Finalisten des Deutschen Buchpreises 2017 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat die sechs nominierten Romane, die sogenannten „Shortlist“, für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

Aus 20 mach‘ 6

Die Jury um Sprecherin Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder (Rheinische Post) haben insgesamt 200 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen sind. Nachdem sie im letzten Monat die „Longlist“ mit 20 Titeln präsentierten, wetteifern nur noch sechs Autoren – vier Deutsche und zwei Österreicher – um die Auszeichnung:

Der ausgebildete Buchhändler und versierte Lyriker Gerhard Falkner stellt in seinem zweiten Roman Romeo oder Julia (in Erwerbung) einen Schriftsteller in den Mittelpunkt, der mit seltsamen Geschehnissen konfrontiert wird – jemand dringt in sein Hotelzimmer in Innsbruck ein, nimmt ein Schaumbad und hinterlässt absichtlich Spuren. In Madrid wird eine tote Frau vor seinem Zimmerfenster gefunden. Der Grund scheint in der Vergangenheit des Autors zu liegen.

Der Österreicher Franzobel nimmt sich in Das Floß der Medusa der wahren Geschichte einer französischen Fregatte an, die 1816 an der westafrikanischen Küste auf Grund läuft. Für 147 Überlebende wird ein Floß gebaut, das den Kontakt zu den Rettungsbooten verliert und manövrierunfähig zwei Wochen auf dem Ozean treibt. Aus der Sicht des Küchenjungen Victor wird vom Überlebenskampf berichtet – nur 15 Menschen entkommen dem Tod auf dem Meer. Die Tragödie führte zu einem Regierungsskandal und inspirierte auch mehrere Künstler. Bekanntestes Werk ist das großformatige Louvre-Gemälde Le Radeau de la Méduse von Théodore Géricault (1819).

Der studierte Naturwissenschaftler Thomas Lehr hat vor seiner Autorenkarriere bis 1999 als EDV-Spezialist für unser Bibliothekssystem gearbeitet und im Sommersemester 2011 die Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU übertragen bekommen. Sein Roman Schlafende Sonne (in Bearbeitung) spannt den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis ins Berlin des Jahres 2011 und wird zu den stilistisch anspruchsvollsten Kandidaten gezählt. Im Mittelpunkt stehen historische Katastrophen und die privaten Verwicklungen dreier Menschen.

Robert Menasses Satire Die Hauptstadt (in Erwerbung) wird von der Kritik als weltweit erster EU-Roman betitelt (vgl. Zeit Online). Beamte der Kulturabteilung sollen das Image der EU-Kommission zu deren Geburtstag aufpolieren und setzen auf ein „Big Jubilee Project“-Event mit KZ-Überlebenden in Auschwitz. Die Lebensgeschichten der handelnden Personen führen in sechs EU-Länder mit eingebauten Krimi-Plot.

Marion Poschmann schickt in ihrem leichten Roman Die Kieferninseln (in Erwerbung) ihre Hauptfigur, einen Privatdozenten und betrogenen Ehemann, auf eine Pilgerreise nach Japan. Doch bevor diese Reise beginnt, trifft er auf einen suizidalen japanischen Studenten.

Einzige Debütantin im Feld ist die in Russland geborene Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. In Außer sich (vormerkbar) folgt die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters einem Zwillingspaar, das erst in einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der Postsowjetjahre und dann in einem Asylbewerberheim in der westdeutschen Provinz aufwächst. Salzmann hat für ihr Romandebüt zuvor den mit 15.000 Euro dotieren Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung gewonnen. Die Jury würdigte das Werk als „gewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identitäten“ und als „ein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart“.

Alle Romane verbinden laut Jury ein „Kühnes Denken“ und die „Idee Europa“: „Allen gemeinsam ist das Bewusstsein, dass ernsthaftes literarisches Tun immer auch ein Brechen mit herrschenden Ordnungen im Sprechen, Denken und Fühlen bedeutet. Thematisch ist es die Frage danach, wer ‚wir‘ sind und wer ‚wir‘ sein wollen, die viele der Texte zusammenhält – womit auch Europa auf den Plan kommt“, so Katja Gasser in der offiziellen Pressemitteilung (PDF-Datei). Nicht auf die Shortlist schaffte es u. a. die frühere FU-Studentin Julia Wolf (Walter Nowak bleibt liegen), Sven Regener mit der Wiederauferstehung seines Kulthelden Herrn Lehmann (Wiener Straße) sowie der von vielen Kritikern favorisierte Ingo Schulze mit seiner Kapitalismus-Komödie Peter Holtz.

Die sechs Finalisten im Überblick
(verfügbare Titel sind verlinkt und mehrheitlich in der Philologischen Bibliothek vorhanden):

  • Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017) – in Erwerbung
  • Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser, August 2017) – in Bearbeitung
  • Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, September 2017) – in Erwerbung
  • Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp, September 2017) – in Erwerbung
  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)

Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2017 im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 8-11 Minuten lang).

Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat diese Woche die 20 nominierten Romane für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

Zaimoglu zum fünften, Bonné, Lehr, Poschmann und Schulze zum dritten

In diesem Jahr treffen die Werke von 14 Deutschen, fünf Österreichern und eines Schweizers aufeinander. Unter den sieben nominierten Autorinnen und 13 Autoren sind neun schon mit dem Gefühl vertraut, mit einem Werk auf der Longlist zu stehen. Das größte Déjà-vu trifft zweifelsohne Feridun Zaimoglu, der bereits zum fünften Mal auf der Nominiertenliste zu finden ist und nun zum ersten Mal auf die Shortlist der besten sechs Romane gelangen könnte. In seinem neuesten Werk Evangelio begibt sich Zaimoglu auf die Wartburg Martin Luthers und wählt den Blickwinkel eines sorgenvollen katholischen Landesknechts, der dem Reformator beschützend zur Seite gestellt wird.

In der Vergangenheit aus Buchpreis-Sicht erfolgreicher gewesen sind Mirko Bonné, Thomas Lehr, Marion Poschmann und Ingo Schulze, die es allesamt mindestens einmal auf die Shortlist und es zum dritten Mal unter die Top 20 geschafft haben. Bonné überträgt in seinen Liebesroman Lichter als der Tag (verfügbar) laut Buchpreis-Jury das Wahlverwandtschaften-Thema in die Gegenwart. Der studierte Naturwissenschaftler Thomas Lehr hat vor seiner Autorenkarriere bis 1999 als EDV-Spezialist für unser Bibliothekssystem gearbeitet und im Sommersemester 2011 die Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU übertragen bekommen. Sein Roman Schlafende Sonne (in Bearbeitung) spannt den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis ins Berlin des Jahres 2011 und wird zu den stilistisch anspruchsvollsten Kandidaten gezählt. Im Mittelpunkt stehen historische Katastrophen und die privaten Verwicklungen dreier Menschen. Marion Poschmann schickt in ihrem leichten Roman Die Kieferninseln (in Erwerbung) ihre Hauptfigur, einen Privatdozenten und betrogenen Ehemann, auf eine Pilgerreise nach Japan, während der von vielen Kritikern favorisierte Ingo Schulze in seiner Kapitalismus-Komödie Peter Holtz (in Erwerbung) den Titelhelden vom Waisenkind zum Millionär wider Willen aufsteigen lässt.

Von Zwillingen, Nachkriegskindern und Herrn Lehmann

Einzige Debütantin im Feld ist die in Russland geborene Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. In Außer sich (in Erwerbung) folgt die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters einem Zwillingspaar, das erst in einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der Postsowjetjahre und dann in einem Asylbewerberheim in der westdeutschen Provinz aufwächst. Salzmann hat für ihr Romandebüt erst ein paar Tage zuvor den mit 15.000 Euro dotieren Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung gewonnen. Die Jury würdigte das Werk als „gewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identitäten“ und als „ein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart“.

Für ihren zweiten Roman wurde die frühere FU-Studentin Julia Wolf nominiert, die mit Walter Nowak bleibt liegen laut Buchpreis-Jury ein „eindrucksvolles Männerporträt“ abliefere (in Bearbeitung). Ihr Titelheld – ein egomanischer und ebenso passionierter Schwimmer – bricht eines Tages im Badezimmer zusammen. Bewegungsunfähig streifen Gedankenfetzen seine Kindheit als unehelicher Sohn eines GIs in der Nachkriegszeit, die kaputte Ehe und eine unheilvolle ärztliche Diagnose. Wolf hatte mit ihrem gleichnamigen Textauszug im letzten Jahr um den Ingeborg-Bachmann-Preis konkurriert und den 3sat-Preis erhalten. Wieder auferstehen lässt dagegen Sven Regener seinen Kulthelden Herrn Lehmann. 16 Jahre nach seinem erfolgreichen Romandebüt begibt sich Regener in Wiener Straße (in Erwerbung) erneut ins Kreuzberg der 1980er-Jahre und wartet u. a. mit rebellische Berufsnichten, österreichischen Aktionskünstlern, Kettensägen und einem Schwangerschaftssimulator auf.

Die 20 Nominierten im Überblick
(UPDATE: 14.09.17 – verfügbare Titel sind verlinkt und in der Philologischen Bibliothek und/oder Universitätsbibliothek vorhanden):

  • Mirko Bonné: Lichter als der Tag (Schöffling & Co, Juli 2017)
  • Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017) – in Erwerbung
  • Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay, Januar 2017)
  • Monika Helfer: Schau mich an, wenn ich mit dir rede! (Jung und Jung, März 2017) – in Bearbeitung
  • Christoph Höhtker: Das Jahr der Frauen (Weissbooks, August 2017) – in Erwerbung
  • Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser, August 2017) – in Erwerbung
  • Jonas Lüscher: Kraft (C.H. Beck, März 2017)
  • Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, September 2017) – in Erwerbung
  • Birgit Müller-Wieland: Flugschnee (Otto Müller, Februar 2017) – in Bearbeitung
  • Jakob Nolte: Schreckliche Gewalten (Matthes & Seitz Berlin, März
    2017) – in Bearbeitung
  • Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp, September 2017) – in Erwerbung
  • Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo (Berlin Verlag, März 2017)
  • Robert Prosser: Phantome (Ullstein fünf, September 2017)
  • Sven Regener: Wiener Straße (Galiani Berlin, September 2017) – in Erwerbung
  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)
  • Ingo Schulze: Peter Holtz (S. Fischer, September 2017) – in Erwerbung
  • Michael Wildenhain: Das Singen der Sirenen (Klett-Cotta, September 2017) – in Erwerbung
  • Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt, März 2017) – in Bearbeitung
  • Christine Wunnicke: Katie (Berenberg, März 2017)
  • Feridun Zaimoglu: Evangelio (Kiepenheuer & Witsch, März 2017)

Die Longlist wird am 12. September 2017 von der Jury um Sprecherin Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder (Rheinische Post) auf sechs finale Romane reduziert, die sogenannte „Shortlist“. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2017 statt.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 8-11 Minuten lang).

Booker Prize für David Grossman

David Grossman (Bild: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons - cc-by-sa-3.0)
David Grossman im September 2015

Mit dem Man Booker International Prize sind gestern in London der israelische Schriftsteller David Grossman und Übersetzerin Jessica Cohen für A Horse Walks Into a Bar ausgezeichnet worden. Die englischsprachige Übersetzung des Romans, in Deutschland im letzten Jahr unter dem Titel Kommt ein Pferd in die Bar erschienen (in der Universitätsbibliothek ausleihbar), sei laut dem Juryvorsitzenden Nick Barley ein „Hochseilakt von einem Roman“ und blicke „auf die Auswirkungen von Trauer, ohne irgendeneinen Hinweis auf Sentimentalität“, so die offizielle Presseerklärung. Der britische Literaturpreis wird seit 2016 jährlich an einen fremdsprachigen, ins Englische übersetzten und im Vereinigten Königreich veröffentlichten Roman oder Kurzgeschichtenband vergeben. Der Preis ist mit insgesamt 62.000 Pfund Sterling (ca. 71.000 Euro) dotiert, wobei sich Autor und Übersetzer das Preisgeld teilen. Bis 2015 ehrte die Auszeichnung das Gesamtwerk eines internationalen Autors.

Mit Kommt ein Pferd in die Bar schlug Grossman neue Töne an. Während der Roman 2014 bei seinem Erscheinen in Israel gemischte Kritiken hervorrief, wurde er im deutschsprachigen Feuilleton sehr gelobt. Der zuvor für seine Feinfühligkeit gerühmte Autor stellt in seinem Werk den zynischen Unsympathen Dovele Grinstein in den Mittelpunkt, der an seinem 57. Geburtstag ein letztes Mal als Comedian in Netanja auftritt. Seinem Publikum, darunter Jugendfreunde, bleibt das Lachen im Hals stecken, als er sich als labiler Mensch und Komiker wider Willen entpuppt, der seine traumatischen Kindheitserinnerungen und die Holocaust-Erlebnisse seiner Familie in der Show zum Thema macht. In den Kleinstadtsaal rage alles hinein, was Israel an ungelösten Problemen quäle, so Martin Ebel lobend im Februar 2016 in seiner Kritik für Die Welt. Neue Töne entdeckte Marie Luise Knott (Neue Zürcher Zeitung). Sie bemerkte, dass der Text bei bisherigen Bewunderern von Grossman in Israel als sehr „gewalttätig“ aufgenommen worden sei. Bisherige Kritiker des Autors wiederum hätten ihn gelobt, dass seine „Sprache die Gewaltverhältnisse im Land“ endlich widerspiegle.

Die Shortlist für den Man Booker International Prize 2017 im Überblick:

Nominierte (Shortlist) Englischsprachiger Titel
(Originaltitel)
Deutscher Titel
Mathias Énard (Frankreich),
Charlotte Mandell (Übersetzung)
Compass
(Boussole)
Kompass
(ausleihbar in UB und Philologische Bibliothek)
David Grossman (Israel),
Jessica Cohen (Übersetzung)
A Horse Walks Into a Bar
(סוס אחד נכנס לְבָּר, Sus Echad Nichnas Le-Bar)
Kommt ein Pferd in die Bar
(ausleihbar in UB)
Roy Jacobsen (Norwegen),
Don Bartlett, Don Shaw (Übersetzung)
The Unseen
(De Usynlige)
Die Unsichtbaren
Dorthe Nors (Dänemark),
Misha Hoekstra (Übersetzung)
Mirror, Shoulder, Signal
(Spejl, skulder, blink)
Rechts blinken, links abbiegen
Amos Oz (Israel),
Nicholas de Lange (Übersetzung)
Judas
(הבשורה על פי יהודה, Habesora al pi Jehuda)
Judas
(ausleihbar in UB)
Samanta Schweblin (Argentinien),
Megan McDowell (Übersetzung)
Fever Dream
(El núcleo del Disturbio)
nicht bekannt
Bild: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons, Lizenz: cc-by-sa-3.0

Bob Dylans Nobelpreisrede online

Bob Dylan
Bob Dylan (2010)

Nachdem Bob Dylan letzten Oktober den Literaturnobelpreis zuerkannt bekam (biblioblog berichtete), ließ sich der US-amerikanische Singer-Songwriter viel Zeit, mit der Nobelpreisakademie in Kontakt zu treten. Erst zwei Wochen später gab Dylan an, dass der Preis eine Ehre für ihn sei. Eine Absage für die offizielle Nobelpreisverleihung am 10. Dezember folgte Anfang April ein Treffen mit den Akademiemitgliedern in Stockholm – Dylan hatte sich für ein Konzert in der schwedischen Hauptstadt befunden.

Doch um die acht Mio. schwedische Kronen (ca. 817.000 EUR) an Preisgeld zu behalten, fehlte noch die obligatorische Preisrede, die der Laureat zu halten hat. Im Falle von Bob Dylan war der 10. Juni Stichtag. Seit Anfang der Woche ist seine Nobel Lecture nun endlich via nobelprize.org und auch als Audiodatei via Soundcloud verfügbar. Mit seiner rauen, rhythmischen Stimme sprach der Musiker unter Jazz-Klavierklängen den Text selber ein und gibt u. a. Herman Melvilles Moby Dick, Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues und Homers Odyssee als ihn prägende Bücher an.

(Bild: Alberto Cabello, Lizenz: CC-BY-2.0)

Preis der Leipziger Buchmesse 2017 vergeben

Zu Beginn der Leipziger Buchmesse sind gestern ihre mit 45.000 Euro dotierten Preise in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben worden.

In der Kategorie Belletristik gewann die in Berlin lebende Schriftstellerin Natascha Wodin mit ihrem Werk Sie kam aus Mariupol. Ihr Manuskript war bereits 2015 mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet worden. Wodin erzählt die Geschichte ihrer Mutter Jewgenia, die aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol stammte und als Angehörige einer Adelsfamilie den stalinistischen Terror erlebte und später im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt wurde. Auch ihre Tante Lidia wird porträtiert, die in ein sowjetisches Straflager interniert wurde. Die Jury hob hervor, dass Wodins Buch ausdrücklich nicht die Bezeichnung Roman trage. „Doch an der Grenze von Fiktion und Nichtfiktion, wo es angesiedelt ist, betreibt es autobiografisches Schreiben mit einem hohen Maß an Selbstreflexion und romanhaftes Schreiben […]“ sowie „unerhört zeitgenössisch“, lobte die Jurybegründung. Sie kam aus Mariupol ist in der Philologischen Bibliothek vorrätig und via Primo vormerkbar (ähnliche Schicksale lassen sich über die Oral-History-Datenbank Zwangsarbeit: 1939-1945 recherchieren). Ebenfalls ausleihbar sind die nominierten Werke Hagard (Lukas Bärfuss), Der Scheik von Aachen (Brigitte Kronauer), 118 (Stefan Popp) und Kirio (Anne Weber).

Als bestes Sachbuch wurde Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit von der deutschen Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger ausgezeichnet. Das Buch ist im Campusnetz über die Online-Plattform C.H.Beck-eLibrary als E-Book abrufbar. Einzelne Kapitel können für den Eigengebrauch als PDF-Dateien heruntergeladen werden. Die übrigen Nominierten in dieser Kategorie sind über Primo ganz klassisch in Printform ausleihbar bzw. vormerkbar: Das Europa der Könige. Macht und Spiel an den Höpfen des 17. und 18. Jahrhunderts (Leonhard Horowski), Wolkendienst. Figuren des Flüchtigen (Klaus Reichert), Siegfried Kracauer. Eine Biografie (Jörg Später) und Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes (Volker Weiß).

Die Schweizer Sinologin und Übersetzerin Eva Lüdi Kong wurde für ihre Übertragung des chinesischen Romans Die Reise in den Westen geehrt, die momentan in Erwerbung ist. Lüdi Kong arbeitete zehn Jahre an der Übersetzung des Werkes, das im 16. Jahrhundert zur Zeit der Ming-Dynastie verfasst wurde und zu den vier klassischen Romanen der chinesischen Literatur zählt. Der Verlag Reclam investierte 80.000 Euro in die Veröffentlichung des über 1300 Seiten langen Werkes, das im Printformat auf ein Gewicht von 1,5 kg kommt (vgl. Welt Online).

Preisträgerinnen 2017 (von li. nach re.): Eva Lüdi Kong, Barbara Stollberg-Rilinger und Natascha Wodin (Bild: Heike Huslage-Koch, Lizenz: CC-BY-SA-4.0)
Preisträgerinnen 2017 (von li. nach re.): Eva Lüdi Kong, Barbara Stollberg-Rilinger und Natascha Wodin (Bild: Heike Huslage-Koch, Lizenz: CC-BY-SA-4.0)

Mathias Énard oder wo bleibt der deutsche Campusroman?
Bereits am Vortag war der französische Schriftsteller Mathias Énard mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geehrt worden. Er hat die Auszeichnung für seinen ins Deutsche übersetzten Roman Kompass erhalten, der 2015 bereits den renommierten Prix Goncourt gewonnen hatte. Darin denkt der Musikwissenschaftler Franz Ritter in einer schlaflosen Nacht an seine Reisen nach Palmyra, Aleppo und Teheran zurück und erinnert sich an die Liebe zu einer Literaturwissenschaftlerin. Die gut aufgenommenen Reden von der tunesischen Historikerin und Laudatorin Leyla Dhakli sowie von Énard können bei buchhandel.de nachgelesen werden.

Kompass wurde bereits letzte Woche von Jan Wieler im Feuilleton der FAZ zitiert. In seinem Artikel Wo bleibt der neue Campusroman? (13.03., S. 9) lobte er Énard für seine realistische Darstellung des akademischen Milieus. Gleichzeitig beklagte Wieler, dass sich die deutsche Gegenwartsliteratur im Gegensatz zu den USA und Frankreich schwer mit diesem Thema tue, vor allem die jüngeren Schriftsteller. Ausnahmen seien Aljoscha Brells Roman Kress (2015), über einen Berliner Studenten, der verbissen und hochmütig sein Germanistikstudium verfolgt und nicht über den sozialen Kontakt zu einer Taube hinauskommt sowie Jonas Lüschers dieses Jahr erschienene Gelehrtensatire Kraft. Auch über die Gründe philosophiert Wieler und hofft, dass seine möglichen Antworten (Bildungsverfall, Bildungsverachtung, Bologna-Punktesammel-Fetischismus oder inspirationsloses Studium) nicht stimmen. Der Artikel ist im Campusnetz kostenfrei über das Frankfurter Allgemeine Archiv einsehbar, dass die Print-Artikel ab 1949 ff. enthält.

Malta erhält neuen EU-Ratsvorsitz

Logo Malta EU 2017Ein Premiere findet derzeit im Rat der Europäischen Union statt. Zum ersten Mal seit dem Beitritt hat Malta den Vorsitz des Rats übernommen. Diesen wird das Land vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2017 innehaben. Jeder Mitgliedstaat wird mit dieser Aufgabe betreut, egal wann er dazugestoßen oder wie groß er ist.  So hat jeder Staat die Möglichkeit, die Pläne der EU zu beeinflussen. Um auch langfristige Ziele zu formulieren und durchzusetzen, sind immer drei aufeinanderfolgende Ratspräsidentschaften als Dreiervorsitz zusammengefasst. In diesem Fall arbeitet Malta mit den Niederlanden und der Slowakei zusammen, wobei die anderen beiden Staaten ihre Aufgabe als Vorsitzende bereits durchgeführt haben.

Das Programm des Dreiervorsitzes findet sich hier. Die Schwerpunkte der maltesichen EU-Ratspräsidentschaft liegen bei

  • Migration
  • Binnenmarkt
  • Sicherheit
  • Soziale Eingliederung
  • Europas Nachbarn
  • Maritimes

Und hier haben wir auch noch zwei Literaturtipps:

Eine Einführung in Den Rat Der Europäischen Union / [Rat Der Europäischen Union. Generalsekretariat]. Luxemburg: Amt Für Amtl. Veröff. Der Europ. Gemeinschaft, 2008.

Standort: Dokumentationszentrum UN-EU; Signatur edz 4300 E35

und

Der Europäische Rat Und Der Rat Der EU Im Wandel Der Zeit : Entscheidungsfindung Und Rechtsetzung Im Rahmen Der Europäischen Integration / Rat Der Europäischen Union. 2016.

Standort: Dokumentationszentrum UN-EU; Signatur edz 4100 E89 R232 oder online

 

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

 

Wahl des neuen Präsidenten des Europäischen Parlaments

Logo VoteWatchAm 17. Januar wird Martin Schulz als Präsident des Europäischen Parlaments abgelöst. Von wem ist noch völlig offen. Allerdings besteht die Möglichkeit, sich zur Wahl und auch sonst jederzeit ein Meinungsbild der Mitglieder des Europäischen Parlaments einzusehen.

Screenshot der App von VoteWatch

Dazu kann man die Services der Non-Profit-Organisation VoteWatch nutzen.

Neben einer Reihe Infografiken zur anstehenden Wahl, die Aufgrund des Wahlverhaltens der einzelnen Abgeordneten der letzten zweieinhalb Jahre erstellt wurden, gibt es auch eine detaillierte Aufstellung zu einzelnen Parlamentsmitgliedern, Parteien und Abstimmungen. Diese sind auch schnell und einfach über eine App für Android und iOS erreichbar.

 

Unsere Literaturtipps dazu:

Europäisches Parlament : Bürgerhandbuch.

Standort: Lesesaal UN-EU; Signatur edz 4200 B928-8.2014/19

 

The European Parliament / Richard Corbett, Francis Jacobs, Darren Neville. 9th ed. 2016.

Standort: Lesesaal UN-EU; Signatur edz 4200 C789

 

Wahlen Zum Europäischen Parlament / Wichard Woyke. Redaktionsschluss [der Printausg.]: März 2014 ed. BV039860494 25. Bonn : Roggentin: Bundeszentrale Für Politische Bildung ; IBRo, 2014.

Standort: Geschlossenes Magazin, muss bestellt werden

 

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Die EU im Vergleich zum Rest der Welt

Cover "The EU in the world"
Foto: Melanie Kleist

Wie schneidet die EU im Vergleich zu anderen Mächten in der Welt statistisch ab? Wie sind die Zahlen zu den Lebensbedingungen, der Agrarwirtschaft  oder dem internationalen Handel? Als ein guter Einstieg in die Statistiken der EU kann die Neuerscheinung „The EU in the world“ hier Wissenslücken füllen und Aufschluss geben. Aktuell ist die Ausgabe für 2016 erschienen und bei uns als Printexemplar im Präsenzbereich des Dokumentationszentrums UN-EU einsehbar (Signatur edz 1400 E89 S7-2016) . Optional gibt es die Ausgabe auch in digitaler Form.

Diese Publikation vereint Informationen aus den Publikationen Europe in figures — the Eurostat yearbook und Eurostat regional yearbook.

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

 

 

Booker Prize an Paul Beatty

The SelloutAls erster US-amerikanischer Schriftsteller ist Paul Beatty mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet worden. Sein satirischer Roman The Sellout seit laut Jury „ein schockierendes und unerwartet lustiges“ Porträt von Los Angeles und werfe einen schonungslosen Blick auf die „Rassenverhältnisse in den USA“ (vgl. sueddeutsche.de). Der seit 1969 in London vergebene Literaturpreis gilt als wichtigste Auszeichnung im Vereinigten Königreich und ist mit 50.000 Pfund Sterling (ca. 55.000 Euro) dotiert. Bis 2013 war der Booker Prize Autoren aus dem Vereinigten Königreich, Irland oder dem Commonwealth vorbehalten.

Die Geschichte wird von Bonbon erzählt, Sohn eines umstrittenen Soziologen, der aus dem fiktiven „Agrar-Ghetto“ Dickens, am südlichen Stadtrand von Los Angeles, stammt. Bonbon war von Kindheit an rassistisch aufgeladenen psychologischen Studien ausgesetzt. Nachdem sein Vater von der Polizei erschossen wird und das Vorhandensein finanziell ertragreicher Memoiren sich als Lüge entpuppt, muss der junge Afroamerikaner auch feststellen, dass Dickens aus Verlegenheit von der kalifornischen Landkarte entfernt wurde. Daraufhin beschließt er gemeinsam mit dem berühmtesten Einwohner der Stadt die Sklaverei und Rassentrennung an der örtlichen High School wiedereinzuführen, um die bürgerliche Ordnung wiederherzustellen. Die juristische Auseinandersetzung darüber führt sie bis vor den Supreme Court und macht Dickens landesweit bekannt.

Der afroamerikanische Autor Paul Beatty wurde 1962 in Los Angeles geboren. Er studierte kreatives Schreiben am Brooklyn College und erhielt einen Master in Psychologie an der Boston University. Beatty, ein früherer Poetryslammer (s. auch Beattys Buch Slam Poetry: Heftige Dichtkunst aus Amerika), trat als Autor Anfang der 1990er-Jahre mit Gedichtbänden in Erscheinung und veröffentlichte auch eine Anthologie, die den afroamerikanischen Humor zum Thema hat. The Sellout ist nach The White Boy Shuffle (1996), Tuff (2000) und Slumberland (2008), der über einen DJ in Berlin berichtet, sein vierter Roman. Für The Sellout hatte Beatty im letzten Jahr bereits den amerikanischen National Book Critics Circle Award erhalten.

The Sellout setzte sich auf der Shortlist gegen die Briten Deborah Levy (Hot Milk) und Graeme Macrae Burnet (His Bloody Project), die US-Amerikanerin Otessa Moshfegh (Eileen), die Kanadierin Madeleine Thien (Do Not Say We Have Nothing) sowie den britisch-kanadischen Autor David Szalay (All That Man Is) durch. Hot Milk und Eileen sind ebenfalls im FU-Bereich nachgewiesen. Der schmale Band Hot Milk spielt während des Sommers in einem spanischen Fischerdorf und stellt eine junge Barista in den Mittelpunkt, die sich mit ihrer hypochondrischen Mutter auseinandersetzen muss. Ebenfalls konfliktbeladen ist die Titelfigur aus dem Thriller Eileen, eine junge Sekretärin, die in einer Jugendstrafanstalt in Neuengland der 1960er-Jahre arbeitet. Von der Alkoholsucht des Vaters erdrückt, flüchtet sie sich in Ladendiebstähle und stalkt einen attraktiven Gefängniswärter, ehe die Freundschaft mit einer neuen Arbeitskollegin in ein Verbrechen mündet. Hollywood-Produzent Scott Rudin (No Country for Old Men, The Social Network) hat sich Medienberichten zufolge bereits die Filmrechte an dem düsteren Stoff gesichert.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Carolin Emcke

Carolin Emcke (Bild: Ot, Lizenz: CC-BY-4.0)Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag ist Carolin Emcke mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die deutsche Publizistin nahm die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Die Laudatio auf sie hielt ihre frühere Doktormutter von der Harvard University, die Philosophin Seyla Benhabib. Emcke habe „[…] die Gabe, die Dinge so benennen und erzählen zu können, dass das Schweigen, in das sich Gewalt, Grausamkeit und Folter hüllen, durchbrochen wird. Es ist diese Gabe, die sie heute zu einer der einflussreichsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit macht.“, so Benhabib in ihrer Laudatio.

Carolin Emcke, Tochter einer Argentinierin und eines Deutschen, wurde 1967 in Mühlheim/Ruhr geboren und studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Harvard und Frankfurt/Main. Sie schloss ihr Studium 1993 mit dem Magister Artium in Philosophie bei Jürgen Habermas ab und promovierte als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes bei Axel Honneth in Frankfurt und Seyla Benhabib von der Harvard University über den Begriff „Kollektive Identitäten“ zum Dr. phil.

(Bild: Ot, Lizenz: CC-BY-4.0)

Ihre Karriere als Journalistin begann sie als Kriegsreporterin für den Spiegel und berichtete u. a. aus dem Kosovo, aus Afghanistan, Pakistan, Irak und Gaza. In Von den Kriegen – Briefe an Freunde (2004) reflektierte Emcke ihre eigene Rolle als Reporterin an den Krisenherden der Welt. Den Zusammenhang von Gewalt und Sprachlosigkeit thematisierte Emcke, die seit 2007 als freie Publizistin tätig ist, auch in ihren späteren Werken wie dem 2013 erschienenen Essayband Weil es sagbar ist (vgl. Porträt bei Munzinger Online). Neben Reportagen und Essays für die ZEIT aus Albanien oder Haiti schrieb sie mit Stumme Gewalt (2008) ein Buch, das zum Dialog zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF), deren Opfern und den Ermittlern aufrief (Emckes eigener Patenonkel Alfred Herrhausen war 1989 von der RAF ermordet worden). Mit Wie wir begehren (2012) stellte sich die Autorin der eigenen Homosexualität, während sich ihr in diesem Monat neu erschienener Essayband Gegen den Hass Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit zum Thema hat. Auch in ihrer lesenswerten Dankesrede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels nimmt Emcke Stellung zu den Themen Fanatismus, Freiheit und Homosexualität. Mit dem Gedanken „Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.“, schließt die in Berlin lebende Autorin ab und rief erneut zum Dialog miteinander auf (vgl. sueddeutsche.de).