Buchtipp: Sind Bibliothekare farblos, verstaubt, verschroben?

„Bibliothekare sind literarische Halbedelsteine, die sich für Kronjuwelen halten“.

So zitiert Elisabeth von Lochner den Schriftsteller Hans-Hermann Kesten (1900–1996) in der Einleitung zu ihrer Masterarbeit von 2008 an der HU Berlin.
Farblos, verstaubt, verschroben: Fiktion oder Realität : Die Fremdcharakterisierung des Bibliothekars im Kontrast zur Selbstkonzeption – so heißt der genaue Titel.

Bibliothekspersonal wird auch heute noch gerne mit geradezu klassisch zu nennenden und immer wieder reproduzierten Klischees, die in der Öffentlichkeit über diesen Beruf existieren, konfrontiert. Brille, Dutt, Bürokrat/in usw. – kennen wir ja!

Und auch die Bibliothek selbst – Tod und Verwesung als Metapher für archivierte Schriften längst verstorbener Schriftsteller, Wissenschaftler, Dichter und Abenteurer. Literarische Friedhöfe sozusagen!
Die Masterarbeit versucht herauszufinden, woran es liegt, dass die traditionellen Klischees kinematographisch und literarisch immer wieder bedient werden.

Denn das Selbstverständnis von BibliothekarInnen sieht schon lange anders aus – hin zum Dienstleister, Information Broker und Multimediaspezialisten.

Autor: Petra Kende

Bibliothekarin an der Universitätsbibliothek, Team Digitale Dienste und Team des Informationszentrums

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