Nederlands

Beobachtungen zur niederländischen Sprache

Was wir teilen | Wat wij delen

Flandern und die Niederlande sind gemeinsam die diesjährigen Ehrengäste der 68. Frankfurter Buchmesse. Trotz aller Unterschiede, die zwischen der flämischen und der niederländischen Gesellschaft bestehen, teilen die beiden nicht nur eine Sprache miteinander, wie Bart Moeyaert, Künstlerischer Leiter des Ehrengastauftritts, in seinem Programm für die Buchmesse im kommenden Herbst betont. Unter dem Motto „Dit is wat we delen” (Dies ist, was wir teilen) spürt er den Elementen nach, die Flandern und die Niederlande noch immer verbinden: ihre Lage zur Nordsee, ihr Verhältnis zum Wasser, die gemeinsame Geschichte, eine lange Tradition des Buchdruckgewerbes und natürlich ihre reiche, zusammenhängende literarische Landschaft.

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Die Vitrine in der Philologischen Bibliothek (Hauptgang im Erdgeschoss, hinten links neben der Info-Theke).

In der Philologischen Bibliothek der FU haben wir entsprechend dem Konzept unserer Studentin Anne-Marie Zabel eine kleine Ausstellung eingerichtet mit Büchern im niederländischen Original und in deutscher Übersetzung. Die ausgestellten Bücher aus dem Bestand sind ganz persönliche Lektüreempfehlungen, die Lehrende des Instituts für Deutsche und Niederländische Philologie mit den Besucherinnen und Besuchern der Bibliothek teilen möchten. Dabei geht es nicht darum, ein einheitliches (oder gar vollständiges) Bild dieser Region zu zeichnen oder einen literarischen Kanon vorzustellen. Im besten Fall macht es neugierig und lädt dazu ein, unsere Nachbarn westlich der Ems und der Eifel, wo der Rhein in die Nordsee mündet und wo „zee” Meer und „meer” See bedeutet, besser, anders oder neu kennenzulernen.

Wir werden diese Lektüreempfehlungen nach und nach in unserem Blog veröffentlichen.

Schrik!

Nederlandstaligen schrikken van iets, Duitstaligen erschrecken sich vor etwas.

Schrik (PD Gutenberg)

Een spin doet me eerlijk gezegd niets, maar van de plotse aanraking (Berührung) door een poes (Katze) kan ik me een hoedje schrikken (mich zu Tode erschrecken)… dan ben ik van schrik versteend (vor Schreck erstarrt) en dan neem ik meteen een borrel voor de schrik.
Waarom?
Ik ben ooit in een studentenhuis (veel medebewoners met katten) wakker geworden met zo’n (via het balkon binnengeslopen) kat op mijn bed: om je dood te schrikken!
Nou, u begrijpt, dan zit de schrik er voor altijd in. En ik ben niet bepaald bang uitgevallen (ängstlich geartet).

De schrik raakt natuurlijk aan de angst en de vrees (Furcht). We kennen die woorden ook maar we gebruiken ze in het alledaagse leven veel minder dan Duitstaligen. Wij zijn bang voor van alles en nog wat (alles Mögliche): voor een examen, voor de tandarts, bang dat we te laat zijn voor een afspraak, bang voor honden, voor water (wasserscheu)…
Iemand die in het Nederlands bang wordt, bekommt es mit der Angst zu tun. Bang is een adjectief.
Angst en vrees (of het werkwoord vrezen) zijn woorden die eerder in vaste uitdrukkingen of als schrijftaal voorkomen: ik vrees het ergste (ich befürchte das Schlimmste); angst geeft vleugels (Furcht macht Beine).

In De Dikke heb ik nog twee mooie citaten gevonden:

«Een mens leert al­les als het moet, be­hal­ve zijn angst over­win­nen.» Boeli van Leeu­wen
«Door het ken­merk, dat angst niet een be­paal­de in­houd heeft, ver­schilt zij van de vrees.» H.C. Rümke

O, ja: gekookte eieren: die schrikken we ook!

Schrik (Govert Dircksz. Camphuysen, PD Old)

Philipp Krämer heeft al eerder op de etymologie van schrikken gewezen: een sprong maken. Goed mogelijk dat u op een Berlijns trottoir (Fußgängerweg) bijna omver gefietst wordt – maar u springt opzij – en u komt met de schrik vrij (mit dem Schrecken davonkommen).

Stel (gesetzt den Fall), u zit gezellig in de warme koestal te dagdromen (wie doet dat zo af en toe niet graag?) en dan sluipt zo’n vermomde prins binnen en kiept uw stoel naar achteren?
Schrik!

Wedden dat het uw hart is dat een sprongetje maakt!

Lauben

Een Duitse Laube is in het Nederlands een prieel of een tuinhuisje. Meestal ligt dat tuinhuisje in een zogenaamd volkstuintje (Schrebergarten). In de DDR noemde men dat een Datsche (datsja in het NL) – en in het oosten van de huidige BRD noemt men dat nog steeds zo. Oorspronkelijk is de datsja een buitenverblijf van Russische welgestelden (Wohlhabende).

Rostlaube (CC-BY-SA-3.0)

Maar ik wil het over de FU hebben. Zoals al eerder vermeld werd de FU in 1948 met steun van de Amerikanen in het zuidwesten van Berlijn opgericht. Veel instituten konden in bestaande villa’s ondergebracht worden. De eerste grote, samenhangende nieuwbouw was de zogenaamde Rostlaube.

Het staal dat bij de bouw werd gebruikt moest na korte tijd eine stabile Rostpatina als wartungsfreie (onderhoudsvrije) Schutzschicht (beschermende laag) vormen. Dat mislukte. Het materiaal roestte door; en tot op de dag van vandaag druppelt het zo nu en dan (hin und wieder) hier en daar bij regenweer.

Silberlaube (CC-BY-SA-3.0-migrated)

De Rostlaube werd uitgebreid met een gebouw waarbij roestvrij materiaal werd gebruikt: de Silberlaube. De koepel die u op de foto ziet, is de Philologische Bibliothek van architect Sir Norman Foster – sinds 1999 Lord Foster of Thames Bank – die ook de koepel op de Rijksdag heeft gezet.

En omdat de laatste jaren enige druk ontstond om de knusse (gemütlich, behaglich) villa’s te verkopen, werden de bestaande Laubes langs de Rudi-Dutschke-Weg uitgebreid met de Holzlaube, waarin inmiddels de campusbibliotheek en de kleine vakken zijn ondergebracht.

De Niederländische Philologie (hoezo klein vak?) vindt u in de oude, vertrouwde Rostlaube: in de straat JK 30.
Kom eens langs! In geen andere stad studeert u in een tuinhuis – wat zeg ik? – in een prieel!
En de vele binnen- en daktuintjes zijn op de foto’s niet eens te zien…

Viele Fritten in Gent

illustratie Es gab viele Fritten, großartiges Bier, eine unfassbar schöne Altstadt und einen für einen Berliner fast schon tropischen Winter. Mein Auslandssemester in Gent war ein Fröhliches. Selbstredend beschränkte sich meine Tagesgestaltung aber nicht nur darauf, irgendwo zwischen Schelde und Leie mit einem Eimer voller Fritten neben mir biertrinkend lauthals meine Begeisterung für die Stadt kundzutun, während ich die nächste Flasche Sonnencreme auf meiner Nase ausleere.

Ich hatte auch noch Dinge zu erledigen. Ich versuchte also immer wieder die Spuren des krankhaften Frittenkonsums zu verwischen und ging in die Uni. Dort hatte ich unter anderen die Kurse “Afrikaanse Taal- en Letterkunde” und “Inleiding tot de Vlaamse Gebarentaal” gewählt. Da diese Fächer an der FU selten beziehungsweise gar nicht angeboten werden, fand ich diese Kurse besonders exotisch.

Vlaamse Gebarentaal, also flämische Gebärdensprache, war die wohl seltsamste Wahl, die man als Austauschstudent ohne Vorkenntnisse in irgendeiner Gebärdensprache hätte treffen können. Afrikaans hingegen wurde auch von anderen – größtenteils ebenfalls deutschen – Austauschstudenten besucht. Zum Anfang schien Afrikaans die wohl bessere Wahl gewesen zu sein, denn ich musste erstens nicht so früh aufstehen und zweitens musste ich dafür nicht allzu sehr auf meine Mimik und Gestik achten. Selbstredend war genau das Gegenteil bei der Einführung in die flämische Gebärdensprache der Fall. Die Vorlesung, die wie die meisten anderen an der UGent 3 Stunden dauert,  begann um 8 Uhr und ich musste eine Menge auf meine Finger schauen. Die Vorlesung fand zwar auf Niederländisch statt, aber es gab auch Abschnitte, in denen man sich in Gebärdensprache üben sollte. Und wie bereits erwähnt: Diese Uhrzeit störte.

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Foto: C.F.Loschke

Ich versuchte mich zu disziplinieren und Abends weniger meine Euphorie wegen der Schönheit der Stadt oder der Erfolge der KAA Gent (der Buffalo’s) in der Champions League zu freuen. Ich brüllte also weniger, schlief Mittwochs früher ein und begann mich besser darauf vorzubereiten, donnerstags in der Vorlesung zu sitzen. Meistens wurde dort, bevor es zum Teil der „Gebärdensprachpraxis“ ging, sehr viel über die Geschichte der gehörlosen Menschen in Flandern und der Welt gesprochen. Der rote Faden dieser Geschichte ließe sich am besten mit Ignoranz, Bevormundung und Diskriminierung seitens der Hörenden beschreiben. Es war nicht so, dass ich mir das nicht im Vorhinein hätte vorstellen können. Doch es zu hören veranlasste mich dazu, diese Geschichte mit einer der Gebärden, die wohl selbst wir Hörenden alle kennen, kommentieren zu wollen.

Es gab mehrere Gastbeiträge, zum Beispiel über die Erstellung eines Korpus der VGT (Vlaamse Gebarentaal). Dabei wurde immer wieder erwähnt, dass die Sprache trotz der nur ca. 6000 Sprecher verschiedene „Dialekte“ umfasst. – So viel zu dem Gedanken, den man als ignoranter Ohrenmensch das ein oder andere Mal hat, dass man Zeichensprache doch total einfach universell gestalten könne. Denn ein anderer Beitrag handelte von der Kultur hinter der Sprache. Es gibt taube Menschen (dove Mensen) und Taube Menschen (Dove mensen). Viele sehen ihr schlechtes Hörvermögen nicht unbedingt als Behinderung sondern eher als persönliche Eigenschaft an und schreiben diese Eigenschaft nicht klein sondern groß. Es gibt auch Taube Menschen, wie etwa hörende Kinder tauber Eltern, die  die Taube Kultur auch als Teil von sich ansehen. Genauso kann es aber auch einfach nur taube taube geben. Was die Sprachpraxis anging, musste man sich immer wieder darauf konzentrieren, wie man seine Augenbrauen bewegt. Die Augenbrauen sind nämlich die Ausrufe- und Fragezeichen dieser Sprache. Ich war fasziniert. Diese Uhrzeit allerdings…

Irgendwann rückte die Prüfung näher und ich versuchte mir mehr Gebärden anzueignen. Beispielsweise das kleine d aus dem Handalphabet, das an die Stirn gehalten „Deutsche/r“ oder „Deutschland“ bedeutet und an eine Pickelhaube erinnern soll. Oder der auf der Stelle hin und her wackelnde Zeigefinger, der die Rute eines Hundes darstellt. Neben der „Aussprache“ und der Grammatik setzte ich mich immer intensiver mit dem Unterrichtssystem und der Inklusion tauber Menschen auseinander und wieder einmal fielen mir diese Gebärden ein, an die ich schon in Bezug auf die Vergangenheit dachte. Ich war darin versunken.

Wie schwierig Gebärdensprache sein kann, erfuhr auch der Schriftsteller Dimitri Verhulst.

Zum Glück zu einer etwas anderen Uhrzeit: Die Prüfung. Ich saß vor der Professorin und verwunderte sie ein wenig, weil ich die Gebärde für Berlin – übrigens eine Faust am Kopf – benutzte und sie sie nicht kannte. Dann war sie noch verwunderter, weil ich als Berliner damit nicht wirklich etwas zu tun hätte und es noch weniger anwenden kann.  Sie fand es amüsant, denke ich. Den Kurs habe ich bestanden und einen Gebärdensprachkurs möchte ich auf jeden Fall auch demnächst in Berlin besuchen.

Aber Afrikaans war auch fein!

Von Carl Friedrich Loschke

Akzente imitieren ist Arbeit, Arbeit, Arbeit

Schonmal an eine Paartherapie gedacht? Wer Beziehungsprobleme hat, findet zuverlässige Hilfe bei Evje van Dampen. Eingeweihte kennen sie unter ihrem bürgerlichen Namen Hape Kerkeling, der schon seit Jahrzehnten in der deutschen Humorbranche zuständig ist für all things Dutch – spätestens seit er auf seiner royalen Autofahrt zum Schloss Bellevue mit seinem koninginnetjeswinken die Berliner bevolkering begrüßte.

Zu Kerkelings niederländischen Charaktern gehört schon seit Jahren auch die Paartherapeutin Evje van Dampen. Nun könnte man darüber meckern, dass Evje eigentlich keine richtig niederländische Diminutivform ist, weil ein stimmhaftes v nicht mit einem stimmlosen f zusammentreffen würde. Die übliche Form wäre eigentlich Eefje. Aber das ist nun wirklich eine Anmerkungen für mierenneuker. Hören wir lieber erst einmal zu, was Frau van Dampen uns zu sagen hat.

Als hätte man ihm eine Liste vorgelegt, arbeitet Hape Kerkeling fast alles ab, was niederländische Muttersprachler im Deutschen normalerweise auszeichnet:

Die n-Endungen fallen weg, wie wir es in den Niederlanden inzwischen fast überall hören. Das s tendiert ein kleines bisschen in Richtung sch – auch das ist ein Merkmal eher der nördlichen Hälfte des niederländischen Sprachgebiets (siehe etwa die britische Parodie von Louis van Gaal). Aber wo das Deutsche normalerweise ein sch hat, gerät umgekehrt auch einmal ein s dazwischen, etwa in wasbecken. Langes e und langes o diphthongiert van Dampen konsequent: „Das gejht mit pousitieve Visualisatioun.“ (4:17) Das ganz offene deutsche ai ist dagegen ein bisschen geschlossener, eher bij zijn als bei sein. Besonders erstaunlich ist der umgekehrte Diphthongersatz. Deutschsprachige haben oft Schwierigkeiten mit dem niederländischen ui und setzen dafür das deutsche eu ein (huis > hois). Evje van Dampen macht es genau umgekehrt (heute > huite). Und natürlich darf das Gooise R nach den Vokalen nicht fehlen. Dafür braucht man Übung, das ist Aarbijt, Aarbijt, Aarbijt. Van Dampen ist eine moderne Karrierefrau, da ist ein Stückchen Poldernederlands völlig akzeptabel. In der Sammlung von Merkmalen wird klar: Evje van Dampen ist eindeutig eine Niederländerin, keine Flamin.

Diese Frau imitiert Hape Kerkeling und freut sich dabei königlich. (Anefo, CC-BY-SA-3.0)

Damit die gesamte Figur authentisch bleibt, werden noch ein paar Kasusfehler eingestreut, weil schließlich die seltene niederländische Deklination wenig Anhaltspunkte dafür hergibt, welcher Fall im Deutschen korrekt ist: „Ich würde gern ein klitzekleines Spiel mit Sie spielen“. (9:50) Ein paar false friends, ein paar Lehnübersetzungen, und fertig sind die deutsch-niederländischen Bilderbuchsätze: „Wenn Sie auf diese Kreuz stehen gehen…“ (12:34)

Eine köstliche Entdeckung zwischendurch sind die niederländischen Redensarten, die entweder frei erfunden sind oder mit dem Original sehr flexibel umgehen. Für Verwirrung in der Internetgemeinde sorgte zum Beispiel der etwas missglückte Satz „De mannen zouden ons helemaal van het vertrekje op het kontje niet aankijken.“ (6:37) Das ergibt schlichtweg keinen Sinn, erfüllt aber trotzdem eine Funktion. Das Publikum muss sich nämlich danach den Vorwurf anhören: „Sie haben’s wieder nicht verstanden!“ Und erfährt dadurch noch einmal ganz deutlich: Ja, Niederländisch ist zwar lustig und man kann damit einen unterhaltsamen Akzent haben – aber es ist eben trotzdem auch eine völlig andere Sprache, die man nicht ohne Weiteres versteht.

Hape Kerkeling dagegen schon, denn er spricht selbst recht gut Niederländisch. Auch mit etwas deutschem Akzent, auch mit ein paar Fehlerchen, aber eben nicht nur gefälscht (wie Kerkelings Kollegen in Skandinavien), sondern ganz und gar echt.

Gebuikpenseeld

Op een vorige blogpost kreeg ik een bijzonder vriendelijke reactie: ik voelde me gebauchpinselt. Tja, vertaal dat maar eens! Ga er maar áán staan, met andere woorden ik geef het je te doen – dat zijn twee uitdrukkingen om aan te geven dat je voor een onmogelijke taak (Aufgabe) staat.

Een buik is een Bauch en een penseel een Pinsel.
U kent intussen genoeg Nederlands om vol verwachting uit te zien naar impliciete transpositie. Ja hoor, buiken is „dikker worden“: Karel, je bent aan het buiken! En hebt u ook vrienden die in hun vrije tijd graag wat penselen?

Egon Schiele, zwangere vrouw met groene buik (PD-old-95)

Enfin, waar het op aankomt is dat een zacht penseel dat over je buik strijkt, een verdomd lekker gevoel is. In het Nederlands zou ik zeggen: ik voelde me gevleid (geschmeichelt). Ja, ik was in mijn nopjes.

Dat brengt me weer bij Egon Schiele die zo voortreffelijk het penseel wist te hanteren. En omdat het woord nu toch gevallen is: de buik.

Baas in eigen buik – dat was de slogan van de vrouwenbeweging in de jaren 70 en daarna: de vrouw beslist (entscheidet) over al dan niet een abortus (Abtreibung): mein Bauch gehört mir!

Waarschijnlijk waren Egon en de liefdevol gepenseelde dame twee handen op één buik: ein Herz und eine Seele.

Buik moet met Nase vertaald worden in de uitdrukking: ik heb de buik vol van al die ordinaire scheldwoorden.

Als de buik rammelt, dan knurrt der Magen.

Hebt u intussen de buik vol van onze uitleg, van ons taalenthousiasme? Moeten we ermee stoppen? Forget it!
Dat kunt u op uw buik schrijven! (darauf können Sie lange warten).

Van Dale – racistisch?

Ik geef het toe, het is een kop die vooral wil provoceren. In het Nieuw(st)nederlands zou je deze titel clickbait kunnen noemen hoewel de Van Dale de verklaring van dit woord beperkt tot een “veel­al sen­sa­ti­o­neel be­richt of beeld op een web­pa­gi­na dat dient om ge­brui­kers te la­ten klik­ken op een link waar­mee ze op een com­mer­cië­le web­pa­gi­na be­lan­den”. Commercieel werk doen wij in de neerlandistiek uiteraard niet. (Nog niet?! We zullen wel zien hoe de universiteit van de 21e eeuw zich zal ontwikkelen…) Het woord clickbait is in 2015 in de Dikke opgenomen. Splinternieuw woordmateriaal, net als de Gutmensch, die een paar weken geleden zijn – voorlopige – verheffing in de lexicografische adelstand mocht vieren. Wat zijn ze modern bij de redactie van de eerbiedwekkende klassieker der Nederlandsche woordenboeken, tussen internet-lingo en media-speak! Helaas zijn ze ondertussen vergeten wat oudere woordverklaringen te updaten.

Over het Papiaments hadden we het enkele maanden geleden al, de zogenaamde “mengtaal uit Portugees, Nederlands en negertalen”. Noem me een Gutmensch, maar het begrip negertalen is volgens zonder twijfel ongepast voor een objectieve beschrijving van een creooltaal (of welke taal dan ook). De woordkeuze is op zichzelf al afstotend, maar ook de generalisering van de verschillende substraattalen in één categorie levert een raar beeld op: het doet er niet echt toe welke talen precies bij de ontwikkelingen van het Papiaments betrokken waren, want het zijn gewoon allemaal negertalen, min of meer hetzelfde dus. Niet alleen dat deze categorie het woord Papiaments begrijpelijk moet maken, we vinden de “negertalen” zelfs weer terug bij het trefwoord taal. De redactie is van mening dat we talen onder meer kunnen gebruiken “als twee­de lid in sa­men­stel­lin­gen als de vol­gen­de, waar­in het eer­ste lid een taal­ge­meen­schap, een volk of een groep vol­ke­ren noemt: cre­o­len­taal, Es­ki­mo­taal, Incataal, in­di­a­nen­taal, ne­ger­taal”. We krijgen verder geen uitleg of “neger-“ in deze samenstelling een taalgemeenschap, een volk of een groep volkeren moet betekenen en in hoeverre deze voorbeelden voor het dagelijkse taalgebruik aanvaardbaar zijn.

Waar de Eskimotalen gesproken worden… (PD)

Creolentaal lijkt me vooral verouderd en dit woord heeft zelf geen eigen lemma in het woordenboek. Doorheen de lijst met Eskimotaal, indianentaal en negertaal komen we uiteindelijk wel weer bij een kleurrijke koloniale logica terecht. Of Eskimo wel of niet een denigrerend begrip is valt niet makkelijk uit te maken. Dat het volgens het woordenboek ongeveer (met het teken ≈) Inuit betekent – soit. Maar dat een Indiaan roodhuid is…? Of ook dat de Sinti volgens de Van Dale “een van de groepen van zigeuners” zijn…?

Laten we wel wezen, we hebben hier niet te maken met de kritische documentatie van verouderde begrippen die in een woordenboek uiteraard moeten worden opgenomen, graag met een duidelijke historische context. Laat ik het zachtjes uitdrukken – het lijkt me onpassend om een dergelijke woordenschat vandaag nog in omschrijvingen te gebruiken die objectief of zelfs wetenschappelijk bedoeld zijn. Het is hoog tijd dat deze beschrijvingen door 21e-eeuwse formuleringen worden vervangen, liefst voordat de universiteiten commerciële bedrijven worden die hun studenten alleen maar nog via clickbait aanlokken. Howgh, de goedmens heeft gesproken.

Gehakte dadels en informatica

Gehakte dadels / Gehackten Daten? (foto: Melanie Günther)

Tussen talen – Scènes uit het courante leven

Een Duitse studente in Groningen heeft een hongertje. Een gezond tussendoortje als vieruurtjemoet kunnen! Ze loopt een winkeltje binnen, grijpt naar iets lekkers, en leest het tekstje. Een klikje op de foto, dan lees je met ons mee. Heb je zin in *gehackte Daten? Hongertje, tussendoortje, vieruurtje, …: zin in diminutieven? (Hongertje is gebruikelijker in België dan in Nederland.)

Het Duitse hacken is in het Nederlands hakken maar ook hacken. Vlees kan je hakken, dan heb je gehakt. Wie dit gehakt mooi boetseert, kan een egeltje als snack eten… Data of databases kan je hacken. Hakken rijmt op plakken. En hacken rijmt op lekken, wat een journalist inspireerde:

Zo wordt je data gehackt en gelekt (sprout.nl)

Dt. Daten zijn Nl. data of gegevens. Data is een meervoudsvorm, en wordt dus in principe met een meervoudige persoonsvorm gebruikt (Mijn data tonen aan…). In de informatica-wereld wordt data vaak als verzamelnaam gehanteerd en dan met een enkelvoudige persoonsvorm gecombineerd (Van Dale), zoals in deze kop.

Maar, nee, dus, geen zin in gehackte Daten! Wel in gehackte Datteln, gehakte dadels!

Mokum huilt…

Dat Mokum de jiddische naam voor Amsterdam is, weet u inmiddels. Ik geef u vandaag nog een paar andere (van oorsprong) jiddische woorden opdat u vervolgens deze liedtekst van Rika Jansen (Joodse achtergrond) kunt volgen.

Rika Jansen (Anefo, cc-by-sa-3.0-nl)

Met Jodenhoek werd de Joodse wijk in Amsterdam aangeduid. En in het Tip Top Theater op de hoek van de Jodenbreestraat (in die straat heeft Rembrandt van 1631 tot 1635 nog gewoond) vergat je je sores (Sorgen).

Het woord mazzel hadden we al eens. Gein is intussen zo Nederlands dat de jiddische oorsprong chein (grap, plezier; leuk) bijna vergeten is. Het Channekefeest is Cha­noe­ka; en benschen betekent: zegenen. In Mokum hebben joodse jeledjes gestoeid (Kinder getobt). Op vrijdagavond werden koegel (süßes Gebäck) geserveerd en genascht (dat hoef ik niet te vertalen). Mazzel en brooche (Glück und Segen) voor de hele misjpooche (dat woord kent u ook).

Hendrika Elisabeth Jansen (in 1924 geboren en in januari van dit jaar overleden) is als zangeres bekend geworden onder de artiestennaam Zwarte Riek, haar bijnaam: de Jordaanprinses. De Jordaan is een wijk in het centrum van Amsterdam aan gene zijde van de Prinsengracht (die ooit de Jordaan werd genoemd).

Het is vandaag 4 mei. Vanaf 19:50 uur is de Nationale Dodenherdenking op de Dam. Hier de NOS met een verslag.
Het timbre van dit lied is oer-Mokums en het past wel bij vandaag… toch?

En dit jaar valt de Joodse gedenkdag Jom Hasjoa op 4 mei. Die wordt gevierd in de Hollandsche Schouwburg, de plek waar Amsterdamse Joden werden samengedreven alvorens op transport gesteld te worden, naar Westerbork en verder …

Waffeleisenjoghurt

FranzösischBuchstabenTeil 6 einer kleinen Serie über Niederländisch und Französisch (und mehr).

Joghurt ist seit Langem schon probiotisch, aber ab sofort ist er auch plurizentrisch. Und wer könnte so ein Produkt besser herstellen, als die Belgier? Die Supermarktkette Delhaize macht der Kundschaft nördlich wie südlich der Sprachgrenze jetzt ein unwiderstehliches Angebot: Frischer Joghurt aus dem eigenen Land. Nun mag man sich fragen, ob es in Flandern wirklich kluges Marketing ist, mit dem Gesamtstaat Belgien Werbung zu machen. Aber wenn man Werbung mit flämischem Joghurt gemacht hätte und dann herauskommt, dass die Milch dafür aus Wallonien kam – das wäre erst recht eine Imagekatastrophe gewesen.

Wie wirbt man für ein Produkt, das abgesehen von der Verpackung eigentlich immer gleich aussieht – und das trotzdem „typisch belgisch“ sein muss? Man könnte besonders belgische Geschmacksrichtungen anbieten. Aber Joghurt mit Schokolade gibt es längst, und Joghurt mit Bier- oder Pommesaroma würde selbst ein eingefleischter Royalist nicht hinunterwürgen. Bleibt das, was man mit dem Mund sonst noch tun kann: Sprache. Also müssen zwei Fernsehspots her, einer auf Niederländisch und einer auf Französisch:

Beide Spots spielen auf charmante Weise mit dem Verhältnis zwischen einem vermeintlich neutralen Standard und den jeweils eigenen belgischen Varianten. Der niederländischen Spot setzt an zwei Stellen an. Einerseits an der Aussprache des zachte g in Belgen, das bei manchen Flamen im Dialekt bis hin zum [h] gehen kann. Und andererseits bei den verschiedenen Formen des Worts Joghurt. Van Dale gibt als Aussprachemöglichkeiten an: /jɔ­χʏrt, jɔ­ɣərt/, in BE ook /ju­ɣurt/. Daran diskutieren die Stimmen im Off, was die „korrekte“ Variante ist und kommen zu dem Schluss: „Het kan allebei“. Dem variationsbegeisterten Sprachwissenschaftler geht dabei das Herz auf. Der Spot zelebriert die Unterschiede anstatt auf „richtig“ (Standard) und „falsch“ (Belgien-typisch) zu pochen. Das ergibt natürlich Sinn, denn der Werbeeffekt funktioniert nur, wenn das „typisch Belgische“ auch positiv dargestellt werden kann: Belgische Aussprache gut – belgischer Joghurt gut. Dass sich ein Unternehmen bzw. eine Werbeagentur das traut, zeigt ziemlich klar, wie unverkrampft inzwischen das Verhältnis zu Standard und Variation ist. Wer hätte vor ein paar Jahrzehnten schon Werbung mit „falschem Niederländisch“ gemacht?

Der Werbespot für das Publikum in der südlichen Hälfte des Landes funktioniert ganz ähnlich. Auch hier diskutieren die sprachreflektierten Stimmen über die Richtige Bezeichnung für Joghurt: Heißt es yaourt oder yogourt? Antwort: „On peut dire les deux.“ (Man kann beides sagen.) Und die Belgier heißen nicht nur Belges [bɛlʒ] sondern auch [bɛlʃ]. Diese Auslautverhärtung kommt vielen Deutschsprachigen sicher bekannt vor, weil sie beim deutschen Akzent im Französischen auch öfter passiert. Sie ist im belgischen Französisch recht verbreitet und ist nicht unbedingt negativ konnotiert.

Der Clou an den Werbespots liegt darin, dass in beiden Sprachfassungen an exakt derselben Stelle mit Variation gespielt wird. Genau diesen Punkt zu treffen, an dem man auf Französisch und Niederländisch mit Belgien-typischen Varianten spielen kann, ist eine reife Leistung. Den Werbemachern ist etwas gelungen, woran viele in Belgien seit Jahrhunderten scheitern: Völlig symmetrische Gerechtigkeit zwischen Französisch und Niederländisch herzustellen. Sozusagen Waffeleisenpolitik im Joghurtbecher.