Dunja Bogdanovska (WiSe 2025-26)
Einleitung
Depression zählt weltweit zu den drängendsten Problemen der öffentlichen Gesundheit. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist sie eine der Hauptursachen für Behinderungen und betrifft Millionen von Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Regionen. Sie ist mit funktionellen Einschränkungen, Suizidgefahr und hohen sozialen und wirtschaftlichen Kosten verbunden.[1] Trotz der hohen Prävalenz von Depression bei Männern zeigen Studien, dass sie im Vergleich zu Frauen seltener Hilfe suchen. Männer meiden häufiger professionelle Hilfe, verzögern die Behandlung oder begehen Suizid.[2]
Dieses Paradoxon, dass Männer zwar niedrigere Depressionsraten, aber höhere Suizidraten aufweisen, zieht erhebliche wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf sich.
Ein häufig genutzter theoretischer Rahmen zum Verständnis der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Umgang mit psychischer Gesundheit ist das Konzept der hegemonialen Männlichkeit. Ursprünglich von R. W. Connell entwickelt und später gemeinsam mit Messerschmidt weiter ausgearbeitet, beschreibt hegemoniale Männlichkeit die gesellschaftlich dominante Form von Männlichkeit, die die strukturelle Vorherrschaft von Männern über Frauen sowie über andere, untergeordnete Formen von Männlichkeit legitimiert.[3] Diese Form von Männlichkeit wird häufig mit Eigenschaften wie Härte, Kontrolle, Dominanz und emotionaler Zurückhaltung assoziiert.[4] Diese Normen beeinflussen wie Männer mit seelischer Belastung umgehen.[5]
Männlichkeit ist jedoch nicht einheitlich. Bestimmte Gruppen von Männern, wie beispielsweise nicht-heterosexuelle Männer, erleben dominante Männlichkeitsnormen auf andere Weise und entwickeln unterschiedliche Strategien im Umgang mit deren Annahme oder Ablehnung, da ihre Sexualität bereits als Abweichung von diesen Normen gilt.
Als Angehörige einer Minderheit sind sie zusätzlichen Stressoren ausgesetzt, die negative Erfahrungen verstärken und das Risiko für psychische Erkrankungen erhöhen.[6]
Daraus ergibt sich eine zentrale Fragestellung: Wie beeinflusst hegemoniale Männlichkeit den Umgang heterosexueller und nicht-heterosexueller Männer mit Depression auf unterschiedliche Weise?
Diese Arbeit argumentiert, dass hegemoniale Männlichkeit bei heterosexuellen Männern emotionalen Ausdruck entmutigt, indem sie psychische Belastungen mit Schwäche gleichsetzt, während nicht-heterosexuelle Männer mit einer komplexeren Dynamik konfrontiert sind. Sie sind zugleich durch männliche Normen eingeschränkt und gleichzeitig von ihnen ausgeschlossen, was zu unterschiedlichen Formen des Erlebens und Bewältigens von Depression führt.
Für die Zwecke dieser Arbeit beziehe ich mich ausschließlich auf die Dimension sexueller Orientierung innerhalb sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Andere Aspekte wie Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck oder nicht-binäre Identitäten werden nicht behandelt.
1. Depression und Stigmatisierung
Depression wird klinisch als affektive Störung definiert, die durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessen- und Freudverlust, Hoffnungslosigkeit, Veränderungen von Schlaf und Appetit sowie eine beeinträchtigte Funktionsfähigkeit gekennzeichnet ist. Zu den spezifischen Kriterien für Depression gehören das Vorliegen von Symptomen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen, erhebliches Leiden und eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit.[7] Abgesehen von ihrer klinischen Definition wird die Depression auch durch ihre kulturellen Bedeutungen geprägt.
Stigmatisierung spielt eine große Rolle in der Wahrnehmung psychischer Erkrankungen. Sie wird definiert als tiefe soziale Missbilligung und Ausgrenzung aufgrund einer Andersartigkeit, wie beispielsweise einer psychischen Erkrankung. Menschen mit Depression sind nicht nur mit Stigmatisierung durch ihr Umfeld, sondern auch mit Selbststigmatisierung konfrontiert. Öffentliche Stigmatisierung bezeichnet Diskriminierung und negative Stereotypen gegenüber Menschen mit Depression, wie etwa die Annahme, sie seien schwach, instabil oder unfähig. Selbststigmatisierung entsteht, wenn Betroffene diese äußeren Vorstellungen verinnerlichen, was zu einem negativen Selbstbild und Schamgefühlen führt. Dies ist besonders schädlich, da Menschen mit Depression ohnehin schon mit Selbstzweifeln zu kämpfen haben, die durch die zusätzliche Stigmatisierung noch verstärkt werden.[8]
Bei Männern ist das Stigmatisierung rund um Depression oft mit Geschlechternormen verknüpft, die emotionale Verletzlichkeit mit Schwäche gleichsetzen. Sie interpretieren ihre Symptome möglicherweise nicht als Anzeichen einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung, sondern als persönliches Versagen als Männer. Diese Wahrnehmung verstärkt die Selbststigmatisierung und die Vermeidung professioneller Hilfe. Daher ist Stigmatisierung nicht nur eine äußere, sondern auch eine psychologische Barriere, die eng mit Männlichkeitsidealen verknüpft ist.[9]
2. Hegemoniale Männlichkeit
Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit wurde von R. W. Connell entwickelt, um die kulturell dominante Form von Männlichkeit zu beschreiben, die hypermaskuline Eigenschaften privilegiert und Weiblichkeit sowie alternative Männlichkeitsformen unterordnet. Hegemoniale Männlichkeit ist nicht zwingend die am weitesten verbreitete Form, sondern jene, die gesellschaftlich am meisten anerkannt und institutionell gestützt wird.[10]
Zu den Kernmerkmalen hegemonialer Männlichkeit zählen emotionale Zurückhaltung, Dominanz, Stoizismus, Selbstständigkeit, Heterosexualität sowie die Ablehnung von Männlichkeitsbildern, die diesen Idealen nicht entsprechen. Von Männern wird erwartet, dass sie ihre Probleme allein bewältigen und Verletzlichkeit unterdrücken, um sich nicht selbst zu entmannen. Sie werden so sozialisiert, dass sie diese Normen als Richtlinien betrachten, denen sie folgen müssen, um „echte Männer“ zu sein. Jegliche Sentimentalität disqualifiziert sie somit von der männlichen Erfahrung. Daher gilt emotionaler Ausdruck, insbesondere von Traurigkeit oder Angst, der als weibliche Eigenschaft angesehen wird, als unvereinbar mit „echter Männlichkeit“.[11]
Diese Normen spiegeln sich auch im Gesundheitsverhalten wider. Studien zeigen, dass eine starke Orientierung an traditionellen Männlichkeitsnormen mit geringerer Inanspruchnahme von Hilfe und einem erhöhten Risiko schädlicher Bewältigungsstrategien, etwa Substanzmissbrauch, einhergeht.[12] Depression, als Krankheit, die Gefühle der Hilflosigkeit hervorruft, widerspricht direkt der Vorstellung, dass Männer stets stark und souverän sein müssen.
Infolgedessen ignorieren Männer, die sich stark mit hegemonialen Männlichkeitsnormen identifizieren, oft ihre Symptome oder bemühen sich nach Kräften, sie zu verbergen.[13]
3. Minority-Stress-Theorie
Die Minority-Stress-Theorie bietet eine zusätzliche Perspektive auf den Umgang nicht-heterosexueller Männer mit Depression. Sie wurde vom Psychologen I. H. Meyer entwickelt und besagt, dass Angehörige stigmatisierter sozialer Gruppen chronischem Stress ausgesetzt sind, der aus Diskriminierung, sozialer Ausgrenzung und Vorurteilen resultiert.
Für nicht-heterosexuelle Männer umfasst dies äußere Stressoren wie Belästigung, Gewalt und strukturelle Diskriminierung sowie innere Stressoren wie internalisierte Homophobie, Unterdrückung der eigenen sexuellen Identität oder Angst vor Zurückweisung. Die kumulative Wirkung dieser Belastungen erhöht langfristig die Anfälligkeit für psychische Erkrankungen, einschließlich Depression.[14]
4. Vergleich
4.1 Heterosexuelle Männer und hegemoniale Männlichkeit
Für heterosexuelle Männer stellt hegemoniale Männlichkeit oft ein normatives Ideal dar, dem sie nacheifern sollen. Die Unterdrückung von Gefühlen wird zu einer Schlüsselstrategie, um glaubwürdige Männlichkeit aufrechtzuerhalten.
Da depressive Symptome den Erwartungen an Stoizismus direkt widersprechen, versuchen viele Männer, ihre Symptome so umzudeuten, dass ihr männliches Image gewahrt bleibt. Anstatt ihre Traurigkeit anzuerkennen und auszudrücken, externalisieren sie ihre Gefühle in Form von Wutausbrüchen oder übermäßiger Arbeit. Obwohl ihnen diese Verhaltensweisen ermöglichen, ihr Bild von Härte und Kontrolle aufrechtzuerhalten, können sie Diagnose und Behandlung erheblich verzögern. Auch die Vermeidung professioneller Hilfe dient dem Erhalt hegemonialer Männlichkeit. Therapie wird mitunter als Eingeständnis von Schwäche und mangelnder Selbstständigkeit wahrgenommen. Die Angst vor sozialer Bewertung führt zu einer geringeren Nutzung psychotherapeutischer Angebote.[15]
Darüber hinaus haben heterosexuelle Männer in ihrem Umfeld möglicherweise weniger Gelegenheiten, sich offen verletzlich zu zeigen, da Männer häufig davon abgehalten werden, intime Freundschaften untereinander zu pflegen, da dies ihre sexuelle Orientierung in Frage stellen würde. Dies bedeutet, dass Männer weniger Räume haben, in denen sie sich wohlfühlen und ihre Probleme äußern können, was zu Isolation führt, die depressive Symptome verstärkt.[16]
Daher beeinflusst die hegemoniale Männlichkeit Depression bei heterosexuellen Männern vor allem durch verinnerlichte Erwartungen an Stoizismus und Unabhängigkeit, die die Anerkennung emotionalen Schmerzes und die Inanspruchnahme formeller Hilfe verhindern.
4.2 Nicht-heterosexuelle Männer und hegemoniale Männlichkeit
Nicht-heterosexuelle Männer befinden sich in einer komplexeren Position. Einerseits unterliegen sie als Männer hegemonialen Normen, andererseits werden sie aufgrund ihrer Sexualität von diesen ausgeschlossen. Da hegemoniale Männlichkeit eng mit Heterosexualität verbunden ist, gilt nicht-heterosexuelle Orientierung als abweichend. Somit wären sie einem doppelten Stigma ausgesetzt: einem Stigma aufgrund einer psychischen Erkrankung und einem Stigma aufgrund ihrer nicht-heterosexuellen Identität.
Minority Stress erhöht das Depressionsrisiko deutlich. Diskriminierung, Zurückweisung und internalisierte Homophobie erzeugen chronische Belastung und Isolation.
In diesem Sinne sind nicht-heterosexuelle Männer Stressfaktoren ausgesetzt, denen heterosexuelle Männer nicht ausgesetzt sind.[17]
Gleichzeitig ist das Verhältnis nicht-heterosexueller Männer zur hegemonialen Männlichkeit nicht einheitlich und kann sich auf vielfältige Weise äußern. Da sie von den dominanten Männlichkeitsidealen ohnehin ausgeschlossen sind, verspüren manche nicht-heterosexuelle Männer möglicherweise keinen Druck, sich Normen anzupassen, die von Männern ständige Stärke und Stoizismus fordern. Dies ermöglicht die Entwicklung offener und verletzlichkeitsfreundlicher Formen von Männlichkeit.[18]
Andererseits verinnerlichen viele nicht-heterosexuelle Männer nach wie vor traditionelle Männlichkeitsnormen und schämen sich für ihre sexuelle Orientierung sowie für ihre psychischen Erkrankungen. Der Druck, ihre Männlichkeit beweisen zu müssen, wird durch ihre Queerness noch verstärkt. Die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil ihrer Identität – ihre Sexualität – bereits als unmännlich gilt, führt dazu, dass sie noch mehr Energie in die Verbergung ihrer Identität und die Anpassung an das traditionelle Bild eines Mannes investieren müssen. Dieser Wunsch, als „echter Mann“ wahrgenommen zu werden, stellt eine zusätzliche Belastung für ihr psychisches Wohlbefinden dar.[19] Darüber hinaus können Rasse, Klasse und andere sich überschneidende Identitäten diese Problematik verkomplizieren, da verschiedene Kulturgruppen unterschiedliche Werte in Bezug auf Männlichkeit haben und aufgrund ihres Minderheitenstatus unterschiedlich stark von Marginalisierung betroffen sind.[20]
Anders als heterosexuelle Männer, deren Haupthindernis die Anpassung an männliche Normen ist, erleben nicht-heterosexuelle Männer sowohl Ausgrenzung als auch das Streben nach hegemonialer Männlichkeit. Diese ambivalente Situation prägt unterschiedliche Bewältigungsstrategien für Depression, darunter eine erhöhte Verletzlichkeit und in manchen Fällen eine größere Offenheit für professionelle Hilfe.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Ausmaß des Leids, dem die jeweiligen Gruppen ausgesetzt sind, sondern in den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen sie sich befinden und die maßgeblich den Umgang mit diesem Leid beeinflussen. Die Vermeidungstaktik heterosexueller Männer ist primär durch die Konformität mit dominanten Idealen bedingt, während die Erfahrungen nicht-heterosexuelle Männer durch eine Kombination aus Ausgrenzung von diesen Idealen und Belastungen aufgrund ihres Minderheitenstatus geprägt sind.
5. Diskussion
Hegemoniale Männlichkeit scheint allen Männern zu schaden, indem sie psychische Erkrankungen als Schwäche darstellt und Verletzlichkeit sowie die Suche nach Hilfe unterbindet. Das stoische Ideal schafft ein Umfeld, in dem das Eingeständnis von Problemen ein persönliches Versagen in der eigenen sozialen Rolle bedeutet. In diesem Sinne stellt hegemoniale Männlichkeit einen Risikofaktor für die öffentliche Gesundheit dar.
Der Einfluss von Stigmatisierung variiert jedoch je nach sexueller Orientierung. Sie verstärkt oft Konformität und hemmt die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, während sie nicht-heterosexuelle Männer benachteiligt und zusätzliche Stigmatisierung und Minderheitenstress verursacht. Heterosexuelle Männer kämpfen vor allem mit Selbststigmatisierung aufgrund von Schwächeängsten. Nicht-heterosexuelle Männer kämpfen mit Selbststigmatisierung, die oft mit internalisierter Homophobie zusammenhängt, sowie mit öffentlicher Stigmatisierung aufgrund struktureller Diskriminierung.
Gesundheitssysteme selbst können hegemoniale Normen stillschweigend verstärken. Kampagnen zur Aufklärung über psychische Gesundheit stellen häufig professionelle Hilfe in den Vordergrund, ignorieren aber bewusst schädliche Verhaltensweisen bei Männern, die auf Selbststigmatisierung und der Anpassung an Geschlechternormen beruhen.[21]
Wirksame Präventions- und Behandlungsstrategien sollten daher direkt auf Probleme im Zusammenhang mit Männlichkeit eingehen. Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit sollten die Gleichsetzung von Verletzlichkeit mit Schwäche hinterfragen und alternative Männlichkeitsbilder gleichermaßen unterstützen.
Für heterosexuelle Männer könnte eine Therapie, die Verletzlichkeit als Zeichen von Stärke und Selbstbestimmung normalisiert, Barrieren abbauen.
Für nicht-heterosexuelle Männer sollte die Behandlung den zusätzlichen Minderheitenstress durch die Förderung inklusiver Richtlinien, LGBTQ-freundlicher psychologischer Beratungsangebote und Antidiskriminierungsrichtlinien berücksichtigen.
Fazit
Die Untersuchung von Depression aus der Perspektive hegemonialer Männlichkeit zeigt, dass die psychische Gesundheit von Männern untrennbar mit umfassenderen Systemen geschlechtsspezifischer Machtverhältnisse verbunden ist. Dominante Männlichkeitsideale diktieren nicht nur, welche Eigenschaften Männer haben sollten, sondern auch, wie Depression bei Männern zum Ausdruck kommen und wahrgenommen werden. Für heterosexuelle Männer stellen hegemoniale Ideale einen verinnerlichten Standard dar, den sie an sich selbst und anderen Männern messen. Die Bestätigung, die sie für die Einhaltung dieser Normen erhalten, kann emotionale Verletzlichkeit als soziales Risiko erscheinen lassen. Daher wird stilles Leiden als Preis für die Aufrechterhaltung der männlichen Fassade angesehen, und Depression werden als nicht Bestandteil akzeptierter Männlichkeitsbilder betrachtet.
Die Perspektive nicht-heterosexueller Männer offenbart eine weitere Ebene: Hegemoniale Männlichkeit marginalisiert sie gleichzeitig und übt Konformitätsdruck aus. Ihre Erfahrungen zeigen, dass Männlichkeit nicht nur von denen gestärkt wird, die sie verkörpern, sondern auch von denen, die außerhalb dieser Vorstellung stehen. Manche Männer begegnen dieser Marginalisierung, indem sie sich selbst noch mehr unter Druck setzen, der dominanten Form von Männlichkeit zu entsprechen, was ihrem psychischen Wohlbefinden schadet. Andere hingegen pflegen alternative Formen von Männlichkeit, die die Unterstützung der queeren Community und eine positive Einstellung zur Therapie einschließen. Dies verdeutlicht, dass Männlichkeit weder festgelegt noch einheitlich ist, genauso wenig wie der Umgang von Männern mit Depression.
Um weitreichende Veränderungen zu erzielen, reicht es nicht aus, die individuelle Inanspruchnahme von Hilfe zu fördern. Vielmehr muss ein kultureller Wandel in der Wahrnehmung von Verletzlichkeit und Emotionalität im Zusammenhang mit Männlichkeit bewirkt werden. Wenn die Verbindung zwischen Emotionen und Schwäche aufgehoben und verschiedene Ausdrucksformen von Männlichkeit akzeptiert werden, kann Depression früher und offener behandelt werden. Letztlich erfordert die Transformation männlicher Normen nicht die Abwertung von Männern, sondern die Erweiterung des Spektrums an Ausdrucksmöglichkeiten, die Männer haben können, ohne dabei tabuisiert zu werden.
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[1] World Health Organization. “Depression.” Fact sheet. Accessed February 23, 2026. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/depression
[2] Mahalik, James R., and Aaron B. Rochlen. „Men’s likely responses to clinical depression: What are they and do masculinity norms predict them?.“ Sex roles 55, no. 9 (2006). S. 660.
[3] Connell, Robert W., and James W. Messerschmidt. „Hegemonic masculinity: Rethinking the concept.“ Gender & society 19, no. 6 (2005): S. 832.
[4] Courtenay, Will H. „Constructions of masculinity and their influence on men’s well-being: a theory of gender and health.“ Social science & medicine 50, no. 10 (2000): S. 1389.
[5] Connell and Messerschmidt 2005, S. 834.
[6] Meyer, Ilan H. „Minority stress and mental health in gay men.“ Journal of health and social behavior (1995): S. 38-39.
[7] National Institute of Mental Health, “Major Depression,” Health Statistics, accessed February 23, 2026, https://www.nimh.nih.gov/health/statistics/major-depression
[8] Latalova et al. 2014, S.1399
[9] Mahalik and Rochlen 2006, S. 660.
[10] Connell and Messerschmidt 2005, S. 832
[11] Levant, Ronald F., K. Bryant Smalley, Maryse Aupont, A. Tanner House, Katherine Richmond, and Delilah Noronha. „Initial validation of the male role norms inventory-revised (MRNI-R).“ The Journal of men’s Studies 15, no. 1 (2007): S. 84.
[12] Mahalik and Rochlen 2006, S. 665.
[14] Meyer 1995, S. 39-41.
[15] Courtenay 2014, S.1389.
[16] Carbonaro, William. „Deep Secrets: Boys’ Friendships and the Crisis of Connection.“ (2014): 1485-1486.
[17] Meyer 1995, S. 40-41
[18] Wilson, Bianca DM, Gary W. Harper, Marco A. Hidalgo, Omar B. Jamil, Rodrigo Sebastián Torres, M. Isabel Fernandez, and Adolescent Medicine Trials Network for HIV/AIDS Interventions. „Negotiating dominant masculinity ideology: Strategies used by gay, bisexual and questioning male adolescents.“ American journal of community psychology 45, no. 1 (2010): S. 181.
[19] Courtenay, 2014, S. 1391.
[20] Meyer 1995, S. 40.
[21] Courtenay 2014, S. 1394.
Quelle: Dunja Bogdanovska, Hegemoniale Männlichkeit und Depression: Eine vergleichende Analyse heterosexueller und nicht-heterosexueller Männer, in: Blog ABV Gender- und Diversitykompetenz FU Berlin, 01.07.2026, https://blogs.fu-berlin.de/abv-gender-diversity/?p=569









