Happy Birthday, DNB …

… nachträglich! Gestern feierte die Vorgängerinstitution der Deutschen Nationalbibliothek, die Deutsche Bücherei in Leipzig, ihren 100 Geburtstag. Seit 1913 hat die DNB die Aufgabe, veröffentlichte deutschsprachige beziehungsweise auf Deutschland bezogene Literatur vollständig zu sammeln, zu erschließen und zu archivieren. Der MDR blickte zum Jubiläum diese Woche in der Dokumentation Der Bücherturm hinter die Kulissen. Wer den knapp halbstündigen Film verpasst hat, kann das in der ARD-Mediathek nachholen.

Bild: Neuer Erweiterungsbau der DNB in Leipzig (Urheber: Concord, CC-BY-SA-3.0)

DNB nimmt historische Periodika aus dem Netz

In den letzten Tagen hat sich bedauernswerter Weise in bibliothekarischen Mailinglisten und Blogs die Nachricht verbreitet, dass die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) den Zugriff auf die beiden Datenbanken Exilpresse digital und Jüdische Periodika in NS-Deutschland eingeschränkt hat. Waren die beiden Titel vorher kostenfrei im Fernzugriff für jeden Interessierten zugänglich, sind sie das künftig nach einer „Übergangszeit“ nur noch vor Ort in den Lesesälen der DNB in Leipzig und Frankfurt am Main. Laut den entsprechenden DNB-Seiten könnten die beiden Angebote aus „rechtlichen Gründen“ nicht mehr bereitgestellt werden. Beide Datenbanken entstammen Digitalisierungsprojekten, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden.

Der Titel Exilpresse Digital, der auch in der Digitalen Bibliothek der FU vertreten war, enthielt 30 digitalisierte Zeitschriften mit ca. 100.000 Seiten aus dem Bestand des Deutschen Exilarchivs und der Sammlung Exil-Literatur. Diese sollten ein möglichst breites Spektrum der Exilpresse der Jahre 1933 bis 1945 präsentieren. Unter anderem waren Titel wie Aufbau (New York), Das Andere Deutschland / La Otra Alemania (Buenos Aires/Montevideo) , Das blaue Heft und Der deutsche Schriftsteller (beide Paris), Freie deutsche Kultur (London) oder Neuer Vorwärts (Karlsbad; Paris) vertreten.

Jüdische Periodika in NS-Deutschland erschloss die wichtigsten in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 bzw. kurz zuvor gegründeten jüdischen Periodika. Dabei handelte es sich um sehr seltenes Material, zumeist Organe der Selbsthilfeeinrichtungen der jüdischen Gemeinschaft.

 

BibliotheksmitarbeiterInnen in Leipzig

Am 9. Juni 2012 haben sich einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – übrigens in der Freizeit und trotz Fussball-EM – auf den Weg gemacht, um sich zu informieren, wie es in anderen Bibliotheken so zugeht.

Diesmal ging es nach Leipzig. Besucht wurde zuerst die Bibliotheca Albertina (Universitätsbibliothek) und anschließend die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) zu Leipzig. Beide Bibliotheken erscheinen nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten und Ergänzungsbauten in neuem Glanz.

Wer möchte, findet auf der UB-Homepage eine Fotostrecke.DNB Leipzig

Wir danken Frau Bauer und Frau Matthias für die informative und anregende Führung duch ihre schönen Häuser und ganz herzlich auch Frau Helma Schaefer, die uns den ganzen Tag begleitet hat und uns ganz viel über Leipzig erzählen konnte.

Foto der DNB Leipzig: P. Kende

100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek

Zwar ist der 100. Geburtstag der deutschen Nationalbibliothek noch ein Weilchen hin – am 3. Oktober 1912 wurde die Deutsche Bücherei in Leipzig gegründet – doch schon im März haben in Leipzig und Frankfurt am Main die mehrmonatigen offiziellen Feierlichkeiten begonnen. Passend dazu hat die DNB eine eigene Website gestartet. Neben einem Jubiläumsmagazin, das bis Anfang Oktober in vier Teilen erscheint, finden sich ein Veranstaltungskalender und ein nettes Video in dem Kinder Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Thema Buch suchen.

Abgerundet wird das ganze durch die Mitmach-Aktion „Wir sind ein Jahrgang“. Auf einem großen Online-Jahrgangsmosaik kann man ein Bild von sich mit Buch oder Musiktitel aus seinem Geburtsjahr einreichen, nebst Text, warum man das Medium ausgewählt hat. Die Bilder und Texte werden dabei mit einer freien Creative-Commons-Lizenz versehen.

Wer mehr zur Geschichte der DNB erfahren möchte, dem sei u. a. der FAZ-Artikel Doppelt sammeln hält besser aus der letzten Woche empfohlen, versehen mit einem programmatischen O-Ton von Generaldirektorin Elisabeth Niggemann – „Wissen wir, was eine Google-Suche uns alles nicht zeigt?“