Dr. Birgit Rehse Bildquelle: Bernhard Wannenmacher
Was bedeutet es, Geschichte für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit zugänglich zu machen? In der Reihe „Wir sind FU“ gibt die Leiterin des zur Universitätsbibliothek gehörenden Uniarchivs, Birgit Rehse, Einblicke in ihre Arbeit und erzählt von den Aufgaben, Herausforderungen und besonderen Momenten des beruflichen Alltags.
Das Interview zeigt, wie vielfältig die Arbeit hinter den Kulissen ist – und welchen Beitrag das Archiv zur Bewahrung und Vermittlung von Wissen leistet.
Fotos: Dr. Uwe Herrmann Kürzlich durften wir im Universitätsarchiv besonderen Besuch begrüßen: Unser Präsident, Günter M. Ziegler, nahm sich Zeit, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Archivteams zu machen.
Im Gespräch mit den Kolleg*innen wurde deutlich, wie vielfältig die Aufgaben des Archivs sind. Hier werden nicht nur historische Dokumente bewahrt, sondern Quellen erschlossen, Bestände gesichert und Geschichte für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Archiv ist damit weit mehr als ein Aufbewahrungsort – es ist das institutionelle Gedächtnis unserer Universität.
Der Besuch ist für uns ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Er unterstreicht, wie bedeutend die kontinuierliche Sicherung, Erschließung und Vermittlung unserer universitären Überlieferung für die Wissenschaftskultur ist.
Wir bedanken uns herzlich für das Interesse und den Austausch – und freuen uns darauf, die Geschichte unserer Universität auch künftig lebendig zu halten.
Horst W. Hartwichs Nachlass und der Altaktenbestand des Akademischen Außenamtes sind fertig erschlossen.
Hartwich, Horst W.
Gründung der Außenkommission und frühe Aufgaben (1949)
Die Außenkommission der Freien Universität Berlin wird im Jahr 1949 für die Erfüllung aller Aufgaben rund um die Außenbeziehungen der Universität ins Leben gerufen. Laut Beschluss des Akademischen Senats vom 10. Januar 1949 soll in seine Zuständigkeit nicht nur die Durchführung von Gastvorlesungen und -vorträgen ausländischer und westdeutscher Gäste, sondern auch die Initiierung und Betreuung des Studierendenaustausches sowie die Veranstaltungsorganisation mit Bezug zu auswärtigen Verbindungen fallen.
Internationale Ausrichtung der jungen Universität
Direkt nach ihrer Gründung und nicht zuletzt durch die von Beginn an enge ideelle Verbindung zu den USA, die sich anfänglich vor allem in der großzügigen finanziellen Förderung der Freien Universität durch die amerikanische Ford Foundation widerspiegelt, orientiert sich die junge Universität nach außen und beginnt, zahlreiche internationale Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen – eine Aufgabe, die schnell über die ursprünglich vorgesehenen Tätigkeitsfelder der Außenkommission hinauswächst.
Vom Ehrenamt zur Verwaltungsstruktur: Das Akademische Außenamt
1958 wird parallel zur Außenkommission das Akademische Außenamt gegründet, um dem über die Jahre sich ausdifferenzierenden und wachsenden Tätigkeitsfeld mit entsprechender Infrastruktur innerhalb der Universitätsverwaltung gerecht werden zu können.
Horst W. Hartwich und vier Jahrzehnte Außenbeziehungen
Untrennbar verknüpft mit dem Auf- und Ausbau der Außenkommission bzw. des Akademischen Außenamtes ist sein langjähriger Geschäftsführer bzw. Leiter Horst W. Hartwich, der im Juli 1949 – damals noch Medizinstudent der Gründergeneration und Außenreferent des Allgemeinen Studentenausschusses der Freien Universität – als Sekretär in zunächst studentischer Anstellung die Arbeit rund um die Außenangelegenheiten der Freien Universität aufnimmt. Bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1994 und über einige interne Umstrukturierungen und Umbenennungen der Abteilung hinweg hat Horst W. Hartwich die Leitung des Akademischen Außenamtes inne, prägt damit die Außenbeziehungen der Freien Universität über mehr als vier Jahrzehnte ohne Unterbrechungen und trägt maßgeblich zu ihrem Aufbau und nachhaltigen Bestehen bei.
Kontinuität über die Pensionierung hinaus
Kaum verwunderlich, dass kurz vor seiner planmäßigen Pensionierung im Jahr 1989 zahlreiche Vertreter der Fachbereiche und des Lehrkörpers den Präsidenten Prof. Dr. Dieter Heckelmann ihr Bedauern über das Ausscheiden von Horst W. Hartwich ausdrücken und um Prüfung von Möglichkeiten einer Weiterbeschäftigung über die offizielle Altersgrenze hinaus bitten. Tatsächlich übernimmt Horst W. Hartwich die kommissarische Leitung des Akademischen Außenamtes noch für einige Jahre bis 1994. Noch über seine endgültige Pensionierung hinaus engagiert er sich zudem als Leiter des Deutsch-Amerikanischen Informationsbüros auf dem Feld der internationalen Beziehungspflege und bleibt der Freien Universität als Geschäftsführer der Ernst-Reuter-Gesellschaft verbunden.
Der Aktenbestand des Akademischen Außenamtes
Der Bestand Akademisches Außenamt, dem die Akten der Außenkommission aufgrund der häufig nicht eindeutig abgrenzbaren Provenienzen zugeordnet wurden, gibt Einblicke in die Zusammenarbeit der Freien Universität mit der Ford Foundation und in diesem Zusammenhang insbesondere in die Verwendung der amerikanischen Spendengelder für den Auf- und Ausbau der Universität, so u. a. für den Bau des Henry-Ford-Baus und der Universitätsbibliothek in der Garystraße und die Weiterentwicklung der Fakultäten und Institute auf dem Gebiet von Forschung und Lehre.
Aufgabenbeschreibung ca. 1960
Internationale Studierende, Austausch und Partnerschaften
Darüber hinaus finden sich Unterlagen zum Studium ausländischer Studierender an der Freien Universität und zur Gründung eines Studienkollegs für die Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen und Vorbereitung der Aufnahme eines regulären Studiums an der Universität. Ein großer Teil der Akten dokumentiert die Etablierung und Pflege der zahlreichen internationalen Kontakte der Freien Universität zu ausländischen Universitäten in Form von Partnerschaften und akademischem Austausch sowohl auf der Ebene des Lehrkörpers als auch der Studierenden auf nahezu allen Kontinenten.
Internationale Netzwerke und herausragende Partnerschaften
So ist neben dem Kontakt zu zahlreichen anderen renommierten Universitäten die Verbindung zur Columbia University – erste offizielle ausländische Partneruniversität der Freien Universität – und zu ihren Vertretern, wie beispielweise dem Politikwissenschaftler Franz L. Neumann, im Bestand umfassend dokumentiert.
Gastdozierende, Kooperationen und Stipendienprogramme
Dementsprechend finden sich weitere Unterlagen zur Gewinnung von prominenten Gastdozierenden- und professor*innen für die Freie Universität durch das Akademische Außenamt bzw. die Außenkommission, bspw. zum Mitbegründer des Leo Baeck Institute Prof. Adolf Leschnitzer, der zunächst als Gastprofessor und später Honorarprofessor zwischen 1955 und 1972 Judaistik und Jüdische Geistesgeschichte an der Freien Universität lehrte. Aber auch Kooperationen und Kontakte mit Organisationen im Inland, v. a. mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Fulbright-Kommission, hier insbesondere auf dem Feld der Begabtenförderung und Stipendienvergabe, lassen sich anhand der Akten detailliert nachvollziehen.
Repräsentation und akademische Festkultur
Nicht zuletzt gibt der Bestand des Akademischen Außenamtes Einblicke in die Planung und Durchführung zahlreicher Festveranstaltungen an der Freien Universität wie die Besuche des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und seines Bruders Robert, Empfänge für wichtige – nicht nur ausländische – Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft und Feiern anlässlich der Verleihung von Ehrendoktor- und Ehrenbürgerwürden. Diese und viele weitere feierliche Anlässe sind in der Fotosammlung des Universitätsarchivs umfangreich dokumentiert.
Erschließung, Nutzung und Forschungspotenzial des Bestandes
Nicht nur das gesamte Berufsleben von Horst W. Hartwich, sondern zahlreiche spannende Aspekte der Entwicklung der Freien Universität hin zu einer international bestens vernetzten Universität spiegeln sich im Aktenbestand des Akademischen Außenamtes wider. Die Erschließung des Altaktenbestandes bis 1970, des kleinen beruflichen Nachlasses von Horst W. Hartwich sowie des korrespondierenden Protokollbestandes der Außenkommission konnte in diesem Jahr im Universitätsarchiv finalisiert werden.
Zugang und Kontakt zum Universitätsarchiv
Schon vor Abschluss der Verzeichnungsarbeiten erfreute sich der Bestand Akademisches Außenamt eines regen Interesses durch Archivnutzende. Durch die inzwischen vollständige Veröffentlichung aller Erschließungsinformationen in der Online-Findhilfe des Universitätsarchivs ist aufgrund der größeren Sichtbarkeit eine weiterhin hohe Nutzungsfrequenz zu erwarten.
Inhaltliche Anfragen nimmt das Team des Universitätsarchivs gerne unter der E-Mail-Adresse archiv@fu-berlin.de entgegen.
Das Universitätsarchiv hat kürzlich den Nachlass von Dieter Kunzelmann erschlossen und der Forschung zugänglich gemacht. Der Nachlass des linksradikalen Politikaktivisten umfasst heute insgesamt 27 laufende Regalmeter. Diese Sammlung gewährt einen einzigartigen Einblick in ein bewegtes Leben, das von politischen Kämpfen, Provokationen und oft auch von rechtlichen Konflikten geprägt war.
Fotoquelle: UnbekanntFotoquelle: Nadine Perske
Ein Leben im Kampf für politische Veränderung
Dieter Kunzelmann war Mitbegründer und Aktivist der berühmten Kommune I und Mitglied des Zentralrats der umherschweifenden Haschrebellen sowie der terroristischen Gruppierung Tupamaros West-Berlin. Er soll an dem antisemitisch motivierten Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus am 9. November 1969 beteiligt gewesen sein, was er selbst jedoch vehement abgestritten hat. In der linksradikalen Zeitung Agit 883 veröffentlichte er einen „Brief aus Amman“, in dem er zur Solidarität mit der Fatah aufruft und vom „Judenknax“ schreibt.
Immer wieder geriet er mit dem Gesetz in Konflikt und verbüßte nach einer Zeit im Berliner Untergrund eine mehrjährige Haftstrafe. Als Freigänger ließ er sich – ohne Mitglied zu sein – als Kandidat für die Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbauorganisation (KPD-AO) in Berlin für die Wahl zum West-Berliner Abgeordnetenhaus aufstellen. Von 1983 bis 1985 war er im Zuge des damaligen Rotationsverfahrens Abgeordneter der Alternativen Liste Berlin. In den 1990er Jahren machte Dieter Kunzelmann durch verschiedene Aktionen – u.a. Eierwürfe auf Politiker, wie beispielsweise auf Eberhard Diepgen – von sich reden.
Kunzelmanns politisches Engagement und sein Kampf gegen das Establishment zogen ihn immer wieder in Konflikt mit den Behörden. Nach einer Zeit im Berliner Untergrund verbüßte er eine mehrjährige Haftstrafe und wurde als Freigänger für die Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbaustruktur (KPD-AO) in Berlin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aufgestellt. Während seiner Zeit als Abgeordneter der Alternativen Liste Berlin von 1983 bis 1985 war er eine der markantesten Figuren der politischen Szene West-Berlins.
Der Nachlass: Ein Schatz an Informationen
Der Nachlass von Dieter Kunzelmann, der nun der Forschung zur Verfügung steht, ist ein wahres Archiv seines Lebens. Von privaten Tagebüchern über Korrespondenzen bis hin zu Materialien aus den politischen Kämpfen der 1960er und 1970er Jahre – der Nachlass enthält eine Vielzahl an Dokumenten, die einen Einblick in Kunzelmanns Lebensweg und die ihn interessierenden Themen gewähren. Besonders umfangreich ist das Material zu seiner Zeit als Abgeordneter der Alternativen Liste. In der Sammlung finden sich zudem zahlreiche Presseartikel, die über ihn und seine Aktivitäten berichten, sowie Fotomaterial aus den 1970er Jahren, das Kundgebungen und Demonstrationen dokumentiert.
Ein besonderer Fund im Nachlass ist das Material von Fritz Teufel, einem weiteren prominenten Mitglied der Kommune I und der APO. Diese zu einem Nachlass Fritz Teufel zugeordneten Unterlagen beinhalten unter anderem Korrespondenz mit Personen aus Teufels persönlichem Umfeld sowie ein „Knastkalender“ aus seiner Gefängniszeit zwischen 1975 und 1977.
Vom Chaos zur Ordnung: Die Archivarbeit
Der Nachlass von Dieter Kunzelmann war ursprünglich unstrukturiert und ungeordnet: Stehordner mit irreführenden Aktentiteln, lose Mappen und Stapel von unsortierten Blättern. Daher stand zuerst eine Autopsie an, um den Nachlass systematisch erschließen zu können. So wurden unzählige Presseausschnitte nach politischen Themen, Ereignissen und Personen sortiert, um einen klaren Zugang zu ermöglichen. Viele lose Blätter wurden in neue Akten umgewandelt oder in die bereits vorhandenen Sammlungen integriert.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bewertung der Archivwürdigkeit des Materials. Bücher wurden nur in Ausnahmefällen übernommen, wenn sie mit Kommentierungen von Kunzelmann versehen waren. Teile des Nachlasses – etwa persönliche Korrespondenzen, Tagebücher und private Notizen – mussten jedoch aus Datenschutzgründen vorerst gesperrt werden.
Fazit
Der Nachlass von Dieter Kunzelmann bietet einen einzigartigen Zugang zu einem umstrittenen Aktivisten der 1960er und 1970er Jahre. Er gewährt nicht nur Einblicke in die politische Szene der Zeit, sondern auch in das Leben eines Mannes, dessen Engagement in der Kommune I, der APO und darüber hinaus die politischen Diskurse seiner Zeit nachhaltig beeinflusste. Das Universitätsarchiv hat mit der Erschließung dieses Nachlasses einen wertvollen Beitrag zur politischen und historischen Forschung geleistet, der es ermöglicht, das Leben und Wirken von Dieter Kunzelmann in seiner Komplexität zu verstehen.
Welche Professoren haben 1968 zur Zeit der Studentenbewegung an der Freien Universität gelehrt? Wer war die erste Professorin und welchen Lehrstuhl hatte sie inne? Seit wann und durch wen wurde über den Weltraum geforscht? Solche und ähnliche Fragen können jetzt mit dem neuen FU-Lexikon unter https://lexikon.fu-berlin.de beantwortet werden. Aktuell gibt es rund 5.200 Personenprofile von Hochschullehrenden zu entdecken.
An einigen Hochschulen in Deutschland existieren bereits sogenannte Professor*innenverzeichnisse oder -kataloge. Das FU-Lexikon jedoch bietet weit mehr als „nur“ einen trockenen Nachweis über die Lehrtätigkeit an der Hochschule. Durch Verknüpfungen mit anderen Datenpools und Videos entstand ein buntes Fenster in die vielfältige Welt unserer Universität.
ProjektlogoPersonendaten im Universitätsarchiv (Foto: Bernd Wannenmacher)
Die „Kerndaten“ einer Person wurden zum einen mit anderen FU-Projekten wie bspw. der Online-Ausstellung Erlebte Geschichte oder der kleinen Chronik vernetzt. Zum anderen wurden sie mit externen, im Netz verfügbaren Daten verbunden. Dieser umfassende Ansatz war unserem Kollegen Johannes Hercher in diesem Projekt ein wichtiges Anliegen. Als Systembibliothekar der Universitätsbibliothek entwickelte er das FU-Lexikon in technischer Hinsicht mit den Grundsätzen Open Data und FAIR-Data („findable“, „accesible“, „interoperable“, „reusable“). So kann man bei einigen Hochschullehrenden Links zu historischen Ereignissen, zu Zeitzeug*inneninterviews von ihnen selbst oder zu Aussagen über sie finden. Durchsuchbare Publikationslisten und Verweise auf Archivdokumente runden die Profile ab.
Entwickelt wurde das neue Online-Angebot vom Universitätsarchiv und der Universitätsbibliothek. Unter der Leitung von Dr. Birgit Rehse nahm es im Archiv seinen Anfang: Die „Kerndaten“ wurden durch Dr. Reinhard Ost aufgenommen und von Josepha Schwerma anhand von Datenzugängen aus der Personalabteilung aktualisiert und kuratiert.
Einen Anspruch auf Vollständigkeit kann das FU-Lexikon nicht erfüllen. Es gibt noch viele Informationen, die nachgetragen oder sogar korrigiert werden müssen. Auch soll das Lexikon möglichst aktuell gehalten werden. Es wird auch in Zukunft kontinuierlich ergänzt. Unterstützung bei dieser bedeutenden Aufgabe ist jederzeit willkommen! Wir freuen uns über Ihre Hinweise und Ergänzungen, gerne per Feedback-Button auf der Website oder per E-Mail lexikon@campus.fu-berlin.de.
New – FU-Lexikon: The “Who’s Who” of Freie Universität Berlin
Which professors taught at Freie Universität in 1968 during the student movement? Who was the first female professor and which chair did she hold? Since when and by whom has research on space been conducted? Answers to those and similar questions can now be found in a new source – FU-Lexikon – at https://lexikon.fu-berlin.de (in German). There are currently around 5,200 personal profiles of University lecturers to discover.
Catalogues or directories of professors already exist at a number of universities in Germany. The FU-Lexikon, however, offers much more than a purely text-based, “dry” record of teaching activities at the University. Links to other data pools and videos make for a colourful window into the diverse world of our University.
The new online service was developed by the University Archives and the University Library. The first steps were done at the Archives under the direction of Dr. Birgit Rehse: The core of the content was recorded by Dr. Reinhard Ost and updated and curated by Josepha Schwerma using University Human Resources Department materials.
FU-Lexikon cannot claim to be complete. There is still a lot of information that needs to be added or even corrected. The lexikon should also be kept current as timely as possible, and it will be continuously updated in the future. Support for this significant endeavour is very welcome: We look forward to your comments and additions. Please use the feedback button on the website, or write an email to: lexikon@campus.fu-berlin.de.
UBtoDate– der Newsletter der Universitätsbibliothek – ist soeben versandt worden. Er erscheint drei Mal im Jahr, informiert über unsere Services und Aktivitäten und gibt Einblicke in die Bibliotheken, das Universitätsarchiv und die CeDiS-Services. So spiegelt er unser Zusammenwachsen im Rahmen eines Organisationsentwicklungsprojekts wider.
Dieses Mal sind spannende Themen dabei wie z.B. der Instagram-Start, Nachhaltigkeit und internationale Kooperationen mit Una-Europa-Partneruniversitäten.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, Stöbern und Schauen!
Gestern vor 25 Jahren – am 9. August 1996 – starb May Ayim (auf dem Bild rechts, links daneben Audre Lorde): Dichterin, Pädagogin und Logopädin sowie bedeutende Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.
Als May Ayim 1984 nach West-Berlin zog, erlebte sie ein weitaus offeneres und toleranteres Bild der Gesellschaft als in ihrem Heimatort Münster, wo sie als Kind mit ghanaisch-deutschen Wurzeln von einer Familie adoptiert aufgewachsen war. In Berlin knüpfte sie Kontakte zur US-amerikanischen Dichterin und Aktivistin Audre Lorde, die sie ermutigte, als Afrodeutsche vor allem gegen Rassismus und Sexismus zu schreiben. In der von Audre Lorde und der Verlegerin Dagmar Schultz initiierten Anthologie „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ veröffentlichte May Ayim ihre Diplomarbeit zur Kultur- und Sozialgeschichte von Afro-Deutschen. Die Gedichtbände „blues in schwarz weiss“ und „nachtgesang“ thematisieren die Doppelidentität als Afro-deutsche und den dazu folgenden Rassismus. Außerdem spricht May Ayim in ihren Gedichten über die komplizierte Beziehung zu ihren Eltern und den bestehenden Sexismus. Den Begriff und die Doppelidentität des „Afro-deutsch“-Seins benutzte May Ayim auch in ihren Gedichten „afro-deutsch I“ und „afro-deutsch II“, welche im Gedichtband „blues in schwarz weiss“ zu finden sind.
Sie war eine der bekanntesten Frauen in Deutschland, welche sich zum einen mit der afro-deutschen Doppelidentität auseinandersetzte, zum anderen den dazugehörigen Kampf gegen Rassismus und Sexismus thematisierte.
Das Universitätsarchiv der Freien Universität bietet ab sofort eine eigene Archivdatenbank an. Derzeit sind dort Informationen zu ca. 11.300 ausgewählten Archivalien zu finden. Damit bietet das Portal einen neuen Online-Sucheinstieg zur Geschichte der Hochschule und ihrer Institute sowie Biografien von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an. Die Archivdatenbank ist auch im FU-eigenen Datenbank-Infosystem (DBIS) nachgewiesen.
Das ca. 7,5 km Schriftgut umfassende Archiv enthält Akten aus der Hochschulleitung und -verwaltung, Gremienprotokolle, Fachbereichs- und Institutsüberlieferungen, Urkunden, Fotografien, Plakate und Tonaufzeichnungen. Abrufbar sind darüber hinaus Informationen über Vor- und Nachlässe bekannter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die einen Bezug zur Freien Universität haben. Ebenfalls Berücksichtigung fand das Archiv der Außerparlamentarischen Opposition (APO) mit Dokumenten rund um die Studentenbewegung der 1960er-Jahre.
In der Archivdatenbank sind aufgrund von Datenschutzgründen bzw. Erschließungsrückständen nicht alle verfügbaren Archivalien online nachgewiesen. Sollten Sie Dokumente vermissen, können Sie sich jederzeit an die Kolleginnen und Kollegen des Universitätsarchivs wenden!
(Bild: Lesesaal der Universitätsbibliothek / Quelle: Universitätsarchiv)
Die Frühjahrstagung der in der Fachgruppe 8 im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) zusammengeschlossenen Archive der Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie der freien Archive wird dieses Jahr vom 19.-21. März in Berlin stattfinden.
Die Veranstaltung, die an der Technischen Universität stattfindet, richtet sich an interessierte Kolleginnen und Kollegen aller Archivsparten sowie verwandten Einrichtungen und soll Anregungen und Strategien unter anderem zu den Themenfeldern Digitale Langzeitarchivierung, Nachlasserschließung und Archivportale vermitteln.
Das Universitätsarchiv der FU Berlin lädt am Donnerstag, dem 6. September 2012, in der Zeit von 18 bis 20 Uhr unter dem Motto „Kleines Rebellarium“ zu einer Lesung aus historischen Dokumenten des APO-Archivs ein. Im Rahmen der Berliner Woche der Sprache und des Lesens wird der Schriftsteller und Journalist Detlef Berentzen sowie Zeitzeugen aus Dokumenten der Studentenbewegung lesen.
Veranstaltungsort ist der neue Lesesaal des Universitätsarchivs auf dem Geo-Campus der Freien Universität, Malteserstraße 74-100 im Haus L (Erdgeschoß), 12249 Berlin-Lankwitz. Der Eintritt ist kostenfrei.
Danke für den Hinweis an Dr. Birgit Rehse, Leiterin des Universitätsarchivs.