Bewegung tut gut – auch beim Lernen. Deshalb probieren wir in mehreren Standorten der Universitätsbibliothek weiterhin neue Bewegungsangebote aus. Gemeinsam mit dem Hochschulsport und dem Projekt Healthy Campus ist daraus das Projekt Move your Brain entstanden.
Inzwischen haben sich neben unserem stromerzeugenden Fahrrad einige Angebote bewährt und sind dauerhaft verankert:
Zentralbibliothek: Schachspiel und Kickertisch mit leisen Schaumstoffbällen im 1. OG
Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaft: XXL Schachfeld und Sportkiste mit Cross-Boccia, Tischtennis und mehr
Alle Standorte: Poster mit Übungen für kleine Bewegungspausen
Außerdem gibt es Stehpulte zur ergonomischen Nutzung in folgenden Standorten:
Campusbibliothek
Fachbibliothek Rechtswissenschaft
Fachbibliothek Sozialwissenschaften und Osteuropastudien
Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaft
Fachbibliothek Geschichts- und Kunstwissenschaften
Fachbibliothek Geowissenschaften
Zentralbibliothek
Und: montags und mittwochs um 15:30 Uhr findet die Bewegte Pause in der Campusbibliothek statt. Tankt in 15 Minuten neue Energie, steigert die Konzentrationsfähigkeit und bringt etwas Bewegung in den Lernalltag. Einfach mitmachen, kostenlos und ohne Anmeldung.
Weitere Pilotprojekte laufen noch. Zum Beispiel touren gerade Wackelhocker durch verschiedene Bibliotheken – wir testen noch, ob sie sich für den Dauereinsatz eignen.
Wie findet Ihr das? Was wünscht Ihr euch noch? Schreibt uns gerne einen Kommentar!
Blick über Berlin mit Fernsehturm und Roten Rathaus. Quelle: pexels.com: Niki Nagy
Nach der Teilung der Stadt befand sich West-Berlin in einer kritischen Insellage, umgeben von der Sowjetischen Besetzungszone (SBZ) und später der DDR. Was das bedeuten konnte, hatte die Bevölkerung bei der Berlin-Blockade 1948/49 hautnah erlebt. Die Insellage machte es der Freien Universität zeitweilig schwer, Studierende und Lehrpersonal aus der Bundesrepublik zu gewinnen. Wer dennoch kam, tat dies aus unterschiedlichsten Gründen – oft spielte Abenteuerlust dabei auch eine Rolle.
Aufgrund laufender Bauarbeiten sind aktuell einzelne Etagen des Offenen Magazins in der Zentralbibliothek temporär nicht frei zugänglich.
Trotzdem müssen Sie nicht auf die benötigten Medien verzichten:
Bestellen Sie die gewünschten Titel einfach über Primo
Alternativ hilft Ihnen das Team an der Leihstelle im 1. Obergeschoss gerne weiter. In der Regel können die Kolleg*innen die gewünschten Bücher für Sie aus dem Magazin holen.
Wir bemühen uns, Ihnen während der Bauphase den bestmöglichen Service zu bieten und halten Sie über alle Änderungen auf dem Laufenden.
Aktuell kommt es leider zu technischen Schwierigkeiten bei der Erstellung unserer Mahnungen. Gemeinsam mit der Anbieterin unserer Bibliothekssoftware arbeiten wir bereits an einer Lösung.
Ob Zeitzeugeninterviews, ethnografische Tonaufnahmen oder historische Audio-Video-Dokumente – audiovisuelle Daten sind aus vielen geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsvorhaben nicht mehr wegzudenken. Besonders in der Geschichtswissenschaft, etwa in der Oral History, ist die Transkription dieser Daten essenziell – aber oft zeitaufwendig. Das Projekt ASR4Memory bietet dafür ein neues Transkriptionsangebot speziell für Forschende der Freien Universität Berlin.
Transkription mit KI – datenschutzkonform und forschungsnah ASR4Memory nutzt KI-basierte Spracherkennung (ASR), um audiovisuelle Forschungsdaten automatisch und mit sehr hoher Transkriptionsgenauigkeit in Textform zu überführen – in über 30 Sprachen, mit optionaler Sprechererkennung und präziser Zeitkodierung eines jeden gesprochenen Wortes. Die Verarbeitung erfolgt ausschließlich auf der lokal betriebenen Infrastruktur der Freien Universität Berlin, eingebunden in die Forschungsumgebung von Oral-History.Digital.
Flexible Ausgabeformate für vielfältige Forschungsszenarien Die Transkripte stehen in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung – von TXT und PDF über CSV und JSON bis hin zu Untertiteldateien (VTT, SRT). Perspektivisch wird auch die Integration in Standardformate wie TEI-XML ermöglicht. So lassen sich die Transkripte direkt für qualitative Analyse, digitale Edition oder Archivierung nutzen.
Ein Angebot für die Forschung Das Angebot richtet sich ausschließlich an Forschende der Freien Universität, insbesondere aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die mit audiovisuellen Forschungsressourcen arbeiten. Im Fokus stehen forschungspraktische Szenarien wie die Transkription von Oral-History-Interviews – ein Anwendungsfeld, in dem Genauigkeit, Datenschutz und wissenschaftliche Standards besonders wichtig sind.
Interesse? Wenn Sie AV-Daten in gängigen Formaten vorliegen haben und diese für Ihre Forschung automatisch transkribieren lassen möchten, wenden Sie sich gerne an das Projektteam. 👉 Weitere Infos finden Sie auf der Projektwebseite 📧 Kontakt: tobias.kilgus@fu-berlin.de | peter.kompiel@fu-berlin.de
Mit Freude präsentieren wir unseren Jahresbericht 2024. Kurz und knackig werfen wir einen Blick auf Entwicklungen und Projekte, die wir im letzten Jahr gemeistert haben. Von neuen digitalen Angeboten über spannende Forschungskooperationen, der Förderung von Open Science und Open Access, der Einführung neuer Lernräume bis zur vielfältigen Unterstützung der Studierenden – es tut sich was. In diesen bewegten und nicht immer einfachen Zeiten stehen wir nicht still.
Wir sind gespannt auf das kommende Jahr und die vielen Herausforderungen, die noch vor uns liegen.
Der Mauerbau im August 1961 war nach der Berlin-Blockade die radikalste Einschränkung der Bewegungsfreiheit in der Stadt. Die Freie Universität Berlin war wie der gesamte Westteil der Stadt eingeschlossen; ihre Angehörigen, die im Ostteil wohnten, konnten nicht mehr nach Dahlem gelangen. Der einzige Ausweg für sie war die Flucht, die mit Hilfe von FU-Studenten wie Burkhart Veigel oft gelang.
Der neue Film in der Online-Ausstellung Erlebte Geschichte gibt lebendige Einblicke.
Dieter Heckelmann (1. v. r.) im Gespräch nach der Schlüsselübergabe für das Präsidialamt. Quelle: Freie Universität Berlin/ Universitätsarchiv / Foto-S/Sig. FA-14_023_1 / Foto: Reinhard Friedrich
Dieter Heckelmann: Ein konservativer Präsident konsolidiert
Nach den erbittert geführten universitätspolitischen Grabenkriegen der 1970er Jahre wurde 1983 mit Dieter Heckelmann ein konservativer Hochschullehrer Präsident der Freien Universität Berlin, der sich bemühte, alle hochschulpolitischen Lager einzubinden. Eine zentrale Rolle spielte dabei die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vizepräsidenten, die die unterschiedlichen Fraktionen der Hochschullehrer repräsentierten. Auch Teile des akademischen Mittelbaus und der studentischen Linken wurden in die neue Konstellation des Präsidialamts eingebunden.
Der neue Film in der Online-Ausstellung Erlebte Geschichte gibt lebendige Einblicke.
Das Universitätsarchiv hat kürzlich den Nachlass von Dieter Kunzelmann erschlossen und der Forschung zugänglich gemacht. Der Nachlass des linksradikalen Politikaktivisten umfasst heute insgesamt 27 laufende Regalmeter. Diese Sammlung gewährt einen einzigartigen Einblick in ein bewegtes Leben, das von politischen Kämpfen, Provokationen und oft auch von rechtlichen Konflikten geprägt war.
Fotoquelle: UnbekanntFotoquelle: Nadine Perske
Ein Leben im Kampf für politische Veränderung
Dieter Kunzelmann war Mitbegründer und Aktivist der berühmten Kommune I und Mitglied des Zentralrats der umherschweifenden Haschrebellen sowie der terroristischen Gruppierung Tupamaros West-Berlin. Er soll an dem antisemitisch motivierten Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus am 9. November 1969 beteiligt gewesen sein, was er selbst jedoch vehement abgestritten hat. In der linksradikalen Zeitung Agit 883 veröffentlichte er einen „Brief aus Amman“, in dem er zur Solidarität mit der Fatah aufruft und vom „Judenknax“ schreibt.
Immer wieder geriet er mit dem Gesetz in Konflikt und verbüßte nach einer Zeit im Berliner Untergrund eine mehrjährige Haftstrafe. Als Freigänger ließ er sich – ohne Mitglied zu sein – als Kandidat für die Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbauorganisation (KPD-AO) in Berlin für die Wahl zum West-Berliner Abgeordnetenhaus aufstellen. Von 1983 bis 1985 war er im Zuge des damaligen Rotationsverfahrens Abgeordneter der Alternativen Liste Berlin. In den 1990er Jahren machte Dieter Kunzelmann durch verschiedene Aktionen – u.a. Eierwürfe auf Politiker, wie beispielsweise auf Eberhard Diepgen – von sich reden.
Kunzelmanns politisches Engagement und sein Kampf gegen das Establishment zogen ihn immer wieder in Konflikt mit den Behörden. Nach einer Zeit im Berliner Untergrund verbüßte er eine mehrjährige Haftstrafe und wurde als Freigänger für die Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbaustruktur (KPD-AO) in Berlin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aufgestellt. Während seiner Zeit als Abgeordneter der Alternativen Liste Berlin von 1983 bis 1985 war er eine der markantesten Figuren der politischen Szene West-Berlins.
Der Nachlass: Ein Schatz an Informationen
Der Nachlass von Dieter Kunzelmann, der nun der Forschung zur Verfügung steht, ist ein wahres Archiv seines Lebens. Von privaten Tagebüchern über Korrespondenzen bis hin zu Materialien aus den politischen Kämpfen der 1960er und 1970er Jahre – der Nachlass enthält eine Vielzahl an Dokumenten, die einen Einblick in Kunzelmanns Lebensweg und die ihn interessierenden Themen gewähren. Besonders umfangreich ist das Material zu seiner Zeit als Abgeordneter der Alternativen Liste. In der Sammlung finden sich zudem zahlreiche Presseartikel, die über ihn und seine Aktivitäten berichten, sowie Fotomaterial aus den 1970er Jahren, das Kundgebungen und Demonstrationen dokumentiert.
Ein besonderer Fund im Nachlass ist das Material von Fritz Teufel, einem weiteren prominenten Mitglied der Kommune I und der APO. Diese zu einem Nachlass Fritz Teufel zugeordneten Unterlagen beinhalten unter anderem Korrespondenz mit Personen aus Teufels persönlichem Umfeld sowie ein „Knastkalender“ aus seiner Gefängniszeit zwischen 1975 und 1977.
Vom Chaos zur Ordnung: Die Archivarbeit
Der Nachlass von Dieter Kunzelmann war ursprünglich unstrukturiert und ungeordnet: Stehordner mit irreführenden Aktentiteln, lose Mappen und Stapel von unsortierten Blättern. Daher stand zuerst eine Autopsie an, um den Nachlass systematisch erschließen zu können. So wurden unzählige Presseausschnitte nach politischen Themen, Ereignissen und Personen sortiert, um einen klaren Zugang zu ermöglichen. Viele lose Blätter wurden in neue Akten umgewandelt oder in die bereits vorhandenen Sammlungen integriert.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bewertung der Archivwürdigkeit des Materials. Bücher wurden nur in Ausnahmefällen übernommen, wenn sie mit Kommentierungen von Kunzelmann versehen waren. Teile des Nachlasses – etwa persönliche Korrespondenzen, Tagebücher und private Notizen – mussten jedoch aus Datenschutzgründen vorerst gesperrt werden.
Fazit
Der Nachlass von Dieter Kunzelmann bietet einen einzigartigen Zugang zu einem umstrittenen Aktivisten der 1960er und 1970er Jahre. Er gewährt nicht nur Einblicke in die politische Szene der Zeit, sondern auch in das Leben eines Mannes, dessen Engagement in der Kommune I, der APO und darüber hinaus die politischen Diskurse seiner Zeit nachhaltig beeinflusste. Das Universitätsarchiv hat mit der Erschließung dieses Nachlasses einen wertvollen Beitrag zur politischen und historischen Forschung geleistet, der es ermöglicht, das Leben und Wirken von Dieter Kunzelmann in seiner Komplexität zu verstehen.
Das neue Fortbildungsprogramm der Universitätsbibliothek für Forschende und Lehrende ist online. Die vielfältigen und praxisnahen Kurse im Sommersemester 2025 sind für Angehörige der Freien Universität kostenfrei.
Das Programm behandelt Themen wie: • Künstliche Intelligenz in der Forschung: z. B. ChatGPT, KI-gestützte Text- und Bildgenerierung, KI-Recherche • Gute wissenschaftliche Praxis & Antiplagiatssoftware • Forschungsdatenmanagement • Open Access • OER (Open Educational Resources) • Urheberrecht