Erste Flughafenbibliothek der Welt eröffnet

Überall auf der Welt trifft man auf Bibliotheken, doch auf einem internationalen Flughafen hatte sich bisher noch keine angesiedelt. Dies ist seit dieser Woche Geschichte – am Dienstag nahm auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol die erste „Airport Library“ ihren Betrieb auf, wie der holländische Blogger Hans van Velzen berichtet.

Bei der Flughafenbibliothek handelt es sich um ein Projekt der öffentlichen Bibliotheken Amsterdams (OBA), das gemeinsam mit der niederländischen Organisation für öffentliche Bibliotheken (ProBiblio) und dem holländischen Kulturministerium initiiert wurde. Abfliegende und ankommende Passagiere können sich von nun an mit übersetzten Romanen, Kunstbänden, Kurzgeschichten und Gedichten aus dem Niederländischen die Wartezeit vertreiben. Zusätzlich etwas holländische Kultur lässt sich durch Musik oder Filme via iPad aneignen, die man auch herunterladen kann sowie zwei große Bildleinwände.

Bücher mit ins Flugzeug oder nach Hause nehmen kann man jedoch nicht – bei der Airport Library handelt es sich um eine reine Präsenzbibliothek. Ein erstes unscharfes Foto von den Räumlichkeiten gibt es bei twitpic zu bestaunen. Mehr Bilder und Informationen gibt es bei den Kollegen von bibliothekarisch.de, die bereits Mitte Mai über die bevorstehende Eröffnung informierten (und über den ersten „Flughafenbibliotheksverbund“ sinnierten ;)). Die feierliche Eröffnung steht übrigens noch aus und soll laut literatuurplein.nl am 25. August durch die holländische Prinzessin Laurentien erfolgen.

Danke für das Bild an den flickr-User antwerpenR!

„Bibliothek des Jahres 2010“ liegt in Baden-Württemberg

Während beim WM-Spiel heute Abend wohl noch um den Einsatz der Baden-Württemberger Cacau und Khedira gebangt werden muss, stehen die Süddeutschen aus bibliothekarischer Hinsicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden – gestern zeichnete der Deutsche Bibliotheksverband die Bibliothek der Universität Konstanz als „Bibliothek des Jahres 2010“ aus.

Honoriert wird damit die konsequente Dienstleistungs- bzw. Kundenorientierung – als erste Bibliothek in Deutschland hat man in Konstanz seit 2001 die 24-Stunden-Öffnung eingeführt. Darüber hinaus glänzt die Universitätsbibliothek mit vielen Schulungsstunden für Studierende, systematische Freihandaufstellung des Bestandes und unterstützt aktiv Open-Access-Konzepte. Im Gegensatz zum Bibliothekssystem der FU Berlin ist das in Konstanz „einschichtig“ und besitzt keine eigenständigen Teilbibliotheken.

Die Kollegen aus Konstanz verwiesen die Universitätsbibliothek Bielefeld auf Platz zwei. Neben der Entwicklung von innovativen Benutzerangeboten setzt auch diese Bibliothek auf ausgedehnte Öffnungszeiten.

Der Preis „Bibliothek des Jahres“ wird seit dem Jahr 2000 vergeben und von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gestiftetet. Es ist der einzige nationale Bibliothekspreis in Deutschland. In der Vergangenheit tummelten sich unter den Gewinnern sowohl öffentliche, als auch wissenschaftliche Bibliotheken und sogar eine Gefängnisbibliothek. Schon im letzten Jahr hatte sich eine Bibliothek aus Baden-Württemberg durchsetzen können – also abermals Glückwünsche nach Süddeutschland. Nach Berlin ging der Preis allerdings noch nie, aber es gibt ja immer ein erstes Mal … ;)

ÖNB kooperiert mit Google Books

Nachdem die Bayerische Staatsbibliothek sich bereits vor mehr als drei Jahren mit Google zusammen tat, um ihren Buchbestand digitalisieren zu lassen, ziehen die Nachbarn aus Österreich nun nach. 400.000 Bände aus dem 16. bis 19. Jahrhundert der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien sollen mittels Public Private Partnership durch Google Books im Volltext erschlossen werden. Voraussichtlich 120 Millionen Buchseiten sollen nach sechs Jahren kostenfrei im Online-Katalog der Bibliothek, via Google Books und der Europana abrufbar sein – ausschließlich Werke, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen. 2011 soll mit der Digitalisierung begonnen werden.

Ausstellung „Bibliotheken in Afrika“

“Die Ausstellung “Wissensstädte – Bibliotheken in Afrika” wird ab Juni 2010 in der Bibliothek des Ethnologischen Museums in der Arnimallee zu sehen sein.
Bestimmt können auch BibliothekarInnen hier einige Bildungslücken schliessen, obwohl einige wahrscheinlich schon ‚mal von Timbuktu gehört haben …

😉

Die Vernissage findet am Freitag, den 18.06.2010 ab 11 Uhr in der Bibliothek (Arnimallee 27, U3 Station Dahlem-Dorf) statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Letterheinz – ein Bücherwurm kämpft sich durch

Wer am vergangenen Wochenende Google nutzen wollte, der konnte auf der Eingangsseite als Google Doodle Pac-Man finden. Pac-Man, das Computerspiel mit dem fressenden Punkt wurde nämlich – kaum zu glauben – 30 (vgl. auch Artikel im Stern: Pac-Man fraß Millionen Stunden Arbeitszeit).

Da passt es ja, wenn wir hier ‚mal auf Letterheinz hinweisen. „Letterheinz“ ist ein Onlinespiel, das die Spieler auf unterhaltsame Art mit Bibliotheksbegriffen vertraut macht. Dabei muss der Wurm Buchstaben in der richtigen Reihenfolge einsammeln, die in einem Bücherregal platziert sind. Die ergeben dann das Lösungswort. Es gibt – von mir nicht ausprobiert (!!!) – über 40 Level.
Natürlich wird Letterheinz gestört von Topfpflanzen, Ventilatoren, Cola-Dosen und kämpferischen Drachen, die ihm eine Abreibung verpassen, wenn Sie ihn erwischen.

Das Computerspiel wurde von der Agentur „Wilder Jäger“ entwickelt und kann bspw. durch optische Details an die Gegebenheiten der jeweiligen Bibliothek angepasst werden.

„Letterheinz“ gibt es schon für mehrere deutsche und schweizer Bibliotheken. Das Spiel soll Jugendliche für das Thema Bibliothek gewinnen, richtigen Gamern wird es wahrscheinlich gerade mal ein müdes Lächeln abgewinnen.

Dafür ist das Jump & Run Spiel durchaus geeignet für weniger versierte Spieler (wie wohl die meisten Bibliothekare!?). 😉

Neuer Bibliothekenführer Berlin-Brandenburg in Planung

Gegenwärtig arbeitet ein Entwickler im Auftrag des KOBV an der Aktualisierung des Bibliothekenführers Berlin-Brandenburg. Der bisherige Stand kann bereits eingesehen werden. Eine Umfrage und auch die direkte Ansprache des Entwicklers sollen zu weiteren Verbesserungen führen.

(Gesehen bei bibliothekarisch.de via kobv.de)

Grimm-Zentrum bekommt Architekturpreis

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) hat am 8.5.2010 den Architekturpreis „Nike 2010 für die beste stadtbauliche Interpretation“ für das im letzten Jahr eröffnete Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum gleichermaßen an die Humboldt-Universität und an den Architekten Max Dudler verliehen.
Zuvor wurde das Grimm-Zentrum bereits mit dem „BDA-Preis Berlin 2009“ und dem „Architekturpreis Berlin 2009“ ausgezeichnet.

Die NutzerInnen scheinen den Bau auch zu mögen! Wie der Tagesspiegel am 22.4.2010 berichtete, überlegt die Bibliothek, ob eine Reservierung für eigene Studierende eine Lösung für die Platznot der Bibliothek sein könnte. Mit der Aktion „Parkscheiben“ für maximal einstündige Pausen hat man bereits versucht, die Platzbelegung zu effektivieren.

Musik-Imagekataloge der Staatsbibliothek zu Berlin jetzt online

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz hat mehr als 1 Million Katalogkarten ihrer 3 umfangreichsten Musikalien-Zettelkataloge gescannt und sie als Imagekataloge (IPACs) ins Internet gestellt.

Die NutzerInnen können sich hier über den Bestand der Stabi an Noten, CDs, Bücher und Zeitschriften informieren, der noch nicht im Stabikat nachgewiesen ist und die Materialien auch direkt in den Musiklesesaal bestellen.

Die Kataloge sind auf der Webseite der Musikabteilung zu finden.

Nationallizenzen – jetzt per Griff in die „Suchkiste“

Die Versorgung mit elektronischer Fachinformation an deutschen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Bibliotheken stützt sich seit 2004 in erheblichem Maße auf die Bereitstellung sog. „Nationallizenzen“, deren Beschaffung über die Deutsche Forschungsgemenischaft (DFG) finanziert und im Verbund mit fachlich verantwortlichen Sondersammelgebietsbibliotheken organisiert wird. Die für die FU Berlin freigeschalteten Nationallizenzen werden vollständig über unsere Digitale Bibliothek zur Verfügung gestellt.

Um die Erreichbarkeit sämtlicher über die Nationallizenzen zugänglichen Einzelressourcen (u.a. Zeitschriftenaufsätze und Bücher in digitaler Form) weiter zu verbessern, ist kürzlich eine neue Rechercheplattform installiert worden – die „Suchkiste“. Indexiert wurden bislang sage und schreibe 21.647.066 Datensätze, zahlreiche Ressourcen sogar im Volltext.

Die Rechercheplattform, die auf Suchmaschinentechnologie der Open Source Software „vufind“ aufsetzt, besticht durch einen einfach gehaltenen Sucheinstieg. Die Entwickler setzen selbstbewußt auf ein leistungsstarkes Relevanzranking und verzichten konsequenterweise auf eine „erweiterte Suchmaske“. Allerdings wird doch eine Art Expertensuche über dezidierte Datenfelder ermöglicht, z.B.: fulltext:(gulliver). Raffiniert ist mit vufind auch die Option zur nachträglichen Eingrenzung des Erscheinungszeitraums für Publikationen gelöst: einfach die oben über der Ergebnismenge angezeigte Timeline nach Wunsch dehnen oder stauchen.

Dass die Zahl der für eine Suchanfrage gefundenen Dokumente nicht angezeigt wird, begründen die Entwickler damit, dass es sich dabei um eine eher technische Information handele und das Ranking die relevantesten Treffer nach vorne befördert; niemand schaue sich seitenweise Retrievaltreffer an. Das ist sicherlich ein Manko, denn nicht immer möchte man nach der vermeintlichen Relevanz sortieren. Bei Sortierung der Treffer nach Erscheinungsjahr ist es schon etwas nervtötend via vufind immer neue Treffer nachladen zu können, ohne dass man einschätzen kann, wann das Ende der Liste erreicht sein wird.

Für die „Suchkiste“ ist ein eigenes Weblog eingerichtet worden, in dem die Entwickler der Rechercheplattform ausführlich über ihre Vorgehensweise berichten und auf Nutzerkommentare reagieren.

Insgesamt: Well done, Till Kinstler und GBV-Team! Toll, was man mit OpenSource alles auf die Beine stellen kann!

Wohlfühlfaktor und „ökologischer Fußabdruck“

Der Bibliothekssoziologe Olaf Eigenbrodt äußert sich im Gespräch mit Goethe.de über deutsche Bibliotheksneubauten und seine Lieblingsbibliothek. Schade nur, dass man die beigefügten Bilder nicht vergrößern kann :(

(gesehen im netbib weblog).