Neue Virtuelle Fachbibliothek Benelux gestartet

Die vor wenigen Tagen online gegangene ViFa Benelux ersetzt künftig die Virtuelle Fachbibliothek Niederländischer Kulturkreis / NedGuide der ULB Münster sowie die Fachinformationsseiten Belgien/Luxemburg der USB Köln. Angeboten wird für Wissenschaftler, Studierende und sonstige Interessierte ein „One-Stop-Shop“ für die Online-Recherche zur Niederlandistik, Niederlande-, Belgien- und Luxemburgforschung sowie für die Frisistik und Afrikaanse Philologie.

Das Angebot gliedert sich u. a. in eine Metasuche über zahlreiche Fachkataloge und -datenbanken, eine fachliche E-Zeitschriften- sowie Datenbankliste in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) bzw. im Datenbankinfosystem (DBIS). Im Aufbau begriffen ist ein Dokumentenserver („Benelux-Dok“), während ein Forschungsführer („ViFa Benelux Forscher- und Forschungswiki“) sowie Neuerwerbungslisten ebenfalls bereitgestellt werden. Ergänzt wird das Angebot um einen Blog zu aktuellen Fachnachrichten sowie einen Newsletter zum Sondersammelgebiet.

Das Fachportal ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts des Sondersammelgebietes Benelux. Gemeinsame Projektnehmer sind die Universitäts- und Landesbibliothek Münster mit dem Sammelschwerpunkt Niederländischer Kulturkreis und die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, die den Sammelschwerpunkt Belgien/ Luxemburg betreut.

Bye, bye, gedruckte Encyclopædia Britannica

Erstmals erschien sie zwischen 1768 und 1771 in drei Bänden unter dem Titel „Encyclopaedia Britannica or a dictionary of arts and sciences“, zuletzt 2010 als 32-bändiges „Britannica Set“. Nun hat der gleichnamige Verlag bekanntgegeben, dass es nach 244 Jahren keine gedruckte Ausgabe der Encyclopædia Britannica mehr geben wird. Der „liebe, bewährte und zuverlässige Freund“ werde laut Jorge Cauz, Präsident der Encyclopaedia Britannica, Inc., zu Gunsten der Online-Plattform britannica.com, den e-learning-Seiten und dem App-Geschäft ersetzt. Einher geht die Meldung mit einem kostenfreien einwöchigen Test der werbefinanzierten Online-Version (bis einschließlich Montag, den 19. März 2012). Die FU Berlin bietet ihren Studenten einen Online-Zugriff auf die DVD-ROM-Version aus dem Jahr 2008.

Die Nachricht reiht sich in ein „Lexikonsterben“ der letzten Jahre ein, seit 2001 die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ihren Siegeszug begonnen hat. Die englischsprachige Version verzeichnet aktuell fast vier Mio. Artikel, die deutsche Sprachfassung beinahe 1,4 Mio. 2009 hatten u. a. das Microsoft-Produkt Encarta und Meyers Lexikon ihre Dienste eingestellt. Ob noch eine gedruckte Version vom Brockhaus erscheinen wird, bleibt abzuwarten. Zuletzt hatte man im Januar 2011 eine 22. Auflage für 2014/15 angekündigt.

Bild: Shishberg (CC BY-SA)

Historische amerikanische Zeitschriften der Jahre 1866 bis 1877 verfügbar

Nachdem im Rahmen der von der DFG finanzierten Nationallizenzen schon die Serien 1-4 freigeschaltet worden sind, bekommen FU-Angehörige nun auch kostenfreien Zugang auf American Antiquarian Society (AAS) Historical Periodicals Collection: Series 5 (1866-1877).

Die American Antiquarian Society in Worcester, Massachusetts, ist eine unabhängige Forschungsbibliothek, die 1812 gegründet wurde. Ihr Bestand dokumentiert die amerikanische Kultur- und Geistesgeschichte von der Kolonialzeit bis zum Jahr 1876.

Der fünfte Teil der Historical Periodicals Collection beinhaltet die Volltexte von ca. 2500 Zeitschriften aus dem Zeitraum von 1866 bis 1877. Die Themenbreite deckt alle Aspekte der amerikanischen Gesellschaft während dieser Periode ab. Mit den übrigen vier Teilen hat man rückwirkend einen Zeitraum bis 1691 erschlossen, inkl. Bürgerkrieg und die Kolonialära.

Die Volltexte stehen über die Rechercheoberfläche von EBSCO, via „EBSCOhost Digital Archives Viewer”, zur Verfügung. Die Texte selbst liegen im PDF-Format vor und können abgespeichert oder via E-Mail weiter versendet werden. Permalinks erleichtern die Arbeit, falls man nicht alle Texte abspeichern möchte.

Vom Bibliothekartag zum „Bibliothekstag“?

Mal ein Posting in eigener Sache – Der Verein Deutscher Bibliothekare e. V. (VDB) ist mit Gründungsdatum 1900 die älteste bibliothekarische Vereinigung in Deutschland. Dass diese Bezeichnung nun nicht gerade gender-neutral ist, hat man spätestens im letzten Monat bemerkt. Aktuell gibt es Bestrebungen, den VDB in „Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare“ umzubenennen.

Politisch korrekt darf man sich zum jährlichen Informationsaustausch dann natürlich nicht mehr auf dem Bibliothekartag treffen, sondern auf dem „Bibliothekstag“. Begründet wird dies nicht nur mit der hohen Frauenquote in diesem Beruf von um die 80 Prozent, sondern auch dass eine Bibliothek natürlich nicht nur aus Bibliothekarinnen und Bibliothekaren besteht. Ein Exposé und die Stellungnahme des Vereinsausschusses des VDB kann man ab sofort im VDBlog nachlesen – und natürlich mitdiskutieren.

jungsteinSITE für die Neolithikum-Forschung

Neu aufgenommen in die Digitale Bibliothek wurde die Website jungsteinSITE. Herausgegeben vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel werden hilfreiches Material rund um die Neolithikum-Forschung angeboten. Dazu zählen wissenschaftliche Beiträge ab 1999 ff., die überwiegend aus erster Hand von federführenden Forschern stammen, die MS-Access-Datenbank Radiokarbondaten online (RADON), die man sich auf den eigenen Rechner herunterladen kann sowie ein Linkverzeichnis zum Thema

Lebendiger Geschichtsunterricht

Unter dem Titel „Erzählte Geschichte“ widmet Campus.Leben der Datenbank Visual History Archive einen Artikel. Schülerinnen und Schüler des Hans-Carossa-Gymnasiums in Berlin-Spandau arbeiteten mit dem Videoarchiv, das mehr als 52.000 Interviews mit Überlebenden und Zeugen des Holocaust bereithält. Im Dialog mit Wissenschaftlern des Friedrich-Meinecke-Instituts wurde über die Vorteile dieser etwas anderen Geschichtsstunden diskutiert. Wie gehen Jugendliche mit dem Holocaust um, wenn anstatt Textmaterial Videointerviews verwendet werden?

Link des Monats März 2012: EUscreen

Ein Projekt, das sich dem europäischen Fernseh-Kultur-Erbe und den darin verborgenen audiovisuellen Schätzen auf die Fahnen geschrieben hat, ist unser Link des Monats März 2012 – EUscreen. Die Beta-Version von EUscreen ermöglicht den freien Zugriff auf Text-, Audio-, Bild- und Videodokumente europäischer Rundfunkanstalten und Fernseharchive. Das Portal wird von der Europäischen Kommission gefördert und beinhaltet etwa 30.000 Programminhalte und -informationen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

Britische Nationalbibliographie jetzt über das www verfügbar

Die bisher per CD-ROM lizenzierte British National Bibliography (BNB), kann jetzt kostenfrei im www genutzt werden. Wie die CD-ROM-Version enthält sie alle seit 1950 im UK oder Irland erschienenen Bücher und Zeitschriften, wird jedoch fortlaufend aktualisiert. Zudem findet man neben den bibliographischen Daten Cover, Inhaltsbeschreibungen und Leseproben.
Wie im FU-eigenen Bibliotheksportal | Primo können die Trefferergebnisse durch sogenannte Facetten nach verschiedenen Kategorien (z. B. Autor, Thema, Verlag, Erscheinungsjahr) eingrenzt werden. Wie im Portal werden in der BNB nun alle Ausgaben eines Werkes zusammengeführt – FRBRisiert (FRBR= Functional Requirements for Bibliographic Records).
Über Umwege in die verlinkten Bibliothekskataloge WorldCat und COPAC können Literaturzitate direkt in Literaturverwaltungsprogramme wie EndNote oder RefWorks übernommen werden.

Danke für dieses Posting an Sandy Schüler, Praktikantin innerhalb des Bibliotheksmanagement-Studiums der Fachhochschule Potsdam

African Writers Series – Moderne afrikanische Literatur online lesen

Die ursprünglich beim britischen Verlag Heinemann als Druckversion erschienene African Writers Series wurde für FU-Angehörige online lizenziert. Sie umfasst über 250 Werke afrikanischer Autoren des 20. Jahrhunderts in englischer Sprache bzw. englischer Übersetzung. Die Sammlung enthält alle literarischen Gattungen, inkl. Sachliteratur (u.a. Prosa, Lyrik, Drama, politische Reden, Reportagen, Sagen und Mythen). Beigefügt sind detaillierte Biographien zu den Autoren.

Unter anderem können Werke im Volltext von Chinua Achebe, Ama Ata Aidoo, Steve Biko, Buchi Emecheta, den Nobelpreisträgerinnen Nadine Gordimer und Doris Lessing, Bessie Head, Nelson Mandela, Dambudzo Marechera, Christopher Okigbo, Okot p’Bitek and Tayeb Salih gelesen werden. Die Texte selbst liegen im HTML-Format vor.

Bei der Suche im Autoren-Index („Complete Contents“) ist zu beachten, dass derzeit leider nicht alle enthaltenen Autoren aufgeführt sind, was bereits beim Anbieter beanstandet wurde. Daher empfiehlt es sich, im Zweifelsfall über die allgemeine Suchoberfläche nach dem Autor zu recherchieren (z. B. bei Nadine Gordimer).

Bild: Nur einer von zahlreichen Titeln – der Roman Changes (im deutschsprachigen Raum unter dem Titel Die Zweitfrau erschienen) der ghanaischen Autorin Ama Ata Aidoo (2003)

Dank für dieses Posting an Sandy Schüler, Praktikantin innerhalb des Bibliotheksmanagement-Studiums der Fachhochschule Potsdam

Online-Nachschlagewerke von Mouton de Gruyter frei verfügbar

Seit dem Jahreswechsel werden einige Nachschlagewerke zur Sprachwissenschaft des Verlags Mouton de Gruyter kostenfrei im Web angeboten. Die Titel, die früher als CD-ROM-Ausgaben vertrieben wurden, verfügen im Vergleich zu früheren Kaufversion teilweise über eine erweiterte Auswahl an Multimedia-Anwendungen:

Atlas of North American English (ANAE)
Unter der Leitung von William Labov entwickelter Sprachatlas zum nordamerikanischen Englisch. Auf der Grundlage einer in den 90er Jahren an 762 Sprechern durchgeführten Erhebung werden Aussprache und Vokalsysteme der Dialekte in den USA und Kanada beschrieben. Die regionalen Dialekte werden phonologisch und soziolinguistisch ausgewertet und in ihren Handlungsprozessen dargestellt. Die Online-Ausgabe beinhaltet neben sämtlichen Beiträgen und Sprachkarten der Printausgabe und den Zusatzmaterialien der CD-ROM-Ausgabe eine erweiterte Auswahl an interaktiven Daten, Sprachkarten und Hörproben, welche laufend aktualisiert werden.

Varieties of English
Die Datenbank bietet einen Überblick über die Phonologie, Morphologie und Syntax der weltweiten Varietäten des Englischen. Der Textteil wird durch authentische Sprachbeispiele und interaktive Landkarten illustriert. Der Titel wurde ursprünglich gedruckt als „A Handbook of Varieties of English“ von dem Sprachwissenschaftler Bernd Kortmann angeboten, Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Universität Freiburg.

Moutons interaktive Einführung in die historische Linguistik des Deutschen
Das Angebot bietet einen Überblick über die sprachgeschichtliche Entwicklung des Deutschen von seinen Anfängen bis zur Gegenwart. Die Einführung beschreibt multimedial in Text, Bild und Ton aufbereitet, wie sich Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexik des Deutschen gewandelt haben. Verfasst wurde das Werk von den Sprachwissenschaftlern Karin Donhauser, Annette Fischer und Lars Mecklenburg.

Der Text ist zum überwiegenden Teil den entsprechenden Infoseiten des Datenbank-Infosystems (DBIS) entnommen.