Phantom-Fachartikel fast 400 Mal zitiert

„If something looks fishy, it probably IS fishy!” (dt. „Wenn etwas faul aussieht, ist es wahrscheinlich faul!“), resümiert die Wissenschaftlerin Anne-Wil Harzing (Middlesex University) in ihrem im Oktober erschienenen Blog-Artikel „The mystery of the phantom reference“. Nur durch Zufall kam ein Kollege von ihr einem nie geschriebenen Fachartikel auf die Spur, der allerdings laut dem Web of Science 398 Mal zitiert worden war:

Van der Geer, J., Hanraads, J.A.J., Lupton, R.A., 2000. The art of writing a scientific article. J Sci. Commun. 163 (2) 51-59. [The journal name can also be found with its full title Journal of Science Communications]

Der Standard fasst die Ergebnisse in einem Artikel auch nochmal auf Deutsch zusammen.
Du bist dir selbst unsicher bei der Recherche nach qualitativ hochwertigen Quellen? Dann sichere dir einen Platz in unserem Kurs Qualitätskriterien für die Literaturauswahl (Donnerstag, 18. Januar 2018, 10-11:30 Uhr) in der Universitätsbibliothek!

Online-Magazin „EUobserver“ im Test

Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.

Die Datenbank wurde nach dem Testzeitraum nicht weiterlizenziert, da die Inhalte mit einwöchiger Verspätung in der bereits von der FU lizenzierten Pressedatenbank Nexis zu finden sind.

Bis zum 17. Dezember 2017 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei auf die Premium-Inhalte des EUobserver zugegriffen werden.

Der EUobserver ist eine gemeinnützige, unabhängige Online-Zeitschrift, die im Jahr 2000 in Brüssel gegründet wurde. Sie veröffentlicht täglich Nachrichtenartikel, exklusive Analysen, Interviews, Untersuchungen und Meinungsartikel zum Themenbereich Europäische Union und den EU-Mitgliedsstaaten, überwiegend in englischer Sprache. EUobserver bezeichnet sich selbst als einziges EU-fokussiertes Medium, dass grenzübergreifenden sowie investigativen Journalismus anbietet. Das Journalisten-Netzwerk erstreckt sich über derzeit alle 28 Mitgliedsstaaten sowie deren Nachbarländer.

Das Nachrichtenmagazin gilt als redaktionell unabhängig, hat sich der Munich Declaration of the Duties and Rights of Journalists angeschlossen und finanziert sich durch Werbung, der Lizenzierung von kostenpflichtigen Premium-Inhalten und Fördermitteln. Leserschaft und Abdeckung werden mit der von Financial Times und EURACTIV.com gleichgesetzt. Mehrere unabhängige Umfragen bescheinigen dem EUobserver ein einflussreiches Medium für EU-Angelegenheiten für Journalisten in Brüssel zu sein. In Österreich zogen das Bundesverwaltungsgericht und der Asylgerichtshof den Informationsdienst oft als Quelle für ihre Entscheidungen heran. Kooperationen bestehen u. a. mit Huffington Post (Deutschland), Gazeta Wyborzca (Polen), Der Standard (Österreich), Publico (Portugal), Dennik N (Slowakei) und Vox Europe (Europa).

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

Datenbanken im Test

Gegenwärtig stellt die FU Berlin verhältnismäßig viele Testdatenbanken zur Verfügung. Deshalb hier nochmal ein kleiner Überblick über die momentan kostenfrei nutzbaren Online-Ressourcen, aphabetisch sortiert nach Fachgebieten:

Fachgebiet Datenbank (Update: 20.11.17)
Informations-, Buch- und Bibliothekswesen ccAdvisor (bis 01.12.)
–> ab 2018 lizenziert
Mathematik Siam Journals Online (bis 30.11.)
Medien- und Kommunikationswissenschaften Oxford Research Encyclopedias / Communication (bis 30.11.)
Naturwissenschaften
Politik/Geschichte
Recht Max Planck Encyclopedia of Comparative Constitutional Law (bis 30.11)
Religion Oxford Research Encyclopedias / Religion (bis 30.11.)
Sprachwissenschaft

Sollte Interesse daran bestehen, Datenbanken über das Testende hinaus zu nutzen oder auch kritische Anmerkungen vorhanden sein, kann man uns jederzeit eine Bewertung zukommen lassen.

Der Duft der Bücher

Im Zeitalter des E-Books ist nicht nur die Haptik gewöhnungsbedürftig, auch der entsprechende Duft, den neue oder alte Bücher bisweilen verströmen, kann ein Lesegerät nicht nachahmen. Abhilfe bei diesem Problem schafft da diese Woche ein Podcast von radioeins. Unter dem Titel „Stimmt’s, dass man den Geruch alter Bücher kaufen kann?“ wird in 1:45 Minuten auf das Aroma von neuen und alten Büchern eingegangen und wie es zustande kommt. Bei der angesprochenen wissenschaftlichen Studie handelt es sich vermutlich um „Material Degradomics: On the Smell of Old Books“, 2009 erschienen in der Fachzeitschrift Analytical Chemistry (81 (20), pp 8617–8622) und im FU-Campusnetz frei abrufbar. Mitautor Matija Strlic, Chemiker am University College London, stand im selben Jahr auch in einem Artikel vom Telegraph („The smell of old books analysed by scientists“, 12. November 2009) Rede und Antwort.

Kostenfreie wissenschaftliche Literatur aus Commonwealth und nordischen Ländern

Neu in das Datenbank-Infosystem der FU Berlin aufgenommen wurden die kostenfreien Portale Commonwealth iLibrary und Nordic iLibrary.

Hinter der Commonwealth iLibrary steht mit dem Commonwealth einer der ältesten politischen Staatengemeinschaften. Er umfasst insgesamt 53 Mitglieder – in erster Linie das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und seine ehemaligen Kolonien. Jedes Jahr werden vom Commonwealth neue Titel veröffentlicht zu Themen wie Globalisierung, Bildung, Gender, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, wichtig für Bereiche wie Internationale Entwicklung und Wirtschaftspolitik. Verfügbar in der Commonwealth iLibrary sind über 800 Bücher und mehr als 200 Arbeitspapiere. Pro Jahr wird das Angebot um etwa 30 neue Titel ergänzt.

Hinter der Nordic iLibrary steht die Nordic Co-Operation, ein regionaler Zusammenschluss der nordischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden sowie der drei autonomen Gebiete Grönland, Färöer-Inseln und Aland. Jedes Jahr werden ca. 100 Publikationen zu Themen veröffentlicht, die für diese Regionen von besonderer Bedeutung sind, etwa: Umwelt, Klima, grünes Wachstum, nachhaltige Entwicklung, Arktis. Über 900 Publikationen stehen zur Recherche bereit, davon der überwiegende Teil in englischer Sprache. Pro Jahr wird das Angebot um ca. 100 neue Titel ergänzt, davon etwa 65 Prozent in englischer Sprache.

Die Volltexte lassen sich als Bilddateien über den Button READ anzeigen und lesen. Der Zugang zu den Volltexten im PDF- bzw. HTML-Format, das Speichern und Verschicken der Inhalte, sowie das Downloaden von Tabellen ist bei beiden Portalen lizenz- und damit kostenpflichtig. Zu den gemeinsam mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelten Portale zählen auch die UN iLibrary (über 4000 E-Books, 2600 Artikel) sowie die von der FU lizenzierte OECD iLibrary (u. a. 11.600 E-Books, 171.000 Tabellen und Grafiken, 6500 Artikel und 5500 Working Papers).

Online-Enzyklopädien zur arabischen, chinesischen und hebräischen Sprache im Test

Die Datenbanken für Arabisch und Chinesisch wurde dauerhaft lizenziert.

Bis zum 8. Dezember 2017 können über das FU-Campusnetz kostenfrei die Online-Enzyklopädien Encyclopedia of Arabic Language and Linguistics, Encyclopedia of Chinese Language and Linguistics und Encyclopedia of Hebrew Language and Linguistics des Verlags Brill getestet werden. Dabei handelt es sich um umfassende Referenzwerke mit hunderten Beiträgen von Fachwissenschaftlern, die einen systematischen und umfassenden Überblick über die verschiedenen Sprachen und die unterschiedlichen linguistischen Betrachtungsansätze in Vergangenheit und Gegenwart anbieten.

Die einzelnen Nachschlagewerke im Überblick:

Encyclopedia of Arabic Language and Linguistics
Umfassendes, interdisziplinäres Standardnachschlagewerk zur arabischen Sprachwissenschaft mit mehr als 500 ausführlichen Beiträgen von über 350 internationalen Fachwissenschaftlern, die die verschiedenen Sprachstufen des Arabischen wie Altarabisch, Klassisches Hocharabisch, Mittelarabisch, Modernes Hocharabisch und seine Dialekte behandeln. Der Online-Ausgabe liegt die von 2006 bis 2009 in vier Bänden und einem Indexband veröffentlichte Printausgabe zugrunde, der Inhalt wird durch regelmäßige Updates erweitert.

Encyclopedia of Chinese Language and Linguistics
Das Nachschlagewerk liefert mit mehr als 450 Einzelartikeln ausführliche Untersuchungen der in China gesprochenen Sprachen und dient als Quelle von Informationen über sinitische und nicht-sinitische Sprachen in China einschließlich der Gebärdensprache; Entwicklung, Verbreitung und Gebrauch von Schriftsystemen; Geschichte der chinesischen Linguistik und psycho- und neurolingustischen Studien zu Chinesisch; Erst- und Zweitspracherwerb und Sprachpädagogik sowie vielen weiteren Aspekten der chinesischen Sprache und Linguistik.

Encyclopedia of Hebrew Language and Linguistics
Umfassendes Standardnachschlagewerk mit über 950 namentlich gekennzeichneten Beiträgen von 400 internationalen Fachwissenschaftlern zur Geschichte der hebräischen Sprache von den ersten Zeugnissen im 1. Jahrtausend v. Chr. bis zur Gegenwart. Enthalten sind sowohl Überblicksartikel, welche den aktuellen Forschungsstand zu den zentralen Phasen und den Varietäten der hebräischen Sprache darstellen, als auch thematisch orientierte Beiträge mit weiterführenden Informationen, u.a. zu den verschiedenen Quellen des Hebräischen (Texte, Handschriften, Inschriften), zu phonologischen, morphologischen und syntaktischen Besonderheiten, Wortschatz, Schriftsystem und Paleographie. Der jährlich aktualisierten Online-Ausgabe liegt die 2012 veröffentlichte, 4-bändige Printausgabe zugrunde.

Die Datenbanken werden auf der Plattform BrillOnline Reference Works angeboten, auf der noch weitere Online-Nachschlagewerke zugänglich sind. Einzelne Einträge lassen sich für den Eigengebrauch kopieren oder ausdrucken. Literaturnachweise lassen sich u. a. in EndNote und Refworks exportieren.

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

(Die Beschreibungstexte sind dem Datenbank-Infosystem (DBIS) entnommen.)

Das Auge von Tianjin

Unter dem Titel „Das Leseraumschiff“ hat Spiegel Online diese Woche einen Artikel über die neu errichtete, sehr futuristisch anmutende Tianjin Binhai Library in der chinesischen Hafenstadt Tianjin veröffentlicht. Das gläserne, illuminierte Atrium mit Kugel in der Mitte erinnert von außen an ein überdimensionales menschliches Auge.

Für den Bibliotheksneubau war das niederländische Architekturbüro MVRDV zuständig, das im Jahr 2000 auch den niederländischen Pavillon auf der Expo entwarf. Weitere beeindruckende Fotos und Informationen auf Englisch lassen sich der Website von MVRDV bzw. der Architekturseite ArchDaily entnehmen.

Online-Bibliografie zur US-Außenpolitik testen

Die Datenbank wurde nach dem Testzeitraum lizenziert und ist nun regulär über das FU-Campusnetz nutzbar.

Bis zum 8. Dezember 2017 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank SHAFR Guide Online getestet werden.

Es handelt sich um eine annotierte Online-Bibliografie zur US-amerikanischen Außenpolitik ab 1600 ff., herausgegeben von der Society for Historians of American Foreign Relations (SHAFR). Man sucht Quellen zu einem bestimmten Thema, Zeitraum oder gar Land in Bezug zur US-Außenpolitik? Der SHAFR Guide Online bietet Abhilfe. Er umfasst 30 Kapitel und reicht thematisch von der Kolonialzeit bis zur Präsidentschaft Barack Obamas (2009-2017). Auch werden alle Länder bzw. geografischen Gebiete der Welt berücksichtigt. Aufgenommen werden alle historisch relevanten Quellen, darunter Sammlungen von Regierungsdokumenten, Biografien, Monografien, Buchkapitel, Zeitschriftenartikel und Websites.

Die aktuelle Ausgabe der Bibliografie, die seit 1983 unter wechselnden Titeln erschien, enthält neue Kapitel zu den Themen „Race, Gender, and Culture“, „Economic Issues“, „Domestic Issues, the Congress, and Public Opinion“ und „Non-Governmental Actors“. Das Werk richtet sich an Schüler, Studenten und Wissenschaftler.

Die Datenbank wird auf der Plattform BrillOnline Reference Works angeboten, auf der noch weitere Online-Nachschlagewerke zugänglich sind. Einzelne Einträge lassen sich für den Eigengebrauch kopieren oder ausdrucken. Literaturnachweise lassen sich u. a. in EndNote und Refworks exportieren.

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„Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Online“ lizenziert

EEONach einem Test im Frühjahr kann nun über das FU-Campusnetz dauerhaft auf die Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Online (EEO) zugegriffen werden.

Das noch im Aufbau befindliche Nachschlagewerk bereitet das verfügbare Wissen der Erziehungswissenschaft in Form von Handbuchartikeln auf. Ziel des Projektes ist es, erstmals zitierfähige Grundlagentexte für die Fachgebiete der Erziehungswissenschaft gemäß der Kommissions- und Sektionsgliederung der Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) digital zur Verfügung zu stellen. Die Gliederung der EEO in verschiedene Fachgebiete folgt keiner wissenschaftstheoretisch fundierten Systematik, sondern bildet die historisch gewachsene Ausdifferenzierung des Faches ab.

Aufgenommen werden Grundlagentexte unterschiedlicher Art, von Handbuchartikeln und Übersichtsdarstellungen bis zu kommentierten Quellen und Literaturberichten, von speziellen Einzeldarstellungen bis zu essayistischen Entwürfen – jeweils auf aktuellem Wissensstand. von A wie „AdressatInnen, KlientInnen, NutzerInnen und AkteurInnen der Sozialen Arbeit“ bis Z wie „Zur Entwicklung von Medienkritik“ sind zwischen 2009 und 2017 über 300 Beiträge entstanden. Diese lassen sich auf der Online-Plattform content-select durchsuchen und nach Alphabet oder Erscheinungsdatum sortieren. Die einzelnen Artikel können für den Eigengebrauch ausgedruckt oder als PDF-Datei abgespeichert werden.

Nie zu Ende gelesene Romane …

Bei der ein oder anderen Romanlektüre kommt es schon mal vor – man verliert die Lust und das Buch verstaubt, nie zu Ende gelesen, in einer Ecke des Bücherregals. Der französische Radiosender France Culture hat seine Hörer in den sozialen Netzwerken nach solchen Titeln gefragt. Aus den über 3000 Antworten wurde im letzten Monat eine Top-10-Liste veröffentlicht:

  1. Ulysses von James Joyce (1922)
  2. Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell (2006)
  3. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust (1913-1927)
  4. Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien (1954/55)
  5. Die Schöne des Herrn von Albert Cohen (1968)
  6. Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil (1930-1943, unvollendet)
  7. Rot und Schwarz von Stendhal (1830)
  8. Madame Bovary von Gustave Flaubert (1856/57)
  9. Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez (1967)
  10. Reise ans Ende der Nacht von Louis-Ferdinand Céline (1932)

Ist die französische Liste auch auf deutsche Lesegewohnheiten zu übertragen? Oder welche Titel liegen bei euch nie beendet im Bücherregal?

(Gesehen im schneeschmelze-Blog)