Physik: Fachkultur jenseits von Geschlecht?

Wie wirken sich Geschlechtergerechtigkeit und Diversität auf die Praxis der Physik aus? Wie können die Fachkulturen der Physik vielfältiger und geschlechtergerechter werden? Diese Fragen erkundet die AG Wissenschaftsforschung am Fachbereich Physik der FU mit ihrer Forschung zur Entstehung und Wirkung sozialer Ungleichheiten in MINT-Fachkulturen.

Schon ein Blick auf die Frauenanteile auf den verschiedenen Karrierestufen zeigt, dass Geschlechterungleichheiten in der Physik eine Rolle spielen: Sind Frauen auf Professuren in allen Fächern in der Minderzahl, so machen sie in der Physik bereits zu Studienbeginn noch nicht einmal ein Drittel aus. Ihr Anteil nimmt mit jeder Karrierestufe ab, so dass die Physik-Professuren in Deutschland derzeit nur zu 13 % mit Frauen besetzt sind. Bis zur Promotion verringert sich der Frauenanteil nur unwesentlich, in der Postdoc-Phase ist der Verlust an jungen Physikerinnen am stärksten.

„Physik: Fachkultur jenseits von Geschlecht?“ weiterlesen

Zielscheibe für Hassbotschaften? Ein Interview mit Anneliese Niehoff

Das Interview führte Angelina Uhl 

Antifeministische, sexistische, rassistische und antisemitische Angriffe im Hochschulkontext, sei es in der Lehre, im Forschungszusammenhang, auf Tagungen, über Social Media oder in der Kaffeepause sind keine punktuellen Erscheinungen, sondern werden oftmals geradezu strategisch eingesetzt um wissenschaftliche Positionen, Forschungsfelder und -ergebnisse der Adressat*innen zu missbilligen. Dabei können Forschungsschwerpunkte und soziale Positionierungen zusammenwirken, indem Wissenschaftler*innen ihre Wissenschaftlichkeit aufgrund scheinbar subjektiver, gefühlsbezogener und interessensgeleiteter Involviertheit abgesprochen wird oder indem die Erfahrung von nicht vorhandenem Schutz, fehlender Fürsorge und Solidarität im Hochschulsystem dazu führt, dass sich Forscher*innen aus marginalisierten Gruppen schneller verunsichert fühlen. Wie können betroffene Wissenschaftler*innen mit Beleidigungen, Diffamierungen, Anfeindungen und persönlichen Angriffen dieser Art umgehen? Wo und wie finden sie Solidarität?

Im Oktober 2021 hat die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. (bukof) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg) eine Handreichung zum Thema diskriminierende Angriffe im Hochschulkontext veröffentlicht. Im Gespräch mit Anneliese Niehoff, einer der Autor*innen, möchten wir erkunden, wie verbreitet diskriminierende Angriffe an Hochschulen sind, worin Betroffene Unterstützung finden und welche Handlungsempfehlungen die afg und die bukof vorschlagen.

Toolbox: Frau Niehoff, Sie sind bundesweit mit Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie Vertreter*innen der Geschlechterforschung vernetzt. Wie präsent ist das Thema diskriminierende Angriffe an Hochschulen? Um welche Art von Angriffen handelt es sich hierbei in der Regel und wer sind die Betroffenen?

„Zielscheibe für Hassbotschaften? Ein Interview mit Anneliese Niehoff“ weiterlesen

20 Jahre Girls’Day an der FU – Toolbox veröffentlicht Ressourcen zu Gender und Diversität in der Physik

Am 28.4.2022 jährt sich der Girls’Day an der Freien Universität zum 20. Mal. Tatsächlich erinnere ich mich sehr gut an dessen Anfänge: Damals war ich studentische Hilfskraft in der ‚Zentraleinrichtung Studienberatung und Psychologische Beratung‘ der FU und wurde damit betraut, eine Gruppe von ca. 15 Mädchen durch Labore der Fachbereiche Chemie und Physik zu begleiten. Wissenschaftliche Mitarbeitende leiteten uns an, Experimente durchzuführen und als Studentin der Sozialwissenschaften war ich mindestens ebenso aufgeregt wie die Schülerinnen, als mir aufgetragen wurde, Schutzbrille und Handschuhe anzulegen, um auf chemische Reaktionen aller Art vorbereitet zu sein.

„20 Jahre Girls’Day an der FU – Toolbox veröffentlicht Ressourcen zu Gender und Diversität in der Physik“ weiterlesen

MvBZ Open Call: ‚Seed Money‘ für Projekte im Bereich der Geschlechterforschung an der FU Berlin

Bild von Markus Spiske auf Unsplash

– ‚Seed Money‘ for Projects in the field of Gender Studies at FU Berlin For information in English please visit the following page

Aus den Mitteln des Interdisziplinären Zentrums Geschlechterforschung, dessen Aufgaben das Margherita-von-Brentano-Zentrum übernommen hat, werden erneut Fördermittel für die Anschubfinanzierung von innovativen Projekten aus dem Bereich der Geschlechterforschung ausgeschrieben. Antragsberechtigt sind fortgeschrittene Studierende, Promovierende, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Hochschullehrer*innen an der Freien Universität Berlin.

Es werden Projekte in zwei Förderlinien finanziert:

  • „Symposien, Workshops und Konferenzen“ (bis zu 5.000 Euro)
  • „Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer“ (bis zu 2.500 Euro)

Mehr können Sie erfahren unter: https://www.mvbz.fu-berlin.de/vernetzung/wissenschaftler_innenfoerderung/seed-money-fuer-projekte-im-bereich-der-geschlechterforschung/index.html

Anträge können jederzeit eingereicht werden. Eine Auswahl erfolgt dreimal pro Jahr jeweils Mitte März, Juni und Dezember.

Toolbox-Newsletter Nr. 5 – WiSe 2019/20

Liebe Kolleg*innen und Toolbox-Interessierte,

in diesem Newsletter erhalten Sie Informationen über aktuelle Veranstaltungen, zu denen Sie sich anmelden können, über neue und geplante Beiträge im Toolbox-Blog sowie den Link zu unserem neuen Methodenblatt zu ungleicher Beteiligung von Studierenden auf Deutsch und Englisch.

#4GenderStudies: Genderkompetenz für die Lehre
Online-Veranstaltung am 18.12.19 von 14-15.30 Uhr
Sie haben sich bislang erst wenig oder noch nicht mit Genderaspekten in der Forschung und Genderkompetenz in der Lehre beschäftigt? Sie wünschen sich einen Einstieg ins Thema und die Möglichkeit der Selbstreflexion? Sie möchten wissen, wie Sie Gender in Ihren Lehrveranstaltungen mitdenken und berücksichtigen können?
In diesem Online-Workshop bekommen Sie einen ersten Einblick in das Thema und erweitern Ihre Genderkompetenz.

Folgende Inhalte sind geplant:

  • Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Diskriminierung und Privilegierung
  • Gender als Lehr- und Forschungsinhalt
  • Gendertheoretische Ansätze als Ressource für die Reflexion und Planung von Lehrmethoden

Über Gender zu sprechen ist nicht immer einfach. Oft treffen dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen, Verletzlichkeiten, Annahmen und Befürchtungen aufeinander. Um mit diesen Spannungen umzugehen, arbeiten wir mit dem Konzept der Fehlerfreundlichkeit.
Anlass des Webinars ist der Wissenschaftstag #4GenderStudies, der am 18. Dezember dieses Jahres bereits zum dritten Mal im gesamten deutschsprachigen Raum stattfindet. In Online- und Offline- Formaten geben Wissenschaftler*innen und andere Hochschulangehörige Einblicke in ihr Forschungsfeld.
Die Veranstaltung wird von Melanie Bittner (Toolbox Gender und Diversity in der Lehre) und Heike Pantelmann (Margherita-von-Brentano-Zentrum) angeboten. Hier finden Sie Informationen zur Technik und zur Anmeldung.

Getting to know the “Toolbox Gender and Diversity in Teaching”
Online-Veranstaltung on 2020/15/01, 2-3 p.m.
This webinar is an introduction to gender and diversity conscious teaching. We will use the materials on the toolbox-website to learn about different aspects of teaching like using non-discriminating language and images, choosing methods that engage all students and how to broach the issue of gender and diversity within different subjects. There will be time for a Q&A. You can find information concerning registration and technical aspects here.

Kamingespräch Gender und Diversity in Prüfungen
22.01.20 von 18-21 Uhr am Berliner Zentrum für Hochschullehre (BZHL)
Prüfungen zu konzipieren, durchzuführen und zu bewerten ist eine ungeliebte Aufgabe vieler Lehrender – nicht zuletzt, weil sie unterschiedlichen Anforderungen und Ansprüchen genügen wollen. Dazu gehört, der Vielfalt von Studierenden gerecht zu werden. Doch wie kann das funktionieren?
Mehr Informationen zum Inhalt, dem Format des Kamingesprächs und zur Anmeldung hier.

Lehre gender- und diversitätsbewusst gestalten
Support-Aufbaumodul am 05.05.20 von 9.00-17.00 Uhr
Die Diversität von Studierenden gehört zur Realität des Hochschulalltags. Teilnehmende in Lehrveranstaltungen bringen unterschiedliche Lebensrealitäten mit und haben unterschiedliche Perspektiven auf die Themen und Rahmenbedingungen ihres Studiums. Das hängt auch mit Erfahrungen von Diskriminierung und Privilegierung in gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen zusammen. Gender- und diversitätsbewusste Lehre berücksichtigt die Vielfalt der Studierenden und ermöglicht allen gutes Lernen. „Toolbox-Newsletter Nr. 5 – WiSe 2019/20“ weiterlesen

Sichtbarkeit queerer Geschichte(n) im Geschichtsunterricht

Das queerhistoryLab. – Ein Lehr-Lern-Labor zur Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte

Schule ist kein geschlechtsneutraler Raum. Durch schulische Curricula, Lernmaterialien bzw. -methoden sowie Interaktionen zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen werden hierarchisch-heteronormative Strukturen und eine binäre Geschlechtervorstellung im Schullalltag stetig reproduziert. Nach unseren demokratischen Grundsätzen haben alle Menschen, unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Orientierung oder sexuellen Identität dieselben Rechte. Als zentrale Bildungsinstitution unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung sollte die Schule diese Grundsätze fokussieren und zu einem reflektierten Umgang mit Ungleichheiten, geschlechtsspezifischen Zuweisungen und Hierarchisierungen beitragen. Zwar ist bereits im Kontext Schule ein verstärktes Bewusstsein über den Umgang mit Heterogenität vorhanden, dies zeigt sich jedoch lediglich in der individuellen Förderung von Schüler*innen und lässt dabei Ungleichheits- und Machtkonstellationen völlig außer Acht. Mit der Implementierung neuer Forschungserkenntnisse aus den Gender- und Queer Studies kann im Rahmen der Kompetenzorientierung angehender Lehrpersonen die Entwicklung einer gendersensiblen Haltung mit einer intersektionalen Perspektive gefördert werden.

An der Freien Universität sind seit Jahren die Gender- und Diversitykompetenz für Studierende als integraler Bestandteil der Allgemeinen Berufsvorbereitung in den Studienordnungen theoretisch festgelegt. Geschlechtsspezifische Inhalte sollen demnach im Studienangebot mehr Berücksichtigung finden. Auch im Hochschulvertrag für die Jahre 2018-2022 zwischen der Universität und dem Land Berlin wird die Relevanz von Geschlechtergerechtigkeit und Diversity im Kontext Hochschule hervorgehoben. So wurden auf verschiedenen Ebenen der Universität wie Forschung, Lehre und Verwaltung genderzentrierte Aspekte implementiert. Seit Ende 2016 bietet beispielsweise die Internetplattform ‚Toolbox Gender und Diversity in Lehre‚ den Lehrenden Informationen und Methoden für die Gestaltung einer gender- und diversitätssensible Lehrveranstaltung. Trotz dieser positiven Entwicklung fehlen aber gerade bei der Ausbildung von angehenden Lehrpersonen in den Fachdidaktiken die allgemeinen Voraussetzungen zur Entwicklung eines professionellen Umgangs mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Gender in der Geschichtsdidaktik

Unter den Geschichtsfachdidaktiker*innen, die sich aktiv mit Geschlecht im Geschichtsunterricht befassen, besteht ein allgemeiner Konsens darüber, dass Geschlecht eine Strukturkategorie für vergangene und gegenwärtige Gesellschaften ist. Dieser Umstand wird in Diskursen über theoretische Konzeptionen und Modelle aber zumeist unterschwellig behandelt. In konkreten Auseinandersetzungen wird sich wiederum nur auf eine binäre Geschlechterordnung bezogen, die den dichotomen Konstruktionsmodus von Geschlecht und auch die Existenz anderer Geschlechter völlig ausblendet.

Das queerhistoryLab.-Seminar setzt daher den Schwerpunkt auf die Förderung von gendersensiblen Kompetenzen bei Lehramtsstudent*innen im Fach Geschichte. „Sichtbarkeit queerer Geschichte(n) im Geschichtsunterricht“ weiterlesen

Gute Nachbar*innenschaft: Interview zu den Gender-Curricula des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW

Unter der Kategorie „Gute Nachbar*innenschaft“ stellen wir regelmäßig Angebote anderer Hochschulen zu gender- und diversitätsbewusster Lehre vor. Diese Woche geht es um die Gender Curricula des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, eine einzigartigen Datenbank mit Vorschlägen zur Integration von Lehrinhalten der Frauen- und Geschlechterforschung in 54 Studienfächer. Auch die  inhaltlichen Anknüpfungspunkte für jedes Fach, die wir in der Toolbox veröffentlicht haben, basieren auf diesen Gender Curricula.

Die Toolbox-Mitarbeiterin Melanie Bittner hat mit Dr. Lisa Mense und Dr. Heike Mauer ein Interview über die Entwicklung und Nutzung der Gender-Curricula geführt.

Von der Genderforschung zu Gender Curricula

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW hat eine Datenbank mit Gender Curricula für über 50 Fächer erstellt. Gibt es mittlerweile eigentlich in jedem Fach Genderforschung?

In jedem Studienfach sicherlich nicht, auch wenn die Geschlechterforschung mittlerweile sowohl in vielen Einzelwissenschaften als auch als eigenes Fach, Gender Studies, eingeführt ist. Dies zeigen die über 200 Professor*innen mit einer entsprechenden Denomination an den Hochschulen in Deutschland, die Sektionen und Arbeitsgruppen der Frauen- und Geschlechterforschung innerhalb von Fachgesellschaften sowie die vielen wachsenden landes- und bundesweiten Netzwerke der Frauen- und Geschlechterforschung. Geschlechterforschung ist bereits seit ihren Anfängen als Frauenforschung und feministische Theorie besonders stark in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften verankert, aber auch in den Natur- und Technikwissenschaften war und ist sie vertreten. Dies spiegelt sich auch in der Datenbank www.gender-curricula.com wider.

Wer hat die Gender Curricula erstellt?

Die in der Datenbank zusammengetragenen Vorschläge, wie Inhalte und Methoden der Geschlechterforschung in die Curricula verschiedener Studienfächer integriert werden können, wurden von ausgewiesenen Fachwissenschaftler*innen entwickelt. Und es ist gelungen, für zurzeit 56 Studienfächer – und damit fast alle in Deutschland studierbaren Fächer – Expert*innen zu gewinnen. D. h. konkret, dass die Inhalte für das Fach Mathematik von einer Mathematikprofessorin erstellt wurden und die Inhalte aus der Romanistik von einem Professor für romanische Literaturwissenschaft. Zudem werden für jedes Curriculum weitere Expert*innen als Ansprechpersonen genannt, um die Vielfalt der Geschlechterforschung innerhalb der jeweiligen Fachdisziplinen sichtbar zu machen.

Allerdings zeigt sich auch, dass insbesondere in den technik-und naturwissenschaftlichen Fächern nur wenige Fachwissenschaftler*innen mit einem Schwerpunkt in der Geschlechterforschung forschen und lehren. Während beispielsweise in der Politikwissenschaft, aber auch in der Mathematik, mehrere ausgewiesene fachwissenschaftliche Geschlechterforscher*innen aufgeführt sind, gilt dies nicht im gleichen Maße für die Studienfächer der Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, zumindest im deutschsprachigen Raum. Dennoch werden auch für diese Fächer, wie beispielsweise für die Nautik, Vorschläge unterbreitet, wie Genderaspekte im Curriculum berücksichtigt werden können: Themen sind hierbei u. a. Personalführung oder auch Team- und Projekt-Management der Schiffsbesatzungen. Hier werden Genderaspekte vor allem auf der Ebene von „Geschlechtsrollenmustern“ oder als Unterschiede und Konflikte zwischen Frauen und Männern verstanden, während erkenntnistheoretische Grundlagen, wie im Curriculums-Vorschlag für die Informatik, weniger angesprochen werden.

Warum ist eine Verankerung der Genderforschung in all diese Studiengänge notwendig?

Geschlecht ist eine sehr grundlegende Struktur unserer Gesellschaft, die nicht nur unser Denken und Handeln auf sehr vielfältige Weise prägt, sondern ebenfalls Organisationen, Institutionen und Gesellschaft und insbesondere auch die Wissenschaften. Deshalb ist es in Bezug auf viele Themen schlicht nicht möglich, gute Wissenschaft zu betreiben, ohne hierbei die Kategorie ‚Geschlecht‘ systematisch zu reflektieren. „Gute Nachbar*innenschaft: Interview zu den Gender-Curricula des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW“ weiterlesen

Unsere Highlights des Sommersemesters 2019

(1) Toolbox goes Tutoring and Mentoring

Das Anliegen des Toolbox-Projekts ist, gender- und diversitätsbewusste Gestaltung der Lehre an der Freien Universität Berlin zu fördern. Daher freuen wir uns über alle Anfragen und Kooperationsideen aus den Fachbereichen, Instituten und Zentraleinrichtungen. Ganz besonders begeistert hat uns die Initiative der Koordination der Qualifizierung für Tutoring und Mentoring am Career Service. Auf deren Vorschlag hin ist die Vorstellung der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ nun fest in allen Basisqualifizierungen für neue Tutor*innen und Mentor*innen an der FU verankert. So lernen ganz viele studentische Lehrende die Toolbox kennen und setzen sich mit Gender und Diversity in ihrem Fach und in ihrem Verantwortungsbereich auseinander. An der FU gibt es aktuell rund 500 Tutor*innen und ca. 360 Mentor*innen. In der Vorlesungspause vor dem Wintersemester 19/20 finden 13 Grundqualifizierungen statt, in denen neue Tutor*innen und Mentor*innen sich mit ihrer Rolle und der Arbeit mit Studierenden auseinandersetzen. Wir freuen uns, diese engagierten studentischen Lehrenden kennenzulernen und mit ihnen über gender- und diversitätsbewusste Lehre ins Gespräch zu kommen. Sie sind unglaublich wichtig für die Studierenden an unserer Universität!

(2) Teamteaching am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie

Die Koordinatorin für Gender und Diversity in der Lehre am Fachbereich BCP, Dr. Sarah Huch, hat dieses Semester eine abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe organisiert. Renommierte Expert*innen trugen z. B. zu Gender- und Diversityforschung in Neurowissenschaft und Medizin, aber auch zum Thema „Unbewusste Vorurteile“ und zu praxisorientierten Beispielen aus der Hochschullehre vor. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wurde ein Kurzworkshop in Kooperation mit der Toolbox angeboten, an dem Kolleg*innen aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Fächern teilnahmen. Die geplanten zwei Stunden bedeuteten einen engen Zeitplan; trotzdem gab es beim Speeddating und in Arbeitsgruppen zu Methodik und Inhalten viele Ideen und Anregungen.

(3) Die Toolbox bloggt und twittert jetzt auch

We did it! Im Juni 2019 haben wir das Toolbox-Blog gestartet und twittern unter @toolbox_fu zu Gender, Diversity und Hochschullehre. Danke an unsere aktuell etwa 200 Follower und alle, deren spannenden Inhalte wir lesen, liken und retweeten können. Außerdem an die Kolleg*innen der Online-Redaktion der Pressestelle der FU und das Center für Digitale Systeme (CeDiS), die uns so kompetent und flexibel zu technischen, rechtlichen, sprachlichen und sonstigen Fragen beraten haben. Besonders inspirierend war auch der Workshop „#4genderstudies: nachhaltige Strategien?!“ des Margherita-von-Brentano-Zentrums, der sich mit  Wissenschaftskommunikation und Stärkung feministischer Anliegen im Netz beschäftigte. Beim nächsten Aktionstag am 18. Dezember 2019 ist die Toolbox auf jeden Fall auch dabei!