Der Spur der Bücher folgen

Heute erschien ein Beitrag über die Arbeit der Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek in Wissenschaft aktuell. Wer ihn nachlesen mag, findet diesen hier in deutsch und hier in englisch.

Wie erkenne ich Fake-News?

Quelle: IFLA 2017
Wie erkenne ich Fake-News? Quelle: IFLA 2017

Die International Federation of Library Associations and Institutions, kurz IFLA, eine internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände, hat eine Infografik zum Erkennen von Fake-News veröffentlich. Ziel ist es, Leserinnen und Lesern von Nachrichten einen Weg aufzuzeigen, wie der Wahrheitsgehalt eines Beitrages im Internet überprüft werden kann.

Anlass ist die Wahl des Wortes „Post-Thruth“ bzw. „postfaktisch“ zum Wort des Jahres durch die Oxford Dictionaries als auch durch die Gesellschaft für deutsche Sprache.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache erklärt hierzu: „Das Kunstwort postfaktisch, eine Lehnübertragung des amerikanisch-englischen post truth, verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« führt im »postfaktischen Zeitalter« zum Erfolg.“ (Quelle: Pressemitteilung der GfdS vom 9.12.2016).

Als Bibliothekarinnen und Bibliothekare, deren tägliche Arbeit in der Verfügbarmachung und Vermittlung von Informationen besteht, unterstützen wir das aufklärerische Anliegen der IFLA.

Ihr Team der Universitätsbibliothek

Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek erhält Drittmittelförderung

Stempel aus einem Buch des Bankhauses Samuel Bleichröder. Gefunden in der UB der Freien Universität Berlin.

Die Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek erhält für ihr seit 2015 laufendes Projekt „Provenienzrecherche nach NS- verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut im Altbestand 1952-1968 der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin“ Drittmittel durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Damit kann die Arbeit bis März 2018 fortgesetzt werden.

In dem Projekt werden etwa 70.000 Bücher der Universitätsbibliothek systematisch auf Vorbesitzermerkmale, sogenannte provenienzen, geprüft. Gefundene Einträge werden dahingehend untersucht, ob sie darauf hinweisen, dass früherer Besitzer der Bücher zwischen 1933 und 1945 durch die Nationalsozialisten enteignet wurden oder aufgrund von Flucht und Vertreibung in dieser Zeit ihr Eigentum zwangsveräußern mussten.

Bislang konnten etwa 90 Bücher als Raubgut identifiziert werden, ein Teil davon wurde an heutige Eigentümer zurückgegeben.

Die Arbeit der Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek im Radio

Exlibris Bruno Marwitz

Gestern strahlte das Deutschlandradio Kultur ein sehr informatives Feature über Provenienzforschung in Bibliotheken aus. Die Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek hatte die Möglichkeit dem Autor des Beitrags hierfür ihre Arbeit näher zu bringen. Den Beitrag können Sie hier nachhören.

Die Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut untersucht die Altbestände der Universitätsbibliothek und der Fachbereichsbibliotheken auf NS-Raubgut und Beutegut. Sie hat den Auftrag gefundenes Raub- und Beutegut zu dokumentieren und nach Möglichkeit an heutige Eigentümer zurückzugeben. Seit 2014 konnte die Stabsstelle 137 Bücher zurückgeben, darunter waren neben NS-Raubgut und -Beutegut auch einige Bücher, deren Eigentümer nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet wurden.

Alle bislang bearbeiteten Fälle finden Sie in der gemeinsam mit vier Einrichtungen aus Berlin, Brandenburg und Hamburg betriebenen Datenbank Looted Cultural Assets.

Universitätsbibliothek veröffentlicht NS-Raub und Beutegutdatenbank

Seit 2014 beLCAmüht sich die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin im Rahmen ihrer NS-Raub- und Beutegutforschung um eine stärkere Vernetzung der Projekte in Berlin und Brandenburg. Unter dem Motto „Vier Institutionen unter einen Dach“ ist mit der Veröffentlichung der gemeinsamen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets ein wichtiger Meilenstein erreicht.
Die Datenbank führt die Ergebnisse der Recherchen nach NS-Raub- und Beutegut in den Beständen der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, der Universitätsbibliothek der Universität Potsdam und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin zusammen und stellt sie einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Besonderheit der Datenbank liegt darin, dass sie alle Vorbesitzermerkmale verzeichnet, die in den beteiligten Bibliotheken gefunden werden und Auskunft über die Rechercheergebnisse gibt. Intern werden die Informationen zu einzelnen Provenienzen aus den verschiedenen Projekten verknüpft und so eine gemeinsame Bearbeitung einzelner Fälle ermöglicht. Looted Cultural Assets bietet für Interessierte die Möglichkeit nach Provenienzen zu suchen, eigene Sammlungen anzulegen und Kommentare zu hinterlassen.
Interessierten öffentlichen Einrichtungen steht die Möglichkeit offen sich an der Kooperation zu beteiligen und so bei eigenen Projekten von der Erfahrung aller Kooperationsteilnehmer zu profitieren.
Mit dem Ansatz Rechercheergebnisse der beteiligten Projekte und die Erfahrung der Teams zusammenzubringen, Transparenz der eigenen Arbeit für eine interessierte Öffentlichkeit zu schaffen und Offenheit für die Mitarbeit anderer Projekte sowie interessierte Laien schließt Looted Cultural Assets eine Lücke in der Provenienzforschung in deutschen Bibliotheken.

Rückgabe von Beutegut an die Bibliothek des Parlamentes von Lettland

Latvijas Republika Saeimas Biblioteka
Stempel Latvijas Republika Saeimas Biblioteka; © ub-webteam

Ende 2015 gelang es der Universitätsbibliothek fast 40 Bücher an die Bibliothek des lettischen Parlaments zurückzugeben. Die Bibliothek wurde während des Zweiten Weltkrieges durch die deutschen Besatzer geplündert und ihre Bestände nach Deutschland verschleppt. Auch dieser Fund stammt aus der Bibliothek Alfred Weilands, die 1979 durch die Universitätsbibliothek erworben wurde und über die wir bereits berichtet haben.

Zum Bericht über die Rückgabe an Lettland geht es hier.

Betriebsferien an der Freien Universität Berlin

© ub-webteam
© ub-webteam

Campus.leben hat am 10.11.2015 einen Beitrag über die Betriebsferien an der Freien Universität Berlin veröffentlicht. Die gesamte Freie Universität also auch alle FU-Bibliotheken haben in der Zeit vom 23.12.2015 bis 03.01.2016 geschlossen.

Sollten Sie also in dieser Zeit Literatur benötigen, müssen Sie sich rechtzeitig damit eingedeckt haben. Die Betriebsferien werden selbstverständlich in der Leihfrist berücksichtigt. Die Bestellfunktion ist während der Betriebsferien deaktiviert. Das gilt auch für die Bestellung von Fernleihen.

Sollten Sie während der Schließzeit Bücher zurückbringen wollen, finden Sie am Haupteingang der Universitätsbibliothek in der Garystr. 39 Buchrückgabekästen in welche Sie die Bücher einwerfen können.


Wir wünschen unseren Bibliotheksnutzerinnen und -nutzern erholsame Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr

Universitätsbibliothek gibt gestohlenes Buch zurück.

Karl Kautsky
Karl Kautsky, Quelle: Wikipedia

Die Universitätsbibliothek hat im Rahmen ihrer Bemühungen um die Rückgabe von zwischen 1933 und 1945 jüdischen Bürgern und Bürgerinnen, politischen Gegnern des nationalsozialistischen Regimes und anderen Verfolgten ein Buch mit dem Titel Von Marburg bis Monastir, geschrieben und signiert von Hermann Wendel, aus der Bibliothek des Sozialdemokraten Karl Kautsky (1854-1938) an das International Institute of Social History zurückgeben können.
Das Buch kam Ende der 1970er Jahre durch den Ankauf einer Bibliothek sozialistischer Literatur in den Bestand der Universitätsbibliothek. Diese Sammlung gehörte ursprünglich dem Rätekommunisten Alfred Weiland (1906-1978). Dieser hatte sie seit Ende des Zweiten Weltkrieges zusammengestellt und dabei auch Literatur aus in Berlin gelagerten enteigneten Büchern aufgenommen. Heute weist die Sammlung etwa 160 Vorbesitzermerkmale in Form von handschriftlichen Namenseinträgen, Stempeln und Exlibris auf, welche unter Verdacht stehen durch die Nationalsozialisten gestohlen worden zu sein.

Mehr zu unserer Stabstelle NS-Raub- und Beutegut sowie deren Arbeit gibt es hier. Zur Rückgabe selbst und zur Geschichte des Nachlasses sowie der Bibliothek von Karl Kautsky gibt es hier weitere Informationen.

Postkarte Wendel
Postkarte Wendel, © ub-webteam

 Update 05.11.2015: Just in diesen Tagen schickte uns das International Institute of Social History noch eine Postkarte die Hermann Wendel an Kautsky schrieb. Dort fragt Wendel nach, ob Kautsky das Buch erhalten habe. Hier der Text der Karte im Wortlaut:

„Verehrter Genosse Kautsky,

ich hoffe, dass der Verlag Perthes Ihnen das „Risorgimento“ zugesandt hat; „Von Marburg bis Monastir“ sandte ich Ihnen selbst vor X Tagen. Von beiden Büchern macht es mir Freude, wenn Sie sie nun lesen; sollten Sie dazu kommen, über das „Risogimento“ etwas zu schreiben, wird meine Freude natürlich noch größer sein, aber deshalb habe ich Ihnen nicht geschrieben. Die „School of Slavien Studies at King’s College in the University of London“ hat mich auf Grund meiner Arbeit über die Südslawen zum korrespondierenden Mitglied ernannt, aber dass der „Vorwärts“ nur daran gedacht hätte, eines dieser Bücher zu besprechen – kein Gedanke!

 

Mit besten Grüße H.W.“

200. Geburtstag von George Boole

George Boole, Wikipedia

Heute vor 200 Jahren wurde der englische Mathematiker George Boole (1815-1864) in Licoln geboren.

Boole formulierte in seinem Werk The Mathematical Analysis of Logic 1847 Gesetze der Logik, die heute als Grundlage der modernen Informationstechnologie gelten. Die Boole’sche Algebra mit ihren Operatoren wie UND, ODER, NICHT sind nicht nur Teil jedes Computerprogramms, sondern auch wichtiger Bestandteil jeder Datenbankrecherche.

Grund genug also, auch an dieser Stelle auf seinen Ehrentag hinzuweisen. Und wer wissen möchte, wie eine Suche mit den Boole’schen Operatoren in unserem Bibliotheksportal Primo funktioniert, kann sich ein kleines Video auf der Seite der Bibliothek für Sozialwissenschaften und Osteuropastudien anschauen.

Ein kurzer Beitrag über Booles Leben findet sich bei Spiegel Online.

Grabungen an der Universitätsbibliothek

Grabungen an der UB, © ub-webteam

Wie campus.leben aktuell berichtet, gibt es derzeit weitere Grabungen an der Fassade der Universitätsbibliothek zur Harnackstraße.

Im Sommer 2014 wurden dort bei Bauarbeiten menschliche Knochen gefunden, deren Herkunft bislang ungeklärt blieb. Mit den neuen Grabungen soll sichergestellt werden, dass keine Knochen übersehen wurden, die helfen könnten über deren Herkunft Auskunft zu geben.

Bereits seit August 2015 werden die Bauarbeiten um die Ihnestraße 22, wo sich von 1927 bis 1945 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik befand, durch Archäologen begleitet. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik war fester Bestandteil der Erbgesundheits- und Rassenpolitik der Nationalsozialisten.