Twitterseminar zu kritischer Wissenschaftsgeschichte: Interview mit Dr. Levke Harders

Der ironische und erfolgreiche Start des Twitterseminars
Ein Lehrauftrag zur Geschlechterforschung

Unter dem Titel „Die Universität Bielefeld wird 50. Wir twittern!“ bot Dr. Levke Harders im Wintersemester 2018/19 ein Seminar für Studierende in ganz unterschiedlichen Studiengängen an. In der Lehrveranstaltung wurde aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Universität Bielefeld gemeinsam eine Twitter-Timeline erstellt. Die mehr als 400 Beiträge über die Gründungszeit und die historische Entwicklung wurden unter dem Twitter-Account @UniBielefeld50 zwischen Februar und Dezember 2019 veröffentlicht.

Wir sind über Twitter auf die innovative Lehrveranstaltung aufmerksam geworden und haben mit Dr. Levke Harders, zu deren Forschungsschwerpunkten Gender- und Migrationsforschung gehören, über das Twitterseminar gesprochen.

Mehr zu dem Good-Practice-Beispiel im Toolbox-Beitrag:

  • Konzept der Lehrveranstaltung mit Syllabus
  • Gender und Diversität im Twitterseminar
  • Digitale Bildung und Open Educational Ressources
  • Blogbeiträge über das Twitterseminar
  • Videointerview mit Dr. Levke Harders
  • Literaturhinweise

Practicing Academic Kindness in the Classroom

by guest author Philipp Schulz

This text was first published on the blog „Duck of Minerva“ on February 17, 2020. The blog focuses on world politics from an academic perspective. We thank the author and publishers for the opportunity to share this article on our Toolbox-Blog.

Academic competitiveness and pettiness is alive and real. From expediting demands of the competitive academic job market, disrespectful peer review comments, to micro-aggressions and open hostilities at conferences – in particular to early career, women and/or people of colour scholars – there seem to be countless examples for an acute absence of kindness and empathy in the academy. Probably most of us, although to varying degrees, have been confronted with the unkind aspects of academic environments. In many ways, of course, these problems are embedded in wider structural problems of racism and sexism within the academy at large.

Fortunately, there seems to be increasing (albeit slow) recognition of the toxic practices of academic work cultures. As an early career researcher, I am particularly excited about some of the kindness that many of my peers are extending and the horizontal generosity that is beginning to spread across conferences, workshops and social media. Yet, I do believe that the (sub-)field of feminist international relations is particularly unique in that way, perhaps not unrelated to some of the disciplinary sanctioning and marginalizing that the field still experiences in the discipline more widely.

Kindness through Thank You Emails

Inspired by some of that inclusivity and kindness of the scholars I look up to and read – and I am specifically looking at Cynthia Enloe here, who has often been praised for being ‘amazingly generous to feminist colleagues and graduate students’, or my former supervisor Fionnuala Ní Aoláin – I too aim to be more mindfully generous and kind, in my research and writing, as well as during conferences/workshops and teaching. Here, I want to share one particular way in which I try to practice (and teach) academic kindness in the classroom: Together with my students, for each session in our seminars, we write an email to the authors we read that day, to share our appreciation for their work.

The idea came to me when a scholar whose work I absolutely admire in an email also mentioned that she had assigned one my recently published articles in one of her seminars, and that the students liked the text. For me, this was the first time I heard that someone had used any of my writing in class, let alone that it was apparently well received, and so this was an absolute highlight for me that semester. I have also been inspired by others following similar paths, such as Megan Mackenzie, who has previously recorded thank you videos with her students for the authors they read in class, and shared those publicly via twitter.

Influenced by that, I intend to myself share more positive feedback with the authors I read – whether for research or for teaching. We all get so used to receiving and articulating critique (mostly constructive, but often also harsh, unreasonable and imbalanced) about our work and papers, whether at conferences, during peer-review or from supervisors and/or peers. But in my experience so far, we too seldom just articulate positive, affirmative, encouraging and generous feedback about something we truly enjoyed reading, and from which we benefited intellectually, politically or even personally.

In order to change that, for the past two semesters now, I have made it a practice of together with my students sending positive feedback emails to the authors we read. With these emails, we aim to let the authors know how we engaged with their work, to recognize and thank them for their work, and to share with them how this has been beneficial for us.

How does this look like in practice? „Practicing Academic Kindness in the Classroom“ weiterlesen

Zeit geben, Transparenz und Wertschätzung – Studierende mit Prüfungsangst unterstützen

„Für die meisten Lehrenden ist das eine ganz unangenehme Situation, wenn Studierende in einer mündlichen Prüfung nichts sagen. Sie wünschen sich normalerweise, dass Prüflinge gut abschneiden.“ Als möglicher Grund für das Schweigen von Studierenden in Prüfungssituationen sei Prüfungsangst in Erwägung zu ziehen. Dr. Dipl.-Psych. Michael Cugialy bietet im Rahmen der Zentraleinrichtung Studienberatung und Psychologischen Beratung der Freien Universität jedes Semester einen Workshop „Fit für die Prüfung“ an. Dabei geht es zwar um Lernstrategien im Allgemeinen, aber der Umgang mit Nervosität und Angst spielt eine wichtige Rolle.

In die Einzelberatung kommen jährlich knapp 900 Studierende, von denen etwa 50 Prüfungsangst als Anliegen angeben. Holger Walther, Autor des Ratgebers „Ohne Prüfungsangst studieren“ geht davon aus, dass mindestens 10 % der Studierenden stärkere Prüfungsängste haben, die über eine übliche und auch produktive Anspannung und Nervosität hinausgehen.

Wir haben ein Interview mit Michael Cugialy geführt, in dem er folgende Fragen beantwortet:

  • Wie können Lehrende erkennen, dass Studierende Prüfungsangst haben? Welches Verhalten weist darauf hin?
  • Wie kommt es zu Prüfungsangst? Welche Faktoren tragen dazu bei?
  • Welche Folgen hat Prüfungsangst für betroffene Studierende?
  • Welche Strategien zum Umgang mit bzw. Abbau von Prüfungsangst empfehlen sie Studierenden?
  • Was kann die Organisation Hochschule tun, um Prüfungsangst entgegenzuwirken?
  • Was können Lehrende in mündlichen Prüfungen machen?
  • Wie können Lehrende – unabhängig von betroffenen Einzelpersonen – Prüfungen gestalten, so dass Studierende möglichst wenig durch Prüfungsangst eingeschränkt sind?
  • Welche Informationsquellen zum Thema Prüfungsangst empfehlen Sie?
  • An wen können sich Lehrende oder Studierende wenden, wenn Sie Unterstützung in Bezug auf den Umgang mit Prüfungsangst suchen?

Alle Antworten und Tipps in der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘

Tagesworkshop zu Gender und Diversity in der Lehre am 5.5.20 (SUPPORT-Aufbaumodul)

Die Diversität von Studierenden gehört zur Realität des Hochschulalltags. Teilnehmende in Lehrveranstaltungen bringen unterschiedliche Lebensrealitäten mit und haben unterschiedliche Perspektiven auf die Themen und Rahmenbedingungen ihres Studiums. Das hängt auch mit Erfahrungen von Diskriminierung und Privilegierung in gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen zusammen. Gender- und diversitätsbewusste Lehre berücksichtigt die Vielfalt der Studierenden und ermöglicht allen gutes Lernen.
Im Workshop setzen Sie sich mit verschiedenen Dimensionen gender- und diversitätsbewusster Lehre, wie Methoden, Kommunikation, Lehrinhalten und Rahmenbedingungen, auseinander und lernen wichtige Prinzipien für gute Lehre kennen. Dafür nutzen wir die „Toolbox Gender und Diversity in der Lehre“ der Freien Universität Berlin, die allen Interessierten online zur Verfügung steht.

Lernziele

  • Auseinandersetzung mit verschiedene Dimensionen gender- und diversitätsbewusster Lehre
  • Training Ihre Reflexionskompetenz
  • Entwicklung von Handlungsansätzen für die Gestaltung eigener Lehrveranstaltungen
  • Kennenlernen der „Toolbox Gender und Diversity in der Lehre“ und anderer Ressourcen für die Planung und Durchführung Ihrer Lehre.

Der Workshop findet im Rahmen des hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogramms der Freien Universität Berlin „SUPPORT für die Lehre“ statt. Teilnehmen können alle Lehrenden der Freien Universität.

Zum Anmeldeformular

Toolbox-Newsletter Nr. 5 – WiSe 2019/20

Liebe Kolleg*innen und Toolbox-Interessierte,

in diesem Newsletter erhalten Sie Informationen über aktuelle Veranstaltungen, zu denen Sie sich anmelden können, über neue und geplante Beiträge im Toolbox-Blog sowie den Link zu unserem neuen Methodenblatt zu ungleicher Beteiligung von Studierenden auf Deutsch und Englisch.

#4GenderStudies: Genderkompetenz für die Lehre
Online-Veranstaltung am 18.12.19 von 14-15.30 Uhr
Sie haben sich bislang erst wenig oder noch nicht mit Genderaspekten in der Forschung und Genderkompetenz in der Lehre beschäftigt? Sie wünschen sich einen Einstieg ins Thema und die Möglichkeit der Selbstreflexion? Sie möchten wissen, wie Sie Gender in Ihren Lehrveranstaltungen mitdenken und berücksichtigen können?
In diesem Online-Workshop bekommen Sie einen ersten Einblick in das Thema und erweitern Ihre Genderkompetenz.

Folgende Inhalte sind geplant:

  • Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Diskriminierung und Privilegierung
  • Gender als Lehr- und Forschungsinhalt
  • Gendertheoretische Ansätze als Ressource für die Reflexion und Planung von Lehrmethoden

Über Gender zu sprechen ist nicht immer einfach. Oft treffen dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen, Verletzlichkeiten, Annahmen und Befürchtungen aufeinander. Um mit diesen Spannungen umzugehen, arbeiten wir mit dem Konzept der Fehlerfreundlichkeit.
Anlass des Webinars ist der Wissenschaftstag #4GenderStudies, der am 18. Dezember dieses Jahres bereits zum dritten Mal im gesamten deutschsprachigen Raum stattfindet. In Online- und Offline- Formaten geben Wissenschaftler*innen und andere Hochschulangehörige Einblicke in ihr Forschungsfeld.
Die Veranstaltung wird von Melanie Bittner (Toolbox Gender und Diversity in der Lehre) und Heike Pantelmann (Margherita-von-Brentano-Zentrum) angeboten. Hier finden Sie Informationen zur Technik und zur Anmeldung.

Getting to know the “Toolbox Gender and Diversity in Teaching”
Online-Veranstaltung on 2020/15/01, 2-3 p.m.
This webinar is an introduction to gender and diversity conscious teaching. We will use the materials on the toolbox-website to learn about different aspects of teaching like using non-discriminating language and images, choosing methods that engage all students and how to broach the issue of gender and diversity within different subjects. There will be time for a Q&A. You can find information concerning registration and technical aspects here.

Kamingespräch Gender und Diversity in Prüfungen
22.01.20 von 18-21 Uhr am Berliner Zentrum für Hochschullehre (BZHL)
Prüfungen zu konzipieren, durchzuführen und zu bewerten ist eine ungeliebte Aufgabe vieler Lehrender – nicht zuletzt, weil sie unterschiedlichen Anforderungen und Ansprüchen genügen wollen. Dazu gehört, der Vielfalt von Studierenden gerecht zu werden. Doch wie kann das funktionieren?
Mehr Informationen zum Inhalt, dem Format des Kamingesprächs und zur Anmeldung hier.

Lehre gender- und diversitätsbewusst gestalten
Support-Aufbaumodul am 05.05.20 von 9.00-17.00 Uhr
Die Diversität von Studierenden gehört zur Realität des Hochschulalltags. Teilnehmende in Lehrveranstaltungen bringen unterschiedliche Lebensrealitäten mit und haben unterschiedliche Perspektiven auf die Themen und Rahmenbedingungen ihres Studiums. Das hängt auch mit Erfahrungen von Diskriminierung und Privilegierung in gesellschaftlichen Ungleichheitsstrukturen zusammen. Gender- und diversitätsbewusste Lehre berücksichtigt die Vielfalt der Studierenden und ermöglicht allen gutes Lernen. „Toolbox-Newsletter Nr. 5 – WiSe 2019/20“ weiterlesen

Holen Sie sich ein Zwischenfeedback der Studierenden – auch zur Umsetzung gender- und diversitätsbewusster Lehre

Der Dezember ist ein guter Zeitpunkt, um nach etwa der Hälfte des Wintersemesters eine Zwischenevaluation durchzuführen. Sie ist ein hervorragendes Instrument zur Verbesserung der Lehre, denn wenn Sie nicht bis zum Semesterende warten, um sich ein Feedback von Studierenden zu holen, können Sie Kritik und Anregungen direkt umsetzen.

Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren bisherigen Plan über Bord werfen müssen. Auch kleinere Modifikationen können den Lernprozess verbessern. Sie nehmen die Studierenden dadurch ernst und oft erhöht sich die allgemeine Zufriedenheit bereits dadurch deutlich. Unter Umständen kann so auch unkommentiertes Fernbleiben von Studierenden verhindert werden. Beispielsweise ermöglicht eine Zwischenevaluation, zu prüfen, ob der Vorbereitungsaufwand und das Lernniveau angemessen sind oder ob Studierende unter- oder überfordert sind.

Eine Zwischenevaluation können Sie mündlich und/oder schriftlich durchführen, wobei verschiedene Grade der Freiwilligkeit und Anonymität möglich sind. Die Evaluation sollte sich sowohl auf Lernerfolge als auch auf Lernprozesse beziehen. Praktische Hinweise zur Formulierung von Fragen und die methodische Durchführung finden Sie in der Feedback-Methodenbar der Universität Duisburg-Essen. Die Kolleg*innen stellen knapp und anschaulich elf Methoden vor, die Sie an Ihre Bedarfe anpassen können.

Nutzen Sie die die Zwischenevaluation auch, um Ihre Studierenden zu fragen, wie gender- und diversitätsbewusst sie Ihre Lehrveranstaltung bislang wahrgenommen haben. Wenn Sie eine Rückmeldung zu Gender- und Diversityaspekten bekommen möchten, können Sie entweder direkt oder indirekt nachfragen.

Beispielfragen zu Sprache und Interaktion

  • direkte Frage: „Verwendete die Lehrperson gender- und diversitätsbewusste Sprache?“
  • indirekte Frage: „Konnten Sie sich an der Lehrveranstaltung aktiv beteiligen? Konnten Sie sich in Diskussionen, Übungen, Gruppenarbeiten etc. in angemessener Weise einbringen? Wenn nicht, warum?“

Beispielfragen zu Lehr- und Studieninhalten

  • direkte Frage: „Nahm die Lehrperson Bezug auf Theorien oder Daten der Gender- und Diversityforschung?“
  • indirekte Frage: „Fand eine Auseinandersetzung mit dem Kanon Ihres Fachs statt?“

Entscheiden Sie je nach Fachkultur und abhängig von Ihrer Einschätzung der Studierenden, was für Ihre Lehrveranstaltung passend ist. Weitere Vorschläge für Evaluationsfragen zu Lehrmethoden, Lehr- und Studieninhalten sowie Sprache und Interaktion finden Sie in der Toolbox auf der Seite „Von der Planung bis zum Abschluss„.

Wie bei der Abschlussevaluation können Sie natürlich auch die Ergebnisse der Zwischenevaluation sowie mögliche Schlussfolgerungen in der folgenden Sitzung mit den Studierenden diskutieren.

 

 

 

Die Toolbox wird drei: Happy Birthday!

Vom 24.-26.11.2016, also vor genau drei Jahren, veranstalteten wir die Konferenz „Gender und Diversity in die Lehre! Strategien – Praxen – Widerstände“, zu der mehr als 200 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisten und auf Panels, in Workshops und Arbeitsgruppen diskutierten. Kurz davor ging die Toolbox-Website online – zuerst ganz still und leise. Schließlich war es unglaublich aufregend, all die Inhalte, die wir so lange diskutiert hatten, nun online zu wissen. Bei der Konferenzeröffnung hatte die Toolbox dann allerdings ihren öffentlichen Auftritt.

Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildungen

Die Website ist der Kern des Projekts. Unser Ziel aber ist eine Veränderung der Lehrpraxis, denn gute Lehre ist gender- und diversitätsbewusste Lehre! Um die ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ bekannt zu machen, wurden alleine an der Freien Universität etwa 35 Präsentationen, neun Kurzworkshops, ein Tagesworkshop, ein Webinar und zwei Online-Kurzberatungen in Kooperation mit dem Career Service durchgeführt. Auch bei verschiedenen Tagungen hatten wir Gelegenheit, die Toolbox vorzustellen und Workshops anzubieten.

Seit Juli 2018 gibt es außerdem den Toolbox-Newsletter, von dem bislang vier Ausgaben erschienen sind. Im Sommer 2019 kamen der Toolbox-Blog und ein Twitter-Account dazu. Beide ermöglichen aktuellere, zu unterschiedlichen Phase des Semesterrhythmus passende Informationen und mehr Vernetzung.

Ein besonderes Anliegen der Toolbox ist, alle Online-Inhalte und Webinare nicht nur Mitgliedern der Freien Universität zur Verfügung zu stellen, sondern dank eines Open-Acess-Ansatzes alle Interessierten zur Nutzung einzuladen. Wir verwenden außerdem Creative Commons Linzenzen, die es zu festgelegten Bedingungen erlauben, die Inhalte aufzugreifen, bei Bedarf zu verändern und neu zu veröffentlichen. Wir freuen uns, dass diese Möglichkeit bereits genutzt wurde, so dass Gender und Diversity in der Lehre nachhaltiger umgesetzt werden kann.

Erweiterung der Website

Seit dem Launch vor zwei Jahren ist die Website mit zwei neuen Unterseiten noch ein bisschen umfangreicher geworden: Unter Good Practice stellen wir besonders gelungene Beispiele für Gender und Diversity in der Lehre sowie die Gestaltung gender- und diversitätsbewusster Rahmenbedingungen vor. Sie wurden an verschiedenen Fachbereichen der Freien Universität Berlin und an anderen Hochschulen konzipiert und erprobt. Die Sammlung wird laufend ergänzt und wir freuen uns über Vorschläge von Lehrenden, die Konzepte oder Methoden als Open Educational Ressource (OER) zur Verfügung stellen möchten. Außerdem wurde in Kooperation mit Memucho ein interaktives Quiz eingefügt. Interessiert können dort ihr Wissen zu Diversität an Hochschulen sowie zur Institutionalisierung von Gender und Diversity testen und werden auf einschlägige Quellen verwiesen.

Neu hinzugekommen sind außerdem Methodenblätter zum Download:

Dankeschön statt Wunschliste

Wir möchten unseren Geburtstag nutzen, uns bei allen zu bedanken, die uns eingeladen und Feedback gegeben haben, mit uns kooperiert und mit uns diskutiert haben. Außerdem nutzen wird die Gelegenheit Inga Nuethen, Pia Garske, Kathleen Heft sowie Jamina Diehl, Lian Hüntelmann und Ellen Fischer, den bisherigen Mitarbeiter*innen bzw. studentischen Mitarbeiter*innen des Toolbox-Projekts zu danken.

Es ist schön, dass das Interesse an der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ nicht kleiner zu werden scheint, sondern dass wir von ganz unterschiedlichen Fachbereichen spannnende Anfragen erhalten. Wir haben noch viele Ideen, was wir gerne anstoßen und umsetzen möchten. Happy Birthday, Toolbox!

 

 

 

Konferenz, Online-Veranstaltung und Preisverleihung – Was Papayas mit aktuellen Terminen an der FU zu tun haben

Heute möchten wir auf drei Termine hinweisen, die nächste Woche an der Freien Universität Berlin stattfinden:

1. The Politics of Intersectionality (13.-15.11.2019)

Zur Feier des Starts des Masterstudiengangs „Gender, Intersektionalität und Politik“ im Wintersemester 2019/20 veranstaltet Prof. Dr. Gülay Çağlar eine internationale Konferenz mit dem Titel „The Politics of Intersectionality“.

Keynotes
  • Akwugu Emejulu (University of Warwick): Against Institutionalising Intersectionality
  • Sirma Bilge (Université de Montréal): “Minority Knowledges” in Neoliberal Academy: The Case of Intersectionality
Weitere Themenschwerpunkte
  • Intersectionality in Political Science
  • Methodologies and Methods
  • Intersectionality in the German Context
  • Roundtable „Teaching Intersectionality – Changing the Institution?“

Zur Konferenzwebsite mit Programm und Anmeldung

2. Online-Veranstaltung zur gender- und diversitätsbewussten Auswahl und Modifikation von Lehrmethoden (14.11.2019, 14.30-15.00 Uhr)

Im Workshop wird ein Instrument zur Methodenplanung und -auswertung aus der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ vorgestellt. Anhand von konkreten Beispielen lernen Sie fünf Leitfragen kennen, mit denen Sie z.B. reflektieren können, ob eine Methode problematische Gruppendynamiken oder gesellschaftliche Ausschlüsse reproduziert. Wir überlegen auch, wie sich Methoden durch Modifikationen für unterschiedliche Kontexte anpassen und verbessern lassen.

Alle Interessierten können ohne Anmeldung an der Veranstaltung teilnehmen. Hier geht es direkt zum Online-Raum. Es ist keine Installation eines speziellen Programms nötig. Melden Sie sich bitte einfach im Online-Raum mit Ihrem Namen an. Für eine bessere Tonqualität für Sie und alle anderen Teilnehmer*innen empfiehlt sich ein einfaches Headset.

Die Veranstaltung findet als „Online-Kurzberatung“ in Kooperation mit der Qualifizierung für Mentoring und Tutoring des Career Service statt.

3. Verleihung des Margherita-von-Brentano-Preises an die Medical Students for Choice Berlin (15.11.2019, 18 Uhr)

Der Margherita-von-Brentano-Preis ist nach der ersten Frau benannt, die an der Freien Universität Berlin das Amt der Vizepräsidentin innehatte. Er wird alle zwei Jahre für herausragende Leistungen im Bereich der Frauenförderung und/oder Geschlechterforschung vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert.

Dieses Jahr erhält die studentische Inititative Medical Students for Choice Berlin den Margherita-von-Brentano-Preis. Die aus einer Ärztin und mehreren Studentinnen bestehende Gruppe setzt sich seit 2015 für eine umfassende und ganzheitliche Thematisierung des Schwangerschaftsabbruchs im Studium der Humanmedizin ein. In der Begründung des Präsidiums der FU Berlin heißt es, gewürdigt werde das herausragende Engagement „für die strukturierte Verbesserung der humanmedizinischen Lehre im Feld der Gendermedizin“ und das Eintreten für die „bessere Verankerung des Themas Schwangerschaftsabbruch in der ärztlichen Ausbildung“. Hervorgehoben wird zudem die Konzeption von innovativen sogenannten Papaya-Workshops (!) zu Methoden des Schwangerschaftsabbruchs und Informationsveranstaltungen für Medizinstudierende. Das Thema ist inzwischen dank der Aktivitäten der „Medical Students for Choice“ in die Lehrpläne des Medizinstudiums an der Charité – Universitätsmedizin Berlin integriert worden.

Das Toolbox-Team freut sich sehr, dass am 15.11.19 eine studentische Inititative ausgezeichnet wird, die sich für die Verbesserung der Hochschullehre und das so grundlegende wie umkämpfte Recht auf sexuelle Selbstbestimmung einsetzt!

Brettspiel „Identitätenlotto“ zu Gender, Vielfalt und Diskriminierung kann bei der Toolbox ausgeliehen werden

Gendertheorien praktisch und erfahrungsorientiert zu vermitteln – dieser in der Lehre erlebte Bedarf stand am Anfang der Entwicklung des Identitätenlottos. Juliette Wedl hat sich gemeinsam mit einigen Kolleg*innen am Braunschweiger Zentrum für Gender Studies an die Arbeit gemacht und ein Lehr-Lernspiel zu Gender, Vielfalt und Diskriminierung entworfen, getestet und weiterentwickelt. Jetzt ist das Brettspiel erschienen.

Mit einer zufällig gezogenen Spielidentität durchlaufen die Spieler*innen verschiedene Lebensthemen wie Alltag in Deutschland, Selbstbild und Familie. Gemeinsam werden Wissens- und Ereigniskarten sowie Entscheidungen auf Grundlage der Spielidentität diskutiert.

Mehr zum Ablauf und Einsatz des Brettspiels sowie Hinweise zur Reflektion finden Interessierte in dem Artikel „Identitätenlotto – Ein Spiel quer durchs Leben“ von Juliette Wedl, der als eines der Good-Practice-Beispiele in der ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‚ veröffentlicht wurde.

Weitere Informationen zum Spiel gibt es unter https://identitaetenlotto.de/. Dort kann das Spiel auch bestellt werden. Es kostet 50 Euro.

Mitarbeiter*innen und Studierende der Freien Universität Berlin können ein Exemplar des Spiels gegen Vorlage eines Lichtbildausweises beim Toolbox-Team am Arbeitsbereich Zentrale Frauenbeauftragte ausleihen. Schicken Sie uns bei Interesse einfach ein E-Mail.

 

Studentische Perspektiven auf Diversität in Studium und Lehre

Angehende Mentor_innen diskutieren über die Möglichkeiten und Grenzen des Supports unter Studierenden

Namen der Mentor_innen von der Redaktion geändert

Es ist noch früh am Morgen, doch die Temperaturen kratzen bereits an der 30-Grad-Marke. Trotz des hochsommerlichen Wetters haben sich um die 15 Studierende in der vorlesungsfreien Zeit entschlossen, an die FU zu fahren und an einem mehrtägigen Workshop teilzunehmen. Im kommenden Semester sollen sie als angehende Mentor_innen den „Erstis“ den Einstieg in den Studienalltag erleichtern. Neben der Orientierung am Fachbereich und der Hilfe bei der Studienplanung sind sie auch Ansprechpersonen bei allen möglichen Herausforderungen, die ein Studium mit sich bringen kann.

Um einen Eindruck zu vermitteln, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten von Studierenden an der Universität sein können, stelle ich als Studentische Mitarbeiterin im Rahmen der Mentor_innen-Workshops die ‚Toolbox Gender und Diversity in der Lehre‘ vor. Die Toolbox ist eine Website, die über die vielfältige Studierendenschaft informiert und Lehrenden die Möglichkeit bietet, sich z.B. über Methoden und Praxisbeispiele zum Thema Gender und Diversity in der Lehre zu informieren.

Wir starten mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Als Studentische Mitarbeiterin kann ich mich gut in den Studienalltag der Studierenden hineinversetzen. Ich merke aber auch, dass sich dieser nicht immer gleicht. Denn so unterschiedlich wie die Studiengänge der Teilnehmenden im Mentor_innen-Workshop sind, so unterschiedlich sind auch die Erfahrungen, die sie während ihrer bisherigen Studienlaufbahn gemacht haben.

„Studentische Perspektiven auf Diversität in Studium und Lehre“ weiterlesen