Longlist für den Deutschen Buchpreis 2013 veröffentlicht

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat diese Woche die 20 nominierten Romane für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.

In diesem Jahr treffen die Werke von elf Deutschen, vier Schweizern, drei Österreichern, einer gebürtigen Russin und einer gebürtigen Ungarin aufeinander. Unter den Nominierten sind u. a. Büchner-Preisträger Reinhard Jirgl, Daniel Kehlmann, Clemens Meyer, Uwe Timm und Urs Widmer vertreten.

FU-Absolventen unter den Nominierten

Auch zwei frühere FU-Angehörige sind im Nominiertenfeld zu finden – Olaf Kühl und Monika Zeiner.

Kühl, 1955 in Friesland geboren, studierte Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte an der Freien Universität und machte sich u. a. als Übersetzer aus dem Polnischen (u. a. Werke von Witold Gombrowicz, Adam Zagajewski, Andrzej Stasiuk und Dorota Masłowska) sowie als Russland-Referent des Regierenden Bürgermeisters von Berlin einen Namen. 2011/12 oblag ihm an der FU die Schlegel-Gastprofessor für Poetik der Übersetzung. In seinem nächsten Monat erscheinenden Roman Der wahre Sohn begibt sich die Hauptfigur Krynitzki auf die Suche nach einer verschwundenen Luxuslimousine. Die Spur führt von Deutschland nach Kiew, wo der Versicherungsdetektiv mit der gewaltreichen ukrainischen Geschichte konfrontiert wird.

Monika Zeiner, geboren 1971 in Würzburg, studierte an der FU Berlin und in Neapel und promovierte über das Thema Liebesmelancholie im Mittelalter. In ihrem Debütroman Die Ordnung der Sterne über Como zeichnet die Hörspielautorin und Sängerin eine Dreiecksgeschichte um einen Berliner Pianisten nach, der in Neapel darauf hofft, seine große Liebe wiederzutreffen.

Lesung mit der nominierten Nellja Veremej

Auch mit der russisch-deutschen Journalistin Nellja Veremej könnte die FU bald eine potentielle Deutsche-Buchpreis-Gewinnerin willkommen heißen – am 24. Oktober 2013 liest sie zur Langen Nacht der Bibliotheken ab 22 Uhr in der Philologischen Bibliothek aus ihrem nominierten semi-autobiografischen Debütroman Berlin liegt im Osten. Das Werk stellt eine aus der Sowjetunion stammende Altenpflegerin in den Mittelpunkt, die sich ihr Leben rund um den Alexanderplatz eingerichtet hat und an ihre Kindheit in Sibirien und das Studentenleben in Leningrad zurückdenkt. Zu ihrem Roman ließ sich Veremej eigenen Angaben zufolge u. a. von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz inspirieren.

Die 20 Nominierten im Überblick (verfügbare Titel sind verlinkt und überwiegend in der Philologischen Bibliothek vorhanden):

  • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013) – in Erwerbung
  • Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013) – in Erwerbung
  • Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)
  • Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013) – in Erwerbung
  • Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013) – in Erwerbung
  • Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013) – in Erwerbung
  • Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013) – in Erwerbung
  • Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013) – in Erwerbung
  • Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013) – in Erwerbung
  • Thomas Stangl: Regeln des Tanzes/Dunkler Tanz (Droschl, September 2013) – in Erwerbung
  • Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013) – in Erwerbung
  • Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)
  • Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013) – in Erwerbung
  • Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013) – in Erwerbung

Die Longlist wird am 11. September 2013 von der Jury um die Schriftsteller Helmut Böttiger, Katrin Lange, Ursula März und FAZ-Redakteur Andreas Platthaus auf sechs finale Romane reduziert, die sogenannte „Shortlist“. Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 7. Oktober 2013 statt.

UPDATE, 21.08.: Via Google Play (Stichwort „Deutscher Buchpreis“) gab es im letzten Jahr erstmals die Möglichkeit, sich eine kostenfreie App auf sein Smartphone herunterzuladen und die Artikelanfänge der auf der Longlist vertretenen Bücher anzulesen bzw. vorgelesen zu bekommen. Die App läuft noch immer etwas unrund, präsentiert aber nun alle 2013er-Kandidaten.

Autor: Marc Spieseke

Universitätsbibliothek, Team Digitale Dienste und Team des Informationszentrums

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Captcha
Refresh
Hilfe
Hinweis / Hint
Das Captcha kann Kleinbuchstaben, Ziffern und die Sonderzeichzeichen »?!#%&« enthalten.
The captcha could contain lower case, numeric characters and special characters as »!#%&«.