Neuer Online-Fachinformationsdienst Politikwissenschaft gestartet

Unter dem Namen POLLUX ist seit gestern der Fachinformationdienst (FID) für die Politikwissenschaft online gegangen. Das noch im Aufbau befindliche Portal soll die überregionale politikwissenschaftliche Forschung in Deutschland nachhaltig optimieren. Es wird von der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gemeinsam mit ihrem Projektpartner, der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, entwickelt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis Sommer 2019 mit ca. 1,5 Mio. Euro gefördert.

In Zusammenarbeit mit der entsprechenden Fachcommunity soll POLLUX u. a. Zugriff auf elektronische Verlagspublikationen (E-Books, E-Journals, E-Articles), wissenschaftliche Open Access-Dokumente, Forschungsdaten sowie Inhalte aus Fachdatenbanken und Zeitungsarchiven anbieten.

Die Recherche ist kostenfrei, der Zugriff auf die lizenzpflichtigen Inhalte kostenpflichtig:

  • über 38.000 E-Books von u. a. Cambridge University Press, Routledge, Oxford University Press,Sage, Nomos, Springer VS, De Gruyter, Palgrave Macmillan, Barbara Budrich, World Scientific etc.
  • mehr als 1,5 Mio. Nachweise zu Zeitschriftenartikeln aus mehr als 1.000 politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften
  • Factiva – lizenzpflichtiges Archiv für Presseartikel, mit tagesaktueller Auswertung tausender Tageszeitungen (die FU hat u. a. die Konkorrenzprodukte Nexis und wiso Presse lizenziert)
  • über 500.000 Nachweise zu gedruckten politikwissenschaftlichen Monografien (mit Bestelloption über kostenpflichtigen Dokumentenlieferdienst Subito)
  • 2000 sofort bestellbaren gedruckten Monografien
  • 1,0 Mio. Open-Access-Dokumente
  • über 360.000 Beiträge aus politikwissenschaftlichen Sammelwerken

PolitikwissenschaftlerInnen, die an einer Hochschule oder einer nicht-kommerziellen Forschungseinrichtung in Deutschland tätig oder Mitglied in einer politikwissenschaftlichen deutschen Fachgesellschaft (DVPW, DGfP) sind, haben laut Anbieter die Möglichkeit, kostenfrei auf die lizenzpflichtigen Inhalte zuzugreifen. Dafür muss man sich einmalig mit dem Account-Typ „Politikwissenschaftler“ registrieren. Studierende, Wissenschaftler in anderen Disziplinen und anderweitig Interessierte können sich als „Standardnutzer“ registrieren und Recherchen oder Literaturlisten abspeichern. Für das 1. Quartal 2018 sind u. a. auch maßgeschneiderte Neuerscheinungslisten geplant.

Nachdem die DFG jahrzehntelang ein System der Sondersammelgebiete (SSG) an wissenschaftlichen Bibliotheken gefördert hatte, wurde dieses seit 2013 sukzessive durch sogenannte Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) abgelöst. Gegenwärtig noch in Planung befinden sich u. a. Online-Portale für Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel/Universitätsbibliothek Leipzig), Geschichte (Bayerische Staatsbibliothek), Jüdische Studien (Universitätsbibliothek Frankfurt a. M.), Lateinamerika, Karibik und Latino Studies (Ibero-Amerikanisches Institut) sowie Soziologie (GESIS/Universitäts- und Stadtbibliothek Köln).

Wir werden die Entwicklungen in diesem Bereich weiterverfolgen und darüber im Biblioblog berichten.

Autor: Marc Spieseke

Universitätsbibliothek, Team Digitale Dienste und Team des Informationszentrums

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