Nederlands

Beobachtungen zur niederländischen Sprache

Sitzraub und Schiffsabspringer in der Karibik

Der Herbst 2016 ist eine spannende Zeit für die Politik auf der anderen Seite des Atlantiks. Vor ein paar Tagen führte Aruba die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare ein – in der Karibik immer noch eine Seltenheit. Gestern fanden außerdem in Sint Maarten vorgezogene Neuwahlen statt, die nach einem Misstrauensvotum gegen die Regierung notwendig waren.

Unter anderem stimmte der Abgeordnete Silvio Matser gegen die Regierung – er hatte bis dahin der Regierungskoalition angehört und steht im Augenblick vor Gericht, weil er bei der vorherigen Wahl 2014 systematischen Stimmenkauf organisiert haben soll.

Regierungsgebäude in Philipsburg, Sint Maarten (J. Velisque, CC-BY-SA 4.0)

Schon länger leidet die Politik in Sint Maarten darunter, dass Abgeordnete im Parlament die Seite wechselten und sich gegen die Partei stellten, für die sie gewählt worden waren. Solche ship jumpers sind inzwischen ein Phänomen, das fast selbstverständlich zur politischen Landschaft des Inselteils gehört. Im NRC  – eine der wenigen Zeitungen, die überhaupt über die Wahlergebnisse berichten – ist die Rede von zetelroof. Der Van Dale übersetzt es ohne weiteres als Mandatsraub ins Deutsche. Wohl eine eigene Erfindung, denn ein etablierter Begriff ist das sicher nicht. Google liefert vereinzelt Treffer (fragt aber sicherheitshalber nach, ob man nicht nach Mandat Staub suchen wollte), dabei geht es aber meist um Beschwerden kleiner Parteien, die sich vom Wahlsystem benachteiligt fühlen. Was mit zetelroof  tatsächlich gemeint ist, erklärt das einsprachige Wörterbuch: „het bezet-houden van een par­le­ments­ze­tel, na­dat men de frac­tie waar­in men ver­ko­zen is heeft ver­la­ten“. Der ship jumper stiehlt seiner Fraktion einen Sitz und springt mit ihm über Bord. Wie sich nach den gestrigen Wahlen die Parteien sortieren werden, bleibt abzuwarten.

In sprachpolitischer Hinsicht darf man von den Wahlen in Sint Maarten wohl nicht zu viel erwarten. Wie auf der Insel üblich fand der Wahlkampf auf Englisch statt. Die Partei National Alliance versuchte wenigstens, in ihrem Wahlprogramm im Kapitel zur Kultur ein wenig lokaltypisch zu klingen, mit der Überschrift Tis We Own Ting (‚this is our own thing‘). Mehr als Folklore ist damit aber nicht gemeint, und sprachpolitische Ziele z.B. zur Anerkennung der lokalen Form des Englischen (oder Kreolischen – diese Debatte wollen wir hier lieber nicht beginnen) werden nicht erwähnt. Als einzige der vier Parteien, die im neuen Parlament vertreten sein werden, nennt die United People’s Party (UP) zwei sprachpolitische Ziele in ihrem Wahlprogramm, nämlich im Kapitel zur Bildungspolitik:

– UP recognizes that Sint Maarten is a multilingual society where English is the native tongue; UP will make provisions in the curriculum to ensure that English is mastered by the end of secondary education.

– Because Dutch is a very important language, UP will put in place a strong Dutch-as-a-foreign language curriculum in all schools to allow students to master Dutch by the end of secondary education.

Diese Ziele dürften wahrscheinlich relativ unumstritten sein. Wie sie konkret erreicht werden sollen, steht allerdings nirgends. Man darf gespannt sein, wie diese „provisions“ aussehen werden, und was ein „strong curriculum“ für Niederländisch als Fremdsprache sein soll.

Am kommenden Freitag steht etwas weiter südlich übrigens schon die nächste Wahl an, nämlich in Curaçao.

Doorgaan … weitergehen

Herinnert u zich de bijdrage Wellicht merkwaardig?
Doorgaan is ook zo’n woord dat in noord en zuid verschillend gebruikt en geïnterpreteerd wordt. Bij de zuiderburen betekent het gewoon stattfinden: Het concert gaat door op 1 april.
In het Nederlands heeft dit woord de connotatie nicht ausfallen. Als een concert in Nederland op 1 april doorgaat betekent dat, dat het niet uitvalt. In de alledaagse taalpraktijk geen ramp, maar toch een middelgroot nuanceverschil!

Doorgaan betekent ook: weitermachen.
Jongens en meisjes, genoeg gelachen! We gaan nu door met de les!
Altijd handig de uitdrukking: dat gaat in één moeite door (das das geht in einem Aufwasch).

Er­van­door gaan betekent dan weer: durchbrennen. De Dikke geeft de voorbeeldzin: er­van­door gaan met een zee­man / met een jon­ge blom. Hier ziet u de moeite die VD zich getroost gendercorrect (zeeman versus jonge blom) uitleg te geven.

Ramses Shaffy – hij kwam al eens eerder voor als zanger van Mens, durf te levenzong ook het onvergetelijke lied We zullen doorgaan (wir geben nicht auf).

Der Traum von der Neuerscheinung

Wenn belgische intellektuelle Prominenz zu Besuch kommt, dann geht man selbstverständlich hin. Erst recht wenn der Börsenverein des Buchhandels einlädt, um die Kulturelite der Hauptstadt (oder alle, die sich dafür halten) auf die Frankfurter Buchmesse einzustimmen. So geschehen vorgestern in der Repräsentanz des Börsenvereins in Berlin.

Einer der Gastredner merkte an, der Gastlandauftritt habe in den Niederlanden für derart viel Aufmerksamkeit gesorgt, dass die dortige Presse das deutsche Wort Neuerscheinung schon als Lehnwort übernommen habe. An sich ist das eine durchaus realistische Vorstellung. Ein exaktes Äquivalent kennt das Niederländische nicht, man muss also zu Umschreibungen greifen, wie beispielsweise im Van Dale: pas verschenen boek. Natürlich gibt es durchaus Nominalisierungen von verschijnen. Aber ein verschijnsel ist nur ein Phänomen, ein Anzeichen, und eine verschijning ist die äußere Erscheinung, die Gestalt oder aber eine Vision. Keine der beiden Formen steht für Erscheinung im Sinne von Publikation oder Veröffentlichung. Ein neues Buch, eine Neuerscheinung, ist also kein *nieuw verschijnsel – da greift man doch gerne ganz bequem zu een neuerscheinung. Aber tut man das wirklich? Weder die Websites der großen niederländischen Zeitungen noch eine Google-Suche nach Neuerscheinung auf niederländischsprachigen Seiten liefern Ergebnisse. Hier war wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Aber vielleicht entfaltet die Buchmesse ja noch ihre Wirkung, so dass das Wort Neuerscheinung irgendwann doch noch im niederländischen Wortschatz verschijnt.

VanReybrouck

David Van Reybrouck im Gespräch mit Thomas Böhm. (Foto: PK)

Wer aber sehr wohl erschien, nämlich zu der Soirée des Börsenvereins, das war David Van Reybrouck. Die Schauspielerin Claudia Michelsen las Auszüge aus seinem Buch Kongo. Eine Geschichte und außerdem aus Hella Haasses Roman Das indonesische Geheimnis, der im Buchmessejahr auf Deutsch erschienen ist (mit einem etwas mager übersetzten Titel, im Original: Sleuteloog, 2002). In einer Podiumsdiskussion gewährte Van Reybrouck Einblicke in die Entstehung seines Monumentalwerks und rief zu einer neuen Auseinandersetzung Europas mit der gemeinsamen Kolonialgeschichte auf. Die Forderung: Anstelle nationaler Geschichtsschreibung müsse Europa endlich zu einer comparative Vergangenheitsbewältigung finden.  

Das Schlagwort verrät schon, dass das Gespräch zwischen Van Reybrouck und dem Schriftsteller und Moderator Thomas Böhm auch in sprachlicher Hinsicht faszinierend war. Böhm fragte auf Deutsch, Van Reybrouck antwortete auf Englisch mit gelegentlichen deutschen Einsprengseln wie etwa Vergangenheitsbewältigung (aber nicht: Aufarbeitung). Die Sprachkombination kann einen nachdenklich machen: Semikommunikation auf Deutsch und Niederländisch war offenbar unrealistisch. Das Berliner Publikum hätte dabei wohl nur einzelne Brocken erraten können. Stattdessen wählten die Veranstalter ein Konstrukt, für das es möglicherweise noch gar keinen passenden Begriff gibt. Das Konzept Semikommunikation oder rezeptive Mehrsprachigkeit geht immer davon aus, dass die Beteiligten ihre jeweilige Muttersprache sprechen, und das Gegenüber diese versteht. Was aber, wenn nur ein Beteiligter die andere Muttersprache versteht, für seine Redeanteile aber zu einer gemeinsamen Fremdsprache (hier: Englisch) greift? Und wenn dies geschieht, weil an der Semikommunikation nicht nur zwei Sprechende beteiligt sind, sondern auch noch ein Publikum, dessen rezeptiven Sprachkenntnisse zu berücksichtigen sind? Wie immer sind die Realitäten komplexer als unsere Beschreibungsmodelle es gerne hätten.

Vliegtuig stort?

Tussen talen – Scènes uit het courante leven

Zomervakantie. Met het hele gezin in het vliegtuig. Opgewekte stemming, kriebels in de buik: we gaan op reis! Vrolijk klinkt het naast mij: * Voel je dat? We storten!

Wir stürzen aber zum Glück nicht wirklich ab. We storten niet neer zoals bij een vliegtuigramp. Wir stürzen nur, we maken een ongecontroleerde neerwaartse beweging, niet eens zo snel. Maar hoe zeg je dat compact in het Nederlands?

Storten als werkwoord bestaat wel in het Nederlands. Het is dan transitief: je hebt er een object bij nodig. Je kan dus je bloed voor het vaderland storten (of toch één keer), je kan op vakantiedagen aan het bakken slaan en dan je taart storten (zoals bij de Duitse Stürzkuchen, de Franse tarte tatin), je kan geld storten of overmaken. Storten kan ook reflexief zijn, na de vakantie kan je je in het werk storten. Alleen in een heel formele context kan je storten ook zonder object gebruiken (ter aarde storten).

Stortbad (CC-BY-SA-3.0-migrated)

Voor stürzen stelt Van Dale „naar beneden vallen, storten“ voor. Niet zo compact als het Duits, je zou bijna de woordkeuze van het kind naast me gaan begrijpen.

Voel je dat? We storten naar beneden!

En maar hopen dat het geen vakantie vol stortregen (Sturzregen) wordt. En dat het stortbad in het vakantiehuisje werkt (Sturzbad? Gemeint ist die Dusche!)

 

Wellicht merkwaardig

Laat ik dit vooropstellen (vorausschicken): ik ben ontzettend graag in België en ik kom er al sinds mijn vroegste jeugd. En omdat de Nederlandse taal nu eenmaal mijn vak is, heb ik een warm oor voor taalvariatie, en een scherp oog voor verschillen in het Europese Nederlandse taalgebied.

Maaseik (JoJan, CC-BY-3.0)

Met mijn ouders maakte ik vroeger wel eens een uitstap naar „Belsj“ (dat is Limburgs voor België) en mijn vader zat hoofdschuddend achter het stuur: „Ze höbbe hie gein sjoonheitskemissie“. Daarmee verwees hij naar de gemeentelijke (kommunale) commissies die in Nederland bepalen hoe een om-, uit- of aanbouw van je woonst (B-variant voor woning/huis) eruit dient te zien, hoe groot het reclamebord op het dak van een assurantiekantoor mag zijn. Nederlandse regelgeving ten top opdat het allemaal mooi en regelmatig oogt (aussieht).

Kortom, wij hadden geen grenspaal nodig, wij zagen waar België begon: lintbebouwing (Straßendörfer), een andere architectuur, kasseien (Kopfsteinpflaster) …

Jan en Hubert van Eyck

En op de terugweg: frietjes in Maaseik, de stad van de Vlaamse Primitieven Jan en Hubert van Eyck (later werd me verteld dat die primitieven niet primitief waren maar „de eersten“).

In die tijd hóórde ik ook al het verschil: ik keek namelijk naar nonkel Bob en tante Ria (een Vlaams kinderprogramma). Ik had geen nonkels, ik had ooms. En omdat we thuis ook naar de „Pruusj“ (Duitsland) keken, kreeg ik al vroeg een gevoel voor taalverwantschap (Onkel-Oheim).

Als studente met een Belgische reisgids bij de zuiderburen op bezoek, las ik dat in dit of dat dorp een merkwaardige kerk, een merkwaardig kasteel te bezichtigen was. Bij nader inzien was het beschreven bouwwerk geenszins merkwaardig; het was opmerkelijk! (nicht merkwürdig sondern bemerkenswert) Zo leerde ik dat de connotatie van gewone Nederlandse woorden in noord en zuid wel eens wil verschillen.
In Berlijn was het collega Janneke Diepeveen (Nederbelg) – zij corrigeerde mijn bijdrages voor Mooi meegenomen – die mij leerde dat wellicht bij de zuiderburen waarschijnlijk betekent. In Nederland betekent wellicht daarentegen misschien. Een cruciaal verschil wanneer het bijvoorbeeld om het weerbericht gaat!
Onder taalvariatie vindt u talloze andere voorbeelden.

Geert van Istendael leerde me dat met een koterij (vergl. het kot = studentenwoning) de zelf ontworpen bij­ge­bouw­tjes naast of achter een huis bedoeld wordt. De Dikke noemt het ook een ver­za­me­ling on­aan­zien­lij­ke huis­jes.

Hoe dan ook (wie auch immer), wellicht (vielleicht/wahrscheinlich) is België een merkwaardig (merkwürdig/bemerkenswert) landje…  DIT is België ten voeten uit (so kennen und lieben wir es) – dat gaf zelfs mijn Vlaamse collega Truus De Wilde toe.

En herinnert u zich de bijzondere garage van Eugène? Hij is onlangs overleden.
De creatieve Oost-Vlaming Eric (zonder ondertitels ook voor mij moeilijk te volgen)?
De Antwerpenaar François niet te vergeten (ik versta hem ook niet) die een GAS-boete riskeerde: een ge­meen­te­lij­ke ad­mi­nis­tra­tie­ve sanc­tie (geld­boe­te voor een over­tre­ding van het ge­meen­te­lijk po­li­tie­re­gle­ment)?
Ik nam ooit in ´t stad (Antwerpen) een taxi; de chauffeur praatte in z’n Aantwaarps honderduit (endlos) – „Meneer, ik versta u niet!“ Zijn hooglijk verbaasde (höchst erstaunt) reactie: „Bent u dan geen Nederlandse?“

(CC-BY-SA-2.5)

Belgen zijn creatief (,) gezagsondermijnend (die Autorität untergrabend) én hebben een merkwaardig/opmerkelijk gevoel voor humor!

Het laatste woord heeft Raymond van het Groenewoud: VLAANDEREN BOVEN!
(tekst)

Holländischer Wein und flämischer Käse

Die Beziehungen zwischen Portugal und den Lage Landen sind lang und intensiv, nicht nur auf den Azoren oder auf der Anzeigetafel am Flughafen. Auch in vielen anderen Kapiteln von Geschichte und Gegenwart Portugals gibt es Verbindungen, von den flämischen Teppichen in der Burg von Guimarães, dem „Geburtsort“ der portugiesischen Nation, bis hin zum praktisch weltumspannenden niederländisch-portugiesischen Krieg in der Kolonialzeit. Zwei besondere Verbindungen haben bis heute Spuren hinterlassen, und zwar in der Namensgebung.

Die eine Verbindung begegnet einem, wenn man Porto besucht. Schaut man von der Stadt aus über den Douro, reihen sich am anderen Ufer die Kellereien und Lager der Portwein-Hersteller aneinander. Alle werden überragt von dem Schriftzug der Kellerei Sandeman, die etwas niederländisch klingt, aber wie die allermeisten anderen Hersteller einen britischen Hintergrund hat. Zwischen den vielen traditionellen englischen Namen findet sich aber auch ein wirklich niederländischer: Niepoort. Dass die Niederlande beim Handel mit Portwein mitmischen wollten, ist sicher kein Wunder. Relativ spät, erst im 19. Jahrhundert, begann deshalb ein Franciscus Marius van der Niepoort aus Hilversum damit, die feinen Weine aus Portugal in sein Heimatland zu verkaufen. Bis heute sticht der ungewöhnliche Name der Familie Niepoort aus den vielen englischen und portugiesischen Marken hervor. Dasselbe tun ein paar deutsche Namen wie etwa die Kellerei Kopke (deren Vorfahren Köpke hießen und aus Hamburg kamen), oder die der Familie Burmester, die aus Deutschland auch erst den Umweg über Großbritannien machte.

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Große Auswahl an flämischem Käse in einem Supermarkt in Portugal (Foto: PK)

Die zweite und deutlich erstaunlichere Verbindung ist kein Eigenname, sondern ein Gattungsname. In jedem portugiesischen Supermarkt findet man ein Kühlregal mit queijo flamengo: „flämischer Käse“. Diese Kategorie fasst alle milden, schnittfesten Käsesorten zusammen. Vorbild war der Edamer, den man schon vor Jahrhunderten schätzen lernte und importierte. Über Portugal wurde der Käse auch nach Brasilien weiterverkauft, wo man von queijo do reino sprach: „Königreichskäse“. Gemeint waren natürlich nicht die Niederlande und schon gar nicht das Königreich Belgien (das es noch nicht gab), sondern das Königreich Portugal.

Nach Edamer Vorbild werden die „flämischen“ Käsesorten heute weiterhin vor allem in kompakten, rundlichen Laiben verkauft, oft aber auch geschnitten in Scheiben. Marktforschung der Milchindustrie ergab, dass flämischer Käse in Portugal inzwischen den überragend größten Marktanteil hat. Wie der Käse zu seinem Namen kam, ist dennoch ein Rätsel. Edam ist schließlich keine flämische Stadt, sondern durch und durch holländisch. Zu aller Verwirrung wird viel queijo flamengo auf den Azoren hergestellt, wo es eine bedeutende Milchindustrie gibt. Die dortigen historischen Flamen haben mit der Namensgebung aber nichts zu tun. Möglicherweise spielte es eine Rolle, dass Portugal zeitweise stärkere Verbindungen mit Flandern hatte als mit Holland. Oft genug muss es Flandern ertragen, das die dortige Sprache oder Kultur als holländisch bezeichnet wird – in Portugal geht die Verwechslung in die andere Richtung. Und so müssen die Holländer es verdauen, dass man ihr Käse-Erbe in Südwesteuropa als flämisch verkauft.

Trampoline

Nuraya/Mc Fadden, CC-BY-SA-3.0

Tussen talen – Scènes uit het courante leven

*Ik wil nog eens op het trampoline!

Fout lidwoord! Gewoon verbeteren?

Ja. Maar waarom die fout? Er zijn wel meer woorden in het Nederlands en het Duits die erg op elkaar lijken (cognaten zeggen de taalwetenschappers). Meestal hebben die woorden ook hetzelfde lidwoord – je kan je dus oriënteren op je moedertaal. Er zijn regels, maar natuurlijk ook uitzonderingen. En zo ontstaat er verwarring.

Net omdat de woorden cognaten zijn, raak je sneller in de war (interferentie). Als het dan ook woorden zijn die je niet zo vaak gebruikt (de kameel/das Kamel !), ga je nog sneller twijfelen.

Bovendien zijn er ook heel wat woorden die zowel de- als het-woord zijn, zonder dat er een betekenisverschil is. Dat toont dan weer dat er ook in het Nederlandstalige gebied niet altijd een consensus is. Een mooi voorbeeld dat -nog maar eens – toont dat de regel („elk substantief heeft één lidwoord“) een vereenvoudiging is van de werkelijkheid.

Voor ik begin mee te springen, verbeter ik mijn kind. En probeer zelf te onthouden dat het in het Duits blijkbaar das Trampolin is.

Ik wil ook op de trampoline!

Komma

NiederländerInnen, die sich selbst als Maßstab der Dinge sehen, neigen zur Übertreibung.

Dit schreef ik ooit in een commentaar op een commentaar. En meteen viel me op dat ik deze uitspraak in het Duits niet zo fijntjes gedifferentieerd zou kunnen uitdrukken als in het Nederlands.

Dvdgmz (CC-BY-SA-3.0-ES)

Dat is te danken of te wijten aan de KOMMA.

Natuurlijk leer ik mijn Duitse studenten het veelvuldig gebruik van dit leesteken af. Maar in dit geval ziet u het enig wezenlijke komma-verschil tussen het Duits en het Nederlands.

Nederlanders die zichzelf als maatstaf der dingen beschouwen, overdrijven graag.

Nederlanders, die zichzelf als maatstaf der dingen beschouwen, overdrijven graag.

In het eerste voorbeeld gaat het om een bepaalde groep Nederlanders (namelijk die Nederlanders die zichzelf als maatstaf beschouwen) die tot overdrijving neigt. Het gedeelte voor de komma (incl. relatieve bijzin) is onderwerp (Subjekt). Dit noemen we een beperkende bijzin.

In het tweede voorbeeld gaat het om alle Nederlanders: ze beschouwern zich allemaal als maatstaf der dingen. Het zinsgedeelte tussen komma’s heeft betrekking op het subject Nederlanders. Dit is een uitbreidende bijzin. Hier meer.

Collega Philipp Krämer zei me dat hij in het Duits de uitbreidende bijzin tussen verbindingsstreepjes zou zetten: Niederländer – die sich selbst als Maßstab der Dinge betrachten – übertreiben. Dat heb ik niet gedaan. De interpretatie is dus aan u!

PS
Die hoofdletter „I“ in NiederländerInnen is typisch Duits: bedoeld zijn mannelijke en vrouwelijke landgenoten. Andere schrijfwijzen zijn: Niederländer*innen, Niederländer_innen… Maar er zijn ook Duitsers die van deze modieuze schrijfwijzen niets moeten hebben.

Soit! Geen Nederlander die daarom maalt (was kümmert’s mich)! Zie hier.

Deutsland vür Nederländers – 5

Noch ein paar Minuten bleiben übrig von der summer school über Deutschland bei De Wereld Draait Door. Die lassen wir uns natürlich nicht entgehen und wir fragen uns am Ende: Was haben wir nun gelernt?

36:22 – „Wie gaat op dat moment zeggen, ja, wij schaffen het toch maar niet.“ Neue Variation des Themas, die Halbübersetzung: schaffen muss als Verb stehen bleiben, sonst ist das Motto nicht mehr erkennbar. Alles rundherum, die kleinen Wörtchen wie wij und het, die sind doch austauschbar.

36:39 – Die CSU heißt [tse – es – u]. Nicht [se – es – y]. Wir buchstabieren also auch auf Deutsch. Das Parteikürzel fühlt sich für Wollaars wahrscheinlich mehr wie ein Name an und nicht nur wie eine Buchstabenkombination.

41:49 – Wollaars erklärt das deutsche Mediensystem als Stützpfeiler der Demokratie, entworfen als Teil der Nachkriegsordnung der USA. Die zwei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sieht er als Beispiel dafür: Wenn eine in die Hände eines Diktators falle, gäbe es immer noch eine zweite, die unabhängig bliebe. Aber die Geschichte des ZDF als sogenanntes Adenauer-Fernsehen sieht irgendwie anders aus.

Bestimmt auch nicht die Farbe, die Adenauer sich gewünscht hätte…

45:52 – „En dat was het“, mit leiser Stimme, fast geheimnisvoll. Wie am Ende eines Märchens, fast geflüstert: „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ Ein Sommermärchen?

Jedenfalls ein überaus merkwürdiges TV-Format. Erstaunlich statisch, ein Monolog eines Menschen, der sich offenbar gerne selbst sprechen hört. Es soll ein seriöses Format sein, ein Lehr- und Lernformat. Der belehrende Ton und die eindringlich inszenierte Faszination sind dabei vielleicht sogar erwünscht. Hat das Publikum nun etwas gelernt? Funktioniert das Bild einer Volkspsychologie, das Wollaars in breiten Linien zeigen wollte? Es soll ja ein college sein, bei uns an der Uni würden wir sagen: eine Seminarsitzung. Es war eher eine Vorlesung. Fast schon reflexhaft habe ich am Ende auf die Diskussion nach dem Vortrag gewartet, die dann ausblieb. Mit Fragen aus dem Publikum hätte das Format sicher etwas gewonnen.

Und wie sieht die sprachliche Bilanz aus? Systematisieren wir einmal.

Nicht übersetzt oder erläutert werden:

Wir schaffen das, Willkommenskultur, Gutmensch, Pegida.

Erklärt oder übersetzt werden:

aufarbeiten, Sommermärchen, Sonderweg, merkeln, die Stunde Null, im Alleingang.

Zwei interessante Kategorien zeichnen sich ab. Erklären musste Wollaars die Begriffe, die mit deutscher Geschichte zu tun haben, sei es junge Geschichte (Sommermärchen) oder ältere (Stunde Null), sowie allgemeine Begriffe der politischen Kultur in Deutschland (merkeln und Alleingang gab es schon lange vor der Flüchtlingspolitik). Ohne Erläuterung funktionieren offenbar alle Schlagworte der aktuellen Flüchtlings- und Migrationspolitik und der Rhetorik, die damit verbunden ist. Vielleicht wissen die Niederländer über das aktuelle politische Deutschland längst viel besser Bescheid, als der Deutschland-Korrespondent es glaubt.

Deutsland vür Nederländers – 4

Das Experiment geht weiter: vorletzter Teil der Beobachtungen zur summer school von De Wereld Draait Door.

29:10 – „Duitsland organiseerde het Sommermärchen, het zomersprookje.“ Erstaunlich, dass diese Wortschöpfung auch zehn Jahre nach der Weltmeisterschaft 2006 noch so bekannt ist. Ein interessantes Wort, denn ein Märchen ist schließlich Fiktion. Heute dient das „Sommermärchen“ vielen als eine Art Whitewashing von Patriotismus – also auf Basis einer Geschichte, die eigentlich dem Wortsinn nach gar nicht wahr sein kann.

Alfred war beim Sommermärchen dabei. Er trug oranje aus dienstlichen Gründen. (E. Wetzig, CC-BY-SA-3.0)

30:05 – Wollaars purzelt das –n von München weg. Dem Kollegen Nachrichtensprecher aus dem Ausschnitt vorher in der Sendung dagegen nicht. Vielleicht eine Art Heimateffekt des Deutschlandkorrespondenten: Hier bin ich zuhause, hier spreche ich niederländisch, hier mag het.

30:08 – Wurzburg. Hatten wir so auch noch nicht.

30:58 – „De softe Duitse Gutmenschen-kant“. Morphologisch ist das faszinierend. Gutmensch kann ein Kompositum bilden und vielleicht ist das -en- hier sogar ein Fugenelement und nicht unbedingt ein Plural. Aber wer kann das schon unterscheiden?

31:49 – Auch was Pegida ist, muss offenbar niemandem mehr erklärt werden. Das gilt wohl auch in den Niederlanden leider inzwischen als Allgemeinwissen.

32:32 – In einem Reportageausschnitt wird ein junger Demonstrant befragt, der sich gegen Multikulturalismus als „Störung der natürlichen Ordnung“ ausspricht. Er wird vorgestellt im Zusammenhang mit Rechtsradikalismus in Ostdeutschland. Seine Dialektfärbung ist aber süddeutsch.

34:03 – „De AfD, de Alternative für Deutschland“ bekommt einen Artikel. Und zwar kein Neutrum, wie het Stunde Null. Obwohl es im Niederländischen doch mit het alternatief sogar exakt dasselbe Wort mit anderem Genus gibt, wohingegen sich het uur und die Stunde auch strukturell und etymologisch unterscheiden. Vielleicht ist das gerade der Grund?

35:26Aufarbeiten, ganz abstrakt, jetzt ohne erneute Erläuterung. Also doch summer school: Wer seine Vokabeln vor 25 Minuten nicht gelernt hat, versteht jetzt nicht mehr, worum es gehen soll.

In der letzten Folge kümmern wir uns um die bayerischen Christsozialen, eine wieder neue niederlandisierte Fassung von Wir schaffen das und natürlich vor allem um ein Fazit.