Literatur zu Osteuropa

Der Dokumentenserver OstDok, momentan im Beta-Test, gewährt freien Zugriff auf die Volltexte von über 1200 Publikationen aus dem Bereich der interdisziplinären Osteuropa-Studien. Nachgewiesen werden u. a. Monografien, Schriftenreihen, Zeitschriften, Hochschulschriften. Den fachlichen Schwerpunkt bilden die Geschichte, Politik und Kultur der Länder Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas. Zeitlich liegt der Fokus des Materials auf urheberrechtlich geschützten Publikationen des 20. Jahrhunderts sowie aktuellen Veröffentlichungen. Einzelne Seiten oder auch ganze Bücher können als PDF-Datei abgespeichert werden.

Das Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek, des Collegium Carolinum München, des Herder-Instituts Marburg und des Osteuropa-Instituts Regensburg wird seit 2009 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Geplant ist auch eine Einbindung in die Virtuelle Fachbibliothek ViFaOst. Auch darf die eigene wissenschaftliche Veröffentlichung passend zum Thema auf dem Dokumentenserver abgelegt werden, allerdings wird dieser Service aufgrund technischer Störungen z. Zt. nicht angeboten.

Auch die FU Berlin blickt mit der Bibliothek des Osteuropa-Instituts auf eine bedeutende internationale Sammlung von ca. 300.000 Bänden. Der Bestand gehört zur Sozialwissenschaftlichen Bibliothek.

„Project Gutenberg“-Gründer verstorben

Michael S. Hart ist am 6. September in seiner Heimatstadt Urbana (Illinois) im Alter von 64 Jahren verstorben. Bekanntheit erlangte der US-Amerikaner vor allem als Begründer der freien E-Book- bzw. E-Texte-Plattform Project Gutenberg, die heute mehr als 36.000 Bücher – hauptsächlich englischsprachige gemeinfreie Werke – anbietet. Hart kam auf die Idee im Jahr 1971, als er an der University of Illinois arbeitete und ein gedrucktes Freiexemplar der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erhielt. Am 4. Juli tippte er den Text einfach auf seinen Computer ab und machte diesen anderen Benutzern im Computernetzwerk zugänglich.

Inspiriert vom Freiwilligenprojekt Project Gutenberg wurde das deutschsprachige Pendant Projekt Gutenberg-DE, das heute freien Zugriff auf mehr als 5500 Romane, Erzählungen, Novellen, Dramen, Gedichte und Sachbücher in deutscher Sprache anbietet.

Gesehen bei LISNews; Bild: Marcello (GFDL)

Online-Bibliographie zu Friedrich Hölderlin

In der Internationalen Hölderlin-Bibliographie Online (IHB online) werden ab 1984 im Hölderlin-Archiv der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart eingegangenen Neuerwerbungen dokumentiert. Maßgeblich ist das Zugangs-, nicht das Erscheinungsjahr. Nachgewiesen werden selbstständig und unselbstständig erschienene Dokumente (u. a. Quellenliteratur, Sekundärliteratur, Rezensionen, Graue Literatur, Zeitungsausschnitte). Noten und Tonträger werden vollständig verzeichnet und ausgewertet. Die Datenbank löste die bis 1996 erschienene Druckausgabe ab, kommt für Kenner von Primo oder dem FU-Katalog layouttechnisch etwas „altmodisch“ daher – aber man gelangt dennoch zum Ziel.

Nicht in IHB online verzeichnet werden Anthologien, sofern diese nicht zusätzliche Erläuterungen enthalten oder aus anderen Gründen von herausragender Bedeutung für die Hölderlin-Rezeption sind.

Infos zu Filmen aus den USA und Großbritannien

Mit dem AFI Catalog of Feature Films und dem Angebot des British Universities Film & Video Council sind neue Datenbanken in der Digitalen Bibliothek abrufbar, die Auskunft über US-amerikanische und britische Filme geben.

Der Katalog des American Film Institute (kurz „AFI“) verzeichnet ca. 60.000 Spielfilme sowie 17.000 Kurzfilme der Jahre 1893 bis 2011, die in den USA produziert bzw. von einem amerikanischen Unternehmen finanziert wurden. Jeder Eintrag gibt Auskunft über Thema/Genre, Schauspielbesetzung, technischen Stab (Regisseure, Kameraleute etc.), Filmhandlung und teilweise auch Notizen zum Produktionshintergrund und Trivia. So erfährt man z. B. im Eintrag zum Oscar-Preisträger Casablanca mehr über das Besetzungskarussell, ehe endgültig Humphrey Bogart und Ingrid Bergman die Hauptrollen übernahmen oder das „Sams” Original-Piano 1988 für 154.000 US-Dollar nach Japan verkauft wurde. „No other source of information is as complete and accurate, and no other source is produced with the scrupulous level of attention to scholarship and research as the AFI Catalog”, wird Kultregisseur Martin Scorsese schon auf der Eingangsseite zitiert.

Das British Universities Film & Video Council (BUFVC) stellt dagegen im Beta-Test mehrere Datenbanken für den Nachweis von Film- und Tonbeiträgen in Großbritannien zur Verfügung, teilweise mit Links auf weiterführende Online-Angebote. Drei davon sind frei nutzbar. News on Screen (NoS) enthält Bestandsnachweise zu ca. 180.000 Wochenschau- und Kinomagazin-Beiträgen. Die Datenbank „Find DVD / Hermes“ bietet Einträge zu mehr als 25.000 audiovisuellen Programmen (u. a. Kino, TV, Radio), die in Großbritannien vertrieben werden, während Shakespeare on Film, Television and Radio internationale Film-, Fernseh-, Radioproduktionen sowie Video-Aufnahmen zum Thema Shakespeare bereithält.

Grafik: Bromskloss (GFDL, CC-BY-SA)

Schließung der Philologischen Bibliothek vom 01.-03.10.2011

Aufgrund einer vollständigen Wassersperrung  für Reparaturarbeiten in der gesamten Rost- und Silberlaube, müssen wir die Bibliothek vom 01.10. bis 03.10. leider schließen.
Für diese unvermeidliche Einschränkung bitten wir um Verständnis.

Internationales Literaturfestival startet in Berlin

Mit dem internationalen literaturfestival berlin (ilb) beginnt ab heute wieder ein Mammutprogramm um zeitgenössische Prosa und Lyrik aus aller Welt. Bis zum 17. September sind in Berlin rund 200 Veranstaltungen angesagt, an denen 140 Autoren aus 53 Ländern teilnehmen sollen. Der Hauptveranstaltungsort ist 2011 vom Haus der Kulturen der Welt in das renovierte Haus der Berliner Festspiele in die Schaperstraße (Bild) gezogen.

Das Festival, das zum elften Mal von der Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik e. V. und den Berliner Festspielen veranstaltet wird, teilt sich in verschiedene Sparten (s. offizielles Festivalprogramm). Im Programm „Literaturen der Welt“ treten international so bekannten Autoren wie Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa (Der Traum der Kelten), Pulitzerpreisträger Paul Harding (Tinker), A. S. Byatt (Das Buch der Kinder) die Krimi-Schriftstellerinnen Kathy Reichs und Patricia Cornwell oder Melinda Nadj Abonji, letztjährige Gewinnerin des Deutschen Buchpreises für Tauben fliegen auf, in Erscheinung.

Eine eigene Sparte widmet sich der Literatur aus dem Asien-Pazifik-Raum, darunter auch den chinesischen Regime-Kritikern Liao Yiwu, Ai Weiwei oder Liu Xiaobo, während der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun das Festival heute Abend um 18 Uhr offiziell eröffnen wird. In seinem im April veröffentlichten Buch Arabischer Frühling widmet er sich der aktuellen Entwicklung der Aufstände und steht persönlich Rede und Antwort. Neu ist ein verstärkter Fokus auf Comics bzw. Graphic Novels, dem an kommenden Samstag ein ganzer Tag gewidmet ist. Am Tag darauf, den 11. September, wird sich das Festival mit einem „Literarischen Konzert“ auch den Terroranschlägen von vor zehn Jahren annähern.

Ergänzt wird das Angebot wieder um szenische Lesungen, Work Shops, politische Diskussionen, Ausstellungen sowie Filmvorführungen.

Bild: A.Savin (GFDL/CC-BY-SA)

In Büchern aus dem 18. Jahrhundert blättern

Nachdem mit dem VD 16 und VD 17 retrospektive Nationalbibliographien für im 16. und 17. Jahrhundert im deutschen Sprachraum erschienene Literatur vorliegen, folgt chronologisch mit dem VD 18 das nächste Jahrhundert. Das von der DFG geförderte Projekt befindet sich noch in der Pilotphase, weist aber bereits mehr als 37.000 Titel aus dem 18. Jahrhundert nach. Beteiligt sind sechs Bibliotheken in Deutschland, u. a. die Staatsbibliothek zu Berlin und die Bayerische Staatsbibliothek München.

Anders als bei den Vorgängerprojekten gehen beim Projekt VD 18 Erschließung und Digitalisierung der Drucke Hand in Hand. So hat man nicht nur den Bestandsnachweis im Katalog sondern kann sogleich auch die gescannten Bücher elektronisch auf den Servern der jeweiligen Bibliothek durchblättern oder (je nach Bibliothek) auch komplett als PDF-Datei herunterladen. Da man beim Download die Original-Bilddateien herunterlädt, können die erhaltenen PDFs verhältnismäßig groß werden – bis zu 100 MB oder mehr pro Buch. Die Autoren sind in VD 18 mit Links auf die entsprechenden Wikipedia-Biografien versehen.

Möchte man den Band trotz guter Scans auch in den Händen halten, lassen sich mit wenigen Klicks Recherchen nach dem gewünschten Titel im heimischen Online-Katalog oder anderen Bibliotheksverbünden starten.

Bild: Detail aus dem Titelblatt der Allgemeinen Verordnung des Lüneburgischen Zucht- und Werck-Hauses (1701; bereitsgestellt durch die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen)

Mit bibnet.org kostenfrei nach Zeitschriftenartikel aus dem Gesundheitsbereich recherchieren

Die freie Datenbank bibnet.org wird von mehreren Bibliotheken aus der Schweiz, Deutschland und Österreich betrieben und weist derzeit ca. 830.000 Literaturnachweise zu Gesundheitsthemen aus über 1300 ausgewerteten Zeitschriften ab 1969 ff. nach. Obwohl sämtliche Systeme auf OpenSource-Lösungen basieren, ist die Bedienung nicht minder  komfortabel – neben einer Facettensuche (als Suchsystem wird Vufind eingesetzt) werden zu jedem Treffer u. a. Direktlinks zum Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK), dem kommerziellen Dokumentenlieferdienst Subito oder der Google-Suche angeboten.

Online-Bestände werden be der Nutzung der Datenbank innerhalb des FU-IP-Adressbereichs mit dem bekannten Ampel-System der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) angezeigt und verlinkt (grün = frei zugänglich, gelb = abonniert zugänglich, rot = kostenpflichtig). Auch die Print-Bestände der FU werden innerhalb der entsprechenden IP-Bereiche angezeigt. Da aber häufig mehrere FU-Bibliotheken über die Zeitschrift verfügen, folgt in der Zeile „Print“ durchweg der Hinweis „Bitte Standort wählen“.

Weitere Funktionen bietet die kostenfreie Einrichtung eines Benutzerkontos mit dem man Literaturlisten bzw. Tags für die einzelnen Datensätze vergeben kann. bibnet.org unterstützt den Export in das Literaturverwaltungsprogramm EndNote.

Seltene Bücher mit der ILAB Book Search ausfindig machen

Mit Hilfe der Metasuche der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) kann nach seltenen Büchern, Autographen, Manuskripten, Atlanten, Karten usw. recherchiert werden. Gegenwärtig werden die Bestände von mehr als 1100 Händlern nachgewiesen.

Seit Februar 2011 werden dort auch die Angebote von Mitgliedern nationaler Verbände, die im Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZBAB) aufgenommen wurden, gelistet. Damit ist der Bestand an deutschsprachigen Büchern stark angestiegen. Ebenfalls kann direkt nach Anbietern gesucht werden.

Mit „GESA“ nach tausenden Leichenpredigten suchen

Vor allem für Genealogen dürfte GESA sehr interessant sein. Der Online-„GESAmtkatalog“, geführt von der Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg, weist mehr als 200.000 deutschsprachige Leichenpredigten nach, darunter auch andere Funeralschriften wie Gedächtnispredigten, Abdankungen, akademische Trauerreden, Programmata academica oder Epicedien. Als Quellen dienten mehr als hundert Kataloge und Verzeichnisse. Über 3000 Datensätze stammen aus verschiedenen Sammlungen des gesamten deutschen Sprachraums sowie aus dem Titelblattkatalog der Trauerschriften der Breslauer Universitätsbibliothek.

Zusätzlich zu GESA werden von der Forschungsstelle weitere Datenbanken zur Verfügung gestellt. Der schon erwähnte Titelblattkatalog (TBK) enthält mehr als 29.000 digitalisierte Titelblätter zu Trauerschriften. Bei der Bibliographie zur Leichenpredigtenliteratur handelt es sich um eine aktualisierte Fassung der von Rudolf Lenz 1980 veröffentlichten „Leichenpredigten, eine Bestandsaufnahme“ (Marburger Personalschriften-Forschungen ; Bd. 3). Der Thesaurus Locorum (THELO) beherbergt über 39.000 frühzeitliche Ortsnamen nach, der Thesaurus Professionum (THEPRO) mehr als 23.000 frühzeitliche Berufsbezeichnungen. Ergänzt wird das ganze noch vom sogenannten SIBRES- Katalog, der die Sicherungsverfilmungen ausgewählter deutschsprachiger Altbestände der Universitätsbibliothek Breslau nachweist.

Bild: Titelblatt einer Leichenpredigt (Leipzig, 1638)