Passend zum Wochenausklang ein witziges Bibliotheksvideo von der Insel (gesehen im Netbib-Weblog). Kleiner Tipp: Nicht darauf hoffen, dass das Déjà-vu-Erlebnis ausbleibt, sondern einfach vorbeugen und z. B. die Bibliothekseinführungen der UB oder der übrigen Kollegen in den Fachbibliotheken besuchen .
Kategorie: Ins Netz geschaut
Link des Monats Dezember 2011: Goethezeitportal
Das Goethezeitportal ist eine an der Ludwig-Maximilians-Universität München gegründete multimediale Präsentationsplattform mit einem internationalen Netzwerk für den Diskurs der Kunst und Kultur der Goethezeit.
Da es auf dem Portal passend zur Jahreszeit auch eine Weihnachtsseite gibt, haben wir uns das Goethezeitportal für den Link des Monats Dezember ausgesucht.
Schauen Sie mal rein – es gibt einiges zu entdecken!
23 Türchen …
… gilt es noch bis zum Heiligen Abend am Adventskalender zu öffnen. Doch Weihnachtskalender sind nicht nur in vielen Kinderzimmern beheimatet, sondern haben seit mehreren Jahren schon ihren festen Platz im WWW gefunden. Eine größere Auswahl an bibliothekarischen Kalendern präsentiert bibliothekarisch.de. Meine Favoriten:
- Uni Heidelberg – hübsche Kunstobjekte
- Zentrum für Berlin-Studien – das weihnachtliche Berlin des 19. Jh. (etwas in die Jahre gekommen – nicht schmulen!)
- UTB-Verlag – Kalender für Erziehungswissenschaftler (zur Anpreisung eines neuen Lexikons)
- Kunstmanns komischer Kalender – nicht schmulen!
Selbst entdeckt:
- faz.net – etwas knifflig mit einer täglichen Frage rund um die EU (und kommerziellem Gewinnspiel)
- 26 stories of christmas – eine englischsprachige Kurzgeschichte pro Tag (und zwei Türchen mehr!)
Christa Wolf verstorben
Laut dem Suhrkamp-Verlag ist die Schriftstellerin Christa Wolf heute im Alter von 82 Jahren in Berlin verstorben. Ihr Werk und Leben war unmittelbar mit der DDR verknüpft, dennoch wirkte ihr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk weit über deren Staatsgrenzen hinweg und wurde in viele Sprachen übersetzt.
Literatur von Christa Wolf im FU-Katalog
Bekanntheit erlangte Wolf, die 1945 mit ihrer Familie vor den anrückenden sowjetischen Truppen von Landsberg an der Warthe nach Mecklenburg floh, vor allem durch ihren Roman Der geteilte Himmel (1963). In diesem wird die Beziehung zwischen einer Studentin und einem Chemiker geschildert, die an der Teilung Deutschlands zerbricht. Es folgten Werke wie Nachdenken über Christa T. (1968) oder die Erzählung Kassandra (1983), die zur Pflichtlektüre der Friedens- und Frauenbewegung in Ost und West avancieren sollte.
Nach dem Zusammenbruch der DDR löste Wolf durch die Veröffentlichung von Was bleibt einen Literaturstreit aus. Die semi-autobiografische Erzählung nahm sich den Überwachungsmethoden des SED-Staates als Thema an. Einige Kritiker warfen Wolf vor, sie hätte sich als ehemalige „Staatsdichterin“ zu Unrecht auf die Seite der Opfer stellen wollen. Dennoch galt sie nach wie vor als eine wichtigsten deutschen Autorinnen der Nachkriegszeit und wurde für ihr Werk mit zahlreichen Preisen bedacht, darunter der Deutsche Bücherpreis (2002) und der Thomas Mann Preis (2010). Mehrfach wurde Wolf für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.
Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1027-300 / Rehfeld, Katja / CC-BY-SA
Link des Monats November 2011: Gedächtnis der Nation
Das Wunder von Bern, der Mauerbau, die deutsche Wiedervereinigung: Historische Ereignisse werden durch Schilderungen von Zeitzeugen lebendig.
Gedächtnis der Nation ist eine multimediale Plattform mit Zeitzeugeninterviews aus 100 Jahren deutscher Geschichte und seit dem 6. Oktober 2011 online – unser Link des Monats November.
Scientific-American-Archiv kostenfrei testen
Seit Anfang November ist das Online-Archiv der Zeitschrift Scientific American auf nature.com komplettiert. Sie erscheint seit 1845 monatlich und gilt damit als eine der ältesten und weltweit angesehensten populärwissenschaftlichen Zeitschriften.
Mit Vervollkommnung des Archivs geht ein kostenfreier Testzugriff einher, der 75.000 Artikel von August 1845 bis Dezember 1909 der Öffentlichkeit zugänglich macht. Bis 30. November 2011 kann man in den PDF-Scans schmökern, Originalberichte zu New Yorks erster U-Bahn (1870), den Erfindungen des Telefons (1876) und der Glühbirne (1879) oder den ersten Flugversuchen von Wilbur Wright (1899) inbegriffen.
Die Freie Universität Berlin hat gegenwärtig Online-Zugriff auf die Jahrgänge 1845 bis 1865, die US-amerikanische Cornell University Library bietet kostenfrei die Hefte bis 1869 an.
Bild: Cover der Februar-Ausgabe 1876 (Vol. 34, No. 7), das ein neues Teleskop im Pariser Observatorium anpreist.
Österreichische Bibliothekare vs. Sparmaßnahmen
Bei unseren österreichischen Nachbarn haben geplante Einsparungen im Bibliothekswesen hohe Wellen geschlagen. 2012 wird jegliche Förderung für bibliothekswissenschaftliche Veranstaltungen komplett gestrichen. Betroffen davon ist auch der alle zwei Jahre abgehaltene Österreichische Bibliothekartag, der damit 2011 wohl zum letzten Mal stattfand.
Die Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) wendet sich gegen die Sparmaßnahmen und hat eine Online-Petition abgefasst. Seit Ende Oktober haben mehr als 600 Menschen den Appell unterzeichnet, darunter auch deutsche Kollegen. Greifen wir doch unseren Nachbarn etwas unter die Arme – jede Stimme zählt!
Danke für die Idee zum Posting an Jana Johannes, Bereichsbibliothek Physik
Zombies werben für Bibliothek
Passend zu Halloween hat sich die US-amerikanische Massillon Public Library in Ohio ein nettes unheimliches Werbevideo ausgedacht – George A. Romero und The Walking Dead lassen grüßen. Vor der Bibliothek wird in der Nacht vor Allerheiligen dann noch eine Version von Michael Jacksons Thriller zelebriert.
Auch die australischen Bibliothekare aus dem letzten Jahr haben für 2012 eine Neuauflage ihres Zombie-Kalenders angekündigt. Happy Halloween!
Bild: Toby Ord (CC-BY-SA-2.5)
Österreich sucht die Wissenschaftsbücher des Jahres
Seit gestern sucht die Alpenrepublik wieder nach den besten Wissenschaftsbüchern des Jahres. 2008 vom Wissenschaftsministerium gemeinsam mit dem österreichischen Buchhandel und dem Verlag Buchkultur initiiert, kürt der Wettbewerb die besten Sachbücher aus den Kategorien „Naturwissenschaft/Technik“, „Medizin/Biologie“, „Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften“ sowie „Junior-Wissensbücher“. Nicht nur die Werke deutschsprachiger Autoren sind willkommen, sondern auch Übersetzungen aus anderen Sprachen. Die Vorauswahl zur sogenannten Shortlist (5-6 Titel pro Kategorie) tätigte eine Expertenjury. Die Preisträger dürfen aber in einer Publikumsabstimmung ermittelt werden. Dies kann u. a. online geschehen; anscheinend sind wir „Piefkes“ nicht ausgenommen ;-).
Auf der Shortlist befinden sich auch einige Titel, die an den Bibliotheken der FU ausgeliehen werden können. So macht sich in Schönheit und Schrecken der schwedische Historiker und Schriftsteller Peter Englund daran, anhand von Briefen und Tagebuchaufzeichnungen eher Unbekannter den Ersten Weltkrieg zu beleuchten (Philologische Bibliothek). ZEIT-Redakteur und Nahost-Experte Michael Lüders beschäftigt sich in seinem Buch Tage des Zorns mit den aktuellen Geschehnissen um den arabischen Frühling (Sozialwissenschaften). Der Yale-Historiker Timothy Snyder wiederum blickt in Bloodlands auf die Dimension des Judenmords in Osteuropa sowie auf die Tötung von Kriegsgefangenen und der nicht-jüdischen Bevölkerung (Universitätsbibliothek bzw. Originalausgabe als E-Book). Alle drei Titel konkurrieren für den Preis in der Rubrik „Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften“. Beim letzten Mal hatte dort Guy Deutschers Im Spiegel der Sprache die Nase vorn (UB/Philologen).
Dagegen nicht auf die Shortlist geschafft haben es Joyce Applebys Die unbarmherzige Revolution über die guten und schlechten Seiten des Kapitalismus (Sozialwissenschaften), Philipp Bloms Böse Philosophen im vorrevolutionären Paris (UB/KHI/Philologen) sowie Dani Rodriks Das Globalisierungs-Paradox (UB/Sozialwissenschaften – momentan ausgeliehen).
Abgestimmt werden darf bis zum 9. Jänner Januar 2012.
Diplomatische Bibliothekare
Jiri Kende, der stellvertretende Leiter der Universitätsbibliothek der FU Berlin, hat dem Online-Magazin campus.leben Rede und Antwort gestanden. Im Artikel Bibliotheken-Diplomatie gibt er exemplarisch Einblick, wie Bibliothekare und Softwarefirmen heute miteinander zusammenarbeiten, um Dienste wie Literatursuche, Fernleihe & Co. so effizient wie möglich zu gestalten.