Die Toolbox wird sieben – eine Bilanz zum Geburtstag

Im Januar 2015 begannen zwei Projektmitarbeiterinnen, Inga Nüthen und Pia Garske, mit der systematischen Arbeit an der Toolbox Gender und Diversity in der Lehre. „Instrumentenkasten“ hieß das Projekt damals. Der Name unseres Laufwerks erinnert uns heute noch daran.

Das Margherita-von-Brentano-Zentrum (damals „Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung“) und das Team Zentrale Frauenbeauftragte (damals „Büro der Zentralen Frauenbeauftragten“) hatten erfolgreiche Vorarbeit geleistet. Anfang 2013 hatten sie einen hochschulweiten Arbeitskreis „Gender in der Lehre“ ins Leben gerufen und zum 1. Januar 2015 konnte die Toolbox mit zwei 50%-Projektstellen starten, finanziert als gleichstellungsfördernde Maßnahme im Rahmen des Professorinnenprogramms II.

2016, knapp zwei Jahre nach Projektstart, ging die Toolbox online zunächst noch im nicht-responsiven Design der Freien Universität Berlin. Pia Garske und Melanie Bittner hatten den Launch kurz vor der Deadline realisiert. Die gab es, weil vom 24. bis 26. November 2016 die Tagung „Gender und Diversity in die Lehre! Strategien, Praxen, Widerstände“ stattfand.

Pia Garske und Melanie Bittner vor einer Pinnwand mit Toolbox-Plakaten
Zwei sehr erschöpfte und glückliche Mitarbeiterinnen, Pia Garske und Melanie Bittner, während der Toolbox-Konferenz

Die Konferenz wurde mit unserem Erklärfilm eröffnet, bot rund 200 Teilnehmenden viele Gelegenheiten zum Austausch und endete mit der Gründung des bundesweiten Netzwerks Gender und Diversity in der Lehre, das sich seitdem zweimal jährlich trifft.

Parallel zu dem Website-Launch und der Konferenz konnte die Weiterfinanzierung sichergestellt werden. Eine Förderung durch die Stabsstelle CIO der FU ermöglichte die Fortsetzung für ein weiteres Jahr. In dieser Projektphase wurde die Toolbox-Website nicht nur responsiv, sondern auch auf Englisch zur Verfügung gestellt. Kathleen Heft und Melanie Bittner erstellten außerdem zwei Quizzes und veröffentlichten die ersten Good-Practice-Beispiele aus der Freien Universität und darüber hinaus. Und es begann die Phase der Bekanntmachung unseres Angebots. Intern sprachen wir von einer „PR-Tour“, bei der wir die Toolbox in zahlreichen Fachbereichsräten, Institutsräten und anderen Gremien vorstellten. Ein Interview mit campus.leben machte uns digital sichtbarer.

Kathleen Heft und Melanie Bittner vor einem grünen Busch
„Es geht um die Haltung“ – das war unsere wichtigste Botschaft im Interview mit campus.leben

Allzu schnell ging es wieder um die finanzielle Zukunft des Projekts. Nach einer Überbrückungsphase, in der das Margherita-von-Brentano-Zentrum und das Team Zentrale Frauenbeauftragte sechs Monate lang aus Eigenmitteln zwei halbe Stellen finanzierten, war ab Mitte 2018 die Finanzierung von immerhin einer Projektstelle (65 %) für zwei weitere Jahre sichergestellt, neuerlich dank der Stabsstelle CIO. Seit Mitte 2020 wird die Toolbox wieder mit zwei Projektstellen (50 %) im Rahmen des Professorinnenprogramms III gefördert. Die zweite Stelle konnte leider erst zum 1. Januar 2022 besetzt werden. Die Fortsetzung ist aktuell bis Ende 2023 gesichert. Bis dahin haben wir noch einiges vor: Im Rahmen des Schwerpunkts toolbox@school möchten wir spezielle Angebote für die Lehrkräftebildung entwickeln. Dieses Vorhaben soll nun nach erfolgreicher Besetzung aller Stellen Fahrt aufnehmen.

Als größten Erfolg seit dem Start betrachten wir die Bekanntheit, die die Toolbox mittlerweile an der FU und weit darüber hinaus erlangt hat. Viele Kolleg*innen an der FU kennen uns und wollen sich zu gender- und diversitätsbewusster Lehre weiterbilden. Wir kooperieren regelmäßig mit dem Dahlem Center for Academic Teaching, dem Weiterbildungszentrum, dem Career Service, dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft und vielen anderen Einrichtungen bei Bedarf. Auch in die Organisationsentwicklung der FU haben wir unsere Expertise zu gender- und diversitätsbewusster Lehre eingebracht: Wir haben uns aktiv an den Strategieprozessen für das Leitbild Studium und Lehre und das Diversity Audit beteiligt.

Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist immens gewachsen. Während wir 2017 und 2018 neben vielen Kurzpräsentationen zum Kennenlernen 5 Workshops durchgeführt haben, waren es 2021 neben einzelnen Kurzpräsentationen 23 Workshops! Seit einiger Zeit übersteigen die Anfragen sogar die Kapazitäten, die mit den vorhandenen Ressourcen abgedeckt werden können. Wir freuen uns sehr über das große Interesse an Gender und Diversity und bedauern gleichzeitig, dass wir Workshops, die nicht zu unserer Kernaufgabe – der Förderung gender- und diversitätsbewusster Lehre an der FU – gehören, zukünftig kaum noch anbieten können. Darunter fällt auch das Thema gendergerechte Sprache, das gerade viele Mitarbeitende aus allen Statusgruppen beschäftigt.

Für die Zukunft hoffen wir, dass die projektbasierte Finanzierung in absehbarer Zeit in eine dauerhafte mündet, denn die Stärkung von Gender und Diversity in der Lehre ist eine Daueraufgabe. Die Toolbox hat gezeigt, dass sie grundlegend dazu beiträgt, und die Lehrenden nehmen das Angebot in großer Zahl in Anspruch.

7 Jahre Toolbox in Zahlen

  • 4,5 Förderphasen: Professorinnenprogramm II, Stabsstelle CIO, Überbrückungsfinanzierung durch MvBZ und zentrale Frauenbeauftragte, Stabsstelle CIO, Professorinnenprogramm III
  • 5 engagierte Projektkoordinatorinnen: Inga Nüthen, Pia Garske, Kathleen Heft (Ehemalige); Melanie Bittner (aktuell), Jana Gerlach (ganz neu seit 1.1.22)
  • 8 großartige studentische Mitarbeiter*innen: Laurel Braddock, Jamina Diel, Ellen Fischer, Lian Hüntelmann, Susanne Romanowski (Ehemalige); Svenja Efinger, Anna Osypova und Angelina Uhl (aktuelle Mitarbeitende)
  • 8 Newsletter
  • 58 Blogbeiträge seit Start des Toolbox-Blogs Mitte 2019
  • knapp 1.500 Followers auf Twitter seit Mitte 2019
  • zahlreiche Kooperationen an der FU sowie mehr Lehrende, Tutor*innen, Mentor*innen und weitere Beschäftigte in unseren Workshops als wir zählen können 🙂

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