Der Büchersommer der Politiker

Fast zeitgleich mit den WM-Helden aus Südafrika gehen die deutschen Politiker in die Sommerpause. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat dies zum Anlass genommen, Beck, Gysi, Roth, Schavan, Seehofer & Co. nach ihrer Urlaubslektüre zu befragen (und ihre Auswahl zu begründen). Von Krimis, über die neuesten Werke von John Irving und Marie N’Diaye bis hin zu Sachbüchern präsentiert sich eine bunte Liste. Für FU-Angehörige ist der Artikel „Büchersommer“ kostenfrei über das neue Frankfurter-Allgemeine-Archiv zugänglich. Zum Lesen bietet sich besser die „Ansicht als Artikel-Faksimile“ bzw. das „Ganzseiten-PDF“ an, die man unten auf der Seite auswählen kann.

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„Stolpersteine“ für FU-Campus

In der Hittorfstraße 16, unweit der Philologischen Bibliothek, lebte einst der jüdische Fabrikant Bernhard Einzig. Diese Woche wurde dort ein „Stolperstein“ verlegt, der an Einzigs Ermordung während der NS-Zeit erinnert. Die FU-eigene Online-Zeitung campus.leben nimmt dies zum Anlass, über einige Gebäude auf dem Campus zu berichten und die damit verbundenen Schicksale und Geschichten wachzurufen.

Wikipedia-Geschichtsartikel auf dem Prüfstand

Das Nachschlagen in der freien Online-Enzyklopädie ist heute so selbstverständlich wie früher der Griff zum Brockhaus. Oft wird Wikipedia auch als Einstieg zum Einlesen in ein Thema empfohlen. Dass dies gerade bei komplexeren Sachverhalten zu Schwierigkeiten führen kann, hat der Baseler Historiker Peter Haber festgestellt. Der Schweizer, selbst ein eifriger Wikipedia-Leser, hat 2010 an der Universität Wien im Rahmen eines Forschungsseminars gemeinsam mit Studierenden die Qualität von geschichtswissenschaftlichen Artikeln in der Online-Enzyklopädie untersucht.

Unter dem etwas aufmerksamkeitsheischenden Titel „Schlechter als erwartet“ hat Haber nun die ersten Ergebnisse seiner Stichprobe im Weblog histnet.ch vorgestellt. Überblicksartikel wie Frühmittelalter oder Aufklärung fallen seiner Meinung nach durch und taugen nicht für den Einstieg. Solche Beiträge würden sich nicht dafür eignen, kooperativ verfasst zu werden und entsprechendes Fachwissen sei bei der Aufbereitung von komplexen Begriffen unumgänglich. Eher eine Stärke seien zeithistorische Themen – Artikel über Personen und Ereignisse. Ebenfalls Bestandteile der Studie waren Vergleiche zwischen Artikeln in verschiedenen Wikipedia-Sprachversionen und (wenn auch nicht vorrangig) ein Blick auf die aktiven Teilnehmer.

Sämtliche Materialien und Zwischenergebnisse sind frei in einem Wiki zugänglich. Der österreichische Standard und Die Zeit (nur für FU-Angehörige zugänglich) warten mit Interviews auf.

„Bibliothek des Jahres 2010“ liegt in Baden-Württemberg

Während beim WM-Spiel heute Abend wohl noch um den Einsatz der Baden-Württemberger Cacau und Khedira gebangt werden muss, stehen die Süddeutschen aus bibliothekarischer Hinsicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden – gestern zeichnete der Deutsche Bibliotheksverband die Bibliothek der Universität Konstanz als „Bibliothek des Jahres 2010“ aus.

Honoriert wird damit die konsequente Dienstleistungs- bzw. Kundenorientierung – als erste Bibliothek in Deutschland hat man in Konstanz seit 2001 die 24-Stunden-Öffnung eingeführt. Darüber hinaus glänzt die Universitätsbibliothek mit vielen Schulungsstunden für Studierende, systematische Freihandaufstellung des Bestandes und unterstützt aktiv Open-Access-Konzepte. Im Gegensatz zum Bibliothekssystem der FU Berlin ist das in Konstanz „einschichtig“ und besitzt keine eigenständigen Teilbibliotheken.

Die Kollegen aus Konstanz verwiesen die Universitätsbibliothek Bielefeld auf Platz zwei. Neben der Entwicklung von innovativen Benutzerangeboten setzt auch diese Bibliothek auf ausgedehnte Öffnungszeiten.

Der Preis „Bibliothek des Jahres“ wird seit dem Jahr 2000 vergeben und von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gestiftetet. Es ist der einzige nationale Bibliothekspreis in Deutschland. In der Vergangenheit tummelten sich unter den Gewinnern sowohl öffentliche, als auch wissenschaftliche Bibliotheken und sogar eine Gefängnisbibliothek. Schon im letzten Jahr hatte sich eine Bibliothek aus Baden-Württemberg durchsetzen können – also abermals Glückwünsche nach Süddeutschland. Nach Berlin ging der Preis allerdings noch nie, aber es gibt ja immer ein erstes Mal … ;)

Grimme Online Award 2010 verliehen

Gestern war es wieder soweit: am Rande des medienforum.nrw in Köln wurde zum zehnten Mal der Grimme Online Award vergeben. Seit 2001 prämiert das Adolf-Grimme-Institut (u. a. für die Vergabe des nach ihm benannten Fernsehpreises bekannt) herausragende deutsche Online-Angebote. In diesem Jahr bewarben sich 2000 Websites um die Auszeichnung, die in vier Kategorien vergeben wurde – 24 davon kamen in die Endrunde. Acht wurden prämiert, neu dabei auch ein eifriger Twitterer. Außerdem wurde ein Publikumspreis vergeben. Dennoch bemerkte Uwe Kammann, Leiter des Grimme-Instituts, dass „manche Netzbegeisterung kleinlauter“ geworden sei.

Kategorie Information

FuPa (regionales Fußballportal aus Niederbayern)
Soukmagazine (Gesellschaftsmagazin über den orientalischen Raum)

Kategorie Wissen und Bildung

beerobi (Vorstellung von Ausbildungsberufen für Jugendliche)
Das Wunder von Leipzig (Webspecial zur Wiedervereinigung)
Ein Jahr auf dem Bauernhof (kindgerechte Informationen zur Landwirtschaft)
Little Berlin – Ein Dorf deutscher Geschichte (Webspecial zum „Mauerdorf“ Mödlareuth)

Kategorie Kultur und Unterhaltung

Frischfilm (Schweizer Kurzfilmplattform)

Kategorie Spezial

Tiny Tales (Literatur in 140 Zeichen)

Kategorie Publikumspreis

Fernsehkritik-TV (humorvolles Web-TV-Magazin über das Fernsehen)

Von dieser Stelle Glückwunsch an alle Gewinner! Einige kannte man, viele gibt es neu zu entdecken (interessant ist auch die Liste der Nominierten).

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F.A.Z.-Archiv 1949-1992 freigeschaltet

Wie letzte Woche angekündigt ist ab heute das tagesaktuelle  Frankfurter-Allgemeine-Archiv: das Bibliotheksportal um das Artikelarchiv von 1949 bis 1992 ergänzt worden. FU-Angehörige können ab sofort über den neu eingefügten Reiter „F.A.Z.49-92-Suche“ separat nach Artikeln ab der ersten Ausgabe recherchieren.

Über 2,8 Millionen retrodigitalisierte Artikel aus mehr als 13.000 Ausgaben der F.A.Z. und ihres Lokalteils zwischen dem 1.11.1949 und dem 31.12.1992 sind in dieser Datenbank enthalten. Wie schon von ähnlichen Projekten bekannt (z. B. Die Zeit), wurden die Archivtexte automatisch digitalisiert und können daher Fehler enthalten. Den Texten im HTML-Format sind aber Artikel-Faksimiles im PDF-Format beigefügt, die layoutgetreu („fehlerfrei“) und durchsuchbar sind. Optional lässt sich auch die gesamte Zeitungsseite in der originalgetreuen Form als PDF-Datei aufrufen und abspeichern.

Neben der Einfachen Suche, steht wie auch beim Archiv ab 1993 ff. eine „Präzisere Suche“ zur Verfügung, mit der man seine Recherche gezielt nach Rubrik, Ressort oder Zeitraum eingrenzen kann. Die Ergebnisliste lässt sich nach Datum, Relevanz oder Dekade sortieren.

Präsidenten-Lektüre

Pünktlich zur heutigen Wahl des Bundespräsidenten (erster Urnengang ab 12:15 Uhr) hat sich das Feuilleton der FAZ die Lieblingsbücher der beiden aussichtsreichen Kandidaten Christian Wulff (vorgeschlagen von der CDU/CSU und FDP) und Joachim Gauck (Kandidat der SPD und der Grünen) genauer angesehen. Getreu dem Motto „Wenn wir die Lieblingsbücher der Kandidaten kennen, dann wissen wir, mit welchen fremden Köpfen sie am liebsten denken.“, blickt Hubert Spiegel mit leichtem Schmunzeln auf Werke von Antoine de Saint-Exupéry, Hemingway und Bohumil Hrabal.

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Autorenwettstreit am Wörthersee

Es wird wieder gelesen am Wörthersee – gestern starteten in Klagenfurt zum 34. Mal die Tage der deutschsprachigen Literatur, in deren Verlauf der renommierte Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wird. Bis Samstag treten 14 eher unbekannte Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Wettstreit gegeneinander an. Das Besondere dabei: die bisher unveröffentlichten Prosatexte werden direkt nach der Autorenlesung (bis zu 30 min lang) von den sieben Jurymitgliedern öffentlich vor Publikum diskutiert. Ebenso erfolgt die Ermittlung des Preisträgers in einer offenen Abstimmung. Der Lesemarathon wird wie jedes Jahr live vom ORF 3sat im Fernsehen ausgestrahlt, allerdings für Berufstätige zu eher ungünstigen Zeiten (doch es gibt Alternativen!). Bereits am 27. Juni ist die Preisverleihung.

Zur diesjährigen Jury, die die Wettbewerbsteilnehmer auch vorschlägt, zählen der deutsche Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels, der deutsche Schriftsteller Burkhard Spinnen, der österreichische Journalist Paul Jandl und der Schweizer Autor Alain Claude Sulzer.

Autoren im Wettbewerb:

  • Volker H. Altwasser (Deutschland)
  • Thomas Ballhausen (Österreich)
  • Dorothee Elmiger (Schweiz)
  • Christian Fries (Deutschland)
  • Sabrina Janesch (Deutschland)
  • Josef Kleindienst (Österreich)
  • Christopher Kloeble (Deutschland)
  • Daniel Mezger (Schweiz)
  • Verena Rossbacher (Österreich)
  • Max Scharnigg (Deutschland)
  • Iris Schmidt (Deutschland)
  • Aleks Scholz (Deutschland)
  • Peter Wawerzinek (Deutschland)
  • Judith Zander (Deutschland)

Die bisher vorgetragenen Texte lassen sich zeitnah auf der offiziellen Website nachlesen. Im letzten Jahr hatte der deutsche Autor Jens Petersen mit seinem Romanauszug Bis dass der Tod die Nase vorn.

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F.A.Z. ab sofort als Online-Datenbank lizenziert

Vorbei sind die Zeiten, in denen man mühsam im wenig benutzerfreundlichen FAZ-CD-ROM-Archiv (u. a. keine Suche über mehrere Jahrgänge) nach Artikeln recherchieren musste – ab sofort haben FU-Angehörige kostenfreien Zugriff auf das tagesaktuelle Frankfurter Allgemeine BiblioNet Frankfurter-Allgemeine-Archiv: das Bibliotheksportal.

Die Datenbank enthält sämtliche Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seit dem Jahr 1993 sowie die Berichte der Rhein-Main-Zeitung, dem Regionalteil der F.A.Z. für das Rhein-Main-Gebiet, und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beginnend mit dem Jahr 1995. Darüber hinaus sind FAZ.NET-Beiträge ab 2001 enthalten.

Das F.A.Z.-Archiv selbst teilt sich in vier Rubriken: neben der Suche (einfache und „präzisere“ Suche), gewährt der „Aktuell Bereich“ Zugriff auf die sieben letzten Ausgaben, in denen man nach Rubriken (Titelseite, Feuilleton, Politik usw.) stöbern kann. Hinter dem Bereich „Update“ versteckt sich ein Alert-Dienst, mit dem man sich gezielt über neueste Artikel aus seinem Interessensgebiet per E-Mail informieren kann. Eine „Themenseite“ ermöglicht die Suche nach Artikeln zu vorgegebenen Themengebieten (u. a. Studium, Beruf & Karriere, Freizeit usw.).

Die Artikel liegen größtenteils im HTML-Format vor. Bei vielen Artikeln ab 2000 findet man auch die dazugehörigen Grafiken. Fotos können aus urheberrechtlichen Gründen nicht angeboten werden. Für Artikel ab dem Jahr 2001 gibt es dafür eine Zeitungsseiten-Anzeige im PDF-Format. Sie öffnet den gewünschten Artikel im Original-Layout mit allen grafischen Elementen, Illustrationen, Bildern und Karikaturen sowie den weiteren Artikeln der Seite.

Archiv-Erweiterung

Voraussichtlich Ab 1. Juli 2010 wird wurde der Datenbestand um die Archive von 1949 bis 1992 ergänzt, die FU-Angehörige dann selbstverständlich auch kostenfrei nutzen können.

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Zugriff auf „International Encyclopedia of Communication“

Ab heute können FU-Angehörige dauerhaft die Online-Ausgabe der International Encyclopedia of Communication nutzen.

Das Nachschlagewerk bietet über 1.350 Fachbeiträge zu allen Teilbereichen der Medien- und Kommunikationswissenschaft und der angrenzenden Fachgebiete wie Recht, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften. Interdisziplinär ausgerichtet, deckt die Datenbank die gesamte Bandbreite der Kommunikationswissenschaften von der Methodologie bis hin zu konkreten Forschungsproblematiken ab. Jeder Beitrag enthält i.d.R. weiterführende Literaturhinweise und eine Zitierhilfe.

Ebenso hat man Zugriff auf Aufsätze zu Themen wie: Kommunikationstheorie und -philosophie, interpersonelle Kommunikation, Journalismus, interkulturelle Kommunikation und Kommunikation zwischen sozialen Gruppen, Effekte der Massenkommunikation, strategische Kommunikation/PR, Medienrecht, Mediensysteme sowie Kommunikation und Technologie.