Online-Tagung „Diversität Digital Denken – The Wider View“ des Zentrums für Lehrerbildung der WWU Münster vom 8.-10.9.21

Digitalisierung und Diversität sind bildungspolitisch hoch aktuelle und gesellschaftlich bedeutsame Themenfelder – sowohl in der Lehramtsqualifizierung als auch darüber hinaus. Ziel der Tagung ist es, die beiden Bereiche gemeinsam zu betrachten: Wie bedingen, ergänzen und verstärken sich Digitalisierung und Diversität gegenseitig?

Link zur Tagungswebsite

Die Anmeldung ist bis 31.7.21 möglich.

Toolbox-Newsletter Nr. 8

Liebe Lehrende und Toolbox-Interessierte,

kurz vor Ende des Wintersemesters melden wir uns mit einer neuen Ausgabe des Newsletters zurück.

(Anti-)Rassismus an Hochschulen

Bereits im vorletzten Newsletter haben wir angekündigt, uns zukünftig stärker mit (Anti-)Rassismus an Hochschulen zu beschäftigen. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe, die wir zusammen mit Dr. Heike Pantelmann (Margherita-von-Brentano-Zentrum) organisieren, machte im Dezember eine digitale Podiumsdiskussion. Themen waren zum Beispiel Ausschlussmechanismen an der Hochschule, Rassismus in Lehrplänen und natürlich auch mögliche Gegenstrategien. Wir sprachen darüber mit Diskutant*innen aus Forschung, (Hochschul-)Politik, Medien und Verwaltung: Mohamed Amjahid (Autor und Journalist), Dr. Denise Bergold-Caldwell (Philipps-Universität Marburg), Nataly Castillo Bennett, Naledi Mmoledi und Santiago Velez Vargas (BIPoC-Referat des AStA der FU), Dr. Doris Liebscher (Ombudsstelle der Landes-Antidiskriminierungsstelle Berlin) und Saboura Naqshband (DeZIM Berlin).

Die Veranstaltung traf offensichtlich einen Nerv: Mehr als 200 Interessierte waren dabei. Wir haben das Gespräch über (Anti-)Rassismus an Hochschulen zum Nachhören aufgenommen. In der verlinkten Dokumentation sind neben dem Audio-Mitschnitt auch eine Literaturliste und Informationen zu unseren Panelist*innen zu finden.

Auch das Interesse an unserem Workshop ‚Rassismuskritisch lehren und lernen‘ am 19.03.21 war groß. Leider konnten wegen der Teilnahmebegrenzung bei Weitem nicht alle Interessierten teilnehmen. Wir prüfen gerade die Möglichkeit, den Workshop erneut anzubieten.

Workshops in Kooperation mit dem Dahlem Center for Academic Teaching (DCAT)

Unsere bisherige Kooperation mit SUPPORT für die Lehre setzen wir mit der neu gegründeten Nachfolgeeinrichtung DCAT fort. Im Sommersemester gibt es wieder zwei Termine unseres beliebten Halbtages-Workshops zur gender- und diversitätsbewussten Gestaltung von Lehrveranstaltungen:

Donnerstag, 29.04.21, 14.00-17.30 Uhr

Freitag, 28.05.21, 9.00-12.30 Uhr

Darüber hinaus führen wir Workshops und Präsentationen auch auf Anfrage durch, z.B. für Tutor*innen, Arbeitsbereiche oder Kollegs. Kontaktieren Sie uns gerne!

Aktualisiertes Gender- und Diversity-Quiz

Was ist die ‚Charta der Vielfalt‘? Wann erwarb die erste Frau ihren Doktortitel an einer deutschen Universität? Und welche Dimension sozialer Ungleichheit wird im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eigentlich nicht berücksichtigt?

Diese und weitere Fragen können Interessierte in unserem aktualisierten Quiz zum Thema ‚Institutionalisierung von Gender & Diversity‘ beantworten, das nun im H5P-Format zur Verfügung steht. Es kann so unkompliziert in Blackboard eingebunden und für die Lehre genutzt werden. Weitere offene Bildungsmaterialien finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu digitaler Lehre.

Neuigkeiten aus der FU rund um Gender und Diversity

Wir freuen uns sehr, dass die FU am Diversity-Audit des Stifterverbands teilnimmt! Sie können sich hier über den Prozess informieren und auch eine Mailingliste zu den wichtigsten Entwicklungen abonnieren.

Außerdem wurde bereits im November die aktualisierte Richtlinie zum Umgang mit sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt verabschiedet. Sie ist nun auch auf Englisch verfügbar. Alle Informationen zum Thema, wie z.B. Beratungsangebote, finden Sie auf der Website NEIN heißt NEIN.

Mit gleich zwei hochaktuellen Schwerpunkten beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftlerinnen-Rundbriefs des Teams Zentrale Frauenbeauftragte: Abwehrkräfte gegen Antifeminismus‘ und Geschlechtergerechtigkeit in der Corona-Krise‘.

Ein Jahr Corona – das ist auch ein guter Anlass, um Sie auf die spannenden Beiträge im #DossierCorona #TransnationalFeminisms hinzuweisen, die im Zusammenhang mit der Veranstaltungsreihe ‚Transnational Feminist Dialogues in Times of Corona Crisis‘ des Margherita-von-Brentano-Zentrums entstanden sind und im Trafo-Blog veröffentlicht wurden.

Kommen Sie gesund durch die nächsten Monate und bis zum nächsten Mal!

Melanie Bittner

Wenn Sie diesen Newsletter direkt von uns erhalten möchten, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an kontakt@genderdiversitylehre.fu-berlin.de.

 

Dokumentation der Online-Podiumsdiskussion „(Anti-)Rassismus an Hochschulen“ vom 15.12.20

 

Welche Rolle spielen Hochschulen im aktuellen Diskurs über Rassismus? Wie wirkt institutioneller Rassismus an Hochschulen? Welche antirassistischen Forderungen und Initiativen gibt es? 

Die Podiumsdiskussion am 15.12.20, bei der diese Fragen diskutiert wurden, war Teil der Aktivitäten zum Wissenschaftstag #4Gender Studies. Dieser fand 2020 bereits zum vierten Mal deutschlandweit rund um den 18. Dezember statt. Beim Wissenschaftstag #4GenderStudies geht es darum, die Bandbreite der Themen, Forschungsergebnisse und Akteur*innen der Gender Studies/Geschlechterforschung sichtbarer zu machen. 2020 beschäftigten sich die Angebote der Berliner Hochschulen mit dem Themenschwerpunkt Rassismus.

Die Podiumsdiskussion war außerdem der Auftakt für eine Veranstaltungsreihe zu (Anti-)Rassismus an Hochschulen im Sommersemester 2021. Sie wurde von Melanie Bittner (Toolbox Gender und Diversity in der Lehre) und Dr. Heike Pantelmann (Margherita-von-Brentano-Zentrum) organisiert, um zur dringend notwendigen Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen beizutragen und Räume zu schaffen, in denen Wege zur Stärkung von Antidiskriminierung an der Freien Universität Berlin entwickelt werden können.

 

Die Expert*innen auf dem Podium

AStA Referat für Schwarze Studierende und Studierende of Color, vertreten durch:
Santiago Velez Vargas studiert Politikwissenschaft an der OSI, ist Mitgründer des BIPoC Referat des AStA und Mitbegründer der Hochschulgruppe „Decolonize FU“
Nataly Castillo Bennett macht den Master in Interdisziplinäre Lateinamerikanische Studien am LAI der FU. Nataly ist hochschulpolitisch aktiv seit 2018 und ist Mitbegründerin und Vertreterin des BIPoC Referat in der ersten Legislaturperiode (2019-2020). Außerdem ist Nataly Beraterin für Internationale und BIPoC Studierende
Naledi Mmoledi studiert Politikwissenschaft am OSI. Naledi ist hochschulpolitisch aktiv seit 2018. Auch Naledi ist Mitbegründerin und Referentin des BIPoC Referats an der FU Berlin und Beraterin für internationale Studierende und BIPoC Studierende

Mohamed Amjahid hat an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften studiert. Er ist freier Journalist und Buchautor. Amjahid arbeitet für verschiedene Medien, unter anderem für die ZEIT, den Spiegel und die taz. Sein neues Buch „Der weiße Fleck. Eine Anleitung zu antirassistischem Denken“ erscheint im März 2021 im Piper-Verlag.

Dr. Denise Bergold-Caldwell ist wissenschaftliche Referentin am Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg). Sie interessiert sich für Schwarze Feministische Theorie, kritische post- und dekoloniale Theorien, sowie für Bildungstheorie(n). Sie ist aktiv in sozialen Bewegungen, z.B. der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland.

Dr. Doris Liebscher ist Juristin mit den Schwerpunkten: Antidiskriminierungsrecht, feministische Rechtswissenschaft und rassismuskritische Rechtswissenschaft. Sie ist seit September Leiterin der LADG-Ombudsstelle, zuständig für Beschwerden nach dem LADG. Sie war vorher 8 Jahre wissen-schaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte an der Juristischen Fakultät der HU Berlin.

Saboura Naqshband ist Politikwissenschaftler*in, Sozial- und Kulturanthropolog*in und Empowermenttrainer*in. Saboura ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiter*in am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), Dozent*in für Intersektionale Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Berlin, Mitbegründer*in des „Berlin Muslim Feminists“ Kollektivs, sowie (u)nd Mitglied des postkolonialen Bildungslabs „b*lab“. Saboura arbeitet aktivistisch und akademisch zur Intersektion von Religion, Geschlecht und Sexualität, sowie zu (antimuslimischem) Rassismus und Dekolonisierung. Außerdem forscht sie zur sozialen und politischen Teilhabe von Migrantisierten, BIPoC und Geflüchteten in Deutschland; gegenwärtig ist sie an einer Pilotstudie zu Karrierewegen von BIPoC-Wissenschaftler*innen in der Migrationsforschung beteiligt.

 

Publikationen von und mit den Panelist*innen (Auswahl):

Amjahid, Mohamed. 2021. Der weiße Fleck: Eine Anleitung zu antirassistischem Denken. München: Piper.

Amjahid, Mohamed. 2017. Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein. Berlin: Hanser Berlin.

Bergold-Caldwell, Denise; Georg, Eva. 2017. Bildung postkolonial?! – Subjektivierung und Rassifizierung in Bildungskontexten. Eine Problematisierung pädagogischer Antworten auf Flucht, Migration. In: Mai, Hanna; Merl, Thorsten; Mohseni, Maryam (Hg.): Differenzverhältnisse in der Pädagogik: Machtkritische Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Forschung und pädagogischer Praxis. Wiesbaden: Springer VS, S. 69-89.

Kuria, Emily Ngubia. Übers. Naqshband, Saboura. 2015. Eingeschrieben: Zeichen setzen gegen Rassismus an deutschen Hochschulen. Insel Hiddensee: w_orten & meer.

Klose, Alexander; Liebscher, Doris. 2015. Antidiskriminierungspolitik in der deutschen Einwanderungsgesellschaft. Stand, Defizite, Empfehlungen. Gütersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung.
hier abrufbar

Naqshband, Saboura et al. 2019. Selbstorganisation und feministische Arbeit im Kontext von Migration. In: International Women* Space e.V. (Hg.): Als ich nach Deutschland kam, Gespräche über Vertragsarbeit, Gastarbeit, Flucht, Rassismus und feministische Kämpfe. Münster: UNRAST-Verlag, S. 151-174.

Parbey, Celia. 15.12.2020. Brauchen Schwarze Frauen ein bestimmtes Äußeres, um aufzusteigen? (Interview mit Denise Bergold-Caldwell auf zeit.de).
hier abrufbar.

 

Weitere Literaturhinweise aus der Podiumsdiskussion:

Arndt, Susan; Eggers, Maureen Maisha; Kilomba, Grada; Piesche, Peggy (Hrsg.). 2017. Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Münster: UNRAST-Verlag.

Diehl, Claudia; Fick, Patrick. 2016. Ethnische Diskriminierung im deutschen Bildungssystem. In: Diehl, Claudia, Hunkler, Christian, Kristen, Cornelia (Hrsg.): Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf. Mechanismen, Befunde, Debatten. Wiesbaden: Springer VS, S. 243-286.

Gomolla, Mechthild; Radtke, Frank-Olaf. 2009. Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule. Wiesbaden: Springer VS.

Smith, Linda Tuhiwai. 2017. Decolonizing Methodologies: Research and Indigenous Peoples. London: Zed Books.

 

Vernetzung und weitere Hinweise

Gerne ergänzen wir weitere Inititativen von Studierenden oder Instituten an der FU, die gegründet wurden.

AStA Referat für Schwarze Studierende und Studierende of Color: Dieses Referat hat sich zum Ziel gesetzt, einen „safer space“ für Schwarze Studierende und Studierende of Color zu gestalten sowie Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten zu schaffen.

Beratung für Internationale Studierende und Studierende of Color: Der AStA unterstützt hier insbesondere bei Fragen von Leistungsanerkennungen und Studienzulassungen für ausländische Studierende.

„Nein heißt Nein!“ – Anlaufstellen bei Vorfällen sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt: Diese FU-Seite sammelt interne und externe Anlaufstellen, an die Betroffene von sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt sich wenden können. Einige davon verfolgen dabei einen explizit antirassistischen und queerfreundlichen Ansatz und bieten ihre Beratung in vielen Sprachen an, so etwa GLADT e.V. oder die Frauenberatung TARA.

LADG-Ombudsstelle: Hier können Diskriminierungen auf Basis des LADG (Landesantidiskriminierungsgesetz) gemeldet werden. Auf Wunsch beraten die LADG-Ombudsstelle und die Berliner Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) auch zum weiteren Vorgehen nach dem Vorfall.

 

 

Rassismuskritisch lehren und lernen – Workshop mit Ayla Satilmis am 19.03.21

Rassismus ist allgegenwärtig und als ein institutionelles Problem im Bildungssystem vielerorts vorzufinden. So gibt es auch im Wissenschaftsbetrieb institutionellen Rassismus, der sich beispielsweise in der mangelnden Diversität von Lehrenden und an eurozentrischen Wissenschafts- und Forschungsperspektiven zeigt sowie bei Lehrinhalten und -materialien zum Vorschein kommt. 

In diesem Workshop geht es darum, die Hochschule aus einer rassismuskritischen Perspektive zu betrachten und ein Bewusstsein für Antidiskriminierung im Lehr-Lern-Alltag zu entwickeln. Zentral befassen wir uns mit der Frage: Wie kann rassismuskritisches Lehren und Lernen aussehen? 

In einer Kombination von Theorie, anwendungsorientierten Inputs und Reflexion gehen wir dieser Frage nach und werden uns dabei mit verschiedenen Facetten von Rassismus im Hochschulkontext auseinandersetzen, intersektionale Herausforderungen diskutieren und kritisches Weiß-Sein im Lehr-Lern-Setting reflektieren. Der Workshop bietet Raum für Austausch und Denkanstöße für rassismuskritische, diversitätsbewusste Lehr-Lern-Bedingungen. Vermittelt werden konkrete Ideen zur Gestaltung (digitaler) Lehre und Beratung im Lichte der Antidiskriminierung, die mit zentralen Prinzipien guter Lehre verknüpft werden. 

Bitte beachten:

  • Der Workshop beinhaltet eine Vorbereitungsaufgabe, die Sie eine Woche vorher zugeschickt bekommen und für deren Bearbeitung Sie 60 Minuten einplanen sollten.  

Ziele: 

  • Auseinandersetzung mit rassismuskritischen und intersektionalen Perspektiven im Hochschul- und Wissenschaftskontext 
  • Vermittlung rassismuskritischer Handlungskompetenzen in der Lehrgestaltung und Beratung 
  • Reflexion und Erarbeitung rassismuskritischer, diversitätssensibler Lehr- und Lernszenarien 

Trainerin:

Ayla Satilmis, Politikwissenschaftlerin mit langjährigen Lehr- und Forschungserfahrungen an der Universität Bremen sowie freiberufliche Referentin mit den Schwerpunkten Antidiskriminierung, Rassismuskritik, Demokratisierung des Wissenschaftsbetriebs sowie diversitätssensible und partizipative Lehr-Lern-Formate; Kontakt: satilmis@uni-bremen.de

Anmeldung:

Bitte mit Angabe des Fachs, in dem Sie an der Freien Universität Berlin lehren, unter kontakt@genderdiversitylehre.fu-berlin.de

Zeit & Ort

19.03.2021 | 09:00 – 15:00

Online-Workshop

Toolbox-Newsletter Nr. 7 – WiSe 2020/21

Wir alle starten in das zweite Semester mit weitgehend digitalen Lehrveranstaltungen. Viele Aspekte gender- und diversitätsbewusster Didaktik lassen sich von der Präsenzlehre auf die digitale Lehre übertragen. Dennoch gibt es einige Besonderheiten, wie die Vor- und Nachteile von asynchroner und synchroner Lehre, sowie zusätzliche Herausforderungen durch die Pandemiebedingungen. Deshalb haben wir eine Sammlung erstellt, die Ihnen die gender- und diversitätsbewusste Planung und Durchführung von digitalen Lehrveranstaltungen erleichtern soll. Sie finden dort:

  • wichtige Angebote und Regelungen der Freien Universität Berlin wie den Code of Conduct für die digitale Lehre oder die Option zur Namensänderung für Studierende in Webex und Blackboard
  • Handreichungen für die digitale Lehre, z.B. zur Förderung respektvoller Kommunikation oder Barrierefreiheit
  • online verfügbare Materialien (Open Educational Resources) und Texte für die Lehre

Die Toolbox-Website wurde außerdem um eine Seite zu Gender Sensitivity in English erweitert. Das Englische wird häufig als genderneutrale Sprache wahrgenommen, obwohl es z.B. bei der Verwendung von Berufsbezeichnungen, Titeln und Pronomen zu Ausschlüssen und Stereotypisierung kommen kann. Informieren Sie sich, wie Sie auch auf Englisch genderbewusst kommunizieren können.

Für Lehrende der Freien Universität bieten wir regelmäßig Workshops zur Erweiterung ihrer Gender- und Diversitykompetenz an. Am 24.11.20 findet in Kooperation mit SUPPORT für die Lehre eine Halbtagsworkshop „(Digitale) Lehre gender- und diversitätsbewusst gestalten“ statt. Wenn Sie einen Eindruck von unseren Angeboten bekommen möchten, lesen Sie den Beitrag einer Teilnehmerin „Nichts ist neutral!“ im Online-Magazin campus.leben. Außerdem wird im laufenden Semester ein Tagesworkshop zu „Rassismuskritischer Hochschullehre“ stattfinden. Der genaue Termin wird noch festgelegt.  Wenn Sie uns eine E-Mail schreiben, informieren wir Sie gerne, sobald der Termin feststeht. Darüber hinaus führen wir Workshops und Präsentationen auch auf Anfragen durch, z.B. für Tutor*innen, Arbeitsbereiche oder Kollegs. Kontaktieren Sie uns gerne!

NEIN heißt NEIN! Am 25. November wird jährlich der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Aus diesem Anlass findet in diesem Jahr zum zweiten Mal der FU-weite Beratungstag statt, der von der Geschäftsstelle der AG Gegen Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt organisiert wird. Wir beteiligen uns an diesem wichtigen Angebot und beraten insbesondere zu Anliegen aus dem Bereich Lehre.

Save the date

15.12.20, 16-17.30 Uhr: Podiumsdiskussion „(Anti-)Rassismus an Hochschulen“

Die Veranstaltung wird von Melanie Bittner (Toolbox Gender und Diversity in der Lehre) und Heike Pantelmann (Margherita-von-Brentano-Zentrum) organisiert.

Kommen Sie gut durch die nächsten Monate!

Die ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ verschickt pro Semester 1-2 Newsletter per E-Mail. Die Newsletter informieren beispielsweise über neue Inhalte auf der Homepage der Toolbox und über anstehende Termine.
Wenn Sie Interesse am Newsletter der Toolbox haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an  kontakt@genderdiversitylehre.fu-berlin.de. Wir speichern Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und ggf. ihren Arbeitsbereich an der FU in einer Excel-Datei und nutzen Ihre Daten ausschließlich für die Verschickung des Newsletters.
Sie können den Newsletter jederzeit per E-Mail abbestellen.

Toolbox-Newsletter Nr. 6 – SoSe 2020

Liebe Kolleg*innen und Toolbox-Interessierte, 

auch in diesem außergewöhnlichen Semester möchten wir Sie über Neuigkeiten aus der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ informieren. Weil es dieses Semester nur eine Ausgabe des Newsletters gibt, fällt diese etwas länger aus als sonst.

Corona, Gender und Diversität

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben verändert. Wir sprechen plötzlich über Systemrelevanz, den R-Wert und Risikogruppen. Und doch hat sich gezeigt, dass auch in der Pandemie und beim Umgang damit nicht alle gleich betroffen sind. Eine Zusammenstellung von journalistischen und wissenschaftlichen Beiträgen zu Corona, Gender und Diversität finden Sie zum Beispiel beim Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung der Universität Tübingen. Good-Practice-Beispiele zu Corona und Gleichstellung an Hochschulen hat die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (bukof) veröffentlicht. Das Margherita-von-Brentano-Zentrum trägt mit der digitalen Veranstaltungsreihe „Transnational Feminist Dialogues in Times of Corona Crisis“ zur Debatte bei. Der erste Roundtable findet am 23.06.20 statt.  

Institutioneller Rassismus

Die Tötung George Floyds durch weiße Polizisten hat zu einer Welle antirassistischer Proteste geführt. Die Ausmaße von Rassismus in staatlichen Institutionen und der gesamten Gesellschaft werden auch in Deutschland thematisiert bzw. es wird endlich auch von der Mehrheitsgesellschaft aufmerksamer zugehört und reagiert. Auf Twitter haben viele Nutzer*innen unter dem Hashtag #BlackInTheIvoryTower ihre Rassismuserfahrungen  im Wissenschaftssystem geteilt. Das John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität hat ein Statement of Solidarity verabschiedet: “Today, we (…) declare solidarity with all those protesting for justice, for equal application of the law, and for an end to anti-Black violence and oppression.”Wenn Sie sich über die Geschichte und Kultur Schwarzer Menschen, strukturellen Rassismus und antirassistische Kämpfe informieren wollen, finden Sie Anregungen im Toolbox-Blog. Aus Anlass des Black History Month im Februar haben wir Bücher und Podcasts zusammengestellt. Für das Wintersemester planen wir Weiterbildungsangebote zu (Anti-)Rassismus.  

Weiterbildungsangebote zu Gender und Diversity in der (digitalen) Lehre

Die kurzfristige Umstellung auf ausschließlich digitale Lehre hat den Hochschulmitgliedern einiges abverlangt. Für gender- und diversitätsbewusste Didaktik lassen sich viele Aspekte von Präsenzlehre auf digitale Lehre übertragen, aber es entstehen auch neue Herausforderungen. In Kooperation mit SUPPORT für die Lehre haben wir zwei Online-Veranstaltungen zur gender- und diversitätsbewussten Gestaltung von (digitalen) Lehrveranstaltungen angeboten und uns über die große Nachfrage gefreut. Im Wintersemester wird der Workshop an folgenden Terminen angeboten: 

Bei Interesse bieten wir zusätzliche Termine für Fachbereiche, Institute oder Arbeitsbereiche der Freien Universität Berlin an und gehen dabei auch gerne auf Ihre spezifischen Anliegen ein.  

Gender- und diversitätsbewusste Prüfungen auf dem #CoronaCampus

Einige Fragen zur Umsetzung von Prüfungen sind aktuell noch ungeklärt, was die Planbarkeit für Lehrende und Studierende erschwert. Generell ist das Wiki der CeDiS zu Distanzprüfungen hier die zentrale Anlaufstelle. Falls Sie mündliche Prüfungen durchführen werden, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag „Zeit geben, Transparenz und Wertschätzung – Studierende mit Prüfungsangst unterstützen“. In einem Interview erklärt Dr. Michael Cugialy von der ZE Studienberatung und Psychologische Beratung der Freien Universität die Hintergründe von Prüfungsangst und gibt Tipps für Lehrende. Gerade die ungewohnte Form von digitalen mündlichen Prüfungen wird vermutlich bei vielen Studierenden die Nervosität verstärken.Um Prüfungen gerechter zu gestalten gibt es für Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung sowie für Schwangere und Studierende im Mutterschutz ggf. einen Anspruch auf Nachteilsausgleich. Tragen Sie zur Enttabuisierung dieses Instruments zur Inklusion bei und weisen Sie alle Studierenden unabhängig von erkennbarer Betroffenheit proaktiv darauf hin. Frühzeitige Planung und bei Unsicherheiten eine Beratung durch die zuständige Ansprechperson erleichtern eine reibungslose Umsetzung. 

Kooperation mit ArbeiterKind.de

Was heißt es als Erste*r in der Familie zu studieren? Welchen Einfluss hat die soziale Herkunft auf Bildungsgerechtigkeit? Wie können „Studierende der ersten Generation“ in der Hochschullehre unterstützt werden? Diesen Fragen gehen wir in unserer Kooperation mit ArbeiterKind.de nach:  

Aktualisierte Toolbox-Seite zu genderinklusiver Sprache

Die sprachliche Sichtbarmachung von Frauen durch sogenannte Beidnennung wie „Schülerinnen und Schüler“ oder Schüler/-innen war eine wichtige sprachpolitische Forderung und hat zur Sensibilisierung für die Macht von Sprache beigetragen. Allerdings führt sie wiederum dazu, dass Menschen jenseits der zweigeschlechtlichen Norm unsichtbar gemacht und diskriminiert werden. Daher wird sie in der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ nicht mehr als Alternative zum generischen Maskulinum empfohlen. Auf unserer aktualisierten Seite zu Sprache gehen wir stärker auf die Auswirkung der „Dritten Option“ und genderinklusive Sprache im Hochschulalltag ein. 

Abbau von Diskriminierung bei der Namensanzeige in Webex und Blackboard

Studierende, die in Übereinstimmung mit ihrer Geschlechtsidentität ihren Vornamen geändert haben, stehen vor großen Hürden bei der Teilnahme an der digitalen Lehre. Wenn das Identitätsmanagement den alten Namen anzeigt, werden Studierende durch die Hochschule geoutet und dadurch in inakzeptable Situationen gebracht. Wir begrüßen daher den Pilotversuch zur leichteren Namensänderung in Webex und Blackboard sowie die eindeutige Regelung zur Akzeptanz des dgti-Ergänzungsausweises durch die Freie Universität. Weitere Schritte sind dringend notwendig. Konkrete Handlungsempfehlungen hat kürzlich die bukof verabschiedet.

Die ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ verschickt pro Semester 1-2 Newsletter per E-Mail. Die Newsletter informieren beispielsweise über neue Inhalte auf der Homepage der Toolbox und über anstehende Termine wie z.B. Workshops, die von der Toolbox angeboten werden.
Wenn Sie Interesse am Newsletter der Toolbox haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an  kontakt@genderdiversitylehre.fu-berlin.de. Wir speichern Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und ggf. ihren Arbeitsbereich an der FU in einer Excel-Datei und nutzen Ihre Daten ausschließlich für die Verschickung des Newsletters.
Sie können den Newsletter jederzeit per E-Mail abbestellen.

Ansprache von Studierenden: Richtiges „Gendern“ in der digitalen Kommunikation

Genderbewusste Sprache ist ein zentrales und schnell umsetzbares Element gender- und diversitätsbewusster Lehre. Dazu gehört auch, Studierende richtig anzusprechen. Seit Einführung der „dritten Option“ ist das Bewusstsein gewachsen, dass nicht alle Menschen mit „Herr“ oder „Frau“ angesprochen werden wollen, weil sich nicht alle als männlich oder weiblich identifizieren. Darüber hinaus macht die Einführung des Personenstands „divers“ noch deutlicher, dass nicht auf Grundlage des Vornamens oder Aussehens einer Person geschlossen werden kann, wie diese adressiert werden möchte. Gerade im Hochschulalltag machen wir das leider noch besonders häufig, weil das Siezen und die Ansprache mit „Herr/Frau (Nachname)“ sehr üblich ist. Auf der Toolbox-Seite zu Sprache gehen wir nun auch ausführlicher auf genderinklusive Sprache und richtiges „Gendern“ von Personen ein.

Wir haben einige Tipps für die digitale Lehre zusammengestellt, wie Sie eine Diskriminierung bei der Ansprache von Studierenden vermeiden können:

  1. Direkte Ansprache
    Sprechen Sie einzelne Student*innen mit Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen an. So vermeiden Sie „Herr/Frau (Nachname) und damit eine geschlechtliche Zuschreibung. Sie können die Studierenden dennoch siezen. Erklären Sie zu Beginn der Lehrveranstaltung oder in virtuellen Sprechstunden, warum Sie sich für diese Regelung entschieden haben. Nehmen Sie diese Information auch in die grundlegenden schriflichen Informationen zu Ihrer Lehrveranstaltung auf, z.B. in Blackboard.
  2. Indirekte Ansprache
    Verwenden Sie auch Vornamen oder Vor- und Nachnamen, wenn Sie über einzelne Student*innen sprechen. So vermeiden Sie sowohl „Herr/Frau (Nachname)“ als auch „er/sie“.
    Beispiel: wie Martin Stokowski in der Präsentation erläutert hat
  3. E-Mail-Signatur
    Ergänzen Sie in Ihre E-Mail-Signatur um eine Information zur Ansprache. So können Sie diese wichtige Information unkompliziert mitteilen und signaliseren, dass Ihnen respektvolle Kommunikation wichtig ist.
    Beispiel: Die Geschlechtsidentität von Menschen ist weder aus dem Aussehen noch aus dem Namen verlässlich abzuleiten. Gerne können Sie mir mitteilen, wie ich Sie ansprechen soll. Wenn Sie mich ansprechen, verwenden Sie bitte das Pronomen sie/ihr.
  4. Systemeinstellungen
    Wenn Sie synchrone digitale Veranstaltungen durchführen, informieren Sie die Studierenden auch über die Möglichkeiten der Namensänderung für trans*, inter* und nicht-binäre Studierende. Nicht bei allen Studierenden ist der aktuell eingetragene Name auch der Name, mit dem sie angesprochen werden möchten.
    Beispiel: Bei Webex ist für Lehrende die Änderung des angezeigten Namens über das Zedat-Portal möglich.
  5. Selbstbestimmung und Antidiskriminierung
    Akzeptieren Sie unbedingt, wenn eine Person Ihnen mitteilt, wie sie angesprochen werden möchte und halten Sie sich konsequent daran. Wenn Sie die Person bislang anders angesprochen haben, ist eine Umgewöhnung nicht immer leicht. Versuchen Sie anfangs, sich beim Sprechen besonders zu konzentrieren oder „üben“ Sie für sich. Entschuldigen Sie sich kurz und ohne Umschweife oder Rechtfertigung, wenn Sie die Person aus Versehen falsch angesprochen haben. Informieren Sie nie Dritte ohne dringende Notwendigkeit und Rücksprache mit der betroffenen Person über einen nicht mehr genutzten Vornamen  – das ist diskriminierend und unter Umständen rechtlich explizit verboten (Offenbarungsverbot nach § 5 TSG). Hier stellt die digitale Lehre ein größeres Risiko dar, weil verstärkt auf Daten aus dem System zurückgegriffen wird, z.B. bei Webex.

Haben Sie weitere Tipps zur Umsetzung nicht-diskriminierender Ansprache von Studierenden? Sind Ihnen in der digitalen Lehre weitere Hürden oder Probleme des Datenschutzes begegnet? Teilen Sie uns gerne Ihre Erfahrungen mit. Auch Fragen beantworten wir gerne per E-Mail.

Im Starter-Kit der Toolbox finden Sie mehr Informationen zu gender- und diversitätsbewusster Sprache. Die Seite wurde im Mai 2020 aktualisiert und enthält nun u.a. mehr Informationen zur Dritten Option und genderinklusiver Sprache.

Empfehlenswerte Leitfäden zu genderbewusster Sprache

Sprache ist vielfältig – Leitfaden der HU für geschlechtergerechte Sprache (Humboldt-Universität zu Berlin, 2019)
ÜberzeuGENDERe Sprache. Leitfaden für eine geschlechtersensible Sprache (Universität zu Köln, 2020)
Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache (Stadt Hannover, 2019)
Geschlechtersensible Sprache – Ein Leitfaden (Technische Universität Berlin, 2020)

 

Weitere Informationen

Arbeitsgemeinschaft trans*emanzipatorische Hochschulpolitik, Deutsche Gesellschaft für Transidentität undIntersexualität e.V. (Hg.). 2018. Inter* und Trans*an der Hochschule. Informationen zum kompetenten Umgang mit Inter*- und Trans*studierenden für Entscheidungsträger*innen an Hochschulen.

Akademie der bildenden Künste Wien (Hg.). 2019. trans. inter*. nicht-binär. Lehr- und Lernräume an Hochschulen geschlechterreflektiert gestalten. Wien

Soziale Herkunft an Hochschulen: Interview mit Hannah Rindler von ArbeiterKind.de

"Also es ist ja durchaus auch eine Kompetenz, in zwei Welten zuhause zu sein, eine besondere Leistungsanstrengung hinter sich gebracht zu haben und bestimmte Hürden genommen zu haben, die andere nicht nehmen mussten." (Hannah Rindler)

Welche Rolle spielt soziale Herkunft, also der Bildungshintergrund von Studierenden, aktuell an der Hochschule? Welche Erfahrungen machen Studierende, die als Erste in ihrer Familie studieren, im Unterscheid zu  Studierenden mit akademischem Familienhintergrund?

„Studierende der ersten Generation“, „first generation academics“ oder „working class academics“ – so bezeichnen sich Personen, die als Erste in ihrer Familie ein Studium begonnen haben. Bei diesen Selbstbezeichnungen handelt es sich um neutrale, beschreibende Formulierungen oder um die positive Betonung einer Vorreiter*innenrolle. Damit stehen die Begriffe im Gegensatz zu der häufig zu findenden Fremdbezeichung „bildungsferne Studierende“, die eine Distanz zur Norm, eine Abweichung, betont.

In diesem Good-Practice-Beispiel möchten wir eine Organisation vorstellen, die ebenfalls die Position als Vorreiter*in ins Zentrum stellt. Die gemeinnützige Organisation ArbeiterKind.de hat das Motto „für alle, die als erste in ihrer Familie studieren“. Motiviert durch ihre eigenen Erfahrungen als Studentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin gründete Katja Urbatsch 2008 ArbeiterKind.de. Was als ehrenamtliches Projekt begann, ist mittlerweile eine mehrfach ausgezeichnete Organisation mit mehr als 30 Mitarbeiter*innen in ganz Deutschland.

Mehr zu dem Good-Practice-Beispiel im Toolbox-Beitrag:

  • Soziale Herkunft als folgenreiche Diversitätsdimension
  • Videointerview mit Hannah Rindler, Bundeslandkoordinatorin Berlin von ArbeiterKind.de
  • Literaturhinweise

Twitterseminar zu kritischer Wissenschaftsgeschichte: Interview mit Dr. Levke Harders

Der ironische und erfolgreiche Start des Twitterseminars
Ein Lehrauftrag zur Geschlechterforschung

Unter dem Titel „Die Universität Bielefeld wird 50. Wir twittern!“ bot Dr. Levke Harders im Wintersemester 2018/19 ein Seminar für Studierende in ganz unterschiedlichen Studiengängen an. In der Lehrveranstaltung wurde aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Universität Bielefeld gemeinsam eine Twitter-Timeline erstellt. Die mehr als 400 Beiträge über die Gründungszeit und die historische Entwicklung wurden unter dem Twitter-Account @UniBielefeld50 zwischen Februar und Dezember 2019 veröffentlicht.

Wir sind über Twitter auf die innovative Lehrveranstaltung aufmerksam geworden und haben mit Dr. Levke Harders, zu deren Forschungsschwerpunkten Gender- und Migrationsforschung gehören, über das Twitterseminar gesprochen.

Mehr zu dem Good-Practice-Beispiel im Toolbox-Beitrag:

  • Konzept der Lehrveranstaltung mit Syllabus
  • Gender und Diversität im Twitterseminar
  • Digitale Bildung und Open Educational Ressources
  • Blogbeiträge über das Twitterseminar
  • Videointerview mit Dr. Levke Harders
  • Literaturhinweise

Practicing Academic Kindness in the Classroom

by guest author Philipp Schulz

This text was first published on the blog „Duck of Minerva“ on February 17, 2020. The blog focuses on world politics from an academic perspective. We thank the author and publishers for the opportunity to share this article on our Toolbox-Blog.

Academic competitiveness and pettiness is alive and real. From expediting demands of the competitive academic job market, disrespectful peer review comments, to micro-aggressions and open hostilities at conferences – in particular to early career, women and/or people of colour scholars – there seem to be countless examples for an acute absence of kindness and empathy in the academy. Probably most of us, although to varying degrees, have been confronted with the unkind aspects of academic environments. In many ways, of course, these problems are embedded in wider structural problems of racism and sexism within the academy at large.

Fortunately, there seems to be increasing (albeit slow) recognition of the toxic practices of academic work cultures. As an early career researcher, I am particularly excited about some of the kindness that many of my peers are extending and the horizontal generosity that is beginning to spread across conferences, workshops and social media. Yet, I do believe that the (sub-)field of feminist international relations is particularly unique in that way, perhaps not unrelated to some of the disciplinary sanctioning and marginalizing that the field still experiences in the discipline more widely.

Kindness through Thank You Emails

Inspired by some of that inclusivity and kindness of the scholars I look up to and read – and I am specifically looking at Cynthia Enloe here, who has often been praised for being ‘amazingly generous to feminist colleagues and graduate students’, or my former supervisor Fionnuala Ní Aoláin – I too aim to be more mindfully generous and kind, in my research and writing, as well as during conferences/workshops and teaching. Here, I want to share one particular way in which I try to practice (and teach) academic kindness in the classroom: Together with my students, for each session in our seminars, we write an email to the authors we read that day, to share our appreciation for their work.

The idea came to me when a scholar whose work I absolutely admire in an email also mentioned that she had assigned one my recently published articles in one of her seminars, and that the students liked the text. For me, this was the first time I heard that someone had used any of my writing in class, let alone that it was apparently well received, and so this was an absolute highlight for me that semester. I have also been inspired by others following similar paths, such as Megan Mackenzie, who has previously recorded thank you videos with her students for the authors they read in class, and shared those publicly via twitter.

Influenced by that, I intend to myself share more positive feedback with the authors I read – whether for research or for teaching. We all get so used to receiving and articulating critique (mostly constructive, but often also harsh, unreasonable and imbalanced) about our work and papers, whether at conferences, during peer-review or from supervisors and/or peers. But in my experience so far, we too seldom just articulate positive, affirmative, encouraging and generous feedback about something we truly enjoyed reading, and from which we benefited intellectually, politically or even personally.

In order to change that, for the past two semesters now, I have made it a practice of together with my students sending positive feedback emails to the authors we read. With these emails, we aim to let the authors know how we engaged with their work, to recognize and thank them for their work, and to share with them how this has been beneficial for us.

How does this look like in practice? „Practicing Academic Kindness in the Classroom“ weiterlesen