubach maakt zich ernstig zorgen over de zuiderburen, over de Belgen dus.
Maar hij heeft ook over een oplossing nagedacht…


ACHTUNG: Daten nach YouTube werden erst beim Abspielen des Videos übertragen.

 

Laat ik er nog een kiek aan toevoegen die ik onlangs in Gent maakte.

In het land van Manneke Pis weet men de hoge prijs voor wildplassen (Wildpinkeln) gendercorrect (let op het plassende meisje!) effectief duidelijk te maken.

Nergens smaken de frietjes zo lekker als bij de zuiderburen …
… en dat vinden ze zelf ook.

 

 

 

 

Studeer je fit!

The Brain (CC-BY-SA-3.0-migrated)

De collegevrije periode is weer aangebroken: een goed moment weer eens te wijzen op onze Philologische Bibliothek, een architectonisch meesterstuk (Glanzstück), ook wel Berlin Brain genoemd, van Sir Norman Foster – sinds 1999 Lord Foster of Thames Bank – die ook de koepel op de Rijksdag heeft gezet.

Maar ook de inhoud mag er wezen!

Op de derde verdieping – een portret van Multatuli wijst de weg – bevindt zich de goed gesorteerde Nederlandse afdeling: literatuur uit het hele taalgebied (incl. België, de Antillen en Suriname), ook in Duitse vertaling; wetenschappelijke werken, ook historische, en wat dies meer zij: kortom alles wat een student neerlandistiek nodig heeft voor het schrijven van een werkstuk (Hausarbeit) of ter voorbereiding van een examen en uiteraard ook voor verdieping van zijn/haar kennis van de literatuur, van land en volk.

En sinds enige tijd staat er ook een fiets, een bijzondere fiets!

En die hebben we te danken aan onze bibliotheeksmedewerkster Janet Wagner. Nederland is haar favoriete vakantiebestemming en daar, op Schiphol om precies te zijn, ontdekte ze deze ontspannende, stroomopwekkende, concentratie bevorderende tweewieler (Zweirad) van Belgische makelij, maar zonder wielen: een hebbedingetje, een must-have voor de bibliotheek dacht ze meteen. En uiteraard viel dit idee in goede aarde (auf fruchtbaren Boden).

De fiets

De ’studeer-fiets‘ in de Philologische Bibliothek (© J. Wagner)

Op deze video ziet u haar aan het werk: haar pijnlijk gekromde rug wordt weer recht, geconcentreerd werkt ze aan haar laptop of leest Multatuli’s Max Havelaar (rechts) en laadt tegelijkertijd al trappend haar smartphone op.
Janet Wagner – glansrijk geslaagd voor haar BA: „Non multa sed omnia tuli hilariter!

Ook al zijn er de komende tijd geen colleges… geen reden dus om niet naar Dahlem te komen. Hier blijf je studerend en boven je boeken zwoegend (sich abrackernd) fit.

De bibliotheek is dagelijks van 09:00 tot 22:00 uur geopend; op zaterdag en zondag van 10:00 tot 20:00 uur.

400 jaar!

Aanstaande zondag is het 400 jaar geleden dat Friedrich Wilhelm I van Brandenburg (1620 – 1688) werd geboren.

Zo!

En wie is de vrouw aan de zijde van de grote keurvorst (Kurfürst) op dit portret van Gerard van Honthorst?
Dat is Louise Henriëtte van Nassau, de dochter van „onze“ Frederik Hendrik.

Hoe dat?

Nou, Friedrich Wilhelm had in zijn jeugd (1634-1638) een paar jaar in de Republiek doorgebracht, in Leiden colleges gevolgd en was kind aan huis (fand ein zweites Zuhause) bij de Oranjes – familie ook, want zijn oma Louise Juliana van Nassau was een dochter van de Vader des Vaderlands: Willem van Oranje. En in het bevriende buurland had hij het een en ander geleerd: met mensenhandel viel geld te verdienen. In 1683 werd aan de Afrikaanse Goudkust (nu Ghana) het fort Groß Friedrichsburg opgericht: een belangrijke overslagplaats voor de Europese slavenhandel.
In 1718 werd het fort aan de Nederlanders verkocht, die de mensenhandel voortzetten.

Wat nog?

Avda, CC-BY-SA-3.0

Voor Friedrich Wilhelms echtgenote werd in het Amt Botzow een paleis (Schloss) gebouwd en de plek omgedoopt tot Oranienburg.
In de 20e eeuw zijn in het Oranienburgse stadsdeel Sachsenhausen 30.000 tot 50.000 mensen om het leven gekomen of gebracht.

Het portret van Friedrich Wilhelm en zijn Louise Henriëtte hangt in het Haagse Mauritshuis (het mooiste museum van NL). Dat huis werd in de 17e eeuw al „suikerpaleis“ genoemd: Johan Maurits van Nassau Siegen verdiende als gouverneur van Nederlands-Brazilië zijn geld ook in de zogenaamde driehoekshandel – mensen uit Afrika en suikerplantages). Met Friedrich Wilhelm was hij verwant en bevriend. Na zijn verblijf in Brazilië werd hij Friedrich Wilhelms stadhouder in Kleef.

Schloss Caputh (A.Savin)

Iets ten zuiden van Berlijn staat het oudste paleis uit de tijd van Friedrich Wilhelm: Caputh!
Zijn nakomeling koning Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) liet de zomereetzaal Hollands betegelen.

Enfin, komende zondag is het feest in het Schlossmuseum Oranienburg en eveneens in Schloss Caputh.

Wie Mandela Afrikaans einsetzte

von: Henning Radke

Nelson Mandela sprach Xhosa, Englisch und Afrikaans. Letzteres brachte er sich während seiner jahrzehntelangen Gefangenschaft selbst bei. So versuchte er, politische Zusammenhänge besser zu verstehen, und konnte gleichzeitig den Gesprächen der Wärter folgen, die sich oft auf Afrikaans unterhielten. Das Wissen darüber, was in der Außenwelt vor sich ging, verschaffte ihm einen großen Vorteil. Kein Wunder, dass Madiba (wie er in Südafrika oft genannt wird) seine Afrikaans-Kenntnisse weitestgehend für sich behielt. Nach seiner Freilassung änderte sich diese Haltung: Selbst bei öffentlichen Veranstaltungen sprach Mandela immer mal wieder Afrikaans. Zum ersten Mal wohl am 21. Juni 1990, nur vier Monate nach seiner Haftentlassung – ausgerechnet in einem Interview, das live im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde. So staunten Millionen US-amerikanischer Zuschauer nicht schlecht, als sie von Nelson Mandela die folgenden Sätze vernahmen:

Aangename kennis, Koos. Ek hoop van harte dat eendag ek die geleentheid sal kry om met u te gesels.

Nett, Sie kennen zu lernen, Koos. Ich hoffe von Herzen, dass eines Tages ich die Gelegenheit bekommen werde, mich mit Ihnen zu unterhalten.

Was wie eine freundliche Einladung klang, war im Grunde genommen das Gegenteil. Der angesprochene Koos van der Merwe war Politiker der extremen Conservative Party und hatte ihn zuvor scharf kritisiert – und zwar auf Englisch mit hörbar afrikaansem Akzent. Mandela antwortete ohne mit der Wimper zu zucken direkt auf Afrikaans und zeigte, wie sehr er auf Augenhöhe stand, egal mit welchem politischen Rivalen er es zu tun hatte. Die ironischen Worte verfehlten ihre Wirkung nicht: Das Publikum jubelte begeistert und Millionen US-Amerikaner rätselten für einen Moment, was Mandela da plötzlich sagte.

Nelson Mandela Statue, Pretoria South Africa (P. Saad, CC-BY-SA-4.0)

Doch nicht nur Ironie war für Mandela Anlass, Afrikaans zu sprechen. Auch wahre Herzlichkeit gehörte dazu: Diese widmete er seinem Vorgänger im Amt des Präsidenten, Frederik Willem de Klerk, der zusammen mit Mandela den friedlichen Weg vom Apartheitssystem in die Demokratie ebnete. Beide bekamen dafür 1993 den Friedensnobelpreis. Die entstandene Freundschaft hielt mehr als ein Jahrzehnt und so sprach Mandela im Jahre 2006 die folgenden Eröffnungsworte zum 70. Geburtstag von FW de Klerk:

Geagte FW, dis goed om te sien hoe ons oud word. Ek het darem nog my hare. Al is dit ’n bietjie gryser, ek kan jou verseker, dis nie jy wat my hare gryser gemaak het oor die laaste 16 jaar nie. Ek hoop ook nie dat ek oor die jare bygedra het om joune te laat uitval nie.

Geehrter FW, es ist gut zu sehen, wie wir alt werden. Ich habe zumindest noch meine Haare. Obwohl sie ein bisschen grauer sind, kann ich dir versichern, dass nicht du es bist, der sie in den letzten 16 Jahren grauer gemacht hat. Ich hoffe auch, dass ich über die Jahre nicht dazu beigetragen habe, deine ausfallen zu lassen.

Diese Worte kamen von Herzen und verfehlten ihre Wirkung nicht: ein angetaner FW de Klerk saß im Publikum und lächelte. Nelson Mandela hatte schon lange erkannt, dass Sprachen Brücken bauen. Wenn man sie dazu einsetzt.