Gender Sensitivity in English

Gender-sensitive language is a part of inclusive language — one that avoids words or expressions that promote prejudices, stereotypes, or discriminatory views. Inclusive language helps individuals feel like they belong and offers a way to reflect on the diverse nature of society. People experience discrimination based on different characteristics, such as race and ethnicity, gender, sexuality, age, disability, socioeconomic status, personal appearance, level of language acquisition, etc. When thinking about strategies for inclusive language, it is important to consider several general questions:

● Is it necessary to refer to gender or any other characteristics when talking about a group of people or a single person?

● Is it certain that the notion is not disempowering people or reinforcing a stereotype?

● If you are referring to a group, does the statement reflect its diversity?

All of these questions also apply to the use of gender-sensitive language.

Strategies for gender sensitivity exist in many languages: in some, like in Swedish, it has become a norm that can be found in the dictionary, in German, some aspects are slowly gaining more acceptance, and in others, like in Russian, it is a practice brought into larger public spheres by marginalized groups and it is not yet widely spread. English as the third most widely spoken language in the world and arguably the most used language in academia on an international level is of particular interest in the case of gender sensitivity.

General Guidelines on Non-Discriminatory and Gender-Sensitive Language
The SAGE Handbook of Sociolinguistics Guidelines for Non-Discriminatory Language Use (2011)
Guidelines for Gender-Inclusive Language in English (United Nations)
Handout on Gender-Inclusive Language (The Writing Center, University of North Carolina at Chapel Hill)

1. Is English Gender-Neutral?

English is sometimes called a gender-neutral language as if it were a completely safe terrain in terms of inclusivity and sensibility for the issues of gender and sexuality. It’s true that in comparison to German or other gendered languages such as Spanish or Russian, English doesn’t require so many changes to be gender-neutral, but given that gender, as a category is not absent from English grammar, gender-neutrality is not something that comes with the language itself.  

Most cases of gender-marking in English happen through words that refer to people — nouns and personal pronouns. Unlike German, in English, inanimate objects – words like tablecoffee, or book – are not gendered. There are exceptions, such as the “metaphorical” gender, with words like shipcar, or bus that are sometimes referred to by feminine pronouns, but it is quite a shortlist that presents rather a peculiarity on a linguistic level than a stepping stone for societal change through language. 

2. Do’s and Dont’s of Gender-Marking in Nouns

Several issues occur in gender-marked nouns. Among the words that refer to occupations there are some that can either enforce an already existing stereotype or bring a diminishing connotation to the meaning. General recommendation in this case would be to avoid gender-marking and only use it symmetrically when gender is relevant to the topic. Another problem that gender-marked nouns create is the gender binary, which doesn’t reflect the breadth and complexity of gender identities that go beyond female and male. This issue is also relevant for the way people are addressed, as in ladies and gentlemen or Dear Sir/Madam. Many family-related terms exclude non-heterosexual relationships and can be replaced with a neutral equivalent.

You can find more information on all the mentioned issues with examples of gender-neutral wording as well as literature on our webpage Gender Sensitivity in English.

Öfter mal eine Autorin lesen

Von Anne-Sophie Schmidt

Der Artikel ist zuerst im Online-Magazin campus.leben der Freien Universität Berlin erschienen.

Angeregt durch ein Seminar am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie führten Studentinnen der Freien Universität eine Umfrage zu Sexismus im Literaturbetrieb durch

In ihrem Studium der deutschen Philologie liest Chantal Bossdorf überwiegend Werke von Goethe, E.T.A. Hoffmann oder Thomas Mann. Autorinnen finden sich immer noch selten auf Klassiker-Leselisten; erst seit einigen Jahren werden vermehrt Schriftstellerinnen aus vergangenen Epochen in kanonischen Übersichten geführt.

Durch ein Seminar im gerade zu Ende gegangenen Sommersemester wurde Chantal Bossdorf bewusst, wie diese Auswahl eine jahrhundertelange Ungleichbehandlung von Männern und Frauen im Literaturbetrieb widerspiegelt. Als Reaktion darauf führte die Studentin mit vier Kommilitoninnen eine Umfrage zum Thema „Sexismus in der Literaturbranche“ durch.

#MeToo und Literaturbetrieb

Im Rahmen des Bachelorseminars „#MeToo und Literaturbetrieb“ bei Professorin Anne Fleig befragte die Gruppe Angehörige des Literaturbetriebs nach ihren Erfahrungen mit Sexismus. „Die Umfrage hat uns einen kleinen Einblick vermittelt“, sagt Vivien Rachow, die auf Lehramt Sonderpädagogik und Deutsch im Bachelor studiert und an der Umfrage beteiligt war. „Viele unserer Annahmen und Vermutungen wurden leider bestätigt. Ein Großteil der Befragten ist sich der vorherrschenden Diskriminierung bewusst, viele haben selbst Erfahrungen mit Sexismus gemacht.“

Die Umfrage fand, wie das ganze Seminar, online statt. „Wegen des digitalen Semesters gab es ganz neue Formen und Formate – und auch mehr Freiheit als sonst“, sagt Seminarleiterin Anne Fleig. „Ich finde es toll, dass diese Freiheit auch genutzt wurde. Die Studentinnen haben die Umfrage auf eigene Initiative gestartet und sind zu bemerkenswerten Ergebnissen gekommen.“

An der Umfrage beteiligten sich 125 Personen aus der Literaturbranche

Die Gruppe koordinierte sich ausschließlich über Messenger-Dienste, über Soziale Medien machte sie die Umfrage publik und schrieb Vertreterinnen und Vertreter der Literaturbranche an. Am Ende nahmen 125 Menschen teil, darunter 98 Frauen: Autorinnen und Autoren, Lektorinnen und Lektoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verlagen.

Vor dem Seminar konnten sich die 21-jährige Chantal und die 24-jährige Vivien wenig unter dem Thema vorstellen. Chantal hatte von der #MeToo-Debatte, ausgelöst durch den Skandal wegen hundertfacher sexueller Übergriffe des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein, bis dahin nur im Fernsehen gehört. Sie hatte das Thema auch deswegen ausschließlich mit Film- und Fernsehstars verbunden. „Dass es ähnliche Vorfälle auch in der Literaturbranche gibt, wurde mir erst im Seminar bewusst.“ Damit war sie nicht allein, viele hörten in der Lehrveranstaltung zum ersten Mal davon.

Gemeinsam diskutierten die Studierenden über Machtverhältnisse in der Literaturbranche, lernten, welchen Einfluss Literaturpreise und Bestenlisten wie die Long- und Shortlist des Deutschen Buchpreises haben, und lasen den Roman Hippocampus von Gertraud Klemm. Darin nimmt die Autorin den Literaturbetrieb aufs Korn und beschreibt diskriminierende und sexistische Strukturen der Branche.

Ungewollte Berührungen von männlichen Kollegen, unangemessene Kommentare zum äußeren Erscheinungsbild, stereotype Berichterstattung, das Vorurteil, als Autorin nur für bestimmte Themenbereiche geeignet zu sein, schlechtere Bezahlung bis hin zu sexuellen Übergriffen – die Antworten der Teilnehmenden zu ihren Erfahrungen sind reichhaltig.

Austausch über das Thema ist wichtig

Dass die Umfrageergebnisse nicht repräsentativ sind, ist den Studentinnen klar – dennoch seien die gewonnenen Erkenntnisse zu Machtstrukturen und -missbrauch im Literaturbetrieb für sie erhellend. Und noch etwas ist ihnen deutlich geworden: „Ich habe gemerkt, dass man bei einer Umfrage sprachlich sensibel sein muss,“ sagt Vivien Rachow. „Manchen sind schlimme Dinge passiert. Deshalb hätte ich einige Fragen im Nachhinein vorsichtiger formuliert. Man weiß nie, was Menschen erlebt haben.“

Rachow meint aber auch, dass wichtige Fragen gestellt werden müssten, und auch viele Befragte gaben an, dass sie Betroffenen von Sexismus empfehlen würden, sich mit anderen auszutauschen und Vorfälle öffentlich zu machen.

Überrascht war die Gruppe, dass viele an der Umfrage Beteiligte als Lösung für das Problem der Geschlechterungleichheit Quotenregelungen vorschlugen. „Diese Regeln haben oftmals einen unangenehmen Beigeschmack“, sagt Rachow. „Viele sagen, eine Quote passe nicht in den kulturell-künstlerischen Bereich, weil dort Freiheit wichtig sei. Aber manchmal braucht es solche Regeln, zumindest am Anfang, um langfristig gleichberechtigten Zugang herzustellen.“

Andere Befragte wünschten sich gleiche Bezahlung, mehr Transparenz in der Preisvergabe, diverser besetzte Jurys und Entscheidungspositionen sowie mehr Rücksicht auf Berufstätige mit Familie.

Was kann Kunst bewirken?

Inspiriert durch Gertraud Klemms Roman, in dem die Protagonistin Statuen berühmter Männer mit Perücken oder einer Vulva schmückt, fragten die Studentinnen auch, wie wirksam künstlerische Aktionen bei der Durchsetzung von Gleichberechtigung sein können. In ihren Antworten zeigten sich viele der Befragten zustimmend, warnten aber auch vor kurzlebigen Trends, die zwar Aufmerksamkeit erzeugten, aber nichts an systembedingter Ungerechtigkeit änderten.

Vivien Rachow wurde durch die Beschäftigung mit dem Thema Sexismus in der Literaturbranche letztlich auch bewusst, welche Macht sie als Konsumentin und welches Gewicht ihre Kaufentscheidung auf dem Buchmarkt hat. „Ich werde vielleicht in Zukunft aktiver auch nach Autorinnen suchen. Man greift ja doch oft zu Bestseller-Empfehlungen. Die stammen aber oft von Autoren, weil Männer häufig Männer veröffentlichen und unterstützen.“

Auch Chantal Bossdorf hat durch die Umfrage einen anderen Blick gewonnen. „Ich werde in Zukunft bewusster Bücher von Autorinnen zur Hand nehmen, von einer nicht-weißen Frau oder von LGBTQI*. Es ist schön zu wissen, dass ich Einfluss darauf nehmen kann, dass mehr Leute darauf achten, was sie lesen.“ Vielleicht wird dann auch der Literaturkanon zukünftiger Germanistik-Studentinnen diverser – und zu E.T.A. Hoffmann und Thomas Mann gesellt sich eine Autorin wie etwa Gertraud Klemm.