„Evening Lecture“ zur Provenienzforschung

Die Provenienzforschung stellt sich die Frage, wie Bücher auf mitunter verschlungenem Wege in den Bibliotheksbestand gelangten. In der heutigen Evening Lecture „Was ist Provenienzforschung?“ um 17 Uhr wird anhand eines Beispiels die Arbeit der Universitätsbibliothek auf diesem Gebiet vorgestellt.

zur Evening Lecture (via Cisco Webex)
(Mittwoch, 15. Juni, 17:00–17:15 Uhr)

Seit diesem Sommersemester bietet die UB jede Woche 15-minütige digitale Einführungen am späten Nachmittag zu verschiedenen Themen an. Mit dem neuen Veranstaltungsformat möchten wir allen Interessierten kurzweilige und informative Einblicke in die Bibliotheksservices anbieten (zur Terminübersicht).

Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich!

Provenienzforschung nach NS-Raubgut in der Bibliothek am Botanischen Garten und Botanischen Museum (BGBM)

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. In der Bibliothek des Botanischen Gartens und Botanischen Museums startet ein vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördertes Forschungsprojekt.

Projektmitarbeiterin Lisa Trzaska wird die Herkunft von Beständen untersuchen, die noch während des Zweiten Weltkriegs oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit an die Bibliothek gelangten. Gleich zu Beginn der Recherchen gerieten mehrere Bücher in den Fokus, aus denen die Spuren ihrer Vorbesitzer auffällig sorgfältig getilgt worden waren. Hier sollte die Provenienz offensichtlich verschleiert werden, was auf Raubgut hindeutet. Bei der Provenienzforschung geht es also nicht nur darum, Provenienzmerkmale im Buch wie Stempel, Namenseinträge oder Ex Libris zu finden, sondern auch zu erkennen, wo welche waren, die nun fehlen.

Lesen Sie mehr über Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin und über die Geschichte der Bibliothek des BGBM .

Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek erhält Drittmittelförderung

Stempel aus einem Buch des Bankhauses Samuel Bleichröder. Gefunden in der UB der Freien Universität Berlin.

Die Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek erhält für ihr seit 2015 laufendes Projekt „Provenienzrecherche nach NS- verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut im Altbestand 1952-1968 der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin“ Drittmittel durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Damit kann die Arbeit bis März 2018 fortgesetzt werden.

In dem Projekt werden etwa 70.000 Bücher der Universitätsbibliothek systematisch auf Vorbesitzermerkmale, sogenannte provenienzen, geprüft. Gefundene Einträge werden dahingehend untersucht, ob sie darauf hinweisen, dass früherer Besitzer der Bücher zwischen 1933 und 1945 durch die Nationalsozialisten enteignet wurden oder aufgrund von Flucht und Vertreibung in dieser Zeit ihr Eigentum zwangsveräußern mussten.

Bislang konnten etwa 90 Bücher als Raubgut identifiziert werden, ein Teil davon wurde an heutige Eigentümer zurückgegeben.

Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloquium (BBK)

Hier mal ein Hinweis für das bibliothekarische Fachpublikum: das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) bietet immer dienstags das Berliner Bibliothekswissenschaftliche Kolloquium (BBK) an, zu der auch die Fachöffentlichkeit herzlich eingeladen ist.
Die Themen dieser Vortragsreihe kommen aus den Arbeitsgebieten am Institut und thematisieren darüber hinausgehend ein breites Spektrum bibliothekswissenschaftlicher Fragestellungen, bibliothekspraktischer Entwicklungen sowie Aspekte der bibliotheksbezogenen Ausbildungs- bzw. Studiengänge.

Die Reihe startet am 21.4. 2009 um 18 Uhr mit einem Vortrag von Sandra Wiedemann (Moses Mendelssohn Zentrum, Potsdam) zu dem Thema: Vergangenheitsbewältigung in deutschen Bibliotheken : vom Umgang mit geraubten Büchern aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Veranstaltungen finden in der Dorotheenstr. 26, 10117 Berlin, Raum 122 statt.

Ausstellung: Geraubt – die Bücher der Berliner Juden

Die Ausstellung „Geraubt. Die Bücher der Berliner Juden“ im Foyer der Berliner Stadtbibliothek präsentiert Bücher aus dem Zugang „J“ und weiteres Raubgut aus Magazin und Depot. Nach 65 Jahren Benutzung werden die Bücher der Öffentlichkeit gezeigt. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. April 2009 im Haus der Haus Berliner Stadtbibliothek (Breite Str. 32 – 34, 10178 Berlin-Mitte, Sa 10-19 u. Mo-Fr 10-21 Uhr) zu sehen.