Die Bayern tun es, die Göttinger tun es, die Österreicher erst Recht – die Digitalisierung wissenschaftlich relevanter Texte in großer Fülle. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Futurezone-Artikel Digitalisieren mit dem „bionischen Finger“ von Claudia Glechner, die ein Wiener Startup-Unternehmen besucht hat. Auch nicht zu verachten ist der Artikel Freiheit für Bibliotheken, in dem das ORF-Magazin die Veröffentlichung der Katalogdaten der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln vom Wochenende bespricht.
Lexika kehren gut
Mit dem Siegeszug von Wikipedia haben die herkömmlichen gedruckten Lexika ausgedient. Die Enzyklopädie-Verlage konzentrieren sich seither auf ihre elektronischen Angebote – eine Neuauflage des Brockhaus’ werden wir wohl so bald nicht erleben. Was also tun mit den gedruckten Bänden, deren Wissen unausweichlich dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen? Als Briefbeschwerer zu unhandlich, als alternative Fliegenklatsche für den Sommer zu laut (wenn auch effektiv). Eine – zugegeben brutalere – Nutzungsmöglichkeit präsentiert da thereifixedit.com. Mehr davon gibt es auf der Website bookdust.com zu bestaunen.
Danke für das Bild an WikiCommons!
Bach, Darwin & Who’s Who
In den letzten Wochen sind wir erneut auf einige interessante freie Ressourcen im WWW gestoßen. Sowohl FU-Angehörige als auch externe Nutzer können diese kostenfreien Titel bequem von zu Hause aus nutzen:
Bach Bibliography: Die Datenbank enthält mehr als 35.000 Einträge zu Sekundärliteratur über den Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750) und seine Musik, ausgewertet aus internationalen Büchern, Zeitschriftenartikeln, wissenschaftlichen Rezensionen, Hochschulschriften und mehr.
Complete Works of Charles Darwin: „Darwin Online“ gilt als eine der größten Gesamteditionen der Schriften des britischen Naturforschers (1809-1882). Seit 2002 online, enthält die Website über 90.000 Textseiten, 207.000 Bilder sowie je ein digitalisiertes Exemplar aller Werke Darwins.
Culturebase.net: Die Website informiert über zeitgenössische, internationale Künstler. Zugriff gibt es auf über 1000 Profile von Einzelkünstlern und Gruppen, die i.d.R. aus Biografien, einer Werk- und Projektliste bestehen.
Documenting the American South: „DocSouth“ bietet freien Zugriff auf Texte, Bilder und Audio-Dateien zur Geschichte, Literatur und Kultur des US-amerikanischen Südens. Die Sammlung gliedert sich in 14 thematische Kollektionen, die u. a. Tagebücher, Briefe, Oral-History-Interviews und Lieder enthalten.
Who’s who in China, Italy, Russia & Spain: Die Online-Nachschlagewerke vom Sutter-Verlag präsentieren englischsprachige Informationen zu tausenden von Persönlichkeiten, Firmen, kulturellen und sozialen Einrichtungen, Marken sowie politischen Organisationen des jeweiligen Landes.
Sie haben eine interessante Webressource, die in der Digitalen Bibliothek nicht fehlen darf? Wir freuen uns über Ihre Vorschläge!
„Lese(r)hunger“ in der UB und der Mensa
Das Blog Leserhunger nennt sich selbst „kulinarischer Führer durch Bibliotheken, Archive, Museen weltweit“ und hat sich kürzlich nach Dahlem aufgemacht und die Universitätsbibliothek für den Lesehunger sowie anschliessend die neu eröffnete Vegetarische Mensa für den Leserhunger besucht … und auch ein paar schöne Fotos gemacht. 🙂
Print vs. E-Book
Pünktlich zu Beginn des Bibliothekskongresses in Leipzig (live auch via „twitterwall“ verfolgbar) geht Philipp Goll in der heutigen taz der Frage nach, ob das gute alte Buch vom Aussterben bedroht ist. Freunde des haptisch-sinnlichen Lesevergnügens wird sein Fazit freuen!
Das Bibroulette ist da!
Durch Anregung aus Frankreich hat Edlef Stabenau, Bibliothekar an der TUB-Harburg und Gründer des netbib weblogs, das Bibroulette ins Leben gerufen. Mit einem Klick auf eine virtuelle Katalogkarte können per Zufall Weblogs zum Thema Bibliothek entdeckt werden.
Mich hat es beispielsweise auf das Blog Haferklees Ausblicke verschlagen. Dort hat ein Arbeitskollege aus einem Bundesamt ein typisches Bibliotheksklischee in Hertha Müllers Atemschaukel ausfindig gemacht – wobei den Roman eigentlich halb Deutschland nach dem Nobelpreis-Gewinn gelesen haben müsste
…
Danke für das Bild an WikiCommons!
Grimm-Zentrum nicht barrierefrei
Der Tagesspiegel vom 15.3.2010 berichtet über eklatante Mängel bezüglich der Barrierefreiheit in der neuen HU-Zentralbibliothek: kein durchgehendes Blindenleitsystem, nur schlecht zugängliche Fahrstühle und zu wenig barrierefreie Arbeitsplätze.
Wissenschaftsmagazins „fundiert“ zum Thema „Glauben“
Bereits im Dezember 2009 ist eine neue Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „fundiert“ erschienen. Sie trägt den Titel „Glauben“ – ein Thema, das in seiner Vielschichtigkeit in unserer Zeit eine große Rolle spielt (Zitat: campus.leben vom 16.12.2009).
Das kostenfrei im Internet zugängliche und auch für interessierte Laien verständlich geschriebene Online-Wissenschaftsmagazin „fundiert“ der Freien Universität Berlin stellt Forschungsergebnisse zu interdisziplinären Themen vor und bietet den Leserinnen und Lesern spannende Einblicke in die Welt der Wissenschaft. Die Druckfassungen können als pdf-Dateien heruntergeladen werden oder in der Kommunikations- und Informationsstelle der Freien Universität kostenfrei bestellt werden.
Auch die früheren Hefte mit Themen wie Räume (bereits gebloggt!), Wasser, Emotionen uvm. sind durchweg zu empfehlen. Unbedingt reinschauen!!
lit.COLOGNE in Köln gestartet
Nachdem so manch filmaffiner Kölner im Februar neidisch auf Berlin blickte, starrt nun der lesebegeisterte Hauptstädter mit etwas Wehmut auf die Domstadt, die seit gestern zum Literaturfestival lit.COLOGNE einlädt. Vor zehn Jahren in Privatinitiative gegründet, kommt die Veranstaltung ohne öffentliche Subventionen aus und finanziert sich aus Eintritts- und Sponsorengeldern.
Bis 20. März stehen ca. 175 Veranstaltungen rund um Bücher und Schriftsteller auf dem Programm mit so illustren Gästen wie Martin Walser, Henning Mankell oder Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Das hinterlässt natürlich seine Spuren in den heutigen Feuilletons: die Berliner Zeitung interviewt den chinesischen Festivalteilnehmer Ai Weiwei, Die Zeit blickt ebenfalls auf den regimekritischen Blogger. Die Deutsche Welle fragt sich, warum Menschen Literatur „live“ erleben wollen, statt selber zu lesen. Weitere Informationen zur lit.COLOGNE finden sich auf litcolony.de – nicht nur zum Festival einen Klick wert!
Stotax-First ab sofort online
Für Angehörige der FU besteht ab jetzt Zugriff auf Stotax-First. Das Internet-Fachportal für das gesamte Steuerrecht bietet neben aktueller Berichterstattung folgende Inhalte:
– Kommentare (Internationales Bilanzrecht, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer usw.)
– Sieben Jahrbücher und Lexika zum Steuerrecht und allgemeinen Recht
– 15 Ratgeber (Steuerberater-Branchenhandbuch, Steuerberater-Rechtshandbuch usw.)
– Rechtsquellen (u.a. juris DBA, juris Gesetze/Verordnungen)
– Acht Zeitschriften (u.a. Bundessteuerblatt, juris-Praxisreport)
– über 2500 elektronische Arbeitshilfen (Musterschreiben und –verträge, Berechnungsprogramme usw.)
– Rechtsprechung (u.a. juris EuGH, juris Finanzgerichte, juris Bundesgerichte)